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{"created":"2022-01-31T16:42:01.983268+00:00","id":"lit36545","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Poliakoff, P.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 2: 339-343","fulltext":[{"file":"p0339.txt","language":"de","ocr_de":"A X A L Y S E S.\n339\ndenen manche fieberhaften, namentliche ansteckenden Erkrankungen begleitet sind, h\u00e4ngen nicht von der Fiebertemperatur ab.\n3) Die St\u00f6rungen gewisser wichtiger Functionen des K\u00f6rpers, namentlich derjenigen des Herzens und des Gehirns, infolge deren infectionserkrankungen so oft einen letalen Ausgang nehmen, k\u00f6nnen nicht der erh\u00f6hten Temperatur allein zugeschrieben werden. Dem Autor nach spricht alles dies gegen energische therapeutische Maassnahmen bei fieberhaften Zust\u00e4nden.\nIwanoff. \u00c2. Ueher inlramuscul\u00e4re Einspritzungen von Chinin. (Medic. Obozrenie. 1900, S. 12G).\nDer Autor wandte intramuscul\u00e4re Einspritzungen an und gewann die Ueberzeugung, dass dieselben den snbcutanen bei weitem vorzuziehen seien. Er bediente sich dabei einer L\u00f6sung von Chin, bimuriat. in destillirtem A\\ as-ser im Yerh\u00e4ltniss 1:4.2 gr. der L\u00f6sung wurden in die Ges\u00e4ssmuskeln in der Holte des Punktes Gallit eingespritzt. Die Einspritzung war fast gar nicht schmerzhaft; auch nach derselben stellten sich weder Schmerzen, noch Verh\u00e4rtungen oder Abscesse ein. Ueberhaupt wurden bei der Einspritzung sogar bedeutender Quantit\u00e4ten Chinin (bis 2,5 pro die) keine unangenehmen Nebelt ersclieinungen wa 11rgenommen.\nKrupetzki, \u00c2. Dr. Ueber die abf\u00fchrende Wirkung des Fluidextracts aus den Beeren der Eberesche (Vogelbeeren, Extr. fluid. Sorbi aucupa-riae). (Med. Obozrenie, 1900, S. 93).\nDie Beobachtung der Wirkung der in der Volksmedicin gebrauchten Beeren der Eberesche (Vogelbeeren) gaben dem Autor die Ubberzengung, dass dieselben abf\u00fchrend wirken. Auf sein Verlangen hin wurde ein Fluid-extract von frischen Beeren Sorbi aucupariae bereitet und von ihm an Obstipation Leidenden in den verschiedensten Krankheiten verordnet. Fast in s\u00e4mmtlichen F\u00e4llen wurde der Zweck erreicht, wobei niemals ung\u00fcstige Erscheinungen beobachtet wurden. Bei gesunden Subjecten riefen 30 Tropfen des Fluidextracts drastische, bei solchen, die an Obstipation litten, blos abf\u00fchrende Wirkung hervor. Im Hinblick darauf empfiehlt der Autor Extractum fluid. Sorbi aucupariae als angenehmes Abf\u00fchrmittel, namentlich in den F\u00e4llen, wenn zu einem solchen oft gegriffen werden muss, anzuwenden.\nPoliakoff, P. Dr. med. Prosector an der Milit.-med. Akademie. Die Biologie der Zelle. Eine Sammlung von Untersuchungen \u00fcber das Leben der Zelle. 1-stes Buch (mit 7 Tafeln chromolithograph. Zeichn.) St.-Petersburg. 1901. S. 1\u2014 520. Inhalt: I. Ueber die Vermehrung der Zellen durch directe Teilung. Die Riesenzellen und deren Yer-wandlungen. II. Ueber die Vermehrung der Zellen durch indirecte Teilung. III. Ueber die Reifung und Befruchtung der Eier. IV. Zur Theorie der Vererbung. V. Zur Frage nach der Enstehung, dem Bau und der Lebensth\u00e4tigkeit des Blutes. VI. Die Blutgerinnung als eine normale Lebenserscheinung.\nZu seinen zahlreichen Untersuchungen \u00e4nderte der Verfasser ein wenig die bekannte Ziegler'sche Deckgl\u00e4schen\u2014Methode ab, nach welcher diese Gl\u00e4s-","page":339},{"file":"p0340.txt","language":"de","ocr_de":"340\nA N A L Y S E S.\nsubcutane Zellgewebe oder in die Bauchh\u00f6hle\n,\u2014V, %-ige Osmiums\u00e4urel\u00f6sung\nchen Meerschweinchen in das eingef\u00fchrt und dann in y,\u2014y,0/0 von Fol abge\u00e4nderte Flemming'sche L\u00f6sung gebracht werden, der Bunzelung, die bei zu langem Verweilen in\noder in schwache Zur Verh\u00fctung\nstatttindet, bestimmt, nach van zum Teil\nd ei-\nder Grad\nUntersuchung\nFixirungsfl\u00fcssigkeit leicht\n2) einer innern durchsichtigen, dem Bau nach homogenen, lininogenen Substanz\nder Einwirkung letzterer unter dem Mikroscop von Eiern von Ascaiis megalocephala geschah Methode. Die Pr\u00e4parate wurden mit Pikrokarmin, Safranin gef\u00e4rbt und in Glycerin mit einem Zusatz von y3 Wasser beobachtet. Im Nachfolgenden geben wir einige Schl\u00fcsse und Bemerkungen des Autors: die Zellteilung beginnt immer mit dem Kernk\u00f6rperchen. Letzteres besteht aus 3 Teilen: 1) einem centralen K\u00f6rperchen (der F\u00e4rbung nach kann es dem Centrosoma gewisser Autoren entsprechen):\nnicht tingirbaren\nund 3) einer \u00e4usseren tingirbaren Schicht chromatinoge-ner Substanz. Die innere lininogene Substanz kann Forts\u00e4tze aussenden, welche ungehindert durch die \u00e4ussere Substanz hindurchdringen und zum Zwecke der Ern\u00e4hrung, Fortbewegung und Befestigung an einer erw\u00e4hlten Stelle der Zelle sich mehr oder weniger weit in die Umgebung erstrecken. Es giebt zwei Teilungsarten des Kernk\u00f6rperchens, eine directe und eine indirecte. Die Teilung desselben beginnt stets mit der Teilung des centralen K\u00f6rperchens in zwei H\u00e4lften und der Neubildung von lininogener Substanz um die Tochter-k\u00f6rperchen. Das centrale K\u00f6rperchen teilt sich in eine gewisse Anzahl von Theilchen, welche zu den Polgegenden des Kernk\u00f6rperchens wandern, um dort zusammenfliessend zwei centrale Tochterkernk\u00f6rperchen zu bilden. Die neugebildete lininogene Substanz lagert sich um diese K\u00f6rperchen und bildet zwischen ihnen ein Band, welches sich nach der Teilung des K\u00f6rperchens in ein B\u00fcndel lininogener F\u00e4serchen verwandelt. Nach der Teilung der K\u00f6rperchen und der lininogenen Substanz teilt sich das Nucleol in zwei mit einander durch ein B\u00fcndel Lininf\u00e4serchen verbundene Tochternucleole. Nach der Teilung des K\u00f6rperchens sammt seiner lininogenen Substanz verl\u00e4sst zuweilen eines der Tochterk\u00f6rperchen die chromatinogene Substanz, w\u00e4hrend das andre darin zur\u00fcckbleibt. Das erste\u2014\u00e4ussere\u2014bleibt mit dem zweiten\u2014 inneren\u2014durch lininogene F\u00e4den verbunden. Danach kann sich das innere K\u00f6rperchen noch mehrere Mal teilen, wobei die Producte dieser Teilung sowohl mit einander als auch mit dem \u00e4usseren K\u00f6rperchen mittels derselben Lininf\u00e4ser-< hen verbunden bleiben.\nDas Leben der Zelle zerf\u00e4llt in zwei Perioden, in eine Periode speci-fischen physiologischer Th\u00e4tigkeit und in eine Yermehrungsperiode, wo die specifisclie Th\u00e4tigkeit aufh\u00f6rt. In der Vermehrungsperiode speichert das Kernk\u00f6rperchen die f\u00fcr das Leben der Zelle wichtigsten Substanzen auf, in der Periode der specifischen Th\u00e4tigkeit dagegen verbraucht die Zelle dieselben. W\u00e4hrend der Teilung des Nucleols wird die Menge der lininogenen und der chromatogenen Substanz gr\u00f6sser, was die Zunahme an Linin und an Chromatin in den Zellen zur Folge hat. Somit geht sowohl die Ern\u00e4hrung der Zelle als auch die Anh\u00e4ufung von Substanzen in derselben durch das Nucleol, oder richtiger gesagt durch dessen Centralk\u00f6rperchen mit der lini-","page":340},{"file":"p0341.txt","language":"de","ocr_de":"V X A LISE S.\n341\nnogenen Substanz vor sich. Die Contractilit\u00e4t des Linins, dessen Eigenschaft sich in kanalisirte F\u00e4serchen zu verwandeln sind die Bedingungen, auf Grund derer die lininogene Substanz der Ern\u00e4hrung der Zelle sowie der Fortbewegung der Nahrungsstoffe in derselben dient. Der Verfasser meint sogar, die lininogene Substanz sei der sensorische Teil der Zelle, da sie die Qualit\u00e4t der Nahrungsstoffe wahrzunehmen und deren Tauglichkeit in dieser Beziehung zu bestimmen scheint. Zu diesem Zwecke dient die Lininmembran des Kerns, welche die n\u00fctzlichen N\u00e4hrsubstanzen aus dem Protoplasma aufsaugt und dem lininogenen K\u00f6rperchen des Kernk\u00f6rperchens durch die verbindenden Lininf\u00e4den zustellt. Dieses K\u00f6rperchen ist das centrale Ern\u00e4hrungsorgan der Zelle, welches sich im Notf\u00e4lle zum Zwecke der Ern\u00e4hrung teilen kann. Bei jeder Teilung des lininogenen K\u00f6rperchens nimmt die Quantit\u00e4t der activsten Substanzen, der lininogenen und chromatinogenen, zu, die sowohl unter einander als auch mit dem Chromatin und dem Linin stets organisch eng verbunden sind. Das Linin und das Chromatin sind die verwandelte lininogene und chromatinogene Substanz. Das Linin verbindet mit einander die f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der Zelle notwendigen fl\u00fcssigen Substanzen, das Chromatin\u2014 die gasf\u00f6rmigen. Um die Ern\u00e4hrung der Zelle zu verst\u00e4rken, kann die lininogene Substanz nach verschiedenen Seiten hin durch die chromatinogene Substanz hindurch Forts\u00e4tze aussenden. Letztere ver\u00e4ndern sich allmalig. Nachdem sie anf\u00e4nglich compact gewesen sind, k\u00f6nnen sie in der Folge hohl Averden, so dass die N\u00e4hrsubstanzen hindurchgehen. Diese letzteren k\u00f6nnen die Wandungen der Forts\u00e4tze so stark auseinander dr\u00e4ngen, dass sie allm\u00e4lig zu F\u00e4serchen werden. Das Chromatin, welches die linogenen F\u00e4den bekleidet, zer-f\u00e4llt ebenfalls in teinste Teilchen, Avelche aber ihre Verbindung mit dem Linin dadurch nicht einb\u00fcssen. Anf\u00e4nglich ist das Chromatin reines sogenanntes Basichromatin; nachdem es an der speciflschen Lebensth\u00e4tigkeit teilgenommen, verwandelt es sich in Oxychromatin\nDiejenigen Teile der Zelle, welche ihre Verbindung mit dem Nucleolus verloren haben verlieren f\u00fcr dieselbe ihre functionelle Bedeutung, erscheinen als tote K\u00f6rper, die vielleicht nur eine Rolle als N\u00e4hrmaterial, gleich jedem andern Fremdk\u00f6rper, spielen.\nBei ihrer \\ ermehrung offenbart die Zelle ihre Lebensth\u00e4tigkeit auf Kosten der vom Nucleolus fr\u00fcher aufgespeicherten Substanzen, unter denen das Chromatin die wichtigste ist. Daher wird bei der Zellteilung rascher Zerfall des Chromatins beobachtet, an dessen statt neues, von dem Nucleolus der Tochterzelle ausgearbeitetes Chromatin entsteht.\nDie Teilungsart der Zelle ist \u00fcberall dieselbe und beginnt stets mit der Teilung des Nucleolus, so dass der complicirtere Process der Zellteilung durch Anh\u00e4ufung sich teilender Nucleolen bedingt wird. Somit wird die einfachste Teilung dort sein, wo der Nucleolus sich in zwei Tochternucleoien teilt.\nBei der Zusammenziehung der Teilungsmembran der Zelle fliessen alle in dieselbe eingehenden lininogenen K\u00f6rperchen zu einem vermittelnden lininogenen K\u00f6rperchen (dem vermittelnden K\u00f6rperchen anderer Autoren) zusammen, mit dessen Teilung die Zusammenschn\u00fcrung der Zelle endigt.","page":341},{"file":"p0342.txt","language":"de","ocr_de":"342\n\\ N \\ 1 V S E S.\nDas, was die Autoren Centrosoma und Attract) onssph\u00e4re nennen, entsteht weder aus dem Protoplasma noch aus dem Kern, sondern aus dem Kernk\u00f6rperchen (Nucleolus). Es ist das das \u00e4ussere lininogene K\u00f6rperchen des Nucleolus, welches aus diesem ausgegangen ist und in dasselbe wieder zur\u00fcckkehren kann. Die Polk\u00f6rperchen sind die terminalen lininogenen K\u00f6rperchen.\nAuch die Spindelf\u00e4den entstehen weder aus dem Kern noch aus dem Protoplasma sondern aus dem lininogenen K\u00f6rperchen. Alle Spindelt\u00e4den stellen s\u00e4ftef\u00fchrende Lininf\u00e4serchen vor, die der Ern\u00e4hrung und Fortbewegung des Systems des sich teilenden Kernk\u00f6rperchens dienen, ln den s. g. Chromosomen besteht nur der \u00e4ussere f eil aus Chromatin. der cential-axiale feil enth\u00e4lt lininogene Substanz.\nDer Tochterkern wird durch das Tochterk\u00f6rperchen gebildet: sobald letzteres entstanden ist. geht es sogleich zu seiner specitischen Tli\u00e4tigkeit \u00fcber, infolge dessen das Einin von dem Kernk\u00f6rperchen und dem Chiomatin durch eine sieh zwischen denselben ansammelnde Fl\u00fcssigkeit iortgeiiukt wird. Dieses Einin bildet die Kernh\u00fclle, welche die Chromatin-Lininnetze (Chromatin), das Kernk\u00f6rperchen und den Kernsaft in sich schliesst.\nEine jede Zelle geht aus der Teilung wirklich erneut hervor, indem sie aufs neue alle Kernsubstanzen bildet* wenig ver\u00e4ndert geht nur das Kernk\u00f6rperchen von Zelle zu Zelle \u00fcber.\nDer Samenfaden besteht aus einem Nucleolus, welcher- als Kopf erscheint, und einem \u00e4usseren lininogenen K\u00f6rperchen, welches den Hals das (Verbindungsst\u00fcck) bildet; alle \u00fcbrigen feile bestehen aus Kinin und lini-\nnogener Substanz.\t.\nDie sexuelle Affinit\u00e4t ist das Streben des Spermatozords zu dem Er infolge von Chemotropismus, welcher durch die Gegenwart von N\u00e4hrstoffen im&Ei, die im Spermatozoid ganz fehlen, bedingt wird. Die andern Samenf\u00e4den dringen in das Ei darum nicht ein. weil es nach aussen keine Abf\u00e4lle ausscheidet, von denen die Spermatozo\u00efde fr\u00fcher angelockt wurden. Diese Abf\u00e4lle sammeln sich zwischen dem Ei und der neu entstandenen H\u00fclle, die sich aus der Eininsubstanz des befruchtenden Spermatozoids gebildet hat. Aus dem Kernk\u00f6rperchen des Samenfadens bildet sich der- Samenkern, der mittels der s\u00e4ftef\u00fchrenden Lininf\u00e4serchen mit der lininogenen Substanz der Eih\u00fclle verbunden ist.\nDer Eikern f\u00e4ngt arr sich zu teilen, um die Polk\u00f6rperchen zu bilden, da die Ern\u00e4hrung desselben infolge der Ansammlung von Abf\u00e4llen an der Oberfl\u00e4che des Eies verschlechtert ist. Die Polk\u00f6rperchen platten sich ab und verbreiten sich \u00fcber die Oberfl\u00e4che des Eies, auf diese Weise die Eih\u00fcllen bildend. Die \u00e4ussere Eih\u00fclle ist durch die s\u00e4ftef\u00fchrenden Lininf\u00e4serchen mit dem Samenkern, die innere auf dieselbe Art mit dem Eikern verbunden. Da letzterer mit dem \u00e4usseren Medium nicht verbunden ist, so befindet ei sich in Bezug auf die Ern\u00e4hrung in schlechten Verh\u00e4ltnissen. Einen Ausweg aus dieser Lage findet er dadurch, dass er sich bei dem Processe der mnern Befruchtung mit dem Samenkern verbindet, nach welcher die Ern\u00e4hrung beider Kerne sehr reichlich wird.","page":342},{"file":"p0343.txt","language":"de","ocr_de":"A N ALTS E S.\nS4S\nDamit die physiologischen Gegenden zweier Zellen sich zu einer einzigen vereinigen und aus zwei Zellen nur eine werde, ist es durchaus notwendig, das die Nucleoli mit einander verschmelzen: darin besteht das Wesen der Befruchtung.\nDer Samenfaden kann sich mit dem Nahrungsstoffe nur eines bestimmten Eies n\u00e4hren, da nur dieses den Nahrungsstoff enth\u00e4lt, den der Samenfaden in seiner m\u00fctterlichen Zelle fand.\nDie sich durch Parthenogenese entwickelnden Eier scheiden nur ein polares K\u00f6rperchen deshalb aus, weil dies zur Verbesserung der Ern\u00e4hrung des Eikernk\u00f6rperchens gen\u00fcgt.\nIn g\u00fcnstige Verh\u00e4ltnisse gebracht, k\u00f6nnten sich sowohl das Ei als auch das Samenk\u00f6rperchen einzeln zu einem Keim entwickeln; so g\u00fcnstige Verh\u00e4ltnisse sind aber in der Natur f\u00fcr das Ei selten, f\u00fcr den Spermatozoiden sogar niemals anzutreffen.\nDie Substanz der Kernk\u00f6rperchen und N\u00e4geli's Idioplasma entsprechen einander vollkommen. Das Nuclein ist eine Substanz, die w\u00e4hrend des Lebens der Zeile ununterbrochen zerst\u00f6rt wird; erneut wird es w\u00e4hrend der Teilung durch das Kernk\u00f6rperchen und nur dieses ist der Tr\u00e4ger der Vererbungskeime. Die Vererbungstheorie verspricht der Verfasser in b\u00e4lde n\u00e4her zu besprechen.\nWas seine Schl\u00fcsse in Bezug auf das Blut anbetrifft, so ist er der Ansicht, dass die Blutpl\u00e4ttchen die Keime der roten Blutk\u00f6rperchen sind, wobei diese Keime auf der Stufe ihrer inneren Kernentwicklung von den generativen Zellen ausgestossen werden.\nDie rote Blutzelle wird im Innern des Kerns der Bindegewebszellen aus dem lininogenen K\u00f6rperchen des Kernk\u00f6rperchens gebildet, dessen spe-citische Th\u00e4tigkeit der Verwandlung des Chromatins in H\u00e4moglobin zugewandt ist. Das lininogene K\u00f6rperchen bleibt in der generativen Zelle nach der Ausscheidung des reifen roten Blutk\u00fcgelchens aus derselben zur\u00fcck. Die rote Blutzelle ist ein chromatinogenes K\u00f6rperchen, dessen chromatinogene Substanz sich in H\u00e4moglobin verwandelt hat. Da im Innern des roten Blutk\u00fcgelchens kein centrales K\u00f6rperchen vorhanden ist. so kann sich ersteres nicht teilen. Unter g\u00fcnstigen Umst\u00e4nden kann aus einer jeden Bindegewebszelle ein rotes Blutk\u00fcgelchen gebildet werden.\nDie intermedi\u00e4re Substanz des Blutgewebes ist eine wirkliche Zwischensubstanz, die von den Zellen des Blutes, d. h. des Bindegewebes, ebenso gebildet wird, wie eine \u00e4hnliche Substanz in andern Arten von Bindegewebe gebildet wird.\nDie Blutgerinnung ist eine normale Lebenserscheinung. Wie die Bindegewebszellen unter gewissen Umst\u00e4nden ein faseriges Gewebe bilden, so k\u00f6nnen auch die Blutzellen Fibrinf\u00e4serchen bilden. Die Erscheinung der Blutgerinnung ist ein Beweis f\u00fcr die Angeh\u00f6rigkeit des Blutes zum Bindegewebe.\nKapitel III dieses Werkes von Dr. Poliakoff erschien verk\u00fcrzt im \u00abArcli. f\u00fcr mikrosc. Anatomie> \u00dfd. 57. 1900.\nKapitel VI wurde im <Arch. f\u00fcr Anat. und Physiol. (Anat. Abteil.) 1901, abgedruckt.","page":343}],"identifier":"lit36545","issued":"1900-1902","language":"de","pages":"339-343","startpages":"339","title":"Die Biologie der Zelle. Eine Sammlung von Untersuchungen \u00fcber das Leben der Zelle. 1-stes Buch (mit 7 Tafeln chromolithograph. Zeichn.) St.- Petersburg. 1901, S. 1-520.","type":"Journal Article","volume":"2"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:42:01.983274+00:00"}
