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{"created":"2022-01-31T15:06:25.145552+00:00","id":"lit36333","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Statkewitsch, Paul","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 255-261","fulltext":[{"file":"p0255.txt","language":"de","ocr_de":"Zur Anatomie des Wickelschwanzes.\nI. Die Fascien und Muskeln des Schwanzes Cercoleptis\ncaudivolvuli ')\u2022\nVon Dr. Paul Statkewitsch.\nAssistenten am Lehrstuhl f\u00fcr Anatomie und Physiologie der Tiere an dem Agronomischen Institut zu Moskau und am Physiologischen Institut an der Moskauer\nUniversit\u00e4t.\nDer Wickelb\u00e4r\u2014 Cercoleptes caudi volvulus\u2014 geh\u00f6rt zu der Ordnung der Fleischfresser (Carnivora) und wird der Familie der in S\u00fcd-Amerika und Indien lebenden kleinen B\u00e4ren (Ursidae) zugez\u00e4hlt. Dieses h\u00fcbsche Tierchen besitzt einen Wickelschwanz, dem es seinen Namen verdankt.\nDie relative Seltenheit dieses Tierchens ist wahrscheinlich der Grund weshalb man in der einschl\u00e4gigen Literatur nur sehr wenige Arbeiten trifft, die sich mit demselben besch\u00e4ftigen; so ist es mir gelungen nur einige mehr oder weniger ausf\u00fchrliche Beschreibungen seiner Lebensweise und Gewohnheiten aufzu tin den. Was die Anatomie der Muskeln desselben anbelangt, so ist mir nur eine einzige Arbeit bekannt, in welcher der Autor, der englische Naturforscher Bestrick-Perrin (1), eine Beschreibung der Muskeln der Extre mit\u00e4ten von Cercoleptes caudivolvulus giebt; hinsichtlich des Schwanzes, dieses f\u00fcr das Tier so charakteristischen Organs, habe ich in der Literatur jedoch gar keine Angaben gefunden, wenn man von folgenden Worten Haake\u2019s (2) absieht: < Sein Wickelschwanz zeigt eben erst eine in der Entstehung begriffene Greiffl\u00e4che, die nur durch die eigent\u00fcmliche Lagerung der Haare (s. untenstehende Abbildung) angedeutet ist. Diese sind nach den Seiten hin auseinander gedr\u00e4ngt: der erste Schritt zur Entstehung einer echten Greilfl\u00e4che, wie wir sie bei den Klammeraffen linden, durch die vererbten Folgen fortgesetzter Haarverst\u00fcmmelungen\u00bb.\nDer Liebensw\u00fcrdigkeit des Directors des Moskauer Zoologischen Gartens, Herrn Antuschewitsch\" der mir das Exemplar eines im Zoologischen Garten verendeten Wickelb\u00e4ren \u00fcberlassen hatte, verdankte ich die M\u00f6glichkeit, die Anatomie des Wickelschwanzes n\u00e4her zu studiren und auf diese Weise eine in der zoologischen Literatur vorhanden gewesene L\u00fccke auszuf\u00fcllen.\nBei dem Pr\u00e4pariren erwies es sich, dass, obgleich die Muskeln des Schwanzes dieses S\u00e4ugetieres in der Anordnung und Insertion derselben dem f\u00fcr die Langschw\u00e4nzer \u00fcberhaupt allgemeinen charakteristischen Typus [Meckel (3); M\u00fbrie and Mivard (4); Bronn (5)] entsprechen, dieselben zugleich einige besondere Z\u00fcge aufweisen, die ich weiter unten ausf\u00fchrlich beschreibe.\n\u00fc Bericht, gehalten im Jahre 1901 in einer Sitzung der Physiologischen mul in einer Sitzung der Zoologischen Abteilung der Kais. Gesellschaft von Fr. d. Naturwissenschaften, d. Anthr. u. Ethnugr.","page":255},{"file":"p0256.txt","language":"de","ocr_de":"256\nZl'R ANATOMIE DES W1CKELSCU WANZES,\nMein Exemplar von Cercoleptes caudivolvnlus wog 1670 Grm.; die Schwanzl\u00e4nge, welche der K\u00f6rperl\u00e4nge gleichkam, betrug 18 Ctm.\nDie allgemeine Fasele des Schwanzes\u2014fascia caudae communis\u2014bildet die unmittelbare Fortsetzung der oberfl\u00e4chlichen Fascie der Kreuz- und Lendengegend. Letztgenannte Fascie stellt ein verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig schwach entwickeltes Blatt vor, w\u00e4hrend die Fascia communis caudae schon m der Gegend des ersten Schwanzwirbels ziemlich dick ist und bedeutende Festigkeit besitzt. An dem proximalen Bande des ersten Schwanzwirbels sendet die allgemeine Schwanzfascie an ihrer ganzen Peripherie eine Menge Forts\u00e4tze von Bindegewebe aus, welche sich in die tiefer gelegene, im Vergleich zur oberfl\u00e4chlichen Fascie dichtere, Fascie des Kreuzes hineinflechten, was die Bildung eines festen Binges bedingt, an welchem die allgemeine Fascie des Schwanzes ihren Anfang zu nehmen scheint. Diese Fascie zieht sich nach r\u00fcckw\u00e4rts dem Schw\u00e4nze entlang, indem sie, fortschreitend, an den Proc. transversi und Metapophyses der Schwanzwirbel inserirt, infolge dessen an der Dorsalfl\u00e4che des etwas extensirten Schwanzes zwischen den Metapophysen querlaufende walzenf\u00f6rmige Br\u00fcckchen, die von der jetzt erschlafften Fascie gebildet werden, zu bemerken sind. An der Ventralseite des Schwanzes sind in diese Fascie zwei Schwanzvenen eingeschlossen. Aut der Strecke zwischen dem 1-sten und 10-ten Wirbel l\u00e4sst sich Fascia caudae communis von der unterhalb gelegenen Fascie leicht abtrennen; in der Gegend des 10-ten und 11-ten Schwanzwirbels beginnt sie sich allm\u00e4lig mit der Fascia caudae propria zu verschmelzen und schon von dem 11-ten Wirbel an zieht diese verschmolzene Fascie sich bis zu dem letzten Wirbel hin, indem sie die Muskeln. B\u00e4nder und Knochen des Schwanzes eigentlich als Scheide umgiebt.\nFascia caudae propria erscheint als unmittelbare Fortsetzung der eigentlichen Kreuzfascie; dieselbe bekleidet den Schwanz mit einer festen Bohre, indem sie sich an die Forts\u00e4tze eines jeden Wirbels, von denen sie ''ich schwer abtrennen l\u00e4sst, anheftet. Den ganzen Schwanz entlang gehen von dieser Fascie Forts\u00e4tze ab, welche die Muskelsehnen bekleiden und test verbinden, namentlich die langen sehnigen F\u00e4den der mm. extens. et flexor, caudae extern. Eine jede Sehne dieser Muskeln liegt in einer besondern, von einem Fortsatze dieser Fascie gebildeten Scheide, welche sich bis zur Befestigungsstelle hinzieht; ausserdem gehen von dieser Scheide Bindegew ebs-f\u00e4den ab, welche sie an jeden Wirbel, der auf dem Wege der Sehne liegt, befestigen. Eine jede Sehne, wie lang sie auch sei, bewegt sich frei in der sie umgebenden Scheide; die Bindegewebsf\u00e4den, welche die Scheide der Sehne an einen jeden der Wirbel befestigen, bedingen die ein f\u00fcr allemal bestimmte relative Lage der Sehnen zu einander und folglich auch die Unm\u00f6glichkeit einer Ver\u00e4nderung dieser Lage nach der einen oder der anderen Seite hin. Diese Fascie besitzt sehr feste Consistenz und kann beim Pr\u00e4pariren nur sehr schwer von den Sehnen, deren Scheide sie bildet, und von den V irbelfort-s\u00e4tzen, an denen sie befestigt ist, losgetrennt werden.\nDie Muskeln des Wickelschwanzes Cercoleptis caudivolvuli sind sehr gut ausgebildet, lassen sich vorz\u00fcglich von einander abtrennen und befinden sich an der Dorsal-, Ventral- und den Lateralfl\u00e4chen des Schwanzes. Daher k\u00f6nnen sie ihrer Function nach in drei Gruppen eingeteilt werden:","page":256},{"file":"p0257.txt","language":"de","ocr_de":"ZUR ANATOMIE DES WICKEESCI1WANZES.\n257\nL Die Muskeln, welche den Schwanz lieben und strecken;\nII.\tDie Muskeln, welche den Schwanz seitw\u00e4rts nach rechts oder\nlinks ziehen;\nIII.\tDie Muskeln, welche den Schwanz niederziehen und beugen.\nAlle Schwanzmuskeln sind paarweise angeordnet.\nI. An der Dorsalfl\u00e4che des Scliwan-t\tzes befinden sich zwei ganz abgesonderte\nMuskeln, welche denselben heben und des-\u00c9\u2019JII\tsen Wirbel strecken:\na) M. extensorius caudae externus (m. levator caudae externus, m. extensor lateralis) ist die unmittelbare Fortsetzung der m. longissimi dorsi, weshalb die Grenze, welche das Ende des einen und\n4\njicx.\nil Ul.\nV\n[tcex.\nDXX./V\n\nfax in\nV\nh\n1/\nx\\\n)/\\/\n'/y\n/.X?\nJ \u00ef z.\nden Anfang des andern vorstellen soll, eine ganz willk\u00fcrliche ist. M. extens. caud. externus (Fig. 1, ecex, Fig. 2 \u2014Exce) zieht sich l\u00e4ngs des ganzen Schwanzes hin und ist, wie auch bei anderen Tieren (5), st\u00e4rker als m. extensorius c.internus (Fig. 2, excin) entwickelt.\nDie Fasern dieses Muskels nehmen ihren Anfang an der Dorsalfl\u00e4che der proc. transvers, der Lendenwirbel, crista spi-nosa sacri, und weiter den ganzen Schwanz entlang an den proc. trans-versi und proc. mammillares der Schwanzwirb el; von den \u00e4usseren Teilen der proc. mammillar. der ersten f\u00fcnf Wir-\n\njtex\nui.\n\\j\n'O\nYui.","page":257},{"file":"p0258.txt","language":"de","ocr_de":"258\nZUR ANATOM 11! DES WIRK EI,SCHWANZES.\nbei gellen d\u00fcnne Muskelb\u00fcndel ab, welche liier leicht abpr\u00e4parirt werden k\u00f6nnen; dieselben steigen sogleich abw\u00e4rts und lateral ab, um sieb mit einem von dem proc. transvers, abgelienden Muskelb\u00fcndel zur Bildung des betreffenden Muskelbauches zu verbinden. Tn der Gegend des 23 \u2014 24-sten Wirbels verschwinden die Muskelfasern fast ganz. Die Muskelteile werden von 22 langen fleischigen B\u00fcndeln (deren L\u00e4nge zwischen 3\u20146 ctm. schwankt) gebildet, welche bald in lange, ziemlich starke Sehnen \u00fcbergehen, die an den Metapo-pliysen der Wirbel inseriren. Die erste Sehne bildet sich in der Gegend des ersten Schwanzwirbels und inserirt an dem sechsten. Die letzte Sehne inserirt an der Dorsalfl\u00e4che der letzten Wirbel, des 28-sten und 29-sten. Die Sehnen dieses Muskels, 22 an der Zahl, sind gut ausgebildet. Deren L\u00e4nge betr\u00e4gt in dem ersten Drittel des Schwanzes gegen 13 ctm., in dem zweiten Drittel\u2014 19 ctm.; gegen das Ende des Schwanzes werden sie etwas d\u00fcnner und auch k\u00fcrzer, d. h. nur etwa 9 ctm. lang. Auf ihrem Wege l\u00e4ngs des Schwanzes ziehen die Sehnen neben einander hin, gew\u00f6hnlich zu 4\u20146 St\u00fcck; eine jede nachfolgende legt sich auf die obere und \u00e4ussere Seite der vorhergehenden. Die Beziehung zu denselben der Fasciae caudae propriae und deren Befestigung an den Fors\u00e4tzen der auf ihrem Wege gelegenen Wirbel, ist soeben beschrieben worden.\nb) M. extensorius caudae Internus (m. levator caudae internus, m. levator caudae, Fig. 2, excin) ist von dem vorherbeschriebenen medial gelegen; dessen fleischige Teile sind nur bis zum fl\u20141 Wirbel gut entwickelt, w\u00e4hrend er weiter nur als eine Leihe muskel-sehniger B\u00e4nder zwischen den Wirbelforts\u00e4tzen erscheint. Vom proc. spinosi os. sacri und nacheinander von den proc. spinosi der Schwanzwirbel ausgehend, kann dieser Muskel leicht in Teile zerlegt werden, von denen ein jeder an dem proc. mammillaris des dritten Wirbels, von dem Anfang des Muskels an gerechnet, inserirt, indem er sich frei \u00fcber den dazwischen liegenden Wirbel hin\u00fcberschwingt. M. extern, caudae intern, ist im Gebiete der ersten 6\u20147 Wirbel sehr gut entwickelt, was sich durch die physiologische Nothwendigkeit des Vorhandenseins in dieser Ge-gende ines starken Muskels, der den Schwanz zu heben verm\u00f6ge, erkl\u00e4rt, da m. extensor caudae extern, haups\u00e4chlich dazu dient die Schwanzwirbel auseinander zu biegen, und diese Function desselben erst am 6-ten Wirbel beginnt.\nFolglich bilden in physiologischer Hinsicht beide soeben beschriebene Muskeln, einander vervollst\u00e4ndigend, ein Ganzes.\nII. An der Seitenfl\u00e4che befinden sich zwei seitw\u00e4rts ziehende Muskeln:\na)\tM. ischiocaudalis (m. ischiococcygeus, m. obliquus caudae, Fig. 3, ischc) ein dreieckiger, ziemlich gut ausgebildeter Muskel, der sich zwischen der Innenfl\u00e4che rami horizontalis ossis ischii und processus transversi des 2-ten, 3-ten und 4-ten Schwanzwirbels erstreckt.\nb)\tMm. intertransversarii caudae bilden eine Leihe Muskeln, welche die proc. transversi der Wirbel mit einander verbinden. An der Schwanzwurzel sind diese Muskeln gut entwickelt und lassen sich leicht von einander abtrennen; gegen die Schwanzspitze hin werden sie bedeutend d\u00fcnner und stellen eine Leihe Muskelb\u00e4nder zwischen den proc. transversi der Wirbel vor.","page":258},{"file":"p0259.txt","language":"de","ocr_de":"ZUR ANATOMIE DES WIOKEESCHWANZES.\n259\nIII. An der Ventralfl\u00e4che des Schwanzes befinden sich 4 Muskeln, von denen zwei den Schwanz niederziehen, zwei dessen Wirbel beugen.\na)\tJf. Ueo-caudalis (Fig. 3, iec) entspringt an der Innenfl\u00e4che ossis ilei, zieht sich als breites Muskelband nach hinten und inserirt sehnig an der Hypapophysis des 4-ten Schwanzwirbels, nachdem er sich mit der Sehne seines paarigen Muskels vereinigt hat. Derselbe zieht den Schwanz nieder und dr\u00fcckt ihn an den Beckenausgang.\nb)\tM. pubo-caudalis (Fig. 3, pc.) stellt eine d\u00fcnne breite Muskelplatte in Form eines isocelen Dreiecks vor, welche am ramus horizontalis ossis pubis entsprigt und am Hypapophysis des 3-ten Schwanz wirb eis inserirt; er \u00fcbt dieselbe Wirkung aus wie der vorige.\nAusser der soeben erw\u00e4hnten Function besitzen die beiden letzgenannten Muskeln\u2014mm. ileo-caudalis und pubo-caudalis\u2014noch eine andere wichtige Bedeutung. An der Innenfl\u00e4che der Beckenknochen entspringend, inseriren sie bald an der Ventralfl\u00e4che des 3-ten und 4-ten Wirbels und verschliessen auf diese Weise den Beckenausgang, d. h. dienen zur Bildung des muscul\u00f6sen Bodens des Beckens \u2014 diaplinuj-matis pelvis, wie man ihn m der Anatomie des Menschen nennt. M. ischio-caudalis nimmt daran sehr wenig Anteil: nur bei seinem Ursprung zieht er ein wenig zwischen den fr\u00fcher genannten Muskeln hin, geht aber bald lateral zu den processus transversi des 2, 3 und 4 Wirbels ab. Ohne vorl\u00e4ufig eine Parallele zwischen der Musen]atur des menschlichen Beckens und den beschriebenen Muskeln von Tieren mit stark entwickeltem Schw\u00e4nze zu ziehen, halte ich es dennoch f\u00fcr notwendig auf folgenden wichtigen Umstand hinzuweisen: m. pubo-caudalis inserirt auf seinem Wege vom ramus horizontalis ossis pubis zu der Hypapophysis des 3-ten Schwanzwirbels mit seinen medialen R\u00e4ndern, wie Fig. 3 zeigt, am rectum derartig, dass die Muskelfasern der innern R\u00e4nder beider mm. pubo-caudalium das rectum umringen. Somit ist m. pubo-caudalis Cercoleptis caudivolvuli vollkommen homolog dem m. levator ani (Henle) des Menschen. |S. die Arbeiten von Strauss-Durcldieim, Kol!mann, Lartschneider, IIoll, (6j].\nZu den Niederziehern des Schwanzes geh\u00f6ren:\nc)\t71/. flexor ins caudae externus (Fig. 1, peeex.) (m. sacrococcygeus, m. cur-vator coccygis) liegt an der Ventralfl\u00e4che des Schwanzes und zieht sich den ganzen Schwanz entlang. Die fleischigen Teile desselben, welche entwickelter sind als bei dem folgenden Muskel, entspringen an den zwei letzten Kreuzwirbeln und dann von den Querforts\u00e4tzen von 23 Wirbeln. Der ganze Muskel wird durch 23 leicht von einander trennbare Muskelb\u00fcndel gebildet, besonders in der vordem H\u00e4lfte des Schwanzes. Deren L\u00e4nge schwankt zwischen","page":259},{"file":"p0260.txt","language":"de","ocr_de":"260\nZUR ANATOMIE UES WI0KELSC11WANZES\n3\u20146 rtm. Die bedeutende Entwicklung und L\u00e4nge der fleischigen Teile (bis zum 24 Wirbel) erkl\u00e4rt die F\u00e4lligkeit des Tieres mit seinem Schw\u00e4nze einen 2 \u2014 2,5 ctm. im Durchmesser messenden Stock spiralf\u00f6rmig 1\u20142 Mal zu umschlingen.\nVon einem jeden Muskelb\u00fcndel geben je 2 Sehnen ab (Fig. 1, pex und pin.), was als Unterscheidungsmerkmal des Schwanzes von Cercoleptis caudi-volvuli erscheint. Sowohl die \u00e4ussere dickere Sehne (tenth externum, pex.) als auch die innere d\u00fcnnere (tendo internum, pin) sind von der Fascia caudae propria umgeben, welche f\u00fcr eine jede derselben eine sehnige Scheide bildet, wobei im ersten Drittel ihrer L\u00e4nge und in der Schwanzmitte diese beiden Seimen im ersten Viertel nebeneinander liegen und durch ein loses Gewebe verbunden sind; im weitern Verlauf gehen sie auseinander: sich nach unten wendend^ inseriren die inneren Sehnen an den anterior-lateralen Teilen der ensprechenden Wirbel, die \u00e4usseren, dicht von der Fascie umgebenen Sehnen, gehen lateral ab, inseriren zugleich mit der Fascie. sich allm\u00e4lig ausbreitend, an den processus transversi derselben Wirbel. Auf Fig. 1. ist schematisch dargestellt, wie aus einem Muskelb\u00fcndel sozusagen 2 Sehnen entspringen. Der Umstand, dass das erste und zweite Muskelb\u00fcndel des soeben beschriebenen Beugers gewissermaassen in 2 B\u00fcndelchen getrennt werden kann, von denen jedes der Ausgangspunkt einer inneren und einer \u00e4usseren Sehne ist, kann als Grund zu meiner Annahme dienen, dass wir in dem gegebenen Beuger einen Fall von unvollkommener Differencirung dieses Muskels in 2 Teile, den beiden Sehnen entsprechend, vor uns haben.\nEine solche Beziehung der Sehnen und deren getrennte Insertion an zwei verschiedenen Punkten eines und desselben Wirbels ist zum ersten Mal von mir am Wickelschwanze beobachtet und bei den Langschw\u00e4nzern fr\u00fcher nicht beschrieben worden.\nM. ftexorius caudae externus hat 23 \u00e4ussere und ebenso viele innere Sehnen; die zwei ersten inseriren an dein \u00df-ten Wirbel und die letzten Sehnen an dem 27-ten Schwanzwirbel. Die Sehnen in dem oberen Drittel des Schwanzes sind 11 ctm. lang, in dem mittleren Drittel\u201418 ctm., in dem unteren Drittel, wo sie auch bedeutend d\u00fcnner werden, blos 6\u20148 ctm. lang. Jede nachfolgende innere Sehne legt sich medial und ventral von der vorhergehenden, und jede \u00e4ussere\u2014lateral und ventral von der vorhergehenden. Dieser Muskel beugt die Schwanz wirbel, von dem 7-ten an beginnend.\nd) M. ftexorius caudae internus (m. infra-coccygeus). Der Anfang dieses Muskels liegt gleichfalls im Innern des Beckens medial, niedriger als m. flexorius caudae internus; er entspringt in getrennten Teilen an der Innenfl\u00e4che des 2-ten Kreuzwirbels und weiter, immer d\u00fcnner und sehniger werdend, von den lateralen Teilen der Hypapophysen eines jeden r\u00fcckw\u00e4rts gelegenen Wirbels; ein jeder Teil inserirt, sich \u00fcbern\u00e4chsten Wirbel hin\u00fcberschwingend, an der Hy-papophysis des dritten. Besonders stark entwickelt ist dieser Muskel im Gebiete der 7 ersten Wirbel. Er beugt die Wirbel und vervollst\u00e4ndigt die Wirkung des vorhergehenden Muskels.","page":260},{"file":"p0261.txt","language":"de","ocr_de":"UEBER. DAS ELASTISCHE GEWEBE DES UTERUS.\n261\nLITERATUR.\n1.\tJ. Beswick-Perrin. On the Myology of the Limbs of the Kinkajou. Procee-\ndings of the Scientific Meetings of the Zoological Society of London. 1871. Pp. 547\u2014559.\n2.\tAY. Haacke. Die Sch\u00f6pfung der Tierwelt. Leipzig u. Wien. 1893. S. 510.\n3.\tI. F. Meckel. System der vergleichenden Anatomie. 1828. Bd. 3.\n4.\tJ. M\u00fbrie and G. Mivard. On the Anatomy of the Lemuroidea. Transactions\nof the Zoological Society of London. Vol. VII. Pp. 1 \u2014113.\n5.\t11. G. Bronn. Klassen und Ordnungen des Thierreichs, vorgesetzt von Dr.\nW. Leche. Bd. VI. Abt. V. Leipzig. 1895. Ss. 749\u2014758.\n0. K. von Bardeleben. Handbuch der Anatomie des Menschen. Bd. VII. Teil II.\nAbt. II. Die Muskeln und Fascien des \u00dfeckenausganges, von Prof. Dr. M. Holl. Jena 1897.\nLeber das elastische (iewebc des Items wahrend der\nGravidit\u00e4t.\nUntersuchung aus dem histologischen Laboratorium der Kais. Universit\u00e4t\nMoskau.\nDr. Med. N. Iwanoff,\nPr.-Docent der Geburtsh\u00fclfe an der K. Universit\u00e4t Moskau und Assistenzarzt an der\nMoskauer geburtshilflichen Anstalt.\nEs' ist verh\u00e4ltnism\u00e4ssig noch nicht lange her. dass man begonnen hat das elastische Gewebe des Uterus n\u00e4her zu studiren, und haben die wenigen diesem Gegenstand gewidmeten Arbeiten die Frage noch bei weitem nicht von allen Seiten beleuchtet. Der erste, der die Frage \u00fcber das elastische Gewebe des Uterus ber\u00fchrte, war Acconci ]). Derselbe hatte in dem K\u00f6rper des gra-\n*) Acconci. Contribution a l\u2019\u00e9tude de l\u2019anatomie et de la physiologie de l\u2019ut\u00e9rus gravide. Archives de Tocologie. 1890. 8. 794.","page":261}],"identifier":"lit36333","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"255-261","startpages":"255","title":"Zur Anatomie des Wickelschwanzes","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:06:25.145557+00:00"}
