The Virtual Laboratory - Resources on Experimental Life Sciences
  • Upload
Log in Sign up

Open Access

Zur Frage nach der intravitalen Färbung der Nerven

beta


JSON Export

{"created":"2022-01-31T16:54:10.864674+00:00","id":"lit37676","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Leontowitsch, A.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 4: 5-8","fulltext":[{"file":"p0005.txt","language":"de","ocr_de":"Zur Frage nach der intravitaleu F\u00e4rbung der Xerveu.\nVon A. Leontowitsch, (Kiew).\nDie Frage nach den F\u00e4rbungsmethoden des Nervensystems ist von grosser Wichtigkeit, da unsere Kenntnisse \u00fcber das peripherische und Centralnervensystem, ungeachtet der gl\u00e4nzenden Resultate mit Methylenblau, sehr d\u00fcrftig sind, d\u00fcrftiger als man gew\u00f6hnlich zu denken pflegt.\nAls die schw\u00e4chste Stelle im peripherischen Nervensystem stellt sich die Frage nach dem Remack\u2019schen Nervensystem und den peripherischen Ganglienzellen dar.\nMethylenblauf\u00e4rbung kann f\u00fcr das Centralnervensystem fast gar nicht verwendet werden. Deshalb ist nur das bekannt, was die \u00fcbrigen Methoden der neurologischen Untersuchungen geben. Bei ihrer Absch\u00e4tzung soll man sich aber dessen erinnern, um wie viel bessere Resultate im Vergleich mit diesen die Methylenblaumethode dort liefert, wo sie angewandt werden kann (z. B. bei der Netzhaut).\nDie wichtigsten der schon bekannten cintra vitalem Nervenfarbstoffe sind:\nMethylenblau\n/\\/N\\/\\\n(CHOsxi^^ ^Jn(CH*)s\nThionin\nDymethylthionin\n(CH\u00bb)sN\noder\nca hx\nNHCHs","page":5},{"file":"p0006.txt","language":"de","ocr_de":"6\nZUU FRAGE NACH DER INTRAVITALEN F\u00c4RBUNG DER NERVEN.\nund Toluidinblau, wahrcheinlich\n(CIL)iX\n/ \\,\nA IL\n\nXII\nGute Resultate aber liefert nur das Methylenblau, welches zwei Amidogrup-pen und eine Imidogruppe, also gr\u00f6ssere Basicit\u00fct, hat.\nAVie die letzten Arbeiten Ehrlich's gezeigt haben, k\u00f6nnen auch Safranin und Bismarkbraun zum F\u00e4rben der Nerven angewandt werden, letzteres besonders zusammen mit Methylenblau.\nIch arbeitete in dieser Richtung und suchte nach Farbstoffen, die dem Methylenblau analog w\u00e4ren. Sie sollten in Bezug auf die Amido-, resp. Auto-chromgruppen demselben \u00e4hnlich sein, sich aber dem centralen Chromophoren Ring nach unterscheiden. Es sollten Oxazyne und Pyronine, (Derivate des Diphenylmethans), sein.\nVon den Oxazynen w\u00e4hlte ich \u00abNeumethylenblau GG Cassel la\no\n(CIL).X / C ,\t' X(CH-i)\nEs erwies sich unzweifelhaft brauchbar, doch schlechter als Methylenblau, und l\u00e4sst sich ungen\u00fcgend tixiren. V\u00f6llig brauchbar aber erschien das sog. Th io pyr on in Sandmeyer\u2019s (1892). welches im Jahre 1902 von Biehringer mul Topnloff umst\u00e4ndlich untersucht wurd \u2019).\nDessen Formel ist wahrscheinlich\n(CIL)iX g y-\t*sT(CITj)2\u2019\nEs stellt ein rosenrotes Pigment mit bl\u00e4ulicher Fluorescenz vor. Dessen Eigent\u00fcmlichkeit besteht darin, dass es fast ausschliesslich die Remack'schon Nervenfasern f\u00e4rbt und sich dadurch vom Methylenblau unterscheidet.\nSofern ich bis jetzt beobachtet habe, f\u00e4rbt dieser Farbstoff etwas schw\u00e4cher als Methylenblau, \u00fcbertrifft jedoch die \u00fcbrigen erw\u00e4hnten Farbstoffe. Auf dessen Combination mit Methylenblau sollte bei richtiger Anwendung seitens aller, die sich mit dem Nervensystem besch\u00e4ftigen, unbedingt R\u00fccksicht genommen werden.\n') Journal f. pract Chemie X. F. Band 65, S. 499. Siehe auch Biehringer. Journ. i. pract. Chemie [2], 54. 217 (1896). Diesen Farbstoff habe ich von Herrn Sandmeyer bekommen, wof\u00fcr ich ihm hier meiner herzlichsten Dank ausspreche.","page":6},{"file":"p0007.txt","language":"de","ocr_de":"ZUR FRAGE NACH DER INTRA VITALEN F\u00c4RBUNG DER NERVEN.\n7\nDieser Farbstoff wird ebenso wie Methylenblau fixirt.\nIn seinen bekannten Arbeiten sprach sich Ehrlich dahin aus, dass das b \u00e4rbungsverm\u00f6gen des Methylenblau den Nerven gegen\u00fcber von der Gegen-wart des Schwefels abh\u00e4ngt.\nAus dem Obengesagten folgt aber, dass jetzt neue Farbstoffe bekannt sind, die keinen Schwefel enthalten und trotzdem imstande sind die Nerven zu f\u00e4rben (Safranin. Neumethylenblau GG.). Doch haben die schwefelhaltigen Pigmente den Vorzug vor diesen.\nMan darf wohl annehmeu, dass der Schwefel nicht als solcher die Pigmentaffinit\u00e4t zu den Nerven bedingt, sondern nur eine Nebenbedeutung hat. Die schwefelhaltigen Pigmente zeichnen sich in der Regel durch ihre urosse chemische Best\u00e4ndigkeit aus. Es f\u00e4rben die Nerven wahrscheinlich nur die Pigmente, die einen hinreichenden Best\u00e4ndigkeitsvorrath in sich schlossen, um der dissociirenden Wirkung der inneren chemischen Processe, die in den Nerven bei ihrer F\u00e4rbung verlaufen, widerstehen zu k\u00f6nnen.\nAlso sind f\u00fcr die Nervenf\u00e4rbung wichtig:\n1)\tDie Best\u00e4ndigkeit des Farbstoffes, d. h. die Eigenschaften des Chro-mophorringes, 2) die Anzahl der autochromen Gruppen, d. h. die Eigenschaften der Amidogruppen.\nEs nicht jetzt im Handel noch einige andere Thiazinc:\n1)\tGentianin (Farbwerke vormals Geigy in Basel)\n(( 11 UN\tNil,\n\\/\\y\t\\/\n2)\tThioninblau GO extra (Farbwerke vormals Meister Lucius und Br\u00fcning in H\u00f6chst a M.)\nn ie. v , s\tcm\nV Y Y ' Y\nM .11.\n3)\tNeumethylenblau N (L. Cassel la und Co in Frankfurt a M.)\n< in. cm\n\u00ab IblIN\t/S. n Ml. CH\nGentianin und Thioninblau sind ebenso gut wie Methylenblau. Neumethylenblau f\u00e4rbt aber fast nicht die Nerven. Dies h\u00e4ngt wahrscheinlich von den Toluidingruppen im Chromophorring' ab.","page":7},{"file":"p0008.txt","language":"de","ocr_de":"8\nEIXE E\u00c4MORKBAGIE AM BODEX DES AUGES.\nrhioninblau ist viel l\u00f6slicher als Methylenblau und daher vielleicht bei Seethieren zu pr\u00fcfen.\nDie Handelsfarbstoffe sind ohne weiteres f\u00fcr Nervenf\u00e4rbung unbrauchbar,\u2014man muss dieselben 2\u20143-mal aus heissem 90\u00b0 Aethvlalkohol umkry-stallisiren.\nThiopyronin ist aus verd\u00fcnnter Salzs\u00e4ure umkrystallisirbar.\nA erschiedene Doppelsalze der Basen (und Zinksalze) verhalten sich bei der F\u00e4rbung indifferent.\nHerrn V. G. Schaposehnikoff, Professor der Farbentechnologie am kiewer Polytechnikum, der mir vielmal freundliche Hilfe geleistet, sage ich hiemit meinen besten Dank.\nEiuc Hflinorrhagic am lioiloi des Auges.\n(Beobachtung entoptisclier Erscheinungen).\nVon Prof. M. Schalfejew.\nEine im Januar des vorigen Jahres erfolgte Blutung am Buden des i echten Auges des Autors hatte eine sehr langsame Vorbereitungsperiode gehabt. Vor 32 Jahren war infolge einer Contusion der rechten Stirnseite, an der Sclera des entsprechenden Auges unter der Conjunctiva eine bedeutende H\u00e4morrhagie entstanden, die sich rechtzeitig resorbirte, ohne irgend welche warnehmbare Spuren zu hinterlassen. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter bemerkte der Autor w\u00e4hrend der Auscultation eines am Typhus schwer Erkrankten. in unbequemer Stellung und selbst ebenfalls von Typhus inncirt. was durch starke Temperaturerh\u00f6hung sich kundgab, dass das ganze Gesichtsfeld mit kleinen schwarzen K\u00f6rnchen sich bedeckte. Ueber die Mitte desselben zogen von oben nach unten grosse schwarze St\u00fcckchen, die bei jedei Bewegung des Auges eine fliessende, schwankende Bewegung annahmen. W\u00e4hrend der darauffolgenden Erkrankung verschwanden \"alle diese Erscheinungen, stellten sich jedoch in verschiedener Weise fast, allj\u00e4hrlich ein. Als pr\u00e4disponirende Momente zum Eindringen des Pigments in den Glask\u00f6rper des Auges dienten ausser der Temperaturzunahme des K\u00f6rpers, alle diejenigen Bedingungen, bei denen Druckerh\u00f6hung in den Blutgef\u00e4ssen des Kopfes stattfindet, also: Muskelspannung, eine den Blutabfluss erschwerende unbequeme Lage etc. Vor einigen Jahren drang in den Glask\u00f6rper zugleich mit Pigment auch ein Tr\u00f6ptchen Blut ein, das sich vom oberen Rande des Gesichtsfeldes gegen den unteren hin bewegte, indem dabei successive Farbenver\u00e4nderung von blutrot bis dunkelgr\u00fcn stattfand. Das Tr\u00f6pfchen verschwand hinter dem unteren Rande des Gesichtsfeldes.\nAm 21 Januar vorigen Jahres bemerkte der Autor pl\u00f6tzlich nach mehrst\u00fcndiger Arbeit unter ung\u00fcnstigen Bedingungen f\u00fcr das Sehen, n\u00e4mlich bei","page":8}],"identifier":"lit37676","issued":"1905-1906","language":"de","pages":"5-8","startpages":"5","title":"Zur Frage nach der intravitalen F\u00e4rbung der Nerven","type":"Journal Article","volume":"4"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:54:10.864679+00:00"}

VL Library

Journal Article
Permalink (old)
http://vlp.uni-regensburg.de/library/journals.html?id=lit37676
Licence (for files):
Creative Commons Attribution-NonCommercial
cc-by-nc

Export

  • BibTeX
  • Dublin Core
  • JSON

Language:

© Universitätsbibliothek Regensburg | Imprint | Privacy policy | Contact | Icons by Font Awesome and Icons8 | Powered by Invenio & Zenodo