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{"created":"2022-01-31T16:39:57.755177+00:00","id":"lit36635","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Babkin, B.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 5: 125-126","fulltext":[{"file":"p0125.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE.\n125\nBabkin, B. Versuch einer systematischen Erforschung der komplizirt-nerv\u00f6sen (psychischen) Erscheinungen beim Hunde. Pawlow\u2019s Labor. Dissert. S.-Petersburg. 1904.\nDie Arbeit Babkin\u2019s muss als ein Fragment eines neuen grossen Untersuchungsfeldes, welches von Pawlow betreten ist, betrachtet werden. Es werden an einem konkreten Boden der Erscheinung des Speichelflusses diejenigen Momente studiert, die man gew\u00f6hnlich zu den psychischen rechnet. Da aber Pawlow sich h\u00fctet, bei der Aufkl\u00e4rung psychischer Vorg\u00e4nge in den inneren Zustand des Tieres sich hineinzudenken, die Empfindungen, Gef\u00fchle und W\u00fcnsche des Tieres in unserer menschlichen Art sich vorzustellen, und in konsequenter Weise nur die Aufdeckung des Zusammenhanges \u00e4userer Erscheinungen mit der Reaktion des Organismus, in unserem Falle der Arbeit der Speicheldr\u00fcsen, erstrebt, so gebraucht er anstatt der Bezeichnung \u00abpsychisch\u00bb das Wort <komplizirt-nerv\u00f6s>. Pawlow\u2019s Schule f\u00fchrt noch zwei neue Begriffe f\u00fcr die reflektorische Speichelabsonderung ein: \u00abbedingter und unbedingter Reflex\u00bb: die Wirkung der verschiedenen Stoffe unmittelbar auf die spezifisch empfindende Fl\u00e4che der Mundh\u00f6hle wird bezeichnet als \u00abunbedingter Reflex\u00bb, die Wirkung derselben Stoffe aber aus der Ferne heisst \u00abbedingter Reflex\u00bb. Die Arbeit Babkin\u2019s besteht in der n\u00e4heren Pr\u00e4zisierung der beiden Reflexe. Die Versuche wurden an Hunden angestellt, die mit permanenten Parotisfisteln auf operativem WTege versehen worden waren. Vermittels eines und desselben Gegenstandes wurde am Hunde der bedingte und unbedingte Reflex ausgel\u00f6st und die St\u00e4rke des Reflexes nach der Quantit\u00e4t des abgesonderten Speichels beurteilt. Als wichtigster Satz wird vom Verf. folgendes aufgestellt: der bedingte Reflex wird bei Wiederholungen immer schw\u00e4cher im Gegensatz zum unbedingten. Dieser Gegensatz besteht auch in solchen F\u00e4llen, wo bei Wiederholungen der bedingte mit dem unbedingten Reflex wechselt! Das Schw\u00e4cherwerden des bedingten Reflexes kommt aber nur dann zu st\u00e4nde, wenn die Gesammtheit der unwesentlichen Merkmale des Gegenstandes w\u00e4hrend des Versuches unver\u00e4ndert blieb. Das Erscheinen irgend eines neuen unwesentlichen Merkmales regt die Speicheldr\u00fcse zur T\u00e4tigkeit an, dessen Wirkung wird aber weiter, nach einigen Wiederholungen, ebenfalls schw\u00e4cher. Die Schnelligkeit des Schw\u00e4cherwerdens des bedingten Reflexes bei Wiederholungen ist umgekehrt proportional den Zwischenpausen zwischen den einzelnen Reizungen. Das selbst\u00e4ndige Wiederauftauchen eines durch Wiederholung vernichteten bedingten Reflexes erfolgt \u00e4usserst langsam. Degegen wird jeder verlorengegangene bedingte Reflex sofort ins Leben gerufen durch Einschieben eines unbedingten, resp. eines neuen bedingten Reflexes, d. h. durch eine auf irgend welche Weise angeregte Speicheldr\u00fcsent\u00e4tigkeit. Die erfrischende Wirkung der beiden jetzt erw\u00e4hnten Momente wird bei Wiederholungen ebenfalls geschw\u00e4cht. In bestimmten Grenzen wird die erfrischende Wirkung irgend eines Momentes auf einen durch Wiederholung erloschenen bedingten Reflex um so gr\u00f6sser sein, je gr\u00f6sser die durch dieses Moment angeregte Arbeit der Speicheldr\u00fcsen ist. Sehr starke \u00e4ussere Reize, die eine motorische Reaktion seitens des Hundes bewirken, hemmen die bedingten Re-","page":125},{"file":"p0126.txt","language":"de","ocr_de":"126\nB I B L I 0 0 K A P II I E.\nflexe auf die Speicheldr\u00fcsen. Weitere sehr interessante Details und Auseinandersetzungen s. im Orig.\nSokoloff, A. Zur Analyse der sekretorischen Arbeit des Hundemagens.\nPawlow\u2019s Laboratorium in S.-Petersburg. 1904. Russisch.\nSokoloff f\u00fchrte eine grosse Anzahl von Versuchen an 2 Hunden aus, die sehr komplizierte chirurgische Operationen \u00fcberlebt hatten. Der Magen wurde unter Schonung der Nerven in einen grossen und einen kleinen Teil zerlegt; von beiden Teilen f\u00fchrte nach aussen eine Fistel. Sp\u00e4ter wurde eine Duodenalfistel angelegt. Drittens wurde in eigenartiger Weise eine volle Trennung des Pylorus vom Duodenum bei erhaltener Innervation vorgenommen. Nach Einf\u00fchrung verschiedener Nahrungsmittel in den Magen (auf nat\u00fcrlichem Wege oder durch die Fistel) wurde eine k\u00fcnstliche Verbindung zwischen Magen und Duodenalfistel vermittels Gummi-Glasr\u00f6hren geschaffen. Hunde \u00fcberleben derartige Eingriffe in den normalen Verdauungsakt sehr gut und gedeihen dabei tadellos. Aus der sehr grossen Anzahl der ausgef\u00fchrten Experimente seien hier nur folgende erw\u00e4hnt: f\u00fcttert man den Hund und schliesst die Fistel\u00f6ffnung der grossen Magenabteilung, so kann man die Verdauungst\u00e4tigkeit des Magens bei absolut gehindertem Abfluss der Verdauungsprodukte verfolgen. Das vom Hunde verzehrte Fleisch bewirkt unter dieser Bedingungen eine geringgradige Steigerung der sekretorischen T\u00e4tigkeit der Magendr\u00fcsen und verl\u00e4ngert die sekretorische Periode. Verf. schliesst auf Grund von Erw\u00e4gungen, dass dabei eine Resorption seitens der Magenschleimhaut absolut fehlt, was darauf hinweist, dass die Produktion des Magensaftes reflektorisch durch Reizung der Magenschleimhaut seitens der im Fleische enthaltenen reizenden Agenzien und nicht vom Blute aus durch irgend welche resorbierten Produkte zustande kommt. In einer anderen Versuchsreihe wurde dieselbe Fleischmenge durch die Duodenalfistel direkt in den Darm eingef\u00fchrt; es entwickelte sich danach bloss eine sehr geringe Magensaftproduktion, w\u00e4hrend die Resorption vom Darme aus leicht von statten ging. Dieser Versuch spricht im Einklang mit dem vorigen gegen die Annahme einer Reizung der Magendr\u00fcsen vom Blute aus. Weiter wurde die Wirkung des Fettes auf die Magensekretion analysiert. Dem Hunde wurde durch die Duodenalfistel Fett in den Darm, nach einer Stunde in die grosse Magenabteilung Fleisch eingef\u00fchrt. W\u00e4hrend der ganzen Verdauungsperiode wurde der Saft aus der kleinen Magenabteilung gesammelt und sp\u00e4ter analysiert. Als Kontrollversuch wurde in den Darm sowohl als, nach einer Stunde, in die grosse Magenabteilung Fleisch einge-f\u00fchrt. Das Fett zeigte vom Darme aus eine stark hemmende Wirkung auf die Magensaftsekretion. In einem Versuche wurde durch das vor 1 Stunde in den Darm eingef\u00fchrte Fett der Anfang der Magensekretion bis auf 1% Stunden verschoben; die darauf entstandene Sekretion war schwach und lieferte einen fermentarmen Saft. Weiteres s. im Orig.\nIwanoff, K. Zur Frage \u00fcber die Zuckerbildung in der isolirten Leber bei Durchleitung Ringer-Locke\u2019scher Fl\u00fcssigkeit durch die Gef\u00e4sse derselben. Russkj Wratsch. 1904. JV\u00b0 21.\nIwanoff leitete durch die Gef\u00e4sse einer ausgeschnittenen Kaninchenleber Ringer-Locke\u2019sche Fl\u00fcssigkeit (mit 0,09% Glukosegehalt) hindurch und fand,","page":126}],"identifier":"lit36635","issued":"1907","language":"de","pages":"125-126","startpages":"125","title":"Versuch einer systematischen Erforschung der komplizirtnerv\u00f6sen (psychischen) Erscheinungen beim Hunde. Pawlow's Labor. Dissert. S.-Petersburg. 1904.","type":"Journal Article","volume":"5"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:39:57.755182+00:00"}
