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Subcutane Einspritzungen von Periplocin bei Herzkrankheiten. (Wratsch, 1898, No. 11, S. 308)

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{"created":"2022-01-31T14:12:09.240829+00:00","id":"lit36402","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Lewaschoff, J.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 310-311","fulltext":[{"file":"p0310.txt","language":"de","ocr_de":"310\nA N A L Y S E S.\nExperimente an \"Warmbl\u00fctlern zeigten, dass eine einmalige Einf\u00fchrung von V.o ~0,1 Cc. unmittelbar in das Blut auf die Herzaction und den Blutdruck keinen merklichen Einfluss hat. Nach wiederholter Einf\u00fchrung solcher Dosen beobachtet man bei unver\u00e4ndert gebliebenem Rythmus des Herzens Erh\u00f6hung des Blutdrucks, was, wie aus Versuchen erhellt von der gef\u00e4ssverengernden Wirkung des Extracts abh\u00e4ngt. D\u00fcsen von \u00fcber 1 Cc. pro kilo wirken als Gift, wobei Fallen des Blutdrucks bei gleichzeitiger Beschleunigung und zunehmender Schw\u00e4che der Contractionen des Herzens stattfindet.\nExperimente unter Ausschluss der Einwirkung auf das Herz verschiedener Teile des Central\u2014Nervensystems sowie unter Durchleitung verschiedener L\u00f6sungen des Extracts durch herausgenommene Froschherzen zeigten, dass die giftige Wirkung von Gossypium herbaceum sich durch den Einfluss desselben auf den neuro-muscul\u00e4ren Apparat des Herzens erkl\u00e4rt. Experimente an Warmbl\u00fctlern sowohl als an Kaltbl\u00fctlern zeigten, dass Gossipium auf die peripherischen Vasomotore erregend wirkt. Der Einfluss des Extracts auf die Contractilit\u00e4t des Uterus wurde an Kaninchen studirt. Die Versuche zeigten, dass Extr. fluid. Gossip, herb, weder die Energie noch die Frequenz der selbst\u00e4ndigen Contractionen des Uterus ver\u00e4ndert. Nach vorausgeganger Einf\u00fchrung von Morphium, welches diese Zusammenziehungen abschw\u00e4cht, ruft Extr. Gossipii keine Verst\u00e4rkung derselben hervor. Die Einf\u00fchrung des Extracts graviden V eibchen in das Blut wirkt auf die Zusammenziehungen des Uterus eher hemmend als f\u00f6rdernd.\nAuf Grund klinischer Beobachtungen zieht der Autor ferner folgende Schl\u00fcsse: 1) Dosen des Extracts bis 20 Kaffeel\u00f6ffelvoll t\u00e4glich 2\u20143 Tage hintereinander, sowie der Gebrauch von 3\u20144 L\u00f6ffelvoll w\u00e4hrend eines Monats bewirken Nebenerscheinung; 2) Extr. Gossipii kann nicht als Abortium angesehen werden; 3) auf den kreissenden Uterus wirkt es nicht als wehenbef\u00f6rderndes Mittel; 4) ungen\u00fcgende Involution nach der Geburt wird durch das Extract nicht bef\u00f6rdert.\nLewaschoff, J. Subcutane Einspritzungen von Periplocin bei Herzkrankheiten. (Wratsch, 1898, .V 11. S. 308).\nDie ann\u00e4hernden Dosen des unter die Haut einzuf\u00fchrenden Periplocins bestimmte der Autor zuerst an Tieren, darauf an sich selbst und erst dann an herzleidenden Kranken. F\u00fcr den Menschen wurde als h\u00f6chste 24-st\u00fcndliche Dosis\u20140,001 Gr. angenommen. Die Wirkung des Periplocins that sich folgender ma ass en kund: schon 1 Stunde nach der Einspritzung stellte sich Verlangsamung des Pulses und Steigerung des Blutdrucks ein. Bei Arythmie wird der Puls viel voller und regelm\u00e4ssiger. Bei der Einwirkung des Periplocins auf das Herz wird der Stoss viel deutlicher; die Grenzen der Herzstumpfheit ver\u00e4ndern sich nur bei l\u00e4ngerem Gebrauch des Mittels; die Herzt\u00f6ne und organischen Ger\u00e4usche werden h\u00f6rbarer. Die Harnmenge vergr\u00f6ssert sich unter dem Einfl\u00fcsse des Periplocins sehr stark, was aber nur bei Herzleiden stattfindet. Einen wesentlichen Einfluss auf die Zusammensetzung des Blutes hat das Periplocin nicht, und ist nur in einigen F\u00e4llen Vergr\u00f6sserung der Anzahl der weissen Blutk\u00f6rperchen beobachtet worden.","page":310},{"file":"p0311.txt","language":"de","ocr_de":"A N A L Y S E S.\n311\nUnter die f\u00fcr die Kranken unangenehmen Nebenwirkungen dieses Mittels sind: Uebhchkeiten, Erbrechen, Schmerzen im Unterleibe, Diarrh\u00f6e zu rechnen, die in seltenen F\u00e4llen nach der Einspritzung von 0,001 pro die auftreten.\nBaltussewitsch, A. Materialien zur Frage nach dem Einfl\u00fcsse von Saiz-b\u00e4dern verschiedener St\u00e4rke (3%\u20146%\u2014970\u201412%) aber gleicher Temperatur (28 R.) und gleicher Dauer (30 Min.) auf den Stickstoffumsatz, die Assimilation des Stickstoffs der Nahrung, den Puls, die Temperatur, den Blutdruck, die Empfindlichkeit der Haut u. s. w. bei gesunden Menschen. (Wratsch, 1898, JV\u00bb 8, S. 215).\nDie Versuche des Autors zeigten Folgendes: bei schwachen (3%) B\u00e4dern nimmt der Stickstoffumsatz quantitativ ab, bei st\u00e4rkeren (von 9u/0 an) steigt er. Bei einer und derselben Temperatur und gleicher Dauer der B\u00e4der steht derselbe im geraden Verh\u00e4ltnis zu deren St\u00e4rke. Quantitativ bessert sich der Stickstoffumsatz bei schwachen B\u00e4dern, verschlechtert sich aber bei st\u00e4rkeren, von 9\"/0 Kochsalz an beginnend.\nDie Assimilation der Stickstoffsubstanzen der Nahrung geht bei schwachen (3%) B\u00e4dern energischer, bei starken (12\"/0) dagegen schw\u00e4cher von statten. B\u00e4der von mittlerer St\u00e4rke scheinen auf die Assimilation keinen besondern Einfluss zu haben.\nAuf das K\u00f6rpergewicht \u00fcbt der St\u00e4rkegrad der B\u00e4der keinen Einfluss aus.\nDie Harnmenge ist w\u00e4hrend des Gebrauchs st\u00e4rkerer B\u00e4der vermindert, w\u00e4hrend bei schw\u00e4cherer Concentration derselben Vermehrung der Harnmenge, sogar nach den B\u00e4dern beobachtet wird.\nDie Menge der Faces \u00fcberhaupt wird gr\u00f6sser, der Stickstoffgehalt in denselben ist bei schwachen B\u00e4dern vermindert, bei st\u00e4rkeren, von 6% beginnend, vermehrt.\nBei schwachen B\u00e4dern ist die Pulsfrequenz gr\u00f6sser als bei st\u00e4rkeren.\nDas Atmen ist nach Salzb\u00e4dern beschleunigt, doch ist die Beziehung zwischen der Atmung und der St\u00e4rke der B\u00e4der nicht deutlich ausgedr\u00fcckt.\nDie Temperatur steigt um ein geringes (0,1\u00b0\u20140,3\u00b0 C.) nach B\u00e4dern von verschiedener Concentration (35u C.). Der St\u00e4rkegrad \u00fcbt in dieser Hinsicht keinen besondern Einfluss aus.\nDie Empfindlichkeit der Haut ist nach Salzb\u00e4dern sichtlich gesteigert und zwar im geraden Verh\u00e4ltniss zum St\u00e4rkegrad derselben. Die gesteigerte Empfindlichkeit w\u00e4hrt \u00fcber 24 Stunden und nimmt mit der Zahl der B\u00e4der zu. Bei schwachen B\u00e4dern geht der Steigerung der Empfindlichkeit, w\u00e4hrend den ersten 8 Tagen Abnahme derselben voran.\nDie Elektro-Empfindlichkeit der Haut nimmt zu, und h\u00e4ngt diese Zunahme von der St\u00e4rke und Zahl der B\u00e4der ab.\nDie Empfindlichkeit der Haut gegen den Inductionsstrom ist etwas erh\u00f6ht.\nDer Blutdruck f\u00e4llt um ein weniges nach den B\u00e4dern.\nDie Muskelkraft ist vermindert.\nAm Ende seiner Uebersicht \u00fcber die verschieden Einfl\u00fcsse der Salzb\u00e4der, macht der Autor darauf aufmerksam, dass wenn dieselben schon bei gesunden Organismen so grosse Ver\u00e4nderungen hervorrufen, ihre Wirkung auf durch Krankheit geschw\u00e4chte noch viel m\u00e4chtiger sein muss.","page":311}],"identifier":"lit36402","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"310-311","startpages":"310","title":"Subcutane Einspritzungen von Periplocin bei Herzkrankheiten. 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