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Ueber die Nahrung der Grashüpfer aus den Familien Locusta, Decticus und Pletycleis. (Ber. der kiewer Naturforscherges. Bd. XIV, Lief. I, S. 91)

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{"created":"2022-01-31T16:51:23.482044+00:00","id":"lit37684","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Rodzianko, W.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 4: 65-66","fulltext":[{"file":"p0065.txt","language":"de","ocr_de":"BIBLIOGRAPHIE.\n65\nden Kopf gegen die operirte Seite hin und neigt ilm; die vordere Extremit\u00e4t der gesunden Seite ist stark nacli aussen gezogen, als wenn das Tier sich darauf st\u00fctze, die vordere Extremit\u00e4t der kranken Seite hingegen an den K\u00f6rper herangezogen; auch das R\u00fcckgrat ist mehr oder weniger nach der operirten Seite hin gebogen. Beim Springen macht der Frosch sog. Manegebewegungen. Bei beiderseitiger Extirpation des Labyrinths beim Frosche beobachtet man eine solche Assymetrie in der Lage des K\u00f6rpers und der Extremit\u00e4ten nicht, aber solche Tiere sind vollst\u00e4ndig der F\u00e4higkeit beraubt, regelm\u00e4ssige, coordinate Bewegungen auszuf\u00fchren. Dieselben kriechen \u00f6fter, als sie springen; sie heben sich auf allen vier Extremit\u00e4ten empor und drehen sich um ihre verticale Axe; beim Springen fallen sie auf den R\u00fccken und kehren nur mit M\u00fche in ihre normale Lage zur\u00fcck. Eines der wichtigsten Symptome nach beiderseitiger Extirpation des Labyrinths ist, dass die Tiere vollst\u00e4ndig die F\u00e4higkeit einb\u00fcssen durch Ab wenden des Kopfes zu reagiren, wenn sie auf der Scheibe gedreht werden.\nIm weiteren beschreibt der Auter ausf\u00fchrlich die von ihm bei Fr\u00f6schen angewandte Methode, die Otolithen zu entfernen, ohne zugleich das Labyrinth zu zerst\u00f6ren. Dieselben werden mittels eines Stroms physiologischer Kochsalz -l\u00f6sung ausgewaschen. W\u00e4hrend eines solchen Auswaschens der Otolithen aus dem Sacculus der einen Seite beobachtete der Autor Lagen Ver\u00e4nderung des Kopfes, des Rumpfes und der Extremit\u00e4ten. Da diese Erscheinungen jedoch sehr fl\u00fcchtig sind, so h\u00e4lt der Autor sie f\u00fcr eine Folge der Reizung des ganzen Labyrinths w\u00e4hrend der Operation. \u2014Nach beiderseitiger Entfernung der Otolithen aus den Sacculus nahm der Autor keinerlei Abweichungen von der Norm in Bezug auf die F\u00e4higkeit, regelm\u00e4ssige Bewegungen auszuf\u00fchren und die Gleichgewichtslage beizubehalten, wahr. Besonders interessant ist die That-sache, dass nach beiderseitiger Entfernung der Otolithen die Fr\u00f6sche beim Drehen auf der Scheibe ganz ebenso wie normale Tiere reagiren und auf der schiefen Ebene sehr gut das Gleichgewicht bewahren.\nUeberhaupt haben Versuche an Siredon pisciformis und Rana esculenta, insofern sie die Entfernung der Otolithen aus den Sacculus betreffen, in allen F\u00e4llen, was den Anteil dieser Gebilde an der Bewahrung des Gleichgewichts des K\u00f6rpers anbetrifft, negative Resultate ergeben und Brever\u2019s Voraussetzung \u00fcber die Rolle der Otolithen als der physiologischen Haupterreger des im Vorhof befindlichen Teils des Geh\u00f6rnerven bei der Bewegung und Equilibration des K\u00f6rpers der Tiere nicht best\u00e4tigt.\nRodzianko, W, Ueber die Nahrung der Grash\u00fcpfer aus den Familien Locusta, Decticus und Pletycleis. (Ber. der kiewer Naturforscher-ges. Bd. XIV, Lief. I, S. 91).\nIn Anbetracht der in der einschl\u00e4gigen Literatur verbreiteten Meinung, dass die Orthopteren aus den Familien Locusta, Decticus und Platycleis Pflanzenfresser sind, f\u00fchrte der Autor eine Reihe von Controllversuche aus. So n\u00e4hrte sich Locusta viridissima Linn. von lebendigen Fliegen, die sie sammt den F\u00fcssen und Fl\u00fcgeln verzehrte; Platycleis vittata Charp. dienten lebendige Heuschrecken aus der Art Stenobothrus zur Nahrung; Decticus verroci-vorus endlich frass lebendige Zweifl\u00fcgler, Schmetterlinge und K\u00e4fer.","page":65},{"file":"p0066.txt","language":"de","ocr_de":"66\nBIBLIOGRAPHIE.\nAuf Grund dieser Versuch gelangt der Autor zu dem Schl\u00fcsse, dass die Grash\u00fcpfer Raubtiere sind und f\u00fcr n\u00fctzliche Insecten anzusehen sind, da sie die gr\u00f6ssten Feinde unseres russischen Ackerbaues vertilgen.\nKrawkoff, N. Ueber experimentell im tierischen K\u00fcrper hervorgebrachtes\nAmyloid. Inauguraldissertation zur Erlangung der W\u00fcrde eines Dr. med. Aus dem Laboratorium der allgemeinen und experimentellen Pathologie der Milit\u00e4risch- medicinischen Academie in Petersburg. 1894. 06a. aMmioii/ch, OKcnepuMemajiBno BtmiBaeaioMB y \u00eekiibothuxb.\nDer Autor rief bei Tieren experimentelle Amyloidbildung hervor, indem er durch subcutane Impfung mit Staphylococcus pyogenes aureus langwierige Eiterung veranlasste. Zu den Versuchen dienten Kaninchen, Hunde, H\u00e4hne, Tauben und Fr\u00f6sche. Die R\u00e9sult\u00e9 seiner Experimente vergleichend, gelangte der Autor zu folgenden Schl\u00fcssen:\nDer Process der Amylo'idbildung geht nicht bei allen Tieren mit gleicher Leichtigkeit und Schnelligkeit vor sich. Nicht nur Tiere verschiedener Arten sondern auch Tiere einer und darselben Art sind diesem Processe gegen\u00fcber nicht in gleichem Maasse empf\u00e4nglich. Hunde widerstehen demselben am besten. Die Amyloidentartung kann bei Tieren sehr rasch eintreten, dabei bei sehr gut gen\u00e4hrten. Dies widerspricht der gangbaren Meinung dass das Amyloid als Product ersch\u00f6pfender chronischer Krankheiten erscheint. Der Autor erkl\u00e4rt diesen Widerspruch unter andern dadurch, dass auch bei chronischen Leiden Amylo'idbildung rasch vor sich geht, und dass solche Leiden nur den Boden f\u00fcr diesen Process vorbereiten. Im weiteren f\u00fchrt der Autor aus der Literatur F\u00e4lle von rascher Amyloidentartung auch bei Menschen an: weshalb er sich f\u00fcr berechtigt h\u00e4lt eine acute Form von Amyloidentartung anzunehmen.\nDer Autor hat nur Amyloidbildung bacteriellen Ursprungs beobachtet. Langwierige durch Terpentin oder Silbernitratl\u00f6sung hervorgerufene Eiterung f\u00fchrte in Krawkoff\u2019s Experimenten nicht zu Amyluidentartung. Der Autor ist der Ansicht, dass das Amyloid ein eigent\u00fcmliches Product der Lebensth\u00e4-tigkeit gewisser, den Organismus best\u00e4ndig intoxirender und ersch\u00f6pfender Mi-croben ist.\nDirecte Intoxicationsversuche von Tieren mit fHtrirten Bouillonculturen bac. staphylococci ergaben in Bezug auf Amyloidbildung negative Resultate. Das Experiment war jedoch erfolgreich, wenn, anstatt bac. staphylococcus, bac. pyocyaneus genommen wurde. Die Injection des Filtrats einer bei 100\u00b0 get\u00f6teten Cultur rief bei Tieren Amylo'idbildung hervor.\nDer Autor findet eine gewisse Analogie zwischen den Toxinen der Mi-croben und solchen anorganischen Giften wie Phosphor und Arsen, Gleichdem, wde die Einwirkung letzterer fettige Entartung hervorruft, so veranlasst Intoxication mit Toxinen gewisser Microben die Gewebe Amyloidsubstanz auszuarbeiten.\nSawjaloff, W. Priv.-Doc. Analyse des Blutes eines H\u00e4mophilen. Russisches Archiv f\u00fcr Pathologie, ldinische Medicin und Bact\u00e9riologie, herausgegeben unter der Redaction von Prof. W. Podwyssotzki. Petersburg. 1901.","page":66}],"identifier":"lit37684","issued":"1905-1906","language":"de","pages":"65-66","startpages":"65","title":"Ueber die Nahrung der Grash\u00fcpfer aus den Familien Locusta, Decticus und Pletycleis. (Ber. der kiewer Naturforscherges. Bd. XIV, Lief. I, S. 91)","type":"Journal Article","volume":"4"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:51:23.482050+00:00"}

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