Open Access
{"created":"2022-01-31T16:57:55.119688+00:00","id":"lit36554","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Morochowetz, Leo","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 70-83","fulltext":[{"file":"p0070.txt","language":"de","ocr_de":"Das Globulin des Blutfarbstoffs.\nChromoglobin.\nSynonyme'. Albumin \u2014 Lecanu, Globulin \u2014 Berzelius, Subrub>'in\u20140\u2019 Schau y ne sy, Casein\u2014 Simon und, Dumas &>' Ca hours, Aibuminat\u20146'. Schmidt,Tommell ine\u2014Robin \"et Verdeil, Metaglobulin \u2014Panum, \u00dfb-rinoplaslische Substanz \u2014 A. Schmidt, Globin \u2014 Dreyer und Schulz und Chromoglobin\u2014Morochowetz.\nVon Prof. Leo Morochowetz.\nGeschichte der Benennung \u201eG1 o b u 1 i n\u201c. Die Einf\u00fchrung der Benennung \u201eGlobulin\u201c in die chemische Nomenclatur wird gew\u00f6hnlich Berzelius zugeschrieben, wobei jedoch der entsprechenden Quelle entweder garnicht erw\u00e4hnt oder auf Berzelius\u2019 Lehrbuch vom Jahre 1840 (8 p. 62) hingewiesen wird. Den einzigen Hinweis auf einen fr\u00fcheren Ursprung dieser Benennung, der aber noch immer mit dem Namen Berzelius verbunden ist, finden wir in Wittstein\u2019s W\u00f6rterbuch (61 p. 588). Doch wird, so viel mir bekannt ist, weder in den von Wittstein angef\u00fchrten Quellen noch in anderen Ausgaben der Berzelius\u2019schen Werke, und auch nicht in den Werken anderer Autoren bis zum Jahre 1839 erw\u00e4hnt, dass Berzelius vor Lecanu\u2019s im Jahre 1830 erschienenen Arbeiten sich des Wortes \u201eGlobulin\u201c bedient h\u00e4tte.\nAm 15 August 1830 machte L. B. Lecanu der pariser Akademie der Wissenschaften die Mitteilung (28 p. 21; 27 p. 564;\t29 p. 539;\t31 p. 69), dass der\nFarbstoff des Blutes, den er, zum Unterschied von Chevreul\u2019s H\u00e4matin (10 p. 168), dem Farbstoff des Campecheholzes, H\u00e4matosin oder Zooh\u00e4matin benannte, bei einer gewissen chemischen Behandlung in Albumin und einen neuen Farbstoff \u201eGlobulin\u201c Q, das heutige \u201eH\u00e4matin\u201c, zerf\u00e4llt. Ausser diesem chemischen Ausdruck \u201eglobuline\u201c begegnet man in der franz\u00f6sichen Literatur auch noch dem Diminutiv von globe, globule, globulin (36. p. 1882), deren sich Turpin 3), jedenfalls vor Berzelius, nicht nur zur Bezeichnung einzelliger Pflanzenorganismen (57 p. 720), Chlorophyllk\u00f6rner (59 p. 405), sondern auch zu derjenigen des k\u00f6rnigen Detritus der rothen Blutk\u00f6per-chen (58, p. 252) bediente.\n() \u201eD\u2019apr\u00e8s cela, l\u2019h\u00e9matosinc ou mati\u00e8re colorante des chimistes, constituerait un v\u00e9ritable compos\u00e9 d\u2019albumine et d\u2019une mati\u00e8re colorante encore inconnue, que je proposerai de d\u00e9signer sous le nom de globuline, pour la distinguer du compos\u00e9 dont elle fait partie et pour lequel on devra r\u00e9server le nom d\u2019b\u00e9matosine, de zooh\u00e9matine ou d'b\u00e9mocro\u00efne\u201c (28 p- 21).\n2) Bei Robin & Verdeil (46 p. 354) begegnet\nman einem Satze, der zu Misverst\u00e4ndnissen Veranlassung geben k\u00f6nnte; die Synonyme des Globulins anf\u00fchrend, fugen die Autoren hinzu: Ce\nn\u2019est pas la globuline de Turpin.......\u201c. Turpin\ngebrauchte nicht den Ausdruck \u201eglobulin e\u201c, sondern \u201eg 1 o b u 1 i n\u201c\u2014ohne \u201ee\u201c, Diminutiv von \u201eglobe\u201c u. s. w. (Turpin 57 p. 720; 59 p. 405; 58 p. 252; Littr\u00e9\u201436 p. 1882; dasselbe auch bei Nysten\u201441 p. 405).","page":70},{"file":"p0071.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.\n71\nBerzelius selbst sagt in demselben Jahre, 1830, in seinen Jahresberichten (5 p. 315), ferner im Jahre 1831 (7 p. 317), geradezu aus, dass Lecanu mit dem Namen \u201eGlobulin\u201c den braunen Blutfarbstoff benannt hatte, welcher bei dem Zerfall des gew\u00f6hnlichen Blutfarbstoffs ') entsteht. Mit diesen Thatsachen stimmen die von Milne-Edwards (37 p. 171) erw\u00e4hnten \u00fcberein.\nNichtsdestoweniger erhielt das \u201eGlobulin\u201c seine gegenw\u00e4rtige Bedeutung erst in den Arbeiten von Berzelius (8 p. 60), welcher diese Benennung dem Protemstoff gab, den Lecanu bei der Zersetzung des Blutfarbstoffs erhalten und Albumin benannt hatte, w\u00e4hrend Lecanu\u2019s Globulin von Berzelius H\u00e4matin genannt wurde; die Verbindung aber des Globulins (Lecanu\u2019s Albumin) mit H\u00e4matin (Lecanu\u2019s Globulin) wurde Blutrot* 1 2) benannt, welch letzteres in der Folge in Fr. Simon\u2019s Arbeit H\u00e4matoglobu-lin 3) genannt ist. Doch wurde diese Benennung, welche auf die Zusammensetzung des Blutfarbstoffs hinwies4), ebenfalls Berzelius zugeschrieben und zwar von solchen Autoren wie Hoppe-Seyler (23 p. 176) und Preyer 5) (45 p. 3), die wenigstens auf diesem Gebiete historische Angaben nicht vernachl\u00e4ssigten, und durch deren Arbeiten viele noch heute anerkannte S\u00e4tze \u00fcber die Eigenschaften des Blutfarbstoffs festgestellt worden sind.\nHoppe-Seyler giebt seinerseits die Benennung \u201eH\u00e4moglobin\u201c (1864, 22 p. 233 und 1867, 23 p. 174), einen Ausdruck, welcher allgemeine Verbreitung gefunden hat, trotz Preyer\u2019s (45 p. 4) Einwendung, der auf die etymologische Unrichtigkeit dieser Benennung aufmerksam machte.\nSimon\u2019s Ausdruck \u201eH\u00e4matoglobulin\u201c entspricht sowohl historisch als auch dem Sinne nach seiner Bestimmung mehr, da er direct* den gleichm\u00e4ssigen Anteil des H\u00e4matins (Haemato) und des Globulins (Globulin) an der Bildung des Blutfarbstoffs anzeigt; dessen erw\u00e4hnte auch schon Lecanu (28 p. 21), welcher den Beweis erbrachte, dass in dem Blutfarbstoff bis 50% Globulin (sein Albumin) enthalten sind; andererseits entspricht dieser Ausdruck auch der Vorstellung von dem Zerfall des Blutfarbstoffs in H\u00e4matin und Globulin, der seit Lecanu\u2019s Zeit angenommenen Lehre zufolge.\nHoppe-Seyler\u2019s Ausdruck kann zum Teil durch den Umstand gerechtfertigt werden, dass Preyer (45 p. 168 und 169), um m\u00f6glichen Missverst\u00e4ndnissen durch den h\u00e4ufigen Gebrauch des Wortes \u201eGlobulin\u201c zur Bezeichnung von Protemk\u00f6rpern verschiedenen Ursprungs vorzubeugen, den Protemstoff des Blutfarbstoffs (Lecanu\u2019s Albumin, Berzelius\u2019 Globulin) \u201eGlobin\u201c (ib. p. 169 u. 58) zu nennen vorschl\u00e4gt. Dem oben Gesagten gem\u00e4ss und aus historischen Gr\u00fcnden ist es geraten der Benennung \u201eH\u00e4matoglobulin\u201c oder \u201eH\u00e4matoglobin\u201c den Vorzug zu geben, um so mehr als sie sowohl in p\u00e4dagogischer als auch in chemischer Beziehung ihre Bestimmung besser erf\u00fcllt, indem sie geradezu ausdr\u00fcckt, dass der Blutfarbstoff haups\u00e4chlich aus H\u00e4matin und Globulin (oder Globin) besteht.\nIndem ich die Benennungen \u201eGlobulin\u201c und \u201eGlobin\u201c f\u00fcr gleichbedeutend ansehe, glaube ich, dass, K\u00fcrze halber, Globin besonders tauglich zur Bildung\n*) \u201e.....eine chemische Verbindung einer eige-\nnen gef\u00e4rbten Materie, die er (Lecanu) G 1 o b u-\n1 i n nennt.......\u201c (5 p. 315).\n2) \u201eDie Verbindung von Globulin und Haema-tin will ich Blutroth nennen\u201c (8 p. 62).\n*) \u201eBerzelius nennt die Verbindung des Globulins mit dem Haematin Blutroth; ich erlaube mir daf\u00fcr den Namen Haematoglobulin vorzuschlagen\u201c (52 p. 302)'.\t-\n4) Wenn auch nicht zuf\u00e4llig, so doch ohne eine\nklare Vorstellung von den Bestandteilen des ro-\nten Blutk\u00f6rperchens verband Simon in dem Worte \u201eHaematoglobulin\u201c die Benennungen der tliats\u00e4ch-lichen Bestandteile des Blutfarbtoffs. Simon\u2019s (52 p. 302) Erkl\u00e4rungen nach, kann der Ausdruck Haematoglobin auch auf das rote Blutk\u00f6rperchen bezogen werden, wovon wir N\u00e4heres in dem Kapitel \u00fcber das Globulin des Blutk\u00f6rperchenstroma ausf\u00fchren. werden.\ns) Uebrigens verbessert Preyer in der Folge seinen Fehler in derselben Arbeit (45 p. 205),\n\\","page":71},{"file":"p0072.txt","language":"de","ocr_de":"72\nDAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.\nzusammengesetzter W\u00f6rter sei. Ohne st\u00f6chiometrische Verh\u00e4ltnisse im voraus zu bestimmen, schlage ich das Zeichen \u201eGb\u201c als Symbol f\u00fcr die reine aschenfreie Proteinsubstanz\u2014das Globulin oder Globin\u2014vor, auf welche Lecanu zum ersten Mal im H\u00e4matoglobulin hingewiesen hat.\nAls Erg\u00e4nzung zu dem Gesagten erw\u00e4hnen wir nur noch, dass Panum\u2019s Vorschlag (1869. 43 p. 91) das Globulin Metaglobulin zu nennen keinen Anklang gefunden hat; wenigstens habe ich nicht gesehen, dass irgend ein Autor sich dieses Ausdrucks bedient h\u00e4tte. Dennoch nehme ich mir die Freiheit das Wort \u201eGlobulin\u201c als Gattungsnamen, Globin\u201c dagegen \u2014 f\u00fcr die bisher zugelassenen Arten desselben unter Hinzuf\u00fcgung eines passenden Derivatums von der Benennung des n\u00e4chsten K\u00f6rpers, der es enthaltenden Substanz, oder des Ortes, wo es enthalten ist, (1892, 39 p. 4), vorzuschlagen. Demgem\u00e4ss d\u00fcrfte \u201eChromoglobin\u201c eine passende Benennung f\u00fcr das Globulin des Blutfarbstoffs oder des H\u00e4matoglobins sein: das Wort \u201eCliromo\u201c ersetzt hier zweckm\u00e4ssig einen langen Satz zur Erkl\u00e4rung des Ursprungs dieses Globulins und wird den Klagen der Autoren \u00fcber den h\u00e4ufigen Gebrauch des Wortes, \u201eGlobulin\u201c zur Bezeichnung von Prote\u00fcnsubstanzen, die, ihrem Charakter nach, einander nahestehen, aber verschiedenen Ursprung haben, gerecht.\nGeschichte derDarstellung und Eigenschaften des C h r o-mo g lob ins. Die Geschichte der Darstellung der Protemsubstanz des Blutfarbstoffs ist, wie auch diejenige der Benennung selbst, mit der Geschichte des H\u00e4-matoglobulins eng verkn\u00fcpft. Die Geschichte der Darstellung des reinen H\u00e4mato-globulins l\u00e4sst sich, infolge des L\u00f6slichkeit dieses Farbstoffs, historisch und factisch auf die Abtrennung der unverletzten roten Blutk\u00f6rperchen von den andern Bestandteilen des Blutes und das Extrahiren des Blutfarbstoffs mit Wasser zur\u00fcckf\u00fchren, wobei die unl\u00f6slichen Stromata derselben durch Filtriren oder Abstehen aus der L\u00f6sung entfernt werden.\nVon diesem Gesichtspunkte aus erscheint Fourcroy\u2019s (14 p. 718; 15 p. 314; 16 p. 155) Verfahren am wenigsten zweckm\u00e4ssig. Dasselbe bestand darin, dass der Blutkuchen, nach Entfernung des Serums, mit Wasser behandelt wurde. Die erhaltene L\u00f6sung nannte Fourcroy Blutfarbstoff, wobei er sie ihren Reactionen nach mit dem Blutserum verglich.\nIm Jahre 1794 erhielten Parmentier & Deyeux (44 p. 445) eine w\u00e4sserige L\u00f6sung von Blutfarbstoff, aber aus einem durch Leinwand gepressten Blutkuchen. Diese L\u00f6sung wurde gekocht und das erhaltene braune Coagulum verschiedenen Reactionen unterworfen. Die angestellten Beobachtungen, wie oberfl\u00e4chlich sie auch gewesen seien, leiteten Parmentier & Deyeux einerseits zu dem Schl\u00fcsse, dass in dem Niederschlag die Proteinsubstanz des Serums enthalten, andererseits zu der Annahme, dass dieselbe mit dem Blutfarbstoff verbunden sei: dennoch gelang cs genannten Autoren, trotz aller Bem\u00fchungen, nicht, die Protemsubstanz abzuscheiden '). Trotzdem vom Blutkuchen zur\u00fcckgehaltene Ueberreste des Serums in die w\u00e4sserige L\u00f6sung des Blutfarbstoffs \u00fcbergegangen und geformte Elemente des Blutes mitgerissen sein konnten, und trotzdem es den Autoren, m\u00f6glicherweise, an einer klaren Vorstellung vom Blutfarbstoff fehlte, ist es bemerkenswert, dass Parmentier & Deyeux die ersten waren, in denen der Gedanke an den Anteil einer\nJ) \u201eD\u2019apr\u00e8s ce qui vient d\u2019\u00eatre expos\u00e9, on voit que cette mati\u00e8re, que le feu a coagul\u00e9e, n\u2019est, \u00e0 proprement parler, que l\u2019albumen du s\u00e9rum combin\u00e9 avec la partie colorante. En effet on con\u00e7oit facilement que la mati\u00e8re albumineuse doit faire dfirtie de sa composition............ sans doute\nque, pour en avoir la preuve il auroit fallu pouvoir isoler l\u2019albumen de la substance teignante qui le colore en rouge; mais les exp\u00e9riences faites dans cette vue n\u2019ont pas eu les succ\u00e8s qu\u2019on attendoit\u201c. (44 p. 446).","page":72},{"file":"p0073.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.\t73\nProtemsubstanz an dem Aufbau des Blutfarbstoffs aufgestiegen war. Dieser Umstand ist um so interessanter, als, nach ihnen, Fourcroy zwar auch eine Proteinsubstanz in dem Blutfarbstoff annahm, diesen aber als eine Verbindung von Protemsubstanz, Eisenphosphat, Gelatine u. s. w. * *) betrachtete. Ebenso spricht sich zu Gunsten des Proteincharakters des Blutfarbstoffs auch Berzelius (1 p. 35) aus, indem er diesen nebst dem Albumin und Fibrin f\u00fcr Modificationen einer und derselben Substanz h\u00e4lt2). Demgem\u00e4ss unterscheidet Berzelius auch in dem Blutfarbstoff zwei verschiedene Zust\u00e4nde: einen l\u00f6slichen und einen durch W\u00e4rme geronnenen 3), wie sie f\u00fcr das Eiweiss bekannt waren. Diesen geronnenen Zustand des Blutfarbstoffs, wenn es erlaubt ist sich so auszudr\u00fccken, wollte Berzelius zur Abscheidung desselben benutzen. Er erhielt den reinen Blutfarbstoff\u2019 (3 p. 39; 1 p. 35; 4 p. 42) folgendennaassen: das Coagulum wurde in d\u00fcnne St\u00fccke geschnitten, diese zur Befreiung vom Serum auf Fliesspapier gelegt und dann, unzweifelhaft bei niedriger Temperatur, getrocknet (4 p. 46); aus den Schnitten wurde der Blutfarbstoff mit Wasser extrahirt und die erhaltene dunkle, undurchsichtige Fl\u00fcssigkeit durch Erw\u00e4rmen zumGe rinnen gebracht. Der brauneNiedersehlag wurde bei 70\u00b0 getrocknet. Berzelius hielt denselben f\u00fcr den Blutfarbstoff und fand in demselben, wie auch in dem geronnenen Eiweiss, die Eigenschaften des Fibrins. So l\u00f6ste sich dieses Coagulum nicht mehr in Wasser, wohl aber in Essigs\u00e4ure, wobei Ammoniak in der sauren L\u00f6sung einen dunkelbraunen Niederschlag hervorbrachte, in welchem Berzelius unver\u00e4nderten Blutfarbstoff erkannte, w\u00e4hrend das Filtrat gelb gef\u00e4rbt war und beim Abdampfen einen weissen, aus Albumin4) bestehenden Niederschlag a b s e tz t e, von welche m, B e r z e 1 i u s\u2019 W o r t e n nach, der Blutkuchen s c h w e r zu reinigen war (3 p. 41). Das soeben beschriebene Berzelius\u2019sche Verfahren diente nicht nur als Grundlage, sondern gab auch noch den Anstoss zur Darstellung des Globulins, folglich auch zur Erforschung der Zusammensetzung des H\u00e4matoglobins. Trotz der besseren Abtrennung des Serums durch Fliesspapier als durch Fourcroy\u2019s Verfahren kann man dennoch annehmen, dass in das w\u00e4sserige Extract des getrockneten Coagulums in Berzelius\u2019 Versuch auch Serumalbumin \u00fcbergegangen war; unstreitig waren auch Blutk\u00f6rperchen und deren Stromata in der L\u00f6sung suspendirt, was die Undurchsichtigkeit derselben beweist; dennoch spaltete sich das in L\u00f6sung befindliche H\u00e4matoglobin beim Kochen in H\u00e4matin und Globulin, welche, zusammen mit dem Albumin und den Stromata der Blutk\u00f6rperchen, ein braunes Coagulum bildeten; dieses bestand haupts\u00e4chlich aus dem Globulin des Blutfarbstoffs, infolgedessen nach der Aufl\u00f6sung desselben in Essigs\u00e4ure das Globulin in der L\u00f6sung vorherrschte; dabei schied sich bei der F\u00e4llung das H\u00e4matin, da es sich verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig leicht niederschl\u00e4gt, mit einem Teil des Globulins aus, und die Mutterlauge nahm eine gelbe F\u00e4rbung an, wobei in derselben die Hauptrolle wieder dem Globulin geh\u00f6-\n9 \u201eLe s\u00e9rum rouge du sang ou la partie colorante de ce liquide obtenue par le lavage du caillot, apr\u00e8s la s\u00e9paration du s\u00e9rum ou de la partie s\u00e9reuse blanche, est donc compos\u00e9 de beaucoup d\u2019eau, de mati\u00e8re albumineuse et g\u00e9latineuse, de phosphate de fer suroxid\u00e9, de soude et quelques substances salines\u201c (16 p. 156).\n*) \u201eFibrin, albumen and colouring matter, ressemble each other so closely, that they may be considered as modifications of one and the same substance, I shall in future call them albumi-\nnous contents of the blood, when speaking of the collectivity\u201c (1 p. 35).\n3) \u201eLa mati\u00e8re colorante dissoute fut s\u00e9par\u00e9e de Peau a) par l\u2019\u00e9 v a p a r a t i o n pour les exp\u00e9riences o\u00f9 il falloit l\u2019avoir sans alt\u00e9rations et avec conservation de sa solubilit\u00e9 et b) par l\u2019\u00e9-b u 11 i t i q n, qui la fait coaguler* (4 p. 42).\n*) \u201eLa solution, apr\u00e8s la pr\u00e9cipitation par l\u2019am-moniaque, est jaune et d\u00e9pose par l\u2019\u00e9vaporation une quantit\u00e9 de mati\u00e8re blanche, que l\u2019on voit clairement \u00eatre de l\u2019albumine, dont il est impossible de d\u00e9pouiller le caillot\u201c (3 p, 41).","page":73},{"file":"p0074.txt","language":"de","ocr_de":"74\nDAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.\nreu musste. Berzelius aber, der die feste Ueberzeugung besass, dass es einen l\u00f6slichen und einen unl\u00f6slichen Zustand des Blutfarbstoffs giebt, hielt die Prote'insubstanz der Mutterlauge f\u00fcr das aus dem Blutcoagulum mitgerissene, zur\u00fcckgebliebene Serumalbumin, und das durch Ammoniak ausgef\u00e4llte braune H\u00e4matin\u2014f\u00fcr den unver\u00e4nderten Blutfarbstoff.\nTiedemann & Gmelin (56 p. 13) und Gmelin (19 p. 1163), welche Berzelius\u2019 Ansicht vollkommen teilten, sich aber des verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig complicirten Verfahrens den reinen Blutfarbstoff zu erhalten nicht bedienen wollten, kochten, um das von Berzelius erw\u00e4hnte Albumin zu entfernen, das defibrinirte Blut, direct oder nach kurzem Abdampfen oder sogar nach der Gerinnung bei 100\u00b0, wiederholt mit Alkohol 36\u00b0 B. Als Resultat dieser Behandlung wurde einerseits ein aus Albumin bestehender R\u00fcckstand (19 p. 1163), andererseits eine Fl\u00fcssigkeit erhalten, welche beim Abk\u00fchlen braungef\u00e4rbte Flocken absetzte, die die Autoren zuerst mit dem Pflanzencasem (56 p. 13: 19 p. 1088), dann mit dem Casein (19 p. 1163) identificirten.\nIn einer anderen Reihe von Versuchen wurde das defibrinirte Blut mit einem Ueberscliuss von Salzs\u00e4ure behandelt: den dabei erhaltenen Niederschlag behandelte man mit heissem Alkohol, wobei auch hier ein \u201ebrauner R\u00fcckstand erhalten wurde und ausserdem eine Fl\u00fcssigkeit, die nach dem Abk\u00fchlen eine dem Gliadin \u00e4hnliche Substanz ausschied.\nEs unterliegt keinem Zweifel, dass in Tiedemann\u2019s und Gmelin\u2019s Versuchen, das Id\u00e4matoglobin ebenfalls in Globulin und H\u00e4matin zerfiel, wie bei Berzelius: doch w\u00e4re es unm\u00f6glich* zu sagen, welchem Protei'nk\u00f6rper des defibrinirten Blutes der R\u00fcckstand oder Niederschlag angeh\u00f6rt, der sich aus den alkoholischen L\u00f6sungen ausscheidet. In den R\u00fcckst\u00e4nden sowohl als auch in den Niederschl\u00e4gen konnte entweder eine Prote\u2019insubstanz des Farbstoffs, der Stromata oder des Serums, oder konnten alle diese Gebilde gleichzeitig in den Niederschl\u00e4gen und den R\u00fcckst\u00e4nden vorhanden sein *). In Lecanu\u2019s Arbeiten sehen wir eine Verbindung der ersten H\u00e4lfte der Berzelius\u2019schen Behandlungsmethode mit der zweiten H\u00e4lfte des von Gmelin und Tiedemann erdachten Verfahrens. Lecanu (27 p. 564; 29 p. 539 und 28 p. 5) befreite das Blutcoagulum von dem Serum, wusch es mit Wasser aus und extrahirte erst dann den Blutfarbstoff mit destillirtem Wasser; er fil-trirte (27 p. 564; 28 p. 5) die Farbstoffl\u00f6sung, was Berzelius nicht get h an hatte, obgleich letzterer behauptete, Lecanu habe sich seiner Methode bedient (5 p. 315); das erhaltene Filtrat liess Lecanu in der Sonne verdampfen. Den zu Pulververriebenen getrokneten Farbstoff l\u00f6ste er aufs neue in Wasser auf und f\u00e4llte die L\u00f6sung, zum Beweis dass der Blutfarbstoff ein aus 2 miteinander chemisch verbundenen Substanzen (27 p. 568) zusammengesetzter K\u00f6rper sei2), mit einigen Tropfen Salzs\u00e4ure, filtrirte den Niederschlag ab, trocknete ihn und extrahirte ihn mit Alkohol bis zur vollst\u00e4ndigen Entf\u00e4rbung des Nieder-sch lags, der, nach L e-canu\u2019s Meinung, alle Eigenschaften des Albumins (28 p. 20; 31 p. 215)zeigte, welches aus dem Serum ebenfalls mit Salz\u00e4ure ausgef\u00e4llt wird.\nDass dieses Albumin keine zuf\u00e4llige Beimengung ist, bewies Lecanu erstens durch sorgf\u00e4ltiges Abwaschen des Serums, zweitens durch die Best\u00e4ndigkeit des Verh\u00e4ltnisses zwischen dem aus dem Farbstoff enthaltenen Albumin und dem Farb-\n*) Robin et Yerdeil (46 p. 354) identificiren mit dem Globulin das soeben beschriebene Casein unter dem Namen \u201emati\u00e8re cas\u00e9euse des globules du sang (Gmelin)\u201c, was, nach dem soeben Gesagten, unrichtig ist.\n2) \u201eUn examen plus approfondi permet de reconna\u00eetre que la mati\u00e8re colorante du sang de boeuf, telle que nous venons de l\u2019\u00e9tudier, ne constitue pas un v\u00e9ritable principe imm\u00e9diat. On peut le d\u00e9montrer de la mani\u00e8re suivante:....\u201c (28 p. 20).","page":74},{"file":"p0075.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.\n75\nStoff selbst, wobei das Albumin gerade die H\u00e4lfte ') des Gewichts des Blutfarbstoffs (29 p. 554) betrug.\nAus dem Gesagten erhellt, dass Lecanu der erste gewesen ist, welcher reines H\u00e4matoglobin erhalten, auf den Zerfall des H\u00e4matoglobins in einen Prote\u00fcn-k\u00f6rper und H\u00e4matin hingewiesen und vielleicht auch Chromoglobin, das heisst die von den andern Protemk\u00f6rpern des Blutes freie Protemsub stanz von dessen Jarbstoff, wenn auch im gerronnenen Zustande, erhalten hat.\nBerzelius jedoch, der Lecanu\u2019s Idee nicht begriffen hatte, sprach anf\u00e4nglich (5 p. 317) dessen Beobachtungen jegliche Bedeutung ab, indem er die Reaction des von Lecanu ausgeschiedenen braunen Farbstoffs (H\u00e4matin) f\u00fcr Reactionen des gew\u00f6hnlichen Blutfarbstoffs (H\u00e4matoglobin) 2) erkl\u00e4rte. In der Folge jedoch war Berzelius gen\u00f6tigt die Richtigkeit von Lecanu\u2019s Schluss anzuerkennen (7 p. 315; 8 p. 60), obgleich er dennoch Tiedemann und Gmelin als dessen Vorg\u00e4nger betrachtet\u2014eine Ansicht, welche beinahe von allen sp\u00e4teren Autoren geteilt wurde.\nAuf Grund unserer oben angef\u00fchrten historischen Untersuchungen wagen wir es zu behaupten, dass schon im Jahre 1812 Berzelius selbst, ohne \u00fcbrigens sich davon Rechenschaft zu geben, denselben Protemk\u00f6rper und zwar, wie wir schon oben gesehen, in viel reinerer Gestalt als Tiedemann & Gmelin erhalten hatte; endlich besasscn Gmelin & Tiedemann und nach ihnen Lecanu bei ihren Untersuchungen als Ausgangspunkt Berzelius\u2019 Arbeit vom Jahre 1812. Wenn man schon Berzelius\u2019 Ansicht teilen wollte, so w\u00fcrde die Priorit\u00e4t jedenfalls Parmentier und Deyeux (p. n. 3) geh\u00f6ren.\nDem Andenken des grossen Gelehrten zu Ehren wollen wir die oben beschriebene Behandlungsmethode des H\u00e4matoglobulins mit Essigs\u00e4ure, dann mit Ammoniak das Berzelius\"sehe Verfahren nennen.\nDie auf Lecanu\u2019s Arbeit folgenden Untersuchungen von O'Shaugnesy (42 p. 254) und Simon (49 p. 35; 51 p. CXIV) standen, was die Ausf\u00fchrung betrifft, den Arbeiten ihrer Vorg\u00e4nger nach. So behandelte ersterer den Blutfarbstoff, nachdem er ihn, gleich Lecanu, aus dem Blutcoagulum erhalten hatte, einfach mit kochendem Alkohol, wobei er aus dem abgek\u00fchlten Filtrat eine Substanz erhielt, die er Subrubrin benannte; einer weiteren Reinigung wurde dieser K\u00f6rper nicht unterworfen. Simon behandelte das getrocknete Blut mit Alkohol ebenso wie Gmelin & Tiedemann, (p. n. 74). Wrie bei diesen Autoren, schied sich auch bei Simon nach der Abk\u00fchlung des Alkoholextracts eine Protein Substanz ab, welche Simon wegen ihrer Eigenschaft sich in heissem Alkohol zu l\u00f6sen und nach der Abk\u00fchlung des letzteren auszufallen, f\u00fcr Casein ansah, da Simon diese Eigenschaft f\u00fcr das Casein f\u00fcr besonders charakteristisch hielt.\nIn der Folge verbreitete Simon (52 p. 82 u. 66; 53 p. 258; 50 p. 5) besonders energisch die Idee, dass diese Substanz des Blutfarbstoffs Casein sei, obgleich die Art und W^eise, wie er sie erhielt, ihm nicht das Recht gab zu behaupten, dass das von ihm erhaltene Pr\u00e4parat dem H\u00e4moglobin des Blutes angeh\u00f6rte. Das defibrinirte Blut wurde zur Trockne eingedampft, zu Pulver verrieben, dieses von den Fetten zuerst mittelst Aether befreit, und dann in Alkohol (sp. Gewicht 0, 915) gekocht, wobei das heisse Filtrat nach dem Abk\u00fchlen rote Flocken absetzte. Diese wurden von Simon f\u00fcr die Substanz des Blutfarbstoffs gehalten und Casein genannt. Dasselbe\nf) \u201e..elle fournit toujours la m\u00eame proportion\nd\u2019albumine, environ la moiti\u00e9 de son poids\u201c (28\np. 21).\n2) \u201eAllein unm\u00f6glich fuhren diese Versuche zur Annahme einer chemischen Arerbindung zwischen einem f\u00e4rbenden Stoff und Eiweiss, die eine Um-\nkleidung der Blutk\u00fcgelchen bilde, weshalb also der neue Globulin (H\u00e4matin) f\u00fcr die Wissenchaft \u00fcberfl\u00fcssig wird. Hinzuzuf\u00fcgen ist noch, dass alle von Lecanu vom Globulin (H\u00e4matin) angegebenen Eigenschaften mit den gew\u00f6hnlichen Angaben \u00fcb\u00e9r den Blutfarbstoff \u00dcbereinkommen....\u201c (5 p. 317)'.","page":75},{"file":"p0076.txt","language":"de","ocr_de":"76\nDAS GLOBULIN UES BLUTF URBSTOFFS.\nkann auch von Dumas und Caliour\u2019s Arbeit (12 p. 415) gesagt werden: nach der Abk\u00fchlung eines heissen alkoholischen Extracts aus einem Blutcoagulum erhielten die Autoren Flocken, welche sie indessen, vorsichtiger als Simon, \u201eBlutcasem,, (cas\u00e9ine du sang) benannten.\nEs ist hier am Platze zu erw\u00e4hnen, dass Bobin & Verdeil mit dem Ausdruck \u201eGlobulin\u201c den Ausdruck \u201eTommellin\u201c (tommelline) identificiren, den sie (46 p. 354) Parmentier & Deyeux zuschreiben, obgleich in den von ihnen angezeigten Quellen nichts \u00e4hnliches zu finden ist.\nDem Sinne dieser Benennung nachforschend, fand ich bei Fourcroy (16 p. 154) Hinweise darauf, dass Deyeux im Blutfarbstoff ausser Albumin und andern von Fourcroy angenommenen K\u00f6rpern (p. n. 75) das Vorhandensein von Tommellin1 *) oder tommel-]\u00f6ser Substanz (mati\u00e8re tommelleuse), das heisst einer k\u00e4sigen Substanz, von dem gleichbedeutenden franz\u00f6sischen Worte \u201e torn me\u201c, nach Wittstein\u2019s Erkl\u00e4rung (61 p. 718), zugab. Durch die Gegenwart der tommell\u00f6sen Substanz glaubte, Fourcrov\u2019s Worten nach, Deyeux die Consistenz der Blutwursta) erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen. Wie nichtig die Veranlassung auch gewesen sei, die Existenz eines Tommellins anzunehmen, so hielten es die nachfolgenden Autoren dennoch f\u00fcr ihre Pflicht, in ihren Arbeiten eines solchen zu erw\u00e4hnen, indem sie, sich auf Parmentier und Deyeux\u2019s gemeinschaftliche 3) Arbeit berufend, diese Substanz mit den Kamen der genannten Autoren eng verkn\u00fcpften. Bobin & Verdeil verliehen dieser Benennung ausserdem noch ein gewisses Gewicht, indem sie dieselbe in eine Beihe mit dem Globulin stellten; weshalb wir auch bei der Aufz\u00e4hlung der Synonyme das Tommellin mit den Kamen Bobin & Verdeil (p. n. 70) verkn\u00fcpft haben.\nNachdem Hewson (20 p. 11) gezeigt hatte, dass das Blut in Gegenwart von Salzen nicht gerinnt, war, so viel mir bekannt, Lecanu der erste, der eine concentrirte L\u00f6sung von schwefelsaurem Katron im Verh\u00e4ltniss von 8 Volumina des Salzes auf 1 Volum Blut anwandte (1837,30 p. 48; 31 p. 216), um das Gerinnen des Blutes zu verh\u00fcten und dadurch reine Blutk\u00f6rperchen zu erhalten. Kach der Abscheidung wurden diese mit schwefels\u00e4urehaltigem Alkohol bis zu vollst\u00e4ndiger Extraction des Farbstoffs behandelt. Den auf diese Weise erhaltenen weissen B\u00fcckstand hielt Lecanu f\u00fcr Albumin, welches mit Schwefels\u00e4ure verbunden war. Er sah darin, \u00fcberhaupt, einen neuen Beweis f\u00fcr seinen Satz, dass der Blutfarbstoff aus H\u00e4matin und Albumin bestehe, ohne zu ber\u00fccksichtigen, dass in diesem Prote\u00fcnniederschlag die Stromata der Blutk\u00f6rperchen nicht die letzte Bolle spielten.\nBald darauf macht Berzelius (8 p. 72) den Vorschlag, schon defibrinir-t e s Blut mit wenigstens 4 Volumina einer concentrirten L\u00f6sung von schwefelsaurem Katrium zu vermischen, um durch diese Behandlung unver\u00e4nderte und leicht auf dem Filter zur\u00fcckbleibende Blutk\u00f6rperchen zu erhalten. Die auf dem Filter\nil est utile de donner \u00e0 son nom une terminaison \u00e9gale \u00e0 celle de plusieurs autres substances animales...\u201c (16 p. 154).\n2)\tJolin (25 p. 35), Lecanu (30 p. 12) u. Wittstein (61 p. 718) geben mehr oder weniger richtige Angaben, indem sic sich zum Teil auf Fourcroy berufen.\n3)\tIm \u201eAllgemeinen Journal der Chemie\u201c von Scherer, Bd. III, wird im Referat des Artikels von Deyeux (11 p. 143) erw\u00e4hnt, dass f\u00fcr \u201etommellin e\u201c f\u00e4lschlich \u201et r o m m e 11 i n e\u201c gebraucht worden war.\ni) \u201eLe citoyen Deyeux croit que la partie colo-\nrante du sang contient, outre l\u2019albumine, la g\u00e9la-\ntine, le phosphate de fer, et les sels que l\u2019analyse y a montr\u00e9s, une substance particuli\u00e8re, \u00e0 laquelle il attribue plusieurs de ses caract\u00e8res, et notamment la concr\u00e9tion homog\u00e8ne du sang entier dans la pr\u00e9paration du boudin; c\u2019est pour cela qu\u2019il nomme cette substauce mati\u00e8re tommelleuse. C\u2019est depuis son travail sur le sang qu\u2019il parait avoir port\u00e9 son attention sur cette mati\u00e8re, puisqu\u2019il n\u2019en avait absolument rien dit dans le Journal de Physique o\u00f9 sa premi\u00e8re analyse est consign\u00e9e. Il a distingu\u00e9 la tommelline, car","page":76},{"file":"p0077.txt","language":"de","ocr_de":"IDAS OFOBUL\u00ceN T)ES BLUTFARBSTOFFS.\n77\ngesammelte Masse Blutk\u00f6rperchen wurde, wie in Lecanu\u2019s Falle, mit Alkohol, welcher eine geringe Quantit\u00e4t Schwefels\u00e4ure enthielt, bis zur vollst\u00e4ndigen Entfernung des H\u00e4matins behandelt, wobei auf dem Filter eine farblose Globulinmasse zur\u00fcckblieb *).\nGew\u00f6hnlich wird dieses Verfahren die Blutk\u00f6rperchen abzutrennen und Globulin darzustellen entweder Berzelius oder Johannes M\u00fcller zugeschrieben; wir wagen aber zu behaupten, dass Lecanu der erste war, der es im J. 1837 anwandte a).\nBei Berzelius selbst (8 p. 69) finden wir einen deutlichen Hinweis darauf, dass er in dieser Hinsicht Lecanu gefolgt war. Beide genannte Autoren machten sich eines groben Fehlers schuldig, indem sie die auf dem Filter zur\u00fcckgebliebene Prote\u00fcnmasse f\u00fcr eine ausschliesslich dem H\u00e4matoglobin angeh\u00f6rige hielten, ohne zu ber\u00fccksichtigen, dass neben dem Globulin auch noch die Prote'insubstauz der Stromata der roten Blutk\u00f6rperchen zur\u00fcckgeblieben war. Dieser Umstand gab in der Folge Veranlassung zu einer zweifachen Erkl\u00e4rung der so zu sagen anatomischen Bedeutung des Globulins: die einen verstanden unter dem Namen \u201eGlobulin\u201c die Substanz der Stromata, die anderen diejenige des Blutfarbstoffs. Es unterliegt keinem Zweifel, dass sowohl Lecanu (31 p. 215 u. a.) als auch Berzelius (8 p. 62 u. 71) das von ihnen erhaltene Pr\u00e4parat f\u00fcr die Prote'insubstanz des H\u00e4inatoglobins3) ansahen. Ersterer identificirte sie mit dem gew\u00f6hnlichen Albumin, w\u00e4hrend Berzelius zum Unterschied vom Albumin dieselbe \u201eGlobulin\u201c benannte und letzteres durch folgende Reactionen charakterisirte: 1) das Globulin ist in einer Salzl\u00fcsug, welche Albumin gel\u00f6st enth\u00e4lt, unl\u00f6slich, 2) in reinem Wasser dagegen l\u00f6slich; 3) aus der w\u00e4sserigen L\u00f6sung f\u00e4llt das Globulin beim Erw\u00e4rmen nicht als Coagu-liun sondern als k\u00f6rniger Niederschlag aus. Trotz der scharfbestimmten Bedeutung des Globulins hatte Berzelius kein einziges Mal ein einigermaassen reines (wenn auch ver\u00e4ndertes) Pr\u00e4parat der Prote'insubstanz des Blutfarbstoffs\u2014des Globulins\u2014erhalten. Daher wird die Unbestimmtheit der obenerw\u00e4hnten Reactionen des Globulins nicht nur durch den Umstand verst\u00e4rkt, dass Berzelius ein Gemenge von Globulin und Stromasubstanz, zuweilen auch Albumin erhielt, sondern auch noch dadurch, das\n9 \u201eEs (Globulin) macht den Hauptbestandteil der Blutk\u00f6rperchen aus. Wenn die mit Schwefels\u00e4ure verbundenen Bestandteile der Blutk\u00f6rperchen durch Auskochen mit Alkohol abgeschieden worden sind, so bleibt das schwefelsaure Globulin farblos zur\u00fcck. Lecanu hat es f\u00fcr Albumin gehalten...\u201c (8 p. G9).\n9 \u201eTai fait de nombreuses tentatives pour isoler les globules, soit en m\u00e9langeant ensemble du sang r\u00e9cemment recueilli et des dissolutions satur\u00e9es de sucre, de gomme, de sulfate de soude, d\u2019hydrochlorate de soude, de nitrate de potasse etc., que je supposais devoir agir surtout en augmentant la densit\u00e9 du liquide, soit en d\u00e9layant dans ces dissolutions du caillot frais ou du sang s\u00e9ch\u00e9 \u00e0 + 50\u00b0. (30 p. 49). Je fais arriver directement le jet de sang dans un flacon \u00e0 large ouverture, en partie rempli de solution satur\u00e9e de sulfate de soude. J\u2019agite de mani\u00e8re \u00e0 m\u00e9langer les deux liquides, mais avec pr\u00e9caution, sans secousse, afin de ne pas d\u00e9chirer les globules. Le m\u00e9lange, form\u00e9 d\u2019environ 8 parties en volume de solution saline contre 1 de sang, est abandonn\u00e9 \u00e0 lui-m\u00eame dans\nun lieu frais pendant quelques heures. Au bout de ce temps il ne s\u2019est pas form\u00e9 de caillot; le m\u00e9lange, d\u2019abord intime, s\u2019est partag\u00e9 en deux eouehes, l\u2019une sup\u00e9rieure, liquide, peu ou point ros\u00e9e; l\u2019autre inf\u00e9rieure, \u00e9paisse, pouge de sang, laissant apercevoir, lorsque par l\u2019agitation on le remet en suspension, un nombre consid\u00e9rable de petits corpuscules globulaires \u00e0 reflet nacr\u00e9. Si l\u2019on filtre, le liquide rosac\u00e9 traverse rapidement le papier; les globules restent \u00e0 sa surface.\u201c (30 p. 50).\n3) \u201eDie Verbindug von Globulin und Haematin will ich Blutroth nennen (8 p. 62), Blutroth ist die Verbindung zwischen Globulin und Haematin im Blutk\u00f6rperchen\u201c (ib. p. 71).\nInteressant ist es, dass Berzelius, ohne mit Simon in Bezug auf die Identit\u00e4t des Globulins und des Caseins \u00fcbereinzustimmen, erw\u00e4hnt, dass eine w\u00e4sserige L\u00f6sung aus in einer Natriumsulfatl\u00f6sung zu Boden gefallenen Blutk\u00f6rperchen erhaltenem H\u00e4matoglobin (!) gegen 83\u00b0 sich vollst\u00e4ndig niederschl\u00e4gt, w\u00e4hrend das Casein sogar bei l\u00e4ngerem Kochen der Milch nicht ausf\u00e4llt (9 p, 550).","page":77},{"file":"p0078.txt","language":"de","ocr_de":"78\nDAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.\ndem Globulin die erste Reaction nicht auf Grund der factischen Erforschung der Eigenschaften selbst, der von ihm im Gemenge erhaltenenen Prote\u00fcnk\u00f6rper, zugeschrieben wurde, sondern als Resultat einer unklaren Vorstellung von dem Bau der roten Blutk\u00f6rperchen erscheint. In der That beschreibt und erkl\u00e4rt Berzelius die erste Reaction folgendermasssen: \u201eDas Globulin ist unl\u00f6slich in einer salzhaltigen Fl\u00fcssigkeit, die Albumin aufgel\u00f6st enth\u00e4lt, aber l\u00f6slich in reinem Wasser. Das Blut kann man mit viel Wasser verd\u00fcnnen, wenn dieses ein wenig Salz enth\u00e4lt, ohne dass das Globulin aufgel\u00f6st wird. Dagegen kann man in Blutwasser und Eiweiss neutrale Salze von Alkali aufl\u00f6sen, ohne dass das Albumin gef\u00e4llt wird. Wenn die Unl\u00f6slichkeit des Globulins in Blutwasser sich darauf gr\u00fcndete, dass dieses eine ges\u00e4ttigte Albuminl\u00f6sung w\u00e4re, so w\u00fcrde eine Verd\u00fcnnung mit Wasser, welches 1 Procent Kochsalz oder Zucker enth\u00e4lt, die Aufl\u00f6sung des Globulins, im Fall es Eiweiss w\u00e4re, nicht verhindern\u201c (8 p. 70). Diese auf den ersten Blick so unverst\u00e4ndliche Betrachtung wird klar, wenn man erw\u00e4gt, dass die Vorstellungen, die Berzelius von dem Bau des roten Blutk\u00f6rperchens hatte, h\u00f6chst unbestimmt waren (ib. p. 20): dass, offenbar, trotz seiner klaren theoretischen Vorstellungen von der Verbindung des Globulins und des H\u00e4matins zu Blutfarbstoff dieser Autor practisch, in seinen Versuchen, die Begriffe \u201eGlobulin\u201c und \u201eBlutfarbstoff\u201c nicht streng unterschied. Somit kann die oben angef\u00fchrte von Berzelius gegebene Erkl\u00e4rung keineswegs als Charakteristik f\u00fcr das Globulin dienen, sondern beantwortet direct, wenn auch ungen\u00fcgend, die ganz \u00fcberfl\u00fcssige Frage: warum die Blutk\u00f6rperchen ihren Farbstoff dem Serum, den Salz-und Zuckerl\u00f6sungen nicht abgeben. Das Gesagte illustrirt am besten ein Vergleich der oben angef\u00fchrten Erkl\u00e4rung des Autors mit seinen eigenen Worten aus derselben Arbeit (ib p. 20): \u201edas Blutwasser kann beliebig stark mit Salz-oder Zuckerl\u00f6sung verd\u00fcnnt werden, ohne dass dadurch die Blutk\u00f6rperchen aufgel\u00f6st w\u00fcrden; wird es aber mit reinem Wasser vermischt, so werden sie nach und nach aufgel\u00f6st, und es bleiben nur die Kerne (Stroma\u2014zu lesen) ungel\u00f6st zur\u00fcck (8 p. 20)\u201c. Somit bezieht sich die erste Reaction des Globulins\u2014dessen vermeintliche Unl\u00f6slichkeit in salzhaltigen Eiweissstoffl\u00f6sungen \u2014 eigentlich nicht auf das H\u00e4moglobin, sondern auf die Blutk\u00f6rperchen. Schon damals (35 p. 883) erkl\u00e4rten Liebig und in der Folge Lehmann (32 p. 377) und Wittich (60 p. 11) an der Hand factischer Thatsachen, dass die erw\u00e4hnte Reaction nicht das Globulin sondern die Blutk\u00f6rperchen betrifft, die, Wittich\u2019s Ausdruck gem\u00e4ss, einen organisirten Stoff vorstellen, welcher unter den Bedingungen, die es Berzelius erm\u00f6glichten Blutk\u00f6rperchen zu erhalten, seinen Farbstoff der L\u00f6sung nicht abgeben konnte. Das soeben gesagte erkl\u00e4rt auch die zweite dem Globulin zugeschriebene Reaction\u2014dessen L \u00f6 s 1 i c h-keit in Wasser. Ein Vergleich der angef\u00fchrten Citate (8 p. 20 u. 70) zeigt, dass Berzelius als L\u00f6slichkeit des Globulins in Wasser die L\u00f6slichkeit des H\u00e4mato -globulins in demselben ansali. Dies ist um so richtiger, als ich in Berzelius\u2019 Arbeiten (bis zum Jahre 1840 inclusive) nirgend gefunden habe, dass er die L\u00f6slichkeit in Wasser der von ihm u n d Lee a n u durch Zersetz u n g v o n Hamatoglobin, n a c h E n t f e r n u n g des H\u00e4matins d u r c h g 1 e i c h-zeitige Einwirkung von S\u00e4uren und Alkohol erhaltenen und von Berzelius \u201eGlobulin\u201c benannten Proteinsubstanz, gepr\u00fcft h\u00e4tte.\nDem Dar gelegten gem\u00e4ss fehlt es in Berzelius\u2019 Arbeiten auch an irgend einer Angabe \u00fcber dieWirkung derW\u00e4rme auf w\u00e4sserige oder andere Globulinl\u00f6sungen. Aus diesem Grunde dient die dritte von Berzelius angef\u00fchrte Reaction\u2014das Ausfallen des Globulins in der W \u00e4rme in Gestalt eines k\u00f6rnigen Niederschlags\u2014auch wieder als Charakteristik f\u00fcr eine w\u00e4sserige H\u00e4matoglobulinl\u00f6sung. Ueberall, wto von H\u00e4matoglobulin die Rede ist. sagt Beize-","page":78},{"file":"p0079.txt","language":"de","ocr_de":"t)AS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.\n79\nlins, dass die w\u00e4sserige L\u00f6sung des Blutfarbstoffs beim Erhitzen eine k\u00f6rnige Masse absetzt (6 p. 50 und 428; 8 p. 76, 78 u. 526). Vergleichen wir diese Thatsachen mit der Beschreibung der dritten Reaction (8 p. 70): \u201eWenn eine Aufl\u00f6sung von Globulin in reinem Wasser bis zu einer gewissen Temperatur erhitzt wird, so coagulirt es, aber das Coagulum bildet nicht Flocken oder einen zusammenh\u00e4ngenden Kuchen, sondern eine k\u00f6rnige Masse, die von coagulirtem Albumin ganz verschieden ist\u201c! Dass Berzelius hier eine H\u00e4matoglobinl\u00f6sung vor sich hatte, beweist folgender Satz: \u201eMan k\u00f6nnte dagegen einwenden, dass die Einmischung von H\u00e4matin die Ursache dieses ungleichen Verhaltens w\u00e4re. Aber das H\u00e4matin macht nicht v\u00f6llig i/3a davon aus, und\u201c... Es ist klar, dass Berzelius seine Versuche nicht mit Globulin \u201d sondern mit H\u00e4matoglobin anstellte, welches selbstverst\u00e4ndlich bei der Einwirkung von W\u00e4rme auf dessen w\u00e4sserige L\u00f6sung zerf\u00e4llt und Niederschl\u00e4ge von coagulirtem Globulin und H\u00e4matin bildet. Somit muss die erste Reaction des Globulins auf die Blutk\u00f6rperchen bezogen werden, w\u00e4hrend die zweite und dritte auf den Eigenschaften des H\u00e4mato-globins beruhen. Im allgemeinen genommen, hat Berzelius\" ausser der Benennung \u201eGlobulin\u201c keine die Prote'insubstanz des Blutfarbstoffs charakterisirenden Thatsachen geliefert.\nIn Ermangelung von Angaben \u00fcber solche Eigenschaften des Globulins, durch welche es sich von dem Albumin unterscheiden w\u00fcrde, fesselt unsere Aufmerksamkeit die Identit\u00e4t des Globulins des Blutfarbstoffs und der Prote'insubstanz der Linse des Auges (s. Kapitel II). auf welche Berzelius zuerst, und zwar gleichzeitig mit der Einf\u00fchrung des theoretischen Begriffs \u201eGlobulin\u201c in die Chemie, hinwies. In seiner Beschreibung des Niederschlags (8 p. 70), in Gestalt einer k\u00f6rnigen Masse, den man beim Erhitzen des Globulins (cl. h., wie oben gesagt, p. n. 12, des H\u00e4matoglobins) erh\u00e4lt, sagt Berzelius: \u201e....ausserdem giebt es einen mit allen Eigenschaften des Globulins versehenen K\u00f6rper, die Lens crystallina im Auge, welcher absolut frei von H\u00e4matin ist. und welcher doch auf dieselbe Weise k\u00f6rnig coagulirt\u201c (8 p. 70).\nWie erstaunlich diese Identificirung der Substanz der Linse mit dem Globulin, wenn auch nur (das oben Gesagte in Betracht ziehend) in Gestalt des H\u00e4matoglobins auch sei, erscheint sie als logische Folge der Vorstellung, die Berzelius seit 1812 von dem Blutfarbstoff, als einem von Albumin und Fibrin sich wenig unterscheidenden Prote'ink\u00f6rper, hatte (1 p. 35). Im Jahre 1817 spricht er (4 p. 51) sich dar\u00fcber bestimmter aus: \u201eder Blutfarbstoff besitzt die meisten Eigenschaften des Albumins und des Fibrins, steht aber der Linse des Auges am n\u00e4chsten1). Die unmittelbare Veranlassung, diese zwei Substanzen f\u00fcr identisch zu erkl\u00e4ren war der k\u00f6rnige Niederschlag der geronnenen L\u00f6sungen des Blutfarbstoffs und der Substanz der Linse, wobei der Autor nur in der Farbe einen Unterschied sah (2 p. 68; 6 p. 428). Uebrigens erkl\u00e4rt Berzelius sowohl im Jahre 1831 als auch im Jahre 1840 ganz unumwunden, dass er den k\u00f6rnigen Niederschlag aus dem Linsenextraot nicht mit demjenigen des Globulius sondern mit dem Niederschlag des Blutfarbstoffs verglichen2) hatte. Noch mehr: diese Aehnlichke.it zwischen dem Blutfarbstoff und der Substanz der Linse hatte f\u00fcr Berzelius etwas so Wunderbares und Wesentliches, dass er\n*) \u201eLa mati\u00e8re colorante partage la plupart des propri\u00e9t\u00e9s de la fibrine et de l\u2019albumine, dont elle ne diff\u00e8re que par sa couleur et par le fer qu\u2019elle contient. Elle ressemble encore plus parfaitement \u00e0 la couleur pr\u00e8s, au lens cristallina, et les cendres de celui-ci ne contiennent que des traces de fer\u201c (4 p. 51).\n2) 1831: \u201eDiese Fl\u00fcssig- 1840: \u201eDieseFl\u00fcssigkeit keit enth\u00e4lt eine eigene enth\u00e4lt eine eigene thie-thierisclie Materie aufge- rische Materie aufgel\u00f6st, l\u00f6st, die offenbar zu den die offenbar zu den albu-eiweissartigen geh\u00f6rt, minartigen geh\u00f6rt, sich sich aber vom Faserstoff aber vom Fibrin dadurch dadurch unterscheidet, unterscheidet, dass sie","page":79},{"file":"p0080.txt","language":"de","ocr_de":"so\nDAS GLODUL\u00ceN DtiS BLUfFARBSTOFFS.\nsogar glaubte, aus w\u00e4sserigem Linsenextract den Blutfarbstoff synthetisch darstellen zu k\u00f6nnen, indem er diesen mit Eisenchlorid und Ammoniak behandelte, um der Mischung auch die dem Blutfarbstoff entsprechende Farbe zu verleihen (4 p. 68.6 p. 428). Die Idee des schwedischen Chemikers von der Aehnlichkeit des H\u00e4matoglobins mit der Substanz der Linse schien durch Lecanu\u2019s Arbeiten eine f\u00fcr ihn w\u00fcnschenswerte Best\u00e4tigung erhalten zu wollen. War es Berzelius nicht gelungen aus der Linse Blutfarbstoff darzustellen, so gl\u00fcckte es dagegen Lecanu aus dem Blutfarbstoff Albumin auszuscheiden. Bas, woran es Berzelius zur Verwandlung der Substanz der Linse in H\u00e4matoglobin gefehlt hatte, schied Lecanu aus. Berzelius\u2019 Lehre nach, waren, offenbar, in dieser Gleichung \u00e4hnliche, identische Substanzen zur\u00fcckgeblieben. Wenn Berzelius die Substanz der Linse fr\u00fcher (1817, 1831) mit dem Blutfarbstoff verglichen hatte, so identificirte er sie nunmehr (1840) mit dem Globulin des Blutfarbstoffs. Hatte jetzt die Substanz der Linse die Benennung \u201eGlobulin\u201c erhalten, so \u00fcbertrug sie ihrerseits alle ihre Eigenschaften auf die Prote\u00fcnsubstanz des Blutfarbstoffs\u2014das Globulin. Wenn der Blutfarbstoff einige mit der Substanz der Linse gemeinschaftlichen Eigenschaften (L\u00f6slichkeit in Wasser, Ausscheidung aus der w\u00e4sserigen L\u00f6sung beim Erhitzen in Gestalt einer k\u00f6rnigen Masse u. s. w.) besass, so geh\u00f6rten sie offenbar dem Globulin des Blutfarbstoffs an. Dies schien Berzelius so klar: man brauchte in den Beschreibungen der \u00e4hnlichen lleactionen der Substanz der Linse und des Blutfarbstoffs von 1817 (4 p. \u00f6l) und 1831 (6 p. 428) den Ausdruck \u201eFarbstoff des Blutes\u201c nur durch das Wort \u201eGlobulin\u201c zu ersetzen, damit die Prote\u00fcnsubstanz des Blutfarbstoffs\u2014das Globulin\u2014nicht nur die der Substanz der Linse innewohnenden Eigenschaften erhalte, sondern auch gewisse Eigenschaften des Blutfarbstoffs behalte (s. Cit\u00e2t 2 p. n. 79)! Seit Lecanu\u2019s Entdeckung f\u00fchrte Berzelius \u00fcberhaupt alle identischen Reactionen des Blutfarbstoffs und der Linse auf das Globulin des Blutfarbstoffs zur\u00fcck!\nSomit finden wir bei Berzelius, ausser der Benennung, keine Angaben \u00fcber die Eigenschaften der Substanz, deren Lecanu zuallererst erw\u00e4hnt hat, dem folglich vorl\u00e4ufig auch das Recht zukommt, diese Substanz als ein durch die Einwirkung von S\u00e4uren und Alkohol ver\u00e4ndertes Albumin\u2014schwefelsaures Albumin, wie er es nennt\u2014zu betrachten. Lecanu besteht fest auf dieser Ansicht auch noch im Jahre 1837 (31 p. 215), indem er unter anderem den Beweis f\u00fchrt, dass auch Eieraibumin bei dem Uebergang in den eoagulirten Zustand unter der Einwirkunz von S\u00e4uren H\u00e4matin mit sich reisst, wie das Globulin bei dem Zerfall des H\u00e4matoglobulins (ib. p. 82).\nCharakteristische Z\u00fcge des von Lecanu im Blutfarbstoff beschriebenen und uns von Berzelius unter dem Namen Globulin vermachten K\u00f6rpers finden wir zu Anfang der vierziger Jahre keine aufgezeichnet; indessen war Berzelius\u2019 Autorit\u00e4t so gross, dass die Benennung \u201eGlobulin\u201c nicht vergessen wurde; und wenn mit diesem Ausdruck auch nicht die Vorstellung von irgend einer von den schon damals bekannten Prote'ink\u00f6rpern verschiedenen Substanz verbunden werdep kann, so ist mit demselben jedenfalls sowohl die Art und Weise als auch die Quelle der\ndass sie nicht freiwillig gerinnt, und vom Eiweiss dadurch, dass die con-centrirte Aufl\u00f6sung beim Erhitzen nicht zu einer zusammenh\u00e4ngenden Masse gesteht, sondern k\u00f6rnig wird, gerade wie geronnener F a r b $ t o ff,\nnicht freiwillig gerinnt, und vom Albumin dadurch, dass die concen-trirte Aufl\u00f6sung beim Erhitzen nicht zu einer zusammenh\u00e4ngenden Masse gesteht, sondern k\u00f6rnig wird gerade wie geronuenes B1 u t r-o t h,\nvon dem sie sich jedoch durch ihre Farblosigkeit unterscheidet. Ihr ganzes \u00fcbriges chemisches Verhalten ist dasselbe, wie ich es vom F a r b-stoff des Blutes auff\u00fchrte\u201c (6 p. 428).\nvon dem sie sich jedoch durch ihre Farblosigkeit unterscheidet. Ihr ganzes \u00fcbriges chemisches Verhalten ist dasselbe, wie ich es vom Globulin anf\u00fchrte\u201c (8 p. 526).","page":80},{"file":"p0081.txt","language":"de","ocr_de":"PAS GLOBULIN PES BLUTFARBSTOFFS.\n81\nDarstellung eng verkn\u00fcpft, da sich letztere von den bis dahin \u00fcblichen Methoden und gew\u00f6hnlichen Quellen zur Gewinnung irgend eines Protemk\u00f6rpers wesentlich unterscheiden.\nDie Schwierigkeit der Darstellung des Blutfarbstoffs sowie die Unbestimmtheit seiner Keactionen, haupts\u00e4chlich aber auch noch die Verwirrung der Begriffe von dem Globulin und dem Blutfarbstoff in Berzelius\u2019 Arbeiten erkl\u00e4ren die Ungerechtigkeit, der sich manche sp\u00e4tere Autoren diesem K\u00f6rper gegen\u00fcber schuldig gemacht haben. Es waren noch keine 10 Jahve vergangen, als man der Substanz des Blutfarbstoffs nicht nur das Priorit\u00e4tsrecht auf die Benennung \u201eGlobulin\u201c absprach, sondern es \u00fcberhaupt f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig hielt ihrer in mehr oder weniger bestimmten Ausdr\u00fccken zu gedenken. Globulin wird schon die Substanz der Linse\u2014das Krystallin\u2014genannt, wie z. B. in Strecker\u2019s Artikel (54 p. 575), in der 2-ten Auflage von Liebig\u2019s W\u00f6rterbuch, wo es unter anderem in der Anmerkung zu dem Paragraphen \u201eGlobulin\u201c heisst, dass die eiweissartige Substanz des Blutfarbstoffs die Eigenschaften des Globulins besitzt! Lehmann (1853, 33 p. 363) meint, seinerseits, dass Globulin nur in der Linse enthalten sei, in dem Blutfarbstoff aber nicht vorhanden sein k\u00f6nne, weil letzterer krystallisirbar ist, das Globulin aber nicht, und dass man dieses nur in der Linse des Auges gefunden habe (34 p. 80); in Gmelin\u2019s Lehrbuche (1858) hielt es Lehmann sogar f\u00fcr unn\u00f6tig des Globulins zu erw\u00e4hnen. Seinem Beispiele folgt Hoppe-Seyler in seinen Lehrb\u00fcchern: so steht zwar in dem im Jahre 1858 herausgegebenen das Wort \u201eGlobulin\u201c, woher aber diese Substanz kommt, un i auf welche Weise sie gewonnen wird, ist mit keinem Worte erw\u00e4hnt; in seinem Lehrbuche vom Jahre 1865 schliesst Hoppe-Seyler, gleich Lehmann, es ganz aus. Ebenso verh\u00e4lt sich dem Globulin gegen\u00fcber Gautier, A. (17 p. 47), der darunter das Krystallin verstand. Noch interessanter ist folgende Bemerkung in K\u00fchne\u2019s Lehrbuche (26 p. 206): \u201eDie Eiweisssubstanz, die sich vom H\u00e4matoglobin abspaltet, ist oft, doch unrichtig, Globulin genannt worden. Die Veranlassung dazu ist der Umstand gewesen, dass Berzelius die Gegenwart von Globulin in den Blutk\u00f6rperchen aunahm!....\u201c Alle diese irrt\u00fcmlichen Angaben erkl\u00e4ren sich dadurch, dass die Verfasser der oben genannten, am weitesten verbreiteten Lehrb\u00fccher mit der Geschichte der beschriebenen Substanz gar nicht bekannt waren und sich mit Berzelius\u2019 Lehrbuche von 1840 und sp\u00e4ter mit Lehmann\u2019s von 1853 begn\u00fcgten, ohne den Arbeiten ihrer Zeitgenossen ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden oder zuwrenden zu ^vollen.\nUnterdessen waren unmittelbar nach den Werken von Berzelius und Lecanu experimentelle Arbeiten erschienen, in welchen die Irrt\u00fcmer der fr\u00fcheren Autoren zum Teil widerlegt wurden, und die Zahl der Darstellungsmethoden des Globulins um vieles gestiegen war. So war die von Lecanu vorgeschlageneund von Berzelius angenommene Methode die Blutk\u00f6rperchen mittels Salzl\u00f6sungen abzutrennen, wie schon erw\u00e4hnt (p. n. 77), in der Hinsicht unvollkommen, dass der Niederschlag auf dem Filter aus roten Blutk\u00f6rperchen bestand, infolgedessen bei der Darstellung des Globulins aus jenem, sich auch die Substanz der Stromata beimengte.\nDieser Umstand entging Liebig (35 p. 883) nicht, der sogleich vorschlug, zur Gewinnung des reinen, unver\u00e4nderten Blutfarbstoffs die auf dem Filter befindlichen Blutk\u00f6rperchen, welche von den \u00fcbrigen Bestandteilen des defibrinirten Blutes nach der Behandlung letzteres mit Natriumsulfatl\u00f6sung, nachLecanu\u2019s und Berzelius\u2019 Methode, befreit waren, mit Wasser auszulaugen. Durch fleissiges Auswaschen mit der Salzl\u00f6sung wurden die Blutk\u00f6rperchen offenbar von den fl\u00fcssigen Bestandteilen des Blutes gereinigt, w\u00e4hrend das Auslaugen des Blutfarbstoffs mit Wasser auf dem Filter ein von suspendirten Stoffen\u2014Stromata weisser Blutk\u00f6rperchen u dergl.\u2014freies Filtrat gab.\nSehr geistreich wandte bei dem Waschen der roten Blutk\u00f6rperchen C. Schmidt (47 p. 160) diese Methode in seinen quantitativen Bestimmungen der allgemei-\n6","page":81},{"file":"p0082.txt","language":"de","ocr_de":"32\nDAS GLOBULIN DES BLUTFARBSTOFFS.\nnen Bestandteile des Blutes an. Bemerken wir schon hier, dass man in seinen Analysen dem Ausdruck \u201eAlbuminat (Globulin) der Blutk\u00f6rperchen\u201c (47 p. 166) begegnet, wodurch \u201eAlbuminat\u201c und \u201eGlobulin\u201c gewissermaassen f\u00fcr identisch erkl\u00e4rt werden. Leider fehlen dar\u00fcber genauere Angaben (ib. p. 166). Desselben Verfahrens bediente sich in der Folge Figuier (18 p. 507) zur Darstellung reiner Blutk\u00f6rperchen, die er aber auf dem Filter nach der Berzelius\u2019schen Methode zerst\u00f6rte. Noch sp\u00e4ter schlug Wittich ein Verfahren zur Abscheidung des reinen H\u00e4matoglobins vor (60 p. 11). Er benutzte bei dieser Gelegenheit einerseits eine Angabe Hiinefeld\u2019s (24 p. 547), welcher beobachtet hatte, dass das tr\u00fcbe w\u00e4sserige Extract des Blutcoagulums durch Behandlung mit Aether sich kl\u00e4rt, andererseits Gerlach\u2019s (18 p. 43) Beobachtungen, denen zufolge die Blutk\u00f6rperchen unter dem Einfl\u00fcsse von Aether ihren Farbstoff der sie umgebenden Fl\u00fcssigkeit abgeben. Diesem gem\u00e4ss gab in Wittich\u2019s Versuchen die tr\u00fcbe blutige Fl\u00fcssigkeit nach der Behandlung mit Aether ein ganz durchsichtiges Filtrat, welches eine L\u00f6sung des Blutfarbstoffs vorstellte. Das Filtrat wurde mit einer stark concentrirten Kaliumcarbonatl\u00f6sung behandelt, das an der Oberfl\u00e4che der entf\u00e4rbten Fl\u00fcssigkeit schwimmende dunkelrote Coagulum\u2014hei 50 0 C (nicht h\u00f6her) getrocknet, zu Pulver verrieben, wieder getrocknet und noch warm mit einer grossen Menge absoluten Alkohols extrahirt. Der Alkohol f\u00e4rbt sich nach und nach immer dunkler, besonders beim Verweilen 24\u201448 Stunden im Wasserbade hei 50\". und hinterl\u00e4sst einen farblosen R\u00fcckstand von Chromoglobin (60 p. 15) in schwerl\u00f6slicher Form. Um eine reine H\u00e4matoglobinl\u00f6sung zu erhalten, schl\u00e4gt Wittich noch vor, defibrinirtes Blut unmittelbar mit einer ges\u00e4ttigten Natriumcarbonat-l\u00f6sung zu behandeln. In der Folge erhielten diese von Wittich gewonnenen Thatsachen eine Best\u00e4tigung in Hoppe-Seyler\u2019s Arbeiten (21 p. 448), welcher zeigte, dass das soeben beschriebene Pr\u00e4parat aus H\u00e4matoglobin besteht, da der aufgel\u00f6ste Niederschlag das entsprechende Spectrum giebt; wird dagegen die F\u00e4llung unter Erhitzen bewerkstelligt, oder der Niederschlag in Alkohol aufgel\u00f6st, so zersetzt sich der Blutfarbstoff, und man erh\u00e4lt das Spectrum des H\u00e4matins.\nSo wurde denn bei Wittich\u2019s Arbeiten das Globulin zum zweiten Mal in mehr oder weniger reinem Zustande, erhalten. Wittich\u2019s Verfahren ist der letzte Versuch, Globulin aus H\u00e4matoglobulin nach der alten Methode, mittels Alkohol, zu erhalten.\nWir haben nicht gefunden, dass nach Wittich sich jemand dieses Verfahrens bedient h\u00e4tte, ausser Nencki (1886. 40 p. 334), welcher unter anderem, unter dem Namen Globin, eines K\u00f6rpers erw\u00e4hnt, den er bei der Behandlung unzweifelhafter Blutk\u00f6rperchen .mit Amylalkohol und Salzs\u00e4ure als farblosen R\u00fcckstand erhalten hatte. Selbstverst\u00e4ndlich bestand der von Nencki erhaltene K\u00f6rper sowohl aus Stromataresten als aus Chromoglobin (ib. p. 325). Es muss hier noch erw\u00e4hnt werden, dass Hoppe-Seyler (23 p. 144), um von den \u00fcbrigen Bestandteilen des Blutes freie H\u00e4matoglobinl\u00f6sungen zu erhalten, sowohl Salzl\u00f6sungen als auch Aether anwandte. Das defibrinitre Blut wurde mit 10 Volumina schwacher Kochsalzl\u00f6sung vermischt. Nach der F\u00e4llung wusch man die Blutk\u00f6rperchen zum zweiten und dritten Mal mit derselben L\u00f6sung, wonach man auf dieselben Wasser goss, dem sie unter dem Einfl\u00fcsse des Aethers ihr H\u00e4matoglobin abgaben.\nDiese, wie wir sie nennen wollen, erste Periode in der Geschichte des Chromo-globins, cl. h. von 1830 bis 1854. beginnt mit dem Entdecker dieses K\u00f6rpers Lecanu und endigt mit Wittich. Zum ersten Mal wurde reines Chromoglobin von Lecanu 1830 und zum zweiten und letzten Mal frei von Beimengungen von Wittich im Jahre 1S54 erhalten. Diese Periode ist durch die sehr unvollkommenen Darstellungsmethoden des Chromoglobins charakterisirt: \u00fcberall tritt entweder reiner oder mit Wasser verd\u00fcnnter Alkohol im Verein mit S\u00e4uren oder Alkalien in Th\u00e4tigkeit, welche die Eigenschaften des Chromoglobins bedeutend ver\u00e4ndern, dessen wichtigste, charakteristische Z\u00fcge hinter der Wirkung des Alkohols und der S\u00e4uren selbstverst\u00e4ndlich","page":82},{"file":"p0083.txt","language":"de","ocr_de":"T)AS GLOBULIN D\u00c9S BL\u00fcTFARRSTOFFS.\n8\u00e2\nverborgen bleiben,\u2014Offenbar bedurfte es eines andern Verfahrens, bei weichem das Chromoglobin nach seiner Abspaltung wenigstens eine gewisse Zeit lang diejenigen Eigenschaften beibehalten konnte, die es im Moment seiner Entstehung besass.\nGanz zuf\u00e4llig wurde das Schicksal des Chromoglobins zum zweiten Mal mit der Substanz der Linse\u2014dem Krystallin\u2014welche, wie schon gesagt, von Berzelius \u201eGlobulin\u201c benannt worden war\u2014verkn\u00fcpft, und zum zweiten Mal verlieh ihm die Linse die Eigenschaften des in ihr enthaltenen Prote\u00fcnk\u00f6rpers, aber schon auf die D a u e r und auf festerer Grundlage; noch anehr: die Geschichte der Linse \u2022. in der Zeitperiode von 1853 bis 1863 hat eine wichtige Bedeutung nicht allein f\u00fcr die Geschichte der Prote'insubstanz des Blutfarbstoffs sondern auch f\u00fcr diejenige der Globuline im allgemeinen gehabt.\nLITERATUR ZU KAP. I.\n1) Berzelius.\u2014 General views on the composition of animal fluids from the third volume of the medico-ehirurgical transactions, (publ. hy the medical and chirurgical society of London). London.\n1812. 2) Id._Uehersicht der Fortschritte und des gegenw\u00e4rtigen Zustandes der thierischen Chemie\nQ813__4). T\u00fcbingen\u2014N\u00fcrnberg. 1815. 3) Id.\u2014'Ann. de chim. ou Recueil. 1813. t. 88. 4) Id. \u2014 Ann.\nde chim, & phys. 1817. S\u00e9rie. 2, t. 5. 5) Id.\u2014Jaliresber. Berzelius. 1830. Jahrg. 10. 6) Id. \u2014 Lehrbuch der Thier-Chemie, aus d. Schwed. \u00fcbers, von W\u00fchler. Dresden. 1831. 7) Id. \u2014 Jahresber. Berzelius. 1831. Jahrg. 11. 8) Id. \u2014 Lehrbuch der Chemie, aus d. schwed. Handschrift des Verfassers \u00fcbers, von W\u00fchler. 4 \"Auf. 1840. Bd. 9. 9) Id.-\u2014Jahresber. Berzelius. 1847. Jahrg. 27. 10) Chevreul. \u2014Ann.de chim. ou Recueil 1812. an 5. t. 81. 11) Deyeux.\u2014Allgemeines Journal der Chemie, herausg. v. Scherer. 1802. Bd. VII. 12) Dumas & Cahours.\u2014-Ann. de chim. & phys. 1842, s\u00e9rie 3, t. G. 13) Figuier. \u2014 Ib. 1844 S\u00e9rie 3, t. 11. 14) Fourcroy.\u2014Le\u00e7ons \u00e9l\u00e9mentaires d\u2019histoire naturelle et de chimie. Baris. 1782. t. 2. 15) Id. \u2014 El\u00e9ments d\u2019histoire naturelle et de chimie. Paris. 1794 (An'de Rep. II) ed. 5, t. 4.\n](jj id,_Syst\u00e8me des connaissances chimiques et de leurs applications aux ph\u00e9nom\u00e8nes de la nature\net de l\u2019art. An. IX; t. 9. 17) Gautier, L. A. \u2014 Des mati\u00e8res albumino\u00efdes. Pai\u2019is. Delahaye. 1865. 18) Gerlach, I. \u2014 Handbueh d. allgem. und spec. Gewebelehre des menschl. K\u00f6rpers. Mainz. Janitsch. 1848. 19) Gnielin, L. \u2014 Handbueh d. theoretischen Chemie. 3 Aufl. 1829. Abth. 2. Bd. 2. 20) Hewson, W.\u2014Vom Blute, seinen Eigenschaften und einigen Ver\u00e4nderungen desselben in Krankheiten. Uebers. d. Auf. v. 1772. N\u00fcrenberg. L\u00f6chner & Grotenauer. 1780. 21) Hoppe-Seyler. \u2014 Arch. Virchow\u2019s. 1862. Bd. 23. 22) Id.\u20141864. Bd. 29. 23) Id.\u2014Untersuch, med. ehern. 1867\u201471. Tift. 1\u20144. 24) H\u00fcnefeld. \u2014 Journ. f. prakt. Chemie. 1836. Bd. 8. 25) John, I. Fr\u2014 Tableaux chimiques du r\u00e8gne animal ou aper\u00e7us des r\u00e9sultats de toutes les analyses. Traduit par Robinet. Paris. Cosas-Gabon. 1818. 26) K\u00fchne.\u2014Lehrbuch d. physiolog. Chemie. Berlin. Engelmann 1866\u201468. 27) Lecanu, L. R. \u2014 Journ. de chim. m\u00e9d. 1830. t. 6. 28) Id. \u2014 Ann. de chim. & phys. 1830. t. 45. 29) Id. \u2014 Ann. Pogg. 1832, Bd. 24. 30) Id. \u2014 Etudes chimiques sur le sang humain. Th\u00e8se. Paris. 1837. 31) Id. \u2014 Ann. Liebig\u2019s.\n1838.\tBd. 26. 32) Lehmann, C. G. \u2014 Lehrbuch der physiolog. Chemie. Leipzig. Engelmann. 2 Aufl. 1850. Bd. 1. 33) Id. \u2014 Ibid. 3 Aufl. 1853. Bd. 1. 34) Id. \u2014 Handbuch der physiolog. Chemie. Leipzig. Engelmann. 1854. 35) Liebig.\u2014Handw\u00f6rterb. d. reinen u. angewand. Chemie, v. Liebig & Poggendorf.\n1838_41. Bd. 1. A\u2014B. 36) Littr\u00e9, E. \u2014 Dictionnaire de la langue fra\u00e7aise 1863, 2. 37) Milne-\nEdwards. \u2014 Le\u00e7ons sur la physiologie, etc. Paris. 1857. t. 1. 38) Mulder. \u2014 Bull. N\u00e9erland. 1838, ann\u00e9e 4. 39) Morochowetz, L.\u2014Die Einheit der Prote\u00efnstoffe, Theil I. Zooglobin. 438 S, mit 3 Tafeln. Moskau, 1892, russisch; Maly\u2019s Jahresber. f. d. J. 1891. Bd. 22 p. 10: E^hhctbo iipo'reHHOBUxn rfcjrfc, HCTopnaecKia a oKCiiepniienTajitHHa nscakAOBaHia. T. I. Pjio6yjinH\u00ef> n ero coaeiania, aacTt 1. 3oooo-6hh\u00ef>. P-ia\u00dfa I. XpoiiorJio\u00dcHH\u00ef., nrp. 1\u201421. 40). Nencky. M. \u2014 Arch. Klebs-Naunyn. 1886. Bd. 20.\n41)\tNysten.\u2014Dictionnaire de m\u00e9decine, de chirurgie, de pharmacie etc. de Nysten. Bruxelles. 1840,1.1.\n42)\tO\u2019Shaugnesy, \u2014 Journ. de chim. m\u00e9d. 1835, S\u00e9rie 2, t. 1. 43) Panum. \u2014 Jahrber. Virchows. 1869, Jahrg. 4. 44) Parmentier & Deyeux. \u2014 Ann. de chim. ou Recueil. 1790. t. 6. 45) Preyer.\u2014Die Blut-krystalle. Untersuchungen v. Preyer. Jena. Mauke 1871. 46) Robin & Verdeil. \u2014 Trait\u00e9 de chimie anatomique et physiologique etc. Paris. Bailli\u00e8re. 1853. t. 3. 47) Schmidt, C. \u2014 Ann. Liebig\u2019s. 1847. Bd. 61. 48) Schulz, Fr. N. \u2014 Zeitsch. physiol. Chem. 1898. Bd. 24. 49) Simon. \u2014 Arch, der Pharm.\n1839.\tBd. 81. 50) Id.\u2014Jahrb\u00fcch. Schmidt\u2019s. 1840.- Bd. 26. 51) Id. \u2014 Arch. Midler\u2019s. 1848. 52) id.\u2014 Handbuch d. angewand. medic. Chemie. Berlin. 1840. Bd. 1. 53) Id. \u2014 Journ. f. prakt. Chem. 1853. Bd. 57. 58. 54) Strecker. \u2014 Handw\u00f6rterbuch d. reinen & angewand. Chemie v. Liebig & Poggendorf. Suppl, zum Handw\u00f6rterbuch. 1850. 55) Stricker. \u2014 Arch. Pfl\u00fcger\u2019s. 1868. Bd. 1. 56) Tiedemann & Gmelin. \u2014 Die Verdauung nach Versuchen. Heidelberg & Leipzig. 1826. Bd. 1. 57) Turpin. \u2014 Comp, rend. 1836. t. 3. 58) Id.\u2014Ibid. 1838. t. 6. 59) Id.\u2014Dictionnaire de m\u00e9decine, de chirurgie, de pharmacie etc. par Nysten. Bruxelles. 1840,, \u00e9dit. 8. L 1. 60) Wittich. \u2014 Journ. f. prakt. Chem. 1854. Bd. 61. 61) Wittsiein. \u2014 Vollst\u00e4ndiges etymologisch-chemisches W\u00f6rterbuch etc. 1847. Bd. L A\u2014E.\n6*","page":83}],"identifier":"lit36554","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"70-83","startpages":"70","title":"Das Globulin des Blutfarbstoffs. Chromoglobin","type":"Journal Article","volume":"3"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:57:55.119693+00:00"}
