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{"created":"2022-01-31T16:46:01.189757+00:00","id":"lit36337","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Kalantaroff, Z.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 282-284","fulltext":[{"file":"p0282.txt","language":"de","ocr_de":"fe\u00cfBLIOGRAPll\u00ef \u00cb.\n282\nTarassoff, F. Zur Pharmakologie von Viburnum prunifolium. Aus Prof.\nPopoff\u2019s pharmakologischem Laboratorium der Universit\u00e4t Charkoff. \u00abMedic. Westnik\u00bb (russ.). Bd. 1, ,V 21. 1896.\nUm die Wirkung von Viburnum prunifolium zu pr\u00fcfen, stellte der Autor eine Reihe von Versuchen an Kaltbl\u00fctlern sowohl als an Warmbl\u00fctlern an. indem er sich des trocknen Extracts bediente. Diese Versuche zeigten dass Vib. prunif. vor allem l\u00e4hmend auf die Centra der willk\u00fcrlichen Bewegungen wirkt, augenscheinlich ohne vorhergehende Erregung derselben. In zweiter Reihe erfahren eine l\u00e4hmende Wirkung die reflectorischen Centra des R\u00fcckenmarks sowie die Endigungen der sensorischen Nerven. Versuche in Bezug auf die Wirkung von Viburn. prunif auf die Reflexe bei Hunden, denen 8 Tage verlier das R\u00fcckenmark in der H\u00f6he des letzten Brustwirbels durchschnitten worden war, haben gezeigt, dass zuerst die transversen Reflexe, dann die Reflexe der gereizten Seite verschwinden, dabei zuerst die sensorischen, dann die tactilen, w\u00e4hrend die Sehnen\u2014Reflexe ziemlich lange fortdauern. Bei Kaltbl\u00fctern \u00fcbt Viburnum prunifolium in kleinen Dosen gar keine Wirkung auf das Herz aus, w\u00e4hrend es in gr\u00f6sseren die Herzschl\u00e4ge verlangsamt. Nach Dosen, die als Gift wirken, tritt Verminderung der Herzth\u00e4tig-keit bis zu v\u00f6lligem Stillstand des Herzens ein. Dieselben Erscheinungen werden auch bei Warmbl\u00fctlern beobachtet. Aus diesen Versuchen schiiesst der Autor, dass in pharmakologischen Dosen Viburnum prunifolium auf das Herz keine Wirkung am \u00fcbt. Beobachtungen an dem Uterus nichttr\u00e4chtiger Kaninchen haben gezeigt, dass Dosen, die nicht t\u00e4tlich wirken, nur eine Verminderung der St\u00e4rke und Frequenz der rythmischen Contractionen des Uterus bewirken, w\u00e4hrend nach Einf\u00fchrung t\u00e4tlicher Dosen des Extracts vollst\u00e4ndiges Aussetzen derselben beobachtet wurde.\nDer Autor meint, dass die Verordnung von Viburnum prunifolium bei drohendem Abortus gerechtfertigt erscheint.\nKaiantaroff. Z. Zur Pharmakologie des Eucains. Aus Prof. Popoffs pharmakologischem Laboratorium, Charkoff. 1897).\nUm die Wirkung des Eucains auf den Organismus aufzuhellen, unternahm der Autor eine Reihe von Versuchen an Kaltbl\u00fctlern sowohl als an Warmbl\u00fctlern.\nDie Versuche an Fr\u00f6schen zeigten, dass Dosen von 0,002\u20140,004 Gr., nach kurz andauernder Erregung, allgemeine Depression, Schlaffheit der Bewegung und Schw\u00e4che der Reflexe liervorrufen. Bei Dosen von 0,005 tritt bald St\u00f6rung der Coordination ein, und werden die freiwilligen Bewegungen schw\u00e4cher. Dosen von 0,01 rufen v\u00f6llige Erschlaffung hervor, welcher oft Kr\u00e4mpfe vorausgehn, die bei grossen Dosen gew\u00f6hnlich erscheinen. 0.018 Gr. m\u00fcssen als absolut t\u00e4tliche Dosis angesehen werden. Bei Einf\u00fchrung von Eucain, in welcher Dosis es auch sei, wird mehr oder weniger scharf ausgesprochene Verlangsamung der Herzth\u00e4tigkeit auf Kosten der Verl\u00e4ngerung der Diastole beobachtet. Darnach folgt St\u00f6rung in der Synchronie der Zusammenziehuu-","page":282},{"file":"p0283.txt","language":"de","ocr_de":"A X A L Y SES.\n283\no\u2019en: 1 \u2014 2, oder sogar 3 Contractionen der Vorkammern entsprechen nur 1 (Contraction der Herzkammer. Versuche unter Durchschneidung, des R\u00fcckenmarks, der Nn. vagorum, sowie an Fr\u00f6schen, die vorher mit Atropin vergiftet worden waren, und die Einf\u00fchrung von Eucain in den Herzmuskel selbst, ergaben dasselbe Resultat. Daraus folgt, dass das Eucain auf den ganzen muskel-motorischen Apparat des Herzens l\u00e4hmend wirkt. Versuche in Bezug auf den Einfluss des Eucains auf den Nervenapparat, den centralen sowohl als auch den peripherischen, zeigen, dass dasselbe nicht nur auf das peripherische Nervensystem eine Wirkung aus\u00fcbt in dem Sinne, dass die Schmerz- und die tactilen Empfindungen verloren gehen, sondern auch den centralen Nervenapparat trifft. Letzteres wird dadurch bewiesen, dass Reflexe sogar an den Stellen vermisst werden, die der unmittelbaren Einwirkung des Eucains nicht ausgesetzt gewesen waren, xvobei die Muskeln die F\u00e4higkeit behielten auf einen Reiz durch den Strom durch entsprechende Bewegungen zu reagiren. Versuche unter Entfernung des Gehirns zeigen, dass in diesem Falle Kr\u00e4mpfe sicli nicht einstellen; folglich h\u00e4ngen letztere von den im grossen Gehirn und dem l\u00e4nglichen Mark befindlichen Centra ab. Diesbez\u00fcgliche Versuche haben gezeigt, dass Eucain das R\u00fcckenmark in seiner Eigenschaft als reflectorisches Centrum und die peripherische Sensibilit\u00e4t angreift. Auf die Erregbarkeit und Contractilit\u00e4t der quergestreiften Muskeln, sowie auf die motorischen Nerven \u00fcbt es keinerlei Wirkung aus. Auch auf das Lumen der Capillaren und feinen Gef\u00e4sse li\u00e2t es keinen merklichen Einfluss.\u2014Versuche an Kaninchen und Hunden zeigen, dass die Erscheinungen der allgemeinen Wirkung des Eucains bei Warmbl\u00fctlern sehr grosse Verschiedenartigkeit aufweisen. Im Allgemeinen lassen sich dieselben folgendermaassen zusammenfassen: nach k\u00fcrzerer oder l\u00e4ngerer Zeit wird kurz andauernde, von Speichelfluss begleitete Erregung beobachtet. Bei gr\u00f6sseren Dosen stellen sich Unregelm\u00e4ssigkeiten in den Bewegungen, Hin- und Herschwingen des Kopfes (wie bei Cocain), zuweilen kreisf\u00f6rmige Be-Avegungen, unfreiwilliges Uriniren. Erbrechen, Defecation ein. Dabei wird beim Tiere niemals heitere Stimmung, wie es bei der Vergiftung mit Cocain der Fall ist, beobachtet. Im weiteren Verlaufe treten oft Kr\u00e4mpfe, \u00f6fters klonische, nicht selten aber auch tetanische ein. Die Empfindlichkeit ist \u00fcberall herabgesetzt, an der Stelle, wo die Einspritzung stattgefunden hat, ganz geschwunden. Bei Kaninchen gestalten sich die Vergiftungserscheinungen etwas anders: tetanische Kr\u00e4mpfe sind vorherrschend, auch wird w\u00e4hrend den Kr\u00e4mpfen ein eigent\u00fcmliches Abprallen des ganzen K\u00f6rpers vom Boden beobachtet. Der Tod erfolgt bei Eucainvergiftung infolge von L\u00e4hmung des Atmungscentrums. Das Herz setzt seine Th\u00e4tigkeit zuweilen noch nach dem Aufh\u00f6ren der Atembewegungen fort, wobei dessen Zusammenziehungen unregelm\u00e4ssig werden: auf 7\u20148 Contractionen der Vorkammern findet nur 1 Contraction der Ventrikel statt. Die Einstichstelle ist hyper\u00e4mirt. Beobachtungen der Herzth\u00e4tigkeit und der Blutcirculation zeigen, dass die Th\u00e4tigkeit des Herzens verlangsamt ist, dass aber bei kleineren Dosen manchmal kurz andauernde Beschleunigung vorausgeht. Ver\u00e4nderungen in Bezug auf den Blutdruck dr\u00fccken sich dahin aus, dass anfangs eine geringe Herabsetzung desselben, dann Wiederherstellung des anf\u00e4nglichen stattfindet. Bei vorausgegan-\n19","page":283},{"file":"p0284.txt","language":"de","ocr_de":"284\nA N A L Y S E S.\ngener Durchschneidung des R\u00fcckenmarks beobachtet man, dass mittlere und gr\u00f6ssere Dosen Verlangsamung der Herzth\u00e4tigkeit ohne vorhergehende Beschleunigung bewirken. Anf\u00e4ngliche Vergiftung des Tieres mit Atropin hat gezeigt, dass Eucain auch unter diesen Umst\u00e4nden Verlangsamung der Herzth\u00e4tigkeit verursacht.\nBei nachfolgender Einf\u00fchrung von Atropin werden die Herzschl\u00e4ge beschleunigt, jedoch nicht bis zu dem Grade, wie es vor der Einspritzung von Eucain der Fall gewesen war. Dasselbe Resultat wurde bei der Durchschneidung der Nn. vagorum beobachtet.\nAus diesen Versuchen zieht der Autor den Schluss, dass die Verlangsamung der Herzth\u00e4tigkeit unter der Einwirkung von Eucain von dessen Einfl\u00fcsse auf die excitomotorischen Ganglien des Herzens und auf den Herzmuskel selbst, zum Teil auch von einer unbedeutenden Wirkung desselben auf die Nn. vagi abh\u00e4ngt. Aus diesbez\u00fcglichen Experimenten folgt, dass die beobachtete Verminderung des Blutdrucks sich in Abh\u00e4ngigkeit von der Wirkung des Eucains auf die vasomotorischen Centra des l\u00e4nglichen Marks befindet. Die Beobachtungen des Autors bez\u00fcglich der Wirkung des Eucains auf das Auge haben gezeigt, dass dasselbe vollst\u00e4ndige Anast\u00e4sie der Hornhaut bewirkt, wobei zugleich geringe Hyper\u00e4mie der Bindehaut stattfindet.\nGamaleja, N. Materialien zur vergleichenden Toxicologie des Coffeins.\n(Wratsch, 1896, .V 4, S. 91).\nFr\u00fchere Versuche des Autors zeigten, dass Lithiumsalze, die in ein N\u00e4hrsubstrat mit lebendigen Bacillen gebracht werden, das Erscheinen neuer eigent\u00fcmlicher Formen (Heteromorphismus) bewirken, die er durch eine Wirkung des Lithiums auf die Nucleine erkl\u00e4rt. Neuerdings hat der Autor Versuche mit einer Substanz, welche mit den Nucleinen besondere Verwandtschaft besitzt, dem Coffein, einem Gliede der Xanthinreihe, ausgef\u00fchrt. Dabei erschienen lieteromorphe Formen in den Culturen aller Bact\u00e9rien; letztere stellten sich nach dem Tingiren mit Methylenblau als in einzelne Glieder zerfallen dar. Daraufhin gr\u00fcndet der Autor die Vermutung, dass das Coffein den Bact\u00e9rien die Farb-substanz. d. h. das Chromatin, entzieht, und hat diese Erscheinung Chroma-tolyse benannt. Weiterhin hat derselbe den Versuch gemacht durch Chroma-tolyse das durch Coffein hervorgerufene Erstarren der Muskeln, sowie die sogenannte Aggregation zu erkl\u00e4ren, welche darin besteht, dass aus dem purpurroten Saft in den Zellen der Haare von Drosera rotundifolia nach der Hinzuf\u00fcgung von Ammoniumsalzen. Alkaloiden, unter letzteren besonders Coffein, einzelne Kl\u00fcmpchen (Proteosome) sich niederschlagen. was L\u00f6w und Bo-korny f\u00fcr eine Ausscheidung von activem Albumin ansehen. Das Erstarren der Muskeln unter der Einwirkung von Coffein erkl\u00e4rt der Autor folgendermaasen: die durch das Coffein aus dem Kern ausgeschiedenen Nucleine gelangen nicht gleich nach aussen, wie bei den Bact\u00e9rien, sondern in den Zelleninhalt, wo sie in sauren L\u00f6sungen Albumine niederschlagen. In den Muskeln des Frosches, in denen kein Nuclein enthalten ist, wird obige Erscheinung durch die Gegenwart desselben in den s. g. Muskelk\u00f6rperchen bedingt. Die Erscheinung der Aggregation l\u00e4sst sich auch dadurch erkl\u00e4ren, dass den Kernen Substanzen entzogen werden, von denen die Proteosoma niedergeschlagen werden.","page":284}],"identifier":"lit36337","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"282-284","startpages":"282","title":"Zur Pharmakologie des Eucains. Aus prof. Popoff's pharmakologischem Laboratorium","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:46:01.189762+00:00"}
