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Ueben den geschlechtlichen Dimorphismsus bei dem Tonapparaten der Orthopteren. Abdruck aus den Zoolog. Jahrbüchern Bd. 14. H. 4. Jena. Gustav Fischer. 1901. Mit 4 Tafeln. 1-20 pp

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{"created":"2022-01-31T16:44:10.736151+00:00","id":"lit36591","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Petrunkewitsch, A.","role":"author"},{"name":"V. Guaita","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 191-192","fulltext":[{"file":"p0191.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE.\n19t\nrielitsmethoclen der Histologie und Embryologie an den Universit\u00e4ten von Berlin, Leipzig, Halle, Heidelberg, Strassburg, Freiburg i. Br., W\u00fcrtzburg, Bonn und M\u00fcnchen studirte. Da seine Rundreise in die Sommerzeit fiel, so behandelt er in seinem Buche die theoretische Seite des Unterrichts weniger ausf\u00fchrlich; daf\u00fcr aber giebt er eine genaue Charakteristik der practischen histologischen und embryologischen Arbeiten, die in Deutschland haupts\u00e4chlich auf das Sommersemester kommen. Zugleich hat es der Autor f\u00fcr n\u00fctzlich gehalten auch die Programme zu geben, nach welchen die Arbeiten ausgef\u00fchrt werden. Doch begn\u00fcgt er sich nicht mit einer einfachen, protocollartigen Beschreibung dessen, was er an den ausl\u00e4ndischen Hochschulen gesehen, sondern ist zugleich bestrebt die angewandten Methoden historisch und kritisch zu beleuchten. Dabei spricht er sich zu Gunsten der Selbst\u00e4ndigkeit einer jeden dieser Wissenschaften aus, wie sie in den russischen Universit\u00e4ten besteht, und zu der man in letzter Zeit auch in den deutschen hinneigt, indem besondere Lehrst\u00fchle f\u00fcr Histologie und Embryologie, von demjenigen der makro-scopischen Anatomie getrennt, gegr\u00fcndet werden. Auf Grund seines Studiums der verschiedenen im Auslande gebr\u00e4uchlichen Methoden bei dem Unterrichte der Histologie und Embryologie giebt der Autor einen eignen Entwurf zu einem histologo-embryologischen Institut, welches, seiner Ansicht nach, am besten den Anforderung dieser noch jungen, aber sich rasch entwickelnden Wissenschaft entsprechen k\u00f6nnte. Dabei vergisst der Autor auch nicht die andre Seite der Frage, indem er sowohl die materielle Lage als auch das moralische Band, welches alle Arbeiter auf diesem Felde umschlingt, eingehend bespricht. Zu den den Unterricht besonders f\u00f6rdernden Umst\u00e4nden rechnet er das Princip der Einteilung der Studirenden in \u00abAnf\u00e4nger\u00bb und \u00abGe\u00fcbtere\u00bb, ein Princip welches nicht nur auf die Histologie und Embryologie, sondern auch auf andre Disciplinen mit Nutzen angewandt werden d\u00fcrfte.\nPetrunkewitsch, A. und v. Guaita. Ueber den geschlechtlichen Dimorphismus bei dem Tonapparaten der Orthopteren. Abdruck aus den Zoolog. Jahrb\u00fcchern Bd. 14. PI. 4. Jena. Gustav Fischer. 1901. Mit 4 Tafeln. 1 \u2014 20 pp.\nDie Schl\u00fcsse, zu denen die Autoren gelangt sind, bestehen in Folgendem: die meisten Orthopteren der Unterordnung Saltatoria besitzen Tonapparate, die an verschiedenen K\u00f6rperteilen ausgebildet sind. Zugleich haben sie gezeigt, dass auch die Weibchen Tonapparate besitzen, die aber von denjenigen der M\u00e4nnchen durch ihren Bau verschieden sind. Schon in der Familie der Acri-diidae tritt dieser Unterschied insofern auf, als die Abst\u00e4nde zwischen den einzelnen Zapfen der Schrillleiste bei den Weibchen gr\u00f6sser sind, und somit ein tieferer Ton hervorgerufen wird. Noch auffallender ist der Unterschied im Bau der m\u00e4nnlichen und weiblichen Tonapparate bei den Locustidae; wir wollen nur daran erinnern, dass die M\u00e4nnchen hier meistens eine Schrillader auf der Ventralfl\u00e4che der linken oder rechten Fl\u00fcgeldecke besitzen, bei den Weibchen aber Schrillstacheln auf der Dorsalfl\u00e4che der rechten Fl\u00fcgeldecke zur Ausbildung gekommen sind. Durch diese Thatsachen ist die Vermutung, dass die Tonapparate der Weibchen auf dem Wege der Vererbung seitens der","page":191},{"file":"p0192.txt","language":"de","ocr_de":"192\nBIB LIOGli APHTE.\nM\u00e4nnchen entstanden sind, vollkommen ausgeschlossen. Vielmehr haben wir es hier mit einer f\u00fcr beide Geschlechter selbst\u00e4ndigen Entwicklung zu tliun.\nEs ist bekannt, dass urspr\u00fcnglich alle Orthopteren einfache Haare anstatt, der Tonapparate besassen. Darauf weist unter andern auch die Thatsache hin, dass bis zur letzten H\u00e4utung an der Stelle der zuk\u00fcnftigen Schrilladern einfache Haare sitzen; auch kann die Entstehung der Tonapparate aus Haaren, wie wir es gesehen haben, an erwachsenen Insecten nachgewiesen werden.\nDenken wir uns jetzt, dass je eine Colonie von so gleichm\u00e4ssig behaarten Grasheuschreckeu, die ja auf gewisse Grenzen ihrer Verbreitung angewiesen sind, auf einer Wiese von etwa 100 qm. gelebt hat, und dass alle Individuen urspr\u00fcnglich stumm waren. Sie mussten sich unter einander paaren, und bald wurden sie alle verwandt. Ihre Nachkommen mussten sich auch nur mit einander paaren, da sie ja an demselben Orte entstanden waren und bei gen\u00fcgender Nahrung keinen Grund hatten ihn za verlassen. Wir wissen aber aus Beobachtungen und Experimenten, wie schnell die Inzucht ein Volk zum Absterben bringt. So haben die Versuche von Weissmann gezeigt, das die M\u00e4use schon in der 30. Generation fortpflanzungsunf\u00e4hig sind und alle zu Grunde gehen, ohne Nachkommen zu hinterlassen. So w\u00fcrde es denn auch in unserem Beispiel geschehen, dass die ganze Colonie der Grasheuschrecken dem Aussterben preisgegeben w\u00e4re. Denken wir uns jetzt, dass einige unter den stummen M\u00e4nnchen eine kleine Umgestaltung der Haare an den Hinterbeinen erhalten hatten, die es ihnen erm\u00f6glichte, ein wenn auch noch geringes, so doch \u00fcber die Grenzen ihres Lebensbezirks h\u00f6rbares Ger\u00e4usch zu erzeugen. Durch dieses Ger\u00e4usch angelockt, kamen einige Weibchen aus den benachbarten Wiesen und erzeugten mit den das Ger\u00e4usch erzeugenden M\u00e4nnchen eine gesunde und lebenskr\u00e4ftige Nachkommenschaft, w\u00e4hrend die an Zahl weit gr\u00f6ssere stumme Generation durch Inzucht allm\u00e4lig ausstarb. Bald musste aber zwischen den Bewohnern der-ersten und der benachbarten Wiese wieder eine allgemeine Verwandtschaft eintreten und sie dem Tod durch Inzucht zuf\u00fchren. Gesunde Nachkommen werden wiederum nur solche M\u00e4nnchen erzeugt haben k\u00f6nnen, denen ihre g\u00fcnstiger umgestalteten Haare es erm\u00f6glichten Weibchen aus entfernteren Wiesen herbeizulocken, w\u00e4hrend die andern, wenn auch zahlreicheren, aussterben mussten. So ging der Process, den man als eine besondere Form der nat\u00fcrlichen Auslese betrachten und vielleicht als Inzucht -Auslese bezeichnen k\u00f6nnte, immer weiter, und die Tonapparate befanden sich in steter Entwicklung, bis sie einen gewissen Grad erreicht hatten, wo die M\u00e4nnchen sich solche Weibchen anlocken konnten, die in gen\u00fcgend grosser Entfernung von ihnen waren, um das Eintreten naher Verwandtschaft zu vermeiden. Jetzt werden alle M\u00e4nnchen gesunde Nachkommen erzeugen, und der Tonapparat muss in seiner Entwicklung stehen bleiben, da von nun an keine Inzucht zu Stande kommen kann. Auf dieselbe Weise kann man sich auch die Entwicklung der weiblichen Tonapparate denken, vorausgesetzt, dass beide Geschlechter sich gegenseitig anlocken.\nPetrunkewitsch, Alexander. Die Richtungsk\u00f6rper und deren Schicksal im befruchteten und unbefruchteten Bienenei. Inaugural-Dissertation zur","page":192}],"identifier":"lit36591","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"191-192","startpages":"191","title":"Ueben den geschlechtlichen Dimorphismsus bei dem Tonapparaten der Orthopteren. Abdruck aus den Zoolog. Jahrb\u00fcchern Bd. 14. H. 4. Jena. Gustav Fischer. 1901. Mit 4 Tafeln. 1-20 pp","type":"Journal Article","volume":"3"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:44:10.736157+00:00"}

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