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{"created":"2022-01-31T16:18:38.010640+00:00","id":"lit37834","links":{},"metadata":{"alternative":"Le Physiologiste Russe","contributors":[{"name":"Morochowetz, Leo","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Le Physiologiste Russe 4: 171-230","fulltext":[{"file":"p0171.txt","language":"de","ocr_de":"Das (ilohiiliu der eoagulirbareu Snlislanz des Blutes.\nFibroglobin.\nSynonyme: Fasern, fibrae sanguineae\u2014Gulielmim,fibra\u2014Haller u. a., weisser oder lymphatischer Stoff\u2014Senac, gerinnbare Lymphe oder Gluten\u2014Hewson, plastische oder schleimige Substanz\u2014Thouvcnel, fibrin\u00f6se Substanz\u2014Fourcroy, Gober,fibrine, Faserstoff\u2014 Chciptal <V Fonrcroy, faserige Substanz\u2014Gise, neugebildetes Fibrin, Neofibrin, gelbes Fibrin, Pseudofibrin oder coaguline\u2014Magendie, ungeronnenes und geronnenes Fibrin \u2014 Berzelius, Hiimaleuxin\u2014Hutin, a-, b- und c-Fibrin\u2014Lehmann f Messerschmidt, gel\u00f6stes und geronnenes Fibrin, fibrinogene Substanz oder Fibrinogen und Fibrin \u2014 Virchow, normales und geronnenes Fibrin, substanzgebendes Fibrin und Fibrin \u2014 Lehmann, substanzerzeugendes Fibrin und Fibrin\u2014Mulder, gew\u00f6hnliches, Bradi- und Parafibrin \u2014 Poll/, fl\u00fcssiges und festes Fibrin\u2014Kobin tS\u2019 Verdeil, Fibrin des Plasma unil Fibrin des Coagulums\u2014Milne-Edwards, Fibrin\u2014Corne, Serofibrin, Fibr\u00f6sem), Plasmin oder Fibrinogen und. Fibrin gel\u00f6stes (dissoute), renies (pure), festes (concrete),\nFibrin: l\u00f6sliches (soluble) und unl\u00f6sliches (modifi\u00e9e) u. s. ic.\u2014Hems, Hydropisin\u2014\nGanul, Fibrinogen und Fibrin\u2014Schmidt, Hoppe-Seyler, K\u00fchne u. a., Fibroglobin\u2014\nMorochoicetz.\nVon Prof. Leo Morochowetz,\nUnsre ersten Kenntnisse \u00fcber den Faserstoff. Bei Haller (77 p. 1US) finden wir ziemlich umst\u00e4ndliche Angaben \u00fcber die \u00e4ltesten historischen Thatsachen in Bezug auf den Faserstoff. Im Gegensatz zu einigen Autoren unserer Zeit weist Haller darauf hin, dass schon die \u00e4ltesten Autoren Fasern im Blute annahmen und denselben die Ursache der Blutgerinnung zuschrieben 1). Mengliin wusch die Fasern von den Blutk\u00f6rperchen auf Leinwand ab, und Gau-bius erhielt unmittelbar aus dem Blutcoagulum, durch Auswaschen desselben in Wasser, h\u00e4utige F\u00e4den (ib.p. 110). Auch Malpighi (122 p. 125) bemerkte deren faserigen Charakter; fibrae sanguineae nannte Gulielmini (75 p. 76) den Faserstoff, und Buyscb. (156 p. 19) schied die Fasern beim Schlagen des Blutes mit Holzreisern aus. Auch Senac (176 p. 92) erhielt Fibrin, indem er das Blut mit den H\u00e4nden oder mit \u201eanderen Werkzeugen\u201c schlug, worauf er es in Wasser wusch und in Anbetracht der Farbe dieses\" Pr\u00e4parats das Fibrin \u201emati\u00e8re blanche ou lymphatique\u201c nannte. Zugleich bemerkte Senac, dass die Blutk\u00f6rperchen zu Boden fallen k\u00f6nnen, und \u00fcber denselben eine Fl\u00fcssigkeit steht, welche eine gerinnbare Substanz gel\u00f6st enth\u00e4lt u. s. w..\nDie ersten eingehenderen Angaben finden wir jedoch erst bei Hewson (1770, 90 p. 137; 91 p. 5), welcher, eine \" zu seiner Zeit allgemein verbreitete Ansicht darlegend, erkl\u00e4rt, dass das Blutcoagulum aus zwei Teilen besteht: den Blutk\u00f6rperchen und einem faserigen Theil (fibrous part of the blood), oder einem faserigen \u201eLeim\u201c; diesen letzteren Teil nannten einige Autoren gerinnbare Lymphe, coagulable lymph oder gluten (91 p. 5; 92 p. 6), was, Hewson\u2019s Meinung nach, die Eigenschaften dieses K\u00f6rpers besser kennzeichnet.\nDiese Periode in der Geschichte des Blutes f\u00e4llt gerade in die Zeit, wo die Vorstellung, die man von den Proteinsubstanzen hatte, von der allgemeinen Vor-\n') \u201eFibern im Elute sind bereits eine alte Sadie, indem nicht nur der Verfasser des Buches de carnibus, das man unter den hippokratischen Werken anfbewahret, sondern auch Aristoteles\nschreibet, dass im Blute warmer Thiere, aber nicht eben so im Blute furchtsamer Thiere, Fasern zu finden w\u00e4ren, und diese Fasern w\u00e4ren Ursache, dass das Blut gerinne\u201c (77 p. 108).","page":171},{"file":"p0172.txt","language":"de","ocr_de":"172\nPAS GLOBULIN PER COAGUL\u00cfRBAREN SUBSTANZ PES BLUTES.\nStellung von der gerinnbaren Lymphe, dem Blutwasser, den Oelen u. dergl.. noch nicht getrennt war, wie wir es schon in der Geschichte des Seroglobins dargelegt haben (W 47\u201460 p. 50). Wie Hewson die Differencirung des Begriffs \u201eAlbuinen\u201c dort nicht wenig gef\u00f6rdert hat, so findet er auch hier, dass es nicht m\u00f6glich sei den K\u00f6rper, welcher nach dein Abwaschen des Blutfarbstoffs von der faserigen Masse oder nach vorhergehendem Schlagen des Blutes mit Holzreisern und Abwaschen der h\u00e4ngengebliebenen faserigen Masse mit Wasser zur\u00fcckbleibt, gerinnbare Lymphe zu nennen, da beim Erw\u00e4rmen auch das Blutserum einen K\u00f6rper ausscheidet, welcher ebenfalls gerinnbare Lymphe genannt wird. Der Grund davon sei der, dass erstere spontan gerinnt, letztere aber erst unter der Einwirkung von W\u00e4rme, S\u00e4uren und andern chemischen Agentien; kurz das Serum gleiche dem Eiweiss, woraufhin Hewson den gerinnbaren Teil des Serums zum Unterschied von dem gerinnbaren Teile des Blutes \u201eschleimige Subsanz\u2014mucilaginous substance\u201c (91 p. 135) nennt,\nZugleich untersucht Hewson den Einfluss der Salze auf die Blutgerinnung. Obgleich es schon den englischen Metzgern jener Zeit bekannt war, dass in ein mit Kochsalz angef\u00fclltes Gef\u00e4ss eingeflossenes Blut nicht gerinnt, so kommt Hewson dennoch das Verdienst zu. den Einfluss der Salze auf die Gerinnbarkeit des Blutes allseitig studirt zu haben. Er fand, dass Natriumsulfat, Natriumchlorid, gew\u00f6hnlicher und cubischer Salpeter, Kalium und Calciumacetat die Blutgerinnung verhindern, dass aber nach der Verd\u00fcnnung eines solchen Blutes mit Wasser die Gerinnung, wie unter normalen Verh\u00e4ltnissen vor sich geht. Kaliumsulfat, Epsom-salz (vorwiegend Magnesiumsulfat), Salmiak, S\u00e9gnet\u2019sches Salz und Salpeter dagegen wirken der Blutgerinnung entgegen, und Verd\u00fcnnung mit Wasser ruft dieselbe nicht mehr hervor (91 p. 12\u201414; 90 p. 139). Mit diesen Versuchen widerlegt Hewson. endg\u00fcltig die Ansicht derjenigen, die noch glauben konnten, das fl\u00fcssige Blut besitze schon in den Gef\u00e4ssen einen faserigen Charakter. Im weiteren nimmt Hewson an. dass das faserige Princip, welches im Blute sich im fl\u00fcssigen Zustande befindet, sowohl die .Entz\u00fcndungsh\u00e4ute (crusta inflammatoria) als die Herzpolvpen bildet. und die Gerinnung des Blutes, auch nachdem es die Gef\u00e4sse verlassen hat, bedingt (91 p. 16). Ausserdem findet Hewson, dass in den bei Tieren unterbundenen und ausgeschnittenen Gef\u00e4ssen das Blut viel sp\u00e4ter gerinnt als einfach herausgeflossenes, und bestimmt die Gerinnungstemperatur des Faserstoffs; zu diesem Zwecke brachte er das unterbundene Blutgef\u00e4ss mit dem Blute in Wasser, welches bis zu einer gewissen Temperatur erw\u00e4rmt war, und fand die Gerinnungstemperatur zwischen 45,5\u00b0 und 49\u00b0 (91 p. 30).\nDaiauf zeigte Hewson, dass man die gerinnbare Lymphe von den Blutk\u00f6r-peichen abtrennen kann, indem man das unterbundene Gef\u00e4ss eine Zeitlang ruhig\nJ^sst: die Blutk\u00f6rperchen sinken zu Boden, w\u00e4hrend die klare abgestandene 4 Bissigkeit, nachdem sie durch eine neue Ligatur von den K\u00f6rperchen abgetrennt ist, bei der Er\u00f6ffnung des Blutgef\u00e4sses gerinnt. Aus dem entstandenen Coagu-lum konnte Hewson etwas Serum auspressen (91 p. 37; 90 p. 139). Die Fl\u00fcssig-ve\u00fc sieht Hewson f\u00fcr gerinnbare Lymphe an, die er mit der crusta inflammatoria i< endificnt. Somit war dieser Forscher der erste, dem es gelang, die Fl\u00fcssigkeit, vecie. jetzt Blutplasma genannt wird, von den Blutk\u00f6rperchen abzutrennen, o me sich irgend welcher besonderen Mittel zu bedienen, welche die Zusammensetzung des Blutes h\u00e4tten ver\u00e4ndern k\u00f6nnen; zugleich zeigte er. das dieses Plasma den 4 aserstoff und das Serum liefert.\nAusserdem hatte Hewson Gelegenheit das Plasma des langsam gerinnenden Blutes eines Kranken zu erhalten, Dieses Plasma stieg nach oben und konnte mit","page":172},{"file":"p0173.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULTRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n173\ndem L\u00f6ffel abgesch\u00f6pft werden; auf diese Weise gesammelt, gerann es nach einiger Zeit (91p. 41\u20142).\nHewson trennte das Plasma auch mit Hilfe der obengenannten Neutralsalze ab, wobei das Blut. z. B. mit Natriumsulfat circa 90 : G vermischt wurde. In solchen Mischungen mit Neutralsalzen fallen die Blutk\u00f6rperchen, namentlich die des Menschenblutes, zu Boden, w\u00e4hrend oben eine klare, farblose Fl\u00fcssigkeit aufschwimmt. welche das faserige Princip enth\u00e4lt, da sie bei Wasserzusatz einen Niederschlag von \u201egeronnener Lymphe\u201c ausscheidet *). Hier identificirt Hewson die faserige Substanz des gew\u00f6hnlichen Blutcoagulums mit dem Niederschlage, welcher durch Einwirkung von Wasser auf das Plasma, welches mit Hilfe eines Salzes abgeschieden wurde, erhalten wird. Diese von Hewson hinterlassenen kurzen Anmerkungen bilden so zu sagen das Programm der ferneren Untersuchungen bis zu unsern Tagen, ein Programm, welches noch bis heute nicht ausgef\u00fcllt ist.\nBald nach Hewson\u2019s Arbeit sagt Thouvenel (1777,183 p. 28) dasselbe aus, was aus den Beobachtungen seines Vorg\u00e4ngers von selbst folgt. Thouvenel vereinigt in einer Gruppe die verschiedenen bis dahin \u201elymphatische\u201c oder \u201efibrin\u00f6se\u201c genannten Gebilde, indem er dieselben seinerseits \u201espontan gerinnbare\u201c oder \u201eplastische\u201c (ib. p. 28) benennt und die Benennung \u201emati\u00e8re muqueuse plastique\u201c (ib. p. 23) anerkennt. Hierzu rechnet er das vom Blutfarbstoff abgewaschene Blutcoagulum, die pleuritischen und entz\u00fcndlichen (phlegmon\u00f6sen) H\u00e4ute, die Pseudomembranen und andern fibrin\u00f6sen Gebilde, kurz alle solche, welche aus Exsudaten. Extravasaten entstehen, wo \u00fcberhaupt Bildung oder Anh\u00e4ufung von Prote\u00efnsubstanz (de la mati\u00e8re muqueuse animale), welche plastische Eigenschaften erworben hat, beobachtet wird (ib. p. 28). \u2022 Vergleicht man diese Substanz mit in der W\u00e4rme geronnenem Albumin (Serum und Eiweiss), so gewahrt man nur d e n Unterschied, dass die plastischen Gebilde aufquellen und sich dann vollst\u00e4ndig aufl\u00f6sen, w\u00e4hrend in der W\u00e4rme oder durch Behandlung mit Alkohol geronnenes Albumin, Thouvenel\u2019s Beobachtungen nach, im Laufe von zwei Monaten weder in concentrirter noch in mit Wasser verd\u00fcnnter Essigs\u00e4ure sich l\u00f6sen zu wollen schien. Demgem\u00e4ss erkennt Thouvenel dem Producte der spontanen Gerinnung der plastischen Substanz oder der fibrin\u00f6sen Materie des Blutcoagulu m s nicht den Charakter des geronnene n A 1 b u m ins2) zu (ib. p. 30). sondern stellt sie in eine Beilie mit dem frischen Serum und Eiweiss, sowie auch mit dem Neutralisationsniederschlag aus einer alkalischen Albuminl\u00f6sung, welcher sich leicht in Essigs\u00e4ure l\u00f6st (183 p. 31).\nDiese \u00e4usserst wichtigen Beobachtungen stellten mit einem Mal den Faserstoff in eine dem Serum\" und Eiweiss nahestehende, vom \u201egeronnenen Albumin\u201c sich scharf unterscheidende, besondere Gruppe.\nDie bald darauf erschienenen Untersuchungen von Gaber (1783, 60 p. 203) zeigten das, was f\u00fcr das Seroglobin erst 50 Jahre sp\u00e4ter bekannt wurde (A\u00b0A\u00bb 48\u201460 p. 87): Gaber fand, dass der Faserstoff der Speckhaut bei Gegenwart von Salpeter oder andern Neutralsalzen oder auch von feuerlesten Alkalisalzen sich langsam aufi\u00f6st\n') \u201eIn these mixtures of the blood with neutral salts, the red particles readily subside (especially if human blood he used) and the surface of the mixture becomes clear and colourless; and being poured off from the red part, \u00fc is found to contain the coagulable lymph, which can be separated by the addition of water\u201c (91 p. 12).\n-) \u201eL\u2019apr\u00e8s cette distinction tr\u00e8s r\u00e9elle & fond\u00e9e sur des exp\u00e9riences, je crois qu on doit re-\ngarder toutes les concr\u00e9tions muqueuses qui se forment dans le corps vivant, (except\u00e9 celle du lait, dont je parlerai dans la suite) comme l\u2019effet de la concrescibilit\u00e9 plastique augment\u00e9e, & non d\u2019une v\u00e9ritable coagulation\u201c (183 p. 30).\n3) \u201e...auch l\u00f6ste sie sich wirklich viel langsamer auf, wann sie mit Salpeter, oder mit andern Mittelsalzen, oder auch mit feuerfesten Laugensalzen bestreut wurde\u201c (60 p. 211).","page":173},{"file":"p0174.txt","language":"de","ocr_de":"174\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES\n(HO p. 211); in Amoniakfl\u00fcssigkeit verwandelte sich der Faserstoff in einem verschlossenen Gelasse bei 31,2\u00b0 schon nach 1 Stunde in eine gallertartige Masse, welche nach 4 Stunden zu einer Fl\u00fcssigkeit sieh aufgel\u00f6st hatte, aber nach Entfernung des Ammoniums bei gew\u00f6hnlicher Temperatur und diesmal in einem offenen Gelasse aufs neue sich in Gallerte verwandelte. Einzelne St\u00fccke derselben Speckhaut l\u00f6sten sich im Laufe von nicht mehr als 8 Tagen in den obengenannten Salzen auf. Ueberdies fand Gaber noch, dass ein solches St\u00fcck, welches \u00fcber einen Monat in Alkohol gelegen hatte und hart geworden war, in Wasser aufgeweicht, in Ammoniakfl\u00fcssigkeit sich aufl\u00f6ste und ebenfalls leicht gerann (?); ausserdem l\u00f6ste es sich noch in fl\u00fcchtigen Alkalisalzen und bekam sein fr\u00fcheres h\u00e4utiges Aussehen nicht wieder, sondern erschien in Gestalt einer in wenigen Tropfen Ammoniakl\u00f6sung leicht l\u00f6slichen Gallerte. Lie L\u00f6slichkeit der erw\u00e4hnten fibrin\u00f6sen Haut mit einander vergleichend, findet Gaber, gleich Thouvenel, dass dieselbe viel l\u00f6slicher ist als in der W\u00e4rme geronnenes Blutserum oder Eiweiss (60 p. 212), die nach der Entfernung des Ammoniaks durch Abdampfen zu durchsichtigen Rinden austrockneten (ib. p. 213).\nMit den oben dargelegten Thatsachen stimmen Fourcroy\u2019s Beobachtungen \u00fcberein (1782, 53 p. 719), nach welchen die fibrin\u00f6se Substanz sich durch Kochen verdichtet (53 p. 719) und sogar in eine hornige Masse verwandelt (54 p. 158), in heisses Wasser gebracht, nach Klaproth's Ausdruck, ,,pl\u00f6tzlich zusammenschrumpft\u201c, solange sie frisch ist in schwachen S\u00e4uren sich leicht aufl\u00f6st und aus diesen von Alkalien ausgef\u00e4llt wird.\nMit Fourcroy\u2019s Kamen ist auch die Benennung \u201eFibrin\u201c, die der fibrin\u00f6sen Materie, der gerinnbaren Lymphe u. dergl. gegeben wurde, verkn\u00fcpft. An der 6 Kivose des Jahres ^ der Republik machte Fourcroy im Kamen ChaptaTs der Academie eine Mitteilung, (1797,28 p. 290) in welcher er die uns gegenw\u00e4rtig interessirende Substanz \u201eFibrin1'\u2014 \u201ela fibrine\u201c\u2014nennt. Aus dieser Mitteilung ist nicht ersichtlich, ob diese Benennung schon von Cliaptal angenommen oder erst von Fourcroy gebraucht wurde; in Anbetracht dessen aber, dass Fourcroy zu jener Zeit um die Einf\u00fchrung einer solchen oder um eine Verbesserung der wissenschaftlichen Terminologie besorgt war, obgleich diese Verbesserung sich oft auf die Hinzuf\u00fcgung einer Partickel beschr\u00e4nkte, und dass andererseits die Mitteilung in Chaptal s Kamen geschah, glauben wir annehmen zu d\u00fcrfen, dass die Benennung \u201elibrirr. von Chaptal V Fourcroy eingef\u00fchrt wurde 1).\nFm reines Fibrin zu erhalten, empfehlen Parmentier A Deyeux (1794. 147 p. 443) das Blutcoagulum auf Leinwand auszuwaschen, indem man es unter best\u00e4ndigem Wasserzuiiuss zwischen den H\u00e4nden abpresst (ib. p. 443). Kachdem aller \u00dflut-iaibst\u00f6fi entfernt ist, wird das 1 ibrin unter die Presse gebracht, w'onach es eine festere Consistenz gewinnt, aber leicht unter den Fingern zerbr\u00f6ckelt. In dieser Gestalt war das Fibrin weder in Masser noch in Alkohol, noch auch in starken S\u00e4ulen l\u00f6slich, l\u00f6ste sich aber leicht in Aetzalkalien auf. Lie Autoren finden, dass \u25a0 das Fibrin im allgemeinen einen albumin\u00e4hnlichen Charakter (ib. p. 446) besitzt.\n') Auf Grund des (Jesagten glaube ich, dass Kuhin & Yerdeil nicht berechtigt waren die Ehre der Einf\u00fchrung der Benennung \u201efibrine\u201c mit Fourcroy\u2019s Kamen nur deshalb zu verkn\u00fcpfen, ^ eil \u201eFourcroy auch die Benennung a 1 b u m i-n e und im V erein mit V aucjuelin die Benennung g\u00e9latine eingef\u00fchrt hat. Bis zum Jahre IX der P., die G Xivose des Jahres Y der R, aus-\ngenommen, erw\u00e4hnt Fourcroy nirgend des , Fibrins\u201c und bedient, sieh dieses Ausdrucks in seinen Arbeiten zum ersten Mal in den \u201eSyst\u00e8mes des connaissances chimiques\u201c, die im Jahre IX der R. (54 p. 157 u. 1805, 55 p. 381\u20144) erschienen; bis dahin gebrauchte er in allen Ausgaben seiner TA erke den Ausdruck \u201epartie fibreuse du sang\u201c.","page":174},{"file":"p0175.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DEE COAGULIK BABEN SUBSTANZ DES BLUTES.\n175\nWas die Frage nach dem Zustande, in welchem das Fibrin in dem noch ungeronnenen Blute sich befindet, anbetrifft, so zweifeln Parmentier & Deyeux nicht, dass es im normalen Blute in \u00e4usserst fein verteiltem Zustande (dans un \u00e9tat de division extr\u00eame) enthalten sei. Als Beweis daf\u00fcr halten sie den Umstand, dass, wenn mit Wasser verd\u00fcnntes oder nat\u00fcrliches Blut mit der Hand oder irgend einem Werkzeug geschlagen wird, das Fibrin in feinverteilter Gestalt und nicht als ein das ganze Gef\u00e4ss einnehmendes Coagulum, wie in dem Falle, wenn Blut im Ruhezust\u00e4nde gerinnt, sich ausscheidet (147 p. 443 u. 469). Plenk fand (149 p. 34), dass auch heim Schlagen des Blutserums mit einem Reisb\u00fcndel albumin\u00e4hnliche Niederschl\u00e4ge erhalten werden; Zugleich beobachteten Parmentier et Deyeux. dass in destillirtem Wasser gut ausgewaschene Entz\u00fcndungsh\u00e4ute in Alkalien sich aufl\u00f6sten (147 p. 455). Fast zu derselben Zeit machte auch Plenk Beobachtungen, welche diejenigen der letztgenannten Autoren best\u00e4tigten. Was den mikroscopischen Bau anbetrifft, so geh\u00f6ren unter den ersten in dieser Richtung angestellten Beobachtungen Vil-lard die eingehendsten an. Dieser Forscher (187 p. 176 u. 186 p. 419) sah im Fibrin gerade das nicht, was diesem K\u00f6rper unzweifelhaft seinen Namen zugezogen hatte, n\u00e4mlich keine Fibrillen oder F\u00e4serchen. Ihm scheint das Blutcoagulum eine schwamm\u00e4hnliche blasse zu sein, in denen die Blutk\u00f6rperchen eingebettet sind, nach deren Entfernung das Fibrin wie ein Gewebe aussieht und eher einen zerfetzten Filz als einzelne Fibrillen \u2018) vorstellt. Bei der Bearbeitung des Pr\u00e4parats mit Nadeln sind auch keine scharf begrenzten, regelm\u00e4ssigen und homogenen Fibrillen zu sehen. Das Pr\u00e4parat erscheint unregelm\u00e4ssig zerkratzt, oft in Gestalt zerfetzter St\u00fcckchen (186 p. 420). Nichtsdestoweniger erschien bei der gew\u00f6hnlichen Darstellungsart das Fibrin in Gestalt von F\u00e4den, weshalb Schnaubert (170 p. 94) dasselbe \u201eden faserartigen Teil des Blutes\u201c, Giese \u201edie faserige Substanz\u201c nannte (70 p. 539).\nEine Reihe nachfolgender, dem Studium des chemischen Verhaltens des Fibrins geweihter, Arbeiten ist eine Wiederholung dessen, was schon bekannt war. obgleich zuweilen mit interessanten Abweichungen. So findet Fourcroy (54 p. 159), dass das Fibrin in Essig-, Citronen-, Wein- und Oxals\u00e4ure l\u00f6slich sei, namentlich bei massiger W\u00e4rme. Diese sauren Fibrinl\u00f6sungen werden von Minerals\u00e4uren gef\u00e4llt, wobei aber die Niederschl\u00e4ge, besonders in warmem Wasser, wieder l\u00f6slich sind. Fast dieselbe Charakteristik des Fibrins finden wir beinahe Wort f\u00fcr Wort bei Berzelius (1813, 15 p. 26 u. 29), wo unter anderem erw\u00e4hnt wird, dass in Essigs\u00e4ure gekochtes Fibrin nicht mehr l\u00f6slich sei. Im ganzen findet Berzelius zwischen dem Albumin und dem Fibrin keinen grossen Unterschied (14 p. 17 u. 16). Den einzigen sieht er darin, dass das Fibrin spontan gerinnen kann (15 p. 59). Sahen die genannten Autoren zwischen frischem Fibrin und frischem Albumin keinen grossen Unterschied, so kennt auch Sigwart (1815, 177 p. 202) kein Mittel, in der W\u00e4rme geronnenes Eiweiss und in der W\u00e4rme geronnenes Fibrin zu unterscheiden.\nBrande (1812, 23 p. 90), welcher zwischen dem Fibrin des Blutes und demjenigen der Lymphe des Milchbrustganges keinen Unterschied sieht, findet, dass letztgenanntes Fibrin sich rasch in Aetzkali und Alkalicarbonaten und auch in Ammoniakfl\u00fcssigkeit aufl\u00f6st, den S\u00e4uren gegen\u00fcber sich abei wie das Albumin verh\u00e4lt (ib. p. 93); demgem\u00e4ss glaubt er, dass das Fibrin der Lymphe dem Casein n\u00e4her stehe als dasjenige des Blutes (24 p. 43). Um diese Zeit fand auch Vauque-1 in. welcher \"Versuche mit der Lymphe des Milchbrustganges des Pferdes ausf\u00fchrte\n!) \u201eCe sont plut\u00f4t des fragments d\u2019un feutre lac\u00e9r\u00e9 que des fibres d\u00e9tach\u00e9es-4 (186 p. 419).","page":175},{"file":"p0176.txt","language":"de","ocr_de":"176\nBAS GLOBULIN DE K COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n(1812, 185 p. 113), dass dieses Fibrin sich ungleich leichter als dasjenige des Blu-tes l\u00f6se, dass in dem Fibrin der Lymphe das \u201eAlbumin\u201c gleichsam auf dem Wege sei, sich in Fibrin zu verwandeln, indem es die Eigenschaften sowohl des Albumins als auch des Fibrins in sich vereint (185 p. 123). Marcet (1816, 125 p. 43) sucht den Unterschied in der Dichtigkeit des Fibrins des Blutes und der Lymphe durch die Abwesenheit von roten Blutk\u00f6rperchen in der Lymphe zu erkl\u00e4ren, und Mayer (131 p. 538) findet, dass auch das ven\u00f6se Fibrin lockerer, weniger dicht, als das arterielle sei. Chevreul (29 p. 505) dagegen meint, dass sowohl im Blut als auch im Milchsaft und in den Muskeln ein und dasselbe Fibrin enthalten sei; dieser Meinung ist auch Th\u00e9nard (181 p. 354).\nWie Pr\u00e9vost & Dumas (49 p. 312) das Fibrin in Essig- und in Phosphors\u00e4ure f\u00fcr l\u00f6slich halten, so findet Th\u00e9nard (181 p. 354), dass es in schwacher Salzs\u00e4ure und Schwefels\u00e4ure und auch in Alkalien l\u00f6slich sei (ib. p. 356\u20147); dabei identifient er das Fibrin m it dem durch Einwirkung von 10\u201412 Teilen Wasser auf frisches H\u00fchnereiweiss erhaltenen Niederschlag.\nEin Jahr vorher hatte Gibourt (1825, 69 p. 5S0) sich viel deutlicher zu Gunsten der Identit\u00e4t des Fibrins und des Albumins ausgesprochen \u2019), indem er aussagte, dass die Substanz, aus welcher das H\u00fchnereiweiss haupts\u00e4chlich besteht, das sog. Albumin, nichts anderes als das Fibrin des Blutes sei, dessen Charakter in dem Eiweiss infolge der Verbindung mit Natrium maskirt ist. Man brauche nur, wie Berzelius es gethan, das H\u00fchnereiweiss mit Alkohol zu f\u00e4llen, um einen Niederschlag mit allen f\u00fcr das Fibrin charakteristischen Eigenschaften zu erhalten! Auch Gibourt fand, dass das Fibrin mit dem mittels Alkohol gef\u00e4llten Casein (69 p. 580\u20141) identisch sei. Nach H\u00fcnefeld's Worten, identificirt auch Dowlers das Fibrin mit dem Albumin und glaubt, dass das Albumin auch dem \u00e4usseren Aussehen nach in Fibrin verwandelt werden k\u00f6nne (101 p. 256).\nWenn man das \u00fcber das Globulin von uns Dargelegte in Betracht zieht, so bleibt unwillk\u00fcrlich der Gedanke, wenn nicht an der Identit\u00e4t des Fibrins mit dem Globulin, so wenigstens an der nahen Verwandschaft dieser Stoffe haften, um so mehr als von Arnold sp\u00e4ter angestellte Untersuchungen f\u00fcr die Verwandschaft derselben zeugen. Er fand 2) im J. 1826 (7 p. 8; 9 p. 293 und 8 p. 182). dass concentrirte Chlorammoniuml\u00f6sung das Fibrin sowohl von Ochsen- als von Kalbsblut im Laufe einiger Stunden ohne Biest aufl\u00f6st (8 p. 183).\n\u2018) Erinnern wir den Leser daran, dass hier die Rede vom Albumin ist, als der Begriff vom \u201eGlobulin\u201c noch nicht ausgeschieden war (ALM 48\u201460 p. 87).\n:) Es ist interessant, dass alle sp\u00e4teren Autoren Arnold\u2019s Arbeit, auf Berzelius\u2019 Worte in seinen Lehrb\u00fcchern sich beziehend, anf\u00fchren; Berzelius selbst aber kannte dieselbe nur durch ein Referat im Bulletin des sciences m\u00e9d. Oct., 1826 (8 p. 183), aus welchem er die Referate f\u00fcr seine Jahresberichte 1826 (9 p. 293) bezog. Die Arbeit selbst, d. h. Arnold\u2019s Dissertation, hatte er ebenso wenig wie alle \u00fcbrigen von mir genannten Autoren gelesen. Hier folgt eine in dieser Beziehung interessante Stelle aus Arnold\u2019s Dissertation, die unter allen Bibliotheken des Nordens nur in der berliner Universit\u00e4tsbibliothek zu finden ist;\n\u201eSal. amm. praeter plura metalla etiam mate-rias organicas, ut mucuin, oleum, pinguedinem. gelatina etc. solvere, jam diu notum est; cum vero nondum constaret, materia fibrina utrum eo solveretur nec ne, et banc rem gravissimam esse atque dignissimam, quae inveniretur, puta-rem, quo accuratius effatus hujus salis in san-guinem definiri posset; gr. XXX materiae fibri-nae recentis ex sanguine vitulino paratae cum solutione salis amm. satis concentrata digesst. Jam post nonnullas horas singulae partes extu-mescebant; per noctem mixtio prope fornacem collocata est, quo materia fibrina adeo intumes-cebat, ut fluido paulum agitando omnino se sol-veret. (Hierzu die Anmerkung): Experimentes non-nullis edoctus sum, acidum muriaticum liberum, saepe sali ammoniaco adherens, solutionem materiae fibrinae impedire. Materia fibrina cocta","page":176},{"file":"p0177.txt","language":"de","ocr_de":"PAS GLOBULIN DER COAGULIRBAKEN SUBSTANZ DES BLUTES.\n177\nWie Parmentier & Deyeux und sp\u00e4ter Chevreul (29 p. 505) und Pr\u00e9vost & Dumas (49 p. 81B), so war auch H\u00fcnefeld \u00fcber den Zustand des Fibrins im Blut der Ansicht, dass es in demselben sehr fein verteilt sei und dass das Blut zwar eine homogene Fl\u00fcssigkeit vorstelle, aber nicht alle Bestandteile desselben sich in L\u00f6sung befinden; letzteres beziehe sich vor allem auf das Fibrin (101 p. 258 und 256). In diesem Sinne stellt H\u00fcnefeld einen Vergleich zwischen der Milch und dem Blut an. Zugleich best\u00e4tigt er auch fr\u00fchere Beobachtungen, laut denen in der W\u00e4rme geronnenem Albumin nur durch dasselbe Agens coagulirtes Fibrin gleichgestellt werden k\u00f6nne, welch letzteres in diesem Falle in Essigs\u00e4ure unl\u00f6slich ist. W\u00e4rme bewirkt Zusammenfallen, Verdichtung des Fibrins (ib. p. 255).\nBerzelius bemerkte Verdichtung auch in Fibrin, welches zwischen Fliesspapier abgepresst wird, und auch beim Trocknen, wobei es % seines Gewichts verliert, in Wasser aber wieder aufquillt und sein fr\u00fcheres Aussehen erh\u00e4lt. Eine solche Verdichtung, wie sie das Fibrin durch die W\u00e4rme erf\u00e4hrt, beobachtete Berzelius nur unter der Einwirkung von S\u00e4uren einer gewissen Concentration (16 p. 37). Dennoch h\u00e4lt Berzelius es f\u00fcr m\u00f6glich das Fibrin mit dem geronnenen Albumin (ib. p. 69) zu identificiren. Dagegen tritt Piaspail (152 p. 202) eifrig f\u00fcr die Identit\u00e4t des Fibrins nicht mit dem geronnenen sondern mit dem unl\u00f6slichen Albumin (AM 48\u2014 60 p. 103) ein *).\nZu Gunsten des gel\u00f6sten Zustandes des Fibrins im Blute und in \u00e4hnlichen Fl\u00fcssigkeiten vor der Gerinnung derselben sprach sich auch Berzelius aus, obgleich die von ihm angef\u00fchrten Argumente auf den ersten Blick wenig verst\u00e4ndlich scheinen. Von dem suspendirten Zustande des Fibrins im Blute sprechend, sagt Berzelius: \u201eDiese Meinung scheint sich jedoch nicht durch die Erfahrung zu best\u00e4tigen, denn die von den Saugadern gef\u00fchrte Fl\u00fcssigkeit, die Lymphe, worin sich, soviel wir bis jetzt wissen, keine aufgeschwemmten Blutk\u00fcgelchen befinden, gerinnt gerade so wie das Blut, und setzt ein farbloses Coagulum ab\u201c (16 p, 32). Dieser Schluss kann offenbar nicht als Beweis dienen, einmal, weil die Fl\u00fcssigkeit suspendirtc Partickelchen enth\u00e4lt, das andere, weil Berzelius f\u00fcr suspendirte Partickelchen nur die Blutk\u00f6rperchen ansah, welche, der Lehre jener Zeit zufolge, entweder eine H\u00fclle (Membran) oder einen fibrin\u00f6sen Kern (M 61p. 138) besitzen. Nur dies erkl\u00e4rt den sonst unverst\u00e4ndlichen Satz dieses Forschers!\nBerzelius\u2019 Ansicht teilend, bestrebte sich J. M\u00fcller (1832, 140 p. 537) jedoch den l\u00f6slichen Zustand des Fibrins im Blut vor der Gerinnung auch durch directe Versuche zu zeigen. Er filtrirte Froschblut durch einen mit 0,5%-iger oder sogar schw\u00e4cheren Zuckerl\u00f6sung befeuchteten Filter und erhielt ein von Blutk\u00f6rperchen freies, ganz farbloses Filtrat, welches nichtsdestoweniger nach einiger Zeit spontan gerann. \u201eAuf diese Weise wird ganz reines Fibrin erhalten, wie es bisher nicht erhalten worden war\u201c (?), f\u00fcgt J. M\u00fcller, dem Hewson\u2019s Arbeiten unbekannt waren (ib. p. 541), hinzu. Das erhaltene Fibrin erscheint in der That ganz homogen, ohne deutlich k\u00f6rnige Structur; wenn sich aber das Coagulum gesetzt hat, so gewahrt man unter dem Mikroscop kaum unterscheidbare feink\u00f6rnige Gebilde, welche, M\u00fcller s Worten nach, von den Ungleichheiten der Oberfl\u00e4che des Coagulums\naut non solvitur, aut natura alienata). Solutio tiltrata eolefactu, tinctura gallamm, acido mu-liatico, nifrico et acetico turbatur, acidum di-lutum nubeculam (7 p. 8) ab initio factam, majori quantitate iterum solvit. Alkalia ut kali, natron, ammonium, calcarin etc., nullam in so-lutione mutationem ef'ticiimt \u2014Quas quidern ob-\nserbationes boc loco expositas esse, non alienum sit, cum proxima pericula praesertim ad investi-gandam salis vim in sanguinem instituta sint\u201c (7P. 9).\t. ,\t.\t.\n\u2018) \u201eIdentit\u00e9 de la fibrine et de 1 albumine insoluble\u201c (152 p. 202).","page":177},{"file":"p0178.txt","language":"de","ocr_de":"178\nPAS GLOBULIN PEL COAGUL\u00cfRBALFN SUBSTANZ DES BLUTES.\nbedingt sein k\u00f6nnen 1). Wenn das Filtrat unmittelbar in Essigs\u00e4ure oder Kochsalzl\u00f6sung abtropft, so gerinnt das Plasma entweder nicht oder bildet in letzterer nur ein unbedeutendes Coagulum. Aether bewirkt bedeutende Niederschl\u00e4ge. Dabei bildet M\u00fcller, dass Kochsalz und Kaliumcarbonat die Gerinnung des Froschblutes bedeutend hintanhalten. M\u00fcller empfiehlt eine kleine Menge Kaliumcarbonat zum Zwecke der Verlangsamung der Gerinnung, folglich auch zur Abtrennung der Blutk\u00f6rperchen von dem fl\u00fcssigen Teil, in jedes Blut einzutragen (ib. p. 543). Indem M\u00fcller den l\u00f6slichen Zustand des Fibrins im Blute bis zu dessen Gerinnung zu-giebt, identificirt er es zugleich in diesem nat\u00fcrlichen Zustande mit dem H\u00fcliner-eiweiss, da, ausser den \u00fcbrigen gemeinschaftlichen Beactionen, beide von Aether gef\u00e4llt werden, obgleich sie sich von einander darin unterscheiden, dass das Fibrin auch spontan gerinnen kann (ib. p. 543).\nSchultz (173 p. 7; 172 p. 655) nimmt gleichfalls an, dass das Blut aus sus-pendirten Partickelchen, den Blutk\u00f6rperchen, besteht, welche in der Fl\u00fcssigkeit, die er \u201ePlasma\u201c nannte, schwimmen 2). Mit diesem Namen bezeichnet er auch den fl\u00fcssigen Theil der Lymphe, der Exsudate und \u00fcberhaupt aller gerinnbaren Fl\u00fcssigkeiten. Bei der Wiederholung von Hewson\u2019s Versuchen bemerkte Schultz, dass nicht nur mit Haut und Fleisch bedeckte unterbundene Blutgef\u00e4sse das Blut vor dem Gerinnen sch\u00fctzen, sondern dass das Blut auch in solchen Gelassen, welche von allen anliegenden Teilen befreit sind, nicht gerinnt: in beiden F\u00e4llen setzen sich die Blutk\u00f6rperchen, und sammelt sich das Plasma \u00fcber denselben (ib. p. 10) an. Ausserdem empfiehlt Schultz, um Plasma in gr\u00f6sseren Quantit\u00e4ten zu erhalten, das Blut in frische, ausgewaschene D\u00e4rme einfiiessen zu lassen, wo das Plasma ebenfalls absteht. Abschnitte eines Hunde- oder Ochsendarms von 8\u201410 Zoll L\u00e4nge werden an dem einen Ende zugebunden; in das andere fliesst das Blut durch einen Trichter unmittelbar aus den Blutgef\u00e4ssen ein. worauf auch dieses Ende zugebunden wird (ib. p. 10). ZAvar hatte Scudamore (175 p. 42) auch schon fr\u00fcher (1826) zum Aufsammeln von Blut Darmst\u00fccke benutzt, jedoch mit schlechtem Erfolg, was Schultz dahin erkl\u00e4rt, dass Scudamore d\u00fcnne Kaninchend\u00e4rme benutzte, welche die Luft, die die Blutgerinnung bef\u00f6rdert, durchlassen (173 p. 10).\nIndem Magendie (120 p. 153) Blut mit Wasser im Verh\u00e4ltnis von 20 Cc. zu 60 (Je. und 30 Grm. Salz vermischte, verhinderte er ebenfalls die Zerst\u00f6rung der Blutk\u00f6rperchen, Avie in dem Falle von Zuckerzusatz, wobei das Blut etwas anders gerann (ib. p. 154); wurden aber 2 Grm. doppeltkohlensaures oder kohlensaures Natron mit 60 Cc. Wasser zu 5 Cc. Blut zugesetzt, so erfolgte Gerinnung nicht mehr (ib. p. 226). Gleich den Tier\u00e4rzten beobachtete auch Magendie, dass Pferdeblut ein weisses Coagulum (caillot blanc) bildet, welches er mit den Entz\u00fcndungsh\u00e4uten und dem Coagulum der Entz\u00fcndungsexsudate identificirte. Es gelang ihm aber, gleich John Davy (?), der zuerst bei seinen Versuchen fl\u00fcssiges Pferdeplasma beobachtete, ein solches abzuheben und Gerinnung des Fibrins zu beobachten.\nIdentificiru n g d es Fibrins mit de m \u201eA 1 b u m i n\u201c (Seroglobin). V ie fr\u00fcher (1830, 38 p. 76), so spricht Denis auch sp\u00e4ter (1835, 40\n') \u201eDer Faserstoff, den inan in diesen Fallen erh\u00e4lt, ist nicht deutlich k\u00f6rnig, sondern ganz gleichartig; erst wenn er sich zusammengezogen hat und weisslich geworden ist, sieht mau mit dem zusammengesetzten Mikroskope ein ganz undeutliches, sehr feink\u00f6rniges AVesen, ein An-\nschein, der aber auch von Ungleichheiten tier Oberfl\u00e4che herr\u00fchren kann\u201c (140 p. 541\u20142).\n\u2022) \u201eAVir wollen die farblose Blutfl\u00fcssigkeit,-welche den wesentlichen, mit innerer Lebenserzeugung begabten und bildenden Theil des Bluts ausmacht, mit dem Namen: Plasma bezeichnen\u201c (173 p. 7).","page":178},{"file":"p0179.txt","language":"de","ocr_de":"lus GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n179\np. 67) die Ansicht aus, dass das Fibrin in dem lebendigen, fl\u00fcssigen Blute sich in gel\u00f6stem Zustande befinde, aber w\u00e4hrend des Gerinnungsprocesses in den festen \u00fcbergebe (se solidifie) (ib. p. 67). Wenn Denis auch der Meinung einiger Autoren Beitritt, dass das ausgeschiedene Fibrin mit dem in der W\u00e4rme oder durch Alkohol geronnenen Albumin viele gemeinsame Reactionen besitzt, so gilt das nicht f\u00fcr alle F\u00e4lle l). Es war beinahe ein Zufall, der Denis auf die Wirkung der Salze auf das Fibrin aufmerksam machte. Indem er den chemischen Charakter des Fibrins und des Globulins n\u00e4her zu ermitteln suchte, behandelte er er-steres mit verschiedenen chemischen Agentien, unter anderen auch mit Salzen. Besondere Aufmerksamkeit widmete er den L\u00f6sungen neutraler Alkalisalze. Zu seinem Erstaunen bemerkte er, dass das Fibrin nach mehreren Tagen in einigen derselben sich vollkommen aufgel\u00f6st hatte. Denis h\u00e4lt f\u00fcr eine Hauptbedingung rascher und vollst\u00e4ndiger Aufl\u00f6sung, dass das Fibrin bei dem Eintr\u00e4gen in die Salzl\u00f6sung m\u00f6glichst fein verteilt sei 3). Die Aufl\u00f6sung gehe glatter bei nicht zu niedriger Temperatur und gen\u00fcgender Menge Salzl\u00f6sung vor sich, da das Fibrin sonst aufquillt und eine gel\u00e9eartige Masse bildet, sich aber nicht aufl\u00f6st (ib. p. 72).\nF\u00fcr die besten L\u00f6sungsmittel h\u00e4lt Denis Baryumchlorid, salpetersaures Kalium, Kalium- und Natriumsulfat; in zweiter Reihe kommen: Natrium- Kalium- und Calciumchlorid, endlich, in dritter Reihe, Natriumnitrat, Ammoniumsulfat, Zinksulfat, Natriumphosphat, neutrales Bleiacetat, salpetersaures Strontium. Chlorammonium. Aluminiumammoniumsulfat; die Substanzen dieser dritten Gruppe \u00fcben eine schwache Wirkung aus und lassen den gr\u00f6ssten Teil des Fibrins ungel\u00f6st. Salpetersaures Quecksilber, Sublimat, Bleiacetat, Eisenchlorid bilden mit Fibrin unl\u00f6sliche Verbindungen. Auch Alkohol verwandelt das Fibrin in den unl\u00f6slichen Zustand, so dass das Fibrin trotz sorgf\u00e4ltigem Auswaschen und Durchkneten in Wasser seine Wasserl\u00f6slichkeit verliert (ib. p. 75\u20146). Die klare und geruchlose L\u00f6sung des Fibrins in Salzen ver\u00e4ndert sich bei der Verd\u00fcnnung mit Wasser bis zu einem gewissen Grade nicht; wird diese Grenze \u00fcberschritten, so tr\u00fcbt und ver\u00e4ndert sich die Fibrinl\u00f6sung, und es erscheinen Flocken, die allm\u00e4lig gr\u00f6sser werden und zu Boden fallen. Bei einer gewissen mittleren Verd\u00fcnnung mit Wasser nimmt die Fibrinl\u00f6sung in Salzen eine gallertartige Consistenz an, wobei die Masse an die Oberfl\u00e4che der Fl\u00fcssigkeit steigt. Das mit Wasser ausgeschiedene Fibrin b\u00fcsst seine L\u00f6slichkeit in Salzen keineswegs ein; im Gegenteil, es l\u00f6st sich in denselben noch besser, da es feiner verteilt ist. Welche Salze zur Aufl\u00f6sung desselben auch genommen werden, es entstehen neutrale L\u00f6sungen, die aber bei einem Zusatz von Alkali die F\u00e4higkeit verlieren, von Wasser gef\u00e4llt zu werden (ib. p. 72). Salzl\u00f6sungen von Fibrin werden von S\u00e4uren und Alkalien, in gen\u00fcgender Quantit\u00e4t zugesetzt, gef\u00e4llt und gerinnen bei 74\u00b0 (ib. p. 74). Auch Alkohol f\u00e4llt eine solche L\u00f6sung (ib. p. 76). Sowohl frischgef\u00e4lltes Fibrin, nach dem Kochen in Wasser oder auch nach dem Erhitzen bis 74\u00b0, als auch der Niederschlag, der heim Kochen einer Fibrinl\u00f6sung in Salzen erhalten wird, besitzen alle Eigenschaften des geronnenen Albumins, welches beim Kochen von dessen L\u00f6sungen (Serum) und auch beim Erhitzen bis 74\u00b0 (40 p. 77\u201479) sich ausscheidet. Frisches F i-\n*) \u201eSans doute \u2019l'albumine coagul\u00e9e par la chaleur ou par l\u2019alcool, et essay\u00e9e par les r\u00e9actifs concurremment avec la fibrine, se comporte absolument comme cette substance dans la majorit\u00e9 des cas; mais il ne faut pas dire dans tous les cas\u201c (40p. 69\u201470).\n2) \u201eII faut, comme condition essentielle, pour obtenir une dissolution saline de fibrine, que cette substance organique se trouve divis\u00e9e le plus qu\u2019il est possible, afin de multiplier ses points de contact avec la solution du sel\u201c (40 p. 71).","page":179},{"file":"p0180.txt","language":"de","ocr_de":"pgQ\tD\u00c0S GLOBULIN DEB COAGULTBBABEN SUBSTANZ DES BLUTES.\n}) r i n sowie aus Salzl\u00f6sungen mit Wasser a u s g e f \u00e4 111 e s, d. h. unoeronnenes Fibrin, zu denen Denis auch die Niederschl\u00e4ge rechnet, welche durch Einwirkung von Wasser auf Blut, das durch Salze vor dem Gerinnen gesch\u00fctzt worden war (ib. p. 74), erhalten wurde, identificirt Denis mit dem N i e-d erschlage (ib. p. 78-79) aus Blutserum, welcher gegenw\u00e4rtig den Namen des typischen G 1 o b ulins-S er o gl ob in (J^ 48-60 pt 90)\u2014t ragt. Um die Fibrinl\u00f6sung dem Blutserum vollst\u00e4ndig gleich zu machen, bereitet Denis eine Fibrinl\u00f6sung nicht einfach in Salzen, sondern setzt, in Betracht dessen, dass auch das Serum eine salz-alkalische Albuminl\u00f6sung (Seroglobin) vorstellt 5 noch ein Alkali hinzu. Vorl\u00e4ufige Proben zeigten Denis, dass man zu einer Fibrinl\u00f6sung in Salzen %, Gewichtsteil des zur L\u00f6sung des Fibrins genommenen Salzes irgend eines Alkali zusetzen kann, und dass die L\u00f6sung noch die F\u00e4higkeit beh\u00e4lt, in der W\u00e4rme zu gerinnen. Dieses Verh\u00e4ltniss der Salze zu den Alkalien entspricht, Denis\u2019s Erkl\u00e4rung nach, vollst\u00e4ndig dem Verh\u00e4ltniss der Salze und der Alkalien im Serum; um aber k\u00fcnstliches Serum darzustellen, empfiehlt Denis eine L\u00f6sung aus 1000 Teilen Wasser, 10 T. Kaliumnitrat und 1 T. Aetz-natron. welche 7 Teile Fibrin zu l\u00f6sen vermag 1). In einer solchen L\u00f6sung entsprechen nicht nur die qualitativen, sondern auch die quantitativen Verh\u00e4ltnisse dem normalen Serum (ib. p. 81).\nAusserdem bereitete Denis zu demselben Zwecke L\u00f6sungen von den balzen des Blutes, doch l\u00f6st das Fibrin sich darin nicht mit gleichem Erfolge. Die besten Resultate erhielt Denis bei der Aufl\u00f6sung des Fibrins in einer Blutserumaschel\u00f6sung: das Fibrin l\u00f6ste sich rasch auf, und die erhaltene Fl\u00fcssigkeit besass die Eigenschaften des nat\u00fcrlichen Blutserums. Wenn ein Alkali nicht im Ueberschuss vorhanden ist. so gerinnt das k\u00fcnstliche Serum, ebenso wie das nat\u00fcrliche, bei 74\u00b0 (40 p. 82).\nIm allgemeinen findet Denis zwischen dem Fibrin und dem Albumin (Seroglobin) keinen Unterschied in Bezug auf die Einwirkung der Salze, S\u00e4uren, der W\u00e4rme und des Alkohols: alles zeugt f\u00fcr die Identit\u00e4t des Albumins (Seroglobins) und des Fibrins a). Ja noch mehr: sowohl die obenerw\u00e4hnte L\u00f6sung in dem Serumascheaufguss als auch das Blutserum scheiden nach der Neutralisation mit irgend einer S\u00e4ure, z. B. Essigs\u00e4ure, und nachheriger Verd\u00fcnnung mit Wasser Niederschl\u00e4ge desselben molecularen Fibrins ,,!) von identischem Charakter aus, eines Fibrins. welches sich aufs neue in einem S\u00e4ure\u00fcberschuss und auch in Salzl\u00f6sungen aufl\u00f6st (ALV 48\u201460 p. 90). Die Substanz des Fibrins mit derjenigen des Albumins (Seroglobins) f\u00fcr identisch haltend, scheint Denis auch die Benennungen dieser K\u00f6rper zu identificiren, bestrebt sich aber, bloss des Aussehens dieser K\u00f6rper halber, eine Nomenclatur festzusetzen. Auch das Eiweiss dem Serum gleichstellend, nimmt Denis ein in dreifachem Zustande befindliches Albumin an: 1) ein fl\u00fcssiges, durch Salze und Alkalien in L\u00f6sung gehaltenes\u2014albumine liquide, 2) ein feinverteil-\nf) \u201eMille parties d\u2019eau charg\u00e9e d\u2019un centi\u00e8me d\u2019azotate de potasse et d'un milli\u00e8me de soude, dissolvent environ sept centi\u00e8mes de fibrine, et il en r\u00e9sulte un s\u00e9rum artificiel qui jouit de toutes les propri\u00e9t\u00e9s du s\u00e9rum naturel\u201c (40 p. 81).\n\u25a0) \u201eTous ces faits semblent annoncer entre la fibrine et l\u2019albumine du s\u00e9rum une identit\u00e9 de nature facile \u00e0 reconna\u00eetre\u201c (40 p. 80).\nJ) \u201eMaintenant, qu\u2019on sature exactement l\u2019alcali, tant du s\u00e9rum naturel que du s\u00e9rum artificiel, avec un acide quelconque, de l\u2019ac\u00e9tique par exemple, puis qu\u2019on \u00e9tende d\u2019eau la masse en-\nti\u00e8re, ou qu\u2019on commence \u00e0 l\u2019\u00e9tendre d\u2019eau avant de proc\u00e9der \u00e0 la saturation; il se pr\u00e9cipite aussit\u00f4t des flocons tr\u00e8s fins avec lenteur. Ils sont form\u00e9s de fibrine, accompagn\u00e9e \u00e0 la v\u00e9rit\u00e9 de corps gras. Qu\u2019on verse alors un exc\u00e8s d'acide, ou mieux une solution de sel neutre, cette fibrine mol\u00e9culaire est aussit\u00f4t redissoute (40 p. 83\u2014 4). Je crois inutile de rapporter d\u2019autres exp\u00e9riences pour prouver que l\u2019albumine et la fibrine ne forment qu\u2019une seule et m\u00eame substance, et que c\u2019est aux sels neutres du s\u00e9rum, ainsi qu\u2019\u00e0 son alcali, qu\u2019est due sa liquidit\u00e9\u201c (40 p. 84).","page":180},{"file":"p0181.txt","language":"de","ocr_de":"\u00ce)\u00c0S G\u00eeiOB\u00dcl/tN \u00dc\u00cb\u00c9 COAG\u00dcLIRBAR\u00caN S\u00dcBSTAnZ DES BLUTES.\n181\ntes, in Gestalt von \u00e4usserst feinen rundlichen K\u00f6rnchen\u2014albumine globulaire und 3) ein festes, welches aus denselben, aber schon zu Flocken zusammengeballten K\u00f6rnchen besteht\u2014albumine fibrineuse ou fibrine. Diese letzten zwei Arten bieten nur einen zuf\u00e4lligen Unterschied in physikalischer Beziehung (40 p. 86\u20147).\nDiese von Denis gewonnenen Thatsachen wurden im Jahre 1838 der franz\u00f6sischen Academie von einem ihrer Mitglieder, Dumas (39 p. 161), vorgelegt. In der Folge (1839, 41 p. 19) bestand Denis, der seine fr\u00fcheren Beobachtungen und Schl\u00fcsse best\u00e4tigt, wiederum darauf, dass das Albumin in freiem, nicht aber in geronnenem, sondern in Salzen, S\u00e4uren u. dergl. l\u00f6slichem Zustande und zwar entweder in molecularer oder in fibrin\u00f6ser Form (ib. p. 19) vorhanden sei, und nennt das frischgef\u00e4llte Fibrin und Seroglobin, zum Unterschied von dem geronnenen Zustand des Albumins, ungeronnenes Albumin (incoagul\u00e9e), wobei er unter dem geronnenen Zustand diejenigen molecularen und fibrin\u00f6sen Ver\u00e4nderungen versteht, welche in demselben durch Einwirkung von W\u00e4rme, Alkohol, durch aufeinanderfolgende Behandlung mit Alkalien und S\u00e4uren hervorgebracht werden J).\nIn demselben Jahie (1839) schl\u00e4gt Denis folgendes Recept zur Aufl\u00f6sung des Fibrins vor (42 p. 286): Wasser\u2014580 T., Aetznatron\u20140,7 T., Kaliumsulfat\u20140,8 T., Natriumsulfat\u201430 T., Natriumphosphat\u20140,4 und Chlornatrium\u201440 T. In diesem Gemenge l\u00f6sen sich bis 400 T. feuchten (80 T. trocknen) Fibrins im Laufe von 3 Tagen auf. Uebrigens gerinnt die erhaltene L\u00f6sung bei 74\u00b0, wird von Alkohol gef\u00e4llt und besitzt im allgemeinen alle Eigenschaften des gew\u00f6hnlichen Blutserums (ib. p. 236).\nIn Denis\u2019s an Liebig gerichtetem Schreiben, welches in Scherer\u2019s Arbeit vom Jahre 1841 (160 p. 11) angef\u00fchrt ist, findet man n\u00e4here Angaben \u00fcber die Aufl\u00f6sung des Fibrins in Salzen: man gewinnt das Fibrin aus dem Coagulum von Venenblut (des Menschen); nach dem Auswaschen des Coagulums in Wasser auf feiner Leinwand wird das Fibrin mit */3 seines Gewichts Salpeter in einem Steinm\u00f6rser mittels einer Holzkeule verrieben, wobei das 4-fache Gewicht Wasser allm\u00e4lig zugegeben wird; zuletzt setzt man \u2018/so Gewichtsteil Aetzkali oder Aetznatron zu und l\u00e4sst das Gemenge bei 35\u00b0\u2014 37,5\u00b0 stehen. Das Verh\u00e4ltnis der Bestandteile des Gemenges ist, folgendes: 150 T. feuchten Fibrins, 270\u2014300 T. Wasser, 50 T. Salpeter und 3 T. eines Alkali.\nIn dieselbe Zeit fallen Magendie\u2019s (1838,120 p. 196) interessante Beobachtungen. Indem er einem Hunde Blut entzog, defibrinirte und demselben Tiere wieder in die Gef\u00e4sse einf\u00fchrte, bemerkte er bei abermaliger Blutentziehung, dass das Fibrin an Menge nicht nur nicht abgenommen, sondern sogar zugenommen hatte. Bei jedem neuen Aderlass f\u00e4llt jedoch das Fibrin weniger leicht aus, so dass schon nach dem dritten ein zackiges, leicht zerreissbares Coagulum entsteht, welches \u00fcberdies bei 60\u00b0 sich in der Mutterlauge leicht aufl\u00f6st. Es ist \u201eneugebildetes\u201c Fibrin-fi-brine de r\u00e9cente formation, welches Magendie \u201epseudofibrine\u201c nennt (ib. p. 198; 119 p. 353). In der Folge benannte Magendie (1847, 121 p. 1139) das durch die oben beschriebene Operation \u2014 Defibriniren \u2014 d\u00e9fibrination, erhaltene Fibrin \u201en\u00e9ofibrine\u201c und der Farbe nach\u2014gelbes Fibrin\u2014fibrine jaune (ib. p. 1139); das gew\u00f6hnliche dagegen nennt er zuweilen \u201ecoaguline\u201c (1839, 120 p. 418) 2).\nBerzelius (1839,17 p. 667) machte schon damals gegen Denis\u2019s Ansichten Einw\u00e4nde, aber sehr schwache. Die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Salzen zwar anerkennend,\n\u2018) \u201eQuand la fibrine se d\u00e9pose dans le sang qui se concr\u00e8te, l\u2019albumine se pr\u00e9sente encore avec son \u00e9tat solide, mais avec la forme fibrineuse, sans se coaguler pour cela. Au contraire, elle est coagul\u00e9e, si l'on soumet, soit cette albumine globulaire, soit cette albumine fibrineuse,\n\u00e0 l\u2019action du feu, de l\u2019alcool, et aux r\u00e9actions sucessives des acides et des alcalis\u201c (41 p. 25).\n2) In der table indicative steht \u201eFibrine (coaguline)..., p. 174\u201c; die angef\u00fchrte Seite im Text enth\u00e4lt den Ausdruck \u201ecoaguline\u201c nicht.","page":181},{"file":"p0182.txt","language":"de","ocr_de":"182\nD\u00cbS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nkonnte Berzelius Denis darin nicht beistimmen, dass eine Fibrinl\u00f6sung in Salzen mit neutralisirtem Serum identisch sei. und meint, das neutralisirte Serum m\u00fcsste, falls es mit Fibrinl\u00f6sungen in Salzen identisch w\u00e4re, von Wasser gef\u00e4llt werden, was jedoch, wie Berzelius glaubte, nicht der F a 11 i s t (AW 48\u201460 p. 90\u20142). Doch zeugen sowohl zu jener Zeit, wie auch sp\u00e4tere und auch in neuester Zeit beobachtete Thatsachen zu Denis\u2019s Gunsten, da gerade auf diesem Wege Seroglobin erhalten wird (.VW 48\u201460 p. 118). Denis's Angaben ausser Acht lassend, nimmt Berzelius f\u00fcr das librin nur zwei Zust\u00e4nde, einen ungeronnen und einen geronnenen, an. U n g er o n n eues Fi b r i n befindet sich nur in dem circulirenden Blute und geht bei der Gerinnung lezteres rasch in den geronnenen Zustand \u00fcber, in welchem es sich auch in den Muskeln befindet (18 p. 50), Zugleich beobachtete Berzelius, dass das Fibrin in Ammoniakfl\u00fcssigkeit, Kalk. Baryt und Alkalien l\u00f6slich ist (ib. p. 57).\nEs waren aber noch nicht zwei Jahre vergangen, als Berzelius (1842,19 p. 542\u20143) seine Meinung \u00e4ndern und die von Denis und anderen beobachteten Thatsachen anerkennen musste. Indem er fast Wort f\u00fcr Wort das wiederholt, was er im Jahre 1839 (17 p. 667) geschrieben hatte, Denis\u2019s Namen aber durch Scherer\u2019s ei setzt und wieder anl\u00e4sslich der Identit\u00e4t des Serums und der Fibrinl\u00f6sungen in Salzen, giebt er jetzt jedoch zu, dass mit Essigs\u00e4ure neutralisirtes Serum von Was-sei ebenso gef\u00e4llt v\u00bbiid wie eine Fibrinl\u00f6sung in Salzen, dass aber das Albumin dabei im geronnenen Zustande ausf\u00e4llt (AW 48\u201460 p. 92).\nLiebig, dei unzweifelhaft die Angaben von Lecanu benutzte (106 p. 216 und sp\u00e4ter im J. 1852, 107 p. 11). welcher fast gleichzeitig mit Denis beobachtet hatte. dass in 8 A ol. ges\u00e4ttigter Natriumsulfatl\u00f6sung unmittelbar eingeflossenes Blut nicht gerann, und dass die Blutk\u00fcgelchen von der Fl\u00fcssigkeit leicht abfiltrirt werden konnten (106 p. 216), bemerkte seinerseits, dass, wenn das aus den Gelassen fliessende Blut mit dem gleichen A olum Glaubersalz vermischt wird, die Blul-k\u00fcgelclien sich setzen, w\u00e4hlend \u00fcber denselben ein durchsichtiges Coagulum sich abscheidet; wird dagegen das Blut mit 8 A ol. des Salzes vermischt, so gerinnt das Gemenge nicht, die Blutk\u00fciperchen sinken zu Boden und die dar\u00fcber schwimmende Fl\u00fcssigkeit enth\u00e4lt das gel\u00f6ste Fibrin, welches in diesem Zustande alle Eigenschaften des Albumins besitzt *) (114 p. 882).\nAussei diesen so zu sagen indirecten Beweisen f\u00fcr die L\u00f6slichkeit eines jeden Fibrins in Salzen f\u00fchrt Liebig f\u00fcr die von Denis aufgestellten S\u00e4tze auch directe Beweise an. In seiner Antwort auf Denis\u2019s Brief (1841. 115 p. 539) best\u00e4tigt Liebig vollkommen die Angaben dieses Forschers und erkl\u00e4rt zugleich 2). dass es ihm gelungen sei eine Libiinl\u00f6sung in Salpeter bei 50\u201456\u00b0 auch bei Abwesenheit von Alkalien zu eihalten. Liebig nimmt ebenfalls an. dass Fibrin und gel\u00f6stes Albumin identische L\u00f6sungen geben (ib. p. 539). Ausserdem findet er. dass die Ele-\n\u2019) \u201eDie dar\u00fcber schwimmende Fl\u00fcssigkeit ist klar, farblos oder r\u00f6thlich, sie verh\u00e4lt sich genau wie Serum; das Fibrin, dessen Abscheidung durch das Glaubersalz verhindert wurde, scheint in den l\u00f6slichen Zustand \u00fcbergegangen zu seyn, wo es alle Eigenschaften mit dem Albumin theilt\u201c (114\np. 882).\n2) \u201eEnfin j'ai la satisfaction de vous annoncer, que toutes vos exp\u00e9riences sur la fibrine et sur l\u2019albumine, relativement \u00e0 leur identit\u00e9 et leur composition, ont \u00e9t\u00e9 trouv\u00e9es tr\u00e8s exactes. Nous sommes parvenus \u00e0 dissoudre enti\u00e8rement de la fibrine pure dans une solution satur\u00e9e de\nnitre en les tenant ensemble \u00e0 une temp\u00e9rature voisine de 50 \u00e0 56\u00b0 cent\u00eegr. La fibrine devient d'abord g\u00e9latiniforme et ne laisse que quelques flocons insolubles. Le liquide filtr\u00e9 poss\u00e8de toutes les propri\u00e9t\u00e9s de l\u2019albumine; je le r\u00e9p\u00e8te, nous avons r\u00e9ussi sans emploi d\u2019alcali caustique, ce qui me semblait d\u2019abord indispensable et d\u00e9cisif. Nous avons aussi remarqu\u00e9 que la fibrine bouillie ne se dissout pas. La composition de la fibrine dissoute (chang\u00e9e en albumine liquide) \u00e9tait exactement celle de la fibrine et de l'albumine ordinaire\u201c (115 p. 539).","page":182},{"file":"p0183.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n183\nmentaranalyse des Fibrins und des Albumins (des Seroglobins) eine und dieselbe sei (VW 48\u201460 p. 104).\nUnstreitig sind die im Briefe an Denis befindlichen Angaben Resultate auch derjenigen Untersuchungen, welche in Liebig\u2019s Laboratorium und auf seinen Antrag hin von Scherer ausgef\u00fchrt und auch im J. 1841 (160 p. 10) ver\u00f6ffentlicht wurden. Scherer\u2019s Beobachtungen nach, l\u00f6ste sich das Fibrin eines vom Schlachthaus gekommenen Ochsenbluts beim Digeriren mit Salpeter wenig; leichter l\u00f6ste es sich, wenn es vorher getrocknet und zu Pulver verrieben wurde, doch blieb auch hier ein Teil unaufgel\u00f6st. In der That ist auch in Denis\u2019s Briefe an Liebig gesagt, dass mit arteriellem Fibrin und auch mit der Entz\u00fcndungshaut die Aufl\u00f6sung nicht glatt vor sich geht, dass aber vollst\u00e4ndige Aufl\u00f6sung des Fibrins aus ven\u00f6sem Blute beobachtet wird. Auch Scherer findet, dass das^ ven\u00f6se Fibrin sich vollst\u00e4ndig aufl\u00f6st und in einer solchen L\u00f6sung alle charakteristischen Eigent\u00fcmlichkeiten des Serums aufweist. Mit nicht geringerem Erfolge geht die Aufl\u00f6sung des ven\u00f6sen Fibrins in einfacher Salpeterl\u00f6sung bei Abwesenheit eines Alkali vor sich; aus einer solchen L\u00f6sung wird das Fibrin von viel Wasser ausgef\u00e4llt, was bei einer Fibrini\u00fcsung bei Gegenwart eines Alkali nicht der Fall ist. Scherer zweifelt nicht, dass in diesem Falle, wie auch beim Serum, das Alkali dem F\u00e4llungsverm\u00f6gen des Wassers entgegenwirkte, was deutlich daraus zu erkennen sei, dass nach der Neutralisation des Alkali der salzalkalischen Fibrinl\u00f6sung und des Blutserums das Fibrin in beiden F\u00e4llen sich niederschl\u00e4gt (ib. p. 12). Die sowohl aus dem Serum (Seroglobin) als auch aus der Fibrinl\u00f6sung erhaltenen Niederschl\u00e4ge l\u00f6sen sich augenblicklich in einer geringen Menge concentrirter Salpeter- oder Chlornatriuml\u00f6sung auf, wobei die erhaltenen L\u00f6sungen in der W\u00e4rme gerinnen. Die verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig schwache L\u00f6slichkeit des arteriellen Fibrins der Entz\u00fcndungshaut, des durch Schlagen erhaltenen und auch im feuchten _ Zustande gelegenen, sowie des gekochten und auch mit Weingeist behandelten Fibrins glaubt Scherer durch den Einfluss des Sauerstoffs erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen (ib. p. 18). Gleich seinen Vorg\u00e4ngern stellt Scherer dem geronnenen Albumin das durch W\u00e4rme und Weingeist ver\u00e4nderte Fibrin gleich; demgem\u00e4ss f\u00e4llt der zwischen dem Fibrin und dem Albumin angenommene Unterschied, d. h. die spontane Gerinnbarkeit des er-steren bei der Blutgerinnung und die Gerinnbarkeit des letzteren nur unter der Einwirkung von W\u00e4rme und Alkohol, von selbst, da bei der Gerinnung des Blutes das Fibrin sich zwar im festen, doch nicht im geronnenen Zustande ausscheidet (ib. p. 16). In Uebereinstimmung mit den beschriebenen Beobachtungen bemerkte Scherer im Verein mit Liebig, dass unmittelbar aus den Ge-f\u00e4ssen in eine concentrirte Natriumsulfatl\u00fcsung eingeflossenes Blut langsamer gerann, wobei die Blutk\u00f6rperchen Zeit hatten sich zu setzen, und die durchsichtige Plasmaschicht sich in ein weisses Coagulum verwandelte, nach dessen Entfernung das Plasma sich aufs neue sammelte, ein Coagulum sich wieder bildete, und so mehrere Mal nacheinander. Das Coagulum aus der Lymphe (duc. thor.) gleicht mehr dem ven\u00f6sen, doch nimmt es bei gewissen Krankheitsformen auch den Charakter des arteriellen an (160 p. 17).\nFast dasselbe finden wir in Liebig\u2019s W\u00f6rterbuch und in seiner Abhandlung (114 p. 881). Eine L\u00f6sung von 1 Gewichtsteil ven\u00f6sen Fibrins in y5 Gewt. Salpeter bei 40\u00b0\u201450\u00b0 besitzt dieselben Eigenschaften wie neutralisirtes Serum: beide Fl\u00fcssigkeiten tr\u00fcben sich beim Zusatz einer gen\u00fcgenden Menge Wasser, wobei ihren Eigenschaften nach identische K\u00f6rper sich niederschlagen (ib. p. 881). Im feuchten Zustande an der Luft gelegenes Fibrin b\u00fcsst seine L\u00f6slichkeit ein (ib. p. 811). Behufs besserer Aufl\u00f6sung empfiehlt Letelier (112 p. 877) gut ausgewaschenes Fi-\n12","page":183},{"file":"p0184.txt","language":"de","ocr_de":"184\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nbrin in Wasser mit doppeltkohlensaurem Natron, z. B. 3 Grm. Fibrin in 10 Grm. Wasser -}- 0,4 Grm. Soda, bei 20\u00b0, digeriren zu lassen; die dabei erhaltene L\u00f6sung wird beim Kochen und auch von Alkohol oder S\u00e4uren gef\u00e4llt.\nSimon, der eine Fl\u00fcssigkeit, in welcher Blutk\u00f6rperchen suspendirt waren, Blutplasma nannte, empfiehlt, um Fibrin in Gestalt von Flocken und H\u00e4utchen auszuscheiden, die Fl\u00fcssigkeit mittels zerkleinerten Metallst\u00fcckchen, Quecksilber, Zinn oder Blei, zu schlagen (1840, 178 p. 29). Bei ruhiger Blutgerinnung geht, Nasse s Untersuchungen (143 p. 439) nach, das Fibrin in eine \u201ehomogene und zusammenh\u00e4ngende\u201c Masse \u00fcber, in welcher man mit dem Mikroskop, ausser Fett-tr\u00f6pfclien, keine anderen geformten Bestandteile entdeckt; bei Entz\u00fcndungsprocessen kann dasselbe auch in Gestalt von H\u00e4uten erscheinen, aus Exsudaten ausserdem in feink\u00f6rnigen Flocken sich ausscheiden (ib. p. 439). Im Uebrigen tritt Nasse als Anh\u00e4nger von Denis\u2019s Ideen \u00fcber die Identit\u00e4t der Fibrinl\u00f6sungen mit dein Serum auf und erkl\u00e4rt den von J. M\u00fcller in Bezug auf das Blutplasma bemerkten Unterschied in der Wirkung des Aethers\u2014F\u00e4llbarkeit des Plasma durch Aether\u2014durch den gr\u00f6sseren Prote\u00fcngehalt des Plasma. Trotzdem die Bem\u00fchungen vieler, sagt Nasse weiter, zwischen dem Albumin und dem Fibrin einen Unterschied zu finden, vergeblich gewesen sind, muss zwischen dem in der W\u00e4rme geronnenen Fibrin und Albumin und dem frischausgeschiedenen Fibrin dennoch ein Unterschied gemacht werden (144 p. 148-9). So z. B. l\u00f6st sich dieses ungleich leichter in Essigs\u00e4ure als in der W\u00e4rme geronnenes Albumin. Im allgemeinen identificirt Nasse mit dem Fibrin nicht das in der W\u00e4rme geronnene sondern das durch Auslaugen der Salze mit Wasser in Wasser unl\u00f6slich gewordene Albumin, d. h. das Seroglobin. Was die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Salzen anbetrifft, so f\u00fchrt Nasse, nachdem er sich auf die von uns erw\u00e4hnten Autoren berufen und auf H\u00fcnefeld\u2019s Beobachtungen \u00fcber die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Ammoniumphosphat und Plain\u2019s\u2014in Clilor-natrium, hingewiesen hat, auch eigene Beobachtungen an. Denis\u2019s Ratschl\u00e4ge befolgend, gelang es Nasse stets, Fibrin in Salpeter aufzul\u00f6sen. Ausserdem l\u00f6ste er noch mit gutem Erfolg beim Schlagen von Schweineblut erhaltenes Fibrin auf; nach dem Auswaschen wurde das Fibrin zwischen Fliesspapier so lange abgepresst, bis auf diesem sich keine feuchten Flecken mehr zeigten; sodann teilte man das Fibrin rasch in gleiche Teile zu je 20 Gran in jedem und brachte eine jede Portion in 1 Unze Wasser, welchem ausserdem auf jede Portion je 30 Gran eines der zu pr\u00fcfenden Salze zugesetzt wurde, so dass eine 6,2%-ige Salzl\u00f6sung entstand bei etwas \u00fcber 4% abgepressten Fibrins. Danach wurden in die eine Portion 3 Gran Aetznatron, in die zweite\u20143 Tropfen Salzs\u00e4ure und die letzte Verdauungsfl\u00fcssigkeit aus einem Kalbsmagen gebracht. Die Gemenge wurden anf\u00e4nglich bei 15\u201420\u00b0, dann bei 37,5\u00b0 stehen gelassen. Am besten ging die Aufl\u00f6sung mit dem Alkali und der S\u00e4ure, besonders aber mit dem Verdauungssaft vor sich; als aber nach 4 Tagen in einigen Fl\u00fcssigkeiten, die mit Sternchen bezeichnet sind, F\u00e4ulniss eingetreten war, wurden die R\u00fcckst\u00e4nde abfiltrirt und nach dem Trocknen gewogen, wobei sich Folgendes erwies.\nIn Natriumphosphat l\u00f6sen sich. \u201e unterchlorigsaurem Kali, .. .\n\u201e Natriumsulfat...............\n\u201e Kaliumnitrat................\n\u201e Natriumcarbonat............. .\n\u201e doppeltkohlensaurem Natron \u201e Ammonium carbon at .........\n12.3\t%\n12.4\t\u201e 15,0% 22.2 *\n24.4\t\u201d 28.9 \u201e 30,2 *","page":184},{"file":"p0185.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRB\u00c0REN SUBSTANZ DES BLUTES.\n185\n\u201e\tSalzs\u00e4ure................... ............ 382^\n\u201e\tChlorammonium............................ 3g\u20193 \u201d\n\u201e\tChlornatrium.............................. 54g '\n\u201e\tVerdauungssaft........................... 59 7*\u201d\n\u00ab\tAetzkali................................. ss\u2019\u00f6 \u201d\nAusserdem fand Nasse, dass eine concentrirte Salpeterl\u00f6sung das Fibrin besser aufl\u00f6st als Glaubersalz: erstere l\u00f6ste in 11 Tagen bis 85,5\u00b0/0, letzteres nur 35,8% auf; ferner l\u00f6ste Natriumcarbonat das Fibrin besser auf als doppeltkohlensaures Natron von gleicher Concentration. Bei erh\u00f6hter Temperatur gebt die Aufl\u00f6sung im ganzen leichter vor sich. Im Gegensatz zu Denis findet Nasse, dass sowohl ven\u00f6ses als arterielles, durch Schlagen erhaltenes, sowie auch ausgewaschenes Fibrin ohne Unterschied sich leicht aufl\u00fcsen unter der einzigen Bedingung, dass in all diesen F\u00e4llen frisches Fibrin zum Aufl\u00f6sen genommen werde. Nasse fand noch, dass das Fibrin des Menschen und der Fleischfresser sich besser l\u00f6st, als dasjenige der Pflanzenfresser; so kommt zuerst das Fibrin des Hundes, dann des Kalbes u.^ s. w. Wird jedoch zu dem Salpeter wenn auch nur V500 Gewichtsteil eines Alkali zugesetzt. so geht die Aufl\u00f6sung ungleich besser vor sich, wobei die Salzl\u00f6sung nicht ges\u00e4ttigt zu sein bracht. Hierauf zum Albumin \u00fcbergehend, findet Nasse, dass das aus dem Serum ausgeschiedene aber nicht geronnene (Seroglobin) in Salpeter sich leicht l\u00f6st. Eine Fibrinl\u00f6sung in Salzen, namentlich in Salpeter, gerinnt, da sie dem Serum sehr \u00e4hnlich ist, bei 79\u00b0, wird von S\u00e4uren, Alkohol, auch von Alkalien in grossen Mengen, von einer geringen Quantit\u00e4t Essigs\u00e4ure, aber nicht von Kohlens\u00e4ure, gef\u00e4llt; ausserdem bewirken in einer Fibrinl\u00f6sung auch noch grosse Mengen Wasser und dergl. Niederschl\u00e4ge (144 p. 152).\nAus dem oben Gesagten zieht Nasse den Schluss, dass man frischgef\u00e4lltes Fibrin vom geronnenen zu unterscheiden habe und zwar nicht nur deshalb, weil erste-res Wassersuperoxyd zersetzt, letzteres nicht, sondern auch, weil frischgef\u00e4lltes Fibrin sich leichter l\u00f6st als in den geronnenen Zustand \u00fcbergegangenes, in welchen dieser K\u00f6rper nicht nur unter der Einwirkung von W\u00e4rme, Alkohol, Aether, Pressen. Dr\u00fccken, sondern auch unter dem Einfl\u00fcsse der Luft \u00fcbergeht. Somit findet Nasse zwischen dem Fibrin und dem Albumin (Seroglobin) keinen Unterschied, und wenn ein solcher in der L\u00f6slichkeit der genannten K\u00f6rper auch besteht, so ist derselbe ein rein gradueller, was, seiner Meinung nach, nicht einmal von dem Charakter dieser K\u00f6rper, sondern von den Beimengungen abh\u00e4ngen d\u00fcrfte, w\u00e4hrend in den nat\u00fcrlichen Existenzbedingungen \u2018) das Fibrin und das Albumin sich im gel\u00f6sten Zustande befinden (ib. p. 153).\nEndlich sieht Nasse frischgef\u00e4lltes Fibrin f\u00fcr nicht ganz geronnenes Fibrin an, was durch die verschiedenen Agentien, welche auch das Albumin zum Gerinnen bringen, bewirkt werde. Das arterielle Fibrin h\u00e4lt Nasse f\u00fcr verdichtetes, nicht aber f\u00fcr geronnenes Fibrin. Eine eben solche Beziehung bestehe auch zwischen dem ausgeschiedenen, doch nicht geronnenen, und dem unter Einwirkung von W\u00e4rme, Alkohol und dergl. geronnenen Albumin (144 p. 153 \u20144). Auch Hatin (88 p. 534) findet keinen Unterschied zwischen der Entz\u00fcndungshaut und dem gew\u00f6hnlichen\n*) \u201eDie zwischen dem Faserstoff und dem Ei-weiss bestehenden Unterschiede in der L\u00f6slichkeit sind alle nur graduell und h\u00e4ngen wahrscheinlich gr\u00f6sstentheils von dem Einfl\u00fcsse fremdartiger Stoffe, namentlich der Salze und der Fette ab; die Unterschiede in der Umsetzung der\nElemente sind lediglieh durch die verschiedene Darstellungsweise der beiden Stoffe bedingt, also nicht wesentlich und gr\u00f6sstentheils nur graduelle; wesentlich ist aber die, freilich geringe, Differenz in der chemischen Zusammensetzung beider Stoffe\u201c (144 p. 153\u20144).\n12","page":185},{"file":"p0186.txt","language":"de","ocr_de":"186\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nFibrin und schl\u00e4gt vor. den Ausdruck \u201ecrusta inflammatoria\u201c durch die, seiner Ansicht nach, zweckm\u00e4ssigere Benennung \u201eh\u00e9maleucine\u201c zu ersetzen. Lehmann und Messerschmidt (111p. 235), die dem Fibrin verschiedenen Ursprungs in physikalischer Beziehung ganz gleichen Bau als structurlose. k\u00f6rnige Masse zuerkennen, finden doch einen Unterschied in chemischer Beziehung. Die Autoren hatten zweimal Gelegenheit zu beobachten, dass ein aus dem Herzen erhaltenes Coagulum beim Digeriren in Chlorammonium oder Salpeter sich, einige K\u00f6rnchen ausgenommen, vollst\u00e4ndig aufl\u00f6ste (ib. p. 235). Gew\u00f6hnlich aber lockerten sich solche Coagula beim Digeriren in Salmiak oder Salpeter, wenn man das Gemenge mit einem St\u00e4bchen leicht umr\u00fchrte, und stellten unter dem Mikroscop eine feink\u00f6rnige, flockige Masse vor. Eine geringe Menge Aetzkali f\u00fchrte aber auch dieses Fibrin rasch in L\u00f6sung \u00fcber, wieder mit Ausnahme einiger wenigen K\u00f6rnchen (ib. p. 236).\nDiese Beobachtungen scheinen Lehmann & Messerschmidt schon damals veranlasst zu haben drei Arten von Fibrin zu unterscheiden: a-Fibrin, welches in Salzen leicht l\u00f6slich ist, in den unge\u00f6ffneten Blutgef\u00e4ssen und im Herzen, auch als Niederschl\u00e4ge verschiedener proteinhaltiger Fl\u00fcssigkeiten, z. B. bei der Verd\u00fcnnung des H\u00fchnereiweisses u. derg.. erhalten wird (.VA\u00bb 48\u201460 p. 90); b-Fibrin\u2014das ven\u00f6se Fibrin von Denis und Scherer, auch das obenbeschriebene aufquellende, sich aber nicht l\u00f6sende Fibrin aus dem Herzen, endlich c-Fibrin\u2014das arterielle Fibrin.\nBouchardat (21p. 963) findet jedoch, das jedes ven\u00f6se Fibrin in Wasser, welches 0,0005 Chlorwasserstoffs\u00e4ure enth\u00e4lt gr\u00f6sstenteils l\u00f6slich ist, wobei Aufquellen des Pr\u00e4parats der Aufl\u00f6sung vorangeht. Das Fibrin l\u00f6st sich fast ganz auf, \u201ebloss einen ganz unbedeutenden Bodensatz zur\u00fccklassend, den es infolgedessen schwer ist abzufiltriren\u201c, und den Bouchardat auch f\u00fcr die schwerl\u00f6sliche Substanz der Epidermis ansieht, weshalb er diesen unl\u00f6slichen B\u00fcckstand auch \u201e\u00f6pidermose\u201c nennt (ib. p. 963). Der Hauptteil des in L\u00f6sung \u00fcbergegangenen Fibrins wurde \u201ealbumin ose\u201c benannt, da das Albumin ebenfalls L\u00f6sungen giebt. Versuche, Fibrin in denselben Verh\u00e4ltnissen\u20140,5\u00b0/oo\u2014in andern S\u00e4uren: Milch-, Essig-, Schwefel-, Salpeter- und Phosphors\u00e4ure aufzul\u00f6sen, zeigten Bouchardat, dass das Fibrin in all diesen S\u00e4uren unter vorhergehendem Aufquellen sich aull\u00f6st, die Aufl\u00f6sung aber am allerbesten in Chlorwasserstoffs\u00e4ure von statten geht (ib. p. 965). L\u00f6sungen, welche ganz eben solche Eigenschaften besassen, erhielt Bouchardat aus Blutserum und H\u00fchnereiweiss, indem er sie mit 0.001\u20140,002 Chlorwasserstoffs\u00e4ure enthaltendem Wasser, bei sehr geringem S\u00e4ure\u00fcberschuss verd\u00fcnnte (ib. p. 965). Nicht weniger interessante und gleichwertige Resultat erhielt Bouchardat unter denselben Bedingungen auch mit Casein (ib. p. 966).\nAndral & Gavarret (6 p. 3), welche die zu jener Zeit allgemein geteilte Ansicht \u00fcber die Identit\u00e4t des Fibrins und des Albumins in chemischer Beziehung *) aussprechen, treten, vom medicinischen und physiologischen Standpunkte aus, der schon fr\u00fcher (1841) von Mandl (124 p. 204) ausgesprochenen Meinung bei, dass dieselben unterschieden werden m\u00fcssen, da das Fibrin spontan, das Albumin aber nur unter Einwirkung chemischer Agentien gerinnt, Mandl behauptet dabei fest, dass das Fibrin, namentlich das aus zerschnittenem und mit Wasser gewaschenem Blutcoa-gulum erhaltene, eine nicht geringe Menge entf\u00e4rbter Blutk\u00f6rperchen enthalte * 2).\n*) \u201eAu point de Tue purement chimique, il est impossible d\u2019\u00e9tablir une ligne de d\u00e9marcation nette, pr\u00e9cise entre ces deux substances\u201c (6 p. 3).\n2) \u201eEn effet, ici ce sont les globules sanguins, qui sont ou enl\u00e9v\u00e9s en partie par le lavage, ou priv\u00e9s de leur mati\u00e8re colorante, et s\u00e9journent en partie dans le caillot: celui-ci est augment\u00e9 de cette mani\u00e8re d\u2019une quantit\u00e9 qui d\u00e9pend de\ntout, except\u00e9 de l\u2019habilet\u00e9 du chimiste. C'est ce\nque nous allons d\u00e9montrer.......... Or, nous venons\nde dire que l\u2019eau dissout la mati\u00e8re colorante des globules; que reste-t-il alors? Les enveloppes et les noyaux, tous deux de couleur blanche, comme la fibrine. Vous croyez donc avoir la fibrine pure, et elle est remplie de globules d\u00e9color\u00e9s\u201c (123 p. 183\u20144).\n4","page":186},{"file":"p0187.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULTRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n187\nAndererseits erhielt Delaharpe (37 p. 124) ein vom Blutk\u00f6rperchenstroma freies Fibrin aus der von Bauchwassersucht stammenden Fl\u00fcssigkeit und fand, dass es nach einiger Zeit in derselben Fl\u00fcssigkeit l\u00f6slich war. Anderson (5 p. 246) schl\u00e4gt vor, von roten Blutk\u00f6rperchen freies Fibrin aus Entz\u00fcndungsh\u00e4uten dar-zustellen. Scherer (162 p. 149) best\u00e4tigt aufs neue und auch in pathologischen F\u00e4llen die L\u00f6slichkeit des ven\u00f6sen Fibrin des Menschen in Salpeter. Solche pathologische F\u00e4lle, n\u00e4mlich pleuritische Exsudate, benutzend, erhielt Scherer ein von roten Blutk\u00f6rperchen (eigentl. vom Stroma, s. w. unt.) vollkommen freies Fibrin. Nach dem Abfliessen gerann das Exsudat, aber das nach dem Abpressen und Auswaschen des Coagulums ausgeschiedene Fibrin konnte in den salzl\u00f6slichen Zustand nicht \u00fcbergef\u00fchrt werden. Was das mikroscopische Bild eines solchen Fibrins anbetrifft, so beschreibt Scherer den von ihm empfangenen Eindruck ausf\u00fchrlicher. Das unter dem Mikroscop erhaltene Fibrin stellt eine einf\u00f6rmige Masse, ohne Spur von Zellenbildung, vor (ib. p. 107).\nIm Interesse gr\u00f6sserer Vollst\u00e4ndigkeit der Geschichte des Fibrins erw\u00e4hnen wir noch der Beobachtungen Hofmann\u2019s (96 p. 11 F), der aus faulendem Serum Niederschl\u00e4ge erhielt, die, seiner Ansicht nach, entweder aus Casein oder aus Fibrin bestanden, Ancell\u2019s Wunsch (4 p. 104), dass dem Blutplasma die von J. M\u00fcller und Babington gegebene Benennung \u201eliquor sanguinis\u201c bleibe, und Horn\u2019s Vorschlag das Plasma \u201ezoocambium\u201c (100 p. 34) zu nennen; _ erw\u00e4hnen wir endlich noch der Beobachtungen Bischofs (20 p. CXIX), der eine gerinnende Fl\u00fcssigkeit aus tier Bauchh\u00f6hle von Hunden und eines Kaninchens in der Brunstzeit erhielt.\nNach Thomson (182 p. 213) besteht der Unterschied zwischen dem Fibrin und der crusta inflammatoria in der Farbe: die crusta ist gelb, weshalb er die Substanz derselben \u201epegmin\u201c (ttutuo.\u2014coagulum) benennt. Dem Fibrin f\u00fcr analog h\u00e4lt Thomson auch die von ihm in der inneren H\u00f6hle eines Elephantenhauers gefundene und \u201epyropin\u201c (ib. p. 214) genannte Substanz. Die Elementaranalyse des Fibrins, des Pegmins und des Pyropins ist identisch (ib.).\nEs ist interessant hier anzuf\u00fchren, dass Tuvernier (184 p. 497) die Gerinnung des Blutes hintanhielt, indem er es in eine Kochsalzl\u00f6sung einffiessen liess: das \u00b0 Blut blieb fl\u00fcssig; es gen\u00fcgte aber das Gemenge mit Wasser zu versetzen, damit es ein gel\u00e9eartiges Aussehen bekomme. Zwar hielten auch Ammoniakfl\u00fcssigkeit und Essigs\u00e4ure die Blutgerinnung zur\u00fcck, doch bewirkte Wasserzusatz schon keine Gel\u00e9ebildung.\nAusser den genannten Autoren stellte zu jener Zeit (1813) auch Zimmoi-mann (193 p. 485) zahlreiche Beobachtungen \u00fcber die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Salzen an. In ges\u00e4ttigte L\u00f6sungen verschiedener Salze zu je 1*4 Unzen wurden circa je 2 Gran zwischen Fliesspapier abgetrockneten Fibrins eingetragen und dann die Fl\u00fcssigkeit hermetisch verschlossen. Nach 24 Stunden oder auch hither beobachtete man vollst\u00e4ndige Aufl\u00f6sung in folgenden Salzen: kohlensaures Natrium und Ammonium, salpetersaures Kalium, eine Mischung dieses letzteren mit Natriumsulfat (pulv. temper.), Jodkalium, Kaliumacetat, Chlorammonium und Chlor-haryum. Nach 48 Stunden hatte Aufl\u00f6sung in borsaurem Natrium und in Natriumphosphat stattgefunden. Nach 72 Stunden hatte sich das Fibrin in Kaliumsultat und Chlorammonium nebst Brechweinstein aufgel\u00f6st (ib. p. 486). Dem Aussehen nach erinnerten die Fibrinl\u00f6sungen an Eiweiss; die L\u00f6sung in Natriumcaibonat viid von S\u00e4uren gef\u00e4llt, scheidet aber beim Kochen keine Niederschl\u00e4ge aus. Die L\u00f6sung in Ammoniumcarbonat bildet beim Kochen ein Coagulum, viid abei \\on Wasser nicht ver\u00e4ndert; ebenso wenig ver\u00e4ndern sich unter dem Einfluss von Masser auch die L\u00f6sungen in Kaliumacetat und Kaliumnitrat, obgleich sie in der Wanne","page":187},{"file":"p0188.txt","language":"de","ocr_de":"188\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\ngerinnen. Die \u00fcbrigen Salzl\u00f6sungen des Fibrins haben fast analoge Reactionen, indem sie von Wasser beim Kochen und unter der Einwirkung von Metallsalzen gef\u00e4llt werden. In folgenden Salzen gelang es Zimmermann nicht. Fibrin aufzul\u00f6sen: weinsaures Kalium, Natriumsulfat, Magnesiumsulfat, Ammoniumacetat, Natriumnitrat, Brechweinstein, Alaun; ges\u00e4ttigte L\u00f6sungen dieser Salze, l\u00f6sen das Fibrin nicht nur nicht auf. sondern scheinen mit demselben- noch unl\u00f6sliche Verbindungen einzugehen (ib. p. 492). Auch schwefelsaures Chinin und Oxals\u00e4ure l\u00f6sen das Fibrin nicht auf (ib. p. 493). Im weiteren (1844) finden wir bei Zimmermann Versuche (194 p. 22), welche die Thatsache best\u00e4tigen *), dass das Fibrin des Venenblutes sowohl des gesunden als des kranken Menschen in Salpeter sehr leicht l\u00f6slich ist. Dabei best\u00e4tigt Zimmermann seine fr\u00fcheren Angaben \u00fcber die L\u00f6slichkeit des Fibrins in verschiedenen, schon fr\u00fcher von ihm angegebenen (s. oben), Salzen (194 p. 147 und 152).\nIn der Folge bereitete Zimmermann (195 p. 315) nach dem Beispiel seiner Vorg\u00e4nger eine an Serum erinnernde Fibrinl\u00f6sung: er l\u00f6ste 8 Gran Fibrin in 500 Gr. Wasser, in welchem 5 Gr. Aetzkali enthalten waren, auf; mit Kochsalz versetzt, besass dieses Gemenge alle Eigenschaften des Blutserums. Aus einer reinen alkalischen L\u00f6sung wird das Fibrin durch Neutralisation mit Essigs\u00e4ure ausgef\u00e4llt, wobei der Niederschlag in einem unbedeutendem Ueberschuss der S\u00e4ure sich aufl\u00f6st. Eine Fibrinl\u00f6sung in 40 Gran Natriumphosphat und 600 Gr. Wasser gerinnt beim Kochen nicht, wird aber Kochsalz zugesetzt, so erfolgt Gerinnung, wenn auch keine vollst\u00e4ndige. In dieser letzteren L\u00f6sung fand Zimmermann noch gr\u00f6ssere Aehnlichkeit mit dem Serum (195 p. 316). Eine Fibrinl\u00f6sung in Natriumcarbonat gerinnt beim Kochen gleichfalls nicht; wird aber eine solche L\u00f6sung vorher neutralis\u00e2t oder mit Kochsalz versetzt, so gerinnt sie in der W\u00e4rme. Zu allem dem muss noch hinzugef\u00fcgt werden, dass es Zimmermann unzweifelhaft gelungen war Fibrin in Kochsalz aufzul\u00f6sen, wor\u00fcber wir an derselben Stelle Angaben finden (ib. p. 317 und 319).\nFerner behauptet Zimmermann fest (196 p. 365), dass bei zahlreichen Versuchen die Entz\u00fcndungshaut in viel weniger concentrirten L\u00f6sungen sich als l\u00f6slich erwies, als es der Fall bei Scherer gewesen war (161 p. 133), der die L\u00f6slichkeit solcher H\u00e4ute nicht zugab. Ausser seinen eigenen Beobachtungen f\u00fchrte Zimmermann auch solche von de-Ha\u00ebn \u00fcber die L\u00f6slichkeit pleuritischer H\u00e4ute in Salpeter, Beobachtungen von Scheidemantel \u00fcber die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Glaubersalz und die uns schon bekannten Beobachtungen von Arnold an. Hinweise auf die Arbeiten genannter Autoren finden wir bei ihm nicht (196 p. 363). Zimmermann beruft sich auch noch auf Rousseau, welcher gefunden hatte, dass eine L\u00f6sung von Entz\u00fcndungsh\u00e4uten in Salzen von Alkohol gef\u00e4llt wird, wobei der Niederschlag sich in Wasser l\u00f6st (ib. p. 367).\nIndem Zimmermann mit arteriellem und ven\u00f6sem Fibrin aus Kalbsblut ex-perimentirte, fand er, dass keines davon in ges\u00e4ttigten L\u00f6sungen folgender Salze sich l\u00f6ste Kaliumnitrat, Chlorammonium, doppeltkohlensaures Natron und Chlor-baryum, w\u00e4hrend arterielles Pferdefibrin, sowohl feuchtes als getrocknetes, in\n') \u201eDenis's Angabe, der alle Chemiker, selbst Liebig, folgen, dass wohl der Faserstoff des Arterienblutes (!), nicht aber der das Venenblutes (!?) in Nitrum l\u00f6slich sei, ist falsch. Denn es ist mir mehr als einmal und zwar mir der gr\u00f6ssten Leichtigkeit gelungen, die L\u00f6sung des Faserstoffs aus dem gesunden wie entz\u00fcndlichen Venenblute zu Stande zu bringen\u201c (194 p, 22),\nOffenbar kannte Zimmermann Denis's Arbeiten nicht und batte die Referate nicht aufmerksam gelesen. In der Folge bestrebt er sich seinen Fehler gut zu machen (1846, 196 p. 365), indem er erkl\u00e4rt, er habe fl\u00fcchtig und dazu nur Nasse^ Schrift (144 p. 146) gelesen.","page":188},{"file":"p0189.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER CO\u00c0GUL\u00cfRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n189\n3,5 Unz. Wasser, mit 30 Gran Kaliumcarbonat versetzt, im Laufe von 10 Tagen sich aufl\u00f6ste; arterielles Fibrin eines anderen Pferdes l\u00f6ste sich ebenfalls im Laufe von 10 Tagen in 500 Grn. Wasser -f- 40 Gr. Salpeter auf; endlich l\u00f6ste sich 1 Gr. Fibrin aus dem arteriellen Blute einer Frau in 500 Gr. Wasser -j- 25 Gr. Salpeter in 5 Tagen, -f- 4 Gr. Kaliumcarbonat in 30 Stunden, -f- 60 Gr. Chlornatrium in 72 St., + 16 Gr. Jodkalium in 50 St., + 6 Gr. Cyankalium in 48 St. auf., wobei in allen F\u00e4llen ein sehr unbedeutender flockenartiger Niederschlag *) zur\u00fcckblieb (ib. p. 371\u20142). Auch arterielles und ven\u00f6ses Fibrin des Hundes l\u00f6st sich gleich gut in Salzen (ib. p. 372). Ausserdem l\u00f6sten sich sowohl in Salpeter (30 Gr. auf 500 Gr. Wasser in 72 Stunden) als in Kochsalz von den Lungen abgenommene pleuritische H\u00e4ute auf. Was das Fibrin, welches in Wasser sogar 30 Sec. lang gekocht wurde, anbetrifft, so biisst es nur seine L\u00f6slichkeit in Salzen ein (ib. p. 373). Auch beim Liegen in Alkohol verliert das Fibrin, wenn auch nur allm\u00e4lig, die F\u00e4higkeit, in Salzen sich aufzul\u00f6sen. So l\u00f6ste sich z. B. Fibrin nach 24-st\u00fcndiger Einwirkung von Alkohol in 16 Stunden in Chlorkalium und Iodkalium, nach 17-t\u00e4-gigem Liegen in Alkohol\u2014erst nach 36 Stunden in Chlorkalium auf; nach 45-t\u00e4-giger Einwirkung von Alkohol hatte das Fibrin seine L\u00f6slichkeit in Salzen schon vollst\u00e4ndig eingeb\u00fcsst (ib. p. 375).\nWas die Abh\u00e4ngigkeit der L\u00f6slichkeit des Fibrins von dessen Darstellungsweise anbetrifft, so findet Zimmermann in dieser Beziehung keinen Unterschied, ob es durch Schlagen oder durch Durchpressen und Auswaschen des Coagulums (ib. p. 380) erhalten wurde; zur Darstellung desselben empfiehlt er in der Folge (1847,, 108 p. 41) das Coagulum in Leinwand zu binden, zwischen den H\u00e4nden durchzukneten und unter einem Wasserstrahl auszuwaschen. F\u00fcr eine der wichtigsten die L\u00f6slichkeit beschleunigenden Bedingungen h\u00e4lt Zimmermann (196 p. 386) die W\u00e4rme.\nAuf Grund all dieser Thatsachen zieht dieser Forscher aus seinen Beobachtungen einen allgemeinen Schluss, indem er unter anderem behauptet, dass sowohl das ven\u00f6se als das arterielle Fibrin aus Ochsen- und Kalbsblut in Salzen offenbar unl\u00f6slich sei.\tw\u00e4hrend das arterielle\tund das ven\u00f6se\tFibrin aus\tHundeblut sich\ngleich gut l\u00f6sen; arterielles Fibrin aus Pferdeblut l\u00f6ste sich schwerer als ven\u00f6ses. Getrocknetes Fibrin l\u00f6se sich im allgemeinen schwerer als frisches. Fibrinl\u00f6sungen in Salzen seien\tmit dem H\u00fchnereiweiss\tidentisch, da sie\tvon Aether gef\u00e4llt werden\n(ib. p. 390). Ferner findet Zimmermann\t(197 p 53), dass\taus einer\tser\u00f6s-fibrin\u00f6sen\nFl\u00fcssigkeit, wie er das Plasma nennt, welches von den Blutk\u00f6rperchen durch Abstehen befreit wurde, nachdem das Blut, um der Gerinnung vorzubeugen, beim Ausfliessen aus den Blutgef\u00e4ssen unmittelbar mit einem Salz vermischt wurde, erhaltenes Fibrin von Wasser gef\u00e4llt wird. Dieses Experiment h\u00e4lt Zimmermann f\u00fcr einen Beweis\tdaf\u00fcr, dass durch die\tEinwirkung von\tSalzen das\tFibrin keineilei\nVer\u00e4nderungen in seinen chemischen Eigenschaften erleidet.\nMit den soeben dargelegten Thatsachen stimmen die von L\u00f6wig (118 p. 556) angef\u00fchrten \u00fcberein, dass auch Berthollet Aufl\u00f6sung des Fibrins in Natiiumacetat und Salmiak beobachtet hatte. Auch Letelier (112 p. 877) l\u00f6ste 3 Teile Fibrin aus ven\u00f6sem Blut in 10 T. Wasser, mit 0,4 Natriumcarbonat versetzt, auf. Hlasiwetz endlich (95 p. 8) beobachtete Aufl\u00f6sung von ven\u00f6sem Fibrin in den neutralen Alkalisalzen: Salpeter. Kaliumcarbonat, Kaliumacetat, Kaliumsulfat u. s. w. Besonders glatt geht der Process bei 50\u201460\u00b0 vor sich, wobei das Fibrin, bevor es sich l\u00f6st, aufquillt.\n*) \u201eOb Denis und Scherer arterielles Fibrin von\tten das Dogma aufzustellen^dass arterielles Fi-\ngesunden Menschen untersucht haben, bezweifle\tbrin unl\u00f6slich sey\u201c (196 p. o72j.\nich! wie konnten sie daher sich f\u00fcr gef\u00fcgt hal-","page":189},{"file":"p0190.txt","language":"de","ocr_de":"190\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nWas den Zustand des Fibrins im Blute vor der Gerinnung dieses letzteren anbetrifft, so unterscheidet Zimmermann vor allem (194 p. 107) gew\u00f6hnliches und moleculares Fibrin. Ersteres befindet sich, seiner Lehre nach, bis zur Blutgerinnung im gel\u00f6sten Zustande und scheidet sich bei der Blutgerinnung im festen Zustande aus; das moleculare Fibrin hingegen ist sowohl im Plasma als auch im Serum suspendirt und scheint an der Gerinnung des Blutes nicht teil zu nehmen. Dieses Fibrin nennt Zimmermann sp\u00e4ter \u00fcberall Globulin (ib. p. 119, 120, 121 u. s. w.) im Sinne von Simon\u2019s Lehre von der Identit\u00e4t des Globulins und des Caseins im Blutfarbstoff (J\u00dfJVs 41\u2014 47 p. 76). Im ganzen ist es nicht schwer in Zimmermann\u2019s Lehre Denis\u2019s entstellte Lehre von dem molecularen Fibrin oder dem feink\u00f6rnigen Niederschlag aus dem Serum (JfcNs 48\u201460 p. 90), d. h. dem Seroglobin, zu erkennen.\nUnd wieder behaupten Anderson (5 p. 246), Zimmermann (196 p. 359), und Virchow (191 p. 69), dass bei der Blutgerinnung ausser Verdichtung des Plasma keine andern Ver\u00e4nderungen stattfinden; dabei besitze das Coagulum keine faserige Structur, sondern stelle eine ganz einf\u00f6rmige Masse vor, welche, nach Virchow, das Ansehen von Fasern nur durch Faltenbildung, Einreissen und Aufrollen am Bande gewinnt 1). Die Bildung eines \u201efaserigen Ansehens\u201c auf diese Weise beobachtete Virchow an frischem Blut, an Exsudaten bei der Wassersucht, und auch an Blut, welches in Salzl\u00f6sungen eingeflossen wfar (191 p. 63). Es sei besonders die Bewegung des Deckgl\u00e4schens, welches die Bildung solcher Falten, u. s. w. bewirke) bei jedem Stoss, jeder ungleichm\u00e4ssigen Bewegung oder bei der Fortbewegung einzelner Teile des Coagulums, wenn die Hauptmasse unbeweglich ist, sollen Falten entstehen, welche das ganze Coagulum durchstreifen und die verschiedenartigsten Formen annehmen (ib. p. 64). Mit einer Ueberzeugung, die keine Zweifel aufkommen l\u00e4sst, behauptet Virchow zum Schluss, dass das geronnene Fibrin eine ganz gleichm\u00e4ssige, gallertartige Substanz vorstelle, und das faserige Ansehen sich durch die Falten und Bunzeln erkl\u00e4re (ib. p. 65) 2). Zimmermann nimmt seinerseits an (196 p. 359), dass das ausgewaschene Fibrin in seinem einf\u00f6rmigen Medium sowohl elementare und farblose Blutk\u00f6rperchen als auch Stromata (Membranen) roter Blutk\u00f6rperchen (ib.) enth\u00e4lt.\nIm weiteren Verlaufe des Studiums sowohl des Fibrins selbst als dessen Geschichte (1846, 191 p. 76\u201479; 188 p. 262) zieht Virchow den Schluss, dass alle f\u00fcr das Fibrin bekannten Reactionen dasselbe nicht charakterisiren, da alle \u00fcbrigen Proteink\u00f6rper analoge Verh\u00e4ltnisse aufweisen. Das einzige Anzeichen der Gegenwart von Protein in einer gegebenen Fl\u00fcssigkeit sei die F\u00e4higkeit derselben spontan zu gerinnen; das ausgeschiedene Fibrin aber werde durch die allgemeinen Proteinreactionen und das allen diesen K\u00f6rpern gemeinsame Aussehen charakte-nsirt ). Diese allgemeine Charakteristik des Fibrins wurde auch von den auf\n') Virchow dr\u00fcckt sich hei dieser Veranlassung folgendermaassen aus: ,,b ebereinstimmend mit diesen letzteren Angaben, hat mir eine grosse Reihe oft wiederholter L ntersuchungen ge-zeigt, dass das Faserstoffgerinnsel zun\u00e4chst eine durchaus gleichm\u00e4ssige, structurlose Masse ist, an der nur durch Faltung der Oberfl\u00e4che, durch Eimeissen oder Aufrollen vom Rande her der Anschein von Fasern entsteht\u201c (191p. 63).\ns) \u201eDer geronnene Faserstoff stellt eine durchaus gleichm\u00e4ssige, gallertartige Substanz dar, welche ln gr\u00f6sseren Massen stets homogen er-\nscheint, in membranartigen Stucken aber durch die Bildung von Falten und Runzeln ein faseriges Ansehen von sehr verschiedener Art erlangt\u201c (191p. 65).\n3) \u201eDer Faserstoff in Fl\u00fcssigkeit l\u00e4sst sich also nur durch die Gerinnung, der geronnene Faserstoff ann\u00e4hrend, durch die allgemeinen Eigenschaften der Proteinsubstanzen, durch seine Unl\u00f6slichkeit in Wasser, besonders aber durch seine morphologische und physikalische Beschaffenheit erkennen\u201c (191p. 79),","page":190},{"file":"p0191.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n191\nihn folgenden Autoren\u2014Zimmermann (196 p. 352), Schlossberger (163 p. 259) u. a. angenommen. Zugleich schl\u00e4gt Virchow vor, f\u00fcr das ausgefallene Fibrin die Benennung coagulirtes Fibrin beizubehalten, aber das ungekochte von dem gekochten zu unterscheiden (191 p. 79).\nIm Hinblick darauf glaubt Virchow, dass Gegenwart von Fibrin mit Sicherheit nur im Blut, in der Lymphe, in dem Milchs\u00e4fte, den Exsudaten, aller Wahrscheinlichkeit nach im Samen, und in dem corp. aquaeus des Auges angenommen werden k\u00f6nne, wie zuerst von Bisclioff (20 p. CXX) gezeigt wurde; zugleich meint Virchow, dass auch die Stromata der Blutk\u00f6rperchen aus einem fibrin\u00e4hnlichen Stoffe gebaut seien (191 p. 90); doch k\u00f6nne er nicht zugeben, dass das Fibrin in den Muskeln in einer besondern, so zu sagen geronnenen. Form sei, zum Unterschied von allen anderen F\u00e4llen, wo es unter den Augen des Beobachters gerinnt, d. h. in der gerinnenden Form erscheint (191 p. 84). Den Unterschied in der Gerinnbarkeit des Fibrins verschiedenen Ursprungs erkl\u00e4rt Virchow durch die Abh\u00e4ngigkeit von der physikalischen Beschaffenheit der das Fibrin bildenden Molec\u00fcle. d. h. von der gr\u00f6sseren oder geringeren Coh\u00e4sion derselben (ib. p. 91 und 93), infolgedessen das ven\u00f6se Fibrin sich leichter l\u00f6se als das arterielle; doch auch letzteres begann, wie Virchow in einen Falle beobachtete, wo das Fibrin aus der vorderen Arterie des Schienbeines bei einer Beinamputation entnommenem Blut erhalten wurde, schon nach 2 Tagen sich aufzul\u00f6sen, wobei die L\u00f6sung von Essigs\u00e4ure und Fer-rocyankalium gef\u00e4llt wurde. Ausserdem k\u00f6nne auch k\u00fcnstlich ein ziemlich lockeres Coagulum erhalten werden, wenn z. B. Blut in ein gleiches Volum Zuckerl\u00f6sung (1:3 Wasser) eingelassen wird; dabei entstehe ein ebenso lockeres Coagulum wie Magendie\u2019s (ib. p. 90\u201491) Fibrin. Dasselbe k\u00f6nne auch durch Vergr\u00f6sserung des Salzgehaltes im Blute erreicht werden. Im allgemeinen gen\u00fcge es die \u201eBaumverh\u00e4ltnisse\u201c zu \u00fcberwinden, um ein lockeres Coagulum. wie soeben erw\u00e4hnt wurde, zu erhalten (ib. p. 69). Zugleich wachse die Verdichtung des Fibrins bei l\u00e4ngerem Verweilen im feuchten Zustande oder durch Einwirkung von Alkohol und W\u00e4rme an. Unter diesen Umst\u00e4nden gehe sowohl das Fibrin als auch das Albumin in ein v\u00f6llig unl\u00f6sliches Coagulum \u00fcber. Auch Schlagen beeinflusse N\u00e4herung der Molec\u00fcle, folglich Verdichtung, folglich auch schwerere L\u00f6slichkeit des Fibrins (ib. p. 91\u201493). Den Gerinnungsprocess selbst betrachtet Virchow (ib. p. 68; 189 p. 213) von demselben mechanischen Gesichtspunkte aus als eine N\u00e4herung der Molec\u00fcle des l\u00f6slichen Fibrins bis zum Uebergang in den gallertartigen, wonach schon dieses letztere in eine dichtere Masse \u00fcbergehe (191p. 68). Auch Mulder (142 p. 125) findet zwischen dem Fibrin und dem Albumin das Gemeinsame, dass sowohl das H\u00fchnereiweiss als auch das Fibrin unter der Einwirkung von Alkohol in den unl\u00f6slichen Zustand \u00fcbergehen und sogar ihre L\u00f6slichkeit in sehr verd\u00fcnnter Salzs\u00e4ure bei der Temperatur des Verdauungsbades einb\u00fcssen (ib. p. 125).\nPolli dagegen (151 p. 268) nimmt mehrere Arten Fibrin an. Als Ausgangspunkt zu einer solchen Annahme dienen die Ver\u00e4nderungen in den Eigenschaften, die es, seiner Meinung nach, w\u00e4hrend der pathologischen Processe, insbesondere bei Entz\u00fcndungen, erleidet. Indem Polli ebenfalls zugiebt, dass das Fibrin im Blute sich im gel\u00f6stem Zustande befinde, nimmt er zugleich an, dass es sich unter dem Einfl\u00fcsse von Entz\u00fcndungsprocessen bei der Blutgerinnung mit besonderen Eigenschaften ausgestattet Ausscheiden k\u00f6nne, wie z. B. als schwer gerinnendes Fibrin\u2014 Bradifibri i\u2014und l\u00e4ngs m gerinnendes Fibrin\u2014Parafibrin. Letzteres erscheine in Gestalt von so feinen, zarten und weit auseinander liegenden Fadehen, dass man sie mit unbewaffnetem Auge kaum zu unterscheiden verm\u00f6ge,","page":191},{"file":"p0192.txt","language":"de","ocr_de":"192\nDAS GLOBULIN DEB COAGULIRBAKEN SUBSTANZ DES BLUTES.\nSchlossberger (163 p 258) beobachtete, dass das pleuritische Exsudat zwei Gerinnungsstadien durchmacht. B\u00e9clard (13 p. 146) bemerkte seinerseits, dass das Blut aus einer Pferdemilz nach der Abtrennung des Coagulions wieder gerann. Das Fibrin der zweiten Gerinnung nannte Schlossberger msgemem mit Virchow Fibrin sp\u00e4ter Gerinnung\u201c. Pierry & Seele Montd\u00e9zert beobachteten, dass auch die Fl\u00fcssigkeit, aus welcher sich gew\u00f6hnlich die Entz\u00fcndungshaut bildet\u2014das Plasma ebenfalls eine solche secund\u00e4re Gerinnung abgiebt (148 p. 205).\t.\nBemerken wir noch, dass Lehmann im Blute dei Lebeiaiteiie gew\u00f6hnlich kein Fibrin, in einem Falle nur Spuren davon fand (109 p. 136).\nAuch \u00e4ussere Umst\u00e4nde spielen eine nicht geringe Rolle in Bezug auf die Mengen des Fibrins. Ton Rasori\u2019s Voraussetzung ausgehend, dass die Ursache der Vermehrung des Fibrins im Blute bei Entz\u00fcndungsprocessen die W\u00e4rme sei, stellte Marchai de\" Calvi (126 p. 212) Beobachtungen an und fand im Verein mit Poggiale, dass bei 55\u00b0\u201460\u201c gestandenes Blut 9\u201437 egrm. auf 1000 mehr Fibrin ausschied als auf Eis gestelltes. Beim Erhitzen bis 70\u00b0\u2014 der Gerinnungstemperatur des Albumins\u2014fand er jedoch bedeutende Verminderung und in einem Falle vollst\u00e4ndiges Ausbleiben der Gerinnung. Darauf zeigte Marchai de Calvi, dass bei der Gerinnung im Ruhezust\u00e4nde sich mehr Fibrin bildet als beim Sch\u00fctteln (127 p. 30); die Ver-\nsuche dieses Autors wiederholend, fand Corne (31 p. 316) in allen 10 F\u00e4llen, dass Sch\u00fctteln die Fibrinmenge unzweifelhaft vermindert, was aus den von ihm zusammengestellten Tabellen deutlich erhellt; in einem andern Falle aber fand er, dass bei der Blutgerinnung im Ruhezust\u00e4nde und beim Umsch\u00fctteln in der Menge des Fibrins kein Unterschied wahrgenommen werden konnte (32 p. 178). Abeille (1 p. 378) beobachtete dagegen, dass beim Schlagen (au battage) des Blutes sich mehr Fibrin ausschied als bei der spontanen Gerinnung; dabei wachse die Fibrinmenge noch an, wenn das Blut beim Schlagen bis 60\u00b0 erw\u00e4rmt wird; bei Temperaturerniedrigung vermindere sich die Ausscheidung des Fibrins bedeutend und h\u00f6re endlich ganz auf. Alliieht (2 p. 723) constatirt seinerseits Vermehrung der Fibrinausbeute beim Schlagen (\u00e9t\u00e9 battu) des Blutes.\nSeit Anfang der 50-er Jahre fing man an. sich mehr und mehr von der unbestreitbaren Thatsache zu \u00fcberzeugen, dass das auf gew\u00f6hnlichem Wege erhaltene Fibrin gar zu weit von dem entfernt ist. was mit diesem Namen bezeichnet werden sollte. Nach Virchow und besonders nach Zimmermann, beschreibt C. Schmidt (164 p. 12) sehr bestimmt die Beziehung der Blutk\u00f6rperchen zum Coa-gulum. Die mikroscopische Untersuchung von mit dem Rasirmesser oder dem doppelten Messer hergestellten Schnitten eines solchen, zeigte Schmidt, dass Blutk\u00f6rperchen in so grossen Mengen im Coagulum sassen. dass die Zwischensubstanz mir y5 des Volums des Coagulums bildete (ib. p. 12). Hassal (87 Taf. II, Fig. 6) giebt ein f\u00fcr jene Zeit (1852) vorz\u00fcgliches Bild von Fibrin mit den in demselben eingebetteten Blutk\u00f6rperchen. Das Coagulum ist so dargestellt, wie es sein soll, ohne k\u00fcnstlich hervorgerufene F\u00e4den (Fasern) u. s. w., wie wir es in Fun-ke\u2019s Atlas sehen. Diese in unabsehbarer Menge in eine gallertartige Masse eingeschlossenen Blutk\u00f6rperchen konnten nat\u00fcrlich aus dem Coagulum nur schwer entfernt werden, und erscheint es ganz begreiflich, dass Melsens sich umsonst bem\u00fchte ganz reines Fibrin aus einem Coagulum darzustellen (135 p. 172). Um das Fibrin auszuscheiden, wurde das Blut in allen Richtungen umgesch\u00fcttelt und darauf das Coagulum zuerst mit Blutserum, dann mit ges\u00e4ttigten Salz- oder Zncker-l\u00f6sungen gewaschen. Gew\u00f6hnliches Fibrin bereitete Melsens durch Auswaschen\nzuerst in warmem, dann in kaltem Wasser. Trotz sorgf\u00e4ltiger mechanischer Behandlung gelang es Melsens nicht, von den Stromata der roten Blutk\u00f6rperchen ganz","page":192},{"file":"p0193.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\t1#3\nii\u00dfies Fibiin zu erhalten (ib. p. 171 3). \\on dem soeben Dargelegten ausgehend, kann man frei behaupten, dass Lecanu zum Teil recht hatte, als er die Identit\u00e4t der Stromasubstanz der roten Blutk\u00f6rperchen mit dem Fibrin zugab (108 p. 5; 107 p. 11). Die Blutk\u00f6rperchen, welche durch Filtration von ungeronnenem, in\u2019eine Natriumsulfatl\u00f6sung eingeflossenem Ochsen- oder Schafblut abgetrennt werden, bilden nach dem Auswaschen mit Salzen und \"Wasser zuerst eine gel\u00e9eartige dann ein fibrin\u00f6se Masse.\nIm weiteren identificirt Melsens (134 p. 247) dem \u00e4ussern Ansehen nach die Blutgerinnung mit dem Ausscheidungsprocess des Ovoglobins beim Schlagen des Eiweis-ses, obgleich er die Producte dieser beiden Processe unterscheidet. Gluge (72 p. 189) best\u00e4tigt auf Grund mikroscopischer Beobachtungen Melsens\u2019s Schl\u00fcsse, nach welchen die F\u00e4den des gew\u00f6hnlichen Fibrins von den beim Schlagen des H\u00fclmerei-weisses erhaltenen sich unterscheiden. Doch fand Panum (146 p. 251), der bei der Vermischung von H\u00fchnereiweiss mit Wasser H\u00e4ute und F\u00e4den erhielt, zwischen diesem Product und dem Fibrin viel Gemeinsames. Nichtsdestoweniger h\u00e4lt Panum es f\u00fcr n\u00f6tig zu fragen, was denn eigentlich f\u00fcr Fibrin anzusehen sei. Das Vorhandensein von molecularem Fibrin nicht zugebend und alle von Polli (Bd. IV p. 178) angenommenen Fibrinarten identificirend, giebt Panum das Vorhandensein nur eines Fibrins mit dem einen Merkmal\u2014dem faserigen Bau, wie er unter dem Mikroscop erscheint, zu. Die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Betracht ziehend, nimmt Lehmann jedoch (110 p. 330) an, dass ein jedes Fibrin in dreifacher Gestalt erscheinen k\u00f6nne: 1) in der normalen, in Fl\u00fcssigkeiten gel\u00f6sten; 2) in der festen, welche gew\u00f6hnlich das geronnene genannt wird, und 3) als in der W\u00e4rme geronnenes, in Wasser gekochtes Fibrin \u2019). In dieser letzteren Form unterscheide sich das Fibrin durch nichts von dem in der W\u00e4rme geronnenen Albumin (ib. p. 334).\nDiese Charakteristik des Fibrins, welche Lehmann in seinem Lehrbuche giebt, ist in der Hinsicht interessant, dass zu derselben Zeit Robin & Verdeil (154 p. 209) in Frankreich in ihrem nicht weniger bekannten Lehrbuche dieselbe Charakteristik des Fibrins geben, indem sie als dessen normalen Zustand den fl\u00fcssigen (liquide) annehmen, der bei dem Gerinnungsact (solidification) in den festen Zustand (\u00e9tat solide) (ib. p. 204) \u00fcbergeht.\nZergliederung des Begriffs Fibrin in d i e B e gr i f f e \u201eF fibrinogen\u201c und eigentliches \u201eFibrin\u201c. Seit Mitte der 40-er Jahre fing man an. im Gegensatz zu der gew\u00f6hnlichen Vorstellung von dem Vorhandensein des Fibrins im suspendirten oder im gel\u00f6sten Zustande und dessen Uebergang beim Gerinnungsprocess in eine gallertartige Substanz u. s. w., die Meinung auszusprechen, dass im ungeronnenen Blute ein besonderer Protemk\u00f6rper vorhanden sei. der bei der Gerinnung in die Modification \u00fcbergehe, welche Fibrin genannt wird.\nDie ersten Hinweise auf eine solche Lehre finden wir bei Mulder (1844, 141 p. 325), welcher der Ansicht ist, dass das Fibrin im Blute sich in halbfl\u00fcssigem Zustande befindet 2). Indem Mulder in den Stromata der roten Blutk\u00f6rperchen eine besondere Substanz annimmt, die er \u201eGlobulin\u201c nennt, glaubt er, dass das Fibrin seine Entstehung dieser Substanz verdanke; jedenfalls befinde si c h de r\n') \u201eWir unterscheiden zun\u00e4chst nur das Fibrin in nat\u00fcrlich gel\u00f6ster Form, ferner das sp\u00e4ter geronnene und endlich das durch Hitze coagulirte oder gekochte Fibrin\u201c (110 p. 330).\n:) \u201eMan sagt, er sei in dem Blute aufgelost.\nDies darf indessen gewiss nicht im buchst\u00e4blichen Sinne genommen werden, vielmehr scheint der Faserstoff in einem halbfl\u00fcssigen Zustande in dem Blute enthalten zu sein\u201c (141p. 325).-","page":193},{"file":"p0194.txt","language":"de","ocr_de":"194\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nStoff, welcher bei der Blutgerinnung das Fibrin erzeugt, im l\u00f6slichen Zustande im Blute. Dieser Satz \u2018) weist unmittelbar auf den Unterschied in dem Zustande des Protemstofls im Blute vor der Gerinnung und in Gestalt von Fibrin nach der Gerinnung hin.\nSp\u00e4ter (1847) konnte Virchow (190 p. 581), der von dem Satze ausging, dass die Blutgerinnung durch den Einfluss des Sauerstoffs bedingt wird, infolgedessen das Fibrin entstehe, nicht umhin auf Grund seiner eigenen Lehre zuzugeben, dass bis zum Gerinnungsmoment eine Substanz im Blute vorhanden sei, welche nicht f\u00fcr Fibrin gehalten werden k\u00f6nne und welche er deshalb \u201eFibrinogen\u201d zu nennen vorschl\u00e4gt 2).\nAus dem Dargelegten ist ersichtlich, dass es nicht irgend welche experimentellen Thatsachen \u00fcber die Eigenschaften der Prote'ink\u00f6rper vor und nach der Blutgerinnung gewesen sind, die Virchow bewogen diese Substanzen auch dem Namen nach zu unterscheiden. Trotzdem hat die Benennung Virchow\u2019s Theorie \u00fcberlebt.\nEinen nicht weniger problematischen Charakter tragen Cohen\u2019s Voraussetzungen (1850, 30 p. 487). Dieser Forscher nimmt an, dass im gesunden Blute eine Substanz im gel\u00f6sten Zustande enthalten sei, welche unter gewissen Bedingungen in Albumin und Fibrin zerfalle, wobei andererseits diese zwei Substanzen k\u00fcnstlich in einander verwandelt werden k\u00f6nnen 3). So werde das Fibrin durch eine schwache Aetznatronl\u00f6sung bei 40\u00b0 in Albumin verwandelt, so dass die vergr\u00f6sserte Fibrinmenge in gewissen Krankheiten durch Verminderung der Alkalien bedingt werde (ib. p. 437). Die Mitte zwischen Denis\u2019s (Bd. IV p. 181) Lehre und der soeben dargelegten Theorie Cohen\u2019s h\u00e4lt Corne\u2019s (32 p, 178) Lehre, nach welcher 3 Arten Proteine anzunehmen seien: das eigentliche Albumin, das \u201eFibrid\u201c, ein mittlerer Zustand zwischen dem Albumin und dem Fibrin, endlich das Fibrin (ib. p. 178).\nObgleich Lehmann im ganzen die Ansicht teilte, welche bis zu den 40-er Jahren \u00fcber den Zustand des Fibrins (p. n. 230) allgemein verbreitet war, sprach er, unter dem Einfl\u00fcsse von Cohen\u2019s Ideen, ohne irgend welche charakteristischen Z\u00fcge anzuf\u00fchren, eher durch die blosse Benennung geleitet, den Gedanken aus, dass im Blute der Wirbeltiere ein K\u00f6rper enthalten sei, den er \u201efibringebende Substanz\u201c nennt, welche aus dem l\u00f6slichen ineinenimSeru m u n l\u00f6slichen K\u00f6rper, Fibrin g e n a n n t, \u00fcbe r g e h t (110 p. 332) 4). Um die fibringebende Substanz im gel\u00f6sten Zustande zu erhalten, schl\u00e4gt Lehmann die schon bekannten Darstellungsweisen des Salzplasma (ib. p. 336\u20147) vor, indem er die L\u00f6slichkeit des Fibrins sowohl des arteriellen als des ven\u00f6sen Blutes des Menschen und des Schweines, des ven\u00f6sen, nicht aber des arteriellen Fibrins, des Ochsenblutes, in Salzen, namentlich in Salpeter (ib, p. 334), anerkennt und best\u00e4-\n') \u00bbIm Blute ist der bei der Coagulatiou F i-brin erzeugende Stoff aufgel\u00f6st\u201c ( 141 P- 354).\n\u2022) \u201e....dass darin eine Substanz sich befindet, die unter der Einwirkung der atmosph\u00e4rischen Luft sich in den gerinnungsf\u00e4higen Faserstoff umwandelt. Man hat gar keinen Grund dazu, diese Substanz Faserstoff zu nennen: vielmehr, wollte man sie benennen, so k\u00f6nnte man sie h\u00f6chstens Fibrinogen taufen\u201c (190 p. 581). Bei Schlossberger (163 p. 259) finden wir die Angabe, dass die Benennung ..Fibrinogen\" im Jahre 1845 und zwar in Froriep's Notizen, 1845, M 769, auch in Zeitschr, f. rat. Medic. IV, p. 285 von Virchow\neingef\u00fchrt worden sei. Das ist aber ein Irrtum. Unsre Angabe dar\u00fcber (190 p. 581) ist die richtigere.\n3)\t\u201eA l'\u00e9tat sain, le s\u00e9rum circulant tient en dissolution la substance qui se partagera ult\u00e9rieurement en albumine et en fibrine. L\u2019albumine et la fibrine peuvent \u00eatre transform\u00e9es artificiellement l\u2019une en l'autre\u201c (30 p. 437).\n4)\t,,Im Blute der Wirbelthiere ist ein Stoff aufgel\u00f6st, welcher bei seiner Umwandlung einen in Blutwasser nicht l\u00f6slichen Stoff erzeugt, den wir Fibrin nennen\u201c (110 p. 332).\n...... Um die nat\u00fcrliche L\u00f6sung der fibrinige-\nbenden Substanz zu erhalten .. * * (110 p. 336)","page":194},{"file":"p0195.txt","language":"de","ocr_de":"\u00ce)A\u00a7 GLOB\u00dcLtt D\u00c9R \u00d4OAGUL\u00efRBAR\u00cbN SUBSTANZ DES BLUtES.\n195\ntigt. Lehmann\u2019s Ansicht nach (1853. 110 p. 331), sei es m\u00f6glich das Fibrin in dessen nat\u00fcrlichem, gel\u00f6stem Zustande nur mittels Eintr\u00e4gen die Gerinnung verhindernder Agentien zu studiren, wobei jedoch das erhaltene Plasma von den gew\u00f6hnlichen prote'inhaltigen Fl\u00fcssigkeiten sich durch nichts als durch spontane Gerinnung unterscheide, und auch diese F\u00e4higkeit durch Zusatz gen\u00fcgender Salzmengen ausgeschlossen werde. Erw\u00e4hnen wir hier gleich, dass in einem Falle Gorup-Besanez (73 p. 166) aus den Venen des Thorax erhaltenes Fibrin beim Waschen mit Wasser, wenn auch nicht vollst\u00e4ndig, aufl\u00f6ste.\nIm weiteren h\u00e4lt Virchow (191 p. 104), der die verschiedenen Fibrinarten nicht anerkennen wollte, sich dennoch bei der Frage nach der Pr\u00e4existenz des Fibrins vor der Blutgerinnung auf. Ohne irgend welche gewichtige Thatsachen unter der Hand zu haben und auf seine fr\u00fchere Voraussetzung in Bezug auf das Vorhandensein eines K\u00f6rpers, den er jetzt schon \u201efibrinogene Substanz\u201c nennt, sich berufend, glaubt Virchow, dass man mit einigem Recht (?) die Existenz einer vom Fibrin unterscheidbaren Substanz im Moment der Gerinnung zugeben k\u00f6nne, einer Substanz, welche einen gerinnenden K\u00f6rper, das Fibrin, erzeugt, selbst aber spontan nicht gerinnt (ib. p. 105). Dieser Satz wird verst\u00e4ndlicher, wenn man Virchow\u2019s Lehre \u00fcber den Anteil des Sauerstoffs an dem Gerinnungs-process des Blutes in Betracht zieht, wie ihn Virchow auch selbst erkl\u00e4rt: n\u00e4mlich, dass in keiner der normalen tierischen Fl\u00fcssigkeiten das Fibrin als solches existire, dass das Blut, die Lymphe und die andern lymphatischen Fl\u00fcssigkeiten eine Vorstufe des Fibrins enthalten, welche unter der Einwirkung von Sauerstoff in wirkliches Fibrin \u00fcbergeht (ib. p. 133) *).\nDie Lehre von dem Fibrinogen erh\u00e4lt einen bestimmteren Ausdruck in Denis\u2019s Arbeiten 61856, 43 p. 161\u2014165; 1858, 44 p. 996; 1859, 45 p. 28 und 1861, 46 p. 1239).\nZuerst glaubte Denis, das Blut enthalte eine Substanz, welche nach der Stillung des Blutes, oder nachdem dieses den K\u00f6rper verlassen, entweder in l\u00f6sliches Fibrin (fibrine pure) oder in unl\u00f6sliches (fibrine modifi\u00e9e) sowie in die Stromasubstanz der Blutk\u00f6rperchen (globuline Denis) \u00fcbergeht. Diese hypothetische Substanz nannte Denis \u201es \u00e9 r o f i b r i n e\u201c 2). Als besonders gewichtigen Beweis f\u00fcr die Existenz des Serofibrins h\u00e4lt er den Umstand, dass das Fibrin in der Fl\u00fcssigkeit, in welcher es sich bis zur Gerinnung im gel\u00f6sten Zustande (43 p. 164) befunden hatte, unl\u00f6slich wird und es auch bleibt, wenn das Blut unmittelbar von Neutralsalzl\u00f6sungen aufgenommen wird (ib. p. 165). Jedenfalls muss diese Substanz l\u00f6slicher sein als das Fibrin, da es von dem f\u00fcnften Teil der zur L\u00f6sung des Fibrins n\u00f6tigen Salze in L\u00f6sung erhalten wird (ib. p. 166). Daraus folgt, dass diese Substanz in dem Plasma unter denselben Umst\u00e4nden existirt wie das Serin (Sero-globin\u2014W 48\u201460 p. 541) und, so zu sagen, die Mitte zwischen dem Seroglobin und dem Fibrin h\u00e4lt (ib. p. 165). Dabei ist es interessant, dass Denis, der, wie Liebig, das Blut in eine Natriumsulfatl\u00f6sung einfliessen liess, ebenfalls Gerinnung der abgestandenen klaren Schicht beobachtete. Um aber den Process zu beschleunigen, schl\u00e4gt Denis vor, das klare Plasma mit Wasser zu f\u00e4llen; dabei finde Gerinnung des\n') ..dass in keiner der norma-\nlen thierischen Fl\u00fcssigkeiten der Faserstoff als solcher vollst\u00e4ndig pr\u00e4existirt, dass vielmehr das Blut nur eine n\u00e4here, die Lymphe und die lymphatischen Fl\u00fcssigkeiten eine fernere Vorstufe desselben enthalten, welche unter dem Contakt des Sauerstoffs schneller oder\nlangsamer in wirklichen Faserstoff \u00fcbergehen und dann gerinnen\u201c' (191 p. 133).\n2) ,,J\u2019appellerai s\u00e9rofibrine, pour m\u2019expliquer avec plus de lucidit\u00e9, le corps nouveau dont j\u2019indique l\u2019existence comme probable, substance hypoth\u00e9tique qui pr\u00e9existerait aux mati\u00e8res fi-bro\u00efdes connues\u201c (43 p. 166).","page":195},{"file":"p0196.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN BER \u00d6OAG\u00dcLIRBArEN SUBSTANZ D\u00cbS BLUTES.\nIW\nFibrins statt, welches in diesem Falle in einer in Salzen unl\u00f6slichen und in verd\u00fcnnten Alkalien und S\u00e4uren schwerl\u00f6slichen Form erscheint. Das Fibrin dagegen, welches aus eben solchem Blute unmittelbar durch Schlagen erhalten worden war, l\u00f6ste sich leicht. Dies brachte Denis auf den Gedanken, dass die durch das Natriumsulfat hervorgerufene Verz\u00f6gerung der Gerinnung das leichtl\u00f6sliche Fibrin (fibrine pure) in das schwerl\u00f6sliche (fibrine modifi\u00e9e) (ib. p. 162) \u00fcbergef\u00fchrt hatte. Ebenso verhalten sich auch die \u00fcbrigen Alkalisalze, mit Ausnahme der Carbonate, und das dabei erhaltene Product trage gleichfalls den Charakter des schwerl\u00f6slichen Fibrins (fibrine modifi\u00e9e) (43 p. 163).\nUm diese Zeit unterscheidet Milne-Edwards (136 p. 117, 123), der zwar in den chemischen Eigenschaften des ausgeschiedenen Fibrins (vor der Gerinnung) keinen Unterschied sieht, das Fibrin dennoch durch die Benennungen: \u201efibrine plasmique\u201c, welches sich im Blute bis zur Gerinnung befindet, und \u201efibrine du caillot\u201c. Indem Denis (1859.45 p. 28) auf seine Arbeit vom Jahre 1856\nsich beruft, h\u00e4lt er es f\u00fcr notwendig das Vorhandensein\npers im Plasma zuzugeben, welches er jetzt \u201ef i b r o-s \u00e9 r i n e\u201c nennt J). In Betracht\neines\nselbst\u00e4ndigen K\u00f6r-\ndessen, dass es schl\u00e4gt er vor, auch \u201efibrino Benennung.\nHistorischer 996) Denis der welcher auch die\nihm gelungen war diesen K\u00f6rper im reinen Zustande zu erhalten.\nPlasmine\u201c 3) oder nichts von Virchow\u2019s\ndemselben g \u00e8ne\neine selbst\u00e4ndige Benennung\nzu\ngeben\n(ib. p. 31); dabei wusste er\nGenauigkeit halber erw\u00e4hnen wir, dass im Jahre 1858 (44 p. parisei Akademie eine Mitteilung \u00fcber das Plasmin machte, in Darstellungsart dieses K\u00f6rpers beschrieben wurde.\nDenis s Lehre nach, befindet sich das Plasmin im gel\u00f6sten Zustande im Blute, aoer nach der Ausscheidung des Blutes aus den Gelassen ver\u00e4ndere sich auch die-ser K\u00f6rper. Uin das Plasmin auszuscheiden, vermischte man 6 Vol. Blut mit 1 Vol. ges\u00e4ttigter Aatnumsulfatl\u00f6sung. Nach der Abtrennung des Plasma von den Blutk\u00f6rperchen behandelte Denis dasselbe nicht nur mit 10 Vol. Wasser sondern s\u00e4t-tigte es noch mit gepulvertem Kochsalz in kleinen Portionen unter Umr\u00fchren mit\nmnd\u00dc-HDef ^edi!'SCih ag wurde von der Fl\u00fcssigkeit durch Abgiessen befreit\ndpn FLwT1^erf^ochsalzl\u00f6sung, in welcher das Plasmin unl\u00f6slich ist, oder nach dem Iiltrnen, ebenfalls mit ees\u00e4ttistfir Km-hsnlT-inci\u2122\nDas\nl\u00f6st\n_ ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung, auf dem Filter gewaschen, gewaschene Plasmin stellt eine teigartige Masse vor, enth\u00e4lt Kochsalz und .sclP infolge der Gegenwart dieses Salzes, in Wasser (45 p. 32; 46 p 1240V\nw\u00eerd1 ihm'^ber^flq beim Trocknen unter 40\u00b0 die L\u00f6slichkeit des Plasmins nicht;' nL p f Salz entzogen, so ver\u00e4ndert sich dieselbe bedeutend (ib.).\nden Salzen f\tDen1ls der Allsicht> dass das Plasmin im Blute von\nwiesen dass L saTeg ? i i\tZ\u2122\u00bb} die.s sei auch \u00dcOch durch den Umstand be-\n; 1\t^\t\u2018 ^ecie das Plasmin aufi\u00f6sen, zugleich auch die Gerinnung\n) I m Denis s V erhalten den von ihm eins f\u00fchrten Benennungen gegen\u00fcber zu Charakter! ren, halten wir es f\u00fcr n\u00f6tig zu erw\u00e4hnen, da im Jahre 1856 das Fibrinogen bei ihm \u201es\u00e9ro brine*1 (43 p 166) hiess: \u201ej\u2019appelerai s\u00e9rofibrine -if16 1f59 scllreil>t er: \u00bbJ\u2019ai m\u00eame alo (185b) appel\u00e9 celle-ci provisoirement*- tibro-\u00ab vine (!) (45 p. 29).\n) Das Plasmin entspricht dem heutigen Fibrin gen aut Grund dessen Nencky (1875, 145 p. 114 und Sch\u00fctzenberger (1886. 171 p. 61) das Par globulin (Seroglobin) mit Denis\u2019s Pksmin iden\nficiren. \u201ePlasmine. Je crois devoir r\u00e9p\u00e9ter encore que. je n\u2019entends pas d\u00e9nommer ainsi la fibrine liquide, la fibrine plasmique, mais bien la mati\u00e8re nullement fibrineuse qui est l\u2019origine de cette, fibrine, la lymphe coagulable, la substance que. j appelais s\u00e9rofibrine, et qu\u2019on pourrait aussi d\u00e9signer sous le nom de fibrinog\u00e8ne, si un pareil mot pouvait \u00eatre admis. Elle est liquide dans le sang et. d\u00e8s qu\u2019il est tir\u00e9 de ses vaisseaux, elle ne'tarde pas \u00e0 se d\u00e9naturer, ce qui a mis jusqu'ici un obstacle insurmontable \u00e0 son isolement\" (45 p. 30).","page":196},{"file":"p0197.txt","language":"de","ocr_de":"b AS GLOBULIN BER COAG\u00dcLiRBAREN SUBStANZ BES BL\u00dcT\u00caS.\n197\ndes Blutes liintanlialten. So l\u00f6se z. B. Kochsalz in wenig concentrirten L\u00f6sungen das Plasmin leicht, w\u00e4hrend concentrirte L\u00f6sungen dasselbe f\u00e4llen. Eine Plasminl\u00f6sung werde von W\u00e4rme, Alkohol und auch von S\u00e4uren und Alkalien gef\u00e4llt; zugleich sei die L\u00f6sung im Laufe von 5\u201415 Minuten und mehr im Stande auch spontan zu gerinnen1), je nach der zum Aufl\u00f6sen des Plasmins genommenen Menge Salz und Wasser (45 p. 34). Doch auch diesen Process sieht Denis f\u00fcr einen Uehergang aus dem l\u00f6slichen in den in derselben Fl\u00fcssigkeit unl\u00f6slichen Zustand an. Aber nicht alles Plasmin scheide sich in unl\u00f6slicher Form aus, ein Teil bleibe in L\u00f6sung zur\u00fcck (ib. p. 35). Was den in den unl\u00f6slichen Zustand \u00fcbergegangenen Teil des Plasmins anbetrifft2), so l\u00f6se er sich weder in Wasser noch in Salzen und besitze alle Eigenschaften des schwerl\u00f6slichen Fibrins\u2014fibrine modifi\u00e9e\u2014 (ib. 35\u20146), welches an Fibrin nach der Einwirkung von W\u00e4rme erinnert. Im ganzen erfahre das Fibrinogen Umwandlungen: es zerf\u00e4llt in zwei Teile (ib. p. 38 und 41): der kleinere Theil desselben geht in den festen Zustand (fibrine concr\u00e8te) \u00fcber, der gr\u00f6ssere verwandelt sich in das in L\u00f6sung gebliebene Fibrin (fibrine dissoute). Das Blutplasma enthalte Plasmin und Serin; nachdem ein Theil des Plasmins sich im festen Zustande ausgeschieden hat, bleibe der andere zugleich mit dem Serin 3) in L\u00f6sung.\nEs ist nicht zu bestreiten: es war der Umstand, dass nicht alles von Denis erhaltene Plasmin und nicht in seinem ganzen Umfange sondern nur ein Teil davon in das in der Mutterlauge unl\u00f6sliche Fibrin \u00fcbergeht, welcher Denis veran-lasste anzunehmen, ein solcher Process habe auch bei der gew\u00f6hnlichen Blutgerinnung statt, weshalb auch das gew\u00f6hnliche Serum l\u00f6sliches Fibrin (fibrine dissoute) (ib. p. 38) enthalten m\u00fcsse. Aus dem Serum sei das gel\u00f6ste Fibrin, wie Denis meint, von dem Serin leicht abzutrennen, zu welchem Zweck das Serum nur mit Magnesiumsulfat ges\u00e4ttigt oder mit Aether behandelt zu werden brauche (WM 48\u201460 p. 114) Diese Annahme, Vorhandensein von gel\u00f6stem Fibrin neben Serin im Serum, widerspricht nicht nur der Vorstellung vom Serin, die wir uns auf Grund dieser Darlegung von Denis\u2019s Arbeiten schon gemacht haben, sondern auch Denis\u2019s Hypothese selbst, die er schon fr\u00fcher aufgestellt hatte, dass das Serin (Albumin oder Seroglobin) dasselbe Fibrin sei, welches sich im festen Zustande gew\u00f6hnlich als feink\u00f6rniger Niederschlag\u2014fibrine mol\u00e9culaire \u2014 ausscheidet (M.M 48\u201460 p. 54). Doch erkl\u00e4ren sich diese Widerspr\u00fcche unschwer, wenn man die wirkliche Bedeutung der Ausdr\u00fccke, denen man in Denis\u2019s Arbeiten in so grosser Anzahl begegnet, und die so oft durch neue ersetzt werden, sich klar zu machen sucht. Es muss gesagt werden, dass Denis in seiner Arbeit vom Jahre 1856, im Gegensatz zu seinen fr\u00fcheren Ansichten (1837\u201439), vier Arten mit verschiedenen chemischen, doch analogen physikalischen Eigenschaften ausgestatteten Blutfibrins annimmt: 1\u2014Fibrin des ven\u00f6sen Blutes, welches durch Schlagen erhalten wird; 2\u2014Fibrin desselben Blu-\n*) \u201eMais la propri\u00e9t\u00e9 la plus remarquable qu'offre la plasmine dissoute dans l'eau, et qui la caract\u00e9rise essentiellement, c'est celle de se coaguler spontan\u00e9ment, en disparaissant pour faire place \u00e0 de nouvelles substances albumino\u00efdes, comme nous le verrons plus loin (45 p. 34). ...Quand le ph\u00e9nom\u00e8ne s\u2019accomplit dans de bonnes conditions, le coagulum form\u00e9 est solide, il adh\u00e8re au vase en exsudant fort peu d\u2019eau, sa transparence est parfaite et il est absolument incolore\u201c (45 p. 35).\n-) \u201eSi l'on s\u2019arr\u00eatait au fait remarquable que\nl\u2019on voit se produire, on n\u2019observerait que le passage de la plasmine de l\u2019\u00e9tat soluble \u00e0 l\u2019\u00e9tat insoluble, ph\u00e9nom\u00e8ne qu\u2019on chercherait en vain \u00e0 expliquer, car il a lieu dans le vide comme \u00e0 vase ouvert, et il s\u2019op\u00e8re avec une spontan\u00e9it\u00e9 incontestable; ce serait l\u00e0 tout\u201c (45 p. 35).\n3) \u201eD\u00e8s que le sang se coagule, la plasmine se transforme, et l\u2019on retrouve dans l\u2019humeur coagul\u00e9e le r\u00e9sultat de la transformation qui consiste toujours en une ou plusieurs des vari\u00e9t\u00e9s de la fibrine concr\u00e8te, et constamment en de la fibrine pure dissoute\u201c (45 p. 40).","page":197},{"file":"p0198.txt","language":"de","ocr_de":"\u00ce98\nD\u00c8S GLOBULIN D\u00cbR CO\u00c0GULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTEg.\ntes, aber durch Auswaschen des Coagulums dargestellt; 3\u2014 Fibrin des arteriellen Blutes *) und endlich 4\u2014Muskelfibrin (Bd. IV p. 42). Schon diese Einteilung zeigt das K\u00fcnstliche dieser Gruppirung auch f\u00fcr jene Zeit. Noch mehr: indem Denis diese Einteilung erkl\u00e4rt, zeigt er noch klarer die Willk\u00fcrlichkeit in dem Bau dieses Schema; so sieht er das erste Fibrin f\u00fcr \u201ereines\u201c Fibrin an, das 3\u2014arterielle\u2014f\u00fcr eine nahe Modification des ersten, w\u00e4hrend er das Fibrin des ven\u00f6sen Coagulums (!) und das Muskelfibrin in eine besondere Gruppe bringt und zwischen ihnen und dem ersten nur sehr entfernte Beziehungen annimmt 3).\nBetrachten wir diese 3 Arten nach einander: 1) das Fibrin im reinen Zustande, das einzige, welches den Namen Fibrin verdient, weshalb das Adjektiv \u201erein \u00b0) Denis\u2019s Ausdruck f\u00fcr dieses Fibrin: \u201efibrine pure\u201c besser entsprechen d\u00fcrfte. Dieses Fibrin erh\u00e4lt man aus ven\u00f6sem Blute vom Beginn 4) des Ausfliessen des Blutes an, d. h. w\u00e4hrend der Gerinnung (43 p. 106), durch Schlagen mit der Hand oder mit einem St\u00e4bchen (45 p. 41), indem man der Bildung von Gerinnseln vorzubeugen sucht. Danach wird das Fibrin in Masser eingetragen, worin es auch gewaschen wird, wobei das Waschen rasch vor sich gehen muss. Dann zerschneidet man die Gerinnsel mit der Scheere behufs bessern Abwaschens der roten Blutk\u00f6rperchen und bringt das Fibrin auf Leinwand (43 p. 107; 45 p. 42). Denis beschreibt die Bereitung dieses Fibrin sehr genau. Auf diese Art wird reines Fibrin in festem Zustande, festgewordenes Fibrin\u2014\u201efibrine concr\u00e8te\u201c 5) erhalten. Man verreibt das frischgewaschene Fibrin mit y8 des gleichen Gewichts Kochsalz im M\u00f6rser unter allm\u00e4ligem Zusatz von 3 Teilen Wasser. Bei ruhigem Stehen des Gemenges l\u00f6st sich das Fibrin in 24 36 Stunden und mehr, je nach der Jahreszeit, auf. doch r\u00e4t Denis, sobald das Fibrin bis zu breiartiger Consistenz aufgequollen ist. das Gemenge bis 40\u00b0 zu erw\u00e4rmen und dann zu filtriren. Auf diese Weise erhalte man eine neutrale L\u00f6sung von reinem Fibrin\u2014\u201ef i b r i n e soluble neutre\u201c-, auf Grund dessen auch dieses fibrin l\u00f6slich\u2014f ibrine soluble pur e\u2014reines l\u00f6sliches Hbiin, genannt verden k\u00f6nne (43 p. 107 \u2014 8). Dieses Fibrin sei ebenso leicht in verd\u00fcnnter Essig-, Phosphor- und Chlorwasserstoffs\u00e4ure als in verd\u00fcnnten Alkalien, endlich in Neutialsalzen mit alkalischer Base l\u00f6slich (45 p. 42). Dem Gesagten 20-m\u00e4ss eih\u00e4lt die L\u00f6sung auch dieses fibrins \u201econcr\u00e8te pure\u201c die Benennuns \u201efibiine soluble\u201c fi). Die \u00fcbrigen Neutralsalze mit alkalischer Base wirken mein oder .weniger langsam. Aus Salzl\u00f6sungen werde das reine Fibrin von Wasser als lemk\u00f6rnigei Niederschlag ausgeschieden, der sich sowohl in Salzen als auch m verd\u00fcnnten. Alkalien und S\u00e4uren leicht aufl\u00f6st (64 p. 111). Eine Fibrinl\u00f6sung m Salzen scheide bei 65\u00b0 einen Niederschlag (ib. p. 112) aus. Allein bei 100\u00b0 falle noch em anderer K\u00f6rper aus, den Denis f\u00fcr eine Modification desselben Fibrins ansieht (45 p. 44). Wird eine Fibrinl\u00f6sung in Salzen mit Magnesiumsulfat ges\u00e4ttigt.\n\u2019) \u201eGes substances sont la fibrine obtenue du sang veineux en le fouettant* -la fibrine du caillot du m\u00eame sang, la fibrine du sang art\u00e9riel et la tilirine des muscles (43 p. 106).\n\"') \u00bb'je crois devoir regarder la premi\u00e8re comme de la fibrine pure, dont la troisi\u00e8me n\u2019est qu\u2019une modification. Quant \u00e0 la fibrine du caillot du sang veineux et \u00e0 celle des muscles, elles n\u2019ont avec ces derni\u00e8res que des rapports tr\u00e8s-\u00e9loien\u00e9s\u201c (43 p. 106).\t0\n3) S. 43 p. 141, woraus ersichtlich wird, dass Penis nur dasjenige bibrin f\u00fcr solches annimmt, welches in Salzen l\u00f6slich ist.\n\u2019) ........agit\u00e9 pendant qu\u2019il se coagule\u201c (45\nP-41).\n_ \u00b0) \u201eEn fouettant le sang que donne la saign\u00e9e d un homme sain ou malade et en lavant imm\u00e9diatement la vari\u00e9t\u00e9 de ,,f i brine concr\u00e8te\u201c qu\u2019on extrait par ce proc\u00e9d\u00e9, on lui trouve des caract\u00e8res sp\u00e9ciaux qui me l\u2019ont fait qualifier de \u201epure\u201c (45p. 41).\n/') \u201eLa dissolution de la fibrine concr\u00e8te pure, faite \u00e0 l\u2019aide des sels, ou la fibrine s o 1 u-b 1 e\u201c (45 p. 44).","page":198},{"file":"p0199.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAKEN SUBSTANZ DES BLUTES.\n199\nso scheide sich das Fibrin aufs neue als feink\u00f6rniger Niederschlag aus und l\u00f6se sich wieder in Wasser auf. Auch das aus der Salzl\u00f6sung mit Alkohol ausgeschiedene Fibrin l\u00f6st sich in Salzen wieder auf, wenn die Behandlung rasch von statten geht. Auch 20\u00b0-iger Alkohol bewirke F\u00e4llung, doch schlage sich dabei nicht alles Fibrin nieder. Auch mit Aether erhielt Denis in Salzl\u00f6sungen Niederschl\u00e4ge (43 p.\n! 12; 45 p. 44). Dieses Verhalten der Fibrinl\u00f6sungen in Salzen gegen Magnesiumsulfat, Aether und besonders Alkohol schien Denis so charakteristisch, dass er auf Grund dessen es f\u00fcr m\u00f6glich hielt sowohl im Serum als auch in einer Plasmin in L\u00f6sung enthaltenden Fl\u00fcssigkeit nach der Gerinnung letzterer, folglich nach der Ausscheidung \u00eeles Fibrins auf gew\u00f6hnliche Weise, das Vorhandensein von Fibrin anzuerkennen. Doch fand Denis in diesen F\u00e4llen das \u201ereine Fibrin\u2014f i b r i n e pure\u201c in der L\u00f6sung schon gel\u00f6st oder bereit, weshalb er es zum Unterschied von dem Fibrin, welches er aus ven\u00f6sem Blute erhalten hatte und welches l\u00f6slich\u2014s o 1 u b 1 e\u2014war, \u201egel\u00f6stes\u2014d i s s o u t e\u201c nennt! Warum nimmt Denis aber an. dass das Serum Fibrin und gerade sein \u201efibrine dissoute pure\u201c enth\u00e4lt? Indem er f\u00fcr diese Art Fibrin das Verhalten von dessen L\u00f6sungen in Salzen gegen 4o\u00b0-igen Alkohol f\u00fcr besonders charakteristisch h\u00e4lt, da der sich bildende Niederschlag in Salzen wieder l\u00f6slich sei *), findet er die beste Gelegenheit ohne M\u00fche die Gegenwart von wahrem Fibrin auch im Blutserum zu zeigen (43 p. 141)! Denis f\u00e4llte das Serum mit 40\u00b0-igem Alkohol in Ueberschuss. Nach 24 Stunden wurde der Niederschlag abfiltrirt und mit einer circa 11%-igen (s. Einleitung-45 p. II) Kochsalzl\u00f6sung \u00fcbergossen; ungei\u00e4hr % des Niederschlags, welcher aus Fibrin bestand, l\u00f6ste sich auf, die \u00fcbrigen 7/8, die sich nicht aufgel\u00f6st hatten, bestanden aus Serin. Diese Reaction von ganz untergeordneter Bedeutung ist im allgemeinen verschiedenen Modification des Globulins eigent\u00fcmlich! Denis sieht aber eine Best\u00e4tigung seiner Hypothese auch in einer anderen Reaction, die seinem Fibrin eigen ist: die obenerw\u00e4hnte L\u00f6sung des reinen) Fibrins in Salzen wird von Magnesiumsulfat gef\u00e4llt, und der Niederschlag ist l\u00f6slich in Wasser. Diese Reaction beobachtete Denis auch an der L\u00f6sung von ven\u00f6sem Fibrin (s. oben), folglich ist hier auch im Serum Fibrin enthalten. In der That findet Denis beim Vergleich der L\u00f6sung von ven\u00f6sem und aus Serum erhaltenem Fibrin vollkommene Identit\u00e4t. Beide scheiden mit Alkohol Niederschl\u00e4ge aus, welche in Salzen und sogar einfach in Wasser l\u00f6slich sind, da Alkohol auch die Salze f\u00e4llt. Auch S\u00e4uren bewirken in den verd\u00fcnnten salzigen Fibrinl\u00f6sungen Niederschl\u00e4ge, wobei diese die F\u00e4higkeit behalten, sich in Salzen aufzul\u00f6sen. Endlich werden beide L\u00f6sungen auch von Aether gef\u00e4llt. Nachdem Denis die bei der S\u00e4ttigung der L\u00f6sungen mit Magnesiumsulfat anf\u00e4nglich erhaltenen Niederschl\u00e4ge zwischen Fliesspapier abgepresst hatte, l\u00f6ste er sie in 40 Teilen Wasser auf, wobei jedoch der Process ziemlich langsam von statten ging (43 p. 152). Ganz dieselben, Gr\u00fcnde und dieselben Reactionen veranlassen Denis auch in der Plasminl\u00f6sung, nachdem die Gerinnung stattgefunden hat und das Product derselben entfernt worden ist, gel\u00f6stes reines Fibrin\u2014fibrine pure\u2014zu sehen, da der in dieser Fl\u00fcssigkeit einerseits durch Alkohol, andererseits durch Magnesiumsulfat bewirkte Niederschlag in Salzen l\u00f6slich sei. Denis zweifelt nicht, dass man hier dasselbe Fibrin, welches er \u201efibrin pure\u201c nennt, vor sich habe 2).\n*) \u201eAinsi j\u2019y soup\u00e7onne..... de la fibrine, quand ce liquide rendu bien neutre donne par l\u2019alcool \u00e0 40\u00b0 aie. un pr\u00e9cipit\u00e9 qui, remis sur un filtre, et lav\u00e9 avec de l\u2019alcool faible, pour bien en s\u00e9-\nparer le sel, est insoluble dans l\u2019eau pure, mais soluble dans l\u2019eau sal\u00e9e au tiers\u201c (43 p. 141).\n-) \u201eLa substance albumino\u00efde qui y est dissoute n\u2019est donc r\u00e9ellement que cette m\u00eame fibrine\u201c (45 p. 37).\n13","page":199},{"file":"p0200.txt","language":"de","ocr_de":"200\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRB\u00c0REN SUBSTANZ DES BLUTES.\nNeben den qualitativen Verh\u00e4ltnissen bestimmte Denis das reine Fibrin auch quantitativ, indem er Serum mit Magnesiumsulfat bei nicht unter 15 und nicht \u00fcber 20\u00b0 W\u00e4rme s\u00e4ttigte, den Niederschlag auf dem Filter sammelte und daselbst mit einer ges\u00e4ttigten L\u00f6sung desselben Salzes wusch. Der Niederschlag wurde nun mit etwas Wasser vermischt, das Gemenge gekocht, dann getrocknet, und der Trockenrest behufs Entfernung der Salze mit kaltem Wasser gewaschen. Nachdem der R\u00fcckstand abfiltrirt und definitiv getrocknet worden war, machte er 21%0 aus.\nDas reine Fibrin\u2014fibrine pure\u2014in welcher Gestalt es auch erscheine, sei Ver\u00e4nderungen unterworfen, welche dessen anf\u00e4nglichen Charakter bedeutend entstellen, weshalb Denis es modificirtes\u2014modifi\u00e9e\u2014nennt; demzufolge wird dem reinen Fibrin im festen Zustande\u2014fibrine pure concr\u00e8te soluble\u2014oder im fl\u00fcssigen\u2014fibrine pure dissoute\u2014das m o d i f i c i r t e Fibrin und zwar nur in einer Gestalt, der festen\u2014fibrine concr\u00e8te modifi\u00e9e 1)\u2014entgegengestellt (45 p. 42\u20143). Das reine Fibrin b\u00fcsse die F\u00e4higkeit ein. in neutralen Alkalisalzen (43 p. 109), vornehmlich aber in ges\u00e4ttigter Chlornatriuml\u00f6sung (45 p. 43) nach wiederholtem Anfeuchten und Trocknen, nach l\u00e4ngerem Liegen unter A\\ asser, welches 2\u20143 Mal t\u00e4glich gewechselt wird, nach dem Erhitzen \u00fcber 60\" (43 p. 109) oder nach dem Eintauchen f\u00fcr einen Augenblick in kochendes Wasser (45 p. 43). nach dem Kochen in 20\u00b0-igem Weingeist (43 p. 109) und auch nach dem Liegen in Alkohol bei Zimmertemperatur (45 p. 44). nach der Einwirkung von concentrirten S\u00e4uren und Alkalien, endlich nach der Einwirkung von Luft (43 p. 116) sich aufzul\u00f6sen. Ausserdem verwandele sich aber auch das reine Fibrin bei der Darstellung aus ven\u00f6sem Blute, wenn in den von Denis vorgeschriebenen Manipulationen etwas versehen wird, leicht in das modificirte. d. h. in Salzen ungel\u00f6ste. Auch beim Abpressen zwischen Fliesspapier werde das reine Fibrin, trotzdem hier ein Salz vorhanden ist. unl\u00f6slich, w\u00e4hrend ohne das Abpressen die erhaltenen Niederschl\u00e4ge sich viel leichter l\u00f6sen als selbst das anf\u00e4ngliche Fibrin. Diese Aufz\u00e4hlung der Bedingnisse, unter welchen das reine Fibrin in das modificirte (modifi\u00e9e) \u00fcbergeht, andererseits auch die Erkl\u00e4rung des Ausdrucks \u201emodifi\u00e9e\u201c (43 p. 30) berechtigen uns zu der Annahme, dass wir hier Ver\u00e4nderungen vor uns haben, welche gew\u00f6hnlich mit dem Ausdruck \u201egeronnen\u201c\u2014\u201ecoagul\u00e9e\u201c verkn\u00fcpft werden. Dieses modificirte Fibrin im festen Zustande (fibrine concr\u00e8te modifi\u00e9e) sei je nach dem Orte seiner Herkunft verschieden, weshalb es mehrere Arten dieses modificir-ten Faserstoffs vorstelle. Dem reinen Fibrin am n\u00e4chsten stehe das aus arteriellem Blut erhaltene (43 p. 116) Fibrin 2), welches eigentlich die Benennung \u201efibrine concr\u00e8te modifi\u00e9e\u201c (45 p. 40) 3) beibehalten hat. Unter einigen der obenerw\u00e4hnten Bedingungen werde das reine Fibrin in diese Fibrinart \u00fcbergef\u00fchrt, namentlich aber beim Erhitzen \u00fcber 70\u00b0. bis 80\u00b0, noch besser bis 100\u00b0, bei der Einwirkung von Luft, oder concentrirten S\u00e4uren. Direct werde diese Fibrinart aus arteriellem Blute entweder aus dem Coagulum, oder durch Schlagen, oder endlich aus dem Plasma, welches mittels Natriumsulfat ausgeschieden und dann mit Wasser ausgef\u00e4llt wurde, erhalten; dasselbe l\u00f6se sich in unges\u00e4ttigten Salzl\u00f6sungen nicht auf (45 p. 40\u20141). Es muss bemerkt werden, dass Denis nicht an-giebt, was f\u00fcr Blut er zur Darstellung des Fibrins benutzt hatte, so dass es den\n\u2019) \u201eLa fibrine concr\u00e8te pure se change facilement en fi b rin e concr\u00e8te modifi\u00e9e, en la soumettant \u00e0 1 action de divers moyens\u201c (45 p. 42\u20143).\n') \u201e....la fibrine art\u00e9rielle, qui se montre assez diff\u00e9rente de la fibrine veineuse, mais qui\nn\u2019en est certainement qu\u2019une vari\u00e9t\u00e9 tr\u00e8s rapproch\u00e9e\u201c (43 p. 116).\n3) \u201e... vari\u00e9t\u00e9 de fibrine concr\u00e8te, celle que j\u2019ai distingu\u00e9e par l\u2019\u00e9pith\u00e8te de ni o d i-f i \u00e9 e\u201c (45 p. 40).","page":200},{"file":"p0201.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DEE COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n201\nAnschein hat. als ob er in diesem Fall nur seine Betrachtungen \u00fcber diesen Gegenstand ausspricht (48 p. 1 IG, 161). Ein eben solches Fibrin\u2014fibrine concr\u00e8te modifi\u00e9e entstehe auch bei der F\u00e4llung des Plasma, welches mittels Natriumsulfat und nachheriger F\u00e4llung mit Wasser erhalten worden war. mit Wasser (45 p. 41).\nSchliesslich weist Denis dem Fibrin aus dem Coagulum eines im Buliezustan-de geronnenen ven\u00f6sen Blutes eine besondere Stellung an, indem er es gleichfalls \u201efibrine concr\u00e8te A aber schon ohne das Beiwort \u201emodifi\u00e9e\u201c\u2014ver\u00e4ndertes\u2014nennt. Pas. Coagulum wird unter einem Wasserstrahl ausgewaschen; dabei entstehe ein Fibrin, welches mit dem durch Schlagen mit der Hand aus demselben Blute erhaltenen keineswegs identisch sei.\nLnser Erstaunen hat keine Grenzen: aus einer und derselben Fl\u00fcssigkeit sollten durch verschiedene Manipulationen ganz verschiedene K\u00f6rper (43 p. 106; .VW 75\t80 p. 198) entstehen k\u00f6nnen! Zieht man in Betracht, 1) dass Denis empfiehlt\nbei der Gewinnung des reinen librins die Operation so rasch wie m\u00f6glich auszuf\u00fchren. dasselbe schnell auszuwaschen, zu welchem Zwecke er die sich bildenden Geiinnsel zu zerschneiden und die Bildung solcher durch Verreiben zu verhindern r\u00e4t, 2) dass trotz sorgf\u00e4ltiger Bereitung, haupts\u00e4chlich aber bei unbedeutenden. Abweichungen von der Vorschrift, auch hier ein in Salzen unl\u00f6sliches Fibrin erhalten werden k\u00f6nne, und, vornehmlich, 8) dass auch das reine Fi-i rin unter dem Einfluss von Wasser seine L\u00f6slichkeit in Salzen einb\u00fcsse.\u2014so ist es unschwer die Abweichungen in den Eigenschaften des vorliegenden Fibrins im Vergleich mit dem reinen Fibrin gerade durch den Einfluss des Wassers zu erkl\u00e4ren, da beim Waschen des Coagulums des ven\u00f6sen Blutes ungleich mehr Zeit erforderlich ist. damit aller Farbstoff abgesp\u00fclt werde. Ueberdiesl\u00f6st sich das Fibrin des ven\u00f6sen Coagulums in 3 Gewichtsteilen Kochsalz, sogar nach Denis\u2019s eigener Erkl\u00e4rung nur halb, indem die Molec\u00fcle bis aufs \u00e4usserste aufquellen und eine dickfl\u00fcssige schleimige Fl\u00fcssigkeit bilden 1). So lautet die einzige Beschreibung eines augenscheinlich einzigen und, wie es scheint, gescheiterten Versuches, das Fibrin in einem Salze aufzul\u00f6sen. Offenbar hatte Denis in diesem Falle eine ungen\u00fcgende Menge L\u00f6sung genommen und dieselbe ausserdem nicht mit gepulvertem Kochsalz im M\u00f6rser verrieben, wie er es mit dem durch Schlagen mit der Hand (ib.) erhaltenen reinen Fibrin gethan hatte. Zieht man die gr\u00f6bere, eiligere und nicht zu Ende gef\u00fchrte Behandlung des Fibrins des ven\u00f6sen Coagulums seitens Denis in Betracht, so darf man wohl sagen, dass er in Bezug auf die L\u00f6slichkeit dieses Fibrins sogar g\u00fcnstige Besultate erhalten hat. Infolge der ungen\u00fcgenden Salzmenge wurde die z\u00e4he Fl\u00fcssigkeit ebenso wie eine L\u00f6sung des reinen Fibrins in Salzen von Wasser gef\u00e4llt. Schliesslich hatte Denis nicht nur das, was er in den 30-er Jahren, sondern auch das, was er 3 Jahre vor der letzten Arbeit (1859) geschrieben hatte, vergessen. So beobachtete er im Jahre 1856 (43 p. 156) Aufl\u00f6sung des Fibrins eines ven\u00f6sen Coagulums, welches sogar in eine doppelte Gewichtsmenge einer circa 11%-igen Kochsalzl\u00f6sung eingetragen war. in der warmen Jahreszeit zuweilen im Laufe von 12 Stunden, im Winter oder bei k\u00fchlem Wetter in 24\u201448 Stunden, wobei die ganze Zeit \u00fcber das Gemenge meist eine\n') \u201eEn attaquant la fibrine du caillot du sang veineux, avec 3 fois son poids d\u2019une solution de chlorure de sodium au dixi\u00e8me, comme nous l\u2019avons fait, quand il s\u2019est agi de la fibrine extraite en fouettant ce sang (wobei er auf S. 41 hinweist) au lieu d'une dissolution filtrable, on produit une demi-dissolution visqueuse, incompl\u00e8te, la\nsubstance prend une expansion consid\u00e9rable, ses particules se gonflent \u00e9norm\u00e9ment et ne forment qu\u2019un tout fluide, mais filant, comme muqueux. L\u2019eau en d\u00e9gage imm\u00e9diatement la fibrine avec sa forme primitive. Il n\u2019y a pas v\u00e9ritable dissolution\u201c (45 p. 46).\n13*","page":201},{"file":"p0202.txt","language":"de","ocr_de":"202\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRRAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\ndickfl\u00fcssige, auf dem Filter zur\u00fcckgebliebene L\u00f6sung vorstellte '). Sowohl die \u201ef i 11 r i r e n d e\u201c wie auch die z\u00e4he L\u00f6sung werde von Wasser im Ueberschuss und auch von Alkohol gef\u00e4llt, wobei dieselbe Kochsalzl\u00f6sung entweder die H\u00e4lfte oder 2/3 des Niederschlags aufl\u00f6st; die erhaltene L\u00f6sung verhalte sich wie \u201efibrine soluble\u201c d. h. \u201epure\u201c (43 p. 157), w\u00e4hrend der ungel\u00f6st gebliebene Teil sich wie Denis\u2019s Globulin, d. h. wie die Stromasubstanz der roten Blutk\u00f6rperchen (43 p. 157), verh\u00e4lt.\nUnwillk\u00fcrlich wirft sich dabei die Frage auf, weshalb hier die Gegenwart von Stromasubstanz der roten Blutk\u00f6rperchen angenommen wurde. Dies erkl\u00e4rt sich sehr leicht. Denis setzte die Gegenwart dieser Substanz \u00fcberall voraus, wo die Fl\u00fcssigkeit bei Vermisc h u n g mit Wasser H\u00e4ute, Fasern bildete, oder bei S\u00e4ttigung mit Kochsalz und nachherigem Zusatz von Salzs\u00e4ure, Aetznatronl\u00f6sung oder kohlensaurem Natron in Wasser unl\u00f6sliche Flocken ausschied 2) (43 p. 141). Diese nicht charakteristische und zweifelhafte Reaction bewog Denis auch im vorliegenden Fall die Gegenwert von Globoglobin im Fibrin anzunehman (43 p. 157). Derselbe Gedanke nahm ihn auch im Jahre 1859 in Anspruch. Es ist besonders das Aussehen der geleeartigen Masse, die bei der Behandlung mit Salzl\u00f6sungen behandelter Blutk\u00f6rperchen von V\u00f6geln entsteht, welches ihn veranlasste sogar diese Substanz mit dem Fibrin des ven\u00f6sen Coagulums zu identiflciren. weshalb er auch vorschl\u00e4gt diese Art des festen Globulins \u201eglobuline\u201c, \u201efibrine globuline\u201c oder \u201efibrine concr\u00e8te globuline\u201c zu nennen. Dennoch giebt Denis zu, dass die Bildung von \u201efibrine concr\u00e8te globuline\u201c hier von gleichzeitiger Bildung auch von \u201efibrine concr\u00e8te pure\u201c in geringer Menge\u2014en petite quantit\u00e9 (45 p. 46).\u2014im J. 1859,\u2014bis zur H\u00e4lfte und sogar 2/3 der Gesammtmenge (43 p. 157)\u2014im J. 1856\u2014begleitet werde. Denis\u2019s v\u2019iderspruchsreiche Angaben lassen sich durch die geringere Aufmerksamkeit. die er der L\u00f6slichkeit dieses Fibrins in Kochsalz widmete, erkl\u00e4ren, um so mehr als die andern Autoren, von denen Denis nichts weiss oder derer er nicht erw\u00e4hnt, f\u00fcr die L\u00f6slichkeit des ven\u00f6sen Fibrins sich mit Bestimmtheit aussprechen. Uebrigens st\u00e4nde die Identit\u00e4t dieses Fibrins und der Stromasubstanz der roten Blutk\u00f6rperchen mit der L\u00f6slichkeit desselben in Salzen keineswegs im Widerspruch (AM 61\u201480 p. 15).\nIm allgemeinen zeichne sich das Fibrin des ven\u00f6sen Blutes, sowohl das durch Schlagen als das durch Auswaschen des Coagulums erhaltene, Denis\u2019s Angaben nach, durch nichts Besonderes aus, die Zeit, in der die Aufl\u00f6sung desselben stattfindet, ausgenommen: das eine l\u00f6se sich schneller als das andre.\nOhne uns bei den unvereinbaren S\u00e4tzen in Denis\u2019s Lehre von der Blutgerinnung aufzuhalten, nach welcher in allen F\u00e4llen, w7enn das Plasmin gerinnt, die Bildung eines stets \u201el\u00f6slichen\u201c, \u201egel\u00f6sten\u201c Fibrins (fibrine dissoute) einerseits, eines anderen festgewnrdenen Fibrins (fibrine concr\u00e8te) andererseits zugegeben wird, wollen wir, Denis\u2019s Untersuchungen zusammenfassend, dennoch auf einen\n\u2019) \u00abAinsi, mise, encore humide et nouvellement extraite, avec deux fois son poids d\u2019eau sal\u00e9e au tiers (i T. auf 9 T. Wasser\u2014166 p. II der Einleitung), elle (fibrine du caillot) fournit en 12 heures dans un temps chaud, et seulement apr\u00e8s 24 ou 48 heures en hiver ou quand la temp\u00e9rature \u00e9tait peu \u00e9lev\u00e9e, quelquefois une solution compl\u00e8te et filtrable, mais le plus souvent une solution visqueuse qui reste sur le filtre sans le traverser\u201c (43 p. 156).\n2) \u201eAinsi j'y soup\u00e7onne... de la globuline, d\u00e8s qu'\u00e9tendu d\u2019eau il fournit des membranes, des fibres, comme en produit cette substance, ou que, satur\u00e9 de sel commun et ensuite soit un peu acidifi\u00e9 avec de l\u2019acide chlorhydrique au milli\u00e8me, soit l\u00e9g\u00e8rement additionn\u00e9 d'un solut\u00e9 de soude ou de carbonate de soude, il se s\u00e9pare des flocons de globuline combin\u00e9e \u00e0 l'acide ou unie au corps alcalin, flocons que l\u2019eau ne dissout pas\" (43 p. 141).","page":202},{"file":"p0203.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n203\nWiderspruch auch in diesem Falle aufmerksam machen. So sollen bei der spontanen Bildung eines Coagulums im ven\u00f6sen Blute 3 Fibrine: \u201efibrine pure dissoute\u201c, \u201efibrine pure concr\u00e8te\u201c et \u201efibrine concr\u00e8te globuline\u201c (45 p. 45\u20147) erhalten werden* Auf Grund unserer Kentnisse vom Seroglobin (AW 48\u201460 p. 50) d\u00fcrfen wir wohl sagen, dass Denis gar keine Beweise f\u00fcr das Vorhandensein im Blutplasma eines K\u00f6rpers besitzt, der im Moment der Gerinnung in zwei neue K\u00f6rper zerf\u00e4llt oder sich in solche verwandelt. Bei der Darstellungsweise des Plasmins, deren Denis sich bediente, n\u00e4mlich: S\u00e4ttigung des Salzplasma mit Chlornatrium, wurde u n-streitig auch das Seroglobin ausgef\u00e4llt, welches, zugleich mit der Substanz, die zur Bildung des Fibrins dient, ausfallend, ein Gemenge vorstellte, welches Denis f\u00fcr einen besonderen K\u00f6rper hielt. Dennoch gelang es Denis einen K\u00f6rper oder ein Gemenge von K\u00f6rpern, gleichviel, eine Substanz oder Substanzen von globulinartiger Natur auszuscheiden und dann spontane Bildung von Fibrin daraus zu beobachten. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Denis\u2019s \u201efibrine dissoute\u201c Seroglobin ist. Dies in Betracht ziehend, finden wir bei Denis die ersten genauen und dabei zahlreichen Angaben dar\u00fcber, dass das wenn auch nur aus ven\u00f6sem Blute durch Schlagen ausgeschiedene Fibrin in Salzen l\u00f6slich ist, dass die L\u00f6sung dieses Fibrins in Salzen sowie die von Salzen oder Wasser aus diesen L\u00f6sungen ausgef\u00e4llten Niederschl\u00e4ge identisch sind, wobei letztere alle Eigenschaften der gew\u00f6hnlichen Globuline (des Seroglobins) aufweisen. Das ist noch nicht alles: im gegebenen Falle besitzen sowohl das Gerinnungsproduct als auch das Plasmin einen und denselben Charakter, n\u00e4mlich F\u00e4llbarkeit durch Salze und L\u00f6slichkeit in Salzen. Folglich war es nicht das chemische Verhalten des durch Schlagen des ven\u00f6sen Blutes gewonnenen Productes, sondern ausschliesslich die sichtbare Aeusserung w\u00e4hrend des Gerinnungsactes, d. h. der spontane Uebergang aus dem fl\u00fcssigen Zustande in den festen, welche Denis bewog demselben die Eigenschaften des Fibrins zuzuerkennen. Einige von Denis\u2019s Angaben und auch solche fr\u00fcher genannter Autoren erw\u00e4gend, darf man wohl sagen, dass auch die \u00fcbrigen von Denis angenommenen Fibrine, wenn auch langsamer, in Salzen l\u00f6slich sind und in diesem Fall mit Seroglobin identische Producte geben. Br\u00fccke findet in der That (27 p. I7S), dass sowohl frisches Ochsenfibrin, als auch der nach dem Auswaschen der alkalischen, nach Lieberk\u00fchn\u2019s Verfahren erhaltenen Gallerte im Wasser zur\u00fcckgebliebene R\u00fcckstand, den Br\u00fccke \u201eP s e u d o f i b r i n\u201c (s. Kap. XII\u2014das Verhalten zu den Alkalien) nennt, sich allm\u00e4lig in Wasser aufl\u00f6sen l).\nEs ist nicht \u00fcberfl\u00fcssig darauf hinzuweisen, dass Br\u00fccke bei seinen mit Fibrin angestellten Versuchen fand, dass der Einfluss des Magensaftes sich nicht in gleichem Maasse auf die ganze Masse erstreckte: ein Teil l\u00f6ste sich leichter, der andere schwerer (ib. p. 1S4). Schon fr\u00fcher hatte Br\u00fccke (26 p. 193) Plasma aus Pferdeblut mit Essigs\u00e4ure anges\u00e4uert und dann mit W\u00e4sser verd\u00fcnnt; dei sich ausscheidende Niederschlag l\u00f6ste sich in einem unbedeutenden Uebersclmss der S\u00e4ure. Wie fr\u00fcher Lehmann (p. n. 242), so nahm jetzt Brown-S\u00e9quard an (25 p. 300), dass dort, wo keine Blutgerinnung stattfindet, auch kein Fibrin vorhanden sei. Gi\u00f6sserer Vollst\u00e4ndigkeit halber f\u00fcgen wir noch hinzu, dass Gunnig (76 p. 52) Bildung von \u201eAlbumin\u201c und \u201eCasein\u201c beim Faulen des Fibrins bemerkte.\nAndererseits bedurfte Denis's Lehre auch noch der Erkl\u00e4rung, ob bei dem Gerinnungsprocess das Plasmin sich wirklich spaltete oder bei der Gerinnung des Blutes nur ein Teil desselben ausfiel.\n') In der angezeigten Arbeit finden Mir keine Fibrin bat Br\u00fccke beschrieben... \u201c im mindesten Tliat&aohen, welche Hoppe-Seylers Worte (08 p. widerlegen wurden; aber gerade auf diese Ar-240): \u201eWichtige Unterschiede verschiedener Arten beit beruft sich Hoppe-Seyler.","page":203},{"file":"p0204.txt","language":"de","ocr_de":"204\nDES GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nEs sei liier noch angef\u00fchrt, dass im Jahre 1858 Gannal (62 p. 373: 63 p. 8), von Robin & Verdeil (154 p. 454) auf den Gedanken gebracht, 200 grm. Pleurafl\u00fcssigkeit durch eine auf dem Filter befindliche 400 grm. wiegende Schicht Magnesiumsulfat filtrirte: letzteres hielt die Proteinsubstanz zur\u00fcck, die sich auf Kosten desselben Salzes in Wasser l\u00f6ste. Diese Substanz, die in der Folge mit dem Fibrinogen identifient wurde, nannte Gannal \u201eHydropisin\u201c.\nVom Jahre 1861 an unternahm Schmidt (165 p. 561) eine Reihe von Untersuchungen, welche sich haupts\u00e4chlich auf die K\u00f6rper, die an dem Gerinnungsact teilnehmen. beziehen. Schmidt gebraucht den Ausdruck \u201efibrinogene Substanz\u201c t \u00fc l den T h e i 1 des Plasma, welcher sich in Fibrin verwandelt 4). Obgleich Schmidt auf ircliow und auf dessen Vorstellung vom Fi-bi m\u00f6gen nicht hinweist, ist vom theoretischen Standpunkte aus die Bedeutung, die er dem Ausdruck \u201efibrinogene Substanz\u201c giebt, mit derjenigen des genannten Autors identisch. Schmidt besch\u00e4ftigt ebenfalls die Frage nach der Pr\u00e4existenz der fibrinogenen Substanz (1862, 166 p. 533), und er greift selbstverst\u00e4ndlich zum Experiment, nicht um im Plasma die Gegenwart von Fibrin, sondern um das Vorhandensein einei vom Albumin verschiedenen, in Fibrin \u00fcbergehenden Substanz nachzuweisen, welche sich deshalb vom Fibrin auch unterscheidet. Als Basis f\u00fcr die Ab-scheidung des Fibrinogens diente Schmidt, dem zu jener Zeit Denis\u2019s Arbeiten \u00a3aJlz; unbekannt, waren, I. Midler\u2019s Beobachtung, dass Froschblutplasma von Aether gef\u00e4llt wird (.VA 75\u201480 p. 178). Da das Serum mit Aether keine Niederschl\u00e4ge ausscheidet, was seit Tiedemann & Gmelin von vielen angenommen wurde, das Plasma\n5 von Aether eine Proteinsubstanz auschied, so wurde diese ,,\t~\t. von Schmidt f\u00fcr Fibrinogen angesehen. Indessen gaben\nc nmut s. J ersuclie mit Aether keine g\u00fcnstigen E e s u 11 a t e, infolgedessen er sich eines Gemenges von 3 Teilen Alkohol und 1 Teil Aether bediente, obgleich absoluter Alkohol allein den Zweck ebenso gut erf\u00fcllt (166 p. 534\u20145). )e st\u00fcndlich zog Schmidt in Erw\u00e4gung, dass von einem solchen Gemenge oder wm lemem Alkohol auch das Seroglobin (die fibrinoplastische Substanz) und das\naber unter der Einwirkun im vorliegenden Falle\nAlbumin ausgef\u00e4llt werden k\u00f6nne: deshalb\nr\u00e4t er mit W a s s e r\nDf i i \u201c i\t' \u201c\u201c\u201c\u2014ui j-1, \u00bbt a o \u00f6 c i verd\u00fcnntes\ni 1 erde b lut plasma zuerst mittels Kohlens\u00e4ure (!!) von der i HiLoplast\u00fcschen Substanz zu befrei n. und v e r f u h r, um ein Crit\u00e9rium zu besitzen, ganz ebenso mit Pfe r d e b lutseru m. N ach de m V*11 tl 1 r e n .d e.r N i e d e r s c h 1 \u00e4 ge h a 11 e S c h ni i d t zwei Fl\u00fcssig-( ' 1 L(h ( 0 1 s 1 c F v on denen die eine bloss A 1 b u m i n, die and e-s Szihe\u201cA ! 3 U \\n U ? I1 d j u v e r m e i n 11 i c h e f i b rinogene Su b-1 a \u201c \u25a0 (\u2019v\\n\twekhe Kdoeh die F\u00e4higkeit verloren hatte, spontan\n\u25a0u g ei mn en ). Beim Zusatz des Aether-Alkoholgemenges zu der ersten Fl\u00fcssigkeit\n\u2018) \u00abAh werde mich des Ausdruckes \u201efibrinoplastische Substanz\u201c f\u00fcr dasjenige, was die Fi-biinausscheidung bewirkt, und \u201efibrinogene Substanz f\u00fcr das, was Fibrin wird, bedienen, haupts\u00e4chlich weil es sehr schwer ist, von Dingen zu reden, die keinen Famen haben\u201c (165 p 561) Offenbar kannte Schmidt zu dieser Zeit weder \\ irchow\u2019s noch Denis's Arbeit, was in Bezug auf letztere aus dem unten Dargelegten noch deutlicher folgt.\n:) Diesen als Ausgangspunkt dienenden Versuch, der \\on Schmidt falsch gedeutet wurde, mbren wir w\u00f6rtlich an: \u201eMeine ersten Versuche\nzur L\u00f6sung der Pr\u00e4existenzfrage kn\u00fcpften an J. M\u00fcller s Angabe, dass der Faserstoff aus dem durch Salze am Gerinnen behinderten Froschblutplasma durch Aether in feinen Flocken gef\u00e4llt v erde, au. Ich bemerke hier (166 p. 534) zum V oraus, dass ich mit Aether keine g\u00fcnstigen Resultate erzielt habe; wohl aber mit eiuem Gemenge von 3 Th. absolutem Alkohol und 1 Th. Aether; wie ich aus einigen sp\u00e4teren Versuchen ersehe, thut \u00fcbrigens absoluter Alkohol allein dieselben Dienste. Da beim Blutplasma die gleichzeitige Gegenwart der fibrinoplastische Substanz die Zuverl\u00e4ssigkeit der Reactioneu beeintr\u00e4ckti\u00ab","page":204},{"file":"p0205.txt","language":"de","ocr_de":"PAS GLOBULIN PER COAGULIRBAREN SUBSTANZ PES BLUTES,\n205\nzeigten sich Flocken, zu der zweiten, aus dem Serum bereiteten, nur Tr\u00fcbung (!?) (ib. p. 535). Um dem Ausfallen auch des Albumins vorzubeugen, r\u00e4t Schmidt den Alkohol unter Umsch\u00fctteln tropfenweise bis zur Tr\u00fcbung zuzusetzen, wobei nach 6\u2014S Stunden F\u00e4llung erfolge. Den Niederschlag sah Schmidt f\u00fcr Fibrinogen an (ib. p. 536\u2014-7). Es nahm viel Zeit in Anspruch, ehe in solchen verd\u00fcnnten Fl\u00fcssigkeiten ein hinl\u00e4nglich starker Niederschlag sich ausgeschieden hatte; infolgedessen dickte Schmidt die Fl\u00fcssigkeiten ein, worauf (!) Alkohol das Fibrinogen besser ausschied. Aehnliche Versuche stellte Schmidt auch mit unverd\u00fcnnten fibrin\u00f6sen Transsudaten an, in welchen Alkohol jedoch reichliche Niederschl\u00e4ge erzeugte (ib. p. 535).\nEhe wir Schmidt\u2019s Arbeiten weiter studiren, wirft sich uns die Frage auf, ob er auf diese Weise wirklich reines Fibrinogen ausgeschieden hatte. Ist auch nur der geringste Grund vorhanden, fragt man sich zugleich, mit Schmidt anzunehmen, dass er aus dem verd\u00fcnnten Pferdeplasma durch Einwirkung von Kohlens\u00e4ure die fibrinoplastische Substanz allein ausgeschieden hatte? Auf Grund der oben dargelegten wie auch der weiter unten zu beschreibenden Eigenschaften des wirklichen Fibrinogens oder einer ihm verwandten Substanz, welche darin bestehen, dass das Fibrinogen sich schwerer l\u00f6st und leichter ausf\u00e4llt als das Seroglobin (die fibrinoplastische Substanz), sowie auf Grund der Kenntnisse, die wir von diesen K\u00f6rpern besitzen, wage ich es frei zu behaupten, dass Schmidt durch die gleichzeitige Einwi r k ung von Wasser und Kohlens\u00e4ure vor all e m f a st das s\u00e4 m m 11 i c h e Fibrinogen des Plasma als N i e d e r-schlag auss c h i e d. an welchem in zweiter Reihe, s o w o h 1 der Zeit als der Menge nach, auch das Seroglobin (die fibrinoplastische Substanz) einen Anteil hatte. Nach der Entfernung des Niederschlags rief Schmidt mit Alkohol oder \u00e4therisch- alkoholischen Gemengen F\u00e4llung hervor: doch erfolgte jetzt schon Ausf\u00e4llung der fibrinoplastischen S u b-s t a n z (des Seroglobins), die, wie bekannt, von Kohlens\u00e4ure aus verd\u00fcnnten Fl\u00fcs-sigke.ten nicht vollst\u00e4ndig ausgef\u00e4llt wird (.Y.Y 48\u201460 p. 127). Somit hatte Schmidt in dem zweiten Niederschlage nicht Fibrinogen sondern fibrinoplastische S u b s t a n z (Seroglobin) vor sich.\nDie Beweisgr\u00fcnde in Erw\u00e4gung ziehend, von denen Schmidt bei der L\u00f6sung der Frage nach der Pr\u00e4existenz des Fibrinogens\u2014das ausschliessliche Verhalten des Aethers \"zum Zuckerplasma\u2014sich leiten liess, begegnen wir nicht nur dem Aether sondern auch dem Aether-Alkoholgemenge nicht mehr. Von nun an bedient sich Schmidt des Alkohols und zwar des unverd\u00fcnnten, und die fibrin\u00f6sen Fl\u00fcssigkeiten (Exsudate) werden unmittelbar mit Alkohol gef\u00e4llt. Diese Versuche, welche f\u00fcr die Geschichte des Fibrinogens eine wichtige Bedeutung haben, m\u00fcssen von den obenbeschriebenen scharf unterschieden werden. Wenn Schmidt\u2019s Deutung auch nicht der Wirklichkeit entsprach, so leitete ihn die F\u00e4llung doch zu einer F\u00e4llungs.\n\u00e7en konnte und dasselbe mehr oder weniger auch von den meisten Transsudaten gelten musste, s o verschaffte ich mir eine fibrin\u00f6se, a her spontan nicht gerinnende Fliis-s i g k e i t, indem ich aus v e r d \u00fc n n t e m B lu t p 1 a s ni a die fibrinoplastische y u b stanz durch Kohlens\u00e4ure a u s-s c h i e d; um eine Vergleichfl\u00fcssigkeit zu haben, verfuhr ich ebenso mit Pferdeblutserum. Nach dem Filtriren wurde die Kohlens\u00e4ure aus den Filtraten ausgepumpt. Ich besass n u n zw ei\nsehr diurne Fl\u00fcssigkeiten, von welchen die eine Albumin allein in Losung enthielt, die andere, \"\u2022erinnbare, Albumin plus der supponirten fibri-nogenen Substanz. Setzte ich nun zu beiden kle-ne Quantit\u00e4ten jenes spiritu\u00f6sen Gemenges, so zeigten sich bald Unterschiede in ihrem Verhalten, die f\u00fcr die eine Fl\u00fcssigkeit die Gegenwart einer besonderen Protein Substanz neben der gew\u00f6hnlichen wahrscheinlich m a c h t e u\u201c (166 p. 534\u20145).","page":205},{"file":"p0206.txt","language":"de","ocr_de":"206\nDAS GLOBULIN DER COAGUIURBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nmethode, wenn auch zu einer alten, n\u00e4mlich zur F\u00e4llung mit Alkohol. Schmidt r\u00e4t den Alkohol zu den fibrin\u00f6sen Fl\u00fcssigkeiten unter Umsch\u00fctteln tropfenweise so lange zuzusetzen, bis die beim Umsch\u00fctteln verschwindenden Flocken durch eine best\u00e4ndige Tr\u00fcbung ersetzt werden. Nach 6\u2014S Stunden scheidet die Fl\u00fcssigkeit einen Niederschlag aus, der nach der Aufl\u00f6sung in sehr verd\u00fcnnter Natronl\u00f6sung bei Versetzung mit Blut oder fibrinoplastischer Substanz gerinnt (166p. 536). Dieser von S c h m i d t a u s g e f \u00fc h r t e Vers u c h beweist, gleich D e n i s\u2019s Versuch, die M\u00f6glichkeit, aus fibrin\u00f6sen Fl\u00fcssigkeiten die Proteinstoffe aus dem Gemenge von Substanzen, welche die spontan gerinnenden Fl\u00fcssigkeiten bilden, a u s z u s c h e i-d e n u n d nach der A u f 1 \u00f6 s u n g u n t e r U m st\u00e4nden Gerinnu n g des Fibrins in denselben hervorzurufen.\nDen von Alkohol ausgeschiedenen Niederschlag nennt Schmidt fibrinogene Substanz und findet, dass dessen L\u00f6sung in einer geringen Menge Alkali verd\u00fcnnten S\u00e4uren, unter andern auch der Kohlens\u00e4ure, gegen\u00fcber sich ebenso verhalte wie die Seroglobinl\u00f6sungen. Dies veranlasst Schmidt f\u00fcr die fibrinogene Substanz dieselbe F\u00e4llungsmethode wie f\u00fcr das Seroglobin vorzuschlagen: eine jede gerinnbare Fl\u00fcssigkeit werde n\u00e4mlich nach starker Verd\u00fcnnung mit Wasser von Kohlens\u00e4ure oder verd\u00fcnnter Essigs\u00e4ure getr\u00fcbt; der Grad der Verd\u00fcnnung h\u00e4nge nat\u00fcrlich von dem Prote\u00efngehalt der gegebenen Fl\u00fcssigkeit 2) ab (ib. p. 539). Schmidt findet, dass die Reactionen des Fibrinogens und des Seroglobins im allgemeinen identisch seien 3). obgleich er erw\u00e4hnt, dass das Fibrinogen im ganzen sich schwerer l\u00f6se als das Seroglobin; doch sah er F\u00e4lle, wo zur Aufl\u00f6sung von Fibrinogen 20-mal weniger \\on derselben alkalischen L\u00f6sung erforderlich war als zur Aufl\u00f6sung von Seroglo-bin (ib. p. 540). Endlich sei das Aussehen dieser K\u00f6rper unter dem Mikroskop, seien dm chemischen Reactionen derselben so \u00e4hnlich, dass es nicht m\u00f6glich sei sie aus einer und derselben Fl\u00fcssigkeit, von einander getrennt, auszuscheiden 4). Sowohl Alkohol (166 p. 541) als auch gleichzeitige Einwirkung von Wasser und Koklen-s\u00e4uie ^erzeugen in Fl\u00fcssigkeiten, welche zugleich Fibrinogen und Seroglobin enthalten. Niederschl\u00e4ge, die aus einem Gemenge dieser K\u00f6rper bestehen5').\nAus dem Gesagten folgt, dass es weder Denis noch Schmidt gelang die gesuchte fibiinogene Substanz von den schon bekannten Proteinen abzuscheiden.\nMan h\u00e4tte denken sollen, dass reines Fibrinogen aus den Fl\u00fcssigkeiten erhalten veitlen k\u00f6nne, welche kein Globulin (fibrinoplastische Substanz) sondern nur I ibiinogen enthalten, wie Schmidt anf\u00e4nglich glaubte; es hat sich jedoch herausgestellt. dass auch die sog. fibrin\u00f6sen Fl\u00fcssigkeiten (die Fl\u00fcssigkeit der Bauchwas-seisucht, aie Hydrocelefl\u00fcssigkeit, das pleuritische Exsudat, die Herzbeutelfl\u00fcssigkeit) nicht globulinfrei sind (ib. p 537); in der Folge (1872, 167 p. 451) behauptete Schmidt sogar, dass die genannten Fl\u00fcssigkeiten eine ziemlich bedeutende Menge fibnnoplastischer Substanz enthalten. Eichwald (52 p. 149) erhielt ferner Globulin\n\u2019) \u201eDieses brachte mich auf die zweite Methode der Darstellung der fibrinogenen Substanz, die vollkommen mit der der fibrinoplastischen Substanz \u00fcbereinstimmt\u201c (166 p. 539).\n) \u201e.Jede geiinnbaie t l\u00fcssigkeit wird nach starker Verd\u00fcnnung mit Wasser durch Kohlens\u00e4ure oder verd\u00fcnnte Essigs\u00e4ure milchig getr\u00fcbt: der Grad der Verd\u00fcnnung muss nat\u00fcrlich im einzelnen Falle dem Gehalte de3 Transsudates an organischer Substanz entsprechen\u201c (ib. p. 539)\n\u25a0\u2019) .Die Reactionen der fibrinogenen Substanz stimmen in allen Punkten mit denen der tibrino-plnstischen \u00fcberein\u201c (ib. p. 540).\n4)\t\u201eWegen der chemischen Uebereinstimmung beider Substanzen ist es nicht m\u00f6glich, sie aus b l\u00fcssigkeiten, in welchen sie zusammen Vorkommen, gesondert auszuscheiden\u201c (ib. p. 542\u20143).\n5)\t\u201eDass durch Kohlens\u00e4ure aus dem verd\u00fcnnten Blutplasma wirklich beide Substanzen gef\u00e4llt werden\u201c,,., (ib. p. 543),","page":206},{"file":"p0207.txt","language":"de","ocr_de":"PAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n207\naus der Herzbeutelfl\u00fcssigkeit, und Hammarsten (83 p. 83) fand solches in bedeutender Quantit\u00e4t in der Hydrocelefl\u00fcssigkeit. Zu allem dem muss hinzugef\u00fcgt werden, dass, wie Schmidt selbst findet, zugleich mit dem Fibrinogen auch Albumin ausfal-len kann (166 p. 537,\u20148,\u201441: 167 p. 456). Endlich findet Schmidt selbst, dass bei dem Versuch, aus fibrin\u00f6sen Fl\u00fcssigkeiten Fibrinogen zu erhalten, man, anstatt dessen, Fibrin erhalten k\u00f6nne (166 p. 537)!\nIm allgemeinen muss bei der Darstellung des Fibrinogens nach Schmidt\u2019s ^ erfahren den Eigenschaften von 4 K\u00f6rpern Rechnung getragen werden, wobei wir aber f\u00fcr das Xichtvorhandensein dieses oder jenes dieser K\u00f6rper kein Crit\u00e9rium besitzen. Ein solches war desto notwendiger, als zu jener Zeit Smee (179 p. 399) Verwandlung des \u201eAlbumins\u201c in Fibrin annahm und zwar nur aus dem Grunde, weil ein Luft- oder Sauerstoffstrom im Laufe von 36 Stunden bei 37,5\u00b0 einen Niederschlag im Serum hervorruft.\nI m diese Zeit wurde ausser Hewson-Denis\u2019s Darstellungsweise des Plasma (AW 75\u2014 80 p. 171) ein sehr zweckm\u00e4ssiges und schnelles Verfahren, das Plasma zu erhalten, auch von Danilewski (1865,34 p. 440) vorgeschlagen: das Blut wurde in einer concentrirten Natriumsulfatl\u00f6sung aufgefangen und 2\u201421/,, Stunden lang centrifugirt (W 61 \u2014 67 p. 26). Noch reineres Plasma oder Serum erh\u00e4lt man, wenn man nach %-st\u00fcndigem Centrifugiren die abgeschiedene Fl\u00fcssigkeit, die noch nicht ganz frei von morphologischen Bestandteilen ist, in andere Cylinder giesst und aufs neue centrifugirt: die ganze Procedur kann in l'/2\u20142 Stunden beendet sein. In der erhaltenen Fl\u00fcssigkeit ist in den meisten F\u00e4llen bei der sorgf\u00e4ltigsten Untersuchung kein farbiges Blutk\u00f6rperchen zu finden\u201c (34 p. 440).\nAnzeichen von Vorhandensein von Fibrin beobachtete Smee auch in schwach anges\u00e4uertem H\u00fchnereiweiss. Die erhaltenen Niederschl\u00e4ge haben nicht nur unter dem Mikroskop das Ansehen von Fibrin sondern unterscheiden sich vom Blutfibrin auch in chemischer Beziehung nicht, d. h. sie l\u00f6sen sich in S\u00e4uren und Alkalien, aber nicht in Salpeter. In der Folge findet Smee (180 p. 350), dass unter dem Einfluss von W\u00e4rme und Sauerstoff aus der Fl\u00fcssigkeit spinae befidae, wie aus einer alkalischen L\u00f6sung von H\u00fchnereiweiss unter der Einwirkung eines Wasserstoffstroms. Fibrin erhalten werde.\nEndlich erkennen auch sp\u00e4tere Autoren die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Salzen an. So fand K\u00fchne (105 p. 166 . der reines Fibrin aus P f e r d e b 1 u t-p 1 a s m a darstellte, indem er letzteres bei 0\u00b0 sammelte und es bei Zimmertemperatur gerinnen liess (ib. p. 161 \u2014 2). dass ein solches Fibrin in 6\u201410%-igen L\u00f6sungen von Kochsalz, Salpeter. Glaubersalz im Laufe von 24\u201436 Stunden bei 10\u00b0 und von 1\u20142 Stunden bei 4o\u00b0 sich aufl\u00f6st! Die erhaltene L\u00f6sung gerinne bei 60\u00b0. In Chlorwasserstoffs\u00e4ure 1 \u20142\u00b0on quelle das Fibrin stark auf und l\u00f6se sich beim Erw\u00e4rmen; in schwachen Aetznatron- und Ammoniakl\u00f6sungen l\u00f6se es sich bei gew\u00f6hnlicher Temperatur (ib. p. 165\u20146). Auch Ileynsius (93 p. 13) findet, dass Fibrin in 4%-iger Chlornatriuml\u00f6sung bei 45\u00b0 l\u00f6slich sei. Ausserdem f\u00fchrt Heynsius auch die Resultate der Arbeiten seiner Sch\u00fcler an: unter diesen beobachtete Munnich. dass unmittelbar in eine Chlornatriuml\u00f6sung eingelassenes Meerschweinchenblut nicht gerann, und die Blutk\u00f6rperchen \u00fcber Nacht sich an den Boden des Gef\u00e4sses gesetzt hatten. Nachdem das abgetrennte ganz klare Plasma mit Kochsalz ges\u00e4ttigt worden war. schied es feine F\u00e4den aus, welche sich an der Oberfl\u00e4che sammelten und sich schwer l\u00f6sten. Aehnliche Beobachtungen stellte der Autor auch an Hundeplasma an, wobei er bemerkte, dass bei sorgf\u00e4ltiger S\u00e4ttigung, ausser den F\u00e4den, sich auch Flocken ausschieden, die sich leicht in Salzen aufl\u00f6sten: eine solche L\u00f6sun gerann spontan. Ein anderer von Heynsius\u2019 Sch\u00fclern, van der Horst, f\u00fchrte *(9\nCO ciq","page":207},{"file":"p0208.txt","language":"de","ocr_de":"208\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\np. 7) Munnich\u2019s Arbeit weiter fort und wiederholte zugleich. Denis\u2019s Versuche, wobei er den Concentrationsgrad der Salzl\u00f6sungen, welcher die Blutgerinnung voizubeugen vermag, erprobte. Horst fand, dass bei 0\u00b0 in 10 A ol. 4\u00b0/0-iger Chloinatiium-l\u00f6sung eingeflossenes Blut fl\u00fcssig bleibe, dass aber mit der Tempelatuieih\u00f6hung auch der Procentgehalt des Salzes zu diesem Zwecke erh\u00f6ht werden m\u00fcsse. Bei dei S\u00e4ttigung eines mit der Pipette abgehobenen Plasma mit Kochsalz fallen Flocken aus, die Horst f\u00fcr Denis\u2019s Plasmin ansieht, zugleich aber auch f\u00fcr ein Gemenge von Fibrinogen und Seroglobin, Vorfahren des Fibrins, von Heynsius \u201eBildnei des Fibrins\u201c (93 p. 7) genannt, h\u00e4lt. Dabei stellte Heynsius (ib. p. 14) selbst, einige Beobachtungen an, die einerseits die Richtigkeit der Darstellungsmethode des Plasmins best\u00e4tigten, andererseits zeigten, dass eine L\u00f6sung von Menschenfibrin in Salzen, mit 10 Vol. Wasser verd\u00fcnnt und unter der Einwirkung von Kohlens\u00e4ure, gef\u00e4llt wird, wenn auch nicht vollst\u00e4ndig, da bei nachlieriger S\u00e4ttigung mit Kochsalz noch ziemlich starke Niederschl\u00e4ge sich ausscheiden. Ebenso verhielten sich auch Fl\u00fcssigkeiten, welche, Schmidt\u2019s Ansicht nach, Fibrinogen enthielten; n\u00e4mlich Verd\u00fcnnung mit Wasser und S\u00e4ttigung mit Kohlens\u00e4ure bewirkten keine vollst\u00e4ndige F\u00e4llung des Fibrinogens, und schied nachherige S\u00e4ttigung des Filtrats mit Kochsalz fast ebenso viel und sogar noch mehr Fibrinogen aus (ib. p. 14). Auf Grund dessen sieht Heynsius, der zwischen diesem und dem Seroglobin keinen Unterschied anerkennt, auch zwischen diesen K\u00f6rpern und dem Fibrin keinen Unterschied, es sei denn nur einen quantitativen (ib. p. 15).\nWie Heynsius der Darstellung eines schwerl\u00f6slichen Fibrinogens erw\u00e4hnt, so findet gleich nach ihm Schmidt (1872,167 p. 440), dass auch aus fibrin\u00f6sen Fl\u00fcssigkeiten (der Herzbeutelfl\u00fcssigkeit eines Pferdes) durch Verd\u00fcnnung mit Wasser und Neutralisation mit Essigs\u00e4ure erhaltenes Fibrinogen sich 11-mal schwerer l\u00f6se als das Globulin, welches aus dem Serum desselben Pferdes erhalten wird. Blosse Neutralisation gen\u00fcge jedoch zur Ausscheidung des Fibrinogens aus der Herzbeutelff\u00fcssigkeit nicht, wie es auch mit dem Seroglobin aus dem Serum der Fall sei: es bed\u00fcrfe noch der Verd\u00fcnnung mitV\u00f6asser (ib. p. 441); k\u00fcnstliche L\u00f6sungen derselben Substanzen in neutralen Salzen dagegen w\u00fcrden leicht von S\u00e4uren gef\u00e4llt, und sollen diese Substanzen aus alkalischen L\u00f6sungen durch Neutralisation vollst\u00e4ndig aufallen (ib. p. 440).\nErst jetzt richtet J) Schmidt sein Augenmerk auf Denis\u2019s Arbeit, und glaubt, dass Denis\u2019s Plasmin aus Fibrinogen und Seroglobin bestehe, da eine jede dieser Substanzen die F\u00e4higkeit besitze durch S\u00e4ttigung mit Kochsalz gefallt zu werden. Dieses Verhalten des Fibrinogens und des Seroglobins, oder der \u201eFibrinogenerato-ren\u201c, wie Schmidt sie damals seiner Lehre zu Liebe benannte, dem Kochsalz gegen\u00fcber leiteten ihn auf den Gedanken, dieselben mittels Kochsalz einzeln aus solchen Fl\u00fcssigkeiten zu erhalten, in welchen nur eine derselben vorhanden ist, wobei er. wie wir schon wissen (.V.V 48\u201460 p. 120), f\u00fcr das Seroglobin\u2014das Blutserum, f\u00fcr das Fibrinogen\u2014die Hvdrocelefl\u00fcssigkeit vorschl\u00e4gt. Nachdem die Fl\u00fcssigkeit mit Kochsalz ges\u00e4ttigt ist, beginnen farblose Flocken sich auszuscheiden, die dann auf dem Filter gesammelt werden. Nachdem die Fl\u00fcssigkeit abfiltrirt ist, wird der Niederschlag aufs neue in V'asser aufgel\u00f6st, wobei aber diese L\u00f6sung schon keine Neigung\n\u2019) Es ist interessant, dass Schmidt. Denis\u2019s erw\u00e4hnend, nichts von dessen Arbeiten sagt, was auf den Gedanken bringt, dass er sie auch jetzt nicht gelesen hat; dies ist um so wahrscheinlicher, als Schmidt sagt; \u201eDenis betrach-\ntete diese Substanz (F i b r i n o g e n) als den im Blute p r \u00e4 e x i s t i r e n d e n fl\u00fcssigen Faserstoff und n a n n t e sie F 1 a s m i p\u201c (107 p. 443. AW 75 \u2014S0 p. 196),","page":208},{"file":"p0209.txt","language":"de","ocr_de":"209\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nzu gerinnen mehr zeige (167 p. 443\u20144). Zugleich finden wir bei Schmidt auch folgende Angabe: Pferdeplasma mit i/3 Natriumsulfatl\u00f6sung (1 : 3 Wasser) vermischt, gerinne spontan nicht; wird aber Wasser in gen\u00fcgender Menge zugesetzt, und zwar je mehr, je besser und schneller, so falle das Fibrin, wenn auch nur als flockenartiger Niederschlag, aus (ib. p. 456).\nUm Fibrinogen zu erhalten, empfiehlt Allchin (3 p. 278) Herzbeutelfl\u00fcssigkeit mit Natriumsulfat oder Kochsalz zu s\u00e4ttigen, den Niederschlag mit ges\u00e4ttigten L\u00f6sungen derselben Salze zu waschen, ihn in Wasser aufzul\u00f6sen und durch S\u00e4ttigen mit denselben Salzen aufs neue auszuf\u00e4llen. Die auf dem Filter gesammelten Niederschl\u00e4ge sind bei niedriger Temperatur zu trocknen, zu zerstossen und in Flaschen aufzubewahren '); je nach Bedarf wird von dem Pulver in Wasser aufgel\u00f6st, und es stellt dann eine Fibrinogenl\u00f6sung in Salzen vor. Zugleich mit der Arbeit, in welcher Schmidt den besonderen Charakter einer noch nicht definitiv bestimmten Substanz, des Fibrinogens, zeigen will, erschien Mehu\u2019s Arbeit (132 p. 645), welche den Zweck hatte die Identit\u00e4t des Fibrinogens und des Seroglobins zu bewei-sen. Meliu findet, dass sowohl das Serum wie auch das pleuritische Exsudat bei S\u00e4ttigung mit Magnesiumsulfat das sog. Hydropisin GannaFs ausscheidet, welches, der Meinung des Autors nach, mit dem gel\u00f6sten Fibrin\u2014fibrine dissoute\u2014von Denis (,W_ 75\u201480 p. 203) identisch ist2). Einen eben solchen K\u00f6rper und auf dieselbe Weise erh\u00e4lt Mehu aus der Bauchwassersucht-, der Hydrocelefl\u00fcssi g-keit und aus den meisten Fl\u00fcssigkeiten der Ovarialcysten. Darauf empfiehlt Mehu anstatt Magnesiumsulfat in Krystallen solches in ges\u00e4ttigter L\u00f6sung bei 40\u2014 50\u00b0, 5 ol. auf 1 Vol. der Fl\u00fcssigkeit, mit welcher man experimentirt, zu benutzen (132 p. 645); zu vollst\u00e4ndigerer F\u00e4llung des Hydropisins r\u00e4t er in der Folge (133 p. 198) Magnesiumsulfat in Ueberschuss zu nehmen. Der Niederschlag wurde in Wasser aufgel\u00f6st, die erhaltene L\u00f6sung mit Magnesiumsulfat gef\u00e4llt und dann der auf dem Filter gesammelte Niederschlag mit derselben L\u00f6sung gewaschen. Die weisse Masse des Niederschlags wurde, nach dem Abpressen zwischen Fliesspapier, in Wasser aufgel\u00f6st und der unl\u00f6sliche Niederschlag schon aus dieser L\u00f6sung durch Einwirkung von Alkohol erhalten (132 p. 646).\nIndem wir hier auch noch die in demselben Jahre (1872) erschienene Arbeit 3) Eichwalds (52p. 152\u20143) anf\u00fchren, sehen wir, dass die Ansichten dieser drei Autoren aus dem Jahre 1872\u2014Schmidt. Mehu und Eichwald\u2014das Gebiet der mit den gegenseitigen Beziehungen des Fibrinogens, des Seroglobins und des Fibrins verkn\u00fcpften Fragen so zu sagen ersch\u00f6pfen: vom gr\u00f6beren chemischen Standpunkte aus sind diese K\u00f6rper im ausgeschiedenen Zustande in der That identisch.\nEichwald vermischte filtrirte Herzbeutelfl\u00fcssigkeit mit dem gleichen Vol. ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung und leitete dann Kohlens\u00e4ure durch das Gemenge; bei dieser Operation schied sich eine Substanz aus, welche der Autor f\u00fcr Fibrin ansali (ib. p. 152\u20143). Ausserdem werde bei einfacher Durchleitung von Kohlens\u00e4ure durch Herzbeutelfl\u00fcssigkeit das Erscheinen eines Fibrinniederschlags beobachtet (ib. p. 147\u20149). Dass das in den beschriebenen Versuchen sich ausscheidende Fibrin ohne Teilnahme des Seroglobins entstanden war, folge daraus, dass es unter obigen Umst\u00e4nden nicht ausfiel: Fibrin werde weder bei Gegenwart halbges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6-\n*) \u201eThe filters may be dried at alow temperature and the material remaining on them separated off, powdered, and preserved in stoppered bottles\u201c (3 p. 278).\n2) \u201eCe qu\u2019on obtient ainsi n\u2019est autre chose,\n\u00e0 mon avis, que la fibrine dissoute de Denis\u201c (132 p. 645).\n3) Es muss gesagt werden, dass die Grunds\u00e4tze der oben erw\u00e4hnten Arbeit von Eichwald schon im J, 1869 ver\u00f6ffentlicht wurden (51 p. 239).","page":209},{"file":"p0210.txt","language":"de","ocr_de":"210\nDAS GLOBULIN DEE COAGULIRBAKEN SUBSTANZ DES BLUTES.\nsung noch aus Serum durch Einwirkung von Kohlens\u00e4ure ausgef\u00e4llt. Dass dieser Niederschlag wirklich Fibrin war, beweise nicht nur der Umstand, dass er alle Eigenschaften desselben besass, sondern auch der. dass die Fl\u00fcssigkeiten, aus denen er ausgeschieden wurde, nicht mehr gerinnbar waren.\nIm weiteren liess Eichwald Blut in 1/5 Yol. concentrirter Natriumsulfatl\u00f6sung einfliessen, goss das abgestandene Plasma nach G\u20149 Stunden ab und vermischte es mit 3\u20144 Vol. halbges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung, worauf ein mit dem benutzten filtrirten Plasma gleiches Volum ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung zum Gemenge zugesetzt und dann schon ein Kohlens\u00e4urestrom durchgeleitet wurde. Eichwald\u2019s Meinung nach, wird das Ausfallen des Seroglobins in diesem Falle durch den Zusatz einer Kochsalzl\u00f6sung von entsprechender Concentration und Menge verhindert, demgem\u00e4ss er den erhaltenen Niederschlag f\u00fcr Fibrin ansieht. Letzteres erscheine in sehr schwerl\u00f6slicher Gestalt, welche einer solchen des auf gew\u00f6hnliche Weise enthaltenen Fibrins entspricht (ib. p. 151\u20142).\nWenn man das Gesagte erw\u00e4gt, so erscheint es ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass Eichwald Denis's Plasmin f\u00fcr ein Gemenge von Seroglobin und \u201egerinnbarer Substanz\u201c (ib. p. 153), ansieht, welches er, wahrscheinlich unter dem Einfluss von Denis s Lehre, \u201el\u00f6sliches Fibrin\u201c (ib.p. 15S) nennen m\u00f6chte. Eichwald glaubt, dass kein Grund vorhanden sei, die Benennung \u201eFibrinogen\u201c beizubehalten, da die unter diesem Namen beschriebene Substanz nicht frei von Seroglobin war. Das von ihm erhaltene gel\u00f6ste Fibrin dagegen gerinne und gebe ein in Salzen unl\u00f6sliches Product, Fibrin (ib. p. 157). Auf Grund des Dargelegten und infolge weiterer Erkl\u00e4rungen ist Eichwald der Ansicht, dass aus der in Salzen l\u00f6slichen Substanz w\u00e4hrend der Gerinnung ein in denselben unl\u00f6sliches Fibiin entstehe, was er \u2022lurch die Darstellung eines seroglobinfreien reinen Fibrinogens oder l\u00f6slichen Fibrins darzuthun sucht. Das mit l/6 Yol. Natriumsulfat versetzte filtrirte Blutplasma wird mit dem doppelten Yolum ges\u00e4ttigter Chlornatriuml\u00f6sung vermischt, wobei ein starker Niederschlag entsteht, welcher mit einer doppelt verd\u00fcnnten Kochsalzl\u00f6sung auf dem Filter gewaschen wird (ib. p. 155). Der ausgewaschene Niederschlag, sei in Wasser l\u00f6slich und besitze die Eigenschaft, spontan zu gerinnen.\nAuf diese Art erhielt Eichwald, seiner Meinung nach, seroglobinfreies Fibrinogen oder l\u00f6sliches Fibrin, da er das Plasma mit einer solchen L\u00f6sung f\u00e4llte, welche Seroglobin in keinem Falle falle (ib. p. 154, 157\u20148). Andererseits findet er jedoch, dass auch das gew\u00f6hnliche, aus Herzbeutelfl\u00fcssigkeit und auch aus Blutplasma erhaltene Fibrin sich um so besser in Kochsalz l\u00f6se, je schw\u00e4cher es ge-\u00eeonnen war; im allgemeinen findet Eichwald, dass sogar ven\u00f6ses Fibrin, nachdem es sich in Kochsalz aufgel\u00f6st hat, einen, wenn auch unbedeutenden, R\u00fcckstand zu-l\u00fccklasse (ib. p. IGO). Nichtsdestoweniger giebt Eichwald die Bildung von Fibrin auch im Serum zu, und zwar nicht als secund\u00e4re Gerinnung sondern in Gestalt A \u00b0j1 Niederschl\u00e4gen, wobei er als charakteristisches Merkmal f\u00fcr das Globulin L\u00f6slichkeit in Salzen, f\u00fcr das Fibrin dagegen Unl\u00f6slichkeit in solchen sowie in verd\u00fcnnter Essigs\u00e4ure ansieht (ib. p. 46).\nIndem Gautier (65 p. 227) von der L\u00f6slichkeit des Fibrins in 10%-igem (jldoinatrium als von einer festgestellten Thatsache spricht, f\u00fchrt er dennoch als Bedingung daf\u00fcr an, dass es der Einwirkung der Luft nicht lange ausgesetzt gewesen sei. Eine Fibrinl\u00f6sung in Salzen besitze Eigenschaften, die einerseits an Albumin, andererseits an Casein erinnern, und werde zugleich von Magne-siumsulfat. in Substanz gef\u00e4llt. Zum Beweis der Identit\u00e4t dieser L\u00f6sung mit Albu-\u21221J1 OF\u00e4Aifim' mit Serum) f\u00fchrt Gautier seine Beobachtungen \u00fcber die Dialyse von Tibiml\u00f6sungen an. Die Dialyse wurde fast bis zur vollst\u00e4ndigen Entfernung des","page":210},{"file":"p0211.txt","language":"de","ocr_de":"1>\u00c0S GL\u00d4B\u00dcLIN D\u00c9R COAGULIRBAREN SUBSTANZ DBS BLUTES.\n211\nKochsalzes und, um der F\u00e4ulniss vorzubeugen, in Gegenwart von Blaus\u00e4ure ausgef\u00fchrt, wonach die Fl\u00fcssigkeit bei 45\u00b0 im luftleeren Raum verdichtet wurde. Die erhaltene Fl\u00fcssigkeit gerann bei 61\u00b0. w\u00e4hrend das H\u00fchnereiweiss bei 71\u00b0 gerinnt; doch auch beim Kochen erfolgte keine vollst\u00e4ndige F\u00e4llung; die Fl\u00fcssigkeit wurde auch von Minerals\u00e4uren und Sublimat gef\u00e4llt, erlitt aber unter der Einwirkung von Essigs\u00e4ure, Kupfersulfat und Silbernitrat keine Ver\u00e4nderung. Die mit Wasser verd\u00fcnnte Fibrinl\u00f6sung in Salzen schied unter dem Einfluss eines Kohlens\u00e4urestroms einen Niederschlag aus, welcher Wasserstoffsuperoxyd zersetzte (ib. p. 228).\nHeynsius (94 p. 514) reiht das Fibrin gleichfalls den Proteink\u00f6rpern an, die in schwachen Salzl\u00f6sungen leicht, in concentrirten dagegen sich garnicht l\u00f6sen, v*obei er aber bemerkt, dass das durch Schlagen von arteriellem Blut erhaltene Fibrin sich schwerer l\u00f6se als dasjenige aus dem Herzen stammender Coagula; ausserdem sei die L\u00f6slichkeit des Fibrins \u00fcberhaupt nicht immer die gleiche, da sie bei Gegenwart von S\u00e4uren und auch von Soda bedeutend abnehme (ib. p. 515).\nDadurch d\u00fcrften sich wohl auch die etwas fr\u00fcher von Plosz (150 p. B82) gemachten Beobachtungen erkl\u00e4ren, dass nach sorgf\u00e4ltigem Waschen mit Wasser das 11brin sich nur teilweise l\u00f6st oder, wie Plosz sich ausdr\u00fcckt, einen K\u00f6rper \u201eenth\u00e4lt\u201c, welcher in Salzen, Alkalien und S\u00e4uren sich leicht l\u00f6st und dabei aus den L\u00f6sungen in Salzen bei Verd\u00fcnnung mit Wasser unter der Einwirkung von Kohlens\u00e4ure ausl\u00e4llt. Mit einem Worte. Plosz fand f\u00fcr den gel\u00f6sten Teil dieselben Beziehungen, welche Gautier f\u00fcr das vollst\u00e4ndig aufgel\u00f6ste Fibrin gezeigt hatte (VW 75\u2014 80 p. 210). Nach der Entfernung des aufgel\u00f6sten Teils bleibe ein nicht nur in Neutralsalzen unl\u00f6slicher sondern auch in Chlorwasserstoffs\u00e4ure und in Natriumcarbonat schwerl\u00f6slicher Teil zur\u00fcck. Doch auch dieses Fibrin verhalte sich verschiedenartig, je nach der Behandlungsmethode, ob dasselbe extrahirt oder mit Salzen digerirt wurde. Beim Digeriren bei 30\u201440\u00b0 l\u00f6se sich das Fibrin h\u00e4ufig ganz auf. Wird aber mit immer neuen Salzl\u00f6sungen extrahirt, so entferne man, Plooz\u2019s Ansicht nach, nur das Globulin, w\u00e4hrend das zur\u00fcckgebliebene Fibrin schon bei keiner Temperatur in Salzl\u00f6sungen sich l\u00f6se. F\u00fcr Plosz ist es klar, dass die gr\u00f6ssere oder geringere L\u00f6slichkeit fies Fibrins durch die Gegenwart einer gr\u00f6sseren oder geringeren Albuminmenge bedingt wird (150 p. 383). Nach sorgf\u00e4ltigem Waschen des Fibrins mit Wasser extrahirte Kistiakowski Globulin mit 3%-iger Kochsalzl\u00f6sung aus demselben (102 p. 442). Deutschmann (47 p. 509) fand seinerseits, dass auch das Fibrin verschiedener Tiere schwacher Aetznatronl\u00f6sung gegen\u00fcber sich nicht ganz gleich verhielt. Beim Digeriren auf dem Wasserbade mit 0,05-iger Aetznatronl\u00f6sung l\u00f6ste sich frisch gewaschenes Rattenfibrin in einer halben Stunde; schwerer l\u00f6ste sich das Fibrin des Meerschweinchens, des Schafes, des Kaninchens, der Ente, der ( rans, der Taube; einige Stunden bedurfte es zur Aufl\u00f6sung von Hunde-, Katzen-Schweine-, Ochsenfibrin, und am sp\u00e4testen l\u00f6ste sich Menschenfibrin. Aetznatronl\u00f6sung wurde ebenso viel genommen, als das Blut betrug, welches zur Bereitung des Fibrins gedient hatte (ib, p. 509).\nEs ist interessant, dass L\u00f6slichkeit des Fibrins nicht nur in den gew\u00f6hnlichen chemischen Agentien der Protemk\u00f6rper constatirt wurde, sondern dass es auch in 1-\u20142%-iger Neurinl\u00f6sung bei Zimmertemperatur l\u00f6slich sei, wie Mautlmer i 30 p. 178) seine fr\u00fcheren Beobachtungen (129 p. 347; 12S p. 202), dass die prote\u00efn-haltigen Fl\u00fcssigkeiten in Gegenwart von Fibrin in der W\u00e4rme nicht gerinnen, best\u00e4tigend, in den Jahren 1874 und 1S75 fand. Aus einer solchen L\u00f6sung falle das Fibrin bei S\u00e4ttigung derselben mit Kochsalz aus; wird aber die L\u00f6sung verd\u00fcnnt, so l\u00f6se sich der Niederschlag wieder auf; auch S\u00e4uren sollen eine Fibrinl\u00f6sung in Neurin f\u00e4llen, wrnbei der Niederschlag in einem S\u00e4ure\u00fcberschuss l\u00f6slich sei; von Alkohol aber werde das Fibrin aus einer solchen L\u00f6sung nicht ausgeschieden (130 p. 178).","page":211},{"file":"p0212.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUT\u00c9S.\nm\nT h a t s a c h e n, die zu Gunsten der Identit\u00e4t des Fibrinogens und des Seroglobins zeugen. Um diese Zeit erschienen Arbeiten, die dem n\u00e4heren Studium des Plasma gewidmet waren. So beobachtete Gautier (66 p. 13G0 und auch 67 p. 530), dass von Kaninchenblut, welches in % Yol. ges\u00e4twar, abgehobenes Plasma im Laufe von\nKochsalzl\u00f6sung hei 0\u00b0\ntigter\n3 Tagen nicht gerann, w\u00e4hrend Hunde- und Kaninchenblut am\neingeflossen\nsalzes zu der Blutmenge bei 4\u00b0/0-igm Salzgeh seine Gerinnbarkeit t den, ohne bei alledem\nl\u00e4ngsten\nsowohl arterielles als ven\u00f6ses Ochsen- Schaf-, nicht gerann, wenn die Menge des Kochsich wie 5\u20146:100 verhielt. Lange gerinne das Blut auch bei 8\u201410\u00b0 nicht. Ein derartiges Salzplasma, welches ieh\u00fcsst hat, k\u00f6nne abgedampft, getrocknet, gepulvert wer-\n-yy) . Ill\t, ,\t'\t'-iVtJ -L XUAOA11CL Uill O\u00fc ZjUUIOI\nEichwald voigeschlagenen Verfahrens (AW 75\u201480 p. 209), nach welchem das ab-i jene und filtinte Plasma mit dem gleichen Vol. ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung\nin der Meinung, dass Seroglobin dem Filter gesammelten Niederschla\n^V\u00dcCltlJgl\n^luuin von dieser L\u00f6sung nicht gef\u00e4llt\nseine F\u00e4higkeit, sich in Wasser aufzul\u00f6sen, durchzufiltriren und nach Veid\u00fcnnung mit Wasser zu gerinnen und Fibrin auszuscheiden, einzub\u00fcs-sen (66 p. 1361;. Noch mehr, das getrocknete und zu Pulver verriebene Salzplasma, verlieie. die F\u00e4higkeit nicht, sich in Wasser aufzul\u00f6sen und sogar nach dem Trocknen bei 110\u00b0 zu gerinnen (66 p. ! 362). Etwas fr\u00fcher hatte Gautier (64 p. 1415), um Plasma zu eihalten, das Blut langsam in l/2 Vol. einer abgek\u00fchlten, je 2\u00b0/0 Magnesiumsulfat und Chlorammonium enthaltenden L\u00f6sung einfliessen lassen wobei er schnelle und vollst\u00e4ndige Abscheidung des Plasma beobachtete.\nHammaisten (79 p. 22) empfiehlt seinerseits das Plasma abzutrennen, indem man das Blut mit ys _ Vol. ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung vermischt. Doch bleibt genannter Aut oi dabei nicht stehen, sondern bedient sich, um m\u00f6glichst seroglobin-\nreies Fi innogen zu eihalten, bei der weiteren Behandlung des Plasma eines zuerst von\t1 1\t\u201d \" '\ngehobene ausgef\u00e4llt wird.\nwerde. Den aut dem inter gesammelten Niederschlag l\u00f6st man in 8%-iger Chlor-natrmmlosung auf und fallt die erhaltene L\u00f6sung aufs neue mit ges\u00e4ttigter Kochsalz-iosrnig, wonach auch dieser Niederschlag in einer schwachen Kochsalzl\u00f6sung aufgel\u00f6st wird. Nach der dritten F\u00e4llung l\u00f6se sich das Fibrinogen in Wasser auf Ko-fei\\ de,s Niedersclilag zur\u00fcckgehaltenen Salzes auf; auf diese Art werde eine ; /o Fibim\u00f6gen enthaltende L\u00f6sung erhalten. Hammarsten sieht dies f\u00fcr voll-kommen reines Fibrinogen an, weil es, seiner Ansicht nach, weder Albumin noch Se-.\tentTla t\u2019 da bei. der F\u00e4llung der Salzl\u00f6sung dieses Fibrinogens mit einer\nfmu,lc eu\t\u00bbai bein.e Fi'ote\u00efnsubstanz in der Mutterlauge mehr zur\u00fcck-\nn 1 pr\u00eato!? 11101 c ei sein k\u00f6nne, wenn Albumin oder Globulin zugegen w\u00e4re, vniio+n r6 V-01i ei erm\u00e4hnten L\u00f6sung garniclit gef\u00e4llt werde, lezteres dagegen sich\ntersfb\u00c4 n^derschla\u00a71e Z79 P; 23> dieses Fibrinogen sieht der Autor f\u00fcr die Mut-teiSubstanz des im Blute praformirten Fibrins an, im Gegensatz zu der zu jener\ndass das Fibrin sich im gel\u00f6sten Zustan-sielit Hammarsten f\u00fcr das Crit\u00e9rium der eines Coat\nZeit von Eichwald verfochtenen Ansicht, de im Blute befindet. Eichwald zuwider geschehen Gerinnung nicht die Bildung\nLehre, die Bildum\n6ulums oder einer Gallerte son-\neines schwerl\u00f6slichen K\u00f6rpers, des Fi-\ndern, nach Schmidt\u2019s brins, an (79 p. 27).\n... ,. Ausserdem giebt Hammarsten zu, dass bei dem Uebergang in einen schwer-\nwtc en dem^A V \u00c0 U\u2122-das Fib\u2122\u00b0ge\u00bb auch \u201eoch'ein intermedi\u00e4res, k\u00f6nne f bdn 2fiVber l n de\u201c Flb\u21220g\u2122 befindliches, Stadium des Fibrins bilden brinJ te milib \u201e\u00cfi\u201cn\u201cf W fl1' die Bild\u2122S eines leichtl\u00f6slichen Fi-lichkdt des F\u00cebrins in SakT (fb\tP1\u00b0SZ\u2019S Beobacht\u2122?\u00ab' \u00bber die L\u00f6s-","page":212},{"file":"p0213.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n213\nIndem Hammarsten in Bezug auf das Fibrin die Gallertbildung, mit einem Worte den Process, welcher Gerinnung des Blutes, des Plasma, des Fibrins genannt wird, ihrer diagnostischen Bedeutung beraubt, giebt er indess keine mehr oder weniger scharfen Unterscheidungsmerkmale f\u00fcr das Fibrinogen und das Fibrin an.\nAndererseits sieht Schmidt zwischen dem Fibrinogen und dem Seroglobin keinen Unterschied (168 p. 151). Die Abtrennung des Seroglobins von dem Fibrin mittels des von Eicliwald vorgeschlagenen und von Hammarsten verfochtenen Verfahrens ihr unm\u00f6glich erachtend, geht Schmidt haupts\u00e4chlich von dem Satze aus, dass diese 2 K\u00f6rper nicht nur in anderen Beziehungen (deren eigent\u00fcmliche Teilnahme am Gerinnungsakt ausgenommen) sondern auch noch darin sich \u00e4hnlich seien, dass deren L\u00f6sungen auf gleiche Weise von concentrirten Kochsalzl\u00f6sungen gef\u00e4llt werden, und deren Niederschl\u00e4ge in schwachen Kochsalzl\u00f6sungen ') auf gleiche Art sich l\u00f6sen; ausserdem werde das Globulin aus Serum, welches y5 bis */4 Magnesiumsulfat enth\u00e4lt, ebenfalls von dem gleichen Volum ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung ausgef\u00e4llt (ib. p. 152). Diese Thatsachen lagen Schmidt\u2019s Gedanken zu Grunde, dass es unzul\u00e4ssig sei anzunehmen, das Seroglobin werde aus dem Plasma durch Einwirkung eines gleichen Volums concentrirter Kochsalzl\u00f6sung nicht gelallt. wenngleich das Serum dieses Blutes von dieser L\u00f6sung auch nicht gef\u00e4llt wird (ib. p. 152). Zugleich behauptet Schmidt, im Gegensatz zu Hammarsten\u2019s Schl\u00fcssen, dass durch S\u00e4ttigung mit Kochsalz vollst\u00e4ndige F\u00e4llung weder des Fibrinogens noch des Seroglobins statt\u00fcnde: beide K\u00f6rper fallen aus, aber nicht ganz (ib. p. 154\u20145), Zugleich findet Schmidt, dass auch Kohlens\u00e4ure sich beiden Substanzen gegen\u00fcber analog verhalte, das Seroglobin sich im ganzen leichter l\u00f6se als das Fibrinogen, aber unter gewissen Umst\u00e4nden leichter oder schwerer aus-falien k\u00f6nne als dieses. Diese K\u00f6rper mechanisch zu trennen, h\u00e4lt er nicht f\u00fcr m\u00f6glich (ib. p. 156). Zu allem Gesagten f\u00fcgt Schmidt noch hinzu, dass auch das Fibrin in allen m\u00f6glichen L\u00f6slichkeitsgraden erhalten werden k\u00f6nne, und dass diese vollst\u00e4ndig von der Salz- und Alkalimenge in den gerinnenden Fl\u00fcssigkeiten oder von dem Umstande abh\u00e4ngen, ob eine gewisse Menge Fibrinogen vorher durch gepulvertes Kochsalz schon ausgeschieden worden war 3) oder nicht.\nIn seiner Antwort an Schmidt besteht Hammarsten darauf, dass das Seroglobin aus einer L\u00f6sung in 8%-iger Chlornatriuml\u00f6sung von dem gleichen Volum einer ges\u00e4ttigten L\u00f6sung desselben Salzes nicht gef\u00e4llt wird (1876, 80 p. 16), aber best\u00e4tigt andererseits die F\u00e4llbarkeit des Globulins aus dem Serum mit derselben ges\u00e4ttigten L\u00f6sung bei Gegenwart von % Vol. ges\u00e4ttigter Magnesiumsulfatl\u00f6sung ib. p. 17). Von den Beobachtungen anderer Autoren und seinen eigenen \u00fcber die U n f \u00e4 11 b a r k e i t des S e r u m s durch das gleiche Volum ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung ausgehend, empfiehlt Hammarsten Pferdeblutplasma mit dem gleichen Volum ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung nicht nur zur Abtrennung des Fbrinogens sondern sogar behufs quantitativer Bestimmung sowohl des Fibrinogensais auch des Seroglobins, zu f\u00e4llen, indem er dabei ohne besondere Beweisgr\u00fcnde behauptet, dass s\u00e4mmtliclies Seroglobin gel\u00f6st bleibt (80 p. 17). Was die Eigenschaften des Fibrinogens anbetrifft, so findet auch Hammarsten in denselben viel Gemeinsames mit denjenigen des Seroglobins und zwar: das Fibrinogen werde aus Ivochsalz-\n') \u201eEs ist kaum glaublich, dass dies eine Methode darstellen soll zur Trennung zweier K\u00f6rper von einander, welche, wie in alien \u00fcbrigen chemischen Beziehungen, so auch darin mit einander \u00fcbereinstimmen, dass beide durch concen-\ntrirte Kochsalzl\u00f6sungen gef\u00e4llt und durch verd\u00fcnnte gel\u00f6st werden\u201c (168 p. 151).\n-) \u201eMan erh\u00e4lt so Faserstoff von allen Graden der L\u00f6slichkeit bis zur L\u00f6slichkeit in Kochsalz\u201c (168 p, 173).","page":213},{"file":"p0214.txt","language":"de","ocr_de":"214\nBAS GLOBULIN BER COAGULIRBAREN SUBSTANZ BES BLUTES.\nl\u00f6sungen von Wasser ausgef\u00e4llt und wie das Fibrin allmalig in 5\u201410%-iger Chlor-natriuml\u00f6sung und verd\u00fcnnten S\u00e4uren unl\u00f6slich. Einen Unterschied zwischen dem Fibrinogen und dem Seroglobin sieht er nur darin, dass 16%-ige Chlornatriuml\u00f6-sung nur concentrirte Seroglobinl\u00f6sungen f\u00e4llt, w\u00e4hrend das Fibrinogen von derselben L\u00f6sung auch aus verd\u00fcnnten L\u00f6sungen ausgef\u00e4llt wird; gleicherweise werde eine Fibrinogenl\u00f6sung durch Kochsalz im Ucberschuss ganz ausgef\u00e4llt, eine Seroglobinl\u00f6sung hingegen nur teilweise; ferner schlage Kohlens\u00e4ure das Fibrinogen aus einer Salzl\u00f6sung nieder, das Seroglobin dagegen unter gleichen Umst\u00e4nden nicht. Dabei erwerbe das ausgefallene Fibrinogen allm\u00e4lig die L\u00f6slichkeit des Fibrinogens: es werde schwerl\u00f6slich.\nUm reines Fibrinogen zu erhalten, dialysirte Hammarsten eine L\u00f6sung gew\u00f6hnlichen Fibrinogens in Salzen gegen 0,006\u20140,003\u00b0/o-ige Aetznatronl\u00f6sung, wobei das Fibrinogen leichtl\u00f6slich wurde, aber seine Gerinnungsf\u00e4higkeit einb\u00fcsste. An derselben Stelle empfiehlt Hammarsten, um Fibrinogen zu erhalten, das Blut nicht in lj5, sondern in i/k Vol. Magnesiumsulfat eintiiessen zu lassen und dann das Plasma auf gew\u00f6hnliche Weise zu f\u00e4llen.\nSchmidt aber (169 p. 14\u20145), der in dem chemischen Charakter der vorliegenden Substanzen keinen Unterschied sah und die elective Bedeutung von Hammar-sten\u2019s Methode nicht anerkannte, schlug gleiche Darstellungsmethoden f\u00fcr das Fibrinogen und f\u00fcr das Globulin vor. Es ist interessant, dass er diese Methode bei dem Ueberschlag seiner langj\u00e4hrigen Untersuchungen giebt. Das Verfahren besteht in f olgendem: 1) vorsichtiges Zugiessen von Alkohol bis zur Tr\u00fcbung, wobei nach 2 Tagen Niederschl\u00e4ge erscheinen sollen; 2) Verd\u00fcnnung der Fl\u00fcssigkeit mit 15 7ol. Wasser und Durchleitung von Kohlens\u00e4ure oder Ans\u00e4uern mit irgend einer S\u00e4ure^ (z. B. 1.35 Cc. 25%-iger Essigs\u00e4ure zu Ochsenserum). Diese Methode sei. t\u00fcr die Darstellung von Seroglobin zweckm\u00e4ssiger: 3) S\u00e4ttigung der Fl\u00fcssigkeit mit Kochsalz; 4) Neutralisation und nachherige Dialyse der Fl\u00fcssigkeit in d\u00fcnnen Schichten im Laufe von 3\u2014 10 Stunden, wobei das Wasser alle 1/a\u20141 Stunden gewechselt wird. Durchleitung von Kohlens\u00e4ure durch die Fl\u00fcssigkeit oder, je nach der Dauer der Dialyse, Verd\u00fcnnung derselben mit Wasser (169 p. 13\u201414) bef\u00f6rdere die Bildung und Verst\u00e4rkung der Niederschl\u00e4ge.\nGleichzeitig mit diesen Abscheidungsmethoden des Fibrinogens schl\u00e4gt Gle-naul (71 p. 17) wieder die alte Methode: Abstehen des Blutplasma in den Blutgef\u00e4ssen vor. Glenard unterband bei Einhufern ein Blutgef\u00e4ss in 2 Stellen und trennte das Plasma nach dem Abstehen der Blutk\u00f6rperchen ab. Fredericq (57 p. -\u00b0) pUifte die Darstellungsmethoden des Fibrinogens mit Hilfe von Salzen, indem ei das Blut in die von Burdon-Sanderson (22 p. lob) vorgeschlagenen Abk\u00fchlungsge-fusse sammelte, und auch Hewson\u2019s (AkV 75\u201480 p. 171), von ihm f\u00e4lschlich GlenarcFs, y.57 p. 73) benanntes A erfahren. Seine besondere Aufmerksamkeit wandte Fredericq Hewson s A erfahren zu. Einem Pferde, welches durch einen Schlag mit dem Hammer auf den Kopf bet\u00e4ubt worden war, wurde in 2 Stellen rasch eine der Jugular-venen unterbunden, wonach das Tier mit einem Fieischermesser \u00fcber dem Griff des Li ustknochens in der Pachtung zum Herzen erstochen, und das austiiessende Blut m Gef\u00e4sse gesammelt wurde. Dann erst wurden die unterbundenen Arenen herausgeschnitten (ib. p. 74). Nach der Abtrennung des Plasma nach dem zuletzt erw\u00e4hnten ei alu en maass Fredericq die Temperatur, wobei er schrieb: \u201eIch entdeckte\u201c, dass das auf obige AVeise erhaltene Plasma bei 56\u00b0 C. gerinnt\u201c (ib. p. 75) J)- Fredericq\n) \u00bb\u2022\u2022\u2022\u2022\u2022 j\u2019ai d\u00e9couvert: C'est sur du plasma obtenu \u00e0 1 aide du troisi\u00e8me proc\u00e9d\u00e9, que j'ai d\u00e9-\ncouvert la propri\u00e9t\u00e9 qu\u2019offre le tibrinog\u00e8ne de se coaguler par la chaleur \u00e0 une temperature rela-","page":214},{"file":"p0215.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n215\nbat in jeder Hinsicht Unrecht. Die Gerinnungstemperatur des Plasma (p. n. 172) war nicht nur seit Hewson bekannt; ein Jahr vor der Ver\u00f6ffentlichung von Fre-dericq\u2019s Arbeiten hatte Hammarsten gefunden, dass eine neutrale Fibrinogenl\u00f6sung bei 52 \u2014 55\u00b0 gerinnt (1876.80 p. 19) 1).\nIndem Fredericq seine Beobachtungen mit Schmidt\u2019s Angabe, dass die fibrin\u00f6se n Fl\u00fcssigkeiten, bis auf 60\u00b0 erhitzt, die F\u00e4higkeit zu gerinnen einb\u00fcs-sen, vergleicht, spricht er die Meinung aus, es gebe 2 Fibrinogene, die, ihrer Herkunft nach, \u201eH\u00e4mofibrinogen\u201c (h\u00e9mafibrinog\u00e8ne), welches aus dem Blute, und ,,Hydrofibrinogen\u201c, das aus der Hydrocelefll\u00fcssigkeit (ib. p. 81) 2) stammt, genannt werden k\u00f6nnten, obgleich er gleich darauf der Abh\u00e4ngigkeit der Gerinnungstemperatur von der Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t der Salze erw\u00e4hnt. W\u00e4hrend das Plasma bei 56\u00b0 anfing zu gerinnen, fand Fredericq. dass das Filtrat erst bei 67\u00b0 gerann (74 p. XIV).\nIn der Folge machte Sch\u00e4fer (158 p. 185) Fredericq auf Plewson\u2019s Arbeiten aufmerksam und stellte auf diese Weise die Priorit\u00e4t dieses Autors in Bezug auf die Beobachtungen \u00fcber die Gerinnungstemperatur des Plasma her.\nAuch Hammarsten findet (81 p. 237), dass das Fibrin, welches aus der Hydro-celefl\u00fcssigkeit erhalten wird, sich leicht in Salzen l\u00f6se, w\u00e4hrend das Fibrinogen derselben Fl\u00fcssigkeit durch wiederholtes Aufl\u00f6sen und Ausf\u00e4llen die F\u00e4higkeit, sich aufzul\u00f6sen, vollst\u00e4ndig einb\u00fcsse (ib.p. 237). Dennoch verficht Hammarsten, ohne neue Beweisgr\u00fcnde anzuf\u00fchren seinen Satz sowie die M\u00f6glichkeit, das Fibrinogen von dem Seroglobin zu trennen. Indem er die Darstellungsmethode des Fibrinogens beschreibt (ib' p. 220), erkl\u00e4rt er, dass der wesentlichste Unterschied desselben vom Seroglobin darin bestehe, dass das Fibrinogen von einer 16%-igen Kochsalzl\u00f6sung sogar aus schwachen L\u00f6sungen ausgef\u00e4llt wird, w\u00e4hrend die Seroglobinl\u00f6sungen, die im Organismus angetroffen werden, von einer solchen Kochsalzl\u00f6sung nicht ver\u00e4ndert werden (ib. p. 224). Indem Hammarsten im folgenden Jahre (1878, 82 p. 415) die Richtigkeit von Eichwald\u2019s Ansicht, dass das Seroglobin sogar bei der S\u00e4ttigung mit Kochsalz nicht vollst\u00e4ndig ausgef\u00e4llt werde (ib.p. 415), best\u00e4tigt. findet er jedoch, dass aus schwachen L\u00f6sungen auch eine 16%-ige Kochsalzl\u00f6sung das Fibrinogen nicht f\u00e4lle (81 p. 224), demzufolge er, um m\u00f6glichst reines Fibrinogen zu erhalten, dasselbe 4\u20147 Mal mit 16\u00b0/0-iger Kochsalzl\u00f6sung f\u00e4llt (ib.p. 232. Trotz dieser \u201esorgf\u00e4ltigen Abtrennung\u201c findet Hammarsten vom chemischen Standpunkte aus nichts Charakteristisches, nichts, was dasselbe vom Globulin unterscheiden w\u00fcrde (ib. p. 237) 3); einen Unterschied zwischen dem gerei nigten Fibrinogen und dem in nat\u00fcrlichen Bedingungen befindlichen sieht Hammarsten darin, dass erster es im Gegensatz zum letzteren von Kochsalz vollst\u00e4ndig ausgef\u00e4llt wird (ib. p. 240).\ntivement Lasse\u201c ( + 56\u00b0 C.) (57 p. 75) oder \u201eC'est en me servant du troisi\u00e8me proc\u00e9d\u00e9 que j\u2019ai d\u00e9couvert dans le plasma sanguin l'existence d'une substance albumino\u00efde (fibrinog\u00e8ne) se coagulant par la chaleur \u00e0 une temperature relativement basse ( + 56u C.)\u201c (ib.).\n\u2019) \u201e....tritt dagegen in einer Fibrinogenl\u00f6sung von demselben biaCl-Gebalte die Gerinnung bei 52\u201455\u00b0 C. ein\u201c, referirt Hammarsten seine Arbeit (80 p. 19).\n-) Fredericq schien seine Arbeiten f\u00fcr besonders wichtig zu halten, da er denselben m\u00f6glichst\ngrosse Verbreitung gab: ein und dasselbe erschien in 1) 56 p. XIV, 2) Annales de la soci\u00e9t\u00e9 de m\u00e9d. de Gand. 1877, 3) 57 p. 81 und 4) 588 p. 15\u2014ausf\u00fchrlicher.\n3) \u201eCharakteristisch f\u00fcr das Fibrinogen sind also nur die allgemeinen Eigenschaften der Globuline (!) und die Gerinnung; und in letzter Hand giebt es also\u2014so weit unsere bisherigen Erfahrungen reichen\u2014mit Ausnahme der Gerinnungsf\u00e4higkeit nichts f\u00fcr das Fibrinogen Spe-c i f i s c h e s\u201c (81 p. 237).\n14","page":215},{"file":"p0216.txt","language":"de","ocr_de":"216\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nSp\u00e4ter fing Hammarsten (83 p. 568), um reines Fibrinogen darzustellen, das Blut in Magnesiumsulfat im Verh\u00e4ltnis 3 : 1 aut (ib. p. 564) und f\u00e4llte das bibrino-gen nach dem Abstehen des Plasma mit dem gleichen \\ olum ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung. Der Niederschlag wurde auf mehreren Filtern gesammelt, zusammen mit diesen zwischen frischem Fliesspapier abgepresst und in 8\u00b0/0-iger Chlornatriuml\u00f6sung aufgel\u00f6st, wobei von letzterer */, des anf\u00e4nglichen Volums des Magnesiumsulfats (ib. p. 565) genommen wurde. F\u00e4llung und Aufl\u00f6sung werden bis 3-mal vorgenommen, und wird das Fibrinogen schliesslich in destillirtem Wasser aufgel\u00f6st. Bei der weiteren Behandlung w\u00e4scht Hammarsten den mit Kochsalz aus dem Gemenge von Plasma und Magnesiumsulfat erhaltenen Niederschlag zuerst mit ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung (ib. p. 581). Zur Darstellung des Fibrinogens bediente er sich des abgek\u00fchlten und abgestandenen Plasma, welches er ebenfalls mit dem gleichen Volum ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung f\u00e4llte. Im weiteren operirte Hammarsten, wie oben dargelegt (ib. p. 577). Schliesslich benutzte er zum Sammeln des Plasma auch Hewson-Gautier\u2019s Verfahren (p. n. 172 u. 210).\nWenn Hammaisten einerseits \u00fcber den Unterschied zwischen dem Fibrinogen und dem Seroglobin keine Angaben liefert, finden wir andererseits bei ihm Hinweise genug auf die Identit\u00e4t der Eigenschaften des Fibrins und des Fibrinogens und zwar nicht nur in chemischer Beziehung. So beobachtete Hammarsten (84 p. 433), dass das aus Salzl\u00f6sungen mit ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung ausgef\u00e4llte Fibrinogen nach dem Abpressen zwischen Fliesspapier eine z\u00e4he elastische Masse vorstellte, welche beim Zerreissen durchsichtige H\u00e4ute bildete. Diese Eigenschaften sollen nicht nur dem nach Hammarsten\u2019s Verfahren dargestellt Fibrinogen, sondern auch dem aus abgestandenem Pferdeblutplasma und mit ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung gef\u00e4llten Fibrinogen geh\u00f6ren (ib. p. 432). Auch durch F\u00e4llung von Salzl\u00f6sungen gereinigten Fibrins mit Wasser werde eine z\u00e4he faserige Masse erhalten, welche in den gew\u00f6hnlichen L\u00f6sungsmitteln des Globulins sich schwer l\u00f6st, wobei zwischen ihm und dem Fibrin jeder Unterschied verschwinde (ib. p. 433). Endlich bestehe auch in dieser Beziehung zwischen dem Fibrin und dem Fibrinogen einerseits und dem Seroglobin andererseits kein Unterschied, da letzteres ebenfalls in Gestalt z\u00e4her, elastischer F\u00e4den erhalten w erden k\u00f6nne. Man k\u00f6nne sich leicht davon \u00fcberzeugen: es gen\u00fcge den durch Einwirkung von Kohlens\u00e4ure auf 10-fach mit Wasser verd\u00fcnntes Serum ausgeschiedenen Niederschlag auf dem Filter zu sammeln und 4\u201424 Stunden in feuchter Luft liegen zu lassen; im Laufe dieser Zeit verwandele sich der Niederschlag, in welchem nat\u00fcrlich ein jeder typisches Serumglobulin anerkennen muss, in eine halbdurchsichtige, dehnbare und beim Zerreissen F\u00e4den bildende Masse. Diese Erscheinung wurde zuerst von A. Schmidt im Jahre 1872 (167 p. 432) beobachtet.\nNach dem Trocknen der Salzl\u00f6sung im luftleeren Kaum \u00fcber Schwefels\u00e4ure und der A erreibung zu Pulver erhielt Hammarsten ein ganz unl\u00f6sliches, mit den Eigenschaften des Fibrins ausgestattetes Fibrinogenpr\u00e4parat (ib. p. 432). welches, diesem Forscher nach, in 5\u201410%-iger Kochsalzl\u00f6sung unl\u00f6slich sei, aber in Salzs\u00e4ure 1%0 und in l/100 Normal\u00e4tznatronl\u00f6sung aufquelle und allm\u00e4lig sich auti\u00f6se (84 p. 448 und 83 p. 615).\nBemerken wir hier gleich, dass Frederieq (59 p. 461), der von Allchin\u2019s (p. n. 209) Beobachtungen nichts wusste, behauptet, es sei ihm gelungen einen aus Plasma durch S\u00e4ttigung mit Kochsalz erhaltenen Niederschlag\u2014Denis\u2019s Plasmin\u2014im trocknen Zustande beinahe 2 Jahre lang aufzubewahren, ohne dass das Pr\u00e4parat seine L\u00f6slichkeit in Salzen eingeb\u00fcsst h\u00e4tte.\nDoch h\u00e4lt auch Hammarsten es f\u00fcr n\u00f6tig der Vorstellung vom Fibrin gewisse Grenzen anzuweisen (85 p. 437) und giebt in dieser Hinsicht alle diejenigen","page":216},{"file":"p0217.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DEE COAGUL\u00ceRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n217\nFormen des Fibrins zu. welche schon im Jahre 1859 von Denis vorgeschlagen worden waren, obgleich er sagt, Denis habe nur 3 verschiedene Fibrinarten zugegeben^ (ib. p. 438). Hammarsten nimmt gew\u00f6hnliches Fibrin an, indem er es mit Denis\u2019s festem ver\u00e4ndertem Fibrin (fibrine concr\u00e8te modifi\u00e9e) f\u00fcr identisch erkl\u00e4rt. In diesem durch Auswaschen und Auspressen in Wasser oder in Salzl\u00f6sungen erhaltenen Fibrin giebt Hammarsten die Gegenwart von Formelementen zu, demzufolge reines Fibrin entweder aus filtrirten Transsudaten oder filtrirtem Pferdeblutplasma erhalten werde. Dm grosse Mengen reinen Fibrins zu erhalten, empfiehlt der Autor das Pferdeblut in ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung aufzufangen, damit das Plasma mit einem circa 4%-igen Kochsalzgehalt sich abscheide. Das abfiltriite Plasma sei ganz trei von geformten Elementen, bilde mit Wasser bei 40\u00b0 einen sehr rasch erscheinenden Niederschlag, nat\u00fcrlich von Fibrinogen, wie der Leser meinen k\u00f6nnte.\u2014 von Fibrin, wie Hammarsten schreibt ').\n\"Wie objectiv der Historiker sicli auch verhalte, es giebt dennoch auch darin gewisse Grenzen... Das Material, die Darstellungsweise weisen auf Globulin hin. Hammarsten w\u00fcnscht jedoch diesen Niederschlag Fibrin zu nennen, was um so seltsamer ist, als er selbst fr\u00fcher zugegeben hatte, dass auch das Fibrinogen in Gestalt von F\u00e4den und als unl\u00f6sliche Substanz erscheinen k\u00f6nne! Das ist eins der vielen Beispiele, wenn der Historiker der Prote'insubstanzen nicht nur von den Autoren gelieferten Thatsachen. sondern sogar unter dem Einfluss unbekannter Gr\u00fcnde gezogenen Schl\u00fcssen Rechnung zu tragen hat!\nHammarsteiFs Worten nach, w\u00e4re dieser Niederschlag weder in 5\u2014-10\u00b0/o-iger Kochsalzl\u00f6sung noch in Ghlorwasserstoffs\u00e4ure 1%0, oocli auch in Aetznatronl\u00f6sung 0,5 \u20141%0 l\u00f6slich 2).\nSo schreibt Hammarsten die Bildung der z\u00e4hen Fl\u00fcssigkeit, die bei der Aufl\u00f6sung des Fibrins. Denis's fibrine concr\u00e8te globulaire (p. n. 202) genannt, in 10% Kochsalzl\u00f6sung (85 p. 441 und 449) entsteht, der Gegenwart lympho\u00efdaler Zellen zu, \u00fcbergeht aber mit Schweigen, ob das Fibrin selbst l\u00f6slich sei! Was das aus filtrirtem Pferdeblutplasma erhaltene Fibrin anbetrifft, so l\u00f6se es sich nach mehr oder weniger langer Zeit in Kochsalz, wobei aber die L\u00f6sung nicht dickfl\u00fcssig ist (ib. p. 448).\nEndlich giebt Hammarsten zugleich mit Denis auch das Vorhandensein von \u201efibrine concr\u00e8te pure\u201c zu: obgleich es ihm an eigenen Beobachtungen fehlt (ib. p. 4-19 \u2014 50), erw\u00e4hnt er solcher F\u00e4lle, wo \u201enicht ganz typisches Fibrinogen\u201c leichtl\u00f6sliches Fibrin gegeben hatte! Ferner bemerkte Hammarsten, dass eine solche Fibrinogenl\u00f6sung, in welche vorher Seroglobin eingetragen worden war, l\u00f6slicheres Fibrin gab; ausserdem glaubt er. dass infolge der Gegenwart von Lecithin, welches immer das Seroglobin begleitet, sich Neurin gebildet haben mochte, welches der Aufl\u00f6sung des Fibrins stets f\u00f6rderlich sei. Doch soll, wie Hammarsten selbst be-nierkt, solches auch an arteriellem Fibrin beobachtet werden, was aber nicht der Fall ist (ib. p. 452). Andererseits machte vorsichtiger Zusatz einer unbedeutenden\n*) \u201eSehr\u2019geeignet zur Gewinnung von gr\u00f6sseren Fibrinmengen ist das durch Aufsammeln von Pferdeblut in ges\u00e4ttiger Kochsalzl\u00f6sung gewonnene, etwa 4\u00b0/o XaCl enthaltende Pferdeblutplasma. Dieses, nach der Filtration v\u00f6llige klare und von k\u00f6rperlichen Elementen ganz freie Plasma liefert nach dem Verd\u00fcnnen mit Wasser von etwa + 40u C. sehr bald eine reichliche Menge Fibrin, welches durch Schlagen von ganz typischer, faseriger Beschaffenheit erhalten tvird. Dieses Fi-\nbrin {!?) verh\u00e4lt sich zu den' gew\u00f6hnlichen P\u00f6ea-gentien wie das typische, durch Schlagen aus dem arteriellen Blute gewonnene Fibrin, d. li. Avie der von Denis, als \u201efibrine concr\u00e8te modifi\u00e9e\u201c be-zeiclmete Faserstoff\u201c (85 p. 439\u201440).\nG \u201eIn Kochsalzl\u00f6sungen von 5\u201410% XaCl, in sehr verd\u00fcnnter Salzs\u00e4ure, 0,l\u00b0/o HCl, oder Natronlauge, 0,05\u20140,1% XaX), l\u00f6st es sich bei Zimmenv\u00e4rme im Laufe von mehreren Tagen nicht merkbar auf\u201c (85 p. 441).\n14:","page":217},{"file":"p0218.txt","language":"de","ocr_de":"218\n\u00ce)AS GLOB\u00dcLIN D\u00c8R CO\u00c0G\u00dcL\u00ceRB\u00c2\u00c8EN SUBSTANZ D\u00c8S BL\u00dcT\u00cbS.\nAlkalimenge zu einer Fibrinogenl\u00f6sung es Hamarsten m\u00f6glich ein sehr leichtl\u00f6sliches Fibrin zu erhalten, welches dem reinen Fibrin\u2014fibrine concr\u00e8te pure\u2014von Denis, wie Hammarsten meinte, entsprach. Das auf die soeben beschriebene Art erhaltene Fibrin l\u00f6st sich in 5%-iger Chlornatriuml\u00f6sung im Laufe von 4\u20145 Stunden bei 40\u00b0 (ib. p. 453) auf. Einen solchen Einfluss des Alkali fand Hammarsten auch in Bezug auf das Fibrin des Plasma. Den Unterschied in der L\u00f6slichkeit des auf diese oder jene Art erhaltenen Fibrins erkl\u00e4rt Hammarsten im allgemeinen durch den Einfluss \u00e4usserer Umst\u00e4nde *) (85 p. 45G).\nHannnarsten\u2019s Untersuchungen, sowie die Hartn\u00e4ckigkeit, mit der er darauf bestand, dass er in Wirklichkeit nur von Seroglobin ganz freies Fibrinogen erhalten hatte, w\u00fcrden zu der Annahme berechtigen, dass solches, wenn es nur wirklich Fibrinogen war, bei den Gerinnungsversuchen u. dergl. vollst\u00e4ndig in Fibrin \u00fcbergehen konnte. Es erweist sich jedoch, dass in Bezug auf HammarsteiFs Fibrinogen dasselbe gesagt werden m\u00fcsse, was schon hinsichtlich Denis\u2019s Plasmin anerkannt worden war, n\u00e4mlich dass sowohl das Plasmin als auch das Fibrinogen beim Ueber-gang in Fibrin einen Teil ihrer Substanz, wenn ich mich so ausdr\u00fccken darf, in der L\u00f6sung zur\u00fccklassen.\nGleich Schmidt (168 p. 119) und Fredericq (58 p. 35), gewann auch Hammarsten, was noch interessanter ist, durch quantitative Bestimmungen die Ueber-zeugung, dass die Menge des Fibrins immer geringer als die zum Versuch genommene Fibrinogenmenge ist 2). Ueberzeugt, nur Fibrinogen vor sich zu haben, stellt Hammarsten an sich die Frage, was denn aus dem Teil des Fibrinogens geworden sei, welcher nicht zur Bildung von Fibrin gedient hat. Seinem Wunsch oder seiner Meinung gem\u00e4ss erweist es sich, dass es kein Fibrinogen ist, da nach der Abtrennung des Fibrins die Fl\u00fcssigkeit nicht mehr gerinnt (weder durch Serum noch durch Seroglobinzusatz) und auch bei 56\u00b0 nicht, was der Fall sein w\u00fcrde, wenn dieser Rest Fibrinogen vorstellte. F\u00fcgen wir hinzu, dass Hammarsten ausser Acht gelassen hatte, dass schwache Fibrinogenl\u00f6sungen sich anders als concentrirte verhalten! Der in L\u00f6sung gebliebene K\u00f6rper gerinnt bei 64\u00b0, f\u00e4llt aus diesem k\u00fcnstlichen Serum durch S\u00e4ttigung mit Kochsalz aus, l\u00f6st sich wieder in Wasser auf. aus welchem es mit gepulvertem Kochsalz oder Magnesiumsulfat ausgeschieden werden kann. Diesem K\u00f6rper erkennt Hammarsten alle Eigenschaften des Globulins zu, welches, seiner Ansicht nach, im Moment der Bildung des Fibrins aus dem Fibrinogen entstanden ist (85 p. 465). Im Hinblick darauf, dass ein solcher K\u00f6rper auch bei der Blutgerinnung erhalten werden muss, muss das normale Serum einen solchen neben dem Seroglobin (Paraglobulin), von dem er nur durch die Gerinnungstemperatur sich unterscheidet, ebenfalls enthalten: das Seroglobin gerinnt bei 75\u00b0, Hammarsten\u2019s Globulin\u2014bei 64\u00b0. Da es diesem Autor nicht gelungen war das Seroglobin in Globulin zu verwandeln, welches bei 64\u00b0 gerinnt, so glaubte er, dass sein neues Globulin ein selbst\u00e4ndiger K\u00f6rper sei, welcher neben dem Seroglobin im Pferdeblutplasma vorhanden ist, mit welchem er bei der gew\u00f6hnlichen Darstellungsart des Seroglobins aus Serum, n\u00e4mlich durch Verd\u00fcnnung mit Wasser und F\u00e4llung mit Essigs\u00e4ure, gleichzeitig ausf\u00e4llt (85 p. 465).\n9 \u00bbI9 * 11 dem Vorigen habe ich von verschie-\ndenen .Fibrinmodifikationen gesprochen, deren\nVerschiedenheiten von Verunreinigungen oder wechselnden \u00e4usseren Versuchsbedingungen herzuleiten sind\u201c (85 p. 456).\n:) \u201eIn meiner ersten Abhandlung \u00fcber die Blut-\ngerinnung habe ich einige quantitative Versuche mitgetheilt, welche s\u00e4mmtlich zeigen, dass die Menge des bei der Gerinnung entstandenen Fibrins stets kleiner als die Menge des in Arbeit genommenen Fibrinogens ist\u201c (85 p. 459).","page":218},{"file":"p0219.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n219\nDer Existenz eines solchen Globulins widersprechen jedoch zwei Umst\u00e4nde: 1) bei den Operationen, mit deren Hilfe Hammarsten sein bei 64\u00b0 gerinnendes Globulin aus dem Serum ausscheidet, gerinnt auch das ausgeschiedene Seroglobin bei 64\u00b0 (s. d. Kap. XI \u00fcber den Einfluss der W\u00e4rme; 139 p. 436); \u00fcberhaupt kann nach Wunsch eine beliebige Gerinnungstemperatur dieses oder jenes Globulins hervorgerufen werden, und 2) das normale Serum gerinnt bei 64\u00b0 nicht; folglich, wenn man f\u00fcr H\u00e4min arsten\u2019s Globulin nur eine Temperatur f\u00fcr charakteristisch h\u00e4lt, so ist ein solcher K\u00f6rper im Serum nicht vorhanden! Offenbar musste Hammarsten denselben M eg nehmen, den Denis gegangen war, und auch die Spaltung des Fibrinogens in Fibrin, welches ausf\u00e4llt, und in Globulin, welches in L\u00f6sung bleibt, annehmen (ib. P; 468 und 473). Trotzdem Hammarsten zugleich mit Schmidt Denis\u2019s Plasmin f\u00fcr ein Gemenge von Fibrinogen und Seroglobin ansieht, giebt er dennoch zu, dass Denis s Gedanke wohlbegr\u00fcndet war und schl\u00e4gt vor sogar sein eigenes G 1 o b u-1 i n \u201efibrine dissoute\u201c, l\u00f6sliches oder gel\u00f6stes Fibrin, zu nennen (ib. p. 474).\nDarauf stellt Hammarsten an sich die Frage, ob sein Globulin kein Zer-fallproduct, sondern ein Teil des Fibrins sein k\u00f6nnte, welches sich ebenfalls aus dem Fibrinogen gebildet hat, aber in L\u00f6sung geblieben ist (85 p. 475). Zu Gunsten auch einer solchen Ansicht zeugen einige Thatsachen, n\u00e4mlich die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Salzen und der von Hammarsten beobachtete F\u00e4ll, wo bei einem gewissen Salzgehalt das Fibrinogen beim Gerinnen sich nicht in gew\u00f6hnliches festes, sondernin nichtausgeschie-denes, in L\u00f6sung gebliebenes verwandelt hatte *). Hier war ebenfalls l\u00f6sliches Fibrin vorhanden.\nBemerken wir gleich, dass wenn die einen Autoren als Crit\u00e9rium der Gerinnung die Bildung einer Gallerte, die anderen\u2014diejenige eines unl\u00f6slichen Niederschlags, die dritten\u2014faseriges Aussehen, die vierten endlich\u2014irgend eine F\u00e4llung ansahen, es sich fragt, worauf Hammarsten sich gr\u00fcndete, als er aussagte, dass hier Gerinnung stattgefunden hatte, obgleich sich nicht einmal Niederschl\u00e4ge gezeigt hatten?! Also Gerinnung ohne Gerinnung!!\nWie dem auch sei, die Geschichte muss auch dieses von Hammarsten entdeckte Fibrin auf ihren Bl\u00e4ttern verzeichnen (85 p. 475\u20146).\nTrotz der Hartn\u00e4ckigkeit, mit welcher Hammarsten die Reinheit des von ihm erhaltenen Fibrinogens verfocht, gab er nicht nur \u00fcber die Reactionen des Fibrinogens und des Fibrins nichts N\u00e4heres an, sondern musste sogar im Gef\u00fchl seiner vollen Wehrlosigkeit in der Frage nach der Pr\u00e4existenz des Fibrinogens, als der Muttersubstanz des Fibrins, die Waffen strecken. Die Existenz einer solchen Muttersubstanz w\u00fcrde bewiesen sein, oder, besser gesagt, w\u00fcrde der allgemeinen Vorstellung von derselben oder den Anforderungen, welche an dieselbe gestellt werden, entsprechen, wenn die gesuchte Substanz in ihrer ganzen Masse\u2014worin Hammarsten den anderen Autoren beistimmt* 2)\u2014in Fibrin \u00fcberginge. Dies sei aber\nf) \u201eBei einer anderen Gelegenheit habe ich gezeigt, dass bei einem gen\u00fcgenden Salzgehalte das Fibrinogen bei der Gerinnung nicht als Fibrin sich ausscheidet, sondern als l\u00f6sliches Fibrin in in der Fl\u00fcssigkeit gel\u00f6st bleibt\u201c (85 p. 476).\n2) \u201eAlle Forscher, -welche mit der Fibrinfrage etwas eingehender sich besch\u00e4ftigt haben, sind, wenn ich nicht irre, darin einig, dass sie einen vollst\u00e4ndigen Verbrauch des Fibrinogens bei der Gerinnung annehmen. Wenn nun trotzdem die\nMenge des ausgeschiedenen (dasselbe kann sich aber nicht ausscheiden, s. 85 p. 477) Faserstoffes mit einem wechselnden Salz-oder Alkaligehalte wie auch mit einer ungleichen Gerinnungsgeschwindigkeit wechseln kann, finde ich f\u00fcr ein solches Verhalten keine andei\u2019e Erkl\u00e4rung als die, dass bei der Gerinnung entweder ein Theil des Faserstoffes in L\u00f6sung bleibt oder ein Theil des Fibrinogens der Wirkung des Fermentes entzogen wird (85 p, 482),","page":219},{"file":"p0220.txt","language":"de","ocr_de":"220\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nnicht der Fall, und seien die Erkl\u00e4rungen dieser Erscheinung gar zu hypothetisch und entbehren jeglicher factischen Grundlage (s. dieselbe Anmerkung).\nWooldridge (192 p. 585) findet seinerseits in dem Blutserum von Hunden und Schafen Fibrinogen: er h\u00e4lt den aus dem Serum mit verd\u00fcnnten S\u00e4uren ausgeschiedenen Niederschlag daf\u00fcr und nennt denselben \u201eSerumfibrinogen\u201c (!).\nDer L\u00f6slichkeit des Fibrins in Salzen wird von einigen Autoren, die mit der Geschichte und. den Eigenschaften des Fibrins bekannt sind, auch in Lehrb\u00fchern Erw\u00e4hnung gethan, so z. B. in Gamgee's (61p. 36). Unter den sp\u00e4teren Autoren beobachtete Halliburton die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Salzen (78 p. 149). Ochsenfibrin wurde zuerst mit Wasser, darauf, behufs Entfernung des Seroglobins, mit 10%-iger Kochsalzl\u00f6sung gewaschen und dann in 2 Borzionen mit 10%-iger Kochsalzl\u00f6sung und 5%-iger Magnesiumsulfatl\u00f6sung \u00fcbergossen. Um der F\u00e4ulniss vorzubeugen, setzte man zu der Fl\u00fcssigkeit Thymol zu. Nach 2 Tagen hatte sich ein grosser Teil des Fibrins gel\u00f6st, wobei die Fl\u00fcssigkeit etwas opalescirte und beim Kochen einen ziemlich reichlichen Niederschlag ausschied. Als Gerinnungstempera-tur f\u00fcr die L\u00f6sungen in Kochsalz fand Halliburton 57\u201469\u00b0,- in Magnesiumsulfat 66\u201475\u00b0 (78 p. 149).\nZu gleicher ' Zeit fand auch Green (74 p. 373), dass das Fibrin von Kalbern und Schafen, nach sorgf\u00e4ltigem Waschen .allm\u00e4lig immer wieder neue Mengen Proteinsubstanz einer neuen Chlornatriuml\u00f6sung abgab. Die erhaltenen L\u00f6sungen, gerannen beim. Kochern Vollst\u00e4ndige Aufl\u00f6sung erfolgte in 32\u201435 Tagen. Analoge Resultate erhielt Green bei der Benutzung von 5\u20148\u00b0/0-iger Salzl\u00f6sung, wobei der Process schneller als mit 10-iger von statten ging. Die M\u00f6glichkeit, dass -f \u00e4ulniss eintrete, leugnet Green ab. Er unterwarf die Fibrinl\u00f6sungen der Dialyse, wobei sich ein Niederschlag-.ausschied, und am Ende des 10 Tages in der Fl\u00fcssigkeit keine. Protemsuhstanz mehr zur\u00fcckgeblieben war. Auch Magnesiumsulfat f\u00e4llte -d\u00fcs Fibrin aus dessen salinen L\u00f6sungen aus; der Niederschlag in der Diflusions-zelle l\u00f6ste sich in 1%-iger Kochsalzl\u00f6sung nicht vollst\u00e4ndig auf; was sich aber in einer solcher L\u00f6sung nicht auli\u00f6ste, das l\u00f6ste sich in einer 10%-igen, wobei der in der 1%-igen Kochsalzl\u00f6sung l\u00f6sliche Teil bei 56\u00b0, der in der 10%-igen l\u00f6sliche bei 59\t60\u00b0 gerann. Dieser einzige wesentliche Unterschied erkl\u00e4rt sich leicht\ndurch die Mengenverh\u00e4ltnisse des Salzes, die Quantit\u00e4ten der Proteinsubstanz u. dergl. (s. Kap. XI\u2014\u00fcber den Einfluss der W\u00e4rme; 139 p. 459).\nInteressant ist folgendes: in Schmidt's Laboratorium goss Schwartz (174 p. 6), narb Samson-Himmelstierna's f orgelien (157 p. 15), in der K\u00e4lte abgestandenes und .abfiltrirt.es Pferdeplasma in 70 Yol. (Himmelstjerna,\u2014in 80 Yol.) Eiswasser und ei kannte in dem nach 24 Stunden erhaltenen Niederschlag, im Verein mit Kr\u00fcger (104 p. 189), Leukocvten und Seroglobin, w\u00e4hrend Himmeistjerna nur Leukocyten gesehen hatte. Sowohl der Charakter des Processes als auch das oben Dargelegte zeugen .daf\u00fcr, dass hier haupts\u00e4chlich fibrinogen und erst in zweiter Linie Paragiobulin (Seroglobin;, und zwar in geringer Quantit\u00e4t, erhalten wurde. Endlich f\u00fchrt Limbourg ')\nAVir raten dem Leser sich nicht zu wundern, wenn er nach dem soeben angef\u00fchrten Satze bei Hammarsten gleich den folgenden liest: Seitdem es bewiesen (?!) worden ist, dass bei der Gerinnung s\u00e4mmtliches Fibrinogen verbraucht wird P!) und seitdem wir weiter gesehen haben, dass die R e 1 a ti o n zwischen (?!) Fibrinogen und Fi-\u2022brin eine w e c h s;e lnde, von mehreren Umst\u00e4nden abh\u00e4ngige sein kann, d\u00fcrfte man vielleicht auch Anhaltspunkte f\u00fcr eine Erkl\u00e4rung der Wir-\nkungsweise des Paraglobulins bei der Gerinnung finden\u201c (85 p. 482).\n') Obgleich Limbourg Haen, Scheidemantel und Arnold als solche Autoren nennt, welche auf die L\u00f6slichkeit des Fibrins hingewiesen haben giebt er jedoch nicht an, wo er diese Keuntniss erworben hat. Uns scheint, als habe er sie Zimmermann entnommen (p. u. 187). Mit literarischen Angaben kargt er \u00fcberhaupt.","page":220},{"file":"p0221.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COaGULIRBAKEN SUBSTANZ DES BLUTES.\n221\n(117 p. 450) interessante Thatsachen \u00fcber die L\u00f6slichkeit des Fibrins in verschiedenen chemischen Agentien an. Zu seinen Versuchen bediente er sich Schweineblutfibrins. da er fand, dass es l\u00f6slicher sei als Rinderblutfibrin \u2018), obgleich dieses sich leicht in Harnstoff l\u00f6se. Gut ausgewaschenes Fibrin wurde in concentrirte L\u00f6sungen von Alkali- oder Erdalkalisalzen und gewissen organischen Verbindungen eingetragen, wobei das Fibrin nach starkem Aufquellen in L\u00f6sung \u00fcberging. Die neutral reagirende Fl\u00fcssigkeit von unangenehmem Geruch hatte im ganzen die Reaction der Proteine, d. h. gab in der W\u00e4rme, durch S\u00e4uren, Metallsalze u. s. w., sowie bei S\u00e4ttigung mit Kochsalz oder Magnesiumsulfat. F\u00e4llungen (ib. p. 453). In der gel\u00f6sten Substanz fand Limbourg die Eigenschaften des Globulins. Um das Fibrin aufzul\u00f6sen, brachte man es in das 8-fache Vol. ges\u00e4ttigter Kalisalpeterl\u00f6sung. Schon am folgenden Tage zeigte sich deutliche Reaction auf Protein. Nach 4 Tagen hatte sich fast s\u00e4mmtliches Fibrin aufgel\u00f6st, wobei die L\u00f6sung zwischen 58\u201456\u00b0 gerann; doch beobachtete man im Filtrat noch eine zweite Gerinnung zwischen 71\u201476\u00b0 (ib. p. 454). Ausser mit Kaliumnitrat ging die Aufl\u00f6sung auch mit L\u00f6sungen von Chlorkalium, Ammoniumnitrat. Brom- und Iodkalium glatt von statten. w\u00e4hrend concentrirte Ammoniumsulfat- und Magnesiumsulfatl\u00f6sungen das Fibrin garnicht l\u00f6sten. Was concentrirte Chlornatrium- und Chlorammonium-, Kaliumsulfat- und Natriumsulfatl\u00f6sungen anbetrifft, so sei deren Einfluss ein unbedeutender (ib. p. 454). Als besonders starkes L\u00f6sungsmittel erweise sich Harnstoff. Mit einigem Erfolg wurden auch Rohr- und Milchzucker angewandt. Was den Concentra-tionsgrad der Salze, von denen das Fibrin aufgel\u00f6st wird, anbetrifft, so bewege sich derselbe in sehr weiten und dazu f\u00fcr jede Substanz verschiedenen Grenzen; unstreitig wirken Kalisalpeter und Harnstoff am besten in concentrirten L\u00f6sungen.\nDiese Beobachtungen veranlassen Limbourg zu der Behauptung, dass in den von ihm beschriebenen F\u00e4llen die L\u00f6slichkeit des Fibrins in Salzen diesen und nicht, wie man, Hammarsten\u2019s Meinung nach, h\u00e4tte annehmen k\u00f6nnen, dem Neurin zuzuschreiben sei. Gleich Green geben auch Hermann und Limbourg den Einfluss von F\u00e4ulniss in diesem Fall nicht zu (ib. p. 456). Indem Limbourg an sich die Frage richtete, in was das Fibrin nach der Aufl\u00f6sung sich verwandle, ob die Substanz, aus der es sich gebildet hatte, wiederhergestellt werde, konnte er nach Hoppe-Seyler\u2019s (99 p. 457). Haserbrock\u2019s (86 p. 353). Hermann\u2019s (89 p. 521) und Green\u2019s (p. n 220) Vorgehen auf Grund seiner Versuche \u00fcber die Gerinnung, ein solches Fibrinogen, aus welchem das gel\u00f6ste Fibrin entstanden war, hier nicht anerkennen. Die Aufl\u00f6sung ging bei erh\u00f6hter Temperatur besser als bei niedriger vor sich. So l\u00f6ste sich das Fibrin in concentrirter Kalisalpeterl\u00f6sung bei 40\u00b0 im Laufe von 18 Stunden auf, w\u00e4hrend bei niedriger Temperatur am anderen Tage erst Aufquellen beobachtet wurde.\nBemerken wir, dass sowohl Haserbrock (86 p. 353) bei der Pepsinverdauung, als Hermann (89 p. 521) bei der Pancreasverdauung des Fibrins im ersten Verdauungsstadium Globulin fanden. Schliesslich schied Babcock (12 p. 64\u201465) bei blossem Gentrifugiren von Milch eine faserige Substanz aus, welche alle Eigenschaften des Blutfibrins zeigte.\nF\u00fcgen wir noch hinzu, dass Dumouthi\u00e8res (50 p. 516) den Niederschlag, den er durch S\u00e4ttigung der Fl\u00fcssigkeiten, welche sich bei der Bauchwassersucht und einer Cyste gebildet hatten, mit Magnesiumsulfat bei 30\u201440\u00b0 erhielt, Gannal\u2019s Hydropisin dp. n. 204) nannte. Der erw\u00e4hnte Niederschlag musste sowohl Fibrinogen als Globulin enthalten (A'.Y 4S \u2014 60 p. 153). Arthus (10 p. 394) studirte das Verhalten\n0 Dem Autor ist eine analoge FeolueLteng- Lehmann\u2019s (p. n. 194) unbekannt,","page":221},{"file":"p0222.txt","language":"de","ocr_de":"222\nDES GLOBULIN DER COAGULTRBAR\u00cbN SUBSTANZ DBS BLUTES.\nder Fibrinl\u00f6sungen in 1% Fluornatrium; das L\u00f6sungsverm\u00f6gen dieses Salzes sei gering bei 15\u00b0, bei 40\u00b0 gehe schnell ca. 1% Fibrin in L\u00f6sung \u00fcber. Diese L\u00f6sungen werden durch Dialyse sowie durch Verd\u00fcnnung flockig gef\u00e4llt; durch S\u00e4ttigen mit Chlornatrium erhalte man partielle, mit Magnesiumsulfat totale F\u00e4llungen. Kohlens\u00e4ure f\u00f6rdere die Ausf\u00e4llung in verd\u00fcnnten L\u00f6sungen. Artlius rechnet das Fibrin zur Klasse der Globuline. Um ein von K\u00f6rperchen v\u00f6llig freies, klares Plasma zu erhalten, f\u00e4ngt Artlius (11p. 565) 4 Liter frisches Pferdeblut in 100 Cc. 4%-iger Natriumoxalatl\u00f6sung auf, filtrirt nach einigen Stunden das erhaltene Plasma und versetzt es mit 3 Vol. Wasser oder 2\u00b0/00 Magnesiumchlorid- oder\u2014sulfatl\u00f6sung; ein in Flocken oder F\u00e4den sich ausscheidender geringer Niederschlag, welcher wahrscheinlich aus Fibrin besteht, reisst alle noch sus-pendirten k\u00f6rperlichen Elemente .mit nieder. In dem so gekl\u00e4rten Plasma wurde der Minimalwerth f\u00fcr das Fibrinogen durch Erhitzen von 200 Cc. desselben auf 56\u00b0 bestimmt! Eine andere Porzion, auch von 200 Cc., wurde mit 10 Cc. kalt-ges\u00e4ttigter Calciumsulfatl\u00f6sung versetzt und das ausgeschiedene Fibrin (!) auf dem Fiher gesammelt. Als Material zur Darstellung des Fibrinogens verwandte Mittelbach (137 p. 289) Pferdeblut und zur Entkalkung des Blutes sowohl Fluorkalium als auch Kaliumoxalat. Die Darstellung des Plasma geschah auf folgende Weise. Eine oder mehrere Flaschen zu je 10 Liter Bauminhalt wurden mit der auf je 6 bis 8 Liter Blut berechneten, in ca. 300 Cc. Wasser gel\u00f6sten Menge des Oxalats, resp. Uuorids beschickt, das Blut direct aus dem Blutgef\u00e4sse porzionweise in die Flasche gebracht und durch kr\u00e4ftiges Sch\u00fctteln mit der Entkalkungsfl\u00fcssigkeit innig veimischt. Nach kaum einer halben Stunde haben sich die Blutk\u00f6rperchen abgc-sctzt, und das \u00fcber ihnen stehende stark gelb gef\u00e4rbte Plasma wird abgehebert. In dieses Plasma wird das gleiche Volumen ges\u00e4ttigter Kochsalzl\u00f6sung unter Umr\u00fchren gegossen, und das ausgeschiedene Fibrinogen in 2\u20143\u00b0/0 Kochsalzl\u00f6sung aufgel\u00f6st. Aus dicsei L\u00f6sung wird das Fibrinogen wieder durch Kochsalz\u2014bis zur halben S\u00e4ttigung gef\u00e4llt. Das so dreimal umgef\u00e4llte Fibrinogen war rein, seine Gerinnungs-tempeiatm=56\u00b0, doch enthielt das Filtrat solcher Fibrinogenl\u00f6sungen noch Ei-kqo>S\u2019 \u00a3V'<r^ies1 'n e|n Albuminat \u00fcbergegangenes (?) Fibrinogen war. Dastre (35 p. \u2022\u25a01 r i\tdass\tnur concentrirte Salzl\u00f6sungen sondern auch L\u00f6sungen von\n\u00e4hnlichen Coneentrationen, wie sie im K\u00f6rper Vorkommen, das Fibrin bei 40\u00b0 l\u00f6-sen und sogar zersetzen, doch sei l\u00e4ngere Zeit dazu erforderlich. Dastre experi-mentirte mit Natrium- und Ammoniumsalzen. Die Chloride wurden zu 7 bis 20%,: die Iluoride zu 5 bis 30%, angewendet. Die Fluoride wirkten sehr schwach zu 5%fl, s arkei bei h\u00f6herer Concentration. Die Versuchsdauer erstreckte sich bis zu mehre-iei\\ , \u00b0p {en:\twurde frisches Fibrin benutzt; der Ausschluss von Mikroorganismen\nAdi durch Anwendung eines speciellen dazu construirten Apparats (36 p. 585) ge-fP1. \u2019 |Un< doP1 VvU1 den am Ende der Versuche stets Mikroorganismen constatirt. i^ei ( lesen Umst\u00e4nden wurden a-Fihroglobulin, analog dem Fibrinogen, gegen\nr:pln\u00fcrWgU^nd,JnFib^0g?\u00b0bulil1\u2019 analog dem Serumglobulin, \u00fcber 75\u00b0 coagulirend,\n^ i 7 P; 589). Bulot (155 p. 152) findet, dass das Fibrin in Salzl\u00f6sungen nur V\tt .. mg flPs 'P I s.pL\tedie geringe Menge gerinnbaren Eiweisses lasse sich in\nlungfflui3SIgkeit Nachweisen. Dagegen l\u00f6se sich das gew\u00f6hnliche Fibrin, das m1enthalt\u2019 info]Se deren Anwesenheit in hohem Grade. Lilienfeld daSS durch Essi\u00a7's\u00e4ure aus tier reinen Fibrinogenl\u00f6sung, die mit p Ialzi\t?gennnbar ist, eine Substanz, das Trombosi n. ausgef\u00e4llt\ndarauf w'u J f\tk\u00fcrzester Zeit typischen Faserstoff liefere. Gleich\ntiT soi \" 11 Schafer (159 p. XVIII). dass das Tromhosin mit Fibrinogen iden-li.w\tnass vrllle Flbl'iN0genl\u00f6sung mit Calciumchlorid ebenfalls Faserstoff\nhdeu. Zu derselben Meinung gelangte auch Cramer (33 p. 74), der ausserdem ge-","page":222},{"file":"p0223.txt","language":"de","ocr_de":"223\nDAS GLOBULIN DER OOAGULLRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nRinden hat. dass dus Trombosin und das Fibrinogen dio gleiche elementare Zusammensetzung und das gleiche Dreliungsverm\u00f6gen besitzen, so dass an deren Identit\u00e4t nicht zu zw eifein sei. und dass das Lilienfeld'sche Fibrin nichts anderes, als ein\u00ab' Iibrinogenkalkverbindung sei, die in salzarmen und schwach alkalischen Fl\u00fcssigkeiten unl\u00f6slich ist. Nach Kossler s & Pfeiffer\u2019s Ansicht (103 p. 8) sei die gebr\u00e4uchliche Fibrinbestimmungsmethode zu umst\u00e4ndlich und fehlerhaft. Das von ihnen aus-geaibeitete \\ erfahren besteht in Folgendem. Das Blut wird direct aus der Vene in ein Messgef\u00e4ss eingelassen, in welchem sich eine Kaliumoxalatl\u00f6sung befindet\u2014 auf 100 Cc. Oxalatblut ca. 5 Cc. 4% Oxalatl\u00f6sung. Das Oxalatblut wird abgemessen, centrilugirt und der N-gehalt in dem gewonnenen Plasma nach Kjeldahl ermittelt. Beye (153 p. 27) meint, dass das Fibrinogen durch 28%-ige S\u00e4ttigung mit Ammoniumsulfat von den anderen Globulinen des Plasma sich trennen lasse.\ni Vollst\u00e4ndigkeit halber f\u00fcgen wir noch Lewinski\u2019s Angaben (113 p. 613) hinzu. In dem Oxalplasma wurde der Gesammtstickstoff nach Kjeldahl, das Fibrinogen und das Seruiralbumin bestimmt, das Fibrinogen durch S\u00e4ttigung mit Kochsalz gc-f\u00e4llu w\u00e4hrend die Globuline durch S\u00e4ttigung mit Magnesiumsulfat bei 37\u00b0 ausgeschieden wurden. Doyon, Morel & Peja (48 p. 98) empfehlen zur Fibrinogenbestimmung die Verwendung von verd\u00fcnnter Essigs\u00e4ure\u20141 Cc. Eisessigl\u00f6sung 1:10 auf 1 2 Cc. liuoridplasma. Gautier (68 p. 1068), der Melsens\u2019s (.V.V 48\u201460 p. 119) Versuche \u00fcber die F\u00e4llung des mit Wasser verd\u00fcnnten H\u00fchnereiweisses durch die Gase: Ob. FF, N2 und CL wiederholte, stimmt Melsens nicht bei. dass der Niederschlag aus Albumin bestehe, sondern glaubt, dass in diesem Falle sich Fibrin bilde; dies veranlasst ihn im H\u00fchnereiweiss die Existenz von Ovofibrinogen anzunehmen.\nDas Studium der Geschichte der uns gegenw\u00e4rtig interessirenden K\u00f6rper hat uns keinen unterschied in den chemischen Reactionen des Fibrinogens, des Fibrins und des Globulins, z. B., des Seroglobins, erkennen lassen, mit Ausnahme der Eigenschaft. welche anscheinlich nur dem Fibrinogen geh\u00f6rt, aus der Mutterlauge sich auszuscheiden (zu gerinnen), anders gesagt, in derselben unl\u00f6slich zu werden! V i e es scheint *), ist weder in Bezug auf die nat\u00fcrlich vorkommenden L\u00f6sungen des Seroglobins noch in den k\u00fcnstlichen\u2014des Fibrins etwas Aehnlichesbeobachtet worden. Die Identit\u00e4t der chemischen Reactionen der genannten K\u00f6rper sogar in den geringsten Einzelheiten wird eine vollst\u00e4ndige, wenn die ung\u00fcnstigen Momente, welche die Gewinnung genannter K\u00f6rper begleiten, beseitigt, besonders aber wenn diese unter analoge Bedingungen gebracht, worden sind.\nG e w i n n u n g des Fi b r i n s ,, i m reinen Zust a nde\u201c. 1. Das entf\u00e4rbte B 1 u t g o a g u 1 u m oder so g. g e w \u00fc h n 1 i c h e F i b r i n. Es muss vor allem gesagt werden, dass d a s a u f g e w \u00f6 h n 1 i c h e Weise g e w o n-n e n e F i b rin streu g g e n o m ni e n le e i n ,, F i b r i n \" ist, d a d a s a u f d i e s e Art aus g a n z e m Blute erhaltene eine grosse Anzahl r o t e r B 1 u t k o r p e r c h e n u n d e i n e kleine A n z a h 1 Leukocyte n e n t h \u00e4 11! Unsere zahlreichen Beobachtungen erlauben uns in dieser Beziehung folgende Regel aufzustellen: je ruhiger die Blutgerinnung vor sich gegangen, je geringer die Anzahl der einzelnen Gerinnsel ist, desto mehr Stromata finden wir im Fibrin. Ganz recht hatten Mandl, Delaharpe, Scherer u. a. (p. n. 186\u20147), als sie auf die Gegenwart von Stromata der roten Blutk\u00f6rperchen im Fibrin, wie es auf\n' ) A\\ ir begn\u00fcgen uns liier mit den Worten in derselben Fl\u00fcssigkeit\u2014der Mutterlauge, aus \u201ewie es scheint\u201c, da sowohl eine nat\u00fcrlich vorkom- der es ausgeschieden wurde sich wieder aufl\u00f6st. N\u00e4-nieiulc (.dobiiliui\u00f6sung eine derartige Krscheinung hen - dar\u00fcber im folgenden Bande nie eres Werkes, lin.rbietet als auch uusgesehiederms Fibrin sieh","page":223},{"file":"p0224.txt","language":"de","ocr_de":"224-\ndas GLOBULIN PER COAGULIRRAKEN SUBSTANZ DES BLUTES.\ngew\u00f6hnliche Weise erhalten wird, hinwiesen. Sehr irrig w\u00e4re die Meinung, als bef\u00e4nden sich die morphologischen Elemente des Blutes bei der Gerinnung desselben in Zelle n, welche durch Kreuzung der F i b r i n f \u00e4 s e r c h e n im Coagulum gebildet werden, und als w\u00fcrden beim Waschen des Coagulums ganze, unzerst\u00fcrte K\u00f6rperchen aus diesen Zellen ausgewaschen. In Wirklichkeit verh\u00e4lt sich die Sache-ganz anders. Schon Villard (p. n. 175) schrieb, dass das Blutcoagulum einen schwammartigen K\u00f6rper vorstelle, in dessen ganzer Masse die Blutk\u00f6rperchen eingef\u00fcgt sind. In der That schliesst das Blutcoagulum alle Blutk\u00f6rperchen ein. und werden bei dem Setzen desselben die Blutk\u00f6rperchen insgesammt und ein jedes einzelne immer dichter und dichter von der ununterbrochenen Fibrinmasse eingeschlossen. Um die Beziehung zwischen den Blutk\u00f6rperchen und dem gallertartigen Zustande des Fibrins im Blutcoagulum anschaulicher zu machen, empfehlen wir eine warme Gelatinel\u00f6sung, besonders eine mit 1\u20142%-iger Chlornatriuml\u00f6sung bereitete, in verschiedenen Verh\u00e4ltnissen mit defibrinirtem Blut zu vermischen; nach sorgf\u00e4ltiger aber vorsichtiger Vermengung wird die Fl\u00fcssigkeit zu Gallerte. Das Verh\u00e4ltnis der Gelatine zu den Blutk\u00f6rperchen erinnert an dasjenige des Fibrins zu den Blutk\u00f6rperchen im Coagulum. Wird dann das Gelatinecoagulum in Weingeist- eingetragen, so erinnert das Setzen desselben unter Bildung einer dichteren intracellul\u00e4ren Masse an das Setzen des Blutcoagulums. Wie bei letzterem, so 'ordert auch im vorliegenden Falle das Abpressen zwischen den H\u00e4nden das Setzen im allgemeinen und im einzelnen die Bildung von Falten, Bissen, Umst\u00fclpungen der B\u00e4nder der Bisse und der gl., worauf Virchow zuerst hinwies (p. n. 190\u20141). Selbstverst\u00e4ndlich verlassen die Blutk\u00f6rperchen, infolge der Bisse und Spalten in der sie umgebenden Masse, wo nur m\u00f6glich, das Coagulum. Offenbar enth\u00e4lt das Coagulum von ruhig geronnenem Blute die gr\u00f6sste Menge Blutk\u00f6rperchen, eine geringere, wenn das Blut mit einem einzigen Beis geschlagen und das Fibrin mit demselben aufgefangen wird, eine noch geringere beim Schlagen des Blutes mit einem B\u00fcndel von Reisern, besonders wenn nicht kreisf\u00f6rmige sondern pendelartige Bewegungen ausgef\u00fchrt werden, oder wenn mit der Hand manipulirt wird, wie Denis anempfahl (p. n. 197). Im letzteren Fall wird das Blut in weiten Gef\u00e4ssen aufgefangen und w\u00e4hrend des Einfliessens lebhaft mit der Hand geschlagen. Ungeachtet der verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig kleinen Flocken enth\u00e4lt auch das auf diese Weise erhaltene Fibrin eine bedeutende Menge Blutk\u00f6rperchen.\nSehr naiv wird gew\u00f6hnlich empfohlen sogleich nach der Gewinnung des Coagulums dasselbe auf irgend eine Art behufs Entfernung der B1 u t-k \u00f6rperclie n m i t W a s s e r zu wasche n! Zu diesem Zwecke r\u00e4t man entweder die zerkleinerten St\u00fcckchen des Coagulums von ruhig geronnenem \u00dflut auf Leinwand oder in ein S\u00e4ckchen zu bringen und unter einem Wasserstrahl, oder, tails man gr\u00f6ssere St\u00fccke vor sich hat, dieselben unmittelbar in Was-ser, Wfiches gewechselt wird, zu waschen. Bei all diesen Operationen wird das Fibrin odei, besser gesagt, das Blutcoagulum weiss; doch will das noch nicht heissen, dass demselben auch die entf\u00e4rbten Stromata der roten Blutk\u00f6rperchen und auch die n uigen geformten Elemente entzogen sind! Unmittelbare mikroscopische Beobachtungen zeigen, dass beim Auswaschen des Coagulums mit Wasser der Farbstoff von aiesem leicht mitgerissen wird, das Stroma aber zur\u00fcckbleibt (,V.V 61 \u20147 p. 17).\n\u00e4tbung mit verschiedenen in der mikroscopischen Technik gebr\u00e4uchlichen Pigmenten beweist noch besser, dass beim Auswaschen des B 1 u t coagulums mit Wasser, auf welche Weise jenes auch erhalten w o i d en s e i. v or n e h m lieh der Blutfarbstoff und haupts\u00e4ch-1 c h d u r c h Diffusion entfernt w i r d! \u00dcbrigens kann man auch, abge-","page":224},{"file":"p0225.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULTRBAKEN SUBSTANZ DES BLUTES.\n225\nsehen von mikroscopischen Beobachtungen und anderen Hilfsmitteln die Ueberzeu-gung gewinnen, dass, wenn wir die das Blutk\u00f6rperchen umgebende Substanz nicht zerrissen und aut diese Weise demselben erm\u00f6glicht haben von der Stelle zu r\u00fccken, beim Auswaschen des Coagulums mit Wasser bloss der Farbstoff entfernt wird. Man wasche die Blutgerinnsel, wie klein sie auch seien, mit solchen L\u00f6sungen, welche den Farbstoff nicht ausziehen, die Blutk\u00f6rperchen nicht zerst\u00f6ren (A\u00abJ\\\u00b0 61\u20147 p. 30) und zugleich auch das Fibrin nicht ver\u00e4ndern, z. B. mit schwachen Neutralsalzl\u00f6sungen, vornehmlich mit 1\u20142,5%-iger Kochsalzl\u00f6sung: auf welche Weise das Coagulum auch erhalten worden, und wie lange es mit der Chlornatriuml\u00f6sung erw\u00e4hnter Concentration auch gewaschen worden sei, die Blutk\u00f6rperchen verlassen das Coagulum nicht, und dieses wird hellrot, wenn es fr\u00fcher dunkelkirschrot gewesen war. Wird ein Teil eines so behandelten Fibrins mit immer neuen Salzportionen, ein anderer aber mit destillirtem Wasser gewaschen, so beh\u00e4lt der erstere seine F\u00e4rbung, w\u00e4hrend der zweite, je nach der Gr\u00f6sse des Coagulums, seinen Farbstoff mehr oder weniger schnell abgiebt. Unter dem Mikroscop wird man gewahr, dass das erste Coagulum mit farbigen Blutk\u00f6rperchen angef\u00fcllt ist, das zweite zwar auch Blutk\u00f6rperchen in Menge, aber nur entf\u00e4rbte, enth\u00e4lt. Das beste \\erfahren, wie es scheinen mag, ein Blutcoagulum mit dem geringsten Gehalt an Blutk\u00f6rperchen zu erhalten, d\u00fcrfte wohl das von Denis (p. n. 198) vorgesclilagenc sein. Dieses A erfahrens bedienten auch wir uns. liessen aber das Blut in das gleiche Volum 1\u20142,5\u00b0 0-ige Kochsalzl\u00f6sung einfliessen und schlugen es vom ersten Augenblicke an mit der Hand. Trotz der grossen Menge kleiner Gerinnsel, von denen die gr\u00f6sseren sogleich in m\u00f6glichst kleine Flocken zerrissen wurden, und trotz nachherigen l\u00e4ngeren W aschens mit immer neuen Quantit\u00e4ten Kochsalzl\u00f6sung erw\u00e4hnter Concentration und zuletzt unter einem Strahl der L\u00f6sung, gelang es uns nicht, das Coagulum von den Blutk\u00f6rperchen vollst\u00e4ndig zu befreien.\nSomit erhalten wir, der Vorschrift der Le h r b \u00fc c h e r folgen d, a us ge n nine m Blut durch Schlagen oder andre M a n i p u 1 a-t i o n e n n i c h t F i b r i n, sondern einen entf\u00e4r b ten B 1 u t k u c h ein, d. h. F i b rin nebst einem jedenfalls bedeutenden Teil ge-1 o r ni t e r Elemente des Blutes! Dabei ist es nicht m\u00f6glich das auf diese V eise erhaltene Fibrin von den genannten Elementen zu befreien! Daraus folgt, dass alle quantitativen Bestimmungen ties aus dem Blut durch Schlagen oder Gerinnung im Ruhezust\u00e4nde und nachlierigem Auswaschen mit AVasser erhaltenen Fibrins nicht den Sinn haben, der mit dem AATorte \u201equantitativ\u201c verbunden wird. Unter den Darstellungsmethoden durch Schlagen zeichnet sich Hoppe-Seyler\u2019s (97 p. 307. Fig. 10) durch ihre Unzul\u00e4nglichkeit aus. da die besondere Construction des Apparats langsames Schlagen bedingt, wobei die Gerinnsel sich um den Spatel legen, auf welchem auch das AVaschen mit stetem AVasserwechsel vor sich geht. Zum Schluss wird das Fibrin auf einen gewogenen Filter gebracht und wieder mit AA7as-ser, doch ohne Abpressen, gewaschen. Das AATischen wird bis zur vollst\u00e4ndigen Entf\u00e4rbung des Filtrats fortgesetzt! Gerade dieses Verfahren wird in den Lehrb\u00fcchern zur quantitativen Bestimmung des Fibrins im Blut anempfohlen!\nDemgem\u00e4ss taugt diese gew\u00f6hnliche Darstellungsart des Fibrins nicht nur nicht zu quantitativen Bestimmungen sondern auch, und noch weniger, zur qualitativen Charakteristik des Fibrins. Alan ist gen\u00f6tigt sich nach anderen Quellen umzusehen, aus denen Fibrin erhalten werden k\u00f6nnte. Trotzdem ist auch das auf obige Weise entf\u00e4rbte Blutcoagulum. f\u00e4lschlich \u201eFibrin\u201c genannt, f\u00fcr das Studium des Globulins nicht des Interesses bar, da wir in diesem Coagulum Stromata der roten Blutk\u00f6rperchen, Leukocyten und eigentliches Fibrin vor uns haben m\u00fcssen,","page":225},{"file":"p0226.txt","language":"de","ocr_de":"226\nDAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nWenn wir in Betracht ziehen, dass unter g\u00fcnstigen Verh\u00e4ltnissen sowohl die Stromata als auch die Leukocyten Globuline: Globoglobin (AhV 61\u20147 p. 15) und Cvto-globin (ib. p. 34) geben, und dass wir andererseits in der Geschichte nicht w e n ig Hinweise darauf finden, dass auch aus Plasma und anderen, keine morphologischen Elemente enthaltenden Fl\u00fcssigkeiten erhaltenes Fibrin den Charakter des Globulins hat, so m\u00fcssen wir gestehen, dass die Behandlung des Blutcoagulums mit Wasser dem Charakter der dasselbe bildenden K\u00f6rper nicht entspricht. In der That ver\u00e4ndert schon einfaches, mehr oder weniger langes Liegen des Globulins unter Wasser oder im feuchten Zustande die Grundeigenschaft der Globuline bedeutend, d. h. es verringert dessen L\u00f6slichkeit in Salzen oder beraubt es dieser Eigenschaft sogar vollst\u00e4ndig. Bei der Darstellung des Fibrins aus einem Blutcoa-gulum wird aber dieses nicht nur l\u00e4ngere Zeit mit W\u00e4sser gewaschen sondern gew\u00f6hnlich auch noch l\u00e4ngere Zeit in demselben liegen gelassen, wobei das Pr\u00e4parat auch noch gepresst, ausgedr\u00fcckt wird, was den Verlust an L\u00f6slichkeit in Salzen noch mehr f\u00f6rdert (p. n. 190. 199). Das Gesagte berechtigt uns zu der Frage, ob die Autoren, welche die Unl\u00f6slichkeit des Fibrins in Salzen verfochten, nicht vielleicht ein solches durch Wasser ver\u00e4ndertes Fibrin, oder, richtiger gesagt, entf\u00e4rbtes Blutcoagulum vor sich gehabt hatten. Selbstverst\u00e4ndlich kannten sie kein anderes Mittel, das Coagulum zu entf\u00e4rben. Der Einwirkung des Wassers ist in der That die mehr oder weniger schwache L\u00f6slichkeit des sog. Fibrins in den Versuchen dieser Autoren zuzuschreiben (p. n. 220).\nUm ein wirklich in Salzen l\u00f6sliches entf\u00e4rbtes Blutcoagulum oder gew\u00f6hnliches Fibrin zu erhalten, muss man das Waschen des durch Schlagen mit einem Reisb\u00fcndel oder besser mit der Hand erhaltenen Coagulums anf\u00e4nglich mit 1\u20142%-iger Kochsalzl\u00f6sung vornehmen, die St\u00fccke so fein wie m\u00f6glich zerkleinern und, ohne mit der L\u00f6sung zu kargen, die Blutk\u00f6rperchen m\u00f6glichst sorgf\u00e4ltig durch Waschen entfernen. Darauf werden die Coagulumst\u00fccke behufs Entfernung des Blutfarbstoffs in clestillirt.es Wasser, oder noch besser in 0,1%-ige Kochsalzl\u00f6sung gebracht. Diese Operation muss man mehr oder weniger rasch ausf\u00fchren. Nach der Entf\u00e4rbung wird das Pr\u00e4parat in 5\u201410\u201415%-ige Kochsalz-, Salpeter-, Chlorammonium- und dergl. L\u00f6sungen gebracht (s. Kap, XI; 139 p. 436), wobei die Aufl\u00f6sung ziemlich rasch beginnt und nach 10\u201416\u201424 Stunden beendet ist. Auf welche Art wir \u00fcbrigens das entf\u00e4rbte Blutcoagulum\u2014durch Auswaschen mit Wasser oder mit Salzen\u2014auch erhalten haben m\u00f6gen, nach sorgf\u00e4ltigem Verreiben desselben mit dem zum Experimentiren genommenen gepulverten Salze und nach Zusatz von so viel Wasser, dass das Salz die gew\u00fcnschte Concentration erhalte, l\u00f6st sich das Coagulum mehr oder weniger rasch ohne irgend welche Anzeichen von F\u00e4ulniss; ungleich leichter l\u00f6st sich das entf\u00e4rbte Coagulum in Salzs\u00e4ure, Schwefels\u00e4ure oder Alkalien 1%0.\nDie Salzl\u00f6sungen des entf\u00e4rbten Blutcoagulums enthalten in L\u00f6sung Fibrin. Ol ob o gl ob in und Cytoglobin, die es unm\u00f6glich ist von einander zu trennen, da deren l\u00e4llungs- und L\u00fcsungsreactionen identisch sind.\n2. Darstellung des gereinigten Fibrins. Offenbar kann von morphologischen Elementen freies Fibrin nur in dem Falle erhalten werden, wenn f'S aus einer gerinnbaren Fl\u00fcssigkeit, in der keine suspendirten Partikelchen enthalten sind, dargestellt wird. F\u00fcr nat\u00fcrliche Quellen desselben k\u00f6nnen folgende Fl\u00fcssigkeiten gelten: in der K\u00e4lte gesammeltes Pferdeblutplasma, Herzbeutelfl\u00fcssigkeit, ferner die Entz\u00fcndungsexsudate aus verschiedenen K\u00f6rpergegenden (der Pleura, dem Peritoneum u. s. w.), endlich irgend ein tierisches Plasma, welches durch Abstehen des Blutes mit Salzl\u00f6sungen gewonnen wird, unter der Bedingung, dass alle diese Fl\u00fcssigkeiten vor der Gewinnung des Fibrins sorgf\u00e4ltig filtrirt wurden,","page":226},{"file":"p0227.txt","language":"de","ocr_de":"BAS GLOBULIN BER C\u00d6AGULIRBAREN S\u00dcBSTAZM DES BLUTES.\n\n1)\tZum Filtriren des Pferdeblutplasma, welches von abgestandenem Blute aus der Carotis eines Pferdes mittels einer entsprechenden Can\u00fcle in hohen, engen in Eisvrasser gestellten Cylindern aufgesammelt worden war, benutzten wir Plantain our-sche Trichter, indem wir den Piaum zwischen den W\u00e4nden mit Eis anf\u00fcllten und auch den Trichter oben mit Eis enthaltenden Schalen bedeckten. Auch der Becher, welcher zur Aufnahme des Filtrats diente, wurde in Eiswasser gestellt. Nach der 3\u20144 Filtration gerann das Plasma bei gew\u00f6hnlicher Zimmertemperatur. Das auf ein Brett oder ein Sieb ausgeschiedene Fibrin l\u00f6ste sich nach dem Waschen mit 0.5%-iger Kochsalzl\u00f6sung verh\u00e4ltnissm\u00e4ssig leicht in 5 \u2014 15%-iger Kochsalzl\u00f6sung. Glatter geht die Aufl\u00f6sung vor sich, wenn das Fibrin mit einer abgewogenen Menge irgend eines gepulverten Neutralsalzes und unter nachherigem Wasserzusatz bis zum gew\u00fcnschten Procentgehalt des Salzes im Gemenge verrieben wird. Auch mit destillirtem Wasser gewaschenes Fibrin ist in Neutralsalzen l\u00f6slich, besonders wenn es mit dem gepulverten Salze verrieben wird, obgleich in diesem Falle zu dessen Aufl\u00f6sung es mehr Zeit bedarf.\n2)\tBequemer ist die Darstellung von Fibrin aus \u201eSalzplasma\u201c. Das Blut wurde aus den Arterien (vornehmlich aus art. carot.) unmittelbar in Salzl\u00f6sungen. Lecanu\u2019s (p. n. 7), Denis\u2019s (p. n. 246), oder Hammarsten\u2019s (p. n 218) Angaben gem\u00e4ss, gesammelt. Unsere Beobachtungen in dieser Dichtung zeigten, dass das Plasma von Hunde-, Kalbs-, und Kaninchenblut gut absteht, wenn es mit 10%-iger Magnesiumsulfatl\u00f6sung im Verh\u00e4ltnis von 1 :2 und 1:3 des Blutes und besonders von 1 : 1 des Blutes vermischt wird; dies ist auch der Fall, wenn das Blut mit dem gleichen Vol. 10%-iger Ammoniumsulfatl\u00f6sung versetzt wird. Nach dem Abstehen an einem k\u00fchlen Orte wurde das Plasma mittels eines Siphons (Fig. 3. \u2022V.V 48\u201460 p. 164) abgeliebert und mehrere Mal filtrirt. Das ganz klare Plasma verd\u00fcnnte man nach verl\u00e4ufigen Proben bei Zimmertemperatur mit so viel Wasser, dass nach einiger Zeit in der Fl\u00fcssigkeit Gerinnung eintrat, n\u00e4mlich ein wie Glas durchsichtiges Coagulum entstand, welches sich auf die ganze Fl\u00fcssigkeit erstreckte. Wird die Fl\u00fcssigkeit mit einem Glasst\u00e4bchen gemischt, so ist es leicht das Fibrin damit aufzusammeln und den L\u00f6sungsprocessen zu unterwerfen, wie es schon f\u00fcr das Pferdeplasma angegeben wurde.\n3)\tEntz\u00fcndungsexsudate und Herzbeutelfl\u00fcssigkeit wurden, sobald sie den K\u00f6rper verlassen hatten, unverweilt bei m\u00f6glichst niedriger Temperatur filtrirt. Das ganz klare Filtrat giebt beim Stehen bei Zimmertemperatur ein Gerinnsel, welches leicht auf ein Glasst\u00e4bchen gesammelt werden kann. Im weiteren muss wie mit dem Pferdeblutplasma operirt werden.\nIn allen beschriebenen F\u00e4llen besass das gereinigte Fibrin die Eigenschaften des Globulins.\nDie Gewinnung des von suspendirten Partikeln freien F i b rinogens unterscheidet sich in ihrem Anfangsstadium nicht von derjenigen des Fibrins. Nachdem man das Plasma auf irgend eine der obigen Verfahrungsweisen (1, 2 und 3) erhalten hat. l\u00e4sst man es nicht gerinnen, sondern f\u00e4llt das Fibrinogen in einem solchen Zustande aus, wenn der Niederschlag nach der Aufl\u00f6sung in entsprechenden Fl\u00fcssigkeiten spontan gerinnen, d. h. eine auf die ganze Fl\u00fcssigkeit sich erstreckende und sich setzende Gallerte bilden kann. Zu diesem Zweck s\u00e4ttigt man\n4)\tdas Pferdeplasma mit Kochsalz und f\u00e4llt den Niederschlag, nachdem er in Wasser aufgel\u00f6st wurde, mehrere Mal wieder aus. um immer reineres Fibrin zu erhalten.\n5)\tFibrinogen wird auch aus dem Salzplasma erhalten, welches zur Gewinnung des Fibrins dient, doch muss das Plasma hier auf einmal mit grossen Wassermengen verd\u00fcnnt oder,noch besser, durch S\u00e4ttigung mit Kochsalz gef\u00e4llt werden.","page":227},{"file":"p0228.txt","language":"de","ocr_de":"m\nDAS GLOBULIN DER COAG\u00dcLlRBAREN SUBSTANZ DES BLUT\u00c9S.\n6) Herzbeutelfl\u00fcssigkeit endlich, wie auch die \u00fcbrigen fibrin\u00f6sen Fl\u00fcssigkeiten, deren wir schon bei der Darstellung des Fibrins erw\u00e4hnten, wird auch mit Kochsalz ges\u00e4ttigt, wobei der sich auscheidende, aus Fibrinogen bestehende Niederschlag sich leicht in Wasser l\u00f6st und durch wiederholtes Ausf\u00e4llen mit dem betreffenden Salze gereinigt wird.\nDas in den genannten F\u00e4llen erhaltene Fibrinogen l\u00f6st sich in Salzen und andern Agentien ebenso leicht oder schwer wie das obenbeschriebene gereinigte Fibrin. Unter der Einwirkung von Wasser geht es, gleich dem Fibrin, in einen in Salzen schwerl\u00f6slichen Zustand \u00fcber u. s. w. Im ganzen sind sowohl dem Fibrin als dem Fibrinogen alle Reaction des Globulins eigen. Der einzige Unterschied zwischen dem Fibrinogen und dem Fibrin ist die F\u00e4higkeit des ersteren spontan eine Gallerte zu bilden, d. h. zu gerinnen. Ich habe schon dargethan (138 Ae 19 und 20), dass ein jedes Globulin unter \u00e4hnliche Bedingnisse gebracht werden und eme sich zusammenziehende Gallert e\u2014 Fibrin\u2014 bilden kann. N\u00e4heres \u00fcber diese Irage hoffen wir in einem besonderen Teile des vorliegenden Werkes geben zu k\u00f6nnen; hier wollen wir nur noch erw\u00e4hnen, dass das Fibrin und das Fibrinogen eine gen\u00fcgende Quantit\u00e4t Aschenbestandteile enthalten, damit diese bei der Erkl\u00e4rung der A erschiedenheit in der L\u00f6slichkeit dieser K\u00f6rper, wie dies von einigen Au-toien angenommen wird, in Betracht gezogen werde, abgesehen von deren Bedeutung bei dem Gerinnungsact des Blutplasma, in welchem ganz geringe Mengen einer anorganischen Substanz, z. B. Natron, die Fl\u00fcssigkeit der F\u00e4higkeit zu gerinnen berauben (ib.). Ausser dem Gesagten l\u00e4sst der Wunsch, eine m\u00f6glichst reine Proteinsubstanz zu erhalten, zu dem schon oft erprobten Mittel\u2014der Entfernung der anorganischen Bestandteile aus den Protemsubstanzpr\u00e4paraten\u2014greifen.\nTr q v o + \u00ab 11a ~\t~ - \u00ab t \u00a3 -\t\u20181\t' ens und Fibrins.\nDarstellung des aschenfreien F i b r i n o\nDas auf die oben beschriebene Art gereinigte Fibrinogen wird sorgf\u00e4ltig mit Wasser gewaschen und in Salzs\u00e4ure oder Schwefels\u00e4ure 1\u2014 2%0 aufgel\u00f6st. Die Aufl\u00f6sung teidei I ldpaiate geht gleich gut von statten. Die erhaltenen L\u00f6sungen werden in liltei-Dialysoren dialysirt (s. Kap. XI; 139 p. 436). AATe in den anderen F\u00e4llen, die wir schon mehrmals beschrieben haben, erscheinen auch hier nach 16, 20\u201430 Stunden entweder eine allgemeine Gallerte oder gallertartige Flocken u. de\u2019rgl., die ganz oder ast ganz aschenfrei sind. Im letzteren Falle wird der Niederschlag wieder aufgel\u00f6st und auts neim bis zur Bildung von Niederschl\u00e4gen dialysirt.\nDie ei halten en K\u00f6rper, welche alle Globulinreactionen aufweisen, sind mit-emandei auch in ihren Reactionen identisch, demgem\u00e4ss gar kein Grund vorhanden ist, das aschenfreie Fibrin und d e r g 1. Fibrinogen tu r v ers c h \u00ee e d eue G 1 o 1\u00bb uline anzuseheu: sie b T1 d en ei n u n d ( a s s e j e leine G 1 o b u 1 i n, welches wir \u201eF i b r o g 1 o b i n\u201c nennen wollen, und welches am Gerinnungsprocess des Blutes und ihm \u00e4hnlicher Fl\u00fcssigkeiten Teil mmnit. doch unter solchen Umst\u00e4 n d e n, welche Gelegenheit gaben, am n anb er indenseiben voi gehenden Ver\u00e4nderungen dasselbe Fibrinogen, am \u00fcmle-inbrin zu nennen. Diese Benennungen der Ver\u00e4nderungsstadien einerund rWi-t \u2022 Tb?Z scbliefen; me gewiss ein jeder zugeben muss, einander aus oder !iLcn W1Ch VI ( (iinv fusd\u2122ck \u00abdie gerinnende Substanz des Blutes\u201c und ihm in diesei Hinsicht \u00e4hnlicher Il\u00fcssigkeiten und dann ist unser \u201eFibroglobin\u201c das G 1 o-buiin der gerinnenden Substanz des Blutesirs.w\nTiff- die B\u00e9nisse sind, in welche das Fibroglobin gebracht werden muss damit m diesem die Neigung entstehe, spontan zu gerinnen, und welche\nwa^FthnW11 1D denfelbef stattfinden m\u00fcssen, damit Gerinnung eintrete und das. Teil\twird, entstehe sind Fragen, deren Beantwortung den n\u00e4chsten\n1 eil dieses Werkes bilden sollen (s. auch 138 JV\u00bb 19 und 20).","page":228},{"file":"p0229.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\nm\nL I T E I! A T U R.\n1) Abeilie\u2014Comp. rend. 1851. 5. 32. 2) Alhiet.\u2014Ib. 1851. t. 32. 3) Ailchin.\u2014Journ. of Anatomy. 1868. v. 2. 4) Ancell & Lane.\u2014Bibliothek von Vorlesungen etc. herausg. von Behrens. Leipzig. Kohlmann. 1848. 5) Anderson.\u2014Notizen. 1844. Bd. 31. 6) Andrai & Gavarret.\u2014K\u00e9ponses aux principales objections etc. Paris. Masson, 1848. 7) Arnold. \u2014De salis ammoniaci vi & usu. Dissert. Heidelbergae. Osswald. 1826. 8) Id. \u2014\u2022 Bull, seien, mod. 1826. t. 9. 9) Id. \u2014 Jahrber. Berzelius. 1826. Jahrg. 6. 10) Artlius.\u2014Arch, de physiol. 1893. t. 5. 11) Id. \u2014 Ib. 1894. t. 6. 12) Babcock.\u2014Milchzeitung. 1889. Jahrg. 18. 13) B\u00e9clard.\u2014Arch. g\u00e9n. de m\u00e9d. 1848. t. 18. 14) Berzelius.\u2014Uebersicht der Forschritte etc. T\u00fcbingen & N\u00fcrnberg. 1815. 15) Id. \u2014 Ann. de chim. ou Recueil. 1813. t. 38. 16) Id. \u2014 Lehrbuch der Thier-Chemie. Dresden. 1831. 17) Id. \u2014 Jahrber. Berzelius. 1838. 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Bd. 23. 34) Danilewsky (AannueBCKift). \u2014 BPcth. jieg. 1869. rogn 5. 35) Dastre.\u2014Comp. rend. 1895. t. 120. 36) Id.\u2014Arch, de physiol. 1895. t. 7. 37) Delaharpe.\u2014Notizen Froriep's. 1842. Bd. 24. 38) Denis.\u2014 Recherches exp\u00e9rimentales sur le sang. etc. Commercy. 1830. 39) !d.\u2014Journ. de chim. m\u00e9d. 1838. t. 4. 4M) Id.\u2014Essais sur l\u2019application de la chimie etc. Paris. 1838. 41) Id.\u2014D\u00e9monstration exp\u00e9rimentale sur l'albumine etc. Commercy. 1839. 42) Id.\u2014Gaz. de Paris. 1839. t. 7. 43) Id.\u2014Nouvelles \u00e9tudes chimiques etc. Paris. 1S56. 44) Id,\u2014Comp. rend. 1858. t. 47. 45) Id.\u2014M\u00e9moire sur le sang consid\u00e8re quand il est fluide etc. Paris. 1859. 46) Id.\u2014Comp. rend. 1861. t. 52. 47) Deutschmann.\u2014Arch, l\u2019fl\u00f9ger's. 1875. 11. 4S) Doyon, Morel & Peju.\u2014Biochemisch. Centrbl. 1905. Bd. 4. 49) Dumas & Pr\u00e9 vost. \u2014 Arch, deutsch. Meckel's. 1823. t. 8. 50) Dumouthi\u00e8res.\u2014Journ. de pharmacie. 1886. t. 14. 51) Eichwald.\u2014Zeitschr. St.-Petersb. 1869. Bd. 15. 52) Id.\u2014Beitr\u00e4ge zur Chemie der gewebebildenden Substanzen etc. Berlin. 1873. 53) Fourcroy.\u2014Le\u00e7ons \u00e9l\u00e9mentaires d'histoire naturelle et de chimie. Paris. 1782. t. 2. 54) Id.\u2014Syst\u00e8me des connaissances chimiques etc. Paris. 1801. t. 9. 55) Id.\u2014 Encyclop\u00e9die m\u00e9thodique. Paris. 1805. t. 4. 56) Fredericq.\u2014Arch, de zoologie. 1877. t. 6. 57) Id.\u2014-Bull. Belgique. 1877. t. 44. 58) Id.\u2014Recherches sur la constitution du plasma sanguin. Gand & Paris. 1878\" 59) Id.\u2014 Arch, de biologie. 1380. t. 1. 60) Gaber.\u2014Die neuesten Entdeckungen etc; gesm. von Grell. Leipzig. 1783. Bd. 9. 61) Q-amgee\u2014-A text book of the Physiological Chemistry etc. London. 1880. v. 1. 62) Gannal.\u2014Gaz.de Paris. 1828. t. 13. 63) Id.\u2014Jahrbuch. Schmidts i860. Bd. 10(>. 64) Gautier.\u2014Dictionnaire de chimie pure etc; par AYurtz. 1369. t. 2, partie 2. 65) Id.\u2014Comp. rend. 1S74. t. 79. 66. Id.\u2014Ib. 1875. t. 80. 67) Id.\u2014Bull. soc. chim. 1875. t. 23. 63) Id.\u2014Ib. 1902. t. 27. 69) Gibourt.\u2014 Journ. de pharm. 1823. t. 9. 70) Giese ([kme).\u2014Bceouigaa xnnbi un ysainHxr, n yna-ignxctf. XapLKOBii. 1815\u2014IS. t. 5. 71) Glenard.\u2014Contribution a l'\u00e9tude des causes de la coagulation etc. Paris. 1875. 72) Gluge.\u2014Ann. chim. & phys. 1851. t. 33. 73) Gorup-Besanez\u2014-Ann. Liebig s. 1855. Bd. 94. 74) Green.\u2014Journ. of physiol. \u00cf837. v. 8. 75) Gulielmini.\u2014De sanguinis natura etc; ITtrajecti. 1704. 76) Gunning.\u2014Journ. f. pract. Cliem 1856. Bd. 67. 77) Haller.\u2014Anfangsgr\u00fcnde der Physiologie etc. 1762. Bd. 2. 7b) Halliburton.-Journ. of Physiol. 1887. v. 8. 79) Hammarsten.\u2014 Jahrber. Malv. 1875. Bd. 5. 80) id.\u2014Ib. 1876. Bd. 6. 81) Id\u2014Arch. Ptiuger\u2019s. 1877. Bd. 14. 82) Id\u2014 Ib. 187S. Bd. 17. 83) Id.\u2014Ib. 1379. Bd. 19. 84) Id.\u2014Ib. 1880. Bd. 22. 85) Id,\u2014Ib. 1882. Bd. 30. 86) Hasebrock.\u2014-Zeitschr. physiol. Chemie. 1887. Bd. 9. 87) Hassal.\u2014Microskopische Anatomie etc; Leipzig. 1852. 88) Hatin.\u2014Comp. rend. 1841. t. 13. 89) Hermann\u2014Zeitschr. physiol. Chemie. 1887. Bd. 11. 9(f) Hewson\u2014Journ. Creli\u2019s. 1778. t. 1. 91) Id.\u2014Experimental Inquiries; part. 1. London. 1780 92 Id.\u2014Vom Blute etc. N\u00fcrnberg. 1780. 93) Heynsius.\u2014Arch. Pfl\u00fcger\u2019s. 1869. Bd. 2. 94) Id.\u2014lb. 18*4. Bd. 9. 95) Hlasivvetz.\u2014Vierteljahresschrift f\u00fcr die praktische Heilkunde etc. 1850. Bd. 4. 96) Hofmann,\u2014","page":229},{"file":"p0230.txt","language":"de","ocr_de":"DAS GLOBULIN DER C\u00d6AGUr \u00ceRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES.\n230\nAm. Liebig\u2019s. 1843. Bd. 46. 97) Hoppe-Seyler.\u2014 Handbuch d. physiol.- & patholog.- chemisch. Analyse. Berlin. Auf 2. 1865. 98) ld.\u20141b. 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