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B. Birukoff's "Formel". Einige Worte über seine "kurze Bemerkung" in "Le Physiologiste Russe" Bd. III. No 48-60. S. 211

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{"created":"2022-01-31T16:38:50.757374+00:00","id":"lit36615","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Statkewitsch, Paul","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 3: 215-223","fulltext":[{"file":"p0215.txt","language":"de","ocr_de":"B. Biriikoff's \u00abFormel\u00bb.\n(Einige Worte \u00fcber seine \u201eKurze Bemerkung\u201c in \u201eLe Physiologiste Busse\u201c Bel. III. .Y2.Y2 48\u201460. S. 211).\nvon Paul Statkewitsch.\nPriv.-Doz. an der Univ. Moskau.\nI.\nEhe man protestirt, muss man beweisen.\nB. Birukoff hat das, was ich \u00fcber seinen Versuch in einer Anmerkung zu meiner Arbeit (Le Physiologiste russe, Bd. Ill VjJYs 41\u201447, S. 5\u20146) gesagt, ganz richtig\u2014sogar die Druckfehler\u2014abgeschrieben. Ein Jahr vor dieser < Bemerkung \u00bb Biruk off\u2019s war eine Arbeit von mir: \u00abGalvanotropismus und Galvanotaxis der Tiere\u00bb, Moskau. Dissertation, 1903, in russicher Sprache (Berichte des mosk. Landwirtsch. Instituts) erschienen. Auch diese Arbeit kannte B. Birukoff sehr gut, da er, von dem ganz nat\u00fcrlichen Gef\u00fchl wissenschaftlicher Selbsterhaltung geleitet, sich beeilte in russischer Sprache Einw\u00fcrfe zu schreiben\u2014, k\u00fchne, aber beweislose und deshalb gewagte. In seiner \u00abBemerkung\u00bb wiederholt er dieselben zum Teil, indem er vorderhand nur auf eine Anmerkung zu meiner Arbeit: \u00abUeber die Wirkung der Induc-tionsschl\u00e4ge auf einige Ciliata\u00bb erwidert.\nEin jeder, der aus meiner Dissertation mit meinen Versuchen \u00fcber den Galvanotropismus der Protisten (Ss. 57\u201473) bekannt wird, gewinnt die Ueber-zeugung, dass die Ergebnisse von B. Birukoffs Versuchen den Thatsachen nicht entsprechen, und die Versuche selbst nicht richtig beschrieben sind. Vor der eingehenden Beschreibung einerseits der Versuche, die ich behufs Pr\u00fcfung von M. Verworn\u2019s und B. Biruk off\u2019s Versuchen ausf\u00fchrte, andererseits meiner eigenen Ergebnisse auf diesem Gebiete, konnte ich in meiner Anmerkung nur sagen, dass die Resultate von B. Biruk off\u2019s Versuchen den von M. V er worn erhaltenen analog sind. Sich auf die Glaubw\u00fcrdigkeit von B. Birukoffs Beschreibungen verlassend, nahmen A. Lang und W. Biedermann B. Birukoff\u2019s \u00abFormel\u00bb : \u00abdie Paramaecien bewegen sich immer *) in jenen Teilen des Tropfens fort, wo die St\u00e4rke des circulirenden Stroms die geringste ist....\u00bb (Pfl. Arch., Bd. 77. 1899) auf,\u2014ersterer in seinem Lehrbuche * 2), letzterer in seiner Schrift3) \u00fcber den Galvanotropismus,\ns\n*) Mein Cursiv.\n2)\tA. Lang, Lehrbuch der vergleichenden Anatomie der wirbellosen Tiere. Lief. II. Protozoa. . G5. Jena 1901.\n3)\tW. Biedermann. Elektrophysiologie. Erg. d. Phys. v. Ascher u. Spiro. Jahr. I. Abt. IL S. 182.","page":215},{"file":"p0216.txt","language":"de","ocr_de":"216\nRENSEIGNEMENTS.\ninfolgedessen in der Meinung der meisten Gelehrten die Beobachtung obenerw\u00e4hnter Erscheinung mit B. B i r u k o ff\u2019s Namen verbunden ist,\u2014was B. B i-rukoff auch veranlasst hat, seine <kurze Bemerkung\u00bb zu schreiben. Nur einzelne Gelehrte, die sich speciell mit Galvanoprotismus besch\u00e4ftigen, w\u00fcrden nach Controllversuchen erfahren haben, dass die von B. Biruk off beschriebenen Thatsachen in Wirklichkeit nicht existiren oder, wenigstens, dass seine Beschreibungen derselben der Wirklichkeit nicht vollkommen entsprechen und die Hauptbeobachtung M. Verworn zugeschrieben werden m\u00fcsse. Auf letzteren Umstand wies ich in meiner Anmerkung gerade hin.\nII.\n1. In seiner \u00abkurzen Bemerkung\u00bb sowie in seiner in russischer Sprache erschienenen Rechtfertigung (Ber. d. Physiol. Inst, der Mosk. Univ. Bd. V. Lief. 8, 1904) f\u00fchrt B. Biruk off zum ersten Mal, nachdem ich daran erinnert, M. Verworns Versuch mit spitzenf\u00f6rmigen Elektroden an. Fr\u00fcher hatte er sich nirgend darauf berufen. Sowohl M. V e r w o r n\u2019s Methodik als den von ihm erhaltenen Resultaten h\u00e4tte B. B i r u k o f f jedoch Rechnung tragen sollen, da die Versuche mit spitzenf\u00f6rmigen Elektroden denjenigen mit dreieckigen Stanniol-, Platin- oder Goldplatten analog sind. Solche Platten hatte sogar schon K\u00fchne (1859) benutzt; in Petersburg, wo B. Biru-koff arbeitete, hatte kurz vordem Prof. W. Schewiakoff mit Stanuiol-dreiecken experimentirt. Ich erw\u00e4hnte (1. c. und meine Dissertation, S. 59), dass B. Biruk off das Verdienst zukommt, die Form der Elektroden abge\u00e4ndert zu haben, sehe mich aber gen\u00f6tgt hinzuzuf\u00fcgen, dass dies auf Prof. N. Wedenskys Rat geschah <... und so begann ich auf den Rat von Prof. \u00abN. E. Wedensk y, dem ich daf\u00fcr meine tiefe Dankbarkeit ausspreche, diese \u00abErcheinung an Stanniol-Elektroden der verschiedensten Form zu studieren\u00bb. (B. B i r u k 0 f f. Ber. St.-Petersb. Naturforscherges. Bd. XXX, Lief. 2, S. ig& und Pfl. Arch. Bd. 77).\nM. Verworn's und B. Biruk off\u2019s Versuchsbedingungen sind identisch. Wenn jetzt, nach jener Anmerkung (Phys. r. V. Ill A2 41\u201447 S. 5) <aus einem Vergleich beider Zeichnungen (Fig. I und. II in B. B i ruck of fs Bemerkung\u00bb und Fig. 1 und 2 hier) leicht zu ersehen ist\u00bb, dass bei M. V er vorn \u00abdie Infusorien sich ohne Ausnahme auf gleiche Weise in der \u00abRichtung aller Stromcurven bewegen\u00bb, bei B. Biruk off aber <nur l\u00e4ngs <den Curven des gr\u00f6ssten Abstands P zwischen den Elektroden schwimmen\u00bb, wie B. Biruk off in seiner \u00abkurzen Bemerkung\u00bb schreibt, so fragt es sich, warum B. B i r uh of f selbst diesen Vergleich nicht fr\u00fcher zog, als er seine Versuche zum ersten Mal im Jahre 1889 beschrieb oder als er dieselben in seiner Dissertation zur Erlangung der W\u00fcrde eines Magister der Zoologie der physiko-mathematisclien Facilit\u00e2t der moskauer Universit\u00e4t erfolglos vorlegte und damals auf den f\u00fcr seine Zwecke so wichtigen Unterschied zwischen\n9 Meine Fettschrift.","page":216},{"file":"p0217.txt","language":"de","ocr_de":"RENSEIGNEMENTS.\n217\nM. V e r y o r n\u2019s Ergebnissen und seinen eignen, die, ich wiederhole es, unter gleichen Versuchsbedingungen erhalten wurden, nicht hinwies.\nUeberali giebt B. Birukoff eine stereotype Beschreibung dessen, dass die Infusorien sich in den Teilen fortbewegen, wo die Abst\u00e4nde zwischen den\nFig. 1. M. V e r w o r n\u2019s Hauptversucli mit spitzenf\u00f6rmigen Elektroden. Fortbewegung der Pafa-maecien in allen Stromcurven (M. Yerworn, Allg. Pliysiol., 4 Aufl. Fig. 236).\n+ PASMblKYAAPt-\nFig. 3. Lagerung der Infusorien auf der Oberfl\u00e4che der kathodischen dreieckigen Elektroden, nach B. Birukoff (1. c. Fig. IX und Pfl\u00fcg. Arch. Fig. 5).\nFig. 2. B. Birukoffs Versuch mit dreieckigen Stanniolplatten. \u201eDie Fortbewegung geschieht nur in jenen Teilen des Tropfens, avo die Entfernung zwischen den Elektroden am gr\u00f6ssten ist\u201c. Die Mittellinien sind ganz frei von Infusorien (Ber. d. Mosk. Phys. Inst, (russ.) Fig. VIII; noch deutlicher in Pfl\u00fcg. Arch. Bd. 77. Fig. 4. S. 562).\nFig. 4. Fortbewegung und Lagerung der Para-maecien unter denselben Bedingungen in meinen Versuchen. Die Infusorien beAvegen sich mi verschiedener Schnelligkeit in allen Stromcurven fort, wie bei Verwo r n (Fig. 1). Sie sammeln sich nicht nur an der Oberfl\u00e4che der kathodischen Elektrode, sondern auch an den Ecken a und cu, wo der Strom nicht vorhanden ist; aus demselben Grunde bleiben einige Exemplare an den gegen\u00fcberliegenden Ecken und an den R\u00e4ndern der Fl\u00fcssigkeit \u00fcber der anodischen Elektrode.\nElektroden am gr\u00f6ssten sind. Das ist die wichtigste, haupts\u00e4chlichste Thatsache, von der B. Birukoff ausgeht und auf die er seine kataphorische Erkl\u00e4rung der Galvanotasis, d. h. alle seine Arbeiten \u00fcber die Galvanotaxis,","page":217},{"file":"p0218.txt","language":"de","ocr_de":"218\nRENSEIGNEMENTS.\ngr\u00fcndet. Seine Untersuchungen sind dargelegt in: 1) Ber. d. Petersb. Naturfor-scherges. Bd. XXX, Lief. 2; ins Deutsche \u00fcbersetzt\u20142) Pfl\u00fcg. Arch. Bd. 77; 3) zum dritten Mal herausgegeben in vermehrter Redaction, um als Dissertation zur Erlangung der W\u00fcrde eines Magister der Zoologie zu dienen, in Ber. d Mosk. Phys. Inst., woselbst B. Birukoff jedoch nicht gearbeitet hat. Ueberall-sagt er aus: \u00ab... k\u00f6nnen wir leicht bemerken, dass die Infusorien immer1) \u00abin gebogenen Linien wandern und nur in jenen Teilen des Tropfens, wo die \u00abEntfernung zwischen den dreieckigen Elektroden am gr\u00f6ssten ist, die Teile des \u00abTropfens ganz freilassend, wo die Entfernungen am k\u00fcrzesten sind1) (1. c. 1 S. 105; 1. c. 2; 1. c. 3, S. 38\u201439, Uebersetzung). In seiner \u00abKurzen Bemerkung* schreibt Birukoff: \u00ab.... in dem mehligen (Versuch) dieselben (Paramae-\u00ab eien) nur 2) {nur!) l\u00e4ngs den Curven des gr\u00f6ssten 2) Abstands zwischen den \u00abElektroden schwimmen\u00bb; oder dasselbst weiter oben noch bestimmter: \u00ab.... die-\u00ab selben sich nur *) {nur!) l\u00e4ngs den Curven des gr\u00f6ssten 2) Abstands der Elektroden von einander (also in den \u00e4usseren Teilen des Tropfens) bewegen und \u00abdie Curven des geringsten 2) Abstands (die inneren Teile des Tropfens) frei \u00ablassen\u00bb.\nDiese Beobachtungen veranlassen B. Birukoff, \u00abdie bei inductiven \u00abStr\u00f6men beobachtete Gesetzm\u00e4ssigkeit in der Lagerung der Infusorien durch \u00abfolgende Formel r) auszudr\u00fccken: Die Infusorien bewegen sich immer in \u00abjenen Teilen des Tropfens fort, wo die St\u00e4rke des cir culler enden Stromes die < geringste ist, und lagern sich an der Oberfl\u00e4che der Elektroden so, dass sie \u00abdie Teile derselben frei lassen, wo die Dichtigkeit des Stromes am gr\u00f6ssten ist\u00bb2).\nDiese \u00abFormel\u00bb wiederholt B. Birukoff hartn\u00e4ckig in allen seinen Arbeiten \u00fcber die Galvanotaxis. Diesmal stimme ich B. Birukoff vollkommen bei und habe \u00fcberhaupt keinen Augenblick gezweifelt, dass die Beschreibung der Bewegung der Infusorien \u00abnur\u00bb und \u00abimmer\u00bb in den Curven der gr\u00f6ssten Abst\u00e4nde zwischen den Elektroden, nur von B. B i-rukoff \u00abgefunden\u00bb, von mir widerlegt wurde, und ich es nicht gewagt habe, dieselbe M. V e r w o r n zuzuschreiben. M. Verworn beschrieb die Bewegung in allen Curven richtig, indem er sie gelungen mit der Verteilung von Eisenfeilsp\u00e4nen auf Papier \u00fcber einem Hufeinsenmagneten verglich. Dieser Vergleich entspricht der Erscheinung, wie sie sich in Wirklichkeit darstellt, und ist die Richtung der Kraftlinien des magnetischen Feldes allen wohlbekannt.\nWie erkl\u00e4rt sich nun der Unterschied in den Resultaten von M. V e r-worn\u2019s und B. Birukoffs Versuchen (Fig. 1 u. 2)? Dieser Unterschied ist um so befremdlicher, als die Versuche unter identischen Bedingungen stattfanden. Die Antwort auf diese Frage befindet sich in meiner Arbeit \u00fcber den Galvanotropismus S. 57\u201473 (Dissert., russ., Moskau, 1903 u. Zeitschr. f. all. Phys. Bd IV. S. 321\u2014329). Eine wiederholte Pr\u00fcfung der Versuche hat an den Tag gelegt, dass B. B i r u k 0 ff die Thatsachen ungenau und unrichtig beschrieben hat. Hier gebe ich nur die Abbildungen (Fig. 4, 6, 7 u. 9) meiner wiederholten Controllversuche. Es ist leicht die von mir und B. Birukoff\nJ) Mein Cursiv.\n2) B. Birukoffs Cursiv.","page":218},{"file":"p0219.txt","language":"de","ocr_de":"RENSEIGNEMENTS.\n219\n(Fig. 2, B u. 5) erhaltenen Resultate zu vergleichen. Ich stellte meine 'Versuche ganz unter denselben Bedingungen an wie B. B i r u k o ff. Die Reaction,\nFig. 5. Fortbewegung der Infusorien \u201enur in jenen Teilen des Tropfens. wo die Entfernung zwischen den gabelf\u00f6rmigen Elekroden am gr\u00f6ssten ist\u201c, nach B. Birukoff (1. c., russisch, S. 39\nund Pfl\u00fcger\u2019s Arch. Bd. 77. S. 563, Fig. 6).\nFig. 6 und 7. Aach meinen Versuchen unter denselben Bedingungen bewegen sich die Infusorien in allen Linien zwischen den gabelf\u00f6rmigen Elektroden fort.\nFig. 6. Einwirkung mittelstarker Str\u00f6me; Lagerung der Infusorien unter dem Deckglase bei gabelf\u00f6rmigen Elektroden.\nFig. 7. Einwirkung starker Str\u00f6me; die Infusorien gehen in den geringsten Abst\u00e4nden zwischen den Zinken zu Grunde, sammeln sich in der Einbuchtung, in den Ecken und den R\u00e4ndern des Tropfens unter dem Deckglase an.\n+ PA3MblK yAAP-b\nFig. 8. Verteilung der Infusorien auf der Oberfl\u00e4che pilzf\u00f6rmiger Elektroden, nach B. Birukoff (1. c. russisch, Fig. XI und Pfl\u00fcg. Arch. Bd. 77 Fig. 7).\nFig. 9. Verteilung der Paramaecien unter denselben Bedingungen, nach meinen Versuchen. De Infusorien sammeln sich auch an den Ecken a, ai, at und 013.","page":219},{"file":"p0220.txt","language":"de","ocr_de":"220\nRENSEIGNEMENTS.\nwie auf Fig. 4 u. 7 zu sehen ist, findet bei einer gewissen Stromst\u00e4rke in allen Teilen der Kammer statt. M\u00f6ge B. Birukoff sich jedoch nicht beeilen immer wieder zu wiederholen: <Sobald dieser (der Strom) verst\u00e4rkt wird, <erh\u00e4lt man das Bild, welches ich ausf\u00fchrlich (?!) beschrieben und auf Fig. II <dargestellt habe> (B. Birukoff: <Eine kurze Bemerkung\u00bb). Das ist unrichtig. In meiner Arbeit (Galvanotropismus und Galvanotaxis, Moskau 1903, russisch, und Zeitschr. f. Allg. Physiol. Bd IV S. 322) beschrieb ich die entsprechenden Versuche. Wenn der Strom in den k\u00fcrzesten Abst\u00e4nden zwischen\nden Elektroden stark ist, so erregt er die contra etilen Organoiden der Infusorien. Aber die Infusorien schwimmen bei etwas ver\u00e4nderter K\u00f6rperform in einer steilen Zackenlinie auch in diesen k\u00fcrzesten Abst\u00e4nden langsam der Kathode zu. Das, was B. Birukoff (unter Fig. 2) giebt. n\u00e4mlich ausschliessliche Bewegung der Infusorien (Paramaecien) in den entferntesten Cur-ven so, dass die inneren Teile des Tropfens von Infusorien \u00abganz frei\u00bb bleiben, wie B. Birukoff categorisch behauptet (Ber. d. Petersb. Naturw. Ges., S. 165), wird niemals beobachtet. Es existirt keine Gesetzm\u00e4ssigkeit, weder in der Bewegung noch in der Verteilung der Infusorien auf den Elektroden, wie B. Bi-r u k 0 f f beweisen will (vergl. Fig. 2, 3 u. 4: 5, 0 u. 7: 8 u. 9). Bei starken und sehr starken Str\u00f6men bewegen sich die Infusorien in der That l\u00e4ngs den peripherischen Curven, was \u2022 auch meine Versuche gezeigt haben (Dissert. S. 57\u201459 und Zeitsch. f. Allg. Phys. Bd. IV, S. 321\u2014323). Fig. 10 stellt die einrichtende Wirkung schwacher Str\u00f6me dar (a)\u2014wenn die Infusorien sich in allen Linien bewegen;\u2014mittelstarker (b)\u2014wenn die Mehrzahl in den peripherischer Curven, die Minderzahl in ver\u00e4nderter K\u00f6rperform und, was besonders wichtig ist, langsamer m den mittleren Curven, wo der Strom st\u00e4rker ist, schwimmt;\u2014und starker Str\u00f6me (c), wenn die in den Mittellinien sich befindenden Paramaecien infolge der heftigen Erregung der Elemente des Ektoplasma, welches zerplatzt, umkommen.. Deren verunstaltete K\u00f6rper sind hier durch Punkte bezeichnet.\nFolglich wird die von B. Birukoff beschriebene Thaisache in der Wirklichkeit nicht beobachtet und ist seine < Formel > erdacht. Die Hauptbeobachtung der Bewegung in Curven bei spitzenf\u00f6rmigen Elektroden geh\u00f6rt M. V er-w 0 r n und die Erkl\u00e4rung der Einzelheiten dieser Erscheinung, die Abh\u00e4ngigkeit zwischen der Schnelligkeit der Bewegung, dem Grad der Erregung der contractilen Elemente der Infusorien in den verschieden Teilen des Tropfens\nmm.\n\u00f6\u2019.'VvvVi' I\nv'; J\nFig. 10. Galvanotropismus der Paramaecien bei spitzenf\u00f6rmigen Elektroden. Wirkung von Str\u00f6men verschiedener St\u00e4rke auf den Charakter der Fortbewung, die Schnelligkeit und die Ver\u00e4nderung der K\u00f6rperform der Paramaecien.","page":220},{"file":"p0221.txt","language":"de","ocr_de":"RENSEIGNEMENTS.\n221\nund der Stromst\u00e4rke wurde von mir gegeben und dabei die Activit\u00e4t des Galvanotropismus selbst bewiesen. A. Lang und W. Biedermann, unter deren Schutz B. Birukoff sich zu stellen versucht, wussten bis zu der Ver\u00f6ffentlichung meiner Untersuchung nichts davon und wiederholten nat\u00fcrlich nach B. Birukoffs Worten seine <Formeh. Die von B. Birukoff beschriebene Beobachtungen existiren in Wirklichkeit nicht. Dies kann ich erst jetzt, nach der Ver\u00f6ffentlichung des ersten Teils meiner Arbeiten \u00fcber den Galvanotropismus behaupten, und ist das der Grund, weshalb ich in meiner Anmerkung (Ph)s. russe>, Bd. Ill, JV2JH2 41\u201445, S. 5) mich nur mit dem Hinweis darauf beschr\u00e4nken musste, dass der Hauptversuch M. V e r w 0 r n geh\u00f6rt und B. Birukoff denselben mit Schweigen \u00fcbergangen hat.\nH\u00e4tte B. Birukoff nicht zu einer solchen unvollkommenen und ungenauen Beschreibung der Thatsachen Zuflucht genommen, so w\u00fcrde er \u00fcberhaupt nichts zu schreiben gehabt haben. Seine kataphorische Erkl\u00e4rung der Galvanotaxis konnte auch nur in dem Fall seine zweifelhaften Beweise erhalten, wenn B. Birukoff die Thatsachen so beschrieb, wie es f\u00fcr seine kataphorische Erkl\u00e4rung vorteilhaft war. Die ausf\u00fchrliche und wahrheitsgetreue Beschreibung des Charakters der Bewegung der Infusorien (vergl. meine Zeichn. 4, 6, 7, 9 u. 10) wurde von B. Birukoff, der sich bestrebte seine Erkl\u00e4rung der Galvanotaxis um jeden Preis durch \u00e4ussere Kataphorese zu rechtfertigen, vollst\u00e4ndig ignorirt. Ein Vergleich der Bewegung lebender Infusorien und toter suspendirter Teilchen wurde erst dann m\u00f6glich, wenn B. Birukoff for-mulirt hatte: \u00abDie Infusorien bewegen sich immer in jenen Teilen des Tropfens \u00abfort, wo die St\u00e4rke des circulierenden Stromes die geringste ist> und im Gegensatz dazu \u00abbewegen sich Carmin, St\u00e4rke und Lycopodiumsamen unterm \u00abEinfl\u00fcsse eines Inductionsstromes in jenen Teilen des Tropfens fort, wo der \u00abst\u00e4rkste Strom circulirt\u00bb, was bei der Aufstellung von Birukoffs Versuch auf keine Weise erhalten werden kann (Meine Diss., russ, Moskau, 1903, S. 60 und Zeitschr. f. allg. Phys. Bd. IV, S. 323). Diese <Formeln> widersprechen, wie aus Fig. 4, 6, 7, 9 u. 10 zu ersehen ist, den wirklichen Thatsachen, waren aber f\u00fcr B. Birukoff bequem ]).\nIch ziehe es jedoch vor, im weiteren mich nicht auf blossen Wortwechsel zu beschr\u00e4nken, zu welchem B. Birukoff gern seine Zuflucht nimmt. Die Frage nach dem Galvanotropismus kann nur gewinnen, wenn B. Birukoff den Streit auf Grund von Versuchen weiter f\u00fchrt. Ich bot ihm schon einmal pers\u00f6nlich an, mir und andern Collegen die von ihm beschriebenen Resultate in unserm Laboratorium zu zeigen. B. Birukoff schlug es mir ab. Jetzt, wo ich die Glaubw\u00fcrdigkeit der von B. Birukoff beschriebenen Thatsachen ableugne, wo ich behaupte, dass anstatt beweisf\u00fchrender Thatsachen er beweislose Worte publient, biete ich ihm an, photographische Abbildungen seiner Versuche zu geben, was auf Grund meiner Untersuchungen in dieser Hinsicht m\u00f6glich ist.\n\u2018) Um B. Birukoffs Art und Weise zu schreiben in vollem Maasse beurteilen zu k\u00f6nnen, ist es notwendig zu vergleichen: a) M. Verworn\u2014Pfl. Arch. Bd. 45, S. 30; b) B Birukoff-U Ber. d. Mosk. Phys. Inst. Bd. V. Lief. VI (besonders S. 37\u201450) oder Pfl. Arch. Bd. 77; und c)P.Stat-k e w i t s c h\u2014Ber. des mosk. Landw. Inst. Dissert. Moskau, 1903, oder Zeitschr. f. All. Physiol Bd IV, S. 321\u2014329.","page":221},{"file":"p0222.txt","language":"de","ocr_de":"222\nRENSEIGNES! E N T S.\n2. Noch ein Wort.\nAm Ende seiner \u00abkurzen Bemerkung\u00bb sagt B. Birukoff, dass seine Arbeit von M. V erworn in den zwei letzten Auflagen seiner Allgemeinen Physiologie \u00abcitirt\u00bb worden sei. Wollen wir einmal sehen, wie M. Verworn selbst in seinem Lehrbuche B. B i r u k o f fs Arbeit gegen\u00fcber sich verh\u00e4lt: \u00abEs darf schliesslich nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass man biswmilen den sehr \u00abnaheliegenden Gedanken ausgesprochen hat, die galvanotactischen Erscheinun-\u00abgen an mikroscopischen Objecten m\u00f6chten mit den rein passiven katapho-\u00abrischen Wirkungen identisch sein, welche sehr starke galvanische Str\u00f6me an \u00abkleinen, in der Fl\u00fcssigkeit leicht beweglich suspendirten Teilchen hervor-\u00abrufen. Bei derartigen Objecten wie Carmmteilchen, Lycopodiumsamen, St\u00e4rke-\u00abk\u00f6rnchen etc. kann man, wie neuerdings Birukoff wiederl) eingehend \u00abstudirt hat, in der That ganz bestimmt gerichtete Wanderungen und An \u00abSammlung der Wirkungen starker Str\u00f6me beobachten. Indessen, diese Be-\u00ab wegungen haben n\u00fcr eine rein ciusserliche AehnMchkeit]) mit den galvano-\u00abtactischen Wanderungen der einzelligen Organismen. Sie erfolgen einerseits \u00abviel langsamer als die Bewegungen der Infusorien und andererseits stets nur \u00abnach einer Richtung. Die Erscheinungen der anodischen und transversalen Gal-\u00abvanotaxis oder das gleichzeitige Eintreten der kathodischen und anodischen \u00abGalvanotaxis verschiedener Infusorienarten w\u00e4ren auf Grund dieser Analogie \u00abschlechterdings unverst\u00e4ndlich. Endlich wissen wir auch, dass die Galvanotaxis \u00absofort aufh\u00f6rt, sobald die Infusorien narkotisirt oder abget\u00f6tet sind. Alles \u00abdas und noch zahlreiche andre Momente verbieten es, die Galvanotaxis einfach \u00abauf die kataphorischen Wirkungen des Stromes zu beziehen')* (All. Phys., Jena, 1901. S. 481\u2014482), d. h. M. Y erworn spricht sein Urteil \u00fcber B. B i r u-k off's Arbeit im ganzen aus, ohne sich hei einzelnen unbedeutenden That-sachen aufzuhalten, und erkl\u00e4rt dieselbe als nicht zum Ziele f\u00fchrend.\nAuch A. P titter\u2019s (Arch. f. Anat. u Phys., Phys. Abt. 1900. Suppl. Bd.) g\u00fcnstige Beurteilung von B. B i r u k o f fs Arbeit, auf welche letzterer sich beruft, ist zweifelhaft. Indem A. P \u00fc 11 e r B. B i r u k o f fs Arbeit ihrem Wesen nach analysirt, spricht er, wie in der Folge auch W. Biedermann (Ergehn, d. Phys. von Ascher u. Spiro. I Jahrg. II Abt. S. iss), sein Befremden dar\u00fcber aus, was wohl seine allgemeine Erregbarkeit,\u2014 \u00abirgend eine Erregbarkeit\u00bb \u2014 der Infusorien sein k\u00f6nnte. Es sei hier sogleich erw\u00e4hnt, dass A. Putter\u2019s Entgegnung B. Birukoff veranlasst hat eiue mehrere Seiten lange Erkl\u00e4rung (Arch. f. Anat. u. Physiol., Phys. Abt. 1904. S. 289\u2014293) zu schreiben.\nIII.\nBevor B. Birukoff gegen meine Behauptung, dass die Hauptthatsache M. Y erworn zukommt, protestirte, h\u00e4tte er erkl\u00e4ren sollen, erstens, warum er in seinen Werken zwischen dem Resultat von Verworns Versuch und dem\n\u2018) Mein Cursiv.","page":222},{"file":"p0223.txt","language":"de","ocr_de":"RENSEIGNEMENTS.\n223\nseinigen, welches, wiederholen wir es, unter denselben Versuchsbedingungen erhalten wurde, keinen Vergleich zog, und, zweitens, warum er den Unterschied in den Resultaten nicht durch Versuche erkl\u00e4rte. Bei einer jeden Untersuchung sind Versehen und Vers\u00e4umnisse m\u00f6glich; ein jeder Forcher muss zugeben, dass auch bei der gewissenhaftesten Arbeit Irrt\u00fcmer und Fehler Vorkommen k\u00f6nnen, irgend etwas ausser Acht gelassen werden kann. Seinen Irrtum aber h\u00e4tte B. B i r u k o f f eingestehen sollen, wenn nicht nach meiner Mitteilung in einer Sitzung der Physiologischen Abteilung, in Moskau, im Februar 1903, welcher B. Birukoff beiwohnte, so doch wenigstens nachdem meine Arbeit \u00fcber den Galvanotropismus im Druck erschienen war; die in derselben beschriebenen Versuche beweisen klar, wie wenig B. Birukoff es sich hatte angelegen sein lassen, das, was er gesehen, genau darzustellen.\nMoskau d. 14 Dezember. 1904. Physiologisches Institut.\n\u00c4osBOjreno aensyporo. Mocraa, h h b ap h 12 ahh 1905.\tPeflaKTopx-HsflaTera MopoxoBeqs.\nfl\u00dfocKBa. yHHBepcHTeicKaa THnorpa$in, CTpacTHo\u00e4 \u00f6yjii.Bap'B. 1905.","page":223}],"identifier":"lit36615","issued":"1903-1904","language":"de","pages":"215-223","startpages":"215","title":"B. Birukoff's \"Formel\". Einige Worte \u00fcber seine \"kurze Bemerkung\" in \"Le Physiologiste Russe\" Bd. III. No 48-60. 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