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Versuche über die ersten Entwicklungsvorgänge bei den Vögeln. (Mit 34 Abbildungen im Text und einer phototypischen Tabelle). Arbeit aus dem zootomischen Laboratorium der Warschauer Universität. Lief. XIX. Warschau. 1898

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{"created":"2022-01-31T16:44:58.742584+00:00","id":"lit36320","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Mitrofanoff, P.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 217-218","fulltext":[{"file":"p0217.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE.\n217\nlien Weise bildet sich auch die Primitivrinne. Das vordere Ende dieser Gebilde, welches immer zuerst erscheint und immer deutlicher ausgedr\u00fcckt ist als das hintere, scheint haupts\u00e4chlich seine palingenetische Bedeutung zu bewahren, dem Urrnund (prostoma) der Reptilien entsprechend, dessen Form er in einigen F\u00e4llen annimmt. Folglich ist die Mitte und das hintere Ende dieser Gebilde bei den V\u00f6geln und wahrscheinlich auch bei den S\u00e4ugetieren etwas Neuerworbenes.\nMitrofanoff, P. Versuche Uber die ersten Entwicklungsvorg\u00e4nge bei den V\u00f6geln. (Mit 34 Abbildungen im Text und einer phototypischen Tabelle). Arbeit aus dem zootomischen Laboratorium der Warschauer Universit\u00e4t. Lief. XIX. Warschau. 1898.\nNach einer kritischen Uebersicht \u00fcber die neuesten Thatsachen in Bezug auf die ersten Entwicklungsvorg\u00e4nge bei den V\u00f6gel beschreibt der Autor seine eigenen Beobachtungen einerseits \u00fcber den normalen Entwicklungsgang bei diesen Wirbeltieren, andererseits \u00fcber den durch Versuche erhaltenen, wobei die Entwicklung des Eie,s (Huhn) bald an dem vordem bald an dem hintern Ende zur\u00fcckgehalten wurde.\nDie Resultate, zu denen der Autor gelangt ist, sind folgende:\nDie Thatsachen der normalen Entwicklung des H\u00fchnereies zeigen, dass als wesentliches Moment bei den ersten Complicationen der Keimscheibe nur die Bildung der mittleren Ektodermverdickung anzusehen ist. Die n\u00e4chste Complication besteht in der Bildung des Primitivstreifens, als dessen Ausgangspunkt die Mitte der Ektodermverdickung erscheint, von wo aus der Primitivstreifen all-m\u00e4lig in der Schwanzrichtung weiterw\u00e4chst. Sp\u00e4terhin bildet sich in derselben Richtung aus dem Primitivstreifen, an dessen vorderem Ende beginnend, die Primitivrinne.\nEine Sichelrinne im Sinne eines Kollers ist als best\u00e4ndiges Gebilde nicht vorhanden.\nDuval's (primitive) Axenebene hat keine unmittelbare Beziehung zur Bildung des Primitivstreifens. In der Entwicklung des H\u00fchnereies wird der ganze Prozess erstens dadurch verdunkelt, dass die Entstehung beider genannter Gebilde zu gleicher Zeit stattfindet, zweitens dadurch, dass der Primitivstreifen auf einmal beinahe in seiner ganzen L\u00e4nge erscheint, indem er sich mit seinem hinteren Ende h\u00e4utig der Grenze des hellen Fruchthofs n\u00e4hert, was manche Autoren veranlasst hat anzunehmen, dass eben dies der Ort seiner Entrstehung sei.\nDurch Versuche, welche die Hintanhaltung der Entwicklung bedingten, zeigt der Autor, wie in einem sp\u00e4teren Stadium das vordere Ende des Primitivstreifens dicker wird, und wie sich eine Vertiefung bildet, welche nach vorn sch\u00e4rfe abgegrenzt ist, nach hinten aber allm\u00e4lig an die Oberfl\u00e4che. Aus dieser Vertiefung bildet sich die Primitivrinne, deren vorderes Ende sich zu allererst bildet und dem Urmunde (prostoma) der Urdarmeinst\u00fclpung anderer Sauropsiden entspricht.\nAuf Grund dieser Arbeit sowohl als auch, teilweise, anderer, fr\u00fcher pu-blicirter, schreibt der Autor eine grosse Bedeutung gerade der Bildung der Primitivrinne zu, welcher nur zeitweilig die Entstehung des Primitivstreifens\n15","page":217},{"file":"p0218.txt","language":"de","ocr_de":"218\nBIBLIOGRAPHIE.\nvorangeht, der seinerseits eine Modification der anf\u00e4nglichen Ektodermverdickung vorsteilt, als erstem Stadium der Ver\u00e4nderung der Keimscheibe. Der Primitivstreifen und die sich normal bis zum hinteren Rande des hellen Fruchthofs, also mit Ausschluss von dessen vorderem Rande, hinziehende Primitivrinne stellen in der Klasse der V\u00f6gel etwas specieil Neuerworbenes vor.\nMitrofanoff, P. Teratogenetische Beobachtungen. (Neue Serie und 16 Abbildungen im Text). Arbeiten aus dem zoologischen Laboratorium der warschauer Universit\u00e4t. Lieferung XXII. 1899.\nDer Autor bestrich H\u00fchnereier mit Firniss und beobachtete den Einfluss der Lackirung auf die Entwicklungsvorg\u00e4nge im Embryo.\nVollst\u00e4ndiges Lackiren verhindert zwar anf\u00e4nglich die Entwicklung nicht, ruft aber vollkommenen Stillstand derselben hervor, sobald der Vorrat an Sauerstoff im Ei verbraucht ist. Partielles Lackiren bedingt bei normaler Temperatur keine scharfen Ver\u00e4nderungen, namentlich in den ersten Entwicklungsstadien; nat\u00fcrlich ist der allgemeine, hemmende Einfluss der Lackirung um so bemerkbarer, je gr\u00f6sser die lackirte Fl\u00e4che am Ei ist.\nAuf Grund seiner sonstigen zahlreichen und genauen Beobachtungen \u00fcber die Entwicklung des H\u00fchnchens und auch teilweise der Thatsachen gegenw\u00e4rtiger Arbeit schildert der Autor das anf\u00e4ngliche Wachstum der Keimscheibe des H\u00fchnereies folgendermaassen.\nDer Ausgangspunkt des Wachstums ist das Centrum des Blastoderms oder, richtiger, des hellen Fruchthofs; von hier aus schreitet es vor allem in der Schwanzrichtung fort, indem es sich durch Bildung des Primitivstreifens und Ausbreitung des hinteren Randes des hellen Fruchthofs ausdr\u00fcckt. Dieses Stadium des Wachstums findet seinen Abschluss am ersten Bebr\u00fctungstage und macht dann einem andern Platz, wo die Differenzirung in der Kopfrichtung beginnt, welche durch Bildung der Chorda, der Medularplatte ii. s. w. ihren Ausdruck findet. Darnach beginnt eine neue Serie von Diffe-renzirungen in der Schwanzrichtung, wenn das erste Paar der Ursegmente erscheint;\u2014von diesem Augenblicke an ist die Bildung des K\u00f6rpers des Embryo gesichert. Neue K\u00f6rperteile, unaufhaltsam aus der Wachstumszone ausgehend, welche mit dem Ausgangspunkte des Wachstums zusammenf\u00e4llt, keilen sich zwischen die Kopf- und Rumpfabteilung ein und bedingen das Wachsen des Embryo in die L\u00e4nge. Die Rumpfabteilung wird dabei in kurzer Zeit gr\u00f6sser, was auf intensiveres Wachstum in der Schwanzrichtung hinweist. Daher h\u00e4lt die Lackirung der hinteren Eih\u00e4lfte im Laufe des ersten Tages die Entwicklung des hinteren Embryoendes zur\u00fcck, \u00fcbt aber einen verderblichen Einfluss auch auf das Vorderende aus.\nIn der Bildung der langen Primitivrinne, die in dem nach hinten langgestreckten hellen Fruchthofe liegt, ist sichtlich ein mechanisches Element enthalten, welches f\u00fcr die bez\u00fcglichen Complicationen nach vorw\u00e4rts von der Wachstumszone notwendig ist. Sobald die normale Bildung des Primitivstreifens gehemmt ist, wird auch die Entwicklung des vordem Bezirks des hellen Fruchthofs verhindert.\nEs ist auch begreiflich, warum, wenn die Lackirung der vorderen Eih\u00e4lfte einen hemmenden Einfluss auf die Bildung des Kopfbezirks aus\u00fcbt, zugleich","page":218}],"identifier":"lit36320","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"217-218","startpages":"217","title":"Versuche \u00fcber die ersten Entwicklungsvorg\u00e4nge bei den V\u00f6geln. 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