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Die Bewegung der Amöben; ein Versuch dieselben zu erklären. Kritische Studie. Mit 2 Abbildungen im Texte. Separatabdruck aus "Mitteilungen des moskauer Landwirtschaftlichen Instituts". Jahrg. VI. H. 1. 1900. S. 1-42

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{"created":"2022-01-31T16:39:17.764497+00:00","id":"lit36602","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Karpoff, W.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 200-201","fulltext":[{"file":"p0200.txt","language":"de","ocr_de":"200\nBIBL\u00cfOGKAP HIE.\nes ganz an Vertretern dieser Gattung). Bemerkenswert ist, dass die Wolga in dieser Beziehung dem Illinois gleicht. Die Fauna der Entomostraca des Wolga\u2019er Planktons erinnert ebenfalls an andre europ\u00e4ische Fl\u00fcsse. Der Autor hebt am Ende seiner Arbeit hervor, dass es keinen einzigen Organismus giebt, der ausschliesslich* dem Flussplankton angeh\u00f6ren w\u00fcrde; dieser stellt immer ein Gemenge von Formen vor, die in Seen, Teichen und im Boden gefunden werden. Was die allgemeinen Schl\u00fcsse des Autors in Bezug auf die m Fauna der Wolga anbetrifft, so weist er auf den Umstand hin, dass ausser den allgemein verbreiteten Arten der mittel-europ\u00e4ischen Hydrofauna die Wolga auch noch ihr eigent\u00fcmliche besitzt, wie z. B. einen Parasiten des Sterletrogens\u2014Polypodium hvdriforme Uss.,\u2014einen originellen subcutanen Parasiten des Sterlets\u2014Cystoopsis acipenseri N. Wagn.\u2014u. a. Nach Max Weber\u2019s Classification, rechnet der Autor die meisten Formen der Wolga den sog. Universals\u00fcss -wassertieren zu. Was die marinen S\u00fcsswasserbewohner anbetrifft, so m\u00fcssen, mit Ausnahme von Polypodium hvdriforme, alle \u00fcbrigen: Plogistoma Lemani, Stichostemma sp. ?, Corophium curvispinum und Mesomysis Ullskyi, dem Autor nach, f\u00fcr active Einwanderer aus dem Kaspischen Meer in die Wolga angesehen werden.\nKarpoff, W. Die Bewegungen der Am\u00f6ben; ein Versuch dieselben zu erkl\u00e4ren. Kritische Studie. Mit 2 Abbildungen im Texte. Separatabdruck aus \u00abMitteilungen des moskauer Landwirtschaftlichen Instituts\u00bb. Jahrg. VI. H. 1. 1900. S. 1 \u2014 42.\nDer Zweck dieser Arbeit ist, die gangbarsten Erkl\u00e4rungen der Bewegungen der Am\u00f6ben kritisch zu beleuchten, und zu erforschen, ob die bisherigen Hypothesen die Erscheinung gen\u00fcgend gut erkl\u00e4ren. Auf Grund genauer Nachforschungen in den Lehrb\u00fcchern der Physik meint Karpoff, dass die die Capil-larit\u00e4t betreffenden Formeln sich nur auf homogene, keine innern Kr\u00e4fte entfaltenden Fl\u00fcssigkeiten beziehen und nur auf solche anwendbar seien. Die Am\u00f6be dagegen schliesst in ihrer Eigenschaft als Lebewesen einen m\u00e4chtigen Vorrat an potenzieller Energie in sich, die unaufh\u00f6rlich in kinetische Energie \u00fcbergeht. Schon dieses Eine zeigt, den Worten des Autors nach, wie vorsichtig die Formeln der oberfl\u00e4chlichen Spannung auf die Am\u00f6be anzuwenden seien (Quincke, Verworn, B\u00fctschli und Rhumbler). Die Einteilung der K\u00f6rper nach ihrem Aggregatzustand in feste, fl\u00fcssige und gasf\u00f6rmige erweist sich f\u00fcr die Charakteristik des Plasma als ungen\u00fcgend. Vielleicht passt auf den gegebenen Fall besser die Vorstellung von den sandf\u00f6rmigen K\u00f6rpern, obgleich die Frage, auf welche Art die einzelnen Teilchen mit einander verbunden sind, unerkl\u00e4rt bleibt. Die Am\u00f6be stellt einen K\u00f6rper vor, der seinen Aggie-gatzustand ver\u00e4ndern, oder, nach Karpoff, eine Fl\u00fcssigkeit, die in den festen Zustand \u00fcbergehen kann (vielleicht w\u00e4re hier der veraltete Ausdruck \u00abfestfl\u00fcssig\u00bb anwendbar). Die Theorie der oberfl\u00e4chlichen Spannung hat kein wirklich existirendes Object, sondern ein bis zum \\erlust aller charakteristischen Eigenschaften vereinfachtes Schema zum Gegenstand, infolgedessen diese Theorie beiseite gelassen werden sollte.\nWas die Theorie der Inothagmen anbetrifft (Engelmann), so beobachtet","page":200},{"file":"p0201.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGKAPHIE.\n201\nman in deren Entwicklung einen streng logischen Gang: Trotzdem die Realit\u00e4t der Symbole in der Wissenschaft nicht bewiesen werden kann, sind dieselben im Interesse der harmonischen Entwicklung dieser oder jener Lehre von grossem Wert. Ist der Aether, sind die Atome nicht bloss Gebilde unserer Phantasie?\u2014und dennoch dienen sie den exactesten Wissenschaften zur Grundlage. In dieser Theorie der Inothagmen bleiben zwei Fragen in Dunkel geh\u00fcllt: die eine bezieht sich auf die Verbindung der Inothagmen unter einander, die andere\u2014auf deren Verteilung in der Am\u00f6be. Die erstere hat bisher eine wenig bestimmte L\u00f6sung erfahren, an die zweite ist man noch nicht herangetreten, so dass, KarpofFs Worten nach, Engelmann\u2019s Theorie f\u00fcr noch nicht v\u00f6llig ausgearbeitet anzusehen ist. Doch macht der Autor selbst, einen Versuch den Weg zu zeigen, der zu der L\u00f6sung jener Fragen f\u00fchren d\u00fcrfte, indem er fibrill\u00e4re Structur und Concentration des Plasma in den Zellen, welche Contractilit\u00e4t besitzen, annimmt. Obgleich es an Thatsachen fehlt, die auf eine solche Structur bei den Am\u00f6ben hin weisen w\u00fcrden, so giebt es doch schwache Anzeichen eines gewissen Plans in dem Bau dieser Protisten, und zwar im Sinne einer Centralisation des Plasma. Die Vorstellung eines Netzwerks aus Inothagmen, von radial im Centrum zusammenstossenden B\u00e4lk-chen durchfurcht, w\u00fcrde den Mechanismus der Bewegung der Am\u00f6be erkl\u00e4ren. Diese Bewegung w\u00e4re auf ein Weiterr\u00fccken des Centrums zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Streckung der Inothagmen in irgend -einem Sector bewirkt die Bildung von Forts\u00e4tzen. Hat ein solcher Fortsatz, indem er am Boden haftet, einen neuen St\u00fctzpunkt erhalten, so bedingt die Verk\u00fcrzung fr\u00fcher ausgesandter Forts\u00e4tze das Weiterr\u00fccken des Centrums und zugleich auch des \u00fcbrigen Teils des K\u00f6rpers der Am\u00f6be. Besondere Beachtung verdient hier der Hinweis auf das Vorhandensein centraler Kr\u00e4fte in der Zelle.\nEine dritte Theorie der Bewegung (Pfl\u00fcger, H\u00f6rmann) nimmt die Wahrscheinlichkeit einer ununterbrochenen chemischen Verbindung aller Teilchen der Am\u00f6be zu einem riesenhaften complexen Molec\u00fcl an. Der Autor weist auf das Verh\u00e4ltniss hin, welches das Princip der ununterbrochenen Verbindung der Atome zu der Theorie der Inothagmen haben k\u00f6nnte. Indem diese chemische Theorie der Bewegung die auf die Verbindung der einfachsten Elemente bez\u00fcgliche Frage l\u00f6st, l\u00e4sst sie diejenige, welche die Verteilung derselben zum Gegenstand hat, offen, infolgedessen diese Theorie, wie auch die Hypothese der Inothagmen, der Vervollst\u00e4ndigung bedarf. Dazu kann, Kar-poft's Ansicht nach, weder die Chemie noch die Physik verhelfen: hier tritt die Biologie in ihre Rechte.\nZum Schl\u00fcsse sagt der Autor, dass die Biologie als selbst\u00e4ndige Wissenschaft auch ihre eignen Vorstellungen, Bilder, Schemata ausarbeiten und sich nicht beeilen m\u00fcsse, sich selbst zu vernichten, indem sie in anderen Wissenschaften aufgeht. Die von der Biologie ausgearbeiteten Vorstellungen k\u00f6nnen ihrerseits den Physikern und Chemikern, bei deren Versuchen, zwischen den resp. Wissenschaften und der Biologie eine Br\u00fccke schlagen.\nEismond. 0. Berichte \u00fcber die Resultate eines im Auftr\u00e4ge der Fa-cult\u00e4t in der Sommerferienzeit des Jahres 1902 ausgef\u00fchrten Be-","page":201}],"identifier":"lit36602","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"200-201","startpages":"200","title":"Die Bewegung der Am\u00f6ben; ein Versuch dieselben zu erkl\u00e4ren. Kritische Studie. Mit 2 Abbildungen im Texte. Separatabdruck aus \"Mitteilungen des moskauer Landwirtschaftlichen Instituts\". Jahrg. VI. H. 1. 1900. S. 1-42","type":"Journal Article","volume":"3"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:39:17.764502+00:00"}

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