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{"created":"2022-01-31T16:41:40.025130+00:00","id":"lit36594","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Wlassoff, G.","role":"author"},{"name":"E. Sepp","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 195-196","fulltext":[{"file":"p0195.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE.\n195\nnoch der Befruchtung gleichwertige Erscheinung ist. Sie k\u00f6nnte noch im besten Fall eine mittlere Stellung zwischen beiden einnehmen, indem sie dem befruchtungsbed\u00fcrftigen Ei die n\u00f6tigen Kr\u00e4fte, den Anstoss zur Entwicklung giebt, ihm daf\u00fcr aber andere Eigenschaften raubt, die durch das Hinzutreten des organischen Spermakerns in der Befruchtung; gegeben werden. Am besten aber trennen wir die k\u00fcnstliche Parthenogenesis von der nat\u00fcrlichen und von der Befruchtung vollst\u00e4ndig und behalten sie als eine Erscheinung f\u00fcr sich, die es erm\u00f6glicht, einer sonst ohne Befruchtung zum Tode verurtheil-ten befruchtungsbed\u00fcrftigen Eizelle einen vom normalen in verschiedener Hinsicht abweichenden Organismus zur erzeugen und vielleicht dessen Lebensenergie auf mehrere Generationen zu \u00fcbertragen, bis der Verlust der Vererbungstendenzen mit dem Identischwerden der Chromosomen die vermutliche Ausartung und das allm\u00e4lige Aussterben der k\u00fcnstlich erzeugten neuen Art herbeirufen wird\u00bb.\nWlassoff, G. & Sepp E. Zur Frage nach der Bewegung und Emigration der Lymphocyten des Blutes. Separatabdruck aus dem Journal. \u00abMedicinische Umschau\u00bb. JV2 7. 1903. Ss. 1\u20149.\nDie Verfasser heben vor allem hervor, dass sie sowohl als auch andre Autoren die Bewegung der Lymphocyten unter ausschliesslichen Umst\u00e4nden beobachteten und zwar: entweder wenn das Blut selbst krankhaft ver\u00e4ndert war. oder wenn es die Einwirkung bei weitem nicht indifferenter Stoffe erfahren hatte, oder endlich wenn dasselbe einer h\u00f6heren Temperatur ausgesetzt wurde. Ausserdem lenken die Autoren die Aufmerksamkeit des Lesers darauf, dass zu der Zeit, wenn bei starken Verst\u00f6ssen gegen die Temperaturbedingungen und unter dem Einfluss chemischer Agentien die Leukocyten rascher zugrunde gehen, bei den Lymphocyten die in denselben unter normalen Existenzbedingungen schlummernde Beweglichkeit erst beginnt sich kundzugeben. Mit einem Worte, es besitzen, den Autoren nach, die Lymphocyten des Menschenbluts die potentielle F\u00e4higkeit, sich am\u00f6benartig fortzube-wegen, wobei erst bei solchen f\u00fcr die Lebensth\u00e4tigkeit der Zelle anormalen Bedingungen, welche denen der nekrobiotischen Bewegungen kernloser Protoplasmast\u00fcckchen gleichen, kinetische Fortbewegung stattfindet. Von der Theorie der oberfl\u00e4chlichen Spannung und von Verworn\u2019s Meinung ausgehend, dass die oberfl\u00e4chliche Spannung auch von der Th\u00e4tigkeit des Kerns, der gewisse Kernsubstanzen erarbeitet und dem Plasma abgiebt, abh\u00e4ngen kann, erkl\u00e4ren die Autoren folgendermaassen die Erscheinungen der Bewegung im allgemeinen und diejenige der Lymphocyten im besonderen. Die Kerne geben dem Protoplasma Stoffe ab, welche die Oberfl\u00e4che der Spannung der Zellen ver-gr\u00f6ssern; diese Stoffe d\u00fcrften \u00abKernstoffe der I Ordnung\u00bb genannt werden. Durch fernere Beactionen verwandeln sich dieselben im Protoplasma in \u00abKernstoffeder II Ordnung\u00bb, die von dem sie umgebenden Medium chemisch angezogen werden, wodurch die oberfl\u00e4chliche Spannung vermindert wird. Somit erscheint die Ver\u00e4nderung der oberfl\u00e4chlichen Spannung in den Zellen als Resultat des Umsatzes zwischen dem Protoplasma und dem Kern einerseits und dem Protoplasma und dem es umgebenden Medium andererseits. Die in sehr geringer","page":195},{"file":"p0196.txt","language":"de","ocr_de":"196\nBIBLIOGRAPHIE.\nMenge ausgeschiedenen <Kernsubstanzen der 1 Ordnung\u00bb wandeln sich rasch in \u00abKernsubstanzen der II Ordnung\u00bb um und rufen Verminderung der oberfl\u00e4chlichen Spannung, n\u00e4mlich energische Bewegung, hervor. Folglich dient als Zeichen einer functionellen Schw\u00e4che des Kernes hei starkem Protoplasma energische Bewegung mit einer schwachen Phasis der Zusammenziehung. Im entgegengesetzten Falle haben wir einen Ueberfluss an \u00abKernsubstanzen der I Ordnung\u00bb. Eine bedeutendere Ver\u00e4nderung der oberfl\u00e4chlichen Spannung bedarf einer energischeren Umwandlung der \u00abKernsubstanzen der I Ordnung\u00bb in \u00abKernsubstanzen der II Ordnung\u00bb; eine solche kann aber infolge eines schwach functionnirenden Protoplasma nicht stattfinden. Das Resultat davon ist: Un m\u00f6glichkeit der Fortbewegung oder schwache Formver\u00e4nderung. Auf die Lym-phocyten angewandt, kann das Gesagte folgendermaassen erkl\u00e4rt werden: da dieselben einen sehr grossen Kern und nur wenig Plasma besitzen, so m\u00fcssen sie eine verk\u00fcrzte Phasis der Erschlaffung erfahren; die oberfl\u00e4chliche Spannung ist bei ihnen sehr gross, denn es scheidet sich sehr viel \u00abKernsubstanz der I Ordnung\u00bb aus, deren Umwandlung in \u00abKernsubstanz der II Ordnung\u00bb aber, infolge des geringen Plasmagehalts, unbedeutend ist. Wird aus irgend einem Grunde (Temperaturver\u00e4nderung, chemische Einwirkung) die Th\u00e4tigkeit des Kerns geschw\u00e4cht, so \u00e4ndert sich das Bild: die Menge der \u00abKernsubstanz der I Ordnung\u00bb hat sich verringert, so dass Bewegung m\u00f6glich geworden ist, was wir in Wirklichkeit auch beobachten, wenn die Lym-phocyten sich in anormalen Bedingungen befinden.\nWlassoff, G. & Sepp, E. Der Kern und die Bewegung der Blutpl\u00e4ttchen.\nSeparatabdruck aus dem Journ. \u00abMedicinische Umschau\u00bb (\u00abMedi-\ncinskoje \u00dcbosrenije\u00bb) JYs 9. Moskau. 1902. Ss. 1\u20148.\nDen Anstoss zu dieser Arbeit gaben haupts\u00e4chlich die Untersuchungen Deetjen\u2019s (Virch. Arch. Bd. 164. 1901), der den Beweis f\u00fchrt, dass die Blutpl\u00e4ttchen selbst\u00e4ndige, aus einem Kern und Protoplasma bestehende und einer activen am\u00f6benartigen Bewegung f\u00e4hige Zellen sind. Wlassoff & Sepp's Beobachtungen haben entgegengesetzte Resultate geliefert. Ihrer Ansicht nach, enthalten die Blutpl\u00e4ttchen keinen Kern; es entstehen nur kern\u00e4hnliche Gebilde infolgedessen, dass das Pl\u00e4ttchen in zwei Substanzen zerf\u00e4llt, von denen die. eine anschwillt, die andre zusammenschrumpft. Mit einem Worte, an den Blutpl\u00e4ttchen wird dasselbe beobachtet, wras unter den gew\u00f6hnlichen Untersuchungsbedingungen des Blutes, wenn die aufquellende Substanz sich rasch aufl\u00f6st. Das gleichzeitige Entstehen zugespitzter, dorn\u00e4hnlicher Forts\u00e4tze an verschiedenen Teilen der Blutpl\u00e4ttchen, ferner die Unf\u00e4higkeit letzterer zu fortschreitender Bewegung, endlich die Unf\u00e4higkeit solcher Pl\u00e4ttchen, die ihre mehr oder weniger abgerundete Form ver\u00e4ndert haben, diese wieder anzunehmen, dies alles veranlasst die Autoren die Activit\u00e4t der Formver\u00e4nderung der Blutpl\u00e4ttchen und eine am\u00f6benartige Bewegung derselben zu bestreiten. Gegen die anderseitige Meinung zeugt, ihrer Ansicht nach, auch die Wirkung der Protoplasmagifte auf das Blut, wobei die Bewegung der Leukocyten gel\u00e4hmt werden, die Blutpl\u00e4ttchen aber fortfahren ihre Form zu ver\u00e4ndern. Von Bedeutung ist auch noch der Umstand, dass noch niemand eine Bewe-","page":196}],"identifier":"lit36594","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"195-196","startpages":"195","title":"Zur Frage nach der Bewegung und Emigration der Lymphocyten des Blutes. Separatdruck aus dem Journal. <Medicinische Umschau>. No. 7. 1903. Ss. 1-9","type":"Journal Article","volume":"3"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:41:40.025135+00:00"}
