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{"created":"2022-01-31T16:38:51.144231+00:00","id":"lit36603","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Eismond, O.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 201-203","fulltext":[{"file":"p0201.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGKAPHIE.\n201\nman in deren Entwicklung einen streng logischen Gang: Trotzdem die Realit\u00e4t der Symbole in der Wissenschaft nicht bewiesen werden kann, sind dieselben im Interesse der harmonischen Entwicklung dieser oder jener Lehre von grossem Wert. Ist der Aether, sind die Atome nicht bloss Gebilde unserer Phantasie?\u2014und dennoch dienen sie den exactesten Wissenschaften zur Grundlage. In dieser Theorie der Inothagmen bleiben zwei Fragen in Dunkel geh\u00fcllt: die eine bezieht sich auf die Verbindung der Inothagmen unter einander, die andere\u2014auf deren Verteilung in der Am\u00f6be. Die erstere hat bisher eine wenig bestimmte L\u00f6sung erfahren, an die zweite ist man noch nicht herangetreten, so dass, KarpofFs Worten nach, Engelmann\u2019s Theorie f\u00fcr noch nicht v\u00f6llig ausgearbeitet anzusehen ist. Doch macht der Autor selbst, einen Versuch den Weg zu zeigen, der zu der L\u00f6sung jener Fragen f\u00fchren d\u00fcrfte, indem er fibrill\u00e4re Structur und Concentration des Plasma in den Zellen, welche Contractilit\u00e4t besitzen, annimmt. Obgleich es an Thatsachen fehlt, die auf eine solche Structur bei den Am\u00f6ben hin weisen w\u00fcrden, so giebt es doch schwache Anzeichen eines gewissen Plans in dem Bau dieser Protisten, und zwar im Sinne einer Centralisation des Plasma. Die Vorstellung eines Netzwerks aus Inothagmen, von radial im Centrum zusammenstossenden B\u00e4lk-chen durchfurcht, w\u00fcrde den Mechanismus der Bewegung der Am\u00f6be erkl\u00e4ren. Diese Bewegung w\u00e4re auf ein Weiterr\u00fccken des Centrums zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Streckung der Inothagmen in irgend -einem Sector bewirkt die Bildung von Forts\u00e4tzen. Hat ein solcher Fortsatz, indem er am Boden haftet, einen neuen St\u00fctzpunkt erhalten, so bedingt die Verk\u00fcrzung fr\u00fcher ausgesandter Forts\u00e4tze das Weiterr\u00fccken des Centrums und zugleich auch des \u00fcbrigen Teils des K\u00f6rpers der Am\u00f6be. Besondere Beachtung verdient hier der Hinweis auf das Vorhandensein centraler Kr\u00e4fte in der Zelle.\nEine dritte Theorie der Bewegung (Pfl\u00fcger, H\u00f6rmann) nimmt die Wahrscheinlichkeit einer ununterbrochenen chemischen Verbindung aller Teilchen der Am\u00f6be zu einem riesenhaften complexen Molec\u00fcl an. Der Autor weist auf das Verh\u00e4ltniss hin, welches das Princip der ununterbrochenen Verbindung der Atome zu der Theorie der Inothagmen haben k\u00f6nnte. Indem diese chemische Theorie der Bewegung die auf die Verbindung der einfachsten Elemente bez\u00fcgliche Frage l\u00f6st, l\u00e4sst sie diejenige, welche die Verteilung derselben zum Gegenstand hat, offen, infolgedessen diese Theorie, wie auch die Hypothese der Inothagmen, der Vervollst\u00e4ndigung bedarf. Dazu kann, Kar-poft's Ansicht nach, weder die Chemie noch die Physik verhelfen: hier tritt die Biologie in ihre Rechte.\nZum Schl\u00fcsse sagt der Autor, dass die Biologie als selbst\u00e4ndige Wissenschaft auch ihre eignen Vorstellungen, Bilder, Schemata ausarbeiten und sich nicht beeilen m\u00fcsse, sich selbst zu vernichten, indem sie in anderen Wissenschaften aufgeht. Die von der Biologie ausgearbeiteten Vorstellungen k\u00f6nnen ihrerseits den Physikern und Chemikern, bei deren Versuchen, zwischen den resp. Wissenschaften und der Biologie eine Br\u00fccke schlagen.\nEismond. 0. Berichte \u00fcber die Resultate eines im Auftr\u00e4ge der Fa-cult\u00e4t in der Sommerferienzeit des Jahres 1902 ausgef\u00fchrten Be-","page":201},{"file":"p0202.txt","language":"de","ocr_de":"202\nB I B L I O G B A P H I E.\nsuchs ausl\u00e4ndischer Hochschulen und Laboratorien. Arbeiten aus dem zootomischen Museum der Universit\u00e4t Warschau, redigirt von Prof. P. Mitrophanoff. Lief. XXVIII. 1903. Warschau. Mit 6 Textabbildungen. Ss. 1\u201422.\nDer Verfasser war behufs Ausf\u00fchrung wissenschaftlicher Arbeiten in die unter Prof. Delage\u2019s Direction stehende franz\u00f6sische zoologische Seestation zu Roscoff, D\u00e9part. Finist\u00e8re, abgeordnet worden. In dem ersten Kapitel beschreibt er seine Beobachtungen an dem Periblast der Selachier und ber\u00fchrt die Frage nach der Neubildung von Zellenelementen in demselben. Diese Frage besch\u00e4ftigt den Autor schon lange; er hat dar\u00fcber schon fr\u00fcher geschrieben (\u00abUeber die Bildung des Periblasts bei den Selachiern>. Protocolle der Sitzungen der Biolog. Abteil, der Warschauer Naturwiss. Gesellschaft. 1897. \u00abUeber die Natur des Periblasts bei den Selachiern\u00bb. Berichte des Congresses von Naturforschern und Aerzten im Jahre 1898 in Kiew) und sucht jetzt seine fr\u00fcheren Ansichten durch die Resultate genauerer Beobachtungen \u00fcber die Eier der Selachier zu st\u00fctzen. Ausserdem waren Arbeiten von His erschienen, deren Schl\u00fcsse mit denjenigen des Autors im Widerspruch standen. An Schnitten der Keimscheibe von Scyllium, die lange vor Beginn der Bildung der Gastrula gemacht worden waren, sah Eismond, dass die PeriMastschicht, welche unter dem Embryonalbezirk liegt, eine Menge Zellen\u2014Megasph\u00e4ren\u2014 trug, die in verschiedenen Momenten ihrer Individualisation und nachheriger Elimination aus dem Dotter in Verkn\u00fcpfung mit dem allm\u00e4ligen Uebergang derselben in die \u00fcbrigen Zellenelemente der untern Schicht der Keimscheibe angetroffen worden waren. Andererseits werden auch stets Bilder sogen. Nach-furchuug beobachtet. Ausserdem kann man in sp\u00e4teren Stadien (der Embryo besitzt schon ein paar Somiten) sehen, wie die erw\u00e4hnten Zellen, die sich aus dem Periblast bilden, \u00fcber die Grenzen des K\u00f6rpers des Embryo hinaus sich fortsetzen und den Grund zu festen schnur\u00e4hnlichen Zellencomplexen legen, die irgend eine Beziehung zu der Bildung der Get\u00e4sse haben. Kurz, der Periblast n\u00e4hrt nicht blos den Embryo, sondern nimmt auch an dem Aufbau von dessen Geweben teil. Interessant ist hier auch noch eine cytologi-sche Einzelheit, welche die Anschauung des Verfassers in Bezug auf die Zellteilung erkl\u00e4rt. Es ist durchaus nicht n\u00f6tig, dass bei der Zellteilung die Mutterzelle vollst\u00e4ndig in die Tochterzellen zerfalle. Es kommt vor, dass man auch bei den Selachiern im Periblast solche Mutterzellen antrifft, welche nach der Abtrennung der Tochterzellen zum Teil unversehrt zur\u00fcckgeblieben sind. In diesem Falle verleiht die \u00e4ussere Ansicht der Teilung, derselben den Charakter einer endegenen Bildung der Zellen. Der Autor hebt auch noch den Umstand hervor, dass der Charakter der Kerne, welche scheinbar ein Bild von Entartung, Erscheinungen multipolarer Mitose, Anzeichen indirecter Fragmentation und Amitose darbieten, nicht auf Entartung der Kerne des Periblasts, sondern, im Gegenteil, auf einen physiologischen Process hindeuten, der auf verst\u00e4rkter Assimilation des Dotters und beschleunigter, ausserordentlich energischer Proliferation der Kerne beruht. \u2014 Im 2-ten Kapitel berichtet Eismond \u00fcber seine Versuche mit Selachiereiern, um zu zeigen, dass die bekannte Masa\u00efktheorie sowie die Lehre von den \u00aborganbildenden Ge-","page":202},{"file":"p0203.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE.\n203\nbieten> auf die Embryonalscheiben meroblastischer Eier, wo eigentlich die ganze Masse des aus den Teilungsproducten entstandenen Bildungsmaterials zur Entwicklung des Gef\u00e4ssfeldes dient, nicht anwendbar sei. In dieser Bichtung angestellte Versuche haben, dem Autor nach, keine positiven Resultate geliefert. Er erw\u00e4hnt nur kurz, in einigen F\u00e4llen, 3 Tage nach der Operation, doppelte Embryonalscheiben, als Resultat vollst\u00e4ndiger Durchschneidung in einem fr\u00fchen Teilungsstadium, erhalten zu haben. Im 3-ten Kapitel beschreibt der Autor einen Fall, wo er bei Asterias glacialis unter der Einwirkung directer Sonnenstrahlen auf Wasser, welches Embryonen enthielt, Exogastrulen und, umgekehrt, aus Exogastrulen, nachdem das Wasser mit den Eiern cirka 2% Stunden an einem schattigen Orte gestanden hatte, typische Gastrulen erhielt. Somit bewirkt das Erw\u00e4rmen der Blastulen bedeutende Erh\u00f6hung des innern Drucks (Turgor) der H\u00f6hlenfl\u00fcssigkeit derselben (die Versuche von Driesch, Herbst und Maass), und diese Steigerung bewirkt das Entstehen von Exogastrulen.\nMitrophanoff, P. Ueber die Primitivplatte in der Entwicklung der Reptilien und V\u00f6gel. (Sauropsida). Mit 16 Textabbildungen. Arbeiten aus dem zootomischen Laboratorium der Universit\u00e4t Warschau, red. von Prof. P. Mitrophanoff. Bd. XXVI. Warschau. 1902. Ss. 1 \u2014 28.\nVon seinen zahlreichen \u00fcber die fr\u00fche Entwicklung der Reptilien und V\u00f6gel gemachten Beobachtungen ausgehend, ist der Autor zu dem Schl\u00fcsse gelangt, dass eine <Primitivplatte\u00bb in Will\u2019s Sinne nicht existirt, und dass dieser Ausdruck, wie er von andern Autoren gebraucht wird, weder einen gen\u00fcgend bestimmten Sinn noch immer gleiche Bedeutung hat. Mit diesem Kamen k\u00f6nnte man etwa den Bezirk in dem hintern Teile der Embryonalscheibe belegen, welcher im lebenden Zustande als weisslicher Fleck dort durchscheint, wo die embryonalen Primitivbl\u00e4tter sich von einander noch nicht getrennt haben. In dieser Gestalt w\u00fcrde die Primitivplatte Duval\u2019s Achsenplatte oder Roller\u2019s Sichel entsprechen, dann aber zu den anf\u00e4nglichen morphologischen Complicationen (Gastrulation oder Vorbereitungsprocesse zu dieser) in keiner Beziehung stehen. Diesen Ausdruck f\u00fcr die locale Verdickung des Ektoderms, welche der Bildung einer knotigen Verdickung vorangeht und in welcher in der Folge der Gastrulationsprocess vor sich geht, zu behalten, ist deshalb nicht w\u00fcnschenswert, weil diese Verdickung keine bestimmten Umrisse hat und auch weil mit diesem Ausdruck die fr\u00fchere Bedeutung verbunden wird, welche jetzt schon als \u00fcberwundener Standpunkt anzusehen ist. Der Ausdruck \u00abPrimitivplatte\u00bb sollte in der Beschreibung der Processe, die bei den Reptilien der Gastrulation vorangehen, nicht gebraucht werden, obgleich derselbe in der Entwicklungsgeschichte anwendbar ist. Der Autor meint, dass in der anl\u00e4nglichen Entwicklung der Sauropsidae folgende gemeinsame Momente der morphologischen Complieirung hervorgehoben werden d\u00fcrften: 1) Bildung einer gemeinsamen mittleren Verdickung in dem individualisirten Ektoderm, welchem am zweckm\u00e4ssigsten die Benennung Kopfer\u2019scher Embryonalschild beizubehalten w\u00e4re; 2) Entstehung eines Primitivknotens, wenn die prostomale Vertiefung von der Oberfl\u00e4che aus noch eine ganz geringe ist und ihr anf\u00e4ng-","page":203}],"identifier":"lit36603","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"201-203","startpages":"201","title":"Berichte \u00fcber die Resultate eines im Auftrage der Facult\u00e4t in der Sommerferienzeit des Jahres 1902 ausgef\u00fchrten Besuchs ausl\u00e4ndischer Hochschulen und Laboratorien. Arbeiten aus dem zootomischen Museum der Universit\u00e4t Warschau, redigirt von Prof. P. Mitrophanoff. Lief. XXVIII. 1903. Warschau. Mit 6 Textabbildungen. 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