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Einige Beobachtungen über intermittirende Netzhautreizung

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{"created":"2022-01-31T14:32:53.424993+00:00","id":"lit36313","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Samojloff, A.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 185-196","fulltext":[{"file":"p0185.txt","language":"de","ocr_de":"Eiuige Beobachtungen \u00fcber iutermittireude Xclzliautreizung.\nVon Dr. A. Samojloff,\nPriv.-Docent der Physiologie an der Kaiserlichen Universit\u00e4t zu Moskau.\nAm Schl\u00fcsse seiner 7. Mittheilung \u00fcber intermittirende Netzhautreizung gelangte F. Sch euch auf vielen Umwegen zu dem Satze, \u00abdass eine ganz mit abwechselnd schwarzen und weissen Sectoren erf\u00fcllte Kreiselscheibe geringere Umdrehungsgeschwindigkeit n\u00f6tliig hat, um gleichm\u00e4ssig auszusehen, als eine nur zur H\u00e4lfe mit gleichm\u00e4ssigern, dem Sectorengemisch gleichhellem Grau erf\u00fcllte Scheibe \u00bb. Diese Erscheinung wurde dann sp\u00e4ter von Schenck in seiner 8. Mittheilung genauer beschrieben. In dieser Mittheilung ist eine Scheibe abgebildet, die als \"beste Demonstration des aufgestellten Satzes dienen kann. Der innere Ring der Schenck\u2019schen Scheibe (Fig. 1.) besteht aus vier abwechselnd schwarzen und weissen Sectoren von je 90\u00b0; der \u00e4ussere Ring enth\u00e4lt zun\u00e4chst 90u Schwarz, daran anschliessend zu beiden Seiten je 52,5\u00b0 Weiss und zwischen den letzteren elf Sectoren abwechselnd schwarz und weiss von je 15\u00b0. Der \u00e4ussere Ring ist somit aus dem inneren dadurch gebildet, dass man 180\u00b0 des letzteren durch gleichhelles Grau ersetzt. Um gleichhelles Grau leicht und sicher herstellen zu k\u00f6nnen, bedient sich Schenck eines sinnreichen und sehr zweckm\u00e4ssigen Verfahrens, n\u00e4mlich des Ausf\u00fcllens der n\u00f6thigen Sectorenbreite durch kleine schwarze und weisse Sectoren von entsprechender Breite; die kleinen Sectoren vermischen sich schon bei der geringsten Drehungsgeschwindigkeit der Scheibe zu einem gleichm\u00e4ssigen Grau. Dreht man die Scheibe Fig. 1, so bemerkt man leicht, dass der innere Ring schon gleichm\u00e4ssig aussieht, wenn der \u00e4ussere Ring noch deutlich flimmert. Diese Thatsache, von deren Richtigkeit man sich mit Leichtigkeit \u00fcberzeugen kann, ist nach Sehen ck merkw\u00fcrdig und allen unseren theoretischen Anschauungen \u00fcber intermittirende Netzhautreizung widersprechend. Man sollte erwarten, meint Schenck, dass die halb graue Scheibe zum Mindesten nicht schneller, vielleicht eher langsamer gedreht werden muss als die andere, um gleichm\u00e4ssig auszusehen. Sch en ck sucht daher die bekannten von Fick f\u00fcr das Anklingen der Netzhauterregung aufgestellten s\u00e4geartigen Erregungscurven durch eine neue, der neuen Thatsache angepasste zu ersetzen.\nEs fragt sich nun, ob die von Schenck beobachtete Erscheinung wirklich so unerwartet, so unverst\u00e4ndlich ist, wie es im ersten Augenblick scheinen mag, und ob dieselbe uns in der That zu neuen theoretischen Aufstellungen zwingen kann?","page":185},{"file":"p0186.txt","language":"de","ocr_de":"18G\nEINIGE BEOBACHTUNGEN \u00dcBER INTERMITTIEENDE NETZHAUTREIZUNG.\nDer Punkt, um den die ganze Frage sich dreht, besteht darin, welche Bedeutung f\u00fcr die Schnelligkeit der Verschmelzung das Ersetzen einer H\u00e4lfte eines aus schwarzen und weissen Theilen zusammengesetzten Ringes durch gleichhelles Grau besitzt: beg\u00fcnstigen die 180\u00b0 Grau die vollkommene Verschmelzung, oder umgekehrt, hindern sie dieselbe? Nach Allem, was wir \u00fcber intermittirende Netzhautreizung wissen, m\u00fcsste man glauben, dass die 180\u00b0 Grau die A erschmelzung beg\u00fcnstigen; ein umgekehrtes Resultat w\u00fcrde iu der That sehr unerwartet sein und unseren theoretischen Anschauungen widersprechen. Die S c henck\u2019sche Scheibe w\u00fcrde eine noch gr\u00f6ssere Bedeutung haben, wenn man in derselben den Beweis daf\u00fcr sehen k\u00f6nnte, dass das Ersetzen einer H\u00e4lfte des inneren Ringes durch Grau die vollkommene Verschmelzung beim Drehen ber Scheibe hindere. Diesen Beweis liefert aber die Schenck'sche Scheibe nicht, und das Merkw\u00fcrdige in der ganzen Angelegenheit scheint darin zu liegen, dass man das Mangelhafte des Beweises nicht beim ersten Anblick der Scheibe entdeckt.\nWir wollen von einem Ringe ausgehen, der abwechselnd aus zwei schwarzen und zwei weissen Theilen besteht (Fig. 2, a). Der Ring ist also iden-\ntisch mit dem inneren Ringe der Schenck\u2019schen Scheibe. Theilt man die Scheibe in zwei gleiche Theile in der Richtung der schief gestellten, unterbrochenen Linie und ersetzt die eine H\u00e4lfte des Ringes durch Grau, so erh\u00e4lt man den \u00e4usseren Ring der Schenck\u2019 sehen Scheibe. Um die Verh\u00e4ltnisse m\u00f6glichst einfach zu\nFig. 2.\ngestalten, wollen wir den Ring in zwei H\u00e4lften in der Richtung der ausgezogenen, verticalen Linie theilen. Ersetzen wir nun die linke H\u00e4lfte des Ringes durch Grau in Form kleiner weisser und schwarzer Sectoren, so erhalten \u00b0 wir den Ring Fig. 2, b. Es fragt sich nun: wie untersuchen wir unter den gegebenen Bedingungen den Einfluss des Grau im Ringe b? Der einfachste und bequemste Weg scheint der zu sein, dass man einfach die beiden Ringe a und b in Rotation versetzt und dieselben dabei mit einander vergleicht. Ueberlegt man sich aber die Sache etwas genauer, so \u00fcberzeugt man sich sofort, dass ein derartiger Vergleich nicht zul\u00e4ssig ist, weil er zu keinem genauen Resultate f\u00fchren kann. Um den Einfluss des Grau zu pr\u00fcfen, d\u00fcrfte man die beiden Ringe a und b nur dann mit einander vergleichen, wenn das Vorhandensein von Grau in einem derselben der einzige Unterschied der beiden Ringe w\u00e4re. Das ist aber eben nicht der Fall. Die Ringe zeigen auch andere Unterschiede, jedenfalls den grossen Unterschied, dass der Ring a w\u00e4hrend einer Umdrehung zwei vollst\u00e4ndig identische Perioden zu je 180\" liefert, wogegen der Ring b f\u00fcr eine Umdrehung eine einzige Periode zu 360c aufweist. Vergleicht man die beiden Ringe a und b mit einander, so hat man gewissermaassen eine Gleichung vor sich, die nicht weniger als zvei Unbe-","page":186},{"file":"p0187.txt","language":"de","ocr_de":"EINIGE BEOBACHTUNGEN \u00dcBER INTERMITTIRENDE NETZHAUTREIZUNG.\n187\nkannte enth\u00e4lt; man bekommt unter solchen Bedingungen keine bestimmte Antwort. Der Versuch ergiebt, dass beim Drehen der beiden Scheiben der Ring b gr\u00f6ssere Umdrehungsgeschwindigkeit fordert, um gleichm\u00e4ssig auszusehen, als der Ring a. Dieses Ergebniss erlaubt aber keine bindende Schlussfolgerung. Die Versp\u00e4tung der Verschmelzung in b kann vielleicht weniger darin ihren Grund haben, dass man hier 180\u00b0 des Ringumfanges durch Grau ersetzt hat, als darin, dass in b die Aufeinanderfolge der zu verschmelzenden Theile relativ langsam erfolgt, eine Periode hier zwei mal so langsam dauert wie in a bei derselben Rotationsgeschwindigkeit. Dass der Vergleich des. a mit b ein unbestimmtes Resultat liefert, ergiebt sich auch aus Folgendem. Wir theilen den Ring c (Fig. 2), der aus 180\u00b0 Schwarz nnd 180\u00b0 Weiss besteht, in zwei gleiche Theile in der Richtung der verticalen Linie der Figur und ersetzen die linke H\u00e4lfte durch gleichhelles Grau. Wir gelangen dabei wiederum zum Ringe b. Was k\u00f6nnte man auf Grund unserer theoretischen Vorstellungen \u00fcber die Schnelligkeit der Verschmelzung bei der Rotation von b und c aussagen? Jeder w\u00fcrde sagen, dass b fr\u00fcher zu flimmern aufh\u00f6ren muss als c, und in diesem Falle stimmen auch unsere Erwartungen mit dem thats\u00e4ehlichen Ergebnisse vollst\u00e4ndig \u00fcberein: der Ring b h\u00f6rt wirklich bedeutend fr\u00fcher auf zu flimmern als c, Zeichnet man die Ringe a, b und c auf eine Scheibe und bringt dieselbe in Rotation, so sieht man, wie die vollst\u00e4ndige Verschmelzung zuerst in a, dann in b und zuletzt in c eintritt. Die f\u00fcr jeden der Ringe zur vollst\u00e4ndigen Verschmelzung n\u00f6thige Zahl der Umdrehungen pro Secnnde ist:\nf\u00fcr a = 23 Umdrehungen pro Secunde y b = 41\t>\t>\t>\n> c = 50\t>\t\u00bb\t>\nDie Zahlen sind auf graphischem Wege gewonnen. Bei jeder Umdrehung der Scheibe wurde durch Schleifcontact ein Strom geschlossen und ge\u00f6ffnet; in den Kreis wurde ein elektromagnetischer Signalzeichner eingeschaltet. Die Bewegungen des Signals, sowie die Schwingungen eines Chronographen, welcher in einem Kreise mit einer elektromagnetisch getriebenen Stimmgabel von 100 Schwingungen sich befand, wurden auf der berussfcen Platte eines Feder-myographions registrirt. Die Platte wurde ein Mal im Momente, wo das Flimmern eben verschwand, und das zweite Mal umgekehrt im Momente, wo das Flimmern eben auftauchte, losgelassen. Aus beiden so ermittelten Zahlen wurde dann die Mittelzahl genommen.\nWenn man also durch den Vergleich der Zahlen f\u00fcr a und b zum Schluss gelangen kann, dass das Grau im oben mehrfach besprochenen Sinne die \\ er-schmelzung ung\u00fcnstig beeinflusst, so kommt man auf Grund der Zahlen f\u00fcr b und c zu einem entgegengesetzten Resultate, n\u00e4mlich dass das Grau die Verschmelzung g\u00fcnstig beeinflusst. Es fragt sich nun, welches der beiden Resultate das richtige ist. Ich glaube, dass der Vergleich der Ringe b und c den richtigen Weg zur Pr\u00fcfung des Einflusses des Grau auf die Verschmelzung darstellt. Hier ist der Einwand, den wir dem Vergleiche der Rirge a und b gegen\u00fcber anf\u00fchrten, d. h. die Ungleichheit der Periodenzahl w\u00e4hrend einer und dersel-","page":187},{"file":"p0188.txt","language":"de","ocr_de":"188\nEINIGE BEOBACHTUNGEN \u00dcBER INTERMITTIRENDE NETZIIAUTREIZUNG.\nben Zeit, beseitigt: b und c geben beide je eine Periode w\u00e4hrend einer Umdrehung. Die Ringe b und c unterscheiden sich in der That nur dadurch, dass die linke H\u00e4lfte des einen grau ist. w\u00e4hrend die des anderen aus 90\" Schwarz und 90\u00b0 Weiss besteht. Allerdings kann man in b und c noch einen Unterschied finden, der aber hier belanglos ist, n\u00e4mlich: die H\u00e4lften des b sind unsymmetrisch zu einander, w\u00e4hrend c aus symmetrischen H\u00e4lften besteht; wir kommen sp\u00e4ter noch auf diesen Punkt zu sprechen. Betrachtet man die Zahlen f\u00fcr b und c, so erscheint es ganz nat\u00fcrlich, dass das Einsetzen des Grau die Zahl 50 bis zu 41 herabdr\u00fcckt; dagegen ist der gewaltige Unterschied zwischen 23 f\u00fcr a und 41 f\u00fcr b v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, solange man nicht merkt, dass man hier mit zwei total verschiedenen, zu verschiedenen Ordnungen geh\u00f6renden Ringen zu tliun hat.\nF\u00fcr die drei Ringe a, b und c der Fig. 2 sind in Fig. 3 die entsprechenden Schwankungen des Reizes in Form von Curven a, b und c, sowie die Erregungsschwankungen in Form von Curven a , V und c' dargesteltt. In den Curven a, b und c (Fig. 3) bedeutet die obere horizontale Linie die Dauer der Einwirkung des weissen Lichtes, die mittlere horizontale die Dauer der\nEinwirkung des Grau und die untere horizontale die des Schwarz. Die Curven a , b' und d sind unter der Vorraussetzung einer s\u00e4geartigen Schwan-kungseurve construirt. Man sieht ohne Weiteres, dass V eher die Empfindung eines gleichm\u00e4ssigen Grau ergeben muss als c', weil bei gleicher Bahnbreite die H\u00f6he des Zahnes bei V kleiner ist als die bei c. Vergleicht man b' mit a\\ so l\u00e4sst sich kaum etwas Anderes annehmen, als dass die Curve b' mit den breiten Z\u00e4hnen eine flimmernde Empfindung ergibt zur Zeit, vro d voll-3.\tst\u00e4ndig gleichm\u00e4ssiges Grau liefert. Aus\nder Curve b' ist ausserdem noch zu ersehen, dass in diesem Falle das endg\u00fcltige gleichm\u00e4ssige Grau allm\u00e4lig aus einem dunkleren Grau hervorgehen muss, wie es thats\u00e4chlich auch der Fall ist. Ausserdem sieht man sofort, dass in dieser Beziehung die Richtung der Drehung der Scheibe b (Fig. 2) von Bedeutung ist. Die Curve b' ist f\u00fcr den Fall construirt, dass der Ring b in der Richtung des Uhrzeigers gedreht wird. Dreht man die Scheibe in entgegengesetzter Richtung, so bekommt man eine Erregungscurve, die sich von V dadurch unterscheidet, dass die kleinen Zacken in jeder Periode nicht nach unten, wie in b', sondern nach oben von der horizontalen Linie hinsehen; das Resultat der Drehung in entgegengesetzter Richtung wird desshalb darin bestehen, dass das gleichm\u00e4ssige endg\u00fcltige Grau in diesem Falle aus einem helleren Grau hervorgeht. Dreht man eine Scheibe mit zwei concentrischen Ringen nach dem Muster des Ringes b (Fig. 2) aber mit entgegengesetzter Reihenfolge der Ringtheile, so erscheint bei einer Rota-","page":188},{"file":"p0189.txt","language":"de","ocr_de":"EINIGE BEOBACHTUNGEN UBER INTERMITTIRENPE NETZHAUTREIZUNG.\n189\ntionsgeschwindigkeit, bei der die Ringe noch flimmern, der eine Ring dunkler als der andere. Dreht man in umgekehrter Richtung, so wird der dunkle Ring hell, der helle dunkel.\nWir sehen somit, dass der Ring b (Fig. 2), verglichen mit c, ein Resultat ergiebt, welches man auf Grund der Annahme einer s\u00e4geartigen Erregungscurve auch erwarten konnte. Wir kehren nun zu der S chenck\u2019schen Scheibe zur\u00fcck (Fig. 1). Der \u00e4ussere Ring derselben unterscheidet sich vom Ringe b (Fig. 2) nur dadurch, dass sein 90\u00b0 breites St\u00fcck Weiss in zwei gleiche dheile getheilt und zu beiden Seiten des Schwarz angeordnet ist. Die Ringtheile sind hier mehr zersplittert und desshalb tritt hier die gleichm\u00e4ssige Empfindung fr\u00fcher auf als im Ringe b (Fig. 2). In anderen Beziehungen gilt f\u00fcr den \u00e4usseren Ring (Fig. 1) dasselbe, was vom Ringe b (Fig. 2) gesagt wurde. Sein Umfang besteht auch nur aus einer Periode, und man darf ihn desshalb bez\u00fcglich des Einflusses seines Grau nicht mit a, sondern mit c vergleichen. In Fig. 3 stellen d und d' die Reiz- und Erregungscurve des Sch enck\u2019schen Ringes dar. Aus der Figur ist zu ersehen, dass d! und V beide eine und dieselbe Periodenl\u00e4nge besitzen, und dass d! in Bezug auf gleichm\u00e4ssiges Aussehen den ersten Platz einnimmt. Wenn man d! mit c' vergleicht, so muss auch im Schen ck\u2019schen Ringe das Einsetzen von 180\u00b0 als Grau als ein g\u00fcnstiges Moment f\u00fcr das gleichm\u00e4ssige Aussehen gelten.\nEs ist danach klar, dass, wenn wir einen Ring von 180\u00b0 Schwarz und 180\u00b0 Weiss auf die Bedeutung des eingesetzten Grau pr\u00fcfen wollen, wir denselben entweder mit dem Ringe b (Fig. 2) oder mit dem S ch enck\u2019schen Ringe vergleichen d\u00fcrfen. Fig. 4 stellt eine Scheibe dar, in welcher alle drei Ringe concentrisch angeordnet sind: beim Drehen der Scheibe erscheint zuerst der \u00e4ussere Ring vollkommen gleich-m\u00e4ssig, darauf der mittlere und zuletzt der innere. Die entsprechende Zahl der Umdrehungen pro Secunde ist\nf\u00fcr den \u00e4usseren Ring \u2014 36\n>\t>\tmittleren > \u2014 41\n>\t> inneren\t> \u2014 50.\nFi?. 4.\nWill man einen Ring, dessen Umfang aus zwei Perioden, wie a der Fig. 2,\nbesteht, auf den Einfluss des Grau im obigen Sinne pr\u00fcfen, so darf man ihn mit dem mittleren resp. \u00e4usseren Ring der Fig. 5 vergleichen. Der mittlere Ring besteht aus zwei Perioden zu je 180\u00b0; jede derselben besteht aus 45\u00b0 Schwarz 4-45\u00b0 Weiss -|- 90\u00b0 Grau. Der \u00e4ussere Ring Fig. 5 besteht ebenfalls aus zwei vollen Perioden, deren jede aus 22,5 Weiss-|-45,0\u00b0 Schwarz -f- 25,0\u00b0 Weiss -f\" 90\u00b0 Grau besteht. Dieser Ring ist also nach dem Muster des Ringes der S ch en ck\u2019schen Scheibe zusammengestellt. Dreht man die Scheibe Fig. 5, so h\u00f6rt zu flimmern auf zuerst der \u00e4ussere Ring, dann der mittlere und darauf der innere. Die entsprechende Zahl der Umdrehungen pro Secunde ist\t13*","page":189},{"file":"p0190.txt","language":"de","ocr_de":"190\nEINIGE BEOBACHTUNGEN \u00dcBER INTERM1TTIRENDE NETZHAUTREIZUNG.\nf\u00fcr den \u00e4usseren Ring \u2014 15\n>\t\u00bb mittleren > \u201418\n>\t> inneren\t\u00bb \u2014 26.\nH\u00e4lt man also die Periodenzahl der zu vergleichenden Ringe ein, so erweist sich das in die Ringe eingesetzte Grau f\u00fcr die endg\u00fcltige Mischung \u00fcberall g\u00fcnstig. Ber\u00fccksichtigt man die Periodenzahl, so erscheinen die beiden Ringe der Sehenck'schen Scheibe als zu vollst\u00e4ndig verschiedenen Gruppen geh\u00f6rig: der innere Ring ist gleich dem inneren Ringe Fig. 5, der \u00e4ussere dem \u00e4usseren der Scheibe Fig. 4.\nDie von Schenck zuerst an seiner Scheibe beobachtete, auf den ersten Blick sehr merkw\u00fcrdige Erscheinung kann in einer noch mehr demonstrativen Weise gezeigt werden, n\u00e4mlich wenn man die Zahl der Perioden im Ringe,\nder kein Grau enth\u00e4lt, vermehrt. Der innere Ring der Fig. 6 enth\u00e4lt drei Perioden, jede zu je 60\u00b0 Schwarz-|-600 Weiss; theilt man den Ring m zwei H\u00e4lften und ersetzt die eine durch Grau, so erh\u00e4lt man den \u00e4usseren Ring. Der innere Ring der Scheibe Fig. 7 enth\u00e4lt vier Perioden, jede zu je 45\u00b0 Schwarz -f-45\u00b0 Weiss; ersetzt man die H\u00e4lfte des Ringes durch Grau, so bekommt man den \u00e4usseren Ring. Die Zahl der Umdrehungen, bei der die Ringe vollst\u00e4ndig gleichm\u00e4ssig aussehen, ist\nf\u00fcr den inneren Ring d. Fig. 6 \u2014 18\n>\t>\t\u00e4usseren\t>\t>\t>\t6\t\u2014 28\n>\t>\tinneren\t>\t>\t>\t7\t\u201411\n>\t\u00bb\t\u00e4usseren\t>\t>\t>\t7\t\u2014 38.\nDie Zahlen f\u00fcr die Ringe der Scheibe Fig. 7 unterscheiden sich noch mehr von einander als die f\u00fcr die Ringe der Sch enck sehen Scheibe. Die Rotationsgeschwindigkeit, bei der der innere Ring aufgeh\u00f6rt hat, zu flimmern, muss um mehr als 3,5 Mal erh\u00f6ht werden, damit auch der \u00e4ussere Ring gleichm\u00e4ssig aussehe. Wenn man den gewaltigen Unterschied der Zahlen 11 und 38 ber\u00fccksichtigt, so erscheint der Einfluss des Grau im \u00e4usseren Ring im Sehen ck'schen Sinne nicht nur h\u00f6chst merkw\u00fcrdig, sondern unwahrscheinlich, und man wird vermuthen m\u00fcssen, dass hier noch eine, die Zahl 11 in die H\u00f6he treibende, Ursache im Spiel ist. Durchaus einfach und klar erscheint dagegen die angef\u00fchrte Thatsache, wenn man davon ausgeht, dass man durch das Grau aus einem Ringe mit vier Perioden einen Ring mit einer Periode gemacht hat.\nWenn man Ringe mit zwei, drei und vier Perioden in zwei gleiche Theile theilt und die eine H\u00e4lfte durch Grau ersetzt, so bekommt man die f\u00fcr das gleichm\u00e4ssige Aussehen n\u00f6thigen Umdrehungszahlen: 38, 26, 36. Die Zahl 26, die dem Ringe mit drei Perioden (Fig. 6) entspricht, erscheint auf den\nFig.\nFig. G.","page":190},{"file":"p0191.txt","language":"de","ocr_de":"EINIGE BEOBACHTUNGEN UBER INTERMITTIRENDE NETZHAUTREIZUNG.\n191\nersten Blick zu klein; jedenfalls h\u00e4tte man eine Zahl erwartet, die in die Grenzen 38\u201436 hineinpasst. Betrachtet man aber genauer die Fig. 6, so kommt man auf den Gedanken, dass die zu geringe Zahl vielleicht davon herr\u00fchrt, dass die nicht graue H\u00e4lfte des \u00e4usseren Ringes aus ungleichen Theilen besteht. Die 180\u00b0 der nicht grauen H\u00e4lfte bestehen aus 30\u00b0 Schwarz -f- 60\u00b0 Weiss-j-600 Schwarz-f-30\u00b0 Weiss. Es fragt sich nun, was f\u00fcr eine Umdrehungszahl man erh\u00e4lt, wenn man die St\u00fccke so vertheilt, dass die an das Grau angrenzenden Tlieile die l\u00e4ngeren sind und die kleinen dazwischen liegen, d. h. wenn man die 180\u00b0 folgendermaassen vertheilt: 60\u00b0 Schwarz -f- 30\u00b0 Weiss -J- 30\u00b0 Schwarz-f-60\u00b0 Weiss. Fig. 8 stellt eine Scheibe mit den zwei zu vergleichen-\nde\nCb'\nb\nl\n'/W w\\\nFig. 8.\tFig. 9.\nden Ringen dar. Das Resultat der Drehung ist auf den ersten Blick seh merkw\u00fcrdig. Die Ringe sehen vollst\u00e4ndig gleichm\u00e4ssig grau aus bei der Umdrehungszahl pro Secunde:\nf\u00fcr den inneren Ring \u2014 26 >\t> \u00e4usseren > \u2014 40.\nDieses Resultat l\u00e4sst sich aber ebenfalls durch die Annahme einer einfachen s\u00e4geartigen Erregungscurve erkl\u00e4ren. In Fig. 9 sind Reizungs- und Erregungscurven der in Fig. 8 aufgezeichneten Ringe angegeben; a und ci entsprechen dem inneren Ringe, b und V entsprechen dem \u00e4usseren Ringe Fig. 8. Der innere Ring mit seiner Erregungscurve a' muss eher gleichm\u00e4ssig grau aussehen als der \u00e4ussere mit der Erregungscurve b\\ wie es auch in der That der Fall ist.\nBei Ausf\u00fchrung der beschriebenen Versuche hatte ich Gelegenheit, einige Erscheinungen zu beobachten, die viel Interesse darboten.\nWie oben mehrfach erw\u00e4hnt wurde, h\u00f6rt, der \u00e4ussere Ring der S ch enckuschen Scheibe sp\u00e4ter auf zu flimmern als der innere. Verfolgt man aber genauer die Reihenfolge der Erscheinungen vom Beginn der Drehung der Scheibe bis zu der Schnelligkeit, bei der beide Ringe gleichm\u00e4ssig grau erscheinen, so sieht man Folgendes: Der \u00e4ussere Ring sieht schon bei relativ langsamer Um-","page":191},{"file":"p0192.txt","language":"de","ocr_de":"192\nEINIGE BEOBACHTUNGEN \u00dcBER INTERMIT![RENDE NETZHAUTREIZUNG.\ndrehung grau aus; bei weiterer Zunahme der Rotationsgeschwindigkeit schwindet das Flimmern des bereits grauen Ringes, dagegen ist der innere Ring zu Anfang der Rotation sehr dunkel und wird also sp\u00e4ter nicht nur homogen und ruhig, sondern auch heller. Wir sehen hier also, dass das Mischen der einzelnen Theile eines rotirenden Ringes zum endg\u00fcltigen Grau und das Erreichen eines ruhigen, homogenen Aussehens nicht nothwendig parallel mit einander gehen. Von den beiden Ringen der S c h enck'schen Scheibe, die bei einer bestimmten Umdrehungsgeschwindigkeit einer dem anderen vollst\u00e4ndig gleichen, wird der \u00e4ussere fr\u00fcher grau, der innere fr\u00fcher homogen.\nWenn wir also eine weisse Scheibe vor uns haben, auf welcher ein Ring aus zwei schwarzen und zwei weissen Theilen zu je 90u aufgezeichnet ist. so sieht der Ring bei einer f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Mischung nicht gen\u00fcgend schnellen Rotation der Scheibe dunkler als das endg\u00fcltige Grau aus. Dreht man die Scheibe sehr langsam, 2\u20143 Mal in der Seconde, so sieht der Riug so aus, als h\u00e4tte man einen fast vollkommen in sich geschlossenen, intensiv schwarzen (nicht weniger intensiv als die auf die Scheibe aufgetragene schwarze Farbe) Ring vor sich. Die beiden 90\u00b0 breiten schwarzen Theile werden also bei lang-\nsamer Rotation breiter und ber\u00fchren sich fast. Wir haben hier also nicht mit einer einfachen Mischung aus Schwarz und Weiss zu thing sondern mit einer complicirteu Erscheinung, in welcher die Hauptbedeutung wahrscheinlich dem positiven schwarzen Bilde auf weissem Grunde zukommt. Kehren wir die Verh\u00e4ltnisse von Schwarz und Weiss um und nehmen wir also eine schwarze Scheibe, auf der ein Ring aus zwei schwarzen und zwei weissen Theilen zu je 90\u00b0 aufgezeichnet ist, so sieht bei langsamer Drehung der Scheibe der Ring-blendend weiss aus. Dreht man eine Scheibe (Fig. 10), die zwei gleiche Ringe\nenth\u00e4lt, von denen aber der innere auf schwarzem Grunde, der \u00e4ussere auf weissem sich befindet, so sieht man bei langsamer Rotation Folgendes: von den beiden vollst\u00e4ndig einander gleichen Ringen erscheint der innere weiss, der \u00e4ussere schwarz. Bei schneller Rotation, wenn beide Ringe homogen grau aussehen. tritt die Erscheinung des simultanen Contrastes in reiner Form auf, und der \u00e4ussere graue Ring sieht dann etwas dunkler als der innere aus. Wir sehen also, dass in der Erscheinung, die man bei langsamer Drehung der Scheibe Fig. 10 zu sehen bekommt, das Schwarz dieselbe Rolle vrie das Weiss spielt. Auf einer grossen weissen resp. schwarzen Fl\u00e4che erscheint eine kleine schwarze resp. weisse Fl\u00e4che bei langsamer Drehung breiter: die kleine Fl\u00e4che gewinnt gewissermaassen die Oberhand, wras als eine durchaus zweckm\u00e4ssige Eigenschaft unserer Netzhaut betrachtet werden muss; denn -w\u00e4re die Sache umgekehrt, w\u00fcrde die grosse Fl\u00e4che die Oberhand gew\u00e4nnen, so w\u00fcrde man die kleinere ganz \u00fcbersehen k\u00f6nnen.\nEs fragt sich nun: wie gestalten sich die Verh\u00e4ltnisse, wenn man den geschilderten Ring weder auf eine weisse noch auf eine schwarze, sondern auf eine graue Fl\u00e4che (180\u00b0 Weiss und 1S0U Schwarz) auftr\u00e4gt? Die Scheibe Fig. 11 besteht aus zw\u00f6lf weissen und zw\u00f6lf schwarzen, gleich breiten Secto-\nFig. io.","page":192},{"file":"p0193.txt","language":"de","ocr_de":"EINIGE BEOBACHTUNGEN \u00dcBER IN TER MITTIREND E NETZHAUTREIZUNG.\n193\nren und stellt somit schon bei langsamer Drehung den grauen Grund f\u00fcr den aus zwei weissen und zwei schwarzen Theilen bestehenden Hing dar. Es ist von vornherein klar, dass in diesem Falle weder die weissen noch die schwarzen Theile des Hinges die Oberhand gewinnen k\u00f6nnen, dass der Hing weder weiss auf Kosten seines schwarzen Thcils noch schwarz auf Kosten seines weissen Tlieils erscheinen wird. Dreht man die Scheibe langsam, so bemerkt man, dass die weissen Theile des Ringes weisser, die schwarzen intensiver schwarz erscheinen; die weissen und schwarzen Theile des Hinges heben sich gewisser-maassen gegenseitig; dreht man die Scheibe schneller, so bemerkt man eine ganz eigenartige Erscheinung: der Hing beginnt sehr intensiv, wie eine schwarze, glatt polirte Fl\u00e4che, zu gl\u00e4nzen. Dreht man nun die Scheibe noch schneller, so verliert sich allm\u00e4lig der Glanz; der Hing wird homogen grau und unterscheidet sich nicht mehr von grauen Grunde. Die Erscheinungen der Scheiben Fig. 10 und 11 lassen sich selbstverst\u00e4ndlich auch auf einer Scheibe beobachten: man tlieilt eine Scheibe in drei concentrische Theile, macht den einen weiss, den anderen schwarz und den dritten grau und tr\u00e4gt auf jeden Theil je einen Hing von der beschriebenen Beschaffenheit auf. Dreht man die Scheibe mit der n\u00f6thigen Geschwindigkeit, so erscheint der eine Hing weiss. der andere schwarz und der dritte eigenth\u00fcm-\tFig n.\nlieh gl\u00e4nzend. Der Eindruck des Glanzes setzt sich hier augenscheinlich aus denselben Elementen zusammen wie der stereoskopische Glanz *), und der graue Grund hat hier nur die Bedeutung, dass er das Uebergewicht von Weiss \u00fcber das Schwarz des Hinges und umgekehrt nicht zul\u00e4sst, sondern den Wechsel von Weiss und Schwarz in verst\u00e4rkter Intensit\u00e4t zu unterhalten erm\u00f6glicht.\nIn einem bekannten Aufs\u00e4tze \u00ablieber den Nutzeffect intermittirender Netzhautreizungen) 2) hat Br\u00fccke darauf aufmerksam gemacht, dass bei inter-mittirenden Netzhautreizungen die Intensit\u00e4t der Lichtempfindung im Allgemeinen von der Zahl der Intermittenzen abh\u00e4ngt. Er hatte gefunden, dass bei einer Zahl von Intermittenzen. die noch keine vollst\u00e4ndige Verschmelzung bewirkt, ungef\u00e4hr bei 17 Intermittenzen in der Secunde, die maximale Intensit\u00e4t der Lichtempfindung erreicht wird. Br\u00fccke meinte sogar auf Grund dieser Thatsache, dass es zweckm\u00e4ssig w\u00e4re, verschiedene Lichtsignale nicht als con-tinuirliche, sondern als periodisch unterbrochene Heize, und zwar 17 in der Secunde zu verwenden, weil bei dieser Zahl das Maximum der m\u00f6glichen Helligkeit beobachtet wird.\nAus den oben angef\u00fchrten Erscheinungen geht aber klar hervor, dass es ganz bestimmt dabei nicht bloss auf die Zahl der Intermittenzen ankommt. Wir haben oben gesehen, dass ein und derselbe, aus weissen und schwarzen Theilen zusammengesetzte Hing bei einer und derselben Drehungsgeschwindigkeit verschieden aussieht, je nachdem man ihn auf weissem, schwarzem oder\n') Helmholtz, Handbuch der physiologischen Optik. 1896. S. 932\u2014935.\n-) Br\u00fccke, Sitzungsberichte der kaiserl. Akademie der Wissensch. 1864. S. 128.","page":193},{"file":"p0194.txt","language":"de","ocr_de":"194\nEINIGE BEOBACHTUNGEN \u00dcBER INTERMITTIRENDE NETZHAUTREIZ UNO.\ngrauem Grunde betrachtet. Was Br\u00fccke bei 17 Intermittenzen in der Secun-de beobachtet und als Maximum der Helligkeit resp. der Intensit\u00e4t der Lich-tempfinduug bezeichnet hat, war wahrscheinlich der vorhin von mir beschriebene Glanz, den man mit der Scheibe Fig. 11 bekommt. Br\u00fccke benutzte bei seinen Versuchen eine Drehscheibe, auf die Schwarz und Weiss zu gleichen Theilen aufgetragen waren, aber in verschiedenen Bingen in einer verschiedenen Anzahl von Sectoren vertheilt, und zwar so, dass die Zahl der Abwechslungen vom Centrum gegen die Peripherie stieg und in zwei benachbarten Bingen sich wie 2 : 1 verhielt. Dreht man eine solche Scheibe, so werden die inneren Binge rasch homogen grau; dann folgt ein Bing, an dem man das von Br\u00fccke erw\u00e4hnte Maximum der Helligkeit wahrnimmt, und zuletzt Binge, die noch sehr stark flimmern. Br\u00fccke w\u00e4hlte die beschriebene Form der Scheibe, um immer bequem einen Bing mit der gew\u00fcnschten Intermittenzzahl zu bekommen, hat aber dabei zuf\u00e4llig fast alle Bedingungen erf\u00fcllt, die f\u00fcr das Zustandekommen des Glanzes n\u00f6thig sind: der die maximale Intensit\u00e4t aufweisende Bing der Br\u00fcck eschen Scheibe grenzt auf der peripheren Seite mit einer homogenen grauen Fl\u00e4che, auf der centralen Seite mit einer Fl\u00e4che, die zwar nicht grau, jedenfalls aber weder schwarz noch weiss ist.\nDie oben beschriebenen Erscheinungen, die man am schwarzweissen Binge auf schwarzem, weissem oder grauem Grunde erh\u00e4lt, k\u00f6nnen im Zusammen-mit den Erscheinungen der Scherrington\u2019schen *) Scheibe (Fig. 12) gebracht werden. Wir haben hier auf der rechten H\u00e4lfte im schwarzen Felde, auf der linken eine\nhang\nSS '\neine\nweisse Zunge\nschwarze\nZunge\nim weissen Felde. Dreht man die Scheibe Uhrzeiger, allerdings so langsam, dass man\ngegen den\nnoch die beiden H\u00e4lften der Scheibe mit den Zungen\nFig. 12.\nDotation schneller, fr\u00fcher einen grauen\nunterscheiden kann, so werden die Zungen ungemein deutlich l\u00e4nger; es hat somit den Anschein, als ob hier der Bing in der Dichtung gegen den Uhrzeiger eine selbst\u00e4ndige Drehung ausf\u00fchrte und desshalb sich ein wenig schneller drehte als die anderen Theile der Scheibe. Wird die so h\u00f6rt der Bing fr\u00fcher auf zu flackern und erh\u00e4lt Ton als die anderen Theile, was m\u00f6glicherweisse mit der scheinbaren selbstst\u00e4ndigen Drehung des Dinges im Zusammenhang steht. Dreht man die Scheibe in der Dichtung des Uhrzeigers, so werden die Zungen k\u00fcrzer, und der Bing h\u00f6rt sp\u00e4ter auf zu flackern als die \u00fcbrigen Theile. Die Erscheinung wird bedeutend anschaulicher, wenn man die schwarzen und weissen Theile der Scheibe nach dem Muster der Fig. 13 vertheilt. Dreht man eine solche Scheibe gegen den Uhrzeiger, so werden die Binge 1, 3 und 5 (vom Centrum gerechnet) fr\u00fcher grau als die Dinge 2, 4 und B. Hier bemerkt man noch eine Eigent\u00fcmlichkeit, die man direct von den Erscheinungen der Scheibe Fig. 11 herleiten kaun. Die Dinge 2, 4 und 6 (Fig. 13) flackern zur Zeit, wo die \u00fcbrigen Dinge schon grau aussehen; sie flackern also gewissermaassen auf grauem Grunde und zeigen desshalb dieselbe\nl) Scherrington, The journal of physiology. 1897. p. 33.","page":194},{"file":"p0195.txt","language":"de","ocr_de":"EINIGE BEOBACHTUNGEN \u00dcBER INTERMITTIRENDE NETZHAUTREIZUNG.\n195\nErscheinung des Glanzes wie der Ring Fig. 11. Dreht man die Scheibe Fig\n13 in der Richtung des Uhrzeigers, so flackern und gl\u00e4nzen die Ringe 1, 3 und 5 auf grauem Grunde.\nNehmen wir eine Scheibe, die aus einem centralen schwarzen und einem peripheren weissen Theile besteht, und tragen auf dieselbe einen aus schwarzen und weissen Theilen zusammengesetzten Ring von der schon mehrfach beschriebenen Beschaffenheit in der Art auf, dass der Ring gerade an die Grenze zwischen dem schwarzen und dem weissen Theile der Scheibe zu liegen kommt, so zerf\u00e4llt der Ring selbst durch die Grenzlinie in einen peripheren und einen\nerste im weissen Felde, der liegen kommt. Dreht man\ncentralen Theil, von denen der zweite im schwarzen Felde zu\neine derartige Scheibe, so wird, den fr\u00fcheren Auseinan-\nvon den beiden concentrischen Thei-\ndersetzungen\nlen des\nRinges\nzufolge, der\n\u00e4ussere schwarz,\nder innere weiss. Theil nur an der innere bloss an der\nFi?. 13.\ninnersten Grenze\nhat man einen ganz eigenthtunlichen\nWie zu erwarten ist, wird der \u00e4ussere \u00e4ussersten Grenze schwarz und der weiss, zwischen diesen beiden Grenzen Uebergang vom Weiss zum Schwarz. Es macht den Eindruck, als bef\u00e4nde sich hinter der Scheibe eine sehr helle Lichtquelle, welche intensiv leuchtende Lichtstrahlen durch einen Spalt zwischen dem inneren, schwarzen Theil der Scheibe und dem inneren Theil des Ringes aussende. Dreht man die Scheibe Fig. 14, die direct von der eben beschriebenen hergeleitet werden kann, so gewinnt man einen ganz eigenartigen und merkw\u00fcrdigen Eindruck: es scheint, als ob man nicht eine Scheibe, sondern einen K\u00f6rper mit einer ausgesprochenen Tiefendimension vor sich h\u00e4tte. Wenn die Rotation gegen den Uhrzeiger geschieht, so zerf\u00e4llt die Scheibe in sechs Ringe, von welchen jeder an seiner inneren Grenze weiss und gl\u00e4nzend im Vergleich zur dunkleren \u00e4usseren Grenze erscheint. Dank dieser Beschaffenheit der R\u00e4nder der Ringe macht die Scheibe den Eindruck, als ob man sechs hinter einander stehende Scheiben vor sich h\u00e4tte, von denen die mit dem kleinsten Durchmesser n\u00e4her zum Beobachter sich bef\u00e4nde, und dann weiter die f\u00fcnf Scheiben mit immer wachsendem Durchmesser folgten. Aendert man die Richtung der Drehung der Scheibe, so kehrt sich das Relief um, gerade so, wie im Stereoskop, wenn man die beiden Bilder desselben vertauscht, Diese Umkehrung des Reliefs h\u00e4ngt hier damit zusammen, dass jetzt die \u00e4ussere Grenze jedes Ringes weiss und gl\u00e4nzend, die innere dunkel erscheint.\nEinige der beschriebenen Erscheinungen lassen sich auch an farbigen Scheiben beobachten. Wenn wir z. B. die Scheibe Fig. 10 nehmen und in ihr das Schwarz mit Roth, das Weiss mit Gelb vertauschen, so erhalten wir bei langsamem Drehen der Scheibe aussen einen rothen Ring auf gelbem Grunde und innen einen gelben Ring auf rothem Grunde. Complicirter gestalten sich die Verh\u00e4ltnisse, wenn wir anstatt einer der Farben Grau nehmen. Betrachten wir z. B. eine farbige Scheibe, auf der sich ein Ring, bestehend\nFia. 14.","page":195},{"file":"p0196.txt","language":"de","ocr_de":"196\nEINIGE BEOBACHTUNGEN \u00dcBER INTERMITTIERENDE NETZ HAUTREIZUNG.\naus zwei Theilen zu je 90\u00b0 von der betreffenden Farbe und aus zwei Theilen zu je 90\u00b0 Grau, befindet. Dreht man nun eine solche Scheibe, so werden die grauen Theile, wie es fr\u00fcher f\u00fcr die schwarz-weissen Scheiben beschrieben war, immer gedehnter und f\u00fcllen fast vollst\u00e4ndig den Hing aus; sie erscheinen aber jetzt nicht grau, sondern complement\u00e4r gef\u00e4rbt und in einer enorm starken S\u00e4ttigung. Dreht man anfangs die Scheibe sehr schnell, so erscheint der Hing homogen und weist eine Farbe auf, die dem Gemisch aus der betreffenden Farbe und dem Grau entspricht. L\u00e4sst man nun die Scheibe auslaufen, so wird zu gleicher Zeit mit der Verlangsamung der Drehung, der Hing immer mehr und mehr deutlich complement\u00e4r; wenn die Scheibe sich schon sehr langsam dreht, so erscheint die complement\u00e4re Farbe sehr stark, ja, man kann sagen, blendend stark ges\u00e4ttigt. In den ersten Augenblicken, nachdem die Scheibe ausgelaufen ist, sieht man noch die starke S\u00e4ttigung der complement\u00e4ren F\u00e4rbung: gleich darauf, besonders wenn man f\u00fcr einen Moment die Augen von der Scheibe abgewendet hat, schwindet die starke S\u00e4ttigung, und die grauen Theile erscheinen nur schwach durch simultanen Contrast complement\u00e4r gef\u00e4rbt.\nWenn wir einen Hing, der beispielsweise aus grauen und rothen Theilen besteht, auf eine Scheibe, deren Farbe dem Gemische des Doth und des Grau des Hinges entspricht, aufsetzen, so erhalten wir Hesultate, die von den oben beschriebenen in einer bestimmten Hichtung abweichen. Tragen wir auf die Scheibe Fig. 11 Grau anstatt Weiss, und Hoth anstatt Schwarz auf, so werden beim Drehen einer solchen Scheibe die grauen Theile des Hinges ebenfalls complement\u00e4r: sie dolmen sich aber nicht auf Kosten der rothen Theile des Dinges aus, Bei langsamer notation erscheinen die grauen Theile des Dinges complement\u00e4r und die rothen mehr ges\u00e4ttigt, als sie auf der stillstehenden Scheibe waren.\nZur Theorie der IlnrnUiUlimg.\nVon Dr. K. Bujniewscz,\nArzt am Alten Katharinen Krankenhause in Moskau.\nIm Jahre 1826 legte Dutrochet mit seinen botanischen Forschungen den Grundstein zur Lehre von der Osmose, dieser Lehre f\u00fcr die Zukunft eine grosse Bedeutung verheissend.\n50 Jahre sp\u00e4ter unterwarfen Traube und besonders Pfeffer die Erscheinungen der Osmose einem allseitigen Studium und 10 Jahre darnach, im Jahre 1886, ver\u00f6ffentlichte van't Hoff seine Theorie des osmotischen Drucks der L\u00f6sungen.","page":196}],"identifier":"lit36313","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"185-196","startpages":"185","title":"Einige Beobachtungen \u00fcber intermittirende Netzhautreizung","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T14:32:53.424999+00:00"}

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