Open Access
{"created":"2022-01-31T15:21:11.990513+00:00","id":"lit37732","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Spasski, N.","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 4: 41-47","fulltext":[{"file":"p0041.txt","language":"de","ocr_de":"Pros. N. Spasski.\nAus dem physiologischen Laboratorium der K. Universit\u00e4t lomsk.\nVorl\u00e4ufige Mitteilung.\nDiu Frage nach der physiologischen Wirkung des Schlangengiftes bietet gegenw\u00e4rtig, infolge der Aelmlichkeit, die dieses Gift mit den von den Bact\u00e9rien erarbeiteten Giften offenbart, ein besonderes Interesse. Diese Aelmlichkeit, auf welche zuerst Physalix aufmerksam machte, besteht darin, dass diese Gifte nicht krystallisiren, specifische Producte besonderer Zellen vorstellen, beim Erhitzen ihre Giftigkeit einb\u00fcssen und bei wiederholter Einf\u00fchrung in den Organismus Immunit\u00e4t bewirken.\nTrotz der Reichhaltigkeit der Literatur \u00fcber die Wirkung des Schlangengiftes auf den Organismus, ist die Frage nach dem Einfluss desselben aut den Stoffwechsel bis jetzt unerforscht geblieben. In der Absicht diese L\u00fccke nach M\u00f6glichkeit auszuf\u00fcllen und die Wirkung des Schlangengiftes mit der schon bekannten Wirkung der Gifte baeteriellen Ursprungs zu vergleichen, besch\u00e4ftigte ich mich im Winter 1903 \u2014 4 mit dem Studium des Einflusses des Schlangengiftes auf den Stickstoffumsatz. Zu meinem Bedauern war ich unter dem Drucke von mir unabh\u00e4ngiger Umst\u00e4nde gezwungen meine Arbeit auf unbestimmte Zeit einzustellen, so dass ich in dieser vorl\u00e4ufigen Mitteilung nur die mir zu Gebote stehenden unbearbeiteten Materialien gebe, da mir die Beobachtungen, die ich auf diesem Gebiete gemacht, einiges Interesse zu bieten scheinen.\nZu meinen Versuchen benutzte ich das Gift von Yipera amadytes, welches ich von Dr. Feoktistow 'j erhalten hatte, der schon im Jahre 1888, also schon 15 Jahre fr\u00fcher, mit Schlangengift gearbeitet hatte. Einige von Prof. Ku-\n') A. Feoktistow. Experimentelle l ntersucliungen \u00fc\nber Schlangengift. St.-Petersburg 1888.","page":41},{"file":"p0042.txt","language":"de","ocr_de":"42\nEINFLUSS DES SCHLANGENGIFTES AUF DEN STOFFWECHSEL.\nliabko angestellte Probe versuche hatten gezeigt, dass das Gift im Laufe dieser Zeit in seiner Wirkung auf Tiere sich wenig ver\u00e4ndert hatte. Das Gift, welches durch Bisse der Schlangen in Watte erhalten wurde, war die ganze Zeit \u00fcber in trockner Gestalt in Fl\u00e4schchen mit angeriebenem St\u00f6psel aufbewahrt worden. Nach Dr. Feoktistoff\u2019s Angaben berechnet, entsprechen 0,094 Gewicht Watte mit dem Gift 0,06\u2014frischen Giftes. Diese Thatsachen benutzend, nahm ich eine genau abgewogene Quantit\u00e4t Watte mit dem Gifte und \u00fcbergoss sie mit einer bestimmten Menge destillirten Wassers, je nach dem gew\u00fcnschten Procentgehalt an Gift. Solche Giftl\u00f6sungen bereitete ich in sehr geringen Quantit\u00e4ten, etwa zu 2\u20143 Injectionen: ich vermied es das Gift l\u00e4ngere Zeit in L\u00f6sung aufzubewahren. Nachdem das Gift sich aufgel\u00f6st hatte, wurde die Watte gut ausgedr\u00fcckt, getrocknet und gewogen; die Gewichtsdifferenz der trocknen Watte vor und nach der Aufl\u00f6sung des Giftes in Wasser zeigte noch genauer die Quantit\u00e4t des in die L\u00f6sung \u00fcbergegangenen trocknen Giftes an und liess dieselbe auf die Quantit\u00e4t des frischen Giftes beziehen. 0,003 dieses letzteren entsprechen 0,001 des trocknen Giftes f).\nMeine \"Versuche f\u00fchrte ich zuerst an hungernden Tieren (Hunden) aus. Diese von den meisten Fxperimentatoren angewandte Methode ist am Anfang dei Albeit vorteilhaft, wenn es w\u00fcnschenwert ist die Resultate, welche die unternommene Arbeit liefern kann, aufzukl\u00e4ren. Bei Anwendung dieser Methode ist es nicht n\u00f6tig Zeit zu verlieren, um beim Tier das Stickstoffgleich-gevicht herzustellen, wie auch die Nahrung, welche das Tier erh\u00e4lt und die Excremente, die es ausscheidet, zu analysiren. Ausserdem gestattet diese Methode. dem Tiere dreist gr\u00f6ssere Giftmengen einzuf\u00fchren, ohne bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen, dass das dadurch erkrankte Tier zu jeder Zeit sich von der Nahrung abwende odei dieselbe durch Erbrechen ausscheide. Zu den V orteilen dieser Methode daif auch der Umstand gerechnet werden, dass, der Erfahrung vieler Experimentatoren gem\u00e4ss, das hungernde Tier schon vom 4-ten oder 5-ten Tage der Hungerperiode an beginnt gleiche Stickstoffmengen auszuscheiden. Ich nahm gesunde Hunde, welche nach verhergegangenem M\u00e4sten die ganze Beobachtungsperiode, d. h. 13\u201419 Tage lang, hungern gelassen wurden. Der Urin wurde gew\u00f6hnlich mittels des Katheters gesammelt, wonach man die Blase mit 3%-iger Bors\u00e4urel\u00f6sung aussp\u00fclte und diese Fl\u00fcssigkeit zu dem gesammelten Harn schlug. In den meisten F\u00e4llen brauchte man die Hunde nur einmal in 24 Stunden am Morgen zu katheterisiren, worauf das Tier gewogen und dessen Temperatur in recto gemessen wurde. Die Bestimmung des Stickstoffs und der Po0, der Urins begann ich meist vom \u00b0-ten Hungertage an und injicirte am 5-7-ten Tage, wenn gleichm\u00e4ssige Stickstoffausscheidung sich schon eingestellt hatte, eine gewisse Menge Schlangengift\nDie Bestimmung des Gesammtstickstoffs des Urins wurde nach Kjeldahl-Wilfart s, der Stickstoff des Harnstoffs nach Borodin\u2019s Verfahren und der P O nach Koschlakoff\u2019s Lehrbuch ausgef\u00fchrt.\tunaaer l,u4\n') Ibid. S. 42.","page":42},{"file":"p0043.txt","language":"de","ocr_de":"EINFLUSS UES SCHLANGENGIFTES AUF DEN STOFFWECHSEL.\n43\nTAF. I.\nGewicht des Hundes am ersten Hungertage\u201416500; am 5-ten Tage, um 10 Uhr morgens, subcutane Injection von circa 10 cc. 0,8% Giftl\u00f6sung. Ad demselben Tage gegen 10 Uhr abends, d. b. nach 12 Stunden, verendete der Hund.\nHungertage. Gewicht.\n3\t15600\n4\t15480\n5\t15000\nTemperatur.\tGesammtstickstoff.\tN des Harnstoffs.\n38,3\t4,83\t4,33\n38,4\t4.69\t3,91\n38,4\t3,23\t1,30\nSomit t\u00f6tet eine Dosis von 0,08 Schlangengift oder 0,005 pro kilo einen Hund sehr schnell, Die Obduction des Hundes zeigte starke H\u00e4morrhagie in das subcutane Zellengewebe und in das Gekr\u00f6se. Von dieser Dosis, die sich als t\u00f6tlich erwies, ausgehend, wandte ich in den weiteren Versuchen viel kleinere Dosen, von 0,01 beginnend und bis zu 0,2, der t\u00f6tlichen, an.\nTAF. II.\nAm 9-ten Hungertage Injection von 0,00051, d. h. 0,00006 Gift pro kilo.\nHungert age.\tGewicht,\tGesammtstickstoff\t\tN des Harnst\tOffs\tAnunerkuiij\n\t\tuesammtmenge\tpro kiJo\tGesammtmenge\tpro kilo\t\n4\t9550\t2.64\t0,27\t\t\t\n5\t9400\t2,55\t0,27\t2,20\t0,23\t\n6\t9240\t2,68\t0.29\t\t\t\n7\t9180\t2,56\t0,29\t2,32\t0,25\t\n8\t9000\t2,63\t0,29\t2,38\t0.26\t\n9\t8870\t3,11\t0.35\t2,73\t0,31\tInject, des G\n10\t8620\t2,94\t0.34\t2.57\t0,30\t\n11\t8500\t2,91\t0.34\t2,68\t0.32\t\n12\t8300\t2,83\t0,34\t2,45\t0,30\t\n13\t8200\t2,53\t0,30\t2,24\t0,27\t\n14\t8020\t2,90\t0,36\t2,33\t0,29\t\nSomit\trufen\t0,00006 Gift\tpro k\tilo K\u00f6rpergewicht,\t\td. h. eine\nhundertmal kleinere Dosis als die t\u00f6tliche, am ersten Injectionstage eine unbedeutende Vergr\u00f6sserung der mit dem Harn ausgeschiedenes Stickstoffmenge (25%) hervor: an den folgenden Tagen f\u00e4llt die Stickstoffmenge, und am 13-ten Hungertage sinkt sie beinahe bis zur Norm herab.\nTAF. III.\nDerselbe Hund. Nach dem ersten Versuch wurde er 14 Tage Jang gem\u00e4stet und dann wieder hungern gelassen, Am 4-ten Hungertage subcutane","page":43},{"file":"p0044.txt","language":"de","ocr_de":"44\nEINFLUSS DES SCHL\u00c2.NGENOIETES AUF DEN STOFFWECHSEL\nIujection von 0,001 Gift, d. li. 0,00013 pro kilo, am 10 ten Tage noch 0,002, d. h. 0,00025 Gift.\nHungertage\tGewicht\tGesammtstickstoff Gesammtgewicht\tpro kilo\t\tAnmerkungen.\n5\t8420\t2.25\t0,27\t\n6\t8250\t1,84\t0,22\t\n7\t\u2014\t\u2014\t\u2014\tErste Injection.\n8\t8000\t1.75\t0.22\t\n9\t7840\t1,51\t0.19\t\n10\t\u2014\t2.40\t0,31\t2-te Injection.\n11\t7600\t2,40\t0.32\t\n12\t7450\t2,00\t0,27\t\n13\t7320\t2,38\t0.3 3\t\n14\t7150\t2.40\t0,33\t\n15\t7020\t2,40\t0,34\t\n16\t6920\t2,20\t0,32\t\nDie Katheterisation\tam ersten Tage nach\t\tder Injection\tdes Giftes er-\ngab nur einige Tropfen Urin. Nach der zweiten (im ganzen dritten) Injection stieg die Stickstoffmenge w\u00e4hrend des ersten Tages um 13%; am dritten Tage (12-ter Hungertag) sank sie beinahe bis zur Norm herab; vom vierten Tage an fing sie wieder an zu steigen, wobei diese zweite Steigerung viel bedeutender (36%) war als die erste. Diese, meiner Ansicht nach, f\u00fcr das Schlangengift charakteristische Eigent\u00fcmlichkeit, eine zweite Steigerung der ausgeschiedenen Stickstoffmenge, zu bedingen, die sogar die erste \u00fcbersteigt, ist deutlicher an der beigef\u00fcgten Curve zu sehen.\nTAF. IY.\nAm siebenten Hungertage Injection von 0,00038, d. h. 0,00006 p. kilo; am 11 Tage noch 0,0011, d. h. 0,0002 p. kilo.\nO t\u00df c3\t\t\u00f6S\tJl Gesammtstickstoff l \u00a3 O \u00a3 b\u00df\t\u2019C\t\tN des 1 \u00a3 <D\tllarnstofls\t\no\t\"o\tO\tc5 S\t\tS ~fJ\t-\tAnmerkungen\ncp\t\t\to S\t\t\t\t\n\to\to>\to\t\ta\u00bb G\tCi.\t\n3\tO 6920\t1\t2,03\t0,29\t1.62\t0,23\t\n4\t6800\t3S\t1.90\t0,28\t1,63\t0.24\t\n5\t6650\t39,9\t1.90\t0,29\t1,63\t0,25\t\n6\t6520\t38,8\t1,91\t0,29\t1,63\t0.25\t\n7\t6400\t37,9\t2.09\t0.33\t1.84\t0.29\tErste In-\n8\t6300\t37.8\t2,02\t0.32\t1.74\t0.26\tjection.\n9\t6200\t38\t2.06\t0,33\t1,83\t0.29\t\n10\t6040\t37,8\t2.19\t0,36\t1,97\t0,32\t\n11\t5950\t37,9\t2,19\t0,37\t2,07\t0,35\tZweite In-\n12\t5850\t37,8\t0 99 \u201c 5\u201c\t0,38\t2,03\t0,35\tjection.\n13\t5700\t37,8\t2,13\t0,37\t1,89\t0.33\t","page":44},{"file":"p0045.txt","language":"de","ocr_de":"EINFLUSS DES SCHLANGENGIFTES AUF DEN STOFFWECHSEL.\n45\nIn diesem Versuche rief die Injection einer unbedeutenden Giftdosis all-m\u00e4lige Steigerung der ausgeschiedenen Stickstoffmenge hervor.\nTAF. V.\nAm 6-ten Hungertage wurden dem Hunde 0,008, d. h. 0,00085 Gift p. kilo, injicirt.\nGesammtstickstoff N des Harnstoffs\tPsOs\n9\tu\tI\non\nci O 'cn\t\u00fc\tci O\tisamm menge\t\ts v 2 bD w |\t\t2 <X> 2 I \u00a7\to 22\tAnmerkungen.\n5\to>\ts\to\t\tS c\tSh\to\tSh\t\nS\tO\t\u201cH\t\t\t\t\t\t\t\n2\t9950\t38,3\t2,81\t0,28\t2.56\t0,26\t0,386\t0,04\t\no\t9800\t38,3\t2,66\t0,27\t2.24\t0,23\t0,41\t0,04\t\n4\t9550\t38,5\t2,19\t0,23\t2,00\t0,21\t0.38\t0,04\t\n5\t9350\t38,5\t2,36\t0.25\t1,97\t0,21\t0,41\t0,04\t\n6\t9250\t38,3\t2,70\t0,29\t2,39\t0,26\t0.54\t0416\tInjection.\n7\t9050\t38,6\t3,11\t0,34\t2,81\t0,31\t0,45\t0,05\t\n8\t8900\t38,4\t2,55\t0,29\t2.28\t0,26\t0,50\t0,06\t\n9\t8850\t38,3\t2.47\t0,28\t2,07\t0,23\t0.48\t0.05\t\n10\t8700\t38,3\t2,43\t0,28\t2,11\t0,24\t0.47\t0,05\t\n11\t8550\t38,2\t2,90\t0.34\t2,06\t0,24\t0,53\t0,06\t\n12\t8400\t37,9\t2,96\t0.35\t2,00\t0,23\t0,47\t0,06\t\n13\t8200\t38.2\t2,98\t0,36\t2,63\t0,32\t0,46\t0,06\t\n14\t8100\t38.1\t2,97\t0,37\t2,55\t0,31\t0,48\t0,06\t\n15\t7850\t38,1\t2,26\t0.29\t1.71\t0,22\t0,33\t0,04\tNicht al-\n16\t7750\t37.8\t3,02\t0,39\t2,60\t0.33\t0.48\t0,06\tler Urin\n17\t7700\t38,2\t2,27\t0,29\t1,78\t0A3\t0,34\t0,05\tgesammelt.\n18\t7600\t37,8\t2,60\t0.34\t9 91 W\t-I\t0,29\t0,36\t0,05\t\n19\t7450\t38.2\t2,77\t0,37\t2,44\t0.32\t0,40\t0,05\t\nNach der injection von 0,00085 Schlangengift p. kilo K\u00f6rpergewicht des Hundes, d. h. nach einer um siebenmal geringeren Dosis als die t\u00f6tliche, stieg die Menge des mit dem Harn ausgeschiedenen Stickstoffs und Phosphors am dritten Tage um 42\u00b0/0; an den n\u00e4chsten Tagen fiel sie um einiges, am sechsten Tage nach der Giftinjection fing sie wieder an zu steigen, wobei diese zweite Steigerung gr\u00f6sser war als die erste, wie die beigef\u00fcgte Curve zeigt.","page":45},{"file":"p0046.txt","language":"de","ocr_de":"46\nEINFLUSS DES SCHLANGEN!DF DES AUF DEN STOFFWECHSEL.\n\t\t\tTAF. VI.\t\t\t\n\t\t\tGesammtstickstoff\t\tN des Harnstoffs\t\nfcJ\u00dc d\t\t|\tl 'S ^\to\t1\tC\nCD 'CD\t\tCD\ts \u00a3\ti2\t\u00a7 2\t\u2014\tAnmerkungen.\nE\t<u\tH\t-ji g:\t3,\t\tEL\n4\t13200\t38,7\t4,17\t0.32\t3.80\t0,29\n5\t13000\t38.6\t3,41\t0,26\t3.11\t0.24\n6\t12800\t38\u20193\t3.70\t0,29\t3.38\t0,26\n7\t3 2GOO\t38,3\t5,72\t0.45\t5.27\t0,42 Injection\n8\t12300\t38,1\t8,25\t0.68\t7,50\t0,61\n9\t12100\t38.3\t8,58\t0.71\t7,81\t0,65\n10\t11800\t38,4\t6,91\t0,59\t6.19\t0.52\n11\t11600\t37,8\t5,79\t0.50\t5,22\t0,4 4\n12\t11300\t37.4\t5,74\t0.50\t5,34\t0.48\n13\t11100\t37.1\t6,50\t0,59\t6.20\t0,56\n14\t10900\t37.4\t7,05\t0,65\t6.33\t0,58\n15\t10700\t37.4\t6,84\t0,64\t6,32\t0,59\n15\t10400\t37,9\t7,70\t0,74\t7.07\t0,68\n17\t10100\t38,8\t8,66\t0.86\t8,00\t0,79\nAm\tsiebenten\tHungertage wurden 0,0136, d.\t\t\t\th. 0,001 p. kilo injicirt\nDer Charakter der Stickstoffzersetzung war in diesem Versuch derselbe wie in dem vorigen, bloss mit dem Unterschiede, dass sowohl die eiste als auch die zweite Steigerung der Stickstoffmenge im Harn liier viel sch\u00e4rfer ausgedr\u00fcckt war.\nTAF. VII.\nAm 5-ten Hungertage wurde dem Hunde 0,0104, d. h. 0,0011 p. kilo, Gift injicirt.\nGesammtstickstoff N des Harnstoffs\tPsOs\nO\n!er: ci\t\t\tI <D\t\ti O\t\ti \u00a9\t\no\t\tei\t5 trj\t\t\u2014 tf)\t\t\u2014 CD\t\n'CD\t2\t\t% ^\t-2\tci 2\t\tci \u00a3\t\n\to\tg Qj\t02 \u2014\tS-\t02 CI O\t\u00a9\t02 ~ 02\t\n3\t9750\t38.2\t2.08\t0,21\t1,73\t0,17\t0,37\t0.04\n4\t9550\t38,2\tU70\t0,17\t1.36\t0,14\t0,34\t0,04\n5\t9350\t38,6\t1,92\t0.20\t1,55\t0.16\t0,41\t0,04\n6\t9150\t38,4\t2.22\t0,24\t1,83\t0.19\t0,37\t0.04\n7\t9000\t38,6\t2,46\t0,27\t2,09\t0,22\t0,39\t0,04\n8\t8850\t38.7\t2,76\t0,31\t2.32\t0,26\t0.44\t0,05\n9\t8700\t38,6\t2.93\t0,3 3\t2.40\t0.27\t0.50\t0,06\n10\t855 0\t38.6\t2,82\t0,32\t2.31\t0.26\t0,46\t0.05\n11\t8400\t38,4\t2,62\t0.30\t2,05\t0,24\t0,39\t0,05\n12\t8250\t38,1\t3,07\t0,37\t2.61\t0.31\t0,41\t0,05\n13\t8100\tO c 1 o o O ? o\t2.49\t0,30\t2.01\t0,24\t0,38\t0.05\n14\t8000\t38,2\t2 22\t0,27\t1,59\t0,19\t0.35\t0.04\n15\t7900\t38,0\t2,24\t0.28\t1,95\t0.25\t0,38\t0,05\n16\t7750\t38,2\t2,33\t0,29\t1,89\t0,24\t0,3S\t0,05\nAnmerkungen.","page":46},{"file":"p0047.txt","language":"de","ocr_de":"EINFLUSS DES SCHLANGENGIFTES AUF DEN STOFFWECHSEL.\n47\nAuch in diesem Versuch sehen wir zwei Elevationen der Curve des Stickstoff- und Phosphorzerfalls. Die eine steigt allm\u00e4lig und erreicht ihre maximale H\u00f6he am 5-ten Tage nach der Einf\u00fchrung des Giftes, die andere, steilere und h\u00f6here, am 8-ten Tage.\nDie Wirkung des Schlangengiftes auf den Stichstoffumsatz mit der Wirkung der Gifte bacteriellen Ursprungs, z. B. der Producte bac. pyocyanei, coli communis und des Diphtheriegiftes vergleichend, kann man folgende Eigent\u00fcmlichkeiten der Wirkung des Schlangengiftes hervorheben:\n1 ) Im Gegensatz zu den genannten bacteriellen Giften bedingt die Injection von Schlangengift keine merkliche Temperaturerh\u00f6hung, folglich kann der erh\u00f6hte Zerfall der Eiweissk\u00f6rper, welchen die Einf\u00fchrung dieses Giftes in den Organismus begleitet, nicht der Wirkung eines fieberhaften Processes (die Temperatur wurde bei den Tieren nur am Morgen gemessen) zugeschrieben werden.\n2)\tDie gr\u00f6sste Stickstoff- und Phosphormenge im Urin bei der Injection der Producte bac. pyocyanei, coli communis und des Diphtheriegiftes zeigt sich in den meisten F\u00e4llen schon am Tage der Injicirung; bei der Einf\u00fchrung von Schlangengift erst am 2\u20145 Tage (Taf. 5, 6, 7).\n3)\tDie\" Curve des Stickstoff- und Phosphorumsatzes steigt unter der Einwirkung des Schlangengiftes zweimal, giebt zwei Elevationen, wobei die zweite die erste sogar \u00fcbersteigt. An einigen Curven l\u00e4sst sich eine Spur der Bildung einer dritten Elevation (Taf. 5 und 7) erkennen. Die Injection baeterieller Gifte bewirkt nur eine Hebung. Nat\u00fcrlich sind auf diesem Gebiete noch weitere Versuche und Beobachtungen vonn\u00f6ten. Die meinigen hoffe ich fortzusetzen, sobald ein f\u00fcr solche Untersuchungen passender Raum f\u00fcr die Versuchshunde an der tomsker Universit\u00e4t eingerichtet sein wird.","page":47}],"identifier":"lit37732","issued":"1905-1906","language":"de","pages":"41-47","startpages":"41","title":"Zur Frage nach dem Einluss des Schlangengiftes auf den Stoffwechsel","type":"Journal Article","volume":"4"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:21:11.990519+00:00"}
