The Virtual Laboratory - Resources on Experimental Life Sciences
  • Upload
Log in Sign up

Open Access

Ueber den gegenseitigen Einfluss der Gesichts- und Gehörempfindungen

beta


JSON Export

{"created":"2022-01-31T15:22:37.310088+00:00","id":"lit37677","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Lasareff, P.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 4: 1-4","fulltext":[{"file":"p0001.txt","language":"de","ocr_de":"L E\nPHYSIOLOGISTE RUSSE\nR\u00c9DIG\u00c9 PAR\nM. L\u00e9on Morokhowetz,\nProfesseur de physiologie \u00e0 l'Universit\u00e9 Imp\u00e9ria\nMOSCOU.\nVol. IV.\n19 FEVRIER 1905.\nciupliuduugeu.\nVon P. Lasareff.\n(Aus dem akustischen Laboratorium der Basanow'schen Ohrenklinik an der\nMoskauer Universit\u00e4t).\nProfessor UrbantschitsclPs Versuche haben gezeigt, dass unsere einzelnen Empfindungen von dem Erregungszust\u00e4nde aller \u00fcbrigen Sinnesorgane abh\u00e4ngen, zwischen denen also Beziehungen bestehen, welche Ver\u00e4nderungen in der Empfindungsintensit\u00e4t bedingen.\nDer Zweck vorliegender Arbeit ist, die quantitativen Verh\u00e4ltnisse der Erscheinungen festzusteilen, welche wir bei gleichzeitiger Erregung des Gesichts- und Geh\u00f6rorgans beobachten k\u00f6nnen.\nDamit meine Messungsmethode verst\u00e4ndlich sei, muss erw\u00e4hnt werden, dass die Beizung des Gesichtsorgans bei allen von mir untersuchten Personen (18) Steigerung der Tonempfindung bedingt; ausserdem k\u00f6nnen einige Personen sogar Ver\u00e4nderung der Tonh\u00f6he beobachten.\nDa es unm\u00f6glich ist, die Empfindungsst\u00e4rke unmittelbar zu messen, so bediente ich mich zum Messen folgenden Verfahrens. Von zwei Tonquellen einer und derselben H\u00f6he besass die eine constante St\u00e4rke, w\u00e4hrend die St\u00e4rke der andern nach Wunsch ver\u00e4ndert werden konnte. Diese zwei T\u00f6ne\n\u2018) Pfl\u00fcgers Archiv f\u00fcr die ges. Physiologie, Bd. 25\u2014-S. 326\u20141881; Bd. 27\u2014S. 436\u20141882; Bd. 42\u2014S. 160\u20141888; Bd. 106\u2014S. 94\u201496\u20141904.\n1","page":1},{"file":"p0002.txt","language":"de","ocr_de":"2\nUEBER DEN GEGENSEITIGEN EINFLUSS D. GES.- U. TONEMPF.\nwurden abwechselnd dem Ohr des zur Untersuchung Dienenden zugef\u00fchrt, wobei bei hellem Gesichtsfelde ein schw\u00e4cherer, bei dunklem erst ein st\u00e4rkerer Ton wahrnehmbar war. Der schw\u00e4chere Ton wurde soweit verst\u00e4rkt, bis beide T\u00f6ne gleich stark schienen. Nun konnte der Einfluss des einen Sinnesorgans auf das andre schon bestimmt werden, entweder durch die Amplitudenver\u00e4nderung der Luftschwingungen oder durch die Ver\u00e4nderung der 1 onst\u00e4rke, welche zur Aufhebung des Einflusses des Gesichtssinnes n\u00f6tig war. Als Tonquelle diente eine Telephonplatte, welche durch eine M. Wien\u2019sehe Q Wechselstromsyrene in Schwingung versetzt wurde. Durch Einschaltung von Widerst\u00e4nden l\u00e4sst sich die Schwingungsweite der Platte ver\u00e4ndern. Indem man zur Aufhebung der Obert\u00f6ne eine Resonanz im System aufstellt, gewinnt man die M\u00f6glichkeit, wenn der Widerstand der Kette bekannt ist, das Verh\u00e4ltnis der Amplituden der Stromst\u00e4rken, und folglich das Verh\u00e4ltnis der Schwingungsamplituden der Platte zu messen. In einer Reihe von Versuchen wurden bald gr\u00f6ssere, bald kleinere Widerst\u00e4nde mittels des Morse\u2019schen Schl\u00fcssels eingeschaltet. In einer andern Versuchsreihe erzielte man die Widerstandsver\u00e4nderung durch Einschieben des Drahts in das Rohr mit dem Elektrolyten. Mit der Ver\u00e4nderung der Tonst\u00e4rke ver\u00e4nderte sich zugleich die Lichtst\u00e4rke. Als Lichtquelle diente das stark beleuchtete Gesichtsfeld eines Fernrohrs, vor welchem ein undurchsichtiger Schirm bewegt wurde. Indem man die Intensit\u00e4t des Lichtes durch den Schirm und gleichzeitig die Tonst\u00e4rke durch passende Widerst\u00e4nde ver\u00e4ndert, erreicht man schliesslich, dass die St\u00e4rke des Tons im Dunkeln und im Hellen keinen Unterschied aufweist.\nAusser Wien\u2019s Syrene wurde behufs Controlle der Resultate als Quelle der Wechselstr\u00f6me Bernstein\u2019s Unterbrecher mit einer dem Grundton der Telephon-platte entsprechenden Anzahl von Unterbrechungen benutzt. Dieser Unterbrecher war in den Prim\u00e4rkreis des Dubois-Reymond sehen Apparats eingeschaltet, w\u00e4rend die Secund\u00e4rspirale mit dem Telephon verbunden war. An der Telephon-platte war ein Spiegelchen befestigt, dessen Bewegungen mit dem Fernrohr beobachtet und dadurch das Verh\u00e4ltnis der Schwingungsweiten der Platte gemessen werden konnte.\nResultate. Bei der Verdunkelung und Beleuchtung des Gesichtfeldes erfolgte bei mittelstarken T\u00f6nen in allen von mir untersuchten F\u00e4llen Abschw\u00e4chern^, resp. Verst\u00e4rkung der Tonempfindung. Die Verst\u00e4rkung entsprach dem st\u00e4rkeren Lichte. Diese Erscheinung l\u00e4sst sich sehr deutlich wahrnehmen, wenn man die Lichtquelle scharf ins Auge fasst. H\u00f6rt man dem Schall aufmerksam zu, so schw\u00e4cht man dadurch den Einfluss der Gesichtsempfindungen ab. Wie die Versuche gezeigt haben, spielt die Gr\u00f6sse des beleuchteten Feldes eine bedeutende Rolle. Die sch\u00e4rfste Abschw\u00e4chung und Verst\u00e4rken0\u2019 des Tons wird bei einer grossen beleuchteten Fl\u00e4che beobachtet. Ist das Gesichtsfeld sehr klein, so kann, wie hell es auch beleuchtet sei, ein Einfluss des Gesichts auf das Geh\u00f6r nicht wahrgenommen werden. Die Erscheinung der Verst\u00e4rkung und Abschw\u00e4chung der Geh\u00f6rempfindung in Abh\u00e4ngigkeit von der Intensit\u00e4t des Lichtes ist auch bei der Knochenleitung des Tons bewiesen.\n') Pliysikal. Zeitschrift. 1903. S. G9\u201470. 1901. 245.","page":2},{"file":"p0003.txt","language":"de","ocr_de":"U EBE R PEN GEGENSEITIGEN EINFLUSS 1). OES. U. OEII\u00d6REMPF.\n3\nDie Geh\u00f6rg\u00e4nge des zum Versuch dienenden Subjects werden verschlossen und diesem eine t\u00f6nende Stimmgabel auf den Scheitel gesetzt. Wird das Gesichtsfeld bald beleuchtet, bald verdunkelt, so k\u00f6nnen dieselben Erscheinungen wie bei der Leitung durch die Luft wahrgenommen werden. Sogar ein perforates Trommelfell verhindert diesen Einfluss nicht. Somit h\u00e4ngen die Ver\u00e4nderungen der Tonempfindungen nicht von reflectorischen Bewegungen der an den Geh\u00f6rg\u00e4ngen liegenden Muskeln oder von der reflectorischen Zusammenziehung des m. tensor tympani ab. Ich erw\u00e4hne dieser Einfl\u00fcsse deshalb, weil durch Schl\u00fcssen der Augen im Dunkeln, d. h. bei Abwesenheit des Lichtreizes, unsere Tonempfindungen ver\u00e4ndert werden, obgleich letzgenannter Einfluss sehr gering ist.\nUm st\u00f6renden Einfl\u00fcssen bei den Messungsversuchen vorzubeugen, wurde ein nicht zu grosses, von Gegenst\u00e4nden, welche die Aufmerksamkeit ablenken konnten, freies Gesichtsfeld gew\u00e4hlt. Damit keine Bewegung stattfinden k\u00f6nne, wurde das Auge an die Ocular\u00f6ffnung fest angedr\u00fcckt.\nBei den meisten der untersuchten Personen war der Einfluss nicht gross, und musste die Amplitude der Luftschwingungen ungef\u00e4hr um V5 oder etwas mehr vergr\u00f6ssert werden, um den Einfluss der Lichtempfindung aufzuheben. Somit \u00fcbertrift die St\u00e4rke des Einflusses den kaum merklichen Reiz bei derselben Tonst\u00e4rke nur um ein weniges. Wenn wir zwei T\u00f6ne derartig w\u00e4hlen, dass sie bei Licht und im Dunkeln gleich stark geh\u00f6rt werden, so wird der der Dunkelheit entsprechende Ton bei gleichm\u00e4ssigen Lichte sich als der st\u00e4rker\u00bb' kundgeben. Dies beweist, dass die Gr\u00f6sse des Einflusses die kaum merkliche Steigerung der Empfindung \u00fcbertrifft. Die unmittelbaren Messungen letztgenannter Gr\u00f6sse, welche von mir gemacht wurden, best\u00e4tigen diesen Schluss. Gr\u00f6ssere Werte hatte ich Gelegenheit nur bei zwei Personen zu beobachten (die Schwingungsamplitude musste um die H\u00e4lfte vergr\u00f6ssert werden, um den Einfluss des Gesichtsorgans zu aufheben). Gewohnheit \u00fcbt auf den in Rede stehenden gegenseitigen Einfluss der Sinnesorgane keine merkliche Wirkung aus. Im Laufe von drei Monaten wurde alle 4\u20145 Tage bei den erw\u00e4hnten zwei Personen die Gr\u00f6sse des Einflusses auf obenbeschriebene Weise untersucht, und es erwies sich, dass die Schwankungen in der Intensit\u00e4t desselben die m\u00f6glichen Beobachtungsfehler nicht \u00fcberstiegen. Nach sechs Monaten untersuchte man eine dieser Personen aufs neue, und erhielt denselben Wert. Folglich ver\u00e4ndert sich die St\u00e4rke des Einflusses mit der Zeit nur unbedeutend.\nDie Einwirkung von Dunkelheit und Licht- dauerte in den oltenbeschriebenen Versuchen 1 \u2014 2 Sekunden. Eine solche Frequenz des Wechsels erwies sich am vorteilhaftesten. Bei 4-maligem Wechsel von Licht und Dunkel in der Sekunde verschwindet die Erscheinung.\nDer Einfluss der Farben kann bei der von mir angewandten Anordnung des Versuchs leicht bewiesen werden, doch ist es mir nicht gelungen Messungsversuche einzuleiten.\nReizt man das rechte Auge und das rechte Ohr, w\u00e4hrend das linke Auge verdunkelt ist, und reizt darauf dieses und das rechte Ohr, so wird in beiden F\u00e4llen dieselbe Erscheinung von Verst\u00e4rkung und Abschw\u00e4chung beobachtet. Die Gr\u00f6sse des Einflusses ver\u00e4ndert sich nicht merklich bei gleichzeitiger","page":3},{"file":"p0004.txt","language":"de","ocr_de":"4\nUE BEE DEN GEGENSEITIGEN EINFLUSS D. GES.- U. GEITGEEMPF.\nReizung beider Augen. Aehnliche Resultate werden bei starken und mittelstarken T\u00f6nen erhalten. Bei schwachen T\u00f6nen ist der Einfluss gleich Null, und weitere Abschw\u00e4chung derselben intervertir! den Einfluss, d. h. das Licht bedingt Schw\u00e4chung der Tonempfindung. Derartige Versuche mit sehr schwachen T\u00f6nen erfordern sehr gespannte Aufmerksamkeit und gelingen daher selten. Mir ist es nur bei zwei Personen gegl\u00fcckt, den Einfluss klar zu erhalten. Mit dem erw\u00e4hnten Charakter dieser Erscheinung stimmen Nebeks Beobachtungen \u00fcberein. Dieser Forscher bemerkte, dass hei der Bestimmung des Widerstands der Elektrolyten mittels Kohlrausch\u2019s Br\u00fccke mit Telephon der Nullpunkt genauer im Dunkeln als im Hellen gefunden wird.\nZum Schluss will ich noch erw\u00e4hnen, dass es mir in einer Sitzung der Moskauer physiologischen Gesellschaft am 21 Okt. 1904 gelang den obenbeschriebenen Einfluss zu demonstriren. Zu diesem Zweck benutzte ich einen grossen Schirm (\u2018/2 X V2 m-T welcher mit elektrischen Gl\u00fchlampen beleuchtet war. Den Strom konnte ich ger\u00e4uschlos \u00f6ffnen und schliessen. Als Tonquelle diente eine auf einem Resonanzkasten befindliche Stimmgabel von 256 Schwingungen.\n(Vorgetragen in der Sitzung der physiologischen Abteilung der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften, der Antropologie und Ethnographie, d. 11 Okt. 1904).\n*) Nebel. Ueber die Verwendung des Mikrophons bei elektrischen Widerstandsmessungen Exner\u2019s Rep. d. Physik. 24\u20141888.","page":4}],"identifier":"lit37677","issued":"1905-1906","language":"de","pages":"1-4","startpages":"1","title":"Ueber den gegenseitigen Einfluss der Gesichts- und Geh\u00f6rempfindungen","type":"Journal Article","volume":"4"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:22:37.310093+00:00"}

VL Library

Journal Article
Permalink (old)
http://vlp.uni-regensburg.de/library/journals.html?id=lit37677
Licence (for files):
Creative Commons Attribution-NonCommercial
cc-by-nc

Export

  • BibTeX
  • Dublin Core
  • JSON

Language:

© Universitätsbibliothek Regensburg | Imprint | Privacy policy | Contact | Icons by Font Awesome and Icons8 | Powered by Invenio & Zenodo