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Eine kurze Bemerkung

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{"created":"2022-01-31T15:19:31.691058+00:00","id":"lit36614","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Birukoff, Boris","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 211-214","fulltext":[{"file":"p0211.txt","language":"de","ocr_de":"R e n s e i g n e m e n t s 1).\nEine kurze B e in e r k u u g.\nYon Boris Birukoff.\nPriv.-Doc. an der Universit\u00e4t Moskau.\nIm vorigen Jahre (1903. Bd. III. JV2JV2 41\u201447) erschien im Journal <Le Physiologiste russe> Dr. P. Statkewitsch\u2019s Arbeit: \u00abUeber die Wirkung der Inductionsschl\u00e4ge auf einige Ciliata\u00bb, in welcher der Autor auf S. 5\u20146, in einer Anmerkung, von einem mit meinen Namen verbundenen Irrtum spricht. Auf diese Veranlassung hin halte ich f\u00fcr n\u00f6tig Folgendes zu bemerken.\nDr. Statkewitsch findet, dass infolge meiner Arbeit2) (\u00abinfolge von B. Bi ruk off\u2019s Arbeit\u00bb) in die Lehrb\u00fccher ein \u00abhistorischer Irrtum\u00bb sich eingeschlichen hat, den er es f\u00fcr n\u00f6tig h\u00e4lt zu berichtigen. In Lang\u2019s 3) Lehrbuche sind n\u00e4mlich die wichtigsten Resultate meiner Untersuchungen \u00fcber die Galvanotaxis und zwar in Gestalt folgender S\u00e4tze angef\u00fchrt: \u00abDie Pa-ramaecien bewegen sich immer in jenen Teilen des Tropfens fort, wo die St\u00e4rke des circulirenden Stromes die geringste ist, und lagern sich an der Oberfl\u00e4che der Elektrode so, dass sie die Tede derselben frei lassen, wo die Dichtigkeit des Stromes am gr\u00f6ssten ist\u00bb. Der Autor sagt aus, dass \u00abdie Methodik dieser Versuche sowie die Resultate derselben schon im Jahre 1889 von V er worn vortrefflich dargelegt wurden. B. Birukoff kommt nur das Verdienst zu, die Form der Elektroden verschiedentlich abge\u00e4ndert zu haben, was jedoch die Resultate, die auch in Verworn\u2019s Lehrbuche aufgenommen sind, nicht im geringsten beeinflusst hat 4)\u00bb. Zum Beweis seiner Behauptung f\u00fchrt nun P. Statke witsch die Beschreibung der Galvanotaxis bei Ver-worn an, in welcher letzterer die Bewegung der Infusorien in den Strom-curven nach der Kathode hin mit der Verteilung von Eisenfeilsp\u00e4hnen auf einem Blatt Papier \u00fcber einem Hufeisenmagneten vergleicht. Aus der ganzen Beschreibung zieht der Autor den ziemlich gewagten Schluss, dass Verwor n\u2019s Worte: <Es bildet sich....... ein Anblick dar, \u00e4hnlich dem Bilde, welches man,\n') Indem wir Herrn B. Birukoff\u2019s Entgegnung auf Herrn P. Statkewitsch\u2019s Anmerkung zu seiner Arbeit (Le Physiologiste russe Bd. in AsA\u00ab 41\u201445) und die Antwort dieses letzteren ver\u00f6ffentlichen, sehen wir diese Frage f\u00fcr ersch\u00f6pft an.\tDie Redaction.\n2)\tB. Birukoff, Untersuchungen \u00fcber die Galvanotaxis. Pfl\u00fcger\u2019s Archiv. Bd. 77, 1899.\n3)\tA. Lang, Lehrbuch der vergleichenden Anatomie der wirbellosen Tiere. Lief. II. Protozoa' S. 65. Jena 1901.\n4)\tDie Cursivschrift geh\u00f6rt \u00fcberall mir.\n14*","page":211},{"file":"p0212.txt","language":"de","ocr_de":"212\nK E X S E I 0 N E MENT S.\nerh\u00e4lt, wenn man \u00fcber einem Hufeisenmagneten Eisenfeilsp\u00e4hne auf ein Blatt\nPapier streut... es stellen sich alle Paramaecien mit ihrer L\u00e4ngsaxe in die\nRichtung der Stromkurven und schwimmen in den Bahnen derselben nach der Kathode\u00bb, bei mir folgendermaassen periphrasirt sind: \u00absie bewegen sich immer in jenen Teilen des Tropfens fort, wo die St\u00e4rke des circulirenden Stromes die geringste ist>. Am Ende seiner Anmerkung f\u00fcgt P. Statkewitsch hinzu: <S. denselben Irrtum in W. Biedermann\u2019s Schrift *) \u00fcber die Galvanotaxis in \u00abErgebnisse der Physiologie\u00bb>.\nIch protestire entschieden gegen diesen f\u00fcr mich so unerwarteten Schluss und behaupte, dass M. Yerworn in keiner von seinen Arbeiten einer derartigen Verteilung der Infusorien in Abh\u00e4ngigkeit von der St\u00e4rke (Dichtigkeit) des circulirenden Stromes, n\u00e4mlich, dass dieselben sich nur l\u00e4ngs der Curven des gr\u00f6ssten Abstands der Elektroden von einander (also in den \u00e4usseren Teilen des Tropfens) bewegen und die Curven des geringsten Abstandes (die inneren Teile des Tropfens) frei lassen, erw\u00e4hnt. Der Autor selbst scheint gewissermaassen die Ungerechtigkeit des mir gemachten Vorwurfs eingesehen zu haben; wenigstens hat er in den Druckfehlerberichtigungen (p. 55) es f\u00fcr n\u00f6tig gefunden die Worte: \u00ab...bei B i r u k o f f folgendermaassen periphrasirt sind> durch die Worte: <Im Princip dr\u00fccken sie dasselbe aus, was die Phrase Birukoff\u2019s\u00bb (die Cursivschrift geh\u00f6rt mir) zu \u00e4ndern. Auch aus Ver-w o r n\u2019s Zeichnung (Fig. I), welche auf Grund seiner Beobachtungen die\nFig. 1.\tFig. 2.\nVerteilung der Infusorien in dem Tropfen nach der Einwirkung des Stromes zeigt, folgt keineswegs, dass die von mir in einem \u00e4hnlichen Versuch beschriebene Erscheinung ihm bekannt gewesen war (Fig. II). Aus einem Vergleich beider Zeichnungen ist leicht zu ersehen, dass, w\u00e4hrend in V e r w o r n\u2019s Versuch die Infusorien sich ohne Ausnahme auf gleiche Weise in der Richtung aller Stromcurven bewegen, in dem meinigen dieselben nur l\u00e4ngs den Curven des gr\u00f6ssten Abstands zwischen den Elektroden schwimmen. Die von V e r-w o r n beschriebene Erscheinung kann blos bei ganz schwachen Str\u00f6men beobachtet werden, obgleich in diesem Falle, wie ich dargelegt (s. meine Mitteilung dem Congress der Naturforscher und Aerzte zu K i e w, Journal des\n*) W. Biedermann, Polare Str\u00f6mungen, Ergebnisse der Physiologie v. Asche r~hi. Spiro, l-ster Jahrg. II Abt. S. 182.","page":212},{"file":"p0213.txt","language":"de","ocr_de":"RENSEIGNEMENTS.\n213\nCongresses, 1898, Seite 295), in den \u00e4usseren Teilen des Tropfens die Infusorien gew\u00f6hnlich keinem der beiden Pole zuschwimmen, sondern sich in den Teilen des Feldes ansammeln, wo der Strom ungen\u00fcgende St\u00e4rke besitzt. Sobald dieser verst\u00e4rkt wTird, erh\u00e4lt man das Bild, welches ich ausf\u00fchrlich beschrieben und in Fig. II dargestellt habe. Das von P. Statkewitsch Gesagte folgt ebenso wenig aus Yerworn\u2019s Vergleich, auf den der Autor sich so hartn\u00e4ckig beruft, n\u00e4mlich dass die Verteilung der Infusorien zwischen den Spitzen der Elektroden an diejenige von Eisenfeilsp\u00e4hnen \u00fcber einem Hufeisenmagneten erinnert. Dieser Vergleich zeigt, im Gegenteil, klar, dass die verschiedenartige Verteilung der Infusorien in den \u00e4usseren und den inneren Teilen des Tropfens, auf die ich hingewiesen habe, Verworn unbekannt\nFig. 3.\n\u25a0war. In der That verteilen sich, wie bekannt, die Eisenfeilsp\u00e4hne zwischen den Polen eines Hufeisenmagneten derartig, dass sie sich sowohl in den gr\u00f6ssten als auch in den geringsten Abst\u00e4nden von einander befinden, wie aus der beifolgenden Zeichnung (Fig. Ill), welche die Verteilung der Eisenfeilsp\u00e4hne \u00fcber einem Hufeisenmagneten zeigt, leicht zu ersehen ist.\nSomit haben Lang und Biedermann Hecht, die die Beobachtung der Bewegung der Infusorien in den Teilen des Tropfens, wo die St\u00e4rke des cirkulirenden Stromes die geringste ist, d. h. ausschliesslich in den entferntesten Abst\u00e4nden zwischen den Elektroden, mir zuschreiben. P. Statke-witsch wirft beiden Autoren einen historischen Irrtum vor, d. h., mit an-","page":213},{"file":"p0214.txt","language":"de","ocr_de":"214\nEINE KURZE BEMERKUNG.\nderen Worten, thut das, was Y e r w o r n selbst, der in den zwei letzten Ausgaben seines Werkes <Allgemeine Physiologie\u00bb meine Arbeit citirt, nicht gethan, im Fall aber, dass ich aus einer von ihm ver\u00f6ffentlichten Beobachtung mittelbar oder unmittelbar Nutzen gezogen h\u00e4tte, dies gewiss nicht unerw\u00e4hnt gelassen haben w\u00fcrde, denn auf eine solche Beschuldigung geht es ja in P. Statkewitsch\u2019s Anmerkung haupts\u00e4chlich hinaus. Auch P \u00fc 11 e r :), ein Sch\u00fcler Y er worn's, der in seiner Arbeit meiner Beobachtungen \u00fcber die Verteilung der Infusorien in Abh\u00e4ngigkeit von der in den verschiedenen Teilen des Tropfens verschiedenen St\u00e4rke des Stromes erw\u00e4hnt, macht mir nicht nur nicht den Yorwurf, den mir P. Statke witsch gemacht hat, sondern sagt: \u00abZun\u00e4chst giebt die Arbeit eine Reihe recht h\u00fcbscher Versuche, durch die festgestellt wird, dass Paramaecien sich in einer Fl\u00fcssigkeit, in deren verschiedenen Teilen verschiedene Stromst\u00e4rken wirken, stets von dem Gebiet der gr\u00f6sseren Stromst\u00e4rke entfernen und in Curven zur Kathode des 0 effnun gsschlages sch wimmen \u00bb.\nAuch aus einer anderen Zeichnung Yerworn's, welche darstellt, dass, nachdem die Infusorien die Kathode erreicht haben, sie letztere ungleichm\u00e4ssig verteilt umgeben, so dass die Hauptmasse derselben sich hinter der Elektrode befindet, kann der Schluss nicht gezogen werden, den P. Statkewitsch ziehen m\u00f6chte. H\u00e4tte Yerworn in dieser Ansammlung der Infusorien hinter der Kathodenspitze das Resultat der von mir angek\u00fcndigten Gesetzm\u00e4ssigkeit in der Verteilung derselben stets an denselben Stellen, n\u00e4mlich dort, wo der Strom am schw\u00e4chsten ist, gesehen, so w\u00fcrde er gewiss nicht unbemerkt gelassen haben, dass die Anzahl der sich in den Curven der gr\u00f6ssten Abst\u00e4nde bewegenden Infusorien von der Anzahl derjenigen, die in den Curven der k\u00fcrzesten Abst\u00e4nde schwimmen, sich scharf unterscheidet, so dass in den inneren Teilen des Tropfens gar keine zu sehen sind. Aus seiner Zeichnung dagegen ist ersichtlich, dass die Infusorien in allen Teilen des Tropfens ohne Unterschied sich auf gleiche Weise fortbewegen, wobei er in seinen Arbeiten nirgend von dem Einfl\u00fcsse verschiedener Stromst\u00e4rken auf die Verteilung der Infusorien in ein und demselben Tropfen spricht.\n*) A. Putter, Studien \u00fcber Tigmotaxis. Engelm ami\u2019s Archiv, 1900, S. 299.","page":214}],"identifier":"lit36614","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"211-214","startpages":"211","title":"Eine kurze Bemerkung","type":"Journal Article","volume":"3"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:19:31.691064+00:00"}

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