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Ueber die faserige Structur der epithelialen Schichten der Haut und die hörnige Metamorphose des Epithels. (Nebst einer Tafel mit Abbildungen) Separatabdruck aus dem 2-ten Bande, No. 4 der <Nachrichten d. Kais. Milit.-medicin. Akademie>. Petersb. 1901, S. 1-32

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{"created":"2022-01-31T16:46:12.934595+00:00","id":"lit36328","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Tischutkin, N.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 224-226","fulltext":[{"file":"p0224.txt","language":"de","ocr_de":"224\nBIBLIOGRAPHIE.\nvon ihm selbst erhaltenen Thatsachen. Er giebt das Bild der Verteilung des elastischen Gewebes in folgenden gesunden und pathologisch ver\u00e4nderten Organen: den Lymphdr\u00fcsen, der Leber, den Nieren, den Nebennieren, den Te-sticuli und dem Herzen. Am Ende des descriptiven Teils seiner Arbeit zieht der Autor einen allgemeinen Schluss, indem er die Frage von der Bedeutung des elastischen Gewebes f\u00fcr den ganzen Organismus im normalen Zustande sowohl als im pathologischen ber\u00fchrt. Seinen Beobachtungen nach zeichnet sich das Blutgef\u00e4sssystem durch den gr\u00f6ssten und best\u00e4ndigsten Reichtum an elastischem Gewebe aus. Da letzteres besondere physikalische Eigenschaften, namentlich Festigkeit besitzt, so giebt es den contractilen Elementen der Wandungen des Blutgef\u00e4sssystems einen Halt und hilft auf diese Weise diesen Elementen ihre mechanische Th\u00e4tigkeit in m\u00f6glichst vorteilhafter Richtung entwickeln. Die Lungen, die sich in best\u00e4ndiger Bewegung befinden und die wichtige Function des Atmens versehen, sind, in Anbetiacht obiger Eigenschaften des elastischen Gewebes, ebenfalls reich daran. Auch die Milz, die die Eigenschaft der Volumver\u00e4nderung besitzt, enth\u00e4lt viel elastisches Gewebe. Ausserdem sind die Verzweigungen der Arterien der Milz mit einem sch\u00fctzenden Netzwerk von elastischen F\u00e4serchen zum Schutze der Follikeln gegen die Pulsst\u00f6sse versehen. Noch zu erw\u00e4hnen ist die grosse Menge von elastischem Gewebe in dem Darmkanale und den gr\u00f6sseren Lymphgef\u00e4ssen des Zwerchfelles, d. h. in solchen Organen, welche sich infolge ihrer Functionen in fortw\u00e4hrender Bewegung befinden. Dr\u00fcsen (Leber, Pancreas), in denen die Bewegung der S\u00e4fte verh\u00e4ltnism\u00e4ssig schwach ^or sich geht, sind an elastischem Gewebe arm. Das Nervensystem, welches von aussen gesch\u00fctzt ist, bedarf des elastischen Gewebes nicht, desgleichen auch das Knochenger\u00fcst. Kinder besitzen in ihren Organen weniger elastisches Gewebe als Erwachsene. Bei der physiologischen Atrophie des Organismus im Greisenalter steht die Zunahme des elastischen Gewebes im geradem Verh\u00e4ltnis zum Schwinden der specifischen Elemente der Gewebe. Der Autor sieht diese Zunahme des elastischen Gewebes f\u00fcr einen dem greisen Organismus notwendigen physiologischen Process an. Wenn das Gewebe der Organismen nach und nach schw\u00e4cher wird, so bedarf es einer \u00e4usseren mechanischen Hilfe, damit die schw\u00e4cher werdenden Gewebselemente ihre Arbeit mit geringerem Kraftaufwand verrichten k\u00f6nnen. Eben um diese sch\u00fctzende mechanische Function zu verrichten, erscheint das elastische Gewebe in grosser Menge. Was die pathologischen Bilder anbetrifft, so hebt der Autor einerseits die Widerstandsf\u00e4higkeit des elastischen Gewebes den Krankheitserregern gegen\u00fcber, andererseits dessen grosse F\u00e4higkeit zu Neubildungen hervor, letzteres aber nur da, wo es in seiner Masse dem kranken Organismus Nutzen bringt.\nTischutkin, N. Prosector an der Milit.-medicin. Akademie. Lieber die faserige Structur der epithelialen Schichten der Haut und die hornige Metamorphose des Epithels. (Nebst einer Tafel mit Abbildungen) Separatabdruck aus dem 2-ten Bande, JV2 4, der \u00abNachrichten d. Kais. Milit.-medicin. Akademien Petersb. 1901, S. 1\u201432.\nSeine Untersuchungen f\u00fchrte der Autor haupts\u00e4chlich an den hornigen Ans\u00e4tzen der Haut, d. h. an den Hufen der Embryonen von K\u00e4lbern, Schwei-","page":224},{"file":"p0225.txt","language":"de","ocr_de":"B I B L I 0 G R A P H 1 E.\n225\nnen und Schafen aus, wo die faserige Structur der Epithelzellen besonders scharf und deutlich hervortritt und die Zellen verh\u00e4ltnism\u00e4ssig gross sind. Unter anderem wurden auch Schnitte von dem R\u00fcssel eines Schweineembryo, der Haut eines Kindes und eines Erwachsenen sowie derjenigen von Fingern angefertigt. Dieses Material wurde in den meisten F\u00e4llen in Picrins\u00e4ure, zum Teil auch in Alkohol, Sublimat mit 0,75%-iger Kochsalzl\u00f6sung und in VF/o-iger Osmiums\u00e4ure fixirt. Bei der Durchtr\u00e4nkung der fixirten St\u00fccke mit Paraffin besteht der Autor besonders darauf, dass gute Pr\u00e4parate nur unter der Bedingung erhalten werden k\u00f6nnen, wenn das Material nicht l\u00e4nger als n\u00f6tig in Alkohol und Xylol gelassen wird. Zu starke H\u00e4rtung in Alkohol, sowie zu langes Halten in Osmiums\u00e4ure bewirkt, dass weder hinl\u00e4nglich d\u00fcnne (nicht \u00fcber 5 u) noch gute Hautpr\u00e4parate erhalten werden k\u00f6nnen. Je nach dem Fixirungsmittel wurden die Pr\u00e4parate mit H\u00e4matoxylin, Eisenalaunbeize, Methylviolett, Gentianaviolett, Safranin, Polychrom-Methylenblau u. s. w. gef\u00e4rbt.\nUnter anderem best\u00e4tigt der Autor auf Grund seiner eigenen Beobachtungen die Meinung, dass zwischen dem Erscheinen von Keratohyalink\u00f6rnern in den Zellen und den Ver\u00e4nderungen in den Zellkernen in Bezug auf die Zeit kein urs\u00e4chliches Verh\u00e4ltnis besteht. Regressive Ver\u00e4nderungen in den Kernen k\u00f6nnen dort vorhanden sein, wo es keine Spur von Keratohyalink\u00f6rnern giebt und umgekehrt. Im Epithel der Haut ver\u00e4ndern sich und gehen Kerne deshalb zu Grunde, weil diese Ver\u00e4nderungen unabwendlich mit den Ver\u00e4nderungen und dem Absterben der Zelle verbunden sind. Ausserden, meint der Autor, sei es gegenw\u00e4rtig noch verfr\u00fcht solche Anzeichen genau festzustellen, welche es erlauben w\u00fcrden Keratohyalink\u00f6rner und Elaidin-kl\u00fcmphen von einander zu unterscheiden. Vielleicht besteht ein Unterschied nur in den physikalischen Eigenschaften, d. h. die ersten k\u00f6nnten feste K\u00f6rner, die zweiten fl\u00fcssige Tropfen sein: von einem Unterschiede in chemischer Hinsicht kann vorderhand noch nicht geredet werden. Den faserigen Bau der Epithelzellen ber\u00fchrend, spricht der Autor von den Fasern, die in ganzen B\u00fcndeln mehrere Zellen durchziehen und schon fr\u00fcher von Ranvier in der Epidermis des Menschen gefunden und beschrieben wurden. Dabei wird fl\u00fcchtig erw\u00e4hnt, dass in einigen F\u00e4llen die F\u00e4serchen der am tiefsten gelegenen Zellen der Malpighi\u2019sehen Schicht zu dem tiefer gelegenen Corium abgehend, dortselbst eine basale Membran bilden. Der Autor spricht von zwei Arten von Fasern: 1) dickeren peripherischen und 2) d\u00fcnneren intracellul\u00e4ren. In diesen letzteren erscheinen, seiner Ansicht nach, anf\u00e4nglich und entwickeln sich die Keratohyalink\u00f6rner, welche, sich vermehrend, allm\u00e4lig in die intertibril-l\u00e4re Masse des Protoplasmas \u00fcbergehen. In dem Stratum lucidum der Haut f\u00fcllen die K\u00f6rner, indem sie fl\u00fcssig werden, die ganze Zelle aus. Was die dickeren Fasern anbetrifft, so dienen sie dazu in dem Processe der Hornbildung der Ablagerung der Hornsubstanz eine gewisse Richtung zu geben. Die ersten Spuren von Hornsubstanz erscheinen an der Peripherie der Zellen und breiten sich von dort in der ganzen Zelle aus. In den hornig werdenden Zellen ist ein Netzwerk feiner Fibrillen zu sehen. Die Verbreitung des Hornigwerdens auf die intercellul\u00e4ren Br\u00fccken verhindern, dem Autor nach, die ihren Anfang nehmenden Zellmembranen. Den Prozess der Hornbildung","page":225},{"file":"p0226.txt","language":"de","ocr_de":"226\nBIBLIOGRAPH! E.\nsieht Tischutkin niclit f\u00fcr eine secretorische Function der Zellen der Malpighi sehen Schicht, sondern f\u00fcr eine besondere physiologisch-regressive Metamorphose des Hautepithels an.\nKytmanoff, K. Ueber die Nervenendigungen in den Lymphgef\u00e4ssen der S\u00e4ugetiere. (Aus dem histologischen Laboratorium der Kais. Universit\u00e4t zu Tomsk). Inaug.-Diss. (Nebst 3 Tafeln und Abbildungen) Tomsk, 1901, S. 1\u201430.\nNach einem kurzen historischen Ueberblick \u00fcber das Lymphsystem im Allgemeinen und \u00fcber die Nervenendigungen in den Gef\u00e4ssen im .Besonderen redet der Autor zuerst von seiner eigenen Methodik, sodann von den Resultaten seiner Untersuchungen. Der Silbermethode nach Golgi und der Goldmethode nach Cohnheim, Ranvier und L\u00f6wit bediente sich der Autor, als seinen Zwecken nicht entsprechend, nicht und wandte haupts\u00e4chlich die Methylenblaumethode an, indem er den Farbstoff in '/. %-iger bis 3%-iger L\u00f6sung in das Blutgef\u00e4sssystem einf\u00fchrte; in seltenen F\u00e4llen f\u00e4rbte er nach der Dogel'schen Methode St\u00fcckchen von Geweben auf dem Glase mit l/t\u00fc \u2014 1/l0-iger L\u00f6sung desselben Farbstoffs. Die Fixirung der gef\u00e4rbten Pr\u00e4parate geschah meist mit pikrinsaurem Ammonium. Bei seinen Arbeiten konnte der Autor sich von der Richtigkeit der von andern Forschern wahrgenommenen Thatsache \u00fcberzeugen, dass die Pr\u00e4parate 2\u20147 Monate nach der Herstellung heller wurden und gute Bilder der Nervenendigungen an solchen Stellen gaben, wo letztere fr\u00fcher nicht sichtbar waren. Als Untersuchungsmaterial dienten Kytmanoff gew\u00f6hnlich Hunde, in 3\u20144 F\u00e4llen\u2014Katzen und in einem Falle benutzte er als Untersuchungsobject die testis und funiculus spermatieus eines frischget\u00f6teten Kalbes Bei seinen Studien der Nervenendigungen in den gr\u00f6sseren und kleineren Lymphgef\u00e4ssen bediente sich der Autor des d. thoracicus, zuweilen der d. tracheales und der Lymphgef\u00e4sse funiculi spermatid.\nDie Schl\u00fcsse des Autors bestellen in Folgendem: 1) die Lymphgef\u00e4sse sind sehr reichlich mit Nerven versehen; 2) die Nervenst\u00e4mmchen bestehen haups\u00e4chlich aus marklosen Nervenfasern und einer geringen Anzahl von markhaltigen: 3) ein Teil dieser St\u00e4nunchen geht unmittelbar von dem in der N\u00e4he liegenden Stamme des sympathischen Nerven ab und ist stellenweise mit in Kn\u00f6tchen gruppirten Nervenzellen versehen, ein anderer Teil geht von denjenigen ab, die die vasa vasorum lymphaticorum begleiten; 4) alle Nerven der Lymphgef\u00e4sse k\u00f6nnen ihrer physiologischen Bedeutung nach scheinbar folgen-dermaassen eingeteilt werden in: 1) sensorische, 2) motorische und 3) vielleicht, secretorische; 5) in den W\u00e4nden der Lymphgef\u00e4sse sind mehrere Gellechte angelegt: a) ein adventitiales in den oberfl\u00e4chlichen Schichten der t. adventitia; b) ein supermuscul\u00e4res, welches eigentlich einen tieferen Teil des ersteren bildet; c) ein intermuscul\u00e4res und d) ein subendotheliales; 6) von einem jeden dieser Geflechte gehen Nervenf\u00e4den ab. die teils in sensorische, teils in motorische Endigungen \u00fcbergehen; 7) die sensorischen Endigungen sind in den Bindegewebs^chichten aller drei Lagen der Lymphgef\u00e4sse in Gestalt von baumoder buschf\u00f6rmigen Gebilden angelegt, w\u00e4hrend die motorischen als freiliegende F\u00e4den erscheinen, die sich den Muskelzellen nur anschmiegen; 8) im","page":226}],"identifier":"lit36328","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"224-226","startpages":"224","title":"Ueber die faserige Structur der epithelialen Schichten der Haut und die h\u00f6rnige Metamorphose des Epithels. 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