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{"created":"2022-01-31T16:43:25.297700+00:00","id":"lit36595","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Wlassoff, G.","role":"author"},{"name":"E. Sepp","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 196-197","fulltext":[{"file":"p0196.txt","language":"de","ocr_de":"196\nBIBLIOGRAPHIE.\nMenge ausgeschiedenen <Kernsubstanzen der 1 Ordnung\u00bb wandeln sich rasch in \u00abKernsubstanzen der II Ordnung\u00bb um und rufen Verminderung der oberfl\u00e4chlichen Spannung, n\u00e4mlich energische Bewegung, hervor. Folglich dient als Zeichen einer functionellen Schw\u00e4che des Kernes hei starkem Protoplasma energische Bewegung mit einer schwachen Phasis der Zusammenziehung. Im entgegengesetzten Falle haben wir einen Ueberfluss an \u00abKernsubstanzen der I Ordnung\u00bb. Eine bedeutendere Ver\u00e4nderung der oberfl\u00e4chlichen Spannung bedarf einer energischeren Umwandlung der \u00abKernsubstanzen der I Ordnung\u00bb in \u00abKernsubstanzen der II Ordnung\u00bb; eine solche kann aber infolge eines schwach functionnirenden Protoplasma nicht stattfinden. Das Resultat davon ist: Un m\u00f6glichkeit der Fortbewegung oder schwache Formver\u00e4nderung. Auf die Lym-phocyten angewandt, kann das Gesagte folgendermaassen erkl\u00e4rt werden: da dieselben einen sehr grossen Kern und nur wenig Plasma besitzen, so m\u00fcssen sie eine verk\u00fcrzte Phasis der Erschlaffung erfahren; die oberfl\u00e4chliche Spannung ist bei ihnen sehr gross, denn es scheidet sich sehr viel \u00abKernsubstanz der I Ordnung\u00bb aus, deren Umwandlung in \u00abKernsubstanz der II Ordnung\u00bb aber, infolge des geringen Plasmagehalts, unbedeutend ist. Wird aus irgend einem Grunde (Temperaturver\u00e4nderung, chemische Einwirkung) die Th\u00e4tigkeit des Kerns geschw\u00e4cht, so \u00e4ndert sich das Bild: die Menge der \u00abKernsubstanz der I Ordnung\u00bb hat sich verringert, so dass Bewegung m\u00f6glich geworden ist, was wir in Wirklichkeit auch beobachten, wenn die Lym-phocyten sich in anormalen Bedingungen befinden.\nWlassoff, G. & Sepp, E. Der Kern und die Bewegung der Blutpl\u00e4ttchen.\nSeparatabdruck aus dem Journ. \u00abMedicinische Umschau\u00bb (\u00abMedi-\ncinskoje \u00dcbosrenije\u00bb) JYs 9. Moskau. 1902. Ss. 1\u20148.\nDen Anstoss zu dieser Arbeit gaben haupts\u00e4chlich die Untersuchungen Deetjen\u2019s (Virch. Arch. Bd. 164. 1901), der den Beweis f\u00fchrt, dass die Blutpl\u00e4ttchen selbst\u00e4ndige, aus einem Kern und Protoplasma bestehende und einer activen am\u00f6benartigen Bewegung f\u00e4hige Zellen sind. Wlassoff & Sepp's Beobachtungen haben entgegengesetzte Resultate geliefert. Ihrer Ansicht nach, enthalten die Blutpl\u00e4ttchen keinen Kern; es entstehen nur kern\u00e4hnliche Gebilde infolgedessen, dass das Pl\u00e4ttchen in zwei Substanzen zerf\u00e4llt, von denen die. eine anschwillt, die andre zusammenschrumpft. Mit einem Worte, an den Blutpl\u00e4ttchen wird dasselbe beobachtet, wras unter den gew\u00f6hnlichen Untersuchungsbedingungen des Blutes, wenn die aufquellende Substanz sich rasch aufl\u00f6st. Das gleichzeitige Entstehen zugespitzter, dorn\u00e4hnlicher Forts\u00e4tze an verschiedenen Teilen der Blutpl\u00e4ttchen, ferner die Unf\u00e4higkeit letzterer zu fortschreitender Bewegung, endlich die Unf\u00e4higkeit solcher Pl\u00e4ttchen, die ihre mehr oder weniger abgerundete Form ver\u00e4ndert haben, diese wieder anzunehmen, dies alles veranlasst die Autoren die Activit\u00e4t der Formver\u00e4nderung der Blutpl\u00e4ttchen und eine am\u00f6benartige Bewegung derselben zu bestreiten. Gegen die anderseitige Meinung zeugt, ihrer Ansicht nach, auch die Wirkung der Protoplasmagifte auf das Blut, wobei die Bewegung der Leukocyten gel\u00e4hmt werden, die Blutpl\u00e4ttchen aber fortfahren ihre Form zu ver\u00e4ndern. Von Bedeutung ist auch noch der Umstand, dass noch niemand eine Bewe-","page":196},{"file":"p0197.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE.\n197\ngung der Blutpl\u00e4ttchen innerhalb der Gef\u00e4sse bei der Bildung eines weissen Thrombus und der Entstehung einer Entz\u00fcndung beobachtet hat. Aus diesem Grunde bringen die Autoren die von Deetjen in den Blutpl\u00e4ttchen beobachtete Bewegung mit der Zusammensetzung des conservirenden Mediums des Agaragar und den fortw\u00e4hrend in letzteren vor sich gehenden Str\u00f6mungen und Ver\u00e4nderungen in Verbindung. \u2014 In derselben Untersuchung beruft sich einer der Autoren (Wlassoff, Ziegler's Beitr\u00e4ge, Bd. XV, 1894) auf eine seiner fr\u00fcheren Arbeiten, nach welcher die im Greisenalter befindlichen, abgelebten roten Blutk\u00f6rperchen sich schliesslich desorganisiren und in toto in Blutpl\u00e4ttchen verwandeln, welche gleich ihnen metamorphosirte und zerflossene Kernsubstanz enthalten. Bei dem Zerfall der Blutpl\u00e4ttchen spaltet sich letztere von der protoplasmatischen Substanz ab und erscheint nun innerhalb dieser <in Gestalt eines inneren kern\u00e4hnlichen Gebildes.\nLiubuschin, A. Anglade\u2019s Methode in ihrer Anwendung auf die Untersuchung der Elemente der Neuroglie. Vortrag, gehalten in einer Sitzung der Gesellschaft von Neurologen und Psychiatren an der Moskauer Universit\u00e4t am 21 Dec. 1901. Entnommen dem zu S. Korsakoff\u2019s Ged\u00e4chtnisse gegr\u00fcndeten <Journal f\u00fcr Neuropathologie und Psychiatrie\u00bb. Jalirg. II. Heft 3. Ss. 1 \u201410.\nDer Autor pr\u00fcfte Anglade\u2019s Methode (\u00abNouvelle Methode de coloration de la Neuroglie\u00bb. Arch, de Neurologie. Vol. XI. 1901. JVs 64) und gelangte zu dem Schl\u00fcsse, dass dieselbe Weigert\u2019s Methode, was die Electivit\u00e4t anbetrifft, nicht nur nicht nachsteht, sondern noch den Vorzug besitzt, dass sie einfacher ist, best\u00e4ndige, vollkommen befriedigende Resultate liefert und bei der Neuroglie sowohl der Menschen als der Tiere angewandt werden kann.\nStopnitzki, S. Zur Frage nach der Polydactylie. Separatabdruck aus \u00abBerichte der Physico-mathematischen Gesellschaft\u00bb. JVs 14 f\u00fcr Januar\u2014 December 1900. Mit 4 Tafeln. Ss. 1\u201444. Moskau. 1901.\nDer Autor beschreibt 2 F\u00e4lle von Polydactylie. 1 Fall. Ein 28-j\u00e4hriger junger Mann besitzt zu je einer vollkommen entwickelten \u00fcbersch\u00fcssigen kleinen Zehe an jedem Fusse und 1 desgl. Finger ao der linken Hand. Dieselben sind dreigliedrig, wobei die Glieder an den Zehen mit einander durch bewegliche Gelenke, an dem Finger durch Ankylose verbunden sind. Letzterer ist mit dem unteren Kn\u00f6chel des normalen Fingers mittels eines wirklichen Gelenks verbunden, indem er dem Caput dieses Kn\u00f6chels etwas seitw\u00e4rts anliegt, wobei Caput Metacarpi gleichsam entzweigespalten ist. Dasselbe ist auch an dem rechten Fusse der Fall. Die \u00fcbersch\u00fcssige Zehe des linken Fusses dagegen besitzt einen eignen Metatarsus, der viel dicker ist als derjenige der anliegenden f\u00fcnften Zehe. Mit einem Worte, man hat, so zu sagen, eine Spaltung der normalen Zehe vor sich. Der Fall ist noch deshalb interessant, weil hier Vererbung eine Rolle spielt: eine \u00e4hnliche Anomalie boten auch der Vater und der \u00e4lteste Bruder des Mannes. Dasselbe wurde auch von dessen Grossvater erz\u00e4hlt. Somit war Vererbung in drei Generationen festgestellt. Ob die beschriebene Anomalie noch weiter hinaufreichte, konnte nicht nachgewiesen werden.","page":197}],"identifier":"lit36595","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"196-197","startpages":"196","title":"Der Kern und die Bewegung der Blutpl\u00e4ttchen. Separatabdruck aus dem Journ. <Medicinische Umschau> (\"Medicinskoje Obosrenije\") No. 9. Moskau. 1902. Ss. 1-8","type":"Journal Article","volume":"3"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:43:25.297706+00:00"}
