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{"created":"2022-01-31T15:24:47.405299+00:00","id":"lit36618","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Morochowetz, L.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 5: 23-65","fulltext":[{"file":"p0023.txt","language":"de","ocr_de":"l\u00eeie (iniudlaiite der meuscliliclieu Sprache und eiu liuiversalalphabet.\nYon Prof. L. Morochowetz.\nI. Allgemeine S\u00e4tze.\nEs unterliegt keinem Zweifel, dass schon vom ersten Moment der Zusammenstellung eines Alphabets irgend einer Sprache an, die Unzul\u00e4nglichkeit, eines solchen, selbst die gr\u00f6beren, geschweige denn die feineren N\u00fcancen der Laute der menschlichen Sprache wiederzugeben, erkannt werden musste. Lag die Ursache dieser Unzul\u00e4nglichkeit in der Unvollkommenheit der analytischen Funktion des \u00d6hrs der ersten Zusammensteller des Alphabets oder in der ungen\u00fcgenden Kenntniss. die dieselben von der Phonetik ihrer Muttersprache im allgemeinen besassen? Offenbar wirkten beide Ursachen mit ein, und dies um so mehr, als jedes Alphabet viel sp\u00e4ter als die Sprache enstand und zwar aus der uranf\u00e4nglichen bildlichen Schrift, deren Einfluss die Sch\u00f6pfer des phonetischen Alphabets nicht abzusch\u00fctteln vermochten. In der Tat. macht die Unzul\u00e4nglichkeit der Grundlaute sich in jeder Sprache f\u00fchlbar; auch die Diphthonge, die zusammengesetzten Laute, die besonderen phonetischen Zeichen u. s. w. zeugen daf\u00fcr, dass neben der ungen\u00fcgenden Bekanntschaft mit der Phonetik der Muttersprache auch die Unvollkommenheit der analytischen Funktion des Ohrs nicht die letzte Piolle gespielt hat. Daraus folgt der konventionelle Charakter der Schrift, die grosse Anzahl von Ausnahmen, das Vorhandensein von orthographischen Zeichen und, daneben, die Unantastbarkeit der herk\u00f6mmlichen Orthographie...\nK\u00fcrzer gesagt, es wurde mit der Zeit das Interesse der Piechtschrei-bung auf die schriftliche Darstellung des Wortes \u00fcbertragen: die Darstellung durch Buchstaben und die durch Laute ausgedr\u00fcckte Vorstellung von einem gegebenen Gegenstand wurde mit der schriftlichen Wiedergabe von dessen Benennung verkn\u00fcpft, d. h. die schriftliche Darstellung wurde zur bildlichen Darstellung des Gegenstands.... Die Darstellung eines Gegenstands durch Schriftzeichen lebte sowohl im Ged\u00e4chtniss als in den Handschriften und im Druck in ihrer anf\u00e4nglichen Gestalt fort, w\u00e4hrend die Ausprache sich zeitlich und \u00f6rtlich ver\u00e4nderte. Es ist dahin gekommen, dass man trotz einer vollkommenen Bekanntschaft mit dem Alphabet irgend einer Sprache dennoch aus kompetentem Munde erfahren muss, wie dieses oder jenes Wort auszuspre-","page":23},{"file":"p0024.txt","language":"de","ocr_de":"24\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALP AIIBET.\ndien sei. Lesen lernen, bedeutet heutzutage nicht etwa sich im Summiren der durch die Buchstaben dargestellten Laute in ihrer anf\u00e4nglichen Bedeutung \u00fcben, es heisst vielmehr sich einpr\u00e4gen, wie das Geschriebene oder Gedruckte nicht ausgesprochen werden m\u00fcsse.... Im allgemeinen heisst es also nicht nur sich erinnern, wie dieses oder jenes Mort zu schreiben, sondern auch noch, wie das durch bestimmte Buchstaben Dargestellte auszusprechen sei.... Die Darstellung durch Schriftzeichen ist so tief eingewurzelt, so zur Gewohnheit geworden, dass sogar die bildliche Darstellung allgemein bekannter Gegenst\u00e4nde mehr Variationen zul\u00e4sst als die Darstellung durch Buchstaben.\nIm allgemeinen weist sowohl die deutsche als die franz\u00f6sische, besonders aber die russische und englische Rechtschreibung den Charakter der chinesischen, d. h. symbolischen, bildlichen Rechtschreibung auf. So sind z. B. die englischen W\u00f6rter knife, psyche, pshaw nichts weiter als bildliche Darstellungen eines Messers, der Seele und einer Interjection, welche von den Engl\u00e4ndern naif, saiki und scho! genannt werden; ebenso stellt das russische odnogo das Wort adnaico dar. Schreibt man andererseits z. B. das Wort cogo mit lateinischen Buchstaben und sagt, es sei ein russisches Wort, so wird ein Russe kaum erraten, dass es das russische <kaico> sein soll. Mit lateinischer Schrift in russischer Sprache Geschriebenes wird von keinem Russen richtig gelesen, so bildlich ist die Schrift \u00fcberhaupt geworden. Dies ist der Grund, weshalb in den meisten W\u00f6rterb\u00fcchern neben der gew\u00f6hnlichen Rechtschreibung des Wortes, d. h. neben der bildlichen Darstellung, gew\u00f6hnlich auch noch die wirkliche Aussprache desselben bezeichnet wird durch Buchstaben, welche dieselbe am besten wiedergeben, d. h. also neben der Anweisung wie das Wort zu schreiben ist. die Anweisung, wie man es aussprechen soll. So giebt z. B. Larousse in seinem grossen W\u00f6rterbuch neben dem Worte impaire das erkl\u00e4rende Wort impere, image\u2014imaje, cinq\u2014sink, impaction\u2014ainpaksion, illusion\u2014illusion, nomenclature\u2014nomanklature u. s. w. \u00d6fters ensteht dadurch etwas ganz Widersinniges, namentlich wenn man ein Fremdwort in der Muttersprache wiederzugeben w\u00fcnscht. So stellte der d\u00e4nische Botschafter Jul am An-fang des XVIII Jahrhunderts den Namen Schachoivskoy durch Jakobskoy dar. Welches Alphabet benutzte er, fragt man sich, bei der Wiedergabe dieses\nWortes?\t_\t_\t.\nDie russische Kommission in der Redaktion des <International Catalogue ot\nScientific Literature\u00bb musste eine besondere Transkriptionsmethode erdenken, um russische Namen und russische Ausdr\u00fccke \u00fcberhaupt durch das lateinische Alphabet wiedergeben zu k\u00f6nnen, und zwar wurde als Basis f\u00fcr diese Umschreibung die Bedeutung der lateinischen Buchstaben m b\u00f6hmischei Aus spr\u00e4che genommen. Es ist leicht sich davon zu \u00fcberzeugen, wie mislungen\ndieser Versuch war.\t.\t.\nAndererseits, wenn auch ein jeder Buchstabe dieses odei jenes Alpha bets irgend einen bestimmten Laut der menschlichen Stimme bezeichnen soll. so* ver\u00e4ndern sich diese Schriftzeichen jedenfalls sehr oft und entsprechen ihrer Bedeutung nicht, wie z. B. in den W\u00f6rtern Descartes, monsieiu, poignarder, Leute, xopouio u. s. w.: dieselben sind entweder ungen\u00fcgend, oder","page":24},{"file":"p0025.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSUEL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n25\n\u00fcberfl\u00fcssig. Der <T\u00e4glichen Rundschau\u00bb vom J. 1897 zufolge werden im Englischen bis 12% der Schriftzeichen nicht ausgesprochen, \u00fcbersprungen. Im Russischen machen die stummen Buchstaben\u2014das harte und weiche Zeichen\u2014 mehr als den 20-sten Teil alles Geschriebenen und Gedruckten aus. Im Franz\u00f6sischen werden die Endbuchstaben e, r, d. g, p: s, t, z, ds, gs, ts sowie c nach n, u. s. w. nicht ausgesprochen.\nSomit giebt es in jeder Sprache zwei Alphabete, ein bildliches, welches zum Schreiben, und ein lautliches, welches zum Sprechen dient. Kann man er-steres infolge des Bestrebens der Philologen, die schriftliche Darstellung des Wortes mit dessen Ursprung zu verbinden, das historische oder sogar genetische nennen, so muss letzteres, dessen wir uns nur beim Sprechen bedienen, das phonetische, physiologische genannt werden.\nHeutzutage schreiben wir, fast ohne auf die Laute unserer Sprache oder auf die Empfindungen unseres Geh\u00f6rs Acht zu geben, nach einstudierten-Schablo-nen. nach zur Gewohnheit gewordenen Vorschriften. Auf Grund langj\u00e4hriger Gew\u00f6hnung und vielf\u00e4ltiger Wiederholung lernen wir schliesslich Symbole, nicht aber aus Lauten zusammengesetzte Worte darstellen\u2014wir geben ganz bewusstlos, reflektorisch, die Symbole wieder, welche unsere Bede darstellen sollen. Beim Schreiben stellen wir nicht etwa durch die Laute unserer lebenden Sprache Ausgedr\u00fccktes dar, sondern photographiren ebenfalls Geschriebenes. Es ist leicht die englische, franz\u00f6sische u. s. w. Rechtschreibung zu erlernen; sprechen lernen kann man aber nur nach Gesprochenem, und keine gedruckten und geschriebenen Hilfsmittel k\u00f6nnen dazu verhelfen. Andererseits machen solche, die eine fremde Sprache sehr gut reden, h\u00e4ufig grobe Schreibfehler.\n\u00dcberhaupt darf man wohl dreist behaupten, dass kein einziges Alphabet imstande ist allen Anforderungen, allen Feinheiten der Aussprache sowohl fremder Sprachen als der Muttersprache zu gen\u00fcgen, dass kein einziges Alphabet die Sprache durch Zeichen wiederzugeben vermag, welche den wirklichen, physiologischen Lauten entsprechen.\nEs ist dahin gekommen, dass die Philologen allen Glauben an die phonetischen Elemente der Alphabete verloren haben und Hermann Paul's Ansicht dar\u00fcber teilen. <Eine wirkliche Zerlegung des Wortes in seine Elemente ist nicht bloss sehr schwierig, sie ist geradezu unm\u00f6glich. Das Wort ist nicht eine Aneinandersetzung einer bestimmten Anzahl selbst\u00e4ndiger Laute, von denen jeder durch ein Zeichen des Alphabetes ausgedr\u00fcckt werden k\u00f6nnte, sondern es ist im Grunde immer eine c o n t i n u i r 1 i c h e Reihe von unendlich vielen Lauten, und durch die Buchstaben werden immer nur einzelne charakteristische Punkte dieser Reihe in unvollkommener Weise angedeutet\u00bb.\nDadurch erkl\u00e4rt sich das rege Interesse, welches heutzutage in vielen L\u00e4ndern Europa\u2019s der Verbesserung der Rechtschreibung entgegengetragen wird.\nEine mehr oder weniger vollkommene Rechtschreibung erfordert vor allem eine gen\u00fcgende Anzahl von Schriftzeichen f\u00fcr alle Grundlaute unseres Stimmapparats, damit unsere Rede, in welcher Sprache es auch sei, schriftlich so\n) Paul, H. Principien der Sprachgeschichte. 2 Aufl. Halle, 1886, p. 4b.","page":25},{"file":"p0026.txt","language":"de","ocr_de":"26\nDIE G KUNDLAUTE DER MENSCHE. SPRACHE U. EIN UNI VERSALALPHABET.\ndargestellt werden k\u00f6nne, wie dieselbe gesprochen wird, und damit die mittels eines solchen vervollkommneten Alphabets aufgesteilte Rechtschreibung nicht von einer ganzen Kette allerm\u00f6glicher Kegeln, Ausnahmen, Zeichen, welche den Sinn und die Bedeutung der Buchstaben ver\u00e4ndern, begleitet zu werden brauche. Unzweifelhaft k\u00f6nnte nur ein solches Alphabet als ein ideales betrachtet werden, dessen Schriftzeichen in allen F\u00e4llen der geschriebenen und geredeten Sprache die ihm eigent\u00fcmlichen Lauteffekte bewahren w\u00fcrden, damit ein jeder, der dieses Alphabet erlernt h\u00e4tte, ohne den Beistand in der betreffenden Sprache Bewanderter, ohne jemals deren Aussprache geh\u00f6rt zu haben, die durch die Schriftzeichen eines solchen idealen Alphabets dargestellten Worte ricliig auszusprechen verm\u00f6chte. Ein solches Alphabet w\u00fcrde es m\u00f6glich machen so zu schreiben. wie man in jeder Sprache spricht, ohne dass es n\u00f6tig w\u00e4re nachzudenken, wie zu schreiben, welcher Regel zu folgen, in was ihr F\u00e4llen ein Wort so oder anders darzustellen u. s. w. Ein solches Alphabet d\u00fcrfte mit Recht ein internationales, universales Alphabet genannt werden.\nIst somit kein einziges Alphabet imstande die menschliche Rede genau wiederzugeben, so fragt es sich, in welchem Maasse die jetzt vorhandenen Alphabete die Grundlaute der menschlichen Sprache genau und ersch\u00f6pfend wiedergeben; ob irgend eines derselben dieser Anforderung gen\u00fcgt, und welches die Grundlaute eines Universalalphabets sein m\u00fcssen, um allen Sprachen zu gen\u00fcgen. Die Philologen eines jeden Volkes, welches die Vervollkommnung seiner Rechtschreibung erstrebt, sollten sich der soeben aulgeworfenen Frage gegen\u00fcber sehr aufmerksam und ganz parteilos verhalten. Ohne eine allseitige Beleuchtung dieser Frage sollte kein Philolog an der Losung derselben teilnehmen, um sich nicht bitteren Vorw\u00fcrfen sowohl der Zeitgenossen als sp\u00e4terer Geschlechter auszusetzen. A or allem sollten die Philologen wenigstens f\u00fcr einige Zeit das historische oder genetische Alphabet vergessen, um besser, parteiloser sich die physiko-physiologischen Grundz\u00fcge des universalen physiologischen oder phonetischen Alphabets anzueignen.\nDie L\u00f6sung einer so wichtigen Frage erfordert selbstverst\u00e4ndlich ein m\u00f6glichst vollkommenes Kriterium. Diu analytischen und zugleich synthetischen Eigenschaften unseres Ohres stellen einen sehr empfindlichen und auch sehr vollkommenen Apparat zur Erforschung der Laute der menschlichen Sprache vor. Leider aber \u00fcben die gew\u00f6hnlichen Vorstellungen, die Ideen, die sich auf dem Grunde der historischen oder genetischen Schreibart gebildet haben, einen best\u00e4ndigen Druck auf diese Eigenschaft aus, so dass unser Urteil in diesem Falle gew\u00f6hnlich sehr subjektiv gef\u00e4rbt ist. Deshalb erscheinen objektive Methoden notwendig.\nv Arom ersten Moment des Entstehens der graphischen Methode an hat die Phonetik in derselben unersch\u00fctterliche Grundsteine, Kriterien gesucht; deren Erwartungen sind jedoch bei weitem nicht in Erf\u00fcllung gegangen und zwar haupts\u00e4chlich darum, weil sowohl die Philologen als die Physiologen vom Druck der historischen Phonetik, von der sogenannten genetischen Verbindung zwischen den Grundlauten, welche manchmal durch beinahe mystische Verh\u00e4ltnisse, wie z. B. in flellwag\u2019s, Leppsiusy Br\u00fccke\u2019s u. a. Dreiecken, in der verfehlten Combination von Schriftzeichen zur Wiedergabe oftmals weniger com-","page":26},{"file":"p0027.txt","language":"de","ocr_de":"27\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nplexer Laute, wie z. B. sch aus s, c und h zur Darstellung des entsprechenden Grundlautes m (russ.), u. dergl., sich nicht haben freimachen k\u00f6nnen.\nTrotzdem kann die graphische Methode bei objektivem Verhalten ihr gegen\u00fcber wertvolle Fingerzeige liefern.\nDas gr\u00f6bste graphische Verfahren gr\u00fcndet sich auf dem in Scott's Phonautographen herrschenden Princip. Eine weitere Entwicklung erhielt diese Methode in Marey\u2019s, Piosapelli\u2019s, Pousselot's u. a. Arbeiten. Eine noch vollkommenere Methode geh\u00f6rt Hensen; die besten Resultate wurden jedoch bei der Anwendung von Edison\u2019s Phonographen durch den Physiologen L. Hermann erhalten. Doch bietet die Photographie, die in der Anwendung von K\u00f6nig\u2019s Gaz-Kapsel-Brenner ihre Basis gefunden und durch Black\u2019s Apparate einen hohen Grad von Vollkommenheit erreicht hat, durch die Leichtigkeit und Vielseitigkeit ihrer Anwendung unstreitige Vorz\u00fcge. In Black\u2019s Apparat werden die Schwingungen der Platte unter dem Einfl\u00fcsse der T\u00f6ne nicht mehr auf eine Gasflamme sondern auf einen kleinen Spiegel \u00fcbertragen, der mit einer schwingenden Membran verbunden ist und das Licht mittels eines sich in Drehung befindlichen K\u00f6nig\u2019schen Spiegels entweder auf einen Schirm oder auf eine photographische Platte projicirt.\nAlle soeben erw\u00e4hnten Registrirungsmethoden der Laute unserer Sprache liefern indessen so complicate Curven, dass die Interpr\u00e4tation derselben sowohl complicate Zeichnungsmethoden als auch complicate Ausrechnungen erfordert. Dies erkl\u00e4rt sich dadurch, dass sogar die scheinbar einfachsten Grundlaute unserer Sprache eine gar zu complexe Erscheinung sind, um durch einfache Curven registrirt werden zu k\u00f6nnen. Versteht man unter dem Worte Ton nur solche Laute, welche durch die einfachsten pendelartigen Bewegungen. wie z. B. die Schwingungen einer mit dem einem Ende befestigten Metallstange oder einer Stimmgabel wiedergegeben werden, so sind die Laute der menschlichen Stimme sowie auch die T\u00f6ne der musikalischen Instrumente aus vielen einfachen T\u00f6nen zusammengesetzt, unter denen der Grundton inmitten einer Reihe von schw\u00e4cheren harmonischen T\u00f6nen oder Obert\u00f6nen sich durch seine St\u00e4rke hervorhebt. Die Mannigfaltigkeit unserer Sprache wird nicht nur durch die Ver\u00e4nderungen in unserem aus Kehle und Lungen bestehenden Stimmapparat sondern auch durch die Schlund-, Nasen- und Mundh\u00f6hle bedingt, die zusammen mit der Kehle und den Lungen den Lautapparat bilden. Doch bestellt unsere Sprache nicht bloss aus musikalischen T\u00f6nen; an derselben nehmen auch solche Laute teil, welche nicht mehr aus der Zahl ihrer Schwingungen nach in multiplem Verh\u00e4ltnis zu einander stehenden T\u00f6nen gebildet werden, sondern ein Gemisch unperiodischer, unregelm\u00e4ssiger Schwingungen vorstellen und, je nach den Umst\u00e4nden, aus sehr mannigfaltigen Lauten zusammengesetzt sind, die sich zu Ger\u00e4uschlauten verbinden. Seit Helmholtz wird auch allgemein angenommen, dass die Laute der Stimme, unabh\u00e4ngig vom Ton, von h\u00f6heren sekund\u00e4ren, diesem oder jenem Grundton der Stimmb\u00e4nder entsprechenden T\u00f6nen durch zweckm\u00e4ssige Ver\u00e4nderung der Mundh\u00f6hle, dieses sich diesem oder jenem Laute unserer Sprache gem\u00e4ss ver\u00e4ndernden Resonators, verst\u00e4rkt, gebildet werden.","page":27},{"file":"p0028.txt","language":"de","ocr_de":"28\nDIE GRUNDLAUTE DER MEN'SCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nII. Methodik.\nUm die Lautcurven darzustellen, benutzen wir das von mir im 'S erein mit Dr. A. Samojlow und Dr. Judin in dem Artikel <Die Chronophotographie im Physiologischen Institut\u00bb u. s. w. [Le Physiologiste Russe, 'Sol. II, p. 51, 62 u. 70, Moskau (deutsch)] beschriebene chronophotographische Pendel und ein endloses Band aus lichtempfindlichem Papier, nebst einem photoscopischen Apparat, d. h. einem K\u00f6nig\u2019schen Spiegel, der den schwingenden Lichtstrahl aut einen Schirm aus weissem Papier projicirt. Eine etwas ver\u00e4nderte Blake sehe Membran dient uns als Vibrator.\nAYir bedienten uns im allgemeinen der in genannter Schrift beschriebenen Apparate und Methoden; hier wollen wir nur der haupts\u00e4chlichsten Ab\u00e4nderungen und Verbesserungen derselben gedenken.\nI. Die Blake\u2019sche Membran giebt die besten Resultate, wenn sie aus einer Suberitplatte, d. h. aus gepressten Kork besteht, wie sie Prof. A. Sa-\nl-'iir. 1 und 2. Vibrator von der Seite und von vorn gesehen: a-der Reif, der die kork-membran an den Grundring presst; c\u2014Schraube zum Verstellen des in ^- eingreifenden Spiegels in vertikaler Richtung und e\u2014Schraube zum Verstellen um die horizontale Achse herum.\nmojloff in unserer Schrift beschreibt (1. c. p. 62), namentlich wenn solche Platten auf der glatten Oberfl\u00e4che eines Sandsteins gleichm\u00e4ssig 1 mm.\u20140,9 mm. d\u00fcnn geschliffen sind. Eine im Durchmesser 6-8 ctm. grosse Scheibe wird auf den erweiterten Rand eines Ringes (Fig. 1 und 2, a) des Aibrators gelegt und mittels eines zweiten Ringes an denselben angepresst. In der Mitte 'der \u00e4usseren Fl\u00e4che der Membran ist mit Tischlerleim ein kleines Dreieck d aus Bristolpappe mit seiner langen Seite angeklebt; dasselbe greift in das Spie-gelchen mittels eines kleinen Einschnitts ein. Das kleine platte Spiegelchen","page":28},{"file":"p0029.txt","language":"de","ocr_de":"PIE GRUNDLAUTE PER .MENSCHE. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n29\nist mit einem ans Wachs und Kolophonium bestellenden Kitt an eine leicht-bewegliche Achse aus Metall angeklebt, die auf den Spitzen der Schrauben des Rahmens b liegt. Letzterer ist in horizontaler Lage mittels der Schraube c, in verticaler Stellung durch die Schraube e und die Achse f beweglich. Durch diese Schrauben kann dem Spiegelchen eine beliebig geneigte Stellung gegeben, und es kann leicht in den Einschnitt des Dreiecks gebracht werden. Eine solche Einrichtung erteilt dem Spiegelchen hinl\u00e4ngliche Beweglichkeit und sehr grosse Empfindlichkeit durch verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig sehr einfache Handgriffe.\nDie Membran des oben beschriebenen Vibrators, welche durch eine trichterf\u00f6rmige Erweiterung die Laute aufnimmt, \u00fcbertr\u00e4gt ihre Schwingungen auf das Spiegelchen und dieses versetzt seinerseits den Lichtstrahl in Schwingungen, der von einer elektrischen, vorzugsweise Nernst\u2019schen, Lampe (Fig. 3, b) durcli einen engen Spalt f\u00e4llt und vom Spiegelchen auf die sensible Platte des Pendelchronophoto-graphen, wie das in unserem Artikel (1. c. p. 51) beschrieben ist. oder auf ein lichtempfindliches Papier oder desgl. Film des ebenfalls von uns beschriebenen Apparats mit dem endlosen Band (1. e. p. 54) ausgesandt wird; vor diesem befindet sich ebenfalls ein Spalt, der durch zwei mittels einer Schraube regu-lirbare Platten gebildet wird, aber vertical steht, w\u00e4hrend ein eben solcher vor der Lichtquelle befindlicher Spalt die horizontale Lage hat.\nDamit dieser letztere ein m\u00f6glichst scharfes Bild liefere, wird zwischen den Spalt und das Spiegelchen eine Sammellinse eingeschoben. Den\n\nFig-.\nVibrator a, der durcli die Linse c die von der Nernst\u2019schen Lampe b ausgehenden und von der Linse d ge-verticalen. dicht vor der lichtempfindlichen Platte sammelten Strahlen auffangt und sie auf oder dergl. Papier befindlichen, Spalt trennt von die plattV' des \u00fcu-onophotographischen dem horizontal gelegenen d\u00fcnnen hellen Streifen\ten e wumc-\u00abutt.\nein kleines Viereck ab, welches, auf eine photographische Fl\u00e4che wirkend, hei der Schwingung des Pendels oder dem Fortr\u00fccken des endlosen Bandes auch die Curve der Laute schreibt, welche die Membran des Vibrators mit dem Spiegelchen in Schwingung versetzen.\nII. Um l\u00e4nger andauernde Effekte, z. B. ganze S\u00e4tze, zu registriren, kann man sich eines endlosen Bandes aus lichtempfindlichem Papier bedienen; um aber wiederholtem Photographiren auf einer und derselben Stelle m\u00f6glichst einfach vorzubeugen, sowie auch um nicht gar zu lange B\u00e4nder anzuwenden und das Band aus lichtempfindlichem Papier oder Film m\u00f6glichst in seiner ganzen Breite auszunutzen, habe ich unter dem liebensw\u00fcrdigen Beistand meiner j\u00fcngeren Kollegen und Laboranten, der Herren Doctoren P. Lasareff, D. Ro-maschoff, P. Statkewitscli und A. Judin einen besonderen Apparat erbaut. In demselben bewegt sich, von einem Uhrwerk getrieben, die Aufnahmemembran des 5 ibrators w\u00e4hrend der Einwirkung des Schalles auf denselben zugleich mit der Lichtquelle, den Linsen u. s. w. langsam abw\u00e4rts, zeichnet folglich eine Curve, die eine Spirallinie beschreibt, welche bis 10-mal ein 3 Meter","page":29},{"file":"p0030.txt","language":"de","ocr_de":"30\nDIE GRUNDLAETE DER MENSCH],. SPRACHE U. EIN UNI VERSALALPHABET.\nlanges und 10 ctm. breites endloses Band umkreist und daher circa 30 Meter lang ist. Im gegebenen Fall wird an dem Vibrator ebenfalls ein Vorsatz durch ein Kugelscharnier in einem beweglichen Metallrahmen gehalten, der in ihrer Reihe mittels eines Metallbandes an die Achse des Sperrrads (Fig. 4. i) des Uhrwerks gef\u00fcgt ist. Durch das Uhrwerk, welches am allgemeinen Gestell des chronophoto-graphischen Apparats befestigt ist, getrieben, wickelt sich das Band von der Achse ab, und der Apparat steigt langsam um mehr als 15 ctm. herab; mittels des Sperrrads kann das Band wieder aufgewickelt werden (Fig. 4 //), um den Apparat wiederum absteigen zu lassen u. s. w. Damit der Lichtstrahl sich best\u00e4ndig in einer und derselben Ebene befinde, bewegt sich der den Vibrator tragende Rahmen mit Hilfe von R\u00e4dern, die an der Peripherie mit Rinnen versehen sind, an den Ripnen der Prismen des allgemeinen Gestells hin. An dem Rahmen befindet sich eine kleine Platte,\n; welche bei der Abw\u00e4rtsbewegung des\nRahmens drei an vertikalen Balken des Gestells befindliche und in die Kette eines mit einem Schieber versehenen Elektromagnets eingeschaltete Schl\u00fcssel ber\u00fchrt; der Schieber kommt vor den Spalt des Apparats mit dem endlosen Bande zu stehen, damit derselbe sich automatisch \u00f6ffne, wenn die abw\u00e4rtsgehende Platte mit dem oberen Schl\u00fcssel den Strom schliesst (Fig. 4, a), und schliesse, wenn dieselbe auf den mittleren Schl\u00fcssel (Fig. 4. b) dr\u00fcckt: damit das Uhrwerk rechtzeitig, wenn der Rahmen bis zum Boden des Apparats herabgestiegen ist, anhalte. dr\u00fcckt die Platte auf Schl\u00fcssel c und setzt den Elektromagneten (Fig. 4,g) in T\u00e4tigkeit. Ausserdem befinden sich an dem beweglichen Rahmen, welcher den A ibrator tr\u00e4gt, unmittelbar unter diesem, drei bewegliche horizontale Achsen, von denen die eine eine kleine Laterne mit regulirbarem Spalt und mit dem Faden einer Nernst\u2019schen Gl\u00fchlampe von 100 Kerzen mit einem leuchtenden horizontalen Faden und einer cylindrischen Sammellinse tr\u00e4gt, damit ein m\u00f6glichst intensives und zugleich feines Bild des leuchtenden Fadens auf dem lichtempfindlichen Bande entstehe, nachdem Bild von dem Spiegel auf das Band projicirt ist, Die zweite Achse tr\u00e4gt Diaphragma und eine zweite cylindrische Linse /, die nur das Bild des dens durchlassen soll, welches auf das lichtempfindliche Papier f\u00e4llt.\nk\nFig. 4. Allgemeine Ansicht des an ein 1 hr werk angeh\u00e4ngten und langsam zwischen den Prismen des Gestells herabsteigenden Vibrators.\ndas\ndas\nFa-\nDie","page":30},{"file":"p0031.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GEUNDLAUTE DEE MENSCIIL. SPRACHE U. EIN UN1VEKSALALPHABET.\n31\ndritte, eine Belastung tragende Achse, ist den zwei andern als Gegengewicht gegen\u00fcbergestellt.\nIII. Ausser der von uns beschriebenen, zur Aufnahme des endlosen Bandes aus lichtempfindlichem Papier oder desgl. Film bestimmten, Kammer (1. c. p. 54), erbaute ich auch eine tragbare Kammer (Fig. 5), in welcher ein endloses Band aus lichtempfindlichen Papier oder desgl. Film \u00fcber zwei vertikale'Trommeln l\u00e4uft. Infolge der Beweglichkeit der einen Trommel in den Falzen der Kammer ist es m\u00f6glich sich 50 ctm. bis 2 m. langer B\u00e4nder zu bedienen. Die andere Trommel nimmt in der Kammer eine bestimmte Lage ein, wird aber mittels einer Scheibe, welche sich an dem untern Teil ihrer durch die Wand\nHe- 5- Allgemeine Ansicht des ganzen Apparats mit dem Vibrator (rechts) der photographischen Kammer (links), und dem Motor mit A k lr u m u 1 at ore n (unten).\nder Kammer dringenden Achse befindet, von einem Elektromotor getrieben und \\tisetzt dadurch das ganze System in Ih\u00e4tigkeit. Das der Membran zugewandte Ende der Kammer ist mit einem vertikalen Spalt versehen, welcher mit Hilft1 einet Zackenstange seiner ganzen L\u00e4nge nach gleichm\u00e4ssig verengert werden kann. Das Ger\u00fcst der Kammer besteht aus leichten mit schwarzer Pappe bezogenen Holzt ahmen und ruht auf drei Stellschrauben. Der obere Rahmen und einer der Seitenrahmen sind mit Scharnieren versehen und k\u00f6nnen leicht zut\u00fcckgeschlagen weiden, so dass die Kammer ihrer ganzen L\u00e4nge nach zug\u00e4nglich wird, und das Papier auf die Cvlinder gebracht und von denselben leicht abgenommen werden kann.","page":31},{"file":"p0032.txt","language":"de","ocr_de":"32\nDIE GRUND LAUTE DER MENSCHE. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nIV. Die letzten Verbesserungen erm\u00f6glichen die Curven ohne Schwierigkeit in den gew\u00fcnschten Amplituden zu erhalten; zugleich ist es aber auch leicht, ebenfalls auf photographischem Wege, diese Curven in vergr\u00f6ssertem Maassstabe darzustellen. Dieselben Resultate erhalt man bei der Anwendung von Jng. Benoit's camera lucida, welche f\u00fcr eine feine Darstellung der Curven, unter Vergr\u00f6sserung oder Verkleinerung derselben, ein ausgezeichnetes Hilfsmittel vorstellt. Die nachstehenden Abbildungen der Curven wurden mit einer solchen camera lucida, .VA 1\u2014-37 in etwas vergr\u00f6ssertem Maasstabe erhalten, die \u00fcbrigen in nat\u00fcrlicher Gr\u00f6sse mit Bleistift ausgef\u00fchrt und dann vom Xylographen wiedergegeben. Diese Abbildungen geben die Curven unserer Grundlaute in e (320 Schw.) nur beispielsweise: die den verschiedenen Lauten und deren charakteristischen Besonderheiten entsprechenden Curven werden wir im weiteren geben.\nAh Zu den phonoscopischen Beobachtungen bedienen wir uns desselben Vibrators wie zu den phonographischen: aber das Licht eines Vol-ta\u2019schen Bogens dringt hier zum Spiegel durch eine kleine runde Oeffnung, die einen sehr hellen und kleinen Fleck giebt, welcher seinerseits von dem Spiegelrhen auf einen rotirenden K\u00f6nig\u2019schen Spiegel zur\u00fcckgeworfen wird, den aus 10 auf den Seitenfl\u00e4chen eines 10-seitigen Prisma befestigten und durch ruhrbaren Spiegeln herstellten. Der von einem solchen K\u00f6-\nFig. 6. Allgemeine Disposition des beweglichen Vibrators mit der photographischen Kammer: a\u2014Vibrator; b\u2014 Nernst'sche Lampe, die ihr Licht durch die cylindrische Linse c aut den Spiegel. sodann durch ein Diaphragma aut den lichtempfindlichen Streiten der Trommeln sendet, von denen nur die eine f abgebildet ist.\nwir\nStellschrauben reg\t\u201e\nnig'schen Spiegel projicirte schwingende helle runde Fleck giebt eine scharfe\nnicht verunstaltete Curve.\nHi. Das Universalalphabet in den Grundlauten der menschlichen Stimme.\nDie obenbeschriebenen Apparate und auch von anderen Forschern erhaltene Thatsachen sowie die analytische F\u00e4higkeit unsers Ohres benutzend, gewinnt man nicht nur die M\u00f6glichkeit, man ist gezwungen alle von der menschlichen Stimme hervorgebrachten Laute, sofern sie als Laute des Alphabets zum Aufbau der menschlichen Sprache dienen k\u00f6nnen, im Einvernehmen mit der Grundvorstellung der Physiker, gleich Sievers in Sonore, d. h. T\u00f6ne von musikalischem Charakter, und Ger\u00e4uschlaute, wie wir schon h\u00f6her oben erw\u00e4hnten, einzuteilen. Nimmt man ferner, im Einklang mit den Principien der heutigen Phonetik, die Einteilung aller Laute der menschlichen Sprache in Vocale \"(Sonanten) und Consonanten an, so stellen die Sonore diejenige Gruppe von Lauten vor, welche alle Vocale und einige Consonanten umfasst, w\u00e4hrend die Ger\u00e4uschlaute bloss von Consonanten gebildet werden.","page":32},{"file":"p0033.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUND LAUTE DER MENSCHE. SPRACHE \u00fc. EIN UNIVERSALALPHABET.\n33\nDie gesammten Grundlaute, die zum Aufbau irgend einer Sprache dienen. welchem Volke sie auch angeh\u00f6ren m\u00f6gen, und mit allen N\u00fcancen, die dieser oder jener Sprache eigen sind, sollen das Universalalphabet bilden. F\u00fcr ein solches Universalalphabet d\u00fcrften am besten die allen Kulturv\u00f6lkern gemeinsamen, gebr\u00e4uchlichsten Schriftzeichen, Buchstaben, sich eignen.\nA. Die Sonore.\na. V o c a 1 s o n o r e.\nDie Vocalsonore werden nicht blos durch scharf ausgesprochene chrono-graphische Curven, durch die Leichtigkeit, mit der sie durch musikalische T\u00f6ne wiedergegeben werden, sondern auch noch durch die Eigent\u00fcmlichkeit charakterisirt, dass ein jeder derselben durch eine Reihe von Lauten wiedergegeben werden kann, vom Grundlaut an, der den gegebenen Vocal am sch\u00e4rfsten ausdr\u00fcckt, beginnend, und nach und nach in den verwandten Vocal \u00fcbergehend, der die Grenze des Typus eines und desselben Lautes vorstellt, von dem Grundlaute sich aber scharf unterscheidet.\n\u2022\nTypus I. A, a\u2014A, ri.\nDer T bcalsonor A, a, wie ihn eine mittelstarke M\u00e4nnerstimme bei normaler Kehle, mit weitge\u00f6ffnetem Munde ausspricht, wie z. B. im Worte Bach, wird sowohl beim kindlichen Lallen als auch in der weichen Aussprache mancher V\u00f6lker zu einem kl\u00e4ffenden Laut, wie er mit der Kopfstimme, etwa wie das franz\u00f6sische i in in, im, ausgesprochen wird, z.\nB. in den W\u00f6rtern: introduction, Imbert, timbre, oder im Deutschen Teilung u. s. w. Somit kann der Sonor a durch eine Reihe \u00e4hnlicher Laute wiedergegeben werden, die einerseits von dem mit weitge\u00f6ffnetem Munde, rein, ohne N\u00e4seln, bei etwas nach hinten gedr\u00e4ngter Zunge und etwas gehobenem Gaumensegel (Fig. 7) ausgesprochenen a beginnend.\n;vie das gew\u00f6hnliche deutsche, russische, oder das fpgpar7ats?'Sdh\u00f6tled minder franz\u00f6sische a grave m den W\u00f6rtern bas, pas, gras, Lage der Zunge und der \u00fcbri-andererseits mit dem franz\u00f6sischen in, im, in im- fen Teile beim 4rtikuliren des pression, insecte, cinq u. s. w. oder wie ai in Saint,\nainsi u, s. w. oder wie ei, in ceint, seins, sein, seing chenraum, 4 \u2014 Kehlraum, 5 \u2014 u. s, w. endend, welche physiologisch ebenso wie ^pigtottk, 6\u2014Zungenbein, 7\u2014\na, aber bei stark gehobenem* Gaumensegel, leichter und 9\u201c aSssfcke\u00c4^e?61 Abstossung der ganzen Zungenmasse nach vorn und Verdickung der Zun\u00b0-en-wurzel producirt werden (Fig. 8).\t6\n3","page":33},{"file":"p0034.txt","language":"de","ocr_de":"34\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nFig. 8. Der Vocal \u00e4 (wie\nWie sehr man sich auch bem\u00fche einen und denselben Laut beizubehaltenr die soeben genannten Vocale in einem und demselben Ton zu singen, beim allm\u00e4ligen Uebergaug vom reinen a zum weicheren findet unab\u00e4nderlich eine\nunwillk\u00fcrliche Tonerh\u00f6hung statt. Aus diesem Grunde wollen wir die Grenzlaute des Sonors a, n des untern Registers oder das tiefe u und u des oberen Registers oder das hohe u nennen, wobei wir f\u00fcr ersteren die gew\u00f6hn-liche-Bezeichnung .4, u, f\u00fcr letzteren denselben, aber mit Punkten versehenen Buchstaben A, fi annehmen.\n.4. u des untern Registers wird wie das gew\u00f6hnliche a, .4, fi dagegen wie das franz\u00f6sische i in impression, Imbert, vin u. dergl. ausgesprochen, und k\u00f6nnen diese W\u00f6rter daher timpression, \u00c4mbert, v#tn geschrieben werden. Auch das deutsche e und der Umlaut \u00e4 werfranz. i in im...). den vor i und u ausgesprochen wie fi. z. B. in ein, Reich, heute, Eile, B\u00e4ume, T\u00e4ubchen, Bein, bei, Eule, Heim '), welche mittels des \u00ab als \u00e0 in, Uli ich, h\u00e4ute, Aule, B\u00e4ume, T\u00e4ubchen u. s. w. aufgezeichnet werden k\u00f6nnen; in W\u00f6rtern slavischen Ursprungs klingt sogar o wie fi, z. B. Boizenburg\u2014Bfiitsenburg.\nSo werden auch die franz\u00f6sischen e und u, z. B. in den Worten: Leg-det, tient, chacun wie ft. Ltkgdet, tifint, chacun u. s. w. ausgesprochen. Das polnische e endlich enth\u00e4lt fi nebst n, d. h. klingt wie fin; aucli das englische i stellt einen zusammengesetzten Laut fit vor. Am h\u00e4ufigsten wird jedoch ein solcher Sonor im Englischen in Gestalt des gew\u00f6hnlichen a: an, bran, can, Canada u. s. w. angetroffen.\nAndererseits wird das franz\u00f6sische e vor n und m und i nach o wie a ausgesprochen, wie z. B. rendre, membre, empire, j'en veux, moiti\u00e9, toi, dois u. a., welche folgendermaassen: rundre, manbre, anpire, muati\u00e9, tou, dous u. s. w. dargestellt werden k\u00f6nnen. Zuweilen wird das deutsche e wie a, wie im Worte allerdings\u2014allurdings, sowie im Englischen o vor u und iv, z. B. house, foider; im Russischen o h\u00e4ufig wie u ausgesprochen: choroscho, kogo wie chu-rnscho, kuico.\n\nFig. 9. Der Vocal a.\nFig. 10. Der Vocal \u00e0.\nSomit erscheinen .4, u und .4, fi als vollkommen selbst\u00e4ndige Vocale, die durch charakteristische Curven dargestellt werden, wie Fig. 9 und 10 f\u00fcr e' (s. S. 32) zeigen.\nf) Schon Br\u00fccke (Grundz\u00fcge der Physiologie und Systematik der Sprachlaute, 2 Aufl. 1876; S. 34 u. 35) richtete seine Aufmerksamkeit auf das Eigent\u00fcmliche des ei in Heim, rein, gab aber keine Erkl\u00e4rung \u00fcber die phonetische Bedeutung des e in diesem Falle.","page":34},{"file":"p0035.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n35\nIn der beigegebenen allgemeinen Tafel haben wir die entsprechenden Laute der meisten gangbaren Alphabete mit den Lauten des Universalalphabets zusammengestellt.\nTypus IL E, e~\u00c8. \u00e8.\nDer Vocalsonor e in seiner germano-romanischen Aussprache, dem russischen 9, dem ungarischen, finnischen e, sowie dem e der westslavischen V\u00f6lker entsprechend, ensteht unter denselben Bedingungen wie a, doch bei st\u00e4rker aufgezogenem Gaumensegel und etwas gew\u00f6lbter und nach vorn ger\u00fcckter Zunge (Fig. 11). Auch hier ist es leicht zu bemerken, dass der reine Grundlaut e, wie z. B. in der als tiefster Laut des vorliegenden Typus eine Menge Uebergangst\u00f6ne besitzt, die mit dem h\u00f6chsten Laut desselben Typus, \u00e8 enden. Letzterer findet im franz\u00f6sischen eu seinen Ausdruck und wird wie der Grundlaut, doch hei h\u00f6her stehendem Gaumensegel und etwas verengter Mund\u00f6ffnung (Fig. 12) ausgesprochen.\nFig. 12. Der Vocal\n\u25a0!, il\nui\ng. 11. Der Vocal e.\nAuch hier macht sich das allgemeine Gesetz geltend: der Grundlaut e des tiefen Piegisters klingt immer etwas tiefer, wie sehr man sich auch bem\u00fche beim Uebergang zum h\u00f6chsten Sonor des hohen Registers \u00e8 den Ton auszuhalten.\nSomit wird der Sonor e des tieferen Registers durch das russische a, das lateinische und deutsche e, \u0153, \u00e4 z. B. B\u00e4r, K\u00e4fer, f\u00e4llig und die verschiedenen e der franz\u00f6sischen Sprache: e, \u00e9, e, \u00ea, auch durch ai, wie in mais, j\u2019aime, und a vor y, z. B. balayer, durch die englischen Schriftzeichen: e, a, ea, ai, ay, ei, ey in man, make, fair, fail, day, bread, veil, prey dargestellt, welche W\u00f6rter men, meke, fer, fei, de, bred, v\u00ebl, pr\u00eb geschrieben werden k\u00f6nnen, wobei in den letzten F\u00e4llen das e nur l\u00e4nger gezogen wird. Denselben Charakter besitzt das russische e nach den Zischlauten u, m, h, tu und u\u00e7.\nWas den Sonor des h\u00f6heren Registers desselben Typus \u00e8 anbetrifft, so wird er fast nur in der franz\u00f6sischen Sprache als eu, oeu angetroffen, z. B. eux, je veux, bleu, Europe, noeud u. s. w. Weder im Russischen noch im Deutschen giebt es dementsprechende Laute; dessenungeachtet hat der Sonor \u00e8 das volle Recht auf eine selbst\u00e4ndige Existenz, was sowohl des-\n3*","page":35},{"file":"p0036.txt","language":"de","ocr_de":"36\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNLV ERS ALA LP H A E ET\nsen Vorhandensein in der franz\u00f6sischen Sprache als auch dessen charakteristische chronophotographische Curve (Fig. 13 u. 14) beweist. Uebrigens stellen einige franz\u00f6sische Autoren, wie z. B. Sadler, die englischen Schriftzeichen a, e, i, o, u und ou in den Endungen vor einem r dem \u00e8 gleich, z. B. cellar, better, actor, sulphur, labour u. s. w. Man darf frei behaupten, dass das englische u meist wie \u00e8 ausgesprochen wird z. B. mit, Churchil, Iluskin, chub, sowie in chuff, church, picture u. s. w. Manche Autoren, wie z. B. Larousse,\nFig. 13. Der Vocal c.\nidentificiren das franz\u00f6sische eu mit dem deutschen \u0153 oder \u00f6 '); das ist aber ganz falsch, wie schon aus dem von Larousse gegebenen Beispiel erhellt, da das deutsche Wort V\u00f6gel keineswegs durch das franz\u00f6sische feugueul, wie er es tut, dargestellt werden kann. Dennoch m\u00fcssen wir Larousse darin vollkommen beistimmen, dass das franz\u00f6sische eu einen ganz selbst\u00e4ndigen Vocal in W\u00f6rtern wie: je veux, gracieux, dieux, eucaristie, vorstellt 2).\nTypus III. O, o\u2014QP, o.\nDer Vocalsonor o wird leicht erhalten, wenn die Mund\u00f6ffnung, nachdem das a ausgesprochen ist, verengt wird (Fig. 15). Derselbe Sonor o dr\u00fcckt in der franz\u00f6sischen Sprache die Diphthonge au, eau, in der schwedischen das a, in der griechischen das w und o, in der ungarischen das gew\u00f6hnliche a (ohne Zeichen), wie z. B. alah, hat, in der englischen das a, au, oa, aw,\nFig. 15. Der Vocal o.\tFig. IG. Der Vocal \u00f9.\nou, z. B., in fall, daughter, boat u. s. w. aus. Auch das polnische A, a enth\u00e4lt neben n ebenfalls o, d. h. on (s. Tafel, Typus 5).\n*) Es ist interessant, dass die Franzosen die englischen Laute u, o, io unter solchen Bedingungen durch ihr eu, die Deutschen durch \u00f6 wiedergeben.\n\u25a0) Dans la plupart des cas, eu a un son propre et particulier qui est celui d\u2019une v\u00e9ritable voyelle (Grand Dictionnaire t 7, p. 3).\nFi?. 14. Der Vocal c.","page":36},{"file":"p0037.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MFNSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\t37\nWie einfach dieser Sonor auch sei, er wird auf mannigfache Weise nicht nur von verschiedenen V\u00f6lkern sondern auch v\u00f6n einem und demselben Volke ausgesprochen; so besitzt dieser Vocal z. B. im Englischen bis vier Laute. Im allgemeinen gilt hier wieder dasselbe Gesetz: von dem reinen Grundlaut o des tiefsten Registers an beginnend, giebt es hier eine lange Reihe von Uebergangslauten bis zum selbst\u00e4ndigen Vocalsonor des h\u00f6chsten Registers \u00ab, wie er im lateinichen, deutschen und schwedischen oe oder \u00f6, im d\u00e4nischen eu, einer ganzen Reihe englischer Buchstaben, Diphthonge und Triphthonge (s. d. Taf, Typus 6) im ungarischen \u00f6 und b, haupts\u00e4chlich aber im englischen o und io, die wie \u00f6 klingen (s. Anm. zu S. 36), seinen Ausdruck findet und ebenso wie e in Bezug auf \u00e8 bei nach hinten gedr\u00e4ngter Kr\u00fcmmung der Zungenwurzel und gehobenem Gaumensegel durch die verengte und etwas vorgeschobene Mund\u00f6ffnung (Fig. 16) hervorgebracht wird. Auch diese in einem und demselben Ton ausgesprochenen Vocale geben charakteristische Curven (Fig. 17 u. 18).\nFig. 17. Der Vocal o.\tFig. 18. Der Vocal \u00f6.\nDie deutschen W\u00f6rter Oesterreich, H\u00f6lle u. dergl. k\u00f6nnen unmittelbar mittels des Vocalsonor \u00f4 wiedergegeben werden. Das englische a, i, e etc. in altar (altar), her, bird, etc., sowie das io in den Endungen tion und sion, z. B. occasion, question, oi in cloister wird ebenfalls wie o, u. s. w. ausgesprochen (s. d. Tafel, Typus 6).\nDas von den Franzosen f\u00e4lschlich als . stumm bezeichnete e in den W\u00f6rtern le, me, te, sc, de, que, JDelameterie u. dergl. besitzt alle charakteristischen Eigent\u00fcmlichkeiten des \u00ab, was die Franzosen selbst \u00fcbrigens zugeben, indem sie. Io. m\u00f4, t\u00e0, D\u00f4lamoterie aussprechen; auch in Yoeil klingt das o wie \u00f4\u2014 Vml. Im Slavischen fehlt der entsprechende Laut (s. S. 54).\nTypus IV. KJ, tf\u2014KJ, ##.\nDer Vocalsonor dieses Typus, den viele europ\u00e4ische Sprachen in ihren Grenzformen besitzen, wird am einfachsten durch das deutsche u und \u00fc, durch das franz\u00f6sische ou und u, durch das ungarische u und \u00fc oder u wiedergegeben. Indem wir f\u00fcr den tiefsten Grenzlaut dieses Typus das lateinische Schriftzeichen ff, welches wie das russische y, das griechische oo, das franz\u00f6sische ou u. s. w. (s. d. Tafel, Typus 7) bei mehr verengter und nach vorn ger\u00fcckter Mund\u00f6ffnung als zur Aussprache des Sonors o n\u00f6tig ist, und bei hoch aufgezogenem hinterem Zungenr\u00fccken in der Richtung des Gau-","page":37},{"file":"p0038.txt","language":"de","ocr_de":"38\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nmensegels (Fig. 19) ausgesprochen wird, nehmen wir f\u00fcr den Grenziaut des oberen Registers des gegebenen Sonors denselben Buchstaben mit einem Punkt\u2014ff\u2014an. Der Sonor m, der leicht durch das franz\u00f6sische u, das ungarische \u00fc und \u00fc, das deutsche \u00fc und die griechischen V und u wiedergege-\nFig. 19. Der Vocal v.\nFig. 20. Der Vocal ft.\nben wird, entsteht unter denselben Bedingungen wie das lateinische u und das russische y, doch bei st\u00e4rkerer Verengung der Mundh\u00f6hle, st\u00e4rker ausgebogenem Zungenr\u00fccken und h\u00f6her aufgezogenem Gaumensegel und hohem Stand des Kehlkopfe (Fig. 20).\nDa es im Russischen an dem entsprechenden Sonor fehlt, so wird z. B. das deutsche Wort Ueberweg\u2014Iber weg, der franz\u00f6sische Name Hubac\u2014Gjubak oder Ubak geschrieben.\nFig. 21 und 22 repoduciren die Curven dieser Vocale im c'-ton (s. S. 32).\nFig. 21. Der Vocal u.\tFig. 22. Der Vocal //.\nIm Englischen wird u durch zwei o\u2014oo (too=tu), im Holl\u00e4ndischen durch \u0153 und w dargestellt; auch im Franz\u00f6sischen klingt o h\u00e4ufig wie u, z. B. je dois, toi, moiti\u00e9 u. s. w. Auch das englische w wird fast immer, u, o. ou h\u00e4ufig wie u ausgesprochen, z. B. water\u2014water, das polnische \u00f6 ebenfalls: man schreibt: b\u00f6r, kr \u00f6l, spricht aber b wr, kml aus: desgleichen das b\u00f6hmische ou und h\u00e4ufig das portugiesische o, das schwedische y, wie z. B. in kykling\u2014 knkling. Das slovenische \u00f6 scldiesst auch *f in sich, z. B. bob\u2014bttob.\nTypus V. M, i\u2014#, #.\nDieser in allen europ\u00e4ischen Alphabeten durch das Schriftzeichen i dargestellte Vocalsonor wird wie die Sonore a und e, doch bei gr\u00f6sserer Rundung des Zungenr\u00fcckens und h\u00f6her aufgezogenem Gaumensegel und geliobe-","page":38},{"file":"p0039.txt","language":"de","ocr_de":"DII GRUNDLAUTE DEE MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n39\nuera Kehlkopf (Fig. 24) ausgesprochen. Wird sodann beim Aussprechen von i der Unterkiefer vorger\u00fcckt und die Zungenrundung mehr nach hinten ger\u00fcckt, so dass si beinahe den harten Gaumen ber\u00fchrt, so erh\u00e4lt man leicht und deutlich den slavisch-russischen Yocalsonor u, u (Fig. 23) oder den polnischen und b\u00f6hmischen y, den wir zum Unterschied von dem punktirten #, mit demselben Schriftzeichen, aber ohne Punkt bezeichnen wollen\u2014#.\n23. Der Vocal t (bi).\nV\\^\nPersonen, denen dieser Sonor ganz fremd ist, d\u00fcrften wir Vorschl\u00e4gen den Sonor tc zu ziehen und, ohne die Stellung des Mundes zu ver\u00e4ndern, nur den Unterkiefer vorzur\u00fccken und vom u zum i \u00fcberzugehen. Es k\u00f6nnte auch zuerst das franz\u00f6sische tu, und nachher mit nachfolgender tieferer Bruststimme tou ausgesprochen werden; und dann analogerweise von der lang gezogenen Silbe ti ausgehend, in einen tieferen Ton mit der Verstellung des Unterkiefers und der Zunge nach vorn in tl (bi) \u00fcbergehen. Den europ\u00e4ischen, (germanischen, romanischen) Sprachen geht der Sonor t (bi) ganz ab, aber das Arabische und ihm verwandte Sprachen besitzen denselben: nicht nur ^5 auch ^ , sowie das~armenische\u2019 (^p, haben oft den Laut t (bi).\nEs ist leicht zu erkennen, dass die soeben genannten Sonore # (bi) und i, wie \u00fcbrigens auch deren Curven zeigen (Fig. 25 u. 26), mit einander so eng verbunden sind, dass sie unstreitig die Grenzsonore des betreffenden Typus vorsteilen, wobei der Sonor t (u) den tiefsten, i den h\u00f6chsten Laut unter allen Zwischenlauten dieses Typus vorstellt.\nFig. 25. Der Yoeal ? (bi)-\tFig. 26. Der. Vocal ?.\nDie Franzosen bestreben sich den russischen Vocal u (t) durch hy, z. B. Bojibiub im Worte Volhynie wiederzugeben; in andern F\u00e4llen greifen sie zu noch complicirteren Combinationen, indem sie das Wort (bidjwy\u2014(idjou) Eui-tjou oder Yi-tjou bezeichnen, zuweilen auch durch ui: cum durch suin, MUAoemueu\u00fc\u2014milostivii\u2014milostivui, postoiannui u. s. w. Im allgemeinen stellen die Westeurop\u00e4er das russische u (%) durch y und sogar j dar; im Deutschen","page":39},{"file":"p0040.txt","language":"de","ocr_de":"40\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nschreibt man z. B. Epu.iOQz Krijlow.\u2014Im mittelalterlichen Latein wurde t (u) ebenfalls mit y (u) bezeichnet. Das polnische y ist mit dem russischen u (i) identisch, z. B. wyraz, pycha u. s. w.\nDer Laut t '(w) ist keineswegs als <gemischter, etwa zwischen i und u stehender Vocal\u00bb, wie einige russische Philologen annahm\u00e9n, anzusehen. Der Laut t (u) ist ein ganz selbst\u00e4ndiger Vocal und kann physiologisch nicht durch <Vermischung\u00bb, irgend welcher Vocale reproducirt werden.\nF\u00fcgen wir hinzu, dass das englische e, ce, ey, ea und das schwedische g h\u00e4ufig wie * ausgesprochen werden (s. d. Tafel, Typus 10).\nb. Die Consonantsonore.\nAlles, was wir \u00fcber die Vocalsonore auf S. 33 gesagt, l\u00e4sst sich vollkommen auf die Consonnantsonore anwenden. Ausserdem k\u00f6nnen, dem Charakter der T\u00f6ne und der Curven gem\u00e4ss, die Consonnantsonore frei zu den Vocalen gerechnet werden.\nTypus,VI. J\u00c6. tn\u2014X, n.\nDer mehr oder weniger reine Consonantsonor nt wird bei geschlossenem Munde mit der Stimme hervorgebracht, wobei der Luttstrom bei herabgelassenem, nicht gespanntem Gaumensegel leicht durch den Nasenraum entweicht (Fig. 27). Die zahlreichen Modificationen dieses Sonors des tiefsten Registers des vorliegenden Typus, die sich bei immer gr\u00f6sserer Anteilnahme des Mundes und des Gaumensegels, erweiterter Mund\u00f6ffnung und Hebung des Gaumensegels in einer Reihe von Ueberg\u00e4ngen von m zu n bemerkbar ma-\nFig. 27-. Der Consonant in.\tFig. 28. Der Consonant v.\nchen, endigen schliesslich mit einem klaren, heller t\u00f6nenden n, welches unter denselben akustischen Bedingungen, aber bei ge\u00f6ffneten Lippen und etwas heraufgezogenem Gaumensegel ausgesprochen wird, wobei die Luft teils durch den Nasenkanal, teils, und zwar gr\u00f6sstenteils, durch den Mund entweicht (Fig. 28).\nDie franz\u00f6sische Sprache bietet vorz\u00fcgliche Beispiele sowohl historisch-genetischen Charakters, wie z. B. die Bildung des on aus dem lateini-","page":40},{"file":"p0041.txt","language":"de","ocr_de":"41\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nsehen <homo>, als auch solche der gew\u00f6hnlichen Aussprache der Combination im in zusammengesetzten W\u00f6rtern, wobei h\u00e4ufig nicht nur n, sondern zuweilen auch ein mittlerer, zwischen m und n stehender Laut zu h\u00f6ren ist. 'So spricht und schreibt ein wenig geschulter Russe nicht selten Lanpe anstatt Lampe. Auch der Engl\u00e4nder spricht zuweilen z. B. anstatt camp\u2014kanp auL Dennoch wird ein jeder dieser Consonanten durch eine selbst\u00e4ndige Curve charakterisirt (Fig. 29 und 30).\niig. 20. Der Consonant m.\tFig. 30. Der Consonant n.\nN\u00e4hme man die lateinischen Schriftzeichen II. m und _V, ## als Symbole der Grundlaute des vorliegenden Typus an, I\u00a5, n f\u00fcr das h\u00f6chste, IM, rn f\u00fcr das tiefste Register, so k\u00f6nnte man sich f\u00fcr das verk\u00fcrzte Alphabet nach\ndem Beispiel der Vocalsonore mit dem einen Buchstaben MM, m f\u00fcr das\n\u2022 \u2022\nuntere, des punktirten MM, m, als n ausgesprochen, f\u00fcr das obere Register begn\u00fcgen.\nErinnern wir daran, dass das griechische y vor y, / und wie n ausgesprochen wird \u00e0yys/.s\u00e7, ayy i u. s. w.=cmgelos, ancln u. s. w.\nTypus VIT. It, r\u2014#>, f.\nDer \u00e4usserste Consonantsonor des jetzt zu betrachtenden Typus des unteren Registers ist das lateinische Mt, r, des oberen Registers Mj, / in dessen harter slavischer Aussprache: ao\u00dcz, amoku (russ.) mydlo, lono (poln.). Wie zahlreich die Modificationen beider Laute auch sein m\u00f6gen, im allgemeinen sind sie einander so verwandt, dass sie durch sehr \u00e4hnliche Mundstellungen hervorgebracht werden und sehr leicht ineinander \u00fcbergehen, worauf sowohl historische Thatsachen, als auch das Lallen der Kinder und die unreine Aussprache Erwachsener hinweisen: z. B. Flu-flu anstatt Fru-fru. Aussagen russischer Korrespondenten vom letzten Kriegsschaupl\u00e4tze zufolge sollen die Chinesen und Mandschuren, in deren Alphabet das r fehlt, dasselbe l aussprechen, daneben aber l durch r ersetzen, z. B. Papiclossen anstatt Papkrossen und, umgekehrt, anstatt slddko, kislo\u2014sraclko, kisro. Auch stammelnde Europ\u00e4er verwechseln diese Laute und gebrauchen den einen statt des andern.\nDer eine Laut wird sowohl als der andere (Fig. 31 u. 32) haupts\u00e4chlich bei gehobener Zungenspitze in der Richtung nach vorn und oben produ-cirt, wobei ziemlich starkes Vibriren der Zungenspitze bei normaler Lage des Gaumensegels die Bildung des Consonnten f, \u00f6fteres und schw\u00e4cheres Vibriren derselben Teile bei gehobenem Gaumensegel diejenige des t bedingt. Beide geben charakteristische Curven (Fig. 33 u. 34).","page":41},{"file":"p0042.txt","language":"de","ocr_de":"42\nDIE GRUNDL\u00c4UTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nWenn der Laut r den Westeurop\u00e4ern gel\u00e4ufig ist, so gelingt ihnen die Aussprache des sog. cerebralen l, des russischen a und des polnischen t, nicht. Damit dies gelinge, muss der Mund weit ge\u00f6ffnet, die Zungenspitze bis zur Ber\u00fchrung des Gaumens gehoben werden, indem man die Mitte derselben nach oben stark ausbiegt und so das gew\u00f6hnliche l ausspricht.\nFig. 31. Der Consonant r.\nFig. 32. Der Consonant /.\nDas typische, fondamentale J>, l des Universalalphabets muss in Verbindung mit den Grundvocalen hart wie das slavische 1, I, ji, ausgesprochen werden. Dem Westeurop\u00e4er k\u00f6nnte man raten eine Reihe von W\u00f6rtern\u2014man, monstre, mohn, Bastre u. dergl. und gleich darauf dieselben W\u00f6rter nur indem man die Anfangslaute durch 1 ersetzt, auszusprechen. Im Deutschen wird die harte Aussprache des slavischen /, 7 durch ein doppeltes l wiedergegeben, z. B. Hob f\u00fcr no6h (russ.).\nFig. 33. Der Consonant r>\tFig. 34. Der Consonant /.\nDie weichere Ansprache des l in den westeurop\u00e4ischen Sprachen, das sog. alveolare l ist, wie weiter unten gezeigt werden wird, aut Kosten des kurzen i\u2014i entstanden, welches dem gew\u00f6hnlich auf das l lolgenden \\ocal unmerklich vorangeht; phonetisch m\u00fcsste Vami\u2014liami, loben\u2014Hoben, Ihom-me\u2014Horn wiedergegeben werden.\nIm verk\u00fcrzten Universal alphabet k\u00f6nnen wir auch hier, vorschlagen, den Buchstaben \u00c6i, r, ohne Punkt, f\u00fcr das tiefe Register, \u00dcf, r, mit dem Punkt, f\u00fcr das hohe Register d. h. I zu gebrauchen.\nTypus VIII. *W, j\u2014X, z.\nDer dritte Consonantsonor stellt in seinem untern Register das franz\u00f6sische j, ge\u2014jamais, George, das portugiesische g vor c und i und auch j,","page":42},{"file":"p0043.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n43\ndas ungarisclie zs, das polnische z und rz, das b\u00f6limische z, das russische otc u. s. w. vor. Interessant ist, dass ein so fundamentaler Consonantsonor wie j [ofc] der deutschen Sprache ganz fehlt und in der englischen kein eignes Schriftzeichen besitzt, obgleich im Englischen j und g aus d und j bestehen. Im Worte soldier wird sogar i wie j ausgesprochen. Zur Bezeichnung desselben im Universalalphabet wollen wir uns des unpuktirten \u2022\u00a5, j bedienen. Dasj (o/c) wird ebenso wie das t* erzeugt; die Schwingungen werden jedoch haupts\u00e4chlich durch den mittleren Teil der Zunge hervorgebracht, die mit ihrem Rande sich an das Zahnfleisch des Oberkiefers stemmt (Fig. 35).\nDer Grenzlaut des oberen Registers dieses Typus ist das griechisch-lateinische X, s in Schrift und Bedeutung, das russische 3, wie in Zeno, 3epno {zerno) und der in allen europ\u00e4ischen Sprachen durch s und z dargestellte Laut, das z im Franz\u00f6sischen, Portugiesischen, Englischen, D\u00e4nischen, Schwedischen, Polnischen, B\u00f6hmischen, Slovenischen, Ungarischen, das im Deutschen, Englischen und Franz\u00f6sischen zwischen zwei Vocal en stehende s: mes amies, Asie, cause, fusion, rose u. s. w., ausgesprochen wie mcz\u2019amies, Azie, cauze, fuzion, roze, welches wie das griechisch-lateinesche z, das russische 3\u2014ausgesprochen wird.\nDer Consonantsonor z wird auf eben dieselbe Weise erzeugt wie j, jedoch bei mehr nach vorn ger\u00fcckter Zungenspitze und etwas gehobenem Gaumensegel (Fig. 36).\nFig. 35. Der Consonant j.\nFig. 36. Der Consonant\nIm Franz\u00f6sischen wird ein solches s zuweilen durch x ersetzt, z. B.\naux armes\u2014os'armes.\nDas deutsche s wird am Anfang des Wortes oder einer Silbe wie das lateinische z, am Ende wie s ausgesprochen. So klingt auch im Italienischen s zwischen zwei Vocalen wie das lateinische z: rosa, casa\u2014roza, caza....\nDie Verwandtschaft der in Rede stehenden Grenzlaute erhellt sowohl aus den zahlreichen Uebergangslauten als auch aus der fehlerhaften Aussprache der Italiener, Juden und S\u00fcdfranzosen, welche von den Franzosen mit dem Zeitwort z\u00e9zayer bezeichnet wird, wie z. B. z\u2019ai zoiiment zou\u00e9\u2014fai joliment jou\u00e9. Doch geben auch diese in einem und demselben Ton gesprochen Laute verschiedene chronographische Curven (Fig. 37 u. 38).","page":43},{"file":"p0044.txt","language":"de","ocr_de":"44\nDIE GRUNDLAUTE DER' MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nUebrigens haben die franz\u00f6sischen Philologen schon l\u00e4ngst den Ausspruch getan: <le z et le j ne repr\u00e9sentent qu\u2019un m\u00eame son primitif>.\nFig. 37. Fer Consonant j.\tFig. 38. Der Consonant z.\nIm verk\u00fcrzten Universalalphabet werden wir das unpunktirte \u2022/. j f\u00fcr den Grenzsonoy des unteren Registers das punktirte \u2022#. j f\u00fcr den Conso-nantsonor desselben Typus des oberen Registers annehmen.\nTypus IX. ly v\u2014M<\\ f.\nDer Grenzsonoreonsonant des unteren Registers in der lateinischen Aufzeichnung I\", r besitzt noch den Charakter eines typischen Sonors, obgleich er schon eine ziemlich bedeutende Anzahl Ger\u00e4uschelemente in sich fasst. Dennoch kann dieser Consonant noch als Sonor betrachtet werden, insofern dessen Aussprache von der Stimme bedingt wird. I' wird in der Tat von der Stimme hervorgebracht; demselben verleiht im vorliegenden Fall die von den oberen Schneidez\u00e4hnen (Fig. 39) und von der bis an dieselben heraufgezogenen und an die unteren Schneidez\u00e4hne angedr\u00fcckten Unterlippe begrenzte Mund\u00f6ffnung einen besonderen Charakter; dagegen ist der Grenzlaut des oberen Registers. #4 f\\ des vorliegenden Typus ein typischer fortgesetzter Ger\u00e4uschlaut. Obgleich er unter denselben Bedingungen wie v hervorgebracht wird, dient hier die Kehle nicht mehr als Quelle der Stimme, sondern stellt nur eine einfache, tonlose Oeffnung vor. welche einen Luftstrom durchl\u00e4sst, der seinerseits in der engen Mundh\u00f6hle ein Ger\u00e4usch hervorbringt. Auch bieten die chronographischen Curven f\u00fcr /\u2019 und alle folgenden Consonanten aus der Categorie der Ger\u00e4uschlaute einen grossen Unterschied von denjenigen aller obenbeschriebenen sonoren Vocale und Cop-noch eine f\u00fcr die Sonore ganz charakteristische Curve (Fig. 40), beschliesst aber andererseits die Reihe der Sonore, welche Curven mit regelm\u00e4ssigen Perioden und Amplituden in Abh\u00e4ngigkeit von der Lautst\u00e4rke geben. Anders verhalten sich die Ger\u00e4uschlaute. Deren Curven. die weder die Regelm\u00e4ssigkeit noch die Amplituden aufweisen, wie sie denjenigen der Sonore eigen sind, werden sehr schwer auf dem Pendelchronographen, besser auf dem Photochronographen mit endlosem Bande erhalten (s. S. 29). Da die meisten Ger\u00e4uschlaute im allgemeinen einen explosiven Charakter besitzen, so geben sie gew\u00f6hnlich eine kurze Curve, die ihre volle Entwicklung erst im Moment des Uebergangs des Ger\u00e4uschlauts in einen Sonor erreicht. Aus diesem Grunde\n\u25a0III\nFig. 39. Die Consonanten v & f.\nsonanten. W' giebt","page":44},{"file":"p0045.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GT! UND LAUTE DER MEXSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n45\nsind im weiteren die Curven der Ger\u00e4uschlaute, mit Ausnahme der Laute f. c (sch), s und x (ch), immer von derjenigen des Sonors a begleitet, die in den weiteren Abbildungen stets durch eine punktirte Linie dargestellt ist, wie an der Curve b (Fig. 43) zu sehen ist.\nFig. 40. Der Consonant v.\tFig. 41. Der Consonant f.\nAus diesem Grunde k\u00f6nnen die Ger\u00e4uschlaute in zwei Kategorien, in lange und in explosive, gereiht werden. Die langen werden dadurch charakterisirt, dass sie eine unbestimmt lange Zeit gezogen werden k\u00f6nnen, f, c {sch) und s (ss), w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Ger\u00e4uschlaute einen vollkommen explosiven Charakter haben.\nIndem wir f\u00fcr die vorliegenden Consonanten deren lateinische Schriftzeichen I\", v\u2014JE, /\u2019 behalten, f\u00fchren wir f\u00fcr das verk\u00fcrzte Alphabet anstatt des V, f das punktirte 1', r ein.\nTypus IX bildet die Grenze zwischen den reinen Sonoren und den eigentlichen Ger\u00e4uschlauten, zu denen der Grenzlaut des oberen Registers dieses f\u2014vollst\u00e4ndig geh\u00f6rt.\nDas franz\u00f6sische, spanische, portugiesische, englische u. s. w. v, das deutsche, d\u00e4nische u. s. w. w besitzen fast immer denselben phonetischen Wert wie das russische e und das lateinische v; das lateinische und spanische u, hingegen und das griechische u klingen nur manchmal wie r, z. B. in lingua, lengua u. dergl. Im franz\u00f6sischen Worte oui klingt das o wie ein von oui gefolgtes v, also vui.\nZwischen f und ph und dem englischen gh, welches wie ein langes / ausgesprochen wird, z. B. in cough, sowie auch zwischen dem deutschen f und v l\u00e4sst sich kein Unterschied wahrnehmen,\u2014alle geben dieselbe Curve.\nWie im Deutschen und andern westeurop\u00e4ischen Sprachen, findet auch im Russischen der Uebergang des einen Grenzlautes in den andern desselben Typus statt, z. B. lef, zubof, iofko u. s. w., anstatt lew, zubow, lowko; vor Consonanten und am Ende des Wortes klingt w \u00fcberhaupt wie f. wtoroj wie ftoroj, TYgrubow wie Wgrubof u. s. w.\nB. Die zu den Gerauschlauten geh\u00f6rigen Consonanten.\nTypus X. Wi, b\u2014I*, p.\nDer Grenzger\u00e4uschlaut des untern Registers des vorliegenden Typus\u2014 b\u2014bietet noch merklich den Charakter eines Sonors, stellt aber durch seine wesentlichsten Eigent\u00fcmlichkeiten einen zu den explosiven Ger\u00e4uschlauten geh\u00f6rigen Consonanten vor, f\u00fcr den wir das allen west- und s\u00fcdeurop\u00e4ischen","page":45},{"file":"p0046.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GR\u00dcNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE \u00fc. EIN UNIVERSALALPHABET.\n46\nSprachen gemeinsame lateinische Schriftzeichen B, b beibehalten. Was nun den \u00e4ussersten Consonanten des oberen Registers dieses Typus #*, p anbetrifft. so ist er ein typischer, explosiver Ger\u00e4uschlaut, der ohne Anteilnahme der Stimme, durch den Luftstrom allein hervorgebracht wird. In der Tat, um das b zu erzeugen muss der Luftstrom bei den sich rasch \u00f6ffnenden Lippen,\neinen Lauteffect hervorbringend, durch die sich rasch von einander entfernenden Lippen der geschlossenen Mundh\u00f6hle (Fig. 42) entstr\u00f6men, dabei von einem Stimmeffect begleitet. Bei dem \u00e4ussersten Consonanten des oberen Registers des vorliegenden Typus muss die Stimme ganz erl\u00f6schen, damit der echte Ger\u00e4uschlaut p. f\u00fcr den wir das lateinische Schriftzeichen #*, p beibehalten, hervor-gebracht werde. Auch in den Curven dieser Consonanten macht sich kein besonderer Unterschied bemerkbar (Fig. 43 u. 44).\nAuch in diesem Fall kann f\u00fcr die Grenzconsonan-b ^p'\tten des vorliegenden Typus ein und derselbe Buchsta-\nbe\u2014f\u00fcr das untere Register ft b, f\u00fcr das obere (JF*, p) das punktirte B, b benutzt werden.\nFig. 42. Die Consonanten\nFig. 43. Der Consonant b.\nDer Uebergang aus dem einen Register in das andere ist auch hier keine Seltenheit. Im Russischen wird anstatt Job, grob\u2014Jop. grop ausgesprochen, im Deutschen anstatt gab, Innsbruck\u2014gap, Hg. 44. per Con- Innspruck; im Altdeutschen werden Pau-sonant //. er, Petz, anstatt Bauer, Betz, geschrieben.\nTypus XI. Mt. fl\u2014rM\\ I.\nDie Consonanten (Ger\u00e4uschlaute) dieses Typus besitzen fast dieselben Eigent\u00fcmlichkeit wie die soeben beschriebenen: der Grenzger\u00e4usch laut des\nunteren Registers fl wird auch hier durch eine gewisse Anteilnahme der Stimme, derjenige des oberen dagegen ganz tonlos und pl\u00f6tzlich hervorgebracht. Im erste-ren Fall fliesst der t\u00f6nende Luftstrom dem vordem Teil des Mundes zu, der von der bis zum Gaumen emporgehobenen Zungenspitze verschlossen ist (Fig. 45), um pl\u00f6tzlich, w\u00e4hrend die Zunge ihm gleichsam den Ausgang freigiebt, dem Munde zu entstr\u00f6men; im zweiten Fall entweicht unter denselben Verh\u00e4ltnissen nur ein Fig 45 Die Consonante tonloser Luftstrom, der den explosiven Ger\u00e4uschlaut 'T, t d & t.\tbedingt. Die Curven von d und t bieten zwar einen\nUnterschied, aber nur einen ganz unbedeutenden (Fig. 46 u. 47).","page":46},{"file":"p0047.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n47\nDie Verwechslung der Consonanten d und t ist eine allgemein verbreitete Erscheinung; besonders h\u00e4ufig kommt sie in der deutschen und russischen Sprache vor, z. B. und, spr. unt; liod (Aedt) spr. Hot.\nWenn f\u00fcr das untere Register des vorliegenden Typus der lateinische Buchstabe \u00c6P, d, f\u00fcr das obere rM\\ t angenommen wird, so k\u00f6nnte im vereinfachten Fig. 46. Der Con- Fig. 47. Der Con-\nUniversalalphabet f\u00fcr ersteres t\u00df, d. f\u00fcr sonant d.\tsonant t.\n\u2022 \u2022\nletzteres derselbe aber punktirte Buchstabe vorgeschlagen werden\u2014\u00c60, d\nZwischen t und th macht sich kein Unterschied bemerkbar: z. B. Tempel, Theater, Theodor. Es unterliegt keinem Zweifel, dass das englische th aus t, h und s oder aus t, h und z entstanden ist, wobei die Buchstaben, namentlich s und z sehr kurz ausgesprochen werden. Somit d\u00fcrfte das scharfe th durch ihs, das weiche\u2014durch thz dargestellt werden. Das ungarische gy stellt ein weiches d\u2014dj, wie das russische db vor, z. B. higy\u00f6 wird wie kidjo ausgesprochen (s. p. 38).\nAlle Niiancen des t und d,\u2014die cerebralen, alveolaren, dentalen u. s. w., sind zwischen d und t inbegriffen.\nTypus XII. C\\ c\u2014S, h.\nDas Hervorbringen der langen Ger\u00e4uschlaute des vorliegenden Typus erfordert schon gar keine Anteilnahme der Stimme. Der Luftstrom zw\u00e4ngt sich durch die verengte Mundh\u00f6hle zwischen dem gew\u00f6lbten Zungenr\u00fccken und dem harten Gaumen hindurch und bedingt ein beinahe zischendes Ger\u00e4usch (Fig. 49), welches lateinisch durch die Buchstaben J&, s dergestellt wird und phonetisch vollkommen dem franz\u00f6sischen, portugiesischen, spanischen, italieni-\nFig. 48. Der Consonant c (sch).\nFig. 49. Der Consonant s.\nsehen u. s. w. entspricht. Im Franz\u00f6sischen werden t vor i, c vor e und i, \u00e7 vor a, o und u, im Englischen c vor e, i und y, im Ungarischen sz, im Deutschen ss, im Portugiesischen c vor e und i, \u00e7 vor den \u00fcbrigen Vocalen und z am Ende des Wortes und c im Russischen ganz identisch ausgesprochen.\nHebt man unter denselben Bedingungen die Zungenspitze, bis sie die Hinterfl\u00e4che der oberen Schneidez\u00e4hne ber\u00fchrt (Fig. 48) so erh\u00e4lt man einen","page":47},{"file":"p0048.txt","language":"de","ocr_de":"48\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHE. SPRACHE U. EIN UNI VERSA RALPH A RET.\ntieferen Ger\u00e4uschlaut, der durcli das russische m, das ungarische s, das slove-nische, kroatische und b\u00f6hmische s bezeichnet wird, in den romanischen und germanischen Sprachen eines besondern Scliriftzeichens entbehrt, aber im Franz\u00f6sischen und Portugiesischen durch ch, im Deutschen durch sch, im Englischen durch sh, im Italienischen durcli sc vor e und i, im Polnischen durch sz dargestellt wird. Denselben Laut h\u00f6ren wir auch in den englischen Combi-nationen seien, sion, tion, in den schwedischen sj, stj, shj und sh. F\u00fcr diesen Ger\u00e4uschlaut (sch) w\u00fcrden wir im Universalalphabet das Schriftzeichen fJ, c, welches im Obenangef\u00fchrten keine Anwendung gefunden und seine phonetische Bedeutung niGit nur in-den verschiedenen Alphabeteu sondern auch in einem und denselben so oft \u00e4ndert, annehmen. Die Curven von c und ft (Fig. 50 u. 51) bieten auch einen gewissen Unterschied.\nFig. 50. Der Consonant c (sch).\nSomit nehmen wir f\u00fcr den Grenzlaut des unteren Registers \u20acc (sch), f\u00fcr denjenigen des oberen Registers S, ft an: im verk\u00fcrzten Universalalphabet Averden dieselben Buchstaben C, c f\u00fcr das untere Register, die\npunktirten \u20acJ, c f\u00fcr das obere Register dienen.\nMan braucht wohl kaum zu erw\u00e4hnen, dass es einem jeden leicht w\u00e4re eine Menge Beispiele aus der gew\u00f6hnlichen Rede anzuf\u00fchren, wo nicht nur der \u00dcbergang des einen Registers in das andre, sondern der Ersatz des einen durch das andre bemerkt werden (Lispeln, Traudeln, Tr\u00f6deln u. dergl.).\nJedenfalls ist c (sch) ein ganz selbst\u00e4ndiger, durch einen langen Ger\u00e4uschlaut hervorgebrachter Consonant, der aut keine Weise in einfache zerlegt oder gar aus s, c, h aus s, h, oder endlich aus c und h, wie er im Deutschen, Englischen und Franz\u00f6sischen dargestellt wird, zusammengesetzt werden kann.\nBemerken wir, dass das russische 3 oft wie s ausgesprochen wird, z. B. paci, eoch anstatt pci3i, eo3i; das franz\u00f6sische s bewahrt \u00fcberall seine Bedeutung. ausser in den auf S. 43 angegeben Ausnahmen. Das doppelte s\u2014ss\u2014 im Lateinischen, Franz\u00f6sischen und Deutschen klingt wie ft\u2014ossificatio, assez, Schl\u00fcssel u. dergl. Andererseits wird das franz\u00f6sische c vor e, i, y, \u00e7 vor a, o, u wie s (le\u00e7on), das englische sc vor e und i wie ein langes s ausgesprochen, z. B. sceau, scie. Endlich schliesst das franz\u00f6sische tion ein t mit der Bedeutung eines ft in sich, z. B. nation, auch x, wie in Bruxelles; das russische \u25a0m (j) klingt oft wie c, z. B. (fiypaium, nowi, anstatt efiypawm, homz.\nTypus XIII. \u00c6k, h\u2014\u20ac*, g.\nDer kurze, explosive Grenzger\u00e4uschlaut des unteren Registers des vorliegenden Typus wird durch den allen europ\u00e4ischen Sprachen gemeinsamen Con-\n\nFig. 51. Der Consonant s.","page":48},{"file":"p0049.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MEXSCHL. SPRACHE U. EIN UNI VERSALALP IIA BET.\n49\nSonanten Bi, der obere dagegen durch den auch ziemlicli verbreiteten\u2014Cr, ff, entsprechend dem griechisch-slavischen F. i, y, dargestellt. Die beiden Grenzger\u00e4uschlaute werden durch einen starken Luftstrom hervorgebracht, der mit Gewalt durch einen vom Gaumen und der hinteren Zungenfl\u00e4che gebildeten Spalt entweicht: dabei hatte die Zunge an dieser Stelle die Mundh\u00f6hle geschlossen, senkt sich aber rasch, um in dem einen Fall den Ger\u00e4uschlaut M\u00c0. Bi (Fig. 52), in dem andern zwischen dem ein wenig gehobenen weichen Gaumen den Ger\u00e4uschlaut Cr. ff (Fig. 53) zu erzeugen. Im\nFig. 52. Der Consonant k.\tFig. 53. Der Consonant j.\nerst eren Fall (k) ist der Zungen wall sch\u00e4rfer und weiter vom Eingang in die Mundhohle gelegen als im zweiten (g). Einen gewissen Unterschied sehen wir auch in den Curven von k und g (tig. 54 u. 55). Sowohl k als auch und besonders g k\u00f6nnen von einem Stimmlaut begleitet werden.\nZwischen den \u00e4ussersten Gera uschlauten des vorligenden Typus sind alle Ger\u00e4uschlaute enthalten, welche ihrem Charakter nach sich dem k oder dem g n\u00e4- Fi?- 54- I)er Cou- F>g- 55. Per Con-hern; deshalb m\u00f6ge Bi alle Ger\u00e4uschlaute. sonant\tsonant O-\nwelche in den europ\u00e4ischen Sprachen durch k, c, q und qu, wie z. B. coq, quel, andererseits ff. welche durch die Buchstaben i, g und gu darstellt werden, ausdr\u00fccken.\nF\u00fcr das abgek\u00fcrzte Universalalphabet wollen wir BBc, Bi f\u00fcr das untere\n\u2022 \u2022\nRegister und dieselben punktirten Buchstaben, \u00c6k Bi, f\u00fcr das obere Register annehmen\nBei den asiatischen V\u00f6lkern begegnet man noch zwei Arten von k und g, tiefere (Fig. 56) und noch tiefere, gurgelnde (Fig. 57) Ger\u00e4uschlaute (z. B. in der georgmischen, arabischen, t\u00fcrkischen u. a. Sprache), die durch Versetzung der Zungenw\u00f6lbung nach hinten hervorgebracht werden. Solch ein tiefes gurgelndes Bi kann wie jeder andre Buchstabe des tiefen Kehlregisters mit dem Zeichen v \u00fcber dem Buchstaben versehen werden, z. B. das georginische ballaki tsUalci UiTlinebs.\nIm Englischen, Franz\u00f6sischen, Italienischen, Portugiesischen wird c vor a, o, u und qu im Franz\u00f6sischen und Portugiesischen wie k ausgesprochen, w\u00e4hrend das portugiesische q vor a, o, u, l, r wie g klingt. Im Deutschen\n4","page":49},{"file":"p0050.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHE. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n50\nspricht man g sehr h\u00e4ufig vie k. z. B. in Gang\u2014gank, Fang\u2014IUnk u. s. w., aus. Ausserdem wird die Verwandschaft zwischen k und g durch die entsprechenden Curven sowie durch den leichten Uehergang des einen Lautes in den\nk\nv \\^\\\nFig. 56. Die Consonanten k & g.\nandern charakterisirt; so klingt z. B. im Russischen sign {lug) wie .lynz (Utk)\nund umgekehrt ynem 6u (upiuk bi) wie ynen 6u (upiog bi).\nTypus XIY. \\. \u00e6\u2014SB. St.\nDie langgezogenen Ger\u00e4uschlaute dieses Typus entstehen beim Durchgang des Luftstroms durch einen ziemlich engen Spalt zwischen dem Gaumensegel und der etwas gehobenen Zungenwurzel: bei st\u00e4rkerer Verengung (Fig. 58) entsteht der Ger\u00e4uschlaut .V, \u00e6, wie er im Lateinischen, Polnischen, Slovenischen, B\u00f6hmischen, Deutschen durch ch (z. B. ach!) und durch die dementsprechenden Buchstaben: g im Holl\u00e4ndischen, j ( Ca-jal, Juan u. dergl.) und g vor e, i im Spanischen, x im Russischen dar-\nFig. 50. Der Consonant h.\nFig. 58. Der Consonant x (cli).\ngestellt wird. Indem wir die Entfernung zwischen der Zunge und dem etwas heraufgezogeuen Gaumensegel vergr\u00f6ssern (Fig. 59), gelangen wir allm\u00e4lig von dem relativ tiefen und harten jr (ch) zu dem zarten Hauchlaut, wie er in dem lateinisch-romanischen und deutschen E, h seinen Ausdruck findet. Obgleich dieser Laut im Russischen und Kleinrussischen h\u00e4ufig zur Geltung kommt, wie z. B. in Tocnodu, Eon. noida, lomm etc., so sind manche russi-","page":50},{"file":"p0051.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n51\nsehe Philologen geneigt, da es an einem hesondern Schriftzeichen f\u00fcr diesen Laut mangelt, ihn in den angef\u00fchrten Beispielen dem \u00e6 (ch) gleichzustellen; dies ist aber nicht richtig, da \u00fcberall ein deutsches h geh\u00f6rt wird. Uebrigens erkl\u00e4rt sich dieser Irrtum durch die nahe Verwandschaft von x (ch) und h. Mit unsern Apparaten erh\u00e4lt man leicht die Curve \u00e6 (Fig. 60), f\u00fcr h dagegen ist es unm\u00f6glich eine Curve zu erhalten (Fig. 61).\nFig. 60. Der Consonant x (ch).\tFig. 61. Der Consonant h.\nDoch auch hier linden ziemlich bedeutende Abweichungen von dem den europ\u00e4ischen Sprachen eigent\u00fcmlichen Ger\u00e4uschlaut /# statt. Die Franzosen und Engl\u00e4nder gebrauchen ihn in zwei Modificationen; in der einen hat er den Laut des deutschen h, gleich dem griechischen Spiritus asper, z. B. hache, lumte, hang, handy, in den andern macht sich nur ein leichter Hauch wie beim griechischem spiritus lenis bemerkbar, wie z. B. harangue, Hausman, homme, haute, honour, herb, hombre, habitud u. s. w. Zur Bezeichnung eines solchen Grenzlautes /#, sowie \u00fcberhaupt zur Bezeichnung eines h\u00f6heren Lautes als die gew\u00f6hnlichen kann man sich des Zeichens A \u00fcber dem h bedienen\u2014U.\nSowohl im Deutschen als im Russischen, B\u00f6hmischen u. a. werden die Laute jc (ch) und /# oft verwechselt, so spricht man z. B. anstatt wenig, h\u00e4ufig, Buh, dluh\u2014ivenich, h\u00e4ufich, Buch, clluch u. s. \\v. aus.\nIm verk\u00fcrzten Alphabet wollen wir f\u00fcr das untere Piegister .V, \u00e6, f\u00fcr das obere ##, /# dagegen dieselben, aber punktirten Buchstaben gebrauchen\u2014_V, \u00e6.\nC. Die durch besondere Schriftzeichen in den verschiedenen Alphabeten dargestellten zusammengesetzten Consonanten.\nDie \u00fcbrigen Consonanten der verschiedenen Alphabete, deren wir bisher nicht erw\u00e4hnt haben, sind zusammengesetzte Laute und k\u00f6nnen leicht durch die Verbindung der oben angef\u00fchrten neun Typen von Consonanten hervorgebracht werden.\n1) ln der Tat kann das russische v,, das deutsche g, das lateinische kroatische, b\u00f6hmische, slovenische u. a. c durch t und h, schnell hintereinander ausgesprochen, wiedergegeben werden. So z. B. r\u00c6yttar, Vorn\u00fcber, Eselin, '\u00df'xoelum, Vmtsero, ulitsa; desgleichen auch das lateinische t vor ia, io und ie und das englische und ungarische cs\u2014czar, cz\u00e9l. Die chinesischen Ortsnamen werden russisch durch U3u (tssi) anstatt \u00d63bi (dsi) wiedergegeben. Dies findet seine Berechtigung darin, dass u ein t enth\u00e4lt und das es sehr oft mit dem ihm verwandten d verwechselt wird. Dennoch sind u3\u2014tsz mit d?, welches nur aus dz besteht, nicht identisch. Solch eine \u00fcberfl\u00fcssige Wiederholung des t finden wir z. B. im deutschen Worte Platz, Satz, wo das z schon an und f\u00fcr\n4*","page":51},{"file":"p0052.txt","language":"de","ocr_de":"52\nDIE GRUNDLAUTE DEL MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSAL ALPHABET.\nsich aus ts besteht. Im Universalalphabet w\u00fcrden sich dieselben W\u00f6rter folgen-dermaassen gestalten\u2014pliais, zats.\n2)\tDesgleichen bilden die schnell hintereinander gesprochenen Laute f und c (seit) das russische h, z. B. mim (tein). das b\u00f6hmische und slovenische\nc,\tdas englische ch\u2014Church\u00fc\u2014Tcurtcil, das deutsche tsch, das italienische c vor e, i, ce: accidente\u2014ateidente, croce\u2014crotce, das spanische ch, sch, das polnische cz, das ungarische cs, und zuweilen ch, das schwedische k vor e, i und y. z. B. kykling wird teukling ausgesprochen.\n3)\tFerner wird das griechische ;, das lateinische, franz\u00f6sische, deutsche, polnische u. s. w. x aus h und s\u2014ks gebildet; im Englischen stellt x bald (k& (fix, wax), bald r; t (exist, anxiety) vor, im Franz\u00f6sischen wird x auch h\u00e4ufig aus f\u00df und z (existence, exaltation) gebildet.\n4)\tDas englische j besteht aus d und /, z. B. John. Maharaja; das italienische und zuweilen auch englische g vor e, i und y besteht aus denselben Lauten, z. B. giornale, gigante, giant.\n5)\tDas b\u00f6hmische r besteht aus r und j und q aus kic. Die spanischen Buchstaben c und z werden h\u00e4ufig weich wie dsfo ausgesprochen. Die griechischen Buchstaben 2- und fi sind ersteres aus p und tt, letzteres aus t und /* gebildet, und das schwedische s aus sz.\n6)\tDas russische ig besteht aus c, S und r, z. B. igu kann etei geschrieben werden; diese Laute m\u00fcssen rasch nach einander ausgesprochen werden, wie auch im polnischen szcz, z. B. Szczawinska. und wie etwa das englische composture.\nWie gross der Anteil ist, den das t an den angef\u00fchrten zusammengesetzten Lauten nimmt, sieht man daraus, dass Anf\u00e4nger im Russischen sehr oft anstatt des Buchstabens h die ihm entsprechenden Sr und dr schreiben, jngn-luiv\u2014.lyniwi\u00fc oder nydiuiu. Zuweilen klingt das russische m (de) wie ein einfaches ui (c), z. B. pomornik anstatt<\u2014pomoctcnik\u2014noMtngnuKi.\nNat\u00fcrlicherweise kann zur Bezeichnung der K\u00fcrze der Laute der betreffende Buchstaben durch ein besonderes, \u00fcber den Buchstaben za stellendes Zeichen angezeigt werden, wie z. B. i,siena. Ssehn, isoelum.\nD. Allgemeines \u00fcber die Sprachlaute.\nDie acht Typen von Sonoren, von denen f\u00fcnf gew\u00f6hnlich Vocale, die \u00fcbrigen Consonanten genannt werden, schliessen eigentlich sechzehn fundamentale, selbst\u00e4ndige Sonore: a, \u00e0, e, \u00e8, o, \u00f4, u, \u00e0, i. i, m, n. r, I, j und z, sowie v, den Grundlaut des neunten Typus, in sich. Alle k\u00f6nnen die gew\u00f6hnliche L\u00e4nge haben, wie wir sie in unserer gew\u00f6hnlichen Sprache gebrauchen,\nd.\th. entweder lang oder kurz ausgesprochen werden, m\u00fcssen aber in jedem Fall ihre besonderen charakteristischen Eigent\u00fcmlichkeiten beibehalten, welches auch das Schriftzeichen sei, durch das sie in diesem oder jenem Alphabet bezeichnet werden.\nVor allem sei betont, dass einem jeden Sonor eine bestimmte chro-nophotographische Curve entspricht; ein jeder Sonor kann, wie oben ge-","page":52},{"file":"p0053.txt","language":"de","ocr_de":"DI K GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n53\nsagt, durch alle T\u00f6ne der menschlichen musikalischen Scala, von dem tiefsten Tone an beginnend und mit dem h\u00f6chsten schliessend, wiedergegeben werden, wobei nur die Zahl und der Charakter der Zacken der entsprechenden Curven sich \u00e4ndert.\nAndererseits kann ein jeder Sonor vom Grundlaut an, der den gegebenen Vocal am sch\u00e4rfsten wiedergiebt, von einer Reihe von Lauten dargestellt werden, indem er, sich allm\u00e4lig modificirend, in den ihm verwandten Vocal, als \u00e4usserste Modification eines und desselben Typus von Lauten eines bestimmten Charakters \u00fcbergeht, welche den Grenzton des oberen Registers von dem anf\u00e4nglichen Grundton des unteren Registers desselben Typus scharf unterscheidet, wie z. B. der Uebergang von a zu ii, i zu /, o zu \u00f6 u. s. w.\nDie Ger\u00e4uschlaute, welche f\u00fcnf Typen mit zehn Lauten b, p, d, t, c, s, k, g, x und h sowie f des neunten Uebergangstypus mit dem Grundlaut des unteren Registers v, welcher noch ein wirklicher Sonor ist, vorstellen, geben schon keine scharfen chronographiscnen Curven mehr. Ein jeder zu den Ger\u00e4uschlauten geh\u00f6rige Consonant wird nur durch eine bestimmte Stellung der verschiedenen Teile der Mundh\u00f6hle und des dadurch verursachten Ger\u00e4usches hervorgebracht. Ausserdem bieten die Ger\u00e4uschlaute keine solche Mannigfaltigkeit von Ueberg\u00e4ngen vom unteren zum oberen Register eines und desselben Typus, wie es bei den Sonoren der Fall ist.\nDas untere Register unserer Stimme unterscheidet sich von dem oberen haupts\u00e4chlich dadurch, dass der Uebergang vom unteren zum oberen Register durch Erh\u00f6hung des Tons, durch gr\u00f6ssere Anteilnahme h\u00f6herer Obert\u00f6ne charakterisirt ist. Dabei ist es leicht vom \u00e4ussersten Sonor des unteren Registers zum \u00e4ussersten des oberen Registers desselben Typus, nicht aber umgekehrt, \u00fcberzugellen. So ist z. B. der Uebergang von i (u) zu i leicht, derjenige von i zu i (u) erfordert einen besondern Kraftaufwand. Die zur Hervorbringung eines tiefen Sonors gestimmte Mundh\u00f6hle l\u00e4sst sich leicht f\u00fcr den h\u00f6heren umstimmen, nicht aber umgekehrt.\nUnsere Typen werden auch noch dadurch charakterisirt, dass in deren Grenzen die in den verschiedenen Sprachen enthaltenen entsprechenden Laute verschiedener V\u00f6lker verwechselt werden, z. B. m und n, c und s, t und d u. s. w.\nAlle Grundlaute der Sprache endlich, die gew\u00f6hnlich hart klingen, werden zuweilen so weich ausgesprochen, dass man so zu sagen einen selbst\u00e4ndigen Laut zu h\u00f6ren vermeint.\nIn dieser Erscheinung, d. h. in der weicheren Aussprache der Laute spielen die kurzen Vocale /, tr tc (das franz\u00f6sische u) eine charakteristische Rolle. Vor allem bildet das kurze i das Verbindungsglied zwischen den einzelnen Grundlauten, indem es das Erscheinen besonderer zusammengesetzter Laute und sogar besonderer Schriftzeichen bedingt. Das kurze i dient im allgemeinen dazu allen Sonoren eine weiche Aussprache zu verleihen.\n1. Das kurze M, *\u2014#, /.\nA. Das m\u00f6glichst kurze * \u2014 #, welches so zu sagen durch ein momentanes Anhauchen hervorgebracht wird, wie dies ausser der analytischen Function","page":53},{"file":"p0054.txt","language":"de","ocr_de":"54\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE T. EIN UNIVERSAL ALP HABET.\nunseres Ohrs auch noch phonograpliisch bewiesen wird, wird im Russischen durch die Buchstaben b und \u00fc, im Franz\u00f6sischen durch i und y namentlich vor e und o: Mercier, Monoyer, nation. Meyer, Rossiya, vereitle, a\u00efeux, bey, dey, Jermoloff, und sogar am Ende des Wortes, wie z. B. in oui; im Deutschen durch i, j, y, wie in ja, mein, J\u00f6kaliama, Jakob, Nikolayeff) zuweilen auch u, Avie in Neumeyer ausgedr\u00fcckt und klingt wie i. Auch im Polnischen, B\u00f6hmischen, Kroatischen, Slovenischen, Ungarischen, Schwedischen stellt j ein kurzes i gleich dem ungarischen, englischen und spanischen y vor, welches mit a einen kurzen Laut wie das deutsche ja bildet. Im Englischen ist i h\u00e4ufig sogar zwischen 2 Consonanten sehr kurz, fast unh\u00f6rbar, z. B. difficult, merriment. Den Charakter eines kurzen i hat auch das griechische i in tzwoj. eiaa, die lateinischen i und j in hei, hide, iambus, jacere, jecor u. s. w., das spanische i und y in den Combinationen ia, ie, io, oi, ay, oy\\ das portugiesische i in den Diphthongen ai, ei, oi, ui, ia, io, iu, das englische i wird h\u00e4utig, das y\nfast immer wie ni ausgesprochen, z. B. by {bai), vor a in Christian, poniard. ln manchen F\u00e4llen klingt sogar das g wie ein kurzes i. wie z. B. in der berliner Ausprache: Gott, gut\u2014Jott, jut u. s. w.. im Schwedischen vor e, i, il, \u00f6, u: get, guckla, g\u00f6ra=jet, juckla, j\u00f6ra u. s. wr. Im Englischen klingt zuweilen e wie i, z. \u00df. in new, im Portugiesischen u nach o. z. B. outo wird oitu ausgesprochen. Im Russischen schliesst zuweilen das lange i noch ein kurzes in sich, so wird z. B. uxz, umi \u2014iich, ihn ausgesprochen. Im allgemeinen wird i in den europ\u00e4ischen Sprachen so oft kurz ausgesprochen, dass man zuweilen zur Bezeichnung des vollen Lautes zu einem besondern Zeichen, dem \", greifen muss, z. B. Casein, na\u00eff u. dergl.\nDem Obengesagten gem\u00e4ss haben chronoscopische und chronographische Untersuchungen erwiesen, dass die russischen Buchstaben h und w, das englische u, die Diphthongen eu, ew, sowie ieu und iew gleichfalls zusammengesetzte Laute vorstellen, welche im ersten Fall aus i und a, im zweiten und dritten aus i und u, wie im polnischen wiatr, Niucia: desgleichen in den oben angef\u00fchrten F\u00e4llen der Bildung von ja und ju in den verschiedenen Sprachen: so erteilt das polnische j den Vocalen a, a, e, e,, o, u den Laut ia, ie, io, iu. Am weichsten klingen die nach j, y stehenden Vocale im Ungarischen wie in kutja, atya, wo ja und ya ganz so wie das russische h (ia) und das deutsche ja ausgesprochen werden.\nDie russische Sprache besitzt eigentlich nur einen Laut, der dem i des Universalalphabets entspricht, aber, je nachdem er l\u00e4nger oder k\u00fcrzer ausgesprochen wird, oder diese oder jene Stellung im Worte einnimmt, von historischen Einfl\u00fcssen abgesehen, durch i, u, \u00fc und b dargestellt wird, die leicht in einander \u00fcbergehen, wie z. B. in Mapin.\u2014Mapbn, JonaiaMa\u2014Ilona-iaMa, Mecmu\u2014Mecmb, das sanskritische agni, im altslavischen omr, das lateinische linum, im altsl. ahn u. s. w. Um die fremdl\u00e4ndische Rechtschreibung beizubehalten, wird im Russischen zuweilen eine unzul\u00e4ssige Verdoppelung der Vocale angetroffen, z. B. im Worte 'myumz, cneuifuucmi, irnnpin, anstatt der russischen Rechtschreibung gem\u00e4ss e3yumz, cneuia.iucmz, ampin, obgleich die","page":54},{"file":"p0055.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSCIIL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n55\nAussprache ganz dieselbe ist. Dagegen ist die Wiedergabe des Namens Chewier durch Kieme eine sehr gelungene zu nennen, da das franz\u00f6sische i dem vorhergehenden n nicht nur eine weichere Aussprache verleiht, sondern auch das nachfolgende e jotirt.\nSomit kann #, je nachdem es von unseren Sprachorganen l\u00e4nger oder k\u00fcrzer hervorgebracht wird, entweder lang #, wie das gew\u00f6hnliche i, oder kurz\u2014i ausgesprochen werden. Letzteres wird gut durch die russischen b, i, \u00fc dargestellt, z. B. in den Worten maior, sini, bei u. dergl.\nEs ist ebenfalls sehr leicht das lateinische verte, sowie das russische Qnpmne (glaubet) mittels des Universalalphabets darzustellen\u2014n\u00e4mlich verte und vieritie.\n11. Alle konsonanten, die in ihren Grundtypen hart, sogar scharf ausgesprochen werden, k\u00f6nnen einen weicheren Laut dadurch erhalten, dass die denselben entsprechende Stellung des Mundes momentan eine dem kurzen i=i (b, ii, s. S. 33) zukommende annimmt, so dass letzteres mit dem vorhergehenden konsonanten beinahe verschmilzt. Auf diese Weise erhalten die konsonanten eine weiche, zarte Aussprache und k\u00f6nnen mit vollem Recht zum Unterschied von ihren harten Prototypen weiche konsonanten heissen.\nIm Deutschen wird der weichere Laut der konsonanten und auch der Vocale durch i und j gleich den russischen i, b, \u00fc, angezeigt, in Gegenwart von i nach g und k, z. B. in giessen und kiesen, oder auch ohne dasselbe in gelten, Kelten. Doch besitzt die deutsche Sprache kein Zeichen, um den Unterschied der weichen Aussprache des ch in ich von der harten in ach anzuzeigen (im Russischen k\u00f6nnten man diesen Unterschied durch uxb und axd darstellen). Andererseits kann auch der grobe Kehllaut ch in ich in der schweizerischen Mundart weder durch das russische ukxz noch durch hxz wiedergegeben werden; das Universalalphabet degegen erm\u00f6glicht die phonetische Darstellung dieses Wortes durch i.ri f\u00fcr das deutsche ich, n\u00e6 f\u00fcr das deutsche ach und ijc f\u00fcr das schweizerische ich, wo jr, wie oben auf S. 54 gesagt, den tiefen Kehllaut \u00e6 (ch) bedeutet.\nIm Franz\u00f6sischen wird die weichere Aussprache durch i und y, beim n durch ein voranstehendes g bezeichnet, z. B. poignard\u00e9, signe, cigogne, was mittels des Universalalphabets als puaniarde, sini, sigoni wiedergegeben werden kann 4); zuweilen \u00fcben h und 11 denselben Einfluss aus: Milhaud, wird wie Millaud oder Milio ausgesprochen, billet, im allgemeinen wie biliie, in Paris sogar wie biiie; dasselbe in W\u00f6rtern wie fdle, bouillon u. a.\nIm Italienischen verleiht g dem nachstehenden 1 und n die weiche Aussprache, z. B. gli, gnaffa=lii, niaffa-, im Spanischen die Verdoppelung des 1 und das Zeichen ~ \u00fcber dem n, z. B. cabello, senor, doiia; im Portugiesischen erhalten 1 und n den weichen Laut durch ein nachstehendes h: Ih, nh klingen wie die russischen Ab, ub; im Ungarischen werden t, 1, n, g vor y weich, wie im Russischen Ab, ub, mb ausgesprochen, auch im Kroatischen klingen c, dj,\n') Die franz\u00f6sischen Philologen identificiren schon l\u00e4ngst gn mouill\u00e9 mit dem sehr rasch von einem i gefolgten n (ni).","page":55},{"file":"p0056.txt","language":"de","ocr_de":"56\nDIE GKl'NDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSAL\\LPHABET.\nlj, nj weich wie im Wort obitjelj, desgleichen im B\u00f6hmischen d, t oder et, t' und n, im Slovenischen d', 1 n u. s. w., im Polnischen endlich, wo s und c wie Cb, ub im Russischen ausgesprochen werden.\nIn den westeurop\u00e4ischen Sprachen ist 7 im allgemeinen weich, sogar vor a, o, u\\ in der polnischen giebt es zwei 7, das weiche 7 und das harte /, in den andern slavischen Sprachen ein weiches 1' oder 1, wie schon erw\u00e4lmt. Die russische Sprache bezitzt ein 7 (ji) J), welches durch i (t) oder ein nachstehendes c, i, ja (h), ju (w) den weichen Laut erh\u00e4lt, w\u00e4hrend es vor den \u00fcbrigen Vocalen: a, o, y, u sehr hart und scharf ausgesprochen wird. Die verschiedenen Kuancen des 7 in den W\u00f6rtern \u00d6Aaoicb, Natt, Nanc. \u00d6AHXb k\u00f6nnen im Universalalphabet durch blaji, bliatt, bilan, bliiax wiedergegeben werden.\nEs ist interessant hervorzuheben, das zuweilen zugleich mit dem Joti-ren Spaltung des l vorkommt, wie es auch im Deutschen in den Lautverbindungen 1er, y er, z. B. Eier {Ei), Bayern, e\u00efa (Interjection) u. dergl. der Fall ist und phonetisch folgendermaassen auszudr\u00fccken w\u00e4re: tiiiet', bniiern, eiin u. s. w.\n\u2022\t^\tT _\n2. Die kurzen I \u00bb\u00ab und Id, #\u00ab\u201417, #f und I, t\\.\n\u2022\nId und I \u2019 spielen oft die Rolle kurzer Bindelaute, obgleich sie sich in den meisten F\u00e4llen hinter den Schriftzeichen der Vocale und Consonan-ten verbergen, mit Ausnahme des Griechischen, Lateinischen und Deutschen; in diesen Sprachen werden diese Sonore, ihre bildliche Darstellung beibehaltend, h\u00e4utig sehr kurz, wie in den W\u00f6rtern: autor, aurora, August, wvc\u00f6p.a u. s. w. ausgesprochen. Andererseits geht der Sonor des tieferen Registers, der z. B. im Deutschen durch u verbildlicht wird, in den h\u00f6heren Sonor desselben Typus #\u00bb \u00fcber, z. B. in den Worten: heute, Eide, B\u00e4ume, H\u00e4user u. dergl. Hier wird das f* nicht nur kurz ausgesprochen sondern geht in das ebenfalls kurze ti (\u00fc) \u00fcber; infolgedessen erhalten die oben angef\u00fchrten W\u00f6rter, nachdem auch der vorhergehende Vocal durch das entsprechende phonetische Zeichen (s. S. 40) ersetzt worden ist, ihre eigentliche phonetische Darstellung, n\u00e4mlich: h\u00e4ute, utile, bntime, htitiser 1 2) u. s. w.\nAusserdem verleiht in solchen F\u00e4llen das deutsche u gleich dem i auch dem nachfolgenden Vocal e den weichen Laut, z. B. euer, Eier, oder phonetisch dargestellt: ntiier und niier.\n1) Intei\u2019essant ist, wie willk\u00fcrlich die Hilfszeiclien angewandt werden: so verleiht im Portugiesischen h dem / nnd n, im Spanischen und Franz\u00f6sischen die Verdoppelung des / diesem eine sehr weiche Aussprache. Will man dagegen im Deutschen den Lauten H\u00e4rte verleihen, so stellt man ein h, z. B. ah. eh. ih\\ das russische harte / wird durch Verdoppelung\u2014//\u2014bezeichnet!\n\u25a0) Schon Br\u00fccke (loc. eit. p. 34) macht auf die besondere Aussprache des u in llavser, heute u. dergl. aufmerksam, indem er es f\u00fcr \u00fc ansieht, ohne aber auf dessen K\u00fcrze in solchen F\u00e4llen hinzuweisen.","page":56},{"file":"p0057.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER AIENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALP HABET.\n57\nIm Englischen wird viel \u00f6fter u, wenn auch in Gestalt des tr ange-troffen, z. B.: ivad, well, wan, Washington, welche \u00bbfoti, uel, Hfischington ausgesprochen werden.\nIm Franz\u00f6sischen wird o vor i gleichfalls wie ein kurzes *t\u2014\u00bb\u00bb ausgesprochen, z. B. moi, toi, noix, was mittels des Universalalphabets durch \u00bb\u00bbnia, tiia, \u00bbnia wiedergegeben wird.\nE. Allgemeine Zusammensetzung des Universalalphabets.\nDas Universalalphabet stellt also, den Grundlauten der menschlichen Sprache entsprechend, folgende Laute dar:\nRegister\nim oberen im unteren\nEs besitzt im ganzen 28 Schriftzeichen: 10 f\u00fcr die Vocale, 18 f\u00fcr die Consonanten. Alle \u00fcbrigen Laute unserer Sprache sind zusammengesetzte Laute und k\u00f6nnen unschwer durch die 28 Grundlaute wiedergegeben werden, die zu 14 Typen geh\u00f6ren, deren jeder zwischen seinem h\u00f6chsten und tiefsten Register eine unbegrenzte Menge von Uebergangslauten in gr\u00f6sster Mannigfaltigkeit sowohl einer und derselben als verschiedener Sprachen in sich schliesst, da die Typen einerseits durch die denkbar \u00e4ussersten Stellungen der Sprachwerkzeuge, andererseits durch die ersch\u00f6pfenden akustischen Bedingungen desselben Apparats charakterisirt werden: das Universalalphabet stellt im Bereiche seiner 14 Typen in die Breite eines jeden in ersch\u00f6pfender Woise den m\u00f6glichen Umfang der Laute der menschlichen Sprache dar. Es w\u00e4re unm\u00f6glich solch eine neue Stellung der Stimmorgane ]) sich vorzustellen, dass ausser den von uns im Universalalphabet angegebenen Lauten noch neue enstehen k\u00f6nnten.\nI Sonore\n\u00e0\t\u00e8\t\u00f6\t\u00f9\ti\tn\na\te\to\tu\ti\tm\nVocale\nII Ger\u00e4uschlaute\nI z | f p t s g h r j v | b de k x\nConsonanten.\nF. Erg\u00e4nzungszeichen des Universalalphabets.\n1. Damit es von vornherein klar sei, dass etwas Geschriebenes durch die Schriftzeichen des Universalalphabets dargestellt ist, schlagen wir vor, vor das Geschriebene die Anfangsbuchstaben WJA\u2014(in grossen Lettern), d. h. Uni-versalalplmbet, zu setzen.\n*) In unseren Abbildungen haben wir die am meisten typischen Stellungen der Organe des Stimmapparats, diejenigen, die dem am meisten charakteristischen Laute des entsprechenden Schriftzeichens entsprechen, gegeben.","page":57},{"file":"p0058.txt","language":"de","ocr_de":"58\nDIE GRUNDLAUTE DER MEXSCHL SPRACHE U. EIN UN I VE R SA LA LP D A BET.\nII.\tUeberdies ist es notwendig zu bezeichnen, in welcher Sprache das mittels des Universalalphabets Dargestellte geschrieben ist. Zu diesem Zwecke schlagen wir vor, hinter die Buchstaben $ .4 die drei ersten Buchstaben d< t Benennung der Sprache, in der Aussprache derselben, zu setzen:\nAnm\u2014Anam\u2014annamisch.\nArb\u2014A rbi\u2014ar ab i s ch.\nBrz\u2014Brezonek\u2014bretonisch.\nDan\u2014Dansk ( Norsk) \u2014 d\u00e4nisch Dtc\u2014D\u00e4utc\u2014deutsch.\nEin\u2014Elenicos \u2014 altgriechisch.\nEng\u2014Englic\u2014englisch.\nEsk\u2014Eskura \u2014baskisch.\nEsp\u2014Espanioli \u2014 spanisch.\nEsr\u2014Esperanto\u2014esp\u00e9ranto.\nFrs\u2014F arsi\u2014persisch.\nFrn\u2014Franse\u2014-franz\u00f6sisch.\nGrk\u2014Grekika\u2014neugriechisch.\nHar\u2014Haieren\u2014armenisch.\nHnd\u2014Hindustani\u2014hindustanisch. Hol\u2014Holande\u2014holl\u00e4ndisch.\nItl\u2014Italiano\u2014italienisch.\nKhrn\u2014Khmer\u2014kambodjeusch. Krt\u2014Kartuli \u2014 georginisch.\nLat\u2014Latinum\u2014lateinisch.\nMaj\u2014Madjiar\u2014ungarisch.\nMal\u2014Malaien\u2014malayisch.\nNip\u2014Nipon\u2014 japanisch.\nOsm\u2014Osmanli\u2014t\u00fcrkisch.\nPol\u2014Polski\u2014polnisch.\nPrt\u2014Portugets\u2014portugiesisch. Rom\u2014Roman\u2014rum\u00e4nisch.\nR us\u2014Ruskii\u2014russisch.\nSvn\u2014Svensk\u2014schwedisch.\nTen\u2014Tcong-kuo-lma - chinesisch. Tes\u2014Tceski \u2014 b\u00f6hmisch.\nATp \u2014Volap\u00fck u. s. w.\nStehen vor einem geschriebenen oder gedruckten lext die Schiittzekhen W/A, Frn. so heisst das, dass derselbe in franz\u00f6sischer Sprache veilasst und mittels des Universalalphabets dargestellt ist.\nIII.\tDas gew\u00f6hnliche Zeichen f\u00fcr die Betonung, der Accent, muss auch hier beibehalten werden, namentlich f\u00fcr die Falle, wenn die Betonung, vn* es im Russischen der Fall ist, von einer Sylbe auf eine andre \u00fcbergeht. Das Betonungszeichen d\u00fcrfte besonders in gleichlautenden AA \u00f6rtern von Nutzen sein, sollte man auch die Regeln und den Charakter der Betonungen in den ^ei-schiedenen Sprachen kennen, wie z. B. in Mos das Leben und u/os die Zwiebel, demos\u2014das Arolk und dem\u00f6s \u2014 dass Fett, sielo setzte sich und slel\u00f6\u2014das Dorf u. s. w.\nSelbstverst\u00e4ndlich ist das Betonungszeichen dort \u00fcberfl\u00fcssig, wo der Ion immer auf eine bestimmte Silbe f\u00e4llt, wie z. B. im Franz\u00f6sischen\u2014 aut die letzte, im Deutschen (vorzugsweise), Spanischen, Polnischen u. a.\u2014auf die vorletzte, im B\u00f6hmischen, Slovenischen, Kroatischen auf die erste\u2014wenn man weiss, m v e -eher Sprache geschrieben wurde. Andererseits bedeutet die Betonung nn it immer blosse Hebung des Tons, sondern dr\u00fcckt zugleich eine A er\u00e4nderuug in der Dauer (L\u00e4nge) der Laute aus. Die Betonung (der Accent) und die Bezeichnung der Dauer (L\u00e4nge) sind notwendige Elemente der Schritt, welche der Sprache die betreffende Intonation verleihen.\nIV.\tDie \u00fcber die Buchstaben gesetzten Zeichen: \" f\u00fcr L\u00e4nge, f\u00fcr K\u00fcrze, f\u00fcr Tiefe und ' f\u00fcr H\u00f6he weisen auf l\u00e4ngere oder k\u00fcrzere, aut tiefere (Brust-","page":58},{"file":"p0059.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n59\nstimme), oder h\u00f6here (Kopfstimme) Aussprache der betreffendon Laute hin, wie wir schon oben erw\u00e4hnten (S. 49).\nWie die Phonographik zeigt, stellen die franz\u00f6sischen \u00ea, \u00e8, e, e, e in der Mitte und e am Ende des Wortes ein und dasselbe e vor, welche sich haupts\u00e4chlich durch die Dauer (L\u00e4nge), die von \u00ea zu e allm\u00e4lig abnimmt, unterscheiden. Ebenso unterscheidet sich auch durch die Dauer (L\u00e4nge) das deutsche e in den W\u00f6rtern: n\u00e4hmen, eivig und echt, wo \u00e4 beispielsweise dreimal, e in ewig zweimal l\u00e4nger als e in echt ist. Wenn das deutsche e nach i und e auch nicht ausgesprochen wird, so verleiht es den vorhergehenden Vocal en doch l\u00e4ngere Dauer: z. B. die, wieder, Heer. Die L\u00e4nge der Laute wird im Deutschen \u00fcberhaupt durch Verdoppelung derselben: aa, ee, oo, mm u. s. w. oder durch das stumme h bezeichnet. Auch im Englischen dient das e nach einem Vocal nur zur Verl\u00e4ngerung desselben.\nDasselbe kann auch von den \u00fcbrigen franz\u00f6sischen Vocalen a, u u. s. w. aigu, ferm\u00e9, grace und von den deutschen geschlossenen, offenen, offenen langen,, offenen kurzen gesagt werden. Es sind stets dieselben Laute, die sich nur durch ihre Dauer unterscheiden; auch die griechischen Spiritus lenis, accen-tus acutus und circumflexus bedeuten nur die L\u00e4nge\u2014dcAoa, Aoyo;, opuo\u00e7. Zur Bezeichnung der L\u00e4nge wird im Ungarischen, B\u00f6hmischen, Kroatischen, Slovenischen ein einfaches oder doppeltes Betonungszeichen benutzt.\nDie Buchstaben mit besonderen Dehnungszeichen zu versehen, wie es im Franz\u00f6sischen gebr\u00e4uchlich ist, ist unn\u00f6tig, da die W\u00f6rter mit derartig bezeichneten Buchstaben an sich selbst gew\u00f6hnlich die L\u00e4nge des in Rede stehenden Vocals bedingen; so werden z. B. n\u00e4hmen und nehmen ganz analog ausgesprochen, da die L\u00e4nge des e und des \u00e4 hier von dem nachstehenden h abh\u00e4ngt, mittels des Universalalphabets aber als nennen dargestellt wird.\nDie Dehnung der Laute wird h\u00e4ufig von einem Brustlaut begleitet oder, richtiger, maskirt, wie z. B. im Arabischen, Englischen u. a. in cedar, cuff, patter u. dergl.\nDie Philologen nehmen gew\u00f6hnlich zum Muster oder als Grundlaut irgend eines Schriftzeichens den Laut an, welchen das gegebene Zeichen in einem gewissen Worte besitzt. Unter vielen andern nehmen Lepsius, Passy u. a. zur phonetischen Transcripton als phonetische Grundelemente diejenigen Laute an. welche ihnen in den ihrer Ansicht nach im gegebenen Fall typischen W\u00f6rtern eigen sind. So h\u00e4lt Passy a in patte und a in pas, o in b\u00e2ton und o im englischen Worte not f\u00fcr verschiedene Laute, was ganz unrichtig ist. In solchen F\u00e4llen wird ganz ausser Acht gelassen, dass sowohl der vorstehende als der nachstehende Laut auf die L\u00e4nge des zwischen ihnen befindlichen einen solchen Einfluss aus\u00fcben, dass derselbe einem unge\u00fcbten Ohr als ein selbst\u00e4ndiger Laut erscheint. So haben wir in dem einen Fall ein langes d und o, in dem andern ein kurzes \u00e4 und \u00f6: patte und b\u00e2ton, pas und not. Hier sind eigentlich nur zwei Laute, nur von verschiedener L\u00e4nge vorhanden, Passy aber nimmt vier Laute an. Dasselbe gilt von den griechischen \u00a3 und vj, o und a>, die sich nur durch ihre L\u00e4nge unterscheiden\nAuch die Verdoppelung der Consonanten, die in verschiedenen Sprachen gebr\u00e4uchlich ist, wird im Universalalphabet \u00fcberfl\u00fcssig. Anstatt der \u00fcblichen","page":59},{"file":"p0060.txt","language":"de","ocr_de":"PIE ORUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNI VERSALALPHABET.\n60\nVerdoppelung ist es vorteilhafter ein Dehnungszeichen nach dem Beispiele des Deutschen und Arabischen, einen Strich \u00fcber den gegebenen Consonanten zu setzen, z. B. mama anstatt mamma, apareil u. s. w. In der Tat, die Engl\u00e4nder schreiben zwar oo, z. B. in door und floor, sprechen aber nur ein gedehntes o aus: fl\u00f6r, d\u00f6r; auch der Namen des Flusses Aa klingt nicht wie A\u2014a, sondern wie ein langes \u00e4. Andererseits wird im Spanischen nur ein r geschrieben, aber als zwei ausgesprochen, z. B. ruido\u2014ruido. Wird ein \\ ocal verdoppelt, so muss man ihn auch als zwei Laute aussprechen, wie im V orte Coordination u. dergl. Das Dehnungszeichen d\u00fcrfte die Darstellung der Aussprache auch solcher W\u00f6rter wie wider, wieder und icidder erleichtern, die sich nur durch die L\u00e4nge gewisser Laute unterscheiden; ivider, ici der und ivider, w\u00e4re wohl die zweckm\u00e4ssigste Darstellung derselben.\nV.\tGr\u00f6sserer Vollst\u00e4ndigkeit halber ist in der Wiedergabe in unserer Sprache noch der nasaie Charakter gewisser Laute hervorzuheben, der besonders der franz\u00f6sischen Sprache in den Verbindungen von a, i, o mit n und m und in der deutschen im nasalen n wie in Ding eigen ist, zum Unterschied vom Kehllaut n in denken.\nDer nasale Laut ensteht dadurch, dass in gewissen F\u00e4llen und zwar rein reflektorisch bei den Vocalen auch die Nasenh\u00f6hle mitt\u00f6nt. Im Arabischen und den ihm verwandten Sprachen sowie im Portugiesischen giebt es f\u00fcr die Nasenlaute besondere Zeichen. Auch wir wollen das portugiesische Zeichen (aa, \u00e4e) benutzen; dasselbe soll anzeigen, dass der gegebene Laut ein nasaler ist z. B. Ding, impression, obgleich man sich auch ohne ein solches behelfen k\u00f6nnte, da der Nasenlaut gew\u00f6hnlich durch den nachfolgenden Consonanten bedingt wird.\nVI.\tDas Pronomen von dem Verb durch einen Apostroph oder anderswie zu trennen, wie es zuweilen im Franz\u00f6sischen geschieht, ist wohl kaum n\u00f6tig, da faime, mit oder ohne Apostroph geschrieben, ganz gleich wie jem, wie in andern Sprachen, klingt, z. B. im Tatarischen sovmim, wo das Pronomen am Ende des Zeitworts als Endsilbe gesetzt wird. Dennoch kann der Apostroph benutzt werden, um zu zeigen, dass ein Ausdruck aus zwei W\u00f6rtern besteht, z. B. aux armes, les hommes,\u2014os arm, Jes'om.","page":60},{"file":"p0061.txt","language":"de","ocr_de":"Wir j*'\u00bb\u2018bon liier das Universalalphabet in der Reihenfolge der Buchstaben im lateinischen Alphabet, mit der Benennung, welche die Consonanten im deutschen Alphabet haben *); ein Vergleich desselben mit anderen Alphabeten wird am Ende dieses Aufsatzes in einer Tafel gegeben werden.\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n61\n*) Die Vocale bed\u00fcrfen einer solchen Benennung nicht; die Consonanten schlagen wir vor nur mit dem Yocal c zu verbinden *) j\u2014franz\u00f6sisch.","page":61},{"file":"p0062.txt","language":"de","ocr_de":"62\nDIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nIm Folgenden geben wir einige Beispiele von Transcriptionen im Universalalphabet.\nUA-Dtc.\tDas Lid fon der Gloke.\nFon Ciler.\nFest gemauert in der Erden Cteit di Form, aus Liem gebraut.\nH\u00e4ute mus di Glioke verden!\nFric, Gezelen, zeid tsur Hand!\nFon der Ctirne liais Einen mus der Cv\u00e4is,\nZol das Yerk den M\u00e4ister hoben;\nDox der Zegen komt fon oben.\nAdieux de Marie Stuart\nFar F. J. de B\u00e9ranger.\nAdieu, charmant pays de France, Que je dois tant ch\u00e9rir!\nBerceu de mon heureuse enfance, Adieu! te quitter c\u2019est mourir Toi que j\u2019adoptai pour patrie,\nEt d'o\u00f9 je crois me voir bannir, Entends les adieux de Marie, France, et garde son souvenir.\nUA-Frn. Adi\u00e8 d\u00f4 Mari Stuar.\nFar F. J. d\u00fb Beranje.\nAdi\u00e8, carm\u00e0n pei d\u00f4 Fr\u00e0ns, Iv\u00e8 j\u00f4 dua t\u00e0n cerir!\nBerso d\u00f4 mon h\u00e8r\u00e9z autans, Adi\u00e8, t\u00f4 kite s\u2018e m\u00fbrir!\nTua k\u00e8 j'adopte pur patri,\nE d'u j\u00f4 krua m\u00f4 vuar bahir, \u00c0nt\u00e2n lez'adi\u00e9 d\u00f4 Mari,\nFr\u00e0ns, e gard son suvenir...\nU,biraHbi\u2014Zigeuner.\nvon\nA. C. IlyuiKuua.\u2014A. S. Puschkin.\nI^LiraHLi myMHOK) tojiuoh no Beccapa\u00f4in Kouytom.\nOhh cero^HH Ha^o\u00bb pkuon Bt> maTpaxn H30\u00dfpaHHLixrL Houyion, Karrt BOJiBHOCTL, BecejPL nxT> nonuern H MupHu\u00f6 cohT) no\u00c4't He\u00f6ecaMii...\nUA -Rus.\tTsigam.\nA. S. Puckina.\nTsigam cumnoiu talpoi\n_\t'V\nPo Besarabii katcuiut.\nAni sevodnia nad riekoi V catrax isodranix natcuiut. Kak volinosti, viesel ix nadele; I mirmi son pod niebesami...","page":62},{"file":"p0063.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n63\n!V. Bedeutung des Universalalphabets.\nUeber die wissenschaftliche Bedeutung eines Universalalphabets ist es wohl kaum n\u00f6tig Worte zu verlieren, denn dieselbe ist unendlich gross. Anders steht die Frage nach der praktischen Anwendbarkeit eines solchen. Das vorliegende Universalalphabet, welches auf Vollst\u00e4ndigkeit Anspruch macht, kann sowohl die Grundlage einer Universalsprache in der Zukunft als diejenige einer internationalen Schriftsprache schon in der Gegenwart werden.\nA. Gr\u00fcn d 1 a ge einer internationalen S p r a c h e.\nWelches auch die Universalsprache der Zukunft sein werde, sie wird sich durchaus auf ein Universalalphabet gr\u00fcnden m\u00fcssen; ihre Lautelemente werden dieselben sein wie diejenigen des Universalalphabets, da letzteres alle m\u00f6glichen Laute aller denkbaren Stellungen der Mundh\u00f6hle und der Stimmb\u00e4nder umfasst. Unter den gegebenen anatomo-physiologischen Bedingungen kann unser Stimmapparat keine neuen elementaren Laute hervorbringen.\nWenn die Stammmutter der Sprachen\u2014die arische\u2014infolge der Zergliederung und Absonderung der V\u00f6lker von einander ihrerseits in viele Sprache zerfallen ist, zwischen denen zuweilen sich nicht einmal Verwandschaft kundgiebt, so treten infolge des best\u00e4ndigen innigen Verkehrs der V\u00f6lker mit einander solche Syntheseerscheinungen an den Tag, dass man mit Sicherheit behaupten kann, dass der zuk\u00fcnftige <Turmbau zu Babel\u00bb der universalen Staatsordnung von der Ausbildung einer Universalsprache aus der <Verwirrung der Sprachen begleitet sein wird. Das Universalalphabet stellt ja eben die allen Sprachen gemeinsamen Lautelemente vor.\nB. Bedeutung des U niversalalphabets im internati o-nalen s c h r i f 11 i c h en V e r k e h r.\nDas Universalalphabet kann schon heutzutage im internationalen Verkehr der V\u00f6lker untereinander grossen Nutzen bringen. Den Charakter der Laute einer beliebigen Sprache einem jeden zug\u00e4nglich machen und dadurch die Erlernung derselben bef\u00f6rdern, ist seitens des Universalalphabets schon an sich ein grosses Verdienst, da vieles von keinem der jetzt existirenden Alphabete ausgedr\u00fcckt werden kann, namentlich, wie aus unserer Darlegung folgt, vor allem wegen der Unbest\u00e4ndigkeit der phonetischen Bedeutung der Schriftzeichen (Buchstaben). Noch mehr: sogar die mit einer Sprache Bekannten werden f\u00fcr n\u00fctzlich erachten die eigentlichen Laute derselben in deren phonetische!' Wiedergabe kennen zu lernen. Ueberdies zeugen Lepsius\u2019, Passys, PetmfFs u. a. Systeme davon, wie unvollkommen die vorgeschlagenen Tran-scriptionen mit ihren complicirten Handgriffen, ihren unbest\u00e4ndigen Lautelementen sind. \u2022\nEs kann nicht abgeleugnet werden, dass man hier auf F\u00e4lle stossen kann, wo ganz verschiedene W\u00f6rter ganz gleich lauten; so wird z. B. s\u00e4n im Universalalphabet mehrere franz\u00f6sische W\u00f6rter\u2014ceins, ceint, cinq, saint, sein, seing\u2014bedeuten.... Man darf aber nicht vergessen, dass man, wenn man Gesprochenes h\u00f6rt, die den geschriebenen Worten entsprechenden Buchstaben ja auch nicht sieht, dass das Ohr nur die zusammengesetzten Laute auff\u00e4ngt, und dass ein gege-","page":63},{"file":"p0064.txt","language":"de","ocr_de":"04\tDU] GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\nbenes Wort eigentlich durcli den Satz, dem es angeh\u00f6rt, seinen Sinn erh\u00e4lt. Menschen, die weder lesen noch schreiben k\u00f6nnen, verstehen und sprechen vollkommen gut, ohne einen Begriff davon zu haben, dass die \"V orte aus einzelnen. durch Buchstaben wiedergegebenen Lauten bestellen. Wenn man franz\u00f6sisch s\u00e4n r\u00fcbli, san jorj sagt, so versteht ein jeder, dass es sich in dem einen Fall um filnf Rubel, in dem andern um den heiligen Georg handelt. In der That, wenn ich einfach das Wort Atlas\u2014h\u00f6re oder geschrieben sehe, so weiss ich ohne n\u00e4here Bestimmungen nicht, ob es den Stoff, die Sammlung von Landkarten, oder die Bergkette bedeuten soll, oder endlich ob von dem den Himmel st\u00fctzenden Sohn des Titanen Japetos die Rede ist.\nIndem das Universalalphabet die phonetische Best\u00e4ndigkeit der Laute unabh\u00e4ngig von historischen, geographischen und etymologischen Bedingnissen feststellt, umfasst es den ganzen Imlang der menschlichen Stimme und ist in seinen Elementen, in seinen Grundlauten nach den Schablonen, die in unseren Abbildungen der Mundstellung bei der Aussprache dieser oder jener Laute gegeben sind, sowie nach den diesen Lauten entsprechenden chronoscopischen Curven und den obengegeben Anweisungen einem jeden zug\u00e4nglich. An der Hand dieser Kriterien, d. h. des Bildes der Stellung der anatomischen Teile des Stimm- und Lautapparats und der chronoscopischen Curven, ist es ver-h\u00e4ltnissm\u00e4ssig leicht auch ohne Anleitung, ohne dass man sogar diu Laute h\u00f6rt, die Grundlaute des Universalalphabets nachzuahmen.\nC. Gr\u00fcn d s\u00e4tze des Unter r i c h t s der T aubstu m m e n i m\nLesen und Schreibe u.\nDie phonetische Best\u00e4ndigkeit und die Einheit der Schriftzeichen des Universalalphabets, die so gut durch die chronoscopischen Curven wiedergegeben werden, bieten f\u00fcr den Taubstummenunterricht unstreitige Vorz\u00fcge vor den jetzt gebr\u00e4uchlichen Methoden, welche haupts\u00e4chlich darauf hinausgehen die durch die Aussprache dieser oder jener Laute im Organismus hervorgebrachten Ersch\u00fctterungen dem Tastsinn, oder die Stellungen des Mundes des Lehrers unmittelbar oder durch einen Spiegel dem Auge wahrnehmbar zu machen.\nEs unterliegt keinem Zweifel, dass einem Taubstummen die wirkliche Bedeutung der Schriftzeichen durch Vorweisen der chronoscopischen Curven der Laute des Universalalphabets und die Aufforderung, eine solche selbst hervorzurufen. leichter und schneller beigebracht werden kann.\nDer Ton, in welchem die Curven auszusprechen sind, k\u00f6nnte dem Taubstummen durch eine an die Kehle u. s. w. gesetzte entsprechend gestimmte Stimmgabel angezeigt werden k\u00f6nnen.\nD. Grund z\u00fcge der Universalschnellschrift.\nDas von uns vorgeschlagene Universalalphabet wird nur durch 14 lypen (S. 57) von Lauten dargestellt, die man im besonderen durch die Benennungen der \u00e4ussersten Laute des unteren Registers, und zwar durch den Typus \u00ab, den Typus e, den Typus o, ff, f, m, r, /, r, b, c, h und den Typus jr characterisiren kann; zur Bezeichnung der \u00e4ussersten T\u00f6ne des oberen Registers k\u00f6nnen dieselben Zeichen des unteren Registers benutzt werden, indem man dieselben punktirt. Um keine neuen Bezeichnungen f\u00fcr die Vocale der","page":64},{"file":"p0064s0001table_I.txt","language":"de","ocr_de":"Morochowetz\u2014Die Grundlaute etc.\nT S\nL L E X-\nZusam mestellung des Universalalphabets mit anderen Alphabeten.\nClassen.\tTypen.\tUniversal.\tLateinisch.\tFranz\u00f6sisch.\tItalienisch.\tSpanisch.\tPortugiesisch.\tEnglisch.\tDeutsch.\t\tSchwedisch.\tD\u00e4nisch.\tHoll\u00e4ndisch.\ti 1 ! Griechisch.\tRussisch.\tPolnisch.\tTschechisch.\tKroatisch.\tSlovenisch.\tAlt-slavisch.\tBulgarisch.\tSerbisch.\tUngarisch.\tFinnisch.\tUniversal.\tTypen.\tClassen.\n\t1\tA, a\tA, a\ta, i\ta\ta\ta\ta, e, o, au \u2014\t\u2014\ta, e\t\ta\ta \u2014\ta, o\tA, a, ai (a) \u2014\t\u2014\tA, a; o \u2014\tA, a \u2014\ta\ta\ta\til, \u00e0\ta\ta\t\u00e2\ta\tA, a\t1\t\n\t2\t\u00c0, \u00e0\t\u2014\ti, e\t\u2014\t\u2014\t\u2014\to, a \u2014\t\u2014\t\u2014\te\to, \u00e4\t\u2014\t\u2014 \u2014\te, u \u2014\tE, e \u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014 \u2014 \u2014\t\u00a700 \u2014\t\u2014|\t\u2014\t\u00e4\t\u00c2, <h(n)\trh (n)\t\u2014\t\u2014\t\u00e4\t\u00c0\u00ab \u00e8t\t2\t\n\t3\tE, e\tE, e,\u00c6, ae\te, ae, ai, ei\te\te\te\te, a, aa, ai, u, au, ei, ou\te\tae, \u00e4\te, \u00e4\te, ae\te, i \u2014\tE, e; H, q; qi, (q)\t9, a, a, e\tE, e \u2014\te\te\te\tG, e, \u00eb\te\te\te\te, \u00e4\tE. e\t3\t\n\u00a9\t4\t\u00c9, \u00eb\t\u2014\teu\t\u2014\t\u2014\t\u2014\ta, e, i, o, u, ou \u2014\t\t\u2014\t\u2014\t\u2014 \u2014\t\u2014 \u2014\t\u2014 \u2014 \u2014 \u2014\t\t\u2014\t\u2014 \u2014 \u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u00c8, \u00eb\t4\t\u00a9\ni-H\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\ti\t\t\t\t\t\t\t\t\t\nd\t5\t0, o\t0, o\to, au. eau\t0\t0\t0\to, oa. a. au, aw. ou.ow\t0\t\to, a\to, aa\t0 \u2014\t0, o; Q, uu; oo, un (ai)\t0, o; a; e\t0, o; a(n)\t0\t0\t0\tO, o; W, w\t0\t0\to, a\t0\t0, o\t5\td\n\u00a9\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\u00a9\n\t6\t\u00d6. \u00f6\t\u0152, \u0153, \u00f6\toeu\t\u2014\t\u2014\t\u2014\ta, i,o,u.ia,ea,ie,io,ow\toe, \u00f6\t\t\u00d6\toe \u2014\teu \u2014\t\u2014 \u2014 _ \u2014\t\u2014 \u2014 \u2014\t\u2014 \u2014 \u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u00d6 ; <J\t\u00d6\t\u00d6. \u00f6\t6\t\nO\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tO\n>\t7\tU. u\tU, u\tOU. 0\tu\tu\tU, 0\tU, 00, ou, 0, w\tu\t\tu\tu \u2014\toe, w\u2014\tY, u, ou\t\u2014\t\u2014\ty, y -\tU, u; 6\u2014\tu\tu\tu\tOy; y,\ty\ty\tU\tu\tU, u\t7\t>\n\t8\tIL \u00fc\t\tu\t\t\t\t- - - -\tue, \u00fc, y\t\ty\ty \u2014\tu, i \u2014\tY, u \u2014\t\u2014\t\u2014\t\t\t\t\t\t\t\t\t\u00dc; U\ty\t\u00dc, \u00fc\t8\t\n\t9\tL i\t\u2014\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tLI, H\ty, y -\ty\t\u2014\t\u2014\tlil, hi\tH\tH\t\u2014\t\u2014\tI, i\t9\t\n\t10\tL i\tL i\ti\tb j\ti\ti, e. h,u\te, i, y, ae, ea, ee, ei, ie\ti\t\tu g\th j\t\u00ee; j\t1, i\t-\t-\t-\tH,n,T,i,Y,v\tI, i, j -\th j\th y\tP y\tH, h; I, \u00ef;V,v\tH, i\tH, i\ti y\tG y\ti, i\t10\t\n\t11\tM. m\tM. m\tm\tm\tm\tm\tm\t\u2014\t:\u2014\t\u2014\tm\t\tm\tm \u2014\tm \u2014\tM, q \u2014\t\u2014\t\u2014\tM, M \u2014\tM; m \u2014\tm\tm\tm\tAl, AA\tM\tM\tm\tm\tM, m\t11\t\n\t12\tN, n\tN. n\tn, m\tn\tn\tn\tn, m \u2014\t\u2014\t\u2014\tn\t\tn\tn \u2014\tn \u2014\tN. v, y\t\u2014\t-\u2014\tH, H\tN, n \u2014\tn\tn\tn\tH, H\tH\tH\tn\tn\tn\t12\t\n\t13\tK. r\tB. r\tr\tr\tr\tr\tr\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tr\t\tr\tr\t-\u2014\tr\t\u2014\tP, P -\t-\t-\tp, p -\tR, r \u2014\tr\tr\tr\tp, p\tP\tP\tr\tr\tY, r\t13\t\n\t14\tL. 1\tL. 1\t1\t1\t1\t1\t1 \u2014 \u2014 \u2014\t1\t\ti\t1 \u2014\t1 \u2014\tA, X \u2014\t\u2014\t\u2014\tJI, ji \u2014\tL, \u00ee, L, 1\t1\t1\t1\tA, A\tJI\tJI\t1\t1\tL, 1\t14\t\nd\t15\tJ; j\t\u2014\tU g: gg\tgg\t\u2014\th g\tz, s \u2014\t\u2014\t\u2014\t\t\u2014\t\u2014\t\u2014 \u2014\t\u2014 \u2014\t\u2014 \u2014 \u2014 \u2014\t3K, 3K \u2014\tZ; Z\tz\tz, z\tz\tm, *\t\u00ceK\tHt\tzs\t\u2014\tJ. J\t15\td\n\u00a9\t16\tZ, z\tZ. z. s\tz. s. X\ts\t\u2014\tz. s\tZ, CZ; S, X \u2014\t\u2014\ts\t\ts\tz\t\u2014\tz\t\u2014\tZ, L a\t\u2014, \u2014\t3. 3\t\u2014\tZ, z\tz\tz, s\tz\tS, S, .o, 3\t3\t3\tz\t\u2014\tZ, z\t16\t\u00a9\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\nd\t17\tV. v\tY. v; u\tV\tV, u\tV, u\tv, b\tv, ph \u2014\t\u2014\t\u2014\tw, u. b\t\tV, w, f\tv \u2014\tv, w \u2014\t\u2014 \u2014 \u2014 \u2014\tB, b; r\tV. v \u2014\tv\tV\tV\tPi, b; V, v\tB\tB\tV\tv\tV, v\t17\td\n\t18\tF. f\tF. f; Ph, ph\tf. ph\tf\tf\tf, ph\tf, gh, ph\t\u2014\t\u2014\tf\tph\tf\tf \u2014\tp. ph\td>, (p \u2014\t\u2014\t\u2014\t<M>; b, 0,o\tF, f \u2014\tf\tf\tf\t(D, <k D\u2019, ^\t<U e\t<p, e\tf\t\t\tF. f\t_18\t\nd\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\td\n\t19\tB, b\tB. b\tb\tb\tb\tb\tb \u2014\t\u2014\t\u2014\tb\t\tb\tb \u2014\tb \u2014\tB, \u00df -\t-\t-\tB, 6\t\u2014\tB, b \u2014\tb\tb\tb\tB, B\t6\t<5\tb\t\u2014\tB, b\t19\t\nd\t20\tP. P\tP- P\tP\tP\tP\tP\tp\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tV\t, b\tP\tp\t\u2014\tp\t\u2014\tTT, TT \u2014\t\u2014\t\u2022\u2014\tII, n, 6 \u2014\tP. p -\tP\tp, b\tP\tIT, ri\tn\tn\tP\tP\tP; P\t20\td\no\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\u00a9\n02\t21\tD, d\tD. d\td\td\td\td\td\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tc\t\td\td \u2014\td \u2014\tA, 5 \u2014\t\u2014\t\u2014\t\u00c4, 4\t-\tD, d \u2014\td\td\td\tA, A\t\u00c4\t\u00c4\td\td\tD, d\t21\t02\nd\t22\tT, t\tT, t\tt\tt\tt\tt\tt, d \u2014\t\u2014\t\u2014\tt\td, dt\tt\tt\t\u2014\tt\t\u2014\tT; T\t\t\u2014\t\u2014\tT, T \u2014\tT. t \u2014\tt\tt\tt\tT, T\tT\tT\tt\tt\tT, t\t22\td\no\t23\tC. c\t\u2014\tch\tSC\t\u2014\tch, x\tc, ch, sh, t, x\t\u2014\ts\tch, s\ts\t\u2014 \u2014\t\u2014 \u2014\t\u2014 \t \t \u2014\tIII, m; jk\tSz. sz \u2014\ts, s\ts\ts\tm, m\tC\tC\ts\ts\tC. c\t23\to\n\t24\tS; S\tSs s\ts. c. \u00e7, t\ts\ts, c\tZ,C,\u00c7, x\tc, s, SS, CS \u2014\t\u2014\ts\ts\ts\ts, c \u2014\ts, sch\t2; C, (T, \u00c7; C \t\t\t\tC, c; 3 \u2014\tS, s\ts\ts\ts\tG, c\tni\tni\tsz. szc. tsz\t\t\tS. s\t24\t\nO\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tO\n\t25\tK. k\tK. k; C. c\tc, qu\tk, c\tc, qu\tc, q(u)\tc, q, ch, ck \u2014\t\u2014\t1\tc, ch\tk, q(u)\tc, k, q\tk, ch\tK, K \u2014\t\u2014\t\u2014\tK, k; r \u2014\tK, k \u2014\tk. q(v)\tk\tk\tB, K\tK, fl\tK\tk\tk\tK, k\t25\t\n\t26\tG, g\tG; g\tG\\ P\"ll b? \u00d6u\tg\tg\tO\u2019 b\tg, gh \u2014\t\u2014\t\u2014 -\t\u00a3\t\tO' b\tg\tCT\t\t b\tU Y \u2014\t~\t-\tP, r \u2014\tG, g \u2014\tg\t\u00a7\tg\tr, r\tr\tr\tO\u2019 b\tO* \u00c7?\tG, g\t26\t\n\t27\tX. x\tCh. ch\t\u2014\t\u2014\tJ- g-\t\u2014\t\u2014 \u2014 \u2014 _\tc\th ; g\t\u2014\tO'\t\t b\t\u2014 \u2014\tX. x -\t-\t-\tX,x, r \u2014\tCh, ch \u2014\tch\t\u2014\tch\tx> X\tX\tX\t\u2014\t\u2014\tX, x\t27\t\n\t| 28\tH. h\tH. h\th, h\t~\t\u2014\t\u2014\th, h \u2014\t\u2014\t\u2014\th\t\th i\th \u2014\th \u2014\tJ (b); \u00a3 (b)\t-\t-\tr, r \u2014\tH, h \u2014\th\th\th\t\u2014\t\u2014\t\u2014\th\th\tH, h\t28\t\nCD\n+3\n+3\n\u00a9\n02\n\u00a9\nb\u00df\n\u00a9\nc\u00f6\nm\nd\nN\neil\ndz\ngz\nks\nps\nX. x\nh h, g. d\nZ, L\n=. H\nY, vp\nG\n7\n8 9\n10\nsk\nctc\ntc\nts\ntz\nC, c\nts. tz\nsch\ncc\nz\nch\nt. ch. tch \u2014\ntsch c. t. tz\nk. t\nm, m\nH, q\nn* h\n_____\t\t\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tif: b\tds \u2014\t\u2014\tdj\t1\n\u2014 \u2014 \u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tdz\t2\n\u2014 \u2014 \u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tgz\t3\nX, X \u2014\tX\t\u2014\t\u2014\t1, a\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tks\t4\n\u2014 \u2014 \u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tf, t\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tps\t5\n\u2014 _ \u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tsk\t6\nSzcz, szez\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tip, LP \u2014\tm\tm\t\u2014\t\u2014\tetc\t7\nCz, cz \u2014\tc, \u2014\tc,c,z\tc\tM, .1\t-\tn\tn, \\)\tCS, tcz\t\u2014\ttc\t8\nC, s \u2014\tc \u2014\tc\tc\tH, \u00ab\t-\tU\tn\tc, cz\t\u2014\tts\t9\n\t \t \t\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\t\u2014\ttz\t10\n11\n12\n13\ntl\ntlis\ntl\u00eez\nc, z\nth (scharf) th (weich)\n0. f>\ntli\ntl\u00ees\nthz\n11\n12\n13\n\u00a9\n+3\nKl\n+3\n\u00a9\nVl\n\u00a9\nb\u00a3\n\u00a9\na\no3\n02\nd\nN","page":0},{"file":"p0065.txt","language":"de","ocr_de":"DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.\n65\noberen Register suchen und einf\u00fchren zu m\u00fcssen, mussten wir die Bezeichnungen der Laute des unteren Registers nehmen und dieselben punktiren: a\u2014\u00e0, e\u2014\u00eb, o\u20146, u\u2014\u00fc, i\u2014i. Verfahren wir ebenso mit den Consonanten, indem wir nur die Bezeichnungen der Laute des unteren Registers als Grundzeichen nehmen, w\u00e4hrend wir die entsprechenden Laute des oberen mit denselben, aber punktirten Buchstaben bezeichnen, also t't anstatt n, r\u2014/, j\u2014z, ft\u2014p, d\u2014t, c\u2014s, li\u2014ff, Jr\u2018\u2014/*, so beschr\u00e4nkt sich das ganze Alphabet auf die 14 Grundzeichen des verk\u00fcrzten Alphabets: a, e, o, tt, t, tn, f, /. #\u2022, fr. r/, c, fr, .r.\nUm das Punktiren zur Bezeichnung der Buchstaben des h\u00f6heren Registers zu umgehen, k\u00f6nnte man nach dem Beispiel mancher stenographischer Systeme die Zeichen f\u00fcr das untere Register unter dem Strich, diejenigen f\u00fcr das obere \u00fcber demselben und nun schon ohne Punkte schreiben. Mit andern Worten: dieselben Buchstaben der 14 Typen bedeuten \u00fcber dem Strich die Laute des oberen, unter dem Strich diejenigen des unteren Registers. Z. B. der Satz: <Fest gemauert in der Erden steht die Form, aus Lehm gebrannt>. wird durch das Universalalphabet \u00fcberhaupt als: <Fest gemaurt in der Erden cteit di Form, aus Lern gebraut, oder Vecd kemauerd im der Erden cdeid di Vorm auc Fern kebramd dargestellt, durch die zweizeilige Schnellschrift dagegen folgendermaassen:\nv cd k d wi\tm cd id i v\ter k md\ne emauer\tder erde e d arm au em ebra\nNat\u00fcrlich sind f\u00fcr die Schnellschrift die gew\u00f6hnlichen Buchstaben der Vorschriften sehr unbequem: dem stenographischen Alphabet muss eine f\u00fcr die Schnellschrift bequemere Form gegeben werden. In dieser Beziehung giebt uns die physiologische Eigent\u00fcmlichkeit unseres Auges, die Buchstaben haupts\u00e4chlich nach ihrer oberen H\u00e4lfte zu erkennen, einen Fingerzeig:\nz. B. wird leicht von einem jeden als alphabetum universale gelesen werden. Infolge dieser Eigenschaft unseres Auges ist es m\u00f6glich sich mit der Darstellung bloss der oberen H\u00e4lfte unserer 14 Zeichen zu begn\u00fcgen, n\u00e4mlich a, e, o, u, i, m, r, j, v, b, d, c, k, x so zu bezeichnen:\nDiesen verk\u00fcrzten Schriftzeichen k\u00f6nnten zur Schnellschrift noch geeignetere Formen gegeben werden, und d\u00fcrften zur Beschleunigung der stenographischen Schritt von tSpecialisten-Stenographen noch andere zweckm\u00e4ssige Verk\u00fcrzungen und Verschmelzungen eingef\u00fchrt werden.\n5","page":65}],"identifier":"lit36618","issued":"1907","language":"de","pages":"23-65","startpages":"23","title":"Die Grundlaute der menschlichen Sprache und ein Universalalphabet","type":"Journal Article","volume":"5"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:24:47.405305+00:00"}
