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Zur Pharmakologie der Goldwurz. (Chelidonium majus). (Medic. Umschau, 1896, No. 22, S. 902)

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{"created":"2022-01-31T16:42:19.136800+00:00","id":"lit36362","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Tschirwinski, S.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 293-294","fulltext":[{"file":"p0293.txt","language":"de","ocr_de":"A X A LYSE S.\n293\nTschirwinski, S. Pr.-Doc. Zur Pharmakologie der Goldwurz. (Cheli-donium majus). (Medic. Umschau, 1896, .V 22, S. 902).\nZu seinen Versuchen bediente sich der Autor Ext. Chelidonii majoris spissum, nacli der in der < Russischen Pharmokop\u00f6e\u00bb angegebenen Vorschrift bereitet. Die Wirkung des Extracts zeigte sich in Folgendem: nach der Einf\u00fchrung von \u2018/,\u20141 Cc. einer 10\u00b0/o-igen L\u00f6sung einem Frosche in einen lymphatischen Sack am R\u00fccken oder unter die Flaut des Schenkels tritt locale Reizung ein. Nach einiger Zeit beobachtet man bei dem Tiere Tr\u00e4gheit der Bewegungen; es kann sich nicht auf die Beine st\u00fctzen, liegt auf dem Bauche. Weiterhin tritt v\u00f6llige Erschlaffung ein. Dabei sind die Reflexe herabgesetzt, w\u00e4hrend die Reizbarkeit der Muskeln unver\u00e4ndert ist. Die Endigungen der motorischen Nerven sind nicht gel\u00e4hmt, die Reizbarkeit der Endigungen der sensorischen Nerven ist herabgesetzt. Die Reizbarkeit der R\u00fcckenmarks, sowohl in der L\u00e4ngenrichtung als in die Quere, ist ebenfalls geringer, haupts\u00e4chlich aber wird das Gehirn getroffen. Die Zusammenziehungen des Herzens sind anf\u00e4nglich beschleunigt und energischer, sp\u00e4ter aber verz\u00f6gert. Manchmal wird Verz\u00f6gerung von Anfang an beobachtet. Nach dem Eintritt der Verz\u00f6gerung ist die Diastole sch\u00e4rfer ausgesprochen, und bekommt das die Herzkammer anf\u00fcllende Blut eine dunklere F\u00e4rbung. Zuweilen h\u00f6ren die Zu-sammenzichuDgen des Ventrikels ganz auf, w\u00e4hrend die Vorkammern tortfahren zu pulsiren. Die Verz\u00f6gerung und das Aufh\u00f6ren der Herzschl\u00e4ge h\u00e4ngen nicht von der L\u00e4hmung des Herzmuskels ab, da sogar nach vollst\u00e4ndigem Stillst\u00e4nde desselben, Zusammenziehungen der Herzkammer auf mechanischem Wege oder mittels elektrischer Entladungen wieder hervorgeruten werden k\u00f6nnen. Die Verlangsamung h\u00e4ngt auch nicht von der Reizung des Hemmungsapparats der Nerven ab, da auch bei der Ausschliessung desselben mittels Atropin die Verlangsamung der rythmischen Bewegungen des Herzens bis zum endlichen Stillstand desselben fortdauert. Folglich ist die Verlangsamung des Rythmus dem Umstande zuzuschreiben, dass die Nervenknoten des Herzens schw\u00e4cher geworden sind. Die Zusammenziehungen der Vorh\u00f6fe, w\u00e4hrend der Ventrikel schon zum Stillstand gekommen ist, h\u00e4ngt augenscheinlich davon ab. dass die motorischen Nervenknoten Ludwig's, die sich in der Scheidewand der Vorh\u00f6fe befinden, widerstandsf\u00e4higer sind und nicht so bald gel\u00e4hmt werden wie die Bidder\u2019sehen motorischen Nervenknoten zwischen den Vorh\u00f6fen und dem Ventrikel. Bei Warmbl\u00fctern rief das auf die Haut gestrichene Extract ein Gef\u00fchl von Brennen hervor. In den Magen (1\u20145 Gr) eingef\u00fchrt, verursachte dasselbe keine besonderen St\u00f6rungen im Verdanungs-apparat. Nach der Einf\u00fchrung unter die Haut wurde ausser starkem Schmerz auch noch Temperaturerh\u00f6hung bis zu V,0 beobachtet. Die Tiere wurden ruhiger, schl\u00e4frig, doch trat wirklicher Schlaf auch nach gr\u00f6sseren Dosen nicht ein. Die Temperaturerh\u00f6hung ist dem \u00f6rtlichen Reize zuzuschreiben, da die Einf\u00fchrung des Extracts in die Venen keine Steigerung der Temperatur bewirkte. An den Einstichstellen wurde Anh\u00e4ufung von Eiter und verschrumpften Blutk\u00f6rperchen beobachtet. Nach der Einf\u00fchrung des Extracts unmittelbar in das Blut wurde der Puls beschleunigt, und stieg der Blutdruck auf kurze Zeit, fiel aber bald darauf wieder, und der Rythmus der Zusammenziehun-","page":293},{"file":"p0294.txt","language":"de","ocr_de":"294\nA N A LYSE S.\ngen des Herzens verlangsamte sich. Als Ursache der Rythmusver\u00e4nderungen des Herzens d\u00fcrfte die Schw\u00e4chung des im Herzen befindlichen Hemmungsapparats und motorischen Mechanismus angesehen werden. Das Fallen des Blutdrucks h\u00e4ngt nicht von dem Schw\u00e4cherwerden des vasomotorischen Centrums, sondern von der herabgesetzten Herzth\u00e4tigkeit ab. Das Atmen nimmt an Frequenz und Tiefe zu. Der Tod des Tieres erfolgte durch L\u00e4hmung des Herzens. Die Epithelzellen der Geschwulst, in deren Parenchym das Exctract eingespritzt wurde, haben sch\u00e4rfere Umrisse, kleinere Kerne und getr\u00fcbtes Protoplasma. In dem w\u00e4sserigen Extract finden sich leicht Bact\u00e9rien ein, infolge dessen dasselbe sterilisirt werden muss.\nSmirnoff, S. Dr. Ueber die therapeutische Wirkung des Zunderpilzes,\n(Polyporus betulinus) (Medic. Rundschau, 1896, S. 1041).\nPolyporus betulinus ist schon seit lange ein volkst\u00fcmliches Arcanum gegen den Krebs, infolge dessen der Autor sich entschloss klinische Beobachtungen \u00fcber die Wirkung dieses Mittels anzustellen, wobei er zu folgenden Schl\u00fcssen gelangte: genanntes Mittel \u00fcbt auf den Verlauf und die Entwicklung des Krebses zwar keine Wirkung aus, besitzt aber unstreitig schmerzstillende Eigenschaften. Weitere Beobachtungen zeigten, dass Polyporus betulinus wohlthuend bei Magen- und Darmkatarrh wirkt, indem er nicht nur die Darmth\u00e4tigkeit wieder herstellt, sondern auch die Aufsaugung und Zerst\u00f6rung der entz\u00fcndlichen Verh\u00e4rtungen, welche sich bei chronischen Katarrhen im Bereiche der Verdauungsorgane bilden k\u00f6nnen, kr\u00e4ftig unterst\u00fctzt.\nRadzwitski, P. Subconjunctive Einspritzungen von Sublimat. (Dissert.,\nMoskau. 1896).\nDer Autor zieht aus seinen Beobachtungen folgende Schl\u00fcsse: unter die Conjunctiva gebrachtes Sublimat wird sogar in geringen Mengen (0,0001) verh\u00e4ltnism\u00e4ssig lange an der Einstichstelle zur\u00fcckgehalten. Wenn Diffusion des Sublimats von der Conjunctiva aus in die Augenmembranen auch stattfindet, so geschieht das nur in so geringem Maasse, dass selbst mit Hilfe der empfindlichsten Methoden, \u00fcber welche wir heutzutage gebieten, es nicht m\u00f6glich ist dasselbe zu bestimmen. Wird eine Sublimatl\u00f6sung von V3%n, mit Chlornatriuml\u00f6sung vermischt, in die Conjunctiva unter der Bedingung gebracht, dass die Hornhaut w\u00e4hrend des Experiments mit Fl\u00fcssigkeit bedeckt ist, so diffundirt sie, gleich vielen andern Substanzen, in das Innere des Auges. Sublimatl\u00f6sungen ohne Beimengung von Chlornatrium diffundiren unter denselben Bedingungen weit schw\u00e4cher. Die Entfernung des Epithels der Hornhaut vor dem Experimenti-ren und die Einf\u00fchrung einer 4%-igen Cocainl\u00f6sung in den Bindehautsack erleichtert den Diffusionsprocess durch diese Membran bedeutend. Die sub-cutanen Einspritzungen einer Sublimatl\u00f6sung bei Experimenten an Hunden \u00fcbten auf die Entwicklung, den Verlauf und den Ausgang eines k\u00fcnstlich hervorgerufenen Infectionsprocesses im Auge keine merklich vorteilhafte Wirkung aus. Der g\u00fcnstigere Verlauf der Krankheit, den man zuweilen bei der Behandlung mit subconjunctivalen Einspritzungen beobachtet, l\u00e4sst sich durch Zuf\u00e4lligkeiten (Ungleichartigkeit des Trauma, ungleiche Mengen der eingef\u00fchrten Bacte-","page":294}],"identifier":"lit36362","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"293-294","startpages":"293","title":"Zur Pharmakologie der Goldwurz. (Chelidonium majus). (Medic. Umschau, 1896, No. 22, S. 902)","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:42:19.136806+00:00"}

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