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Ueber die Entstehung und Bedeutung der <Saftkanälchen> in den Nervenzellen. Separatabdruck aus <Fragen der neuro-psychischen Medicin>. B. I. S. 1-27. Nebst einer Tafel mit Abbildungen.

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{"created":"2022-01-31T16:37:57.743614+00:00","id":"lit36613","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Tschassownikoff, S.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 209-210","fulltext":[{"file":"p0209.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE.\n209\ntreten als in der verk\u00fcrzten Entwicklung des Huhns. Die als Material dienenden Eier waren 8%\u201448 Stunden bebr\u00fctet gewesen. Das Fixirmittel war dasselbe wie in der vorhergehenden Arbeit. Der Autor gelangt zu folgenden Schl\u00fcssen: der Blastoderm eines frischen, unbebr\u00fcteten Perlh\u00fchnereies besitzt einen deutlich differencirten Ektoderm und Entoderm, ein verkleinertes Blasto-cel und eine stark entwickelte subembryonale H\u00f6hle. Der hintere Band des Blastoderms ist reicher an Zellen als der vordere. In den ersten 14 Stunden der Bebr\u00fctung w\u00e4chst die Keimscheibe und bildet sich die ektodermische Verdickung im Centrum des hellen Feldes. Der Dotterentoderm, welcher in einigen Stellen dem Ektoderm anliegt, scheint mit letzterem morphologisch nicht verbunden zu sein. Weiter (etwa nach 16 Stunden der Bebr\u00fctung) zeigen sich im Gebiete der mittleren Verdickung und auf Kosten derselben Andeutungen des Primitivstreifens in Gestalt eines <Primitivknotens\u00bb (Mitropha-noff), welcher das primitive Proliferationsgebiet des Ektoderms vorstellt. Von diesem Knoten aus und nach dem Schwanzende hin differencirt sich der Primitivstreifen, welcher in seinem Verlaufe schmaler als der Knoten ist. Am Ende des Streifens, zwischen dem hellen und dem dunkeln Felde, ist die Verdickung des Ekmoderms eine st\u00e4rkere, indem sie die Gestalt eines compacten Knotens annimmt. Diese Verdickung steht in keiner Beziehung zu den Ga-strulationsprocessen; die Rolle derselben bei der Bildung des Primitivstreifens bedarf noch der Erkl\u00e4rung. Die Primitivfurche beginnt in dem Gebiet des Primitivknotens, wo sie am sch\u00e4rfsten hervortritt und zuweilen einen palinge-netischen Charakter annimmt, indem sie in Gestalt eines der Gastrula der Reptilien eigent\u00fcmlichen taschen\u00e4hnlichen Urmunds erscheint.\nTschassownikoff, 8. Ueber die Entstehung und Bedeutung der \u00abSaftkan\u00e4lchen\u00bb in den Nervenzellen. Separatabdruck aus \u00abFragen der neuro-psychischen Medicin\u00bb. B. I. S. 1\u201427. Nebst einer Tafel mit Abbildungen.\nNach der Literatur\u00fcbersicht dieser Frage giebt der Autor eine Beschreibung der Methode seiner eigenen Untersuchungen der Nervenzellen von S\u00e4ugetieren (Katze, Hund, Kaninchen, Meerschweinchen) und V\u00f6geln (Huhn, Taube) und weist auf die vortrefflichen Resultate, die er mittels der neuen, noch unver\u00f6ffentlichten Methode des Prof. A. Kolossoff erhalten hat, hin. Um die Frage zu l\u00f6sen, ob die Saftk\u00e4nalchen pr\u00e4formirt oder facultativ sind, studirte Tschassownikoff die Zellen der intervertebralen Ganglien nicht nur im normalen Zustande sondern auch nach mehrst\u00fcndigem Schlaf und einstiindiger Reizung des Plexus brachialis durch den Inductionsstrom. Der Autor stimmt der Meinung Holmgren\u2019s, Bethe\u2019s und Fraguito\u2019s, die die Saftkan\u00e4lchen f\u00fcr pr\u00e4formirt halten, nicht bei und ist eher geneigt anzunehmen, dass dieselben in Abh\u00e4ngigkeit von dem functioneilen Zustande der Zelle bald erscheinen, bald wieder verschwinden. Im Ruhezust\u00e4nde liegen, dem Autor nach, in den Nervenzellen in den hellen Schichten, die den Fibrillenb\u00fcndeln entsprechen, einzeln oder in kleinen H\u00e4ufchen, intensiv gef\u00e4rbte K\u00f6rnchen. Im Zustande der Th\u00e4tigkeit der Zellen mehren sich diese K\u00f6rnchen und h\u00e4ufen sich schon in Gestalt von kleinen Schollen\n14","page":209},{"file":"p0210.txt","language":"de","ocr_de":"210\nB I B L I 0 GRAP II I E.\nan, worauf die Substanz, aus denen sie bestehen, eine physikalisch-chemische Umwandlung untergeht, indem sie fl\u00fcssig wird. Dabei bilden sich nat\u00fcrlicherweise Kan\u00e4lchen, zuerst enge, dann durch Vereinigung solcher\u2014gr\u00f6ssere; indem der Inhalt derselben der Peripherie zustr\u00f6mt, fliesst er an der Oberfl\u00e4che der Nervenzelle in den pericellul\u00e4ren Raum, der mit den jenseits der Zellkapsel befindlichen Lymphg\u00e4ngen in Verbindung steht. Somit ist es verst\u00e4ndlich, dass die Saftkan\u00e4lchen sich in der interfibrill\u00e4ren Substanz des protoplasmatischen Stroms der Nervenzellen befindet. Die Substanz, aus welcher die Saftkan\u00e4lchen entstehen, ist in der Nervenzelle stets enthalten, doch kann sie nur dann nach ihrer Aufl\u00f6sung ein Bild von Kan\u00e4lchen liefern, wenn deren Durchmesser gr\u00f6sser geworden ist als derjenige des B\u00fcndels der Nervenfibrillen. Es ist auch begreiflich, dass man in Zellen mit diffusionsartig verteilter Nis-sle\u2019scher Substanz, wo die fibrill\u00e4ren Septa sehr d\u00fcnn sind, engere Kan\u00e4lchen unterscheiden kann als in den Nissle\u2019schen K\u00f6rnchen in Gestalt gr\u00f6sserer Schollen enthaltenden Zellen, wo die Schollen durch verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig dickere B\u00fcndel von Nervenfibrillen von einander getrennt sind. Die Thatsache, dass die Saftkan\u00e4lchen an der Oberfl\u00e4che der Nervenzellen ausm\u00fcnden, weist auf die Bedeutung der Kan\u00e4lchen f\u00fcr die Circulationserscheinungen hin. Tschas-sownikoff ist geneigt zu glauben, dass diese Kan\u00e4le eher der Entfernung der in den Zellen aufgeh\u00e4uften Producte des Stoffwechsels als der Zufuhr von Nahrungsstoffen (Holmgren und Donaggio) von aussen dienen, ln der anf\u00e4nglichen Phasis der Th\u00e4tigkeit der Zellen (elektrische Reizung w\u00e4hrend 15'-\u201480') erfahren die Kan\u00e4le nicht nur keine Erweiterung, sondern verschwinden h\u00e4ufig ganz, was schwerlich stattfinden k\u00f6nnte, wenn diese Spalten zur Einfuhr von N\u00e4hrstoffen dienen -w\u00fcrden. Ausserdem zeigen sich die ersten Spuren der Kan\u00e4lchen, d. li. die k\u00f6rnigen Schollen, zuerst im Innern der Zelle und treten erst sp\u00e4ter mit dem pericellul\u00e4ren Raum in Verbindung. Wenn man endlich in Betracht* zieht, dass in den mit Saftspalten versehenen Spalten die Tigro\u00efdsuhstanz vermindert ist und die Kerne gew\u00f6hnlich ver-schrumpft und dunkel gef\u00e4rbt sind, so darf man mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen, dass an dem Stoffwechsel in der Zelle sowie an der Bildung der Saftkan\u00e4lchen auch die Nissle\u2019sche Substanz und die Bestandteile des Kerns, vor allem der Kernsaft, teilnehmen. Das Kan\u00e4lchensystem kann unter Umst\u00e4nden auch an der Peripherie des Kerns liegen, doch ist es Tscbas-sowmikoff nicht gelungen nach Bethe\u2019s Methode die um den Kern kreisf\u00f6rmig liegenden Nervenfibrillenb\u00fcndel zu entdecken, da die stark tingirten Kerne die F\u00e4rbung der zun\u00e4chst gelegenen Teile maskiren.","page":210}],"identifier":"lit36613","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"209-210","startpages":"209","title":"Ueber die Entstehung und Bedeutung der <Saftkan\u00e4lchen> in den Nervenzellen. 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