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{"created":"2022-01-31T16:43:03.105277+00:00","id":"lit36592","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Petrunkewitsch, Alexander","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 192-193","fulltext":[{"file":"p0192.txt","language":"de","ocr_de":"192\nBIB LIOGli APHTE.\nM\u00e4nnchen entstanden sind, vollkommen ausgeschlossen. Vielmehr haben wir es hier mit einer f\u00fcr beide Geschlechter selbst\u00e4ndigen Entwicklung zu tliun.\nEs ist bekannt, dass urspr\u00fcnglich alle Orthopteren einfache Haare anstatt, der Tonapparate besassen. Darauf weist unter andern auch die Thatsache hin, dass bis zur letzten H\u00e4utung an der Stelle der zuk\u00fcnftigen Schrilladern einfache Haare sitzen; auch kann die Entstehung der Tonapparate aus Haaren, wie wir es gesehen haben, an erwachsenen Insecten nachgewiesen werden.\nDenken wir uns jetzt, dass je eine Colonie von so gleichm\u00e4ssig behaarten Grasheuschreckeu, die ja auf gewisse Grenzen ihrer Verbreitung angewiesen sind, auf einer Wiese von etwa 100 qm. gelebt hat, und dass alle Individuen urspr\u00fcnglich stumm waren. Sie mussten sich unter einander paaren, und bald wurden sie alle verwandt. Ihre Nachkommen mussten sich auch nur mit einander paaren, da sie ja an demselben Orte entstanden waren und bei gen\u00fcgender Nahrung keinen Grund hatten ihn za verlassen. Wir wissen aber aus Beobachtungen und Experimenten, wie schnell die Inzucht ein Volk zum Absterben bringt. So haben die Versuche von Weissmann gezeigt, das die M\u00e4use schon in der 30. Generation fortpflanzungsunf\u00e4hig sind und alle zu Grunde gehen, ohne Nachkommen zu hinterlassen. So w\u00fcrde es denn auch in unserem Beispiel geschehen, dass die ganze Colonie der Grasheuschrecken dem Aussterben preisgegeben w\u00e4re. Denken wir uns jetzt, dass einige unter den stummen M\u00e4nnchen eine kleine Umgestaltung der Haare an den Hinterbeinen erhalten hatten, die es ihnen erm\u00f6glichte, ein wenn auch noch geringes, so doch \u00fcber die Grenzen ihres Lebensbezirks h\u00f6rbares Ger\u00e4usch zu erzeugen. Durch dieses Ger\u00e4usch angelockt, kamen einige Weibchen aus den benachbarten Wiesen und erzeugten mit den das Ger\u00e4usch erzeugenden M\u00e4nnchen eine gesunde und lebenskr\u00e4ftige Nachkommenschaft, w\u00e4hrend die an Zahl weit gr\u00f6ssere stumme Generation durch Inzucht allm\u00e4lig ausstarb. Bald musste aber zwischen den Bewohnern der-ersten und der benachbarten Wiese wieder eine allgemeine Verwandtschaft eintreten und sie dem Tod durch Inzucht zuf\u00fchren. Gesunde Nachkommen werden wiederum nur solche M\u00e4nnchen erzeugt haben k\u00f6nnen, denen ihre g\u00fcnstiger umgestalteten Haare es erm\u00f6glichten Weibchen aus entfernteren Wiesen herbeizulocken, w\u00e4hrend die andern, wenn auch zahlreicheren, aussterben mussten. So ging der Process, den man als eine besondere Form der nat\u00fcrlichen Auslese betrachten und vielleicht als Inzucht -Auslese bezeichnen k\u00f6nnte, immer weiter, und die Tonapparate befanden sich in steter Entwicklung, bis sie einen gewissen Grad erreicht hatten, wo die M\u00e4nnchen sich solche Weibchen anlocken konnten, die in gen\u00fcgend grosser Entfernung von ihnen waren, um das Eintreten naher Verwandtschaft zu vermeiden. Jetzt werden alle M\u00e4nnchen gesunde Nachkommen erzeugen, und der Tonapparat muss in seiner Entwicklung stehen bleiben, da von nun an keine Inzucht zu Stande kommen kann. Auf dieselbe Weise kann man sich auch die Entwicklung der weiblichen Tonapparate denken, vorausgesetzt, dass beide Geschlechter sich gegenseitig anlocken.\nPetrunkewitsch, Alexander. Die Richtungsk\u00f6rper und deren Schicksal im befruchteten und unbefruchteten Bienenei. Inaugural-Dissertation zur","page":192},{"file":"p0193.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE.\n193\nErlangung des Doctorw\u00fcrcle der hohen philosophischen Facult\u00e4t der Albert-Ludwig-Universit\u00e4t zu Freiburg i. B. Mit 4 Tafeln und 1 Textfigur. Abdruck aus den Zoologischen Jahrb\u00fcchern. Heft 4. Bd. 14. 1901. Gustav Fischer. 1 \u2014 36 pp.\nDie. am Ende der Arbeit angef\u00fchrten Schl\u00fcsse des Autors bestehen in Folgendem: <1) Die von der K\u00f6nigin in die Drohnenzellen abgesetzten Eier sind immer unbefruchtet. 2) Wie in den befruchteten, so auch in den parthe-nogenetischen Eiern wird der erste Richtungsk\u00f6rper nach einer Aequations-teilung getrennt. 3) Bei der Abtrennung des zweiten Richtungsk\u00f6rpers findet in allen F\u00e4llen eine Reduction der Chromosomenzahl um die H\u00e4lfte statt. 4) Ebenso teilt sich immer der erste Richtungsk\u00f6rper mit einer Reduction in zwei H\u00e4lften, von denen die periphere aus dem Ei entfernt wird und zu Grunde gellt. 4) Die Herstellung der Chromosomenzahl im weiblichen Pronu-eleus der-Drohneneier geschieht vermutlich durch L\u00e4ngsspaltung der Chromosomen mit einem Ausbleiben der entsprechenden Teilung in zwei Tochterkerne. 6) Die centrale H\u00e4lfte des ersten Richtungsk\u00f6rpers copulirt regelm\u00e4ssig mit dem zweiten Richtungsk\u00f6rper und giebt so einen Richtungscopulationskern mit normaler Zahl von Chromosomen. 7) Im Drohnenei entstehen aus diesem Richtungscopulationskern durch dreifache Teilung Zellen mit doppelten Kernen. 8) ln befruchteten Eiern sowie in Arbeitsdrohneneiern bildet sich der Richtungscopulationskern zu einer Spindel um; diese geht aber einfach zu Grunde oder liefert 1\u20144 Zellen, die aber immer Zerfallerscheinungen des Chromatins aufweisen und schliesslich auch zu Grunde gehen\u00bb.\nIn Bezug auf die 8 Zellen, welche aus dem Kern als Resultat der Verschmelzung der Richtungscopulationskerne erscheinen sagt der Autor, auf die von seinem Lehrer, dem Professor Weismann, erhaltenen, sowie auf gewisse Thatsachen andrer Autoren sich st\u00fctzend, aus, dass man daran denken m\u00fcsse, ob nicht etwa im Drohnenei aus den Richtungsk\u00f6rpern die Geschlechtorgane sich entwickeln. Die Voraussetzungen des Autors haben sich best\u00e4tigt, wie eine sp\u00e4tere Arbeit desselben, die eine Fortsetzung der vorliegenden ist, gezeigt hat. A. Petrunckewitsch. <Das Schicksal der Richtungsk\u00f6rper im Drohnenei\u00bb. 1902. Referat im \u00abLe Physiologiste Russe\u00bb.\nPetrunkewitsch, Alexander. Dr. Das Schicksal der Richtungsk\u00f6rper im Drohnenei. Ein Beitrag zur Kenntniss der nat\u00fcrlichen Parthenogenesis. Habilitationsschrift zur Erlangung der Venia Legendi an der hohen philosophischen Facult\u00e4t der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t zu Freiburg i. B. Mit 3 Tafeln. Iena. Gustav Fischer. 1902. 1\u201436 p. Abdruck aus d. Zoolog. Jahrb\u00fcchern, Abt. f. Anat. u. Ontog. der Tiere Bd. 17. H. 3. 1902.\nIndem der Autor das Schicksal der polaren Richtungsk\u00f6rper in den Bieneneiern, aus denen sich die Drohnen entwickeln, studirte, gelangte er zu dem Schl\u00fcsse, dass hier der zweite Richtungsk\u00f6rper mit der innern H\u00e4lfte des ersten zusammenfliesst und den sog. Richtungscopulationskern mit der normalen Zahl (16) von Chromosomen bildet. Dieser Kern gestaltet sich bald zur Richtungs-copulationsspindel um und zerf\u00e4llt in 2, dann 4 und endlich 8 doppelkernige\n13","page":193}],"identifier":"lit36592","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"192-193","startpages":"192","title":"Die Richtungsk\u00f6rper und deren Schicksal im befruchteten und unbefruchteten Bienenei. Inaugural- Dissertation zur Erlangung der Doctorw\u00fcrde der hohen philosophischen Facult\u00e4t der Albert- Ludwig Universit\u00e4t zu Freiburg i. B. Mit 4 Tafeln und 1 Textfigur. Abdruck aus den Zoologischen Jahrb\u00fcchern. Heft 4. Bd. 14. 1901. 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