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Röntgentonfilm der Sprache [Begleitheft zum Hochschulfilm Nr. C 150]

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{"created":"2022-01-31T15:46:06.848093+00:00","id":"lit38629","links":{},"metadata":{"alternative":"Ver\u00f6ffentlichung der Reichsstelle f\u00fcr den Unterrichtsfilm","contributors":[{"name":"Janker","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Berlin: Reichsstelle f\u00fcr den Unterrichtsfilm","fulltext":[{"file":"p0001.txt","language":"de","ocr_de":"VER\u00d6FFENTLICHUNG DER REICHSSTELLE F\u00dcR DEN UNTERRICHTSFILM ZU DEM HOCHSCHULFILM Nr. C 150\nR\u00f6ntgenfonfilm der Sprache.\nVon Prof. Dr. JANKER,\n(Leiter der R\u00f6ntgenabteilung der Chirurgischen Universit\u00e4tsklinik, Bonn).","page":1},{"file":"p0003.txt","language":"de","ocr_de":"R\u00f6nfgenfonfil m der Sprache.\nVon Prof. Dr. JANKER,\n(Leiter der R\u00f6ntgenabteilung der Chirurgischen Universit\u00e4tsklinik, Bonn).\nDie R\u00f6ntgenkinematographie macht uns die Bewegungen innerer Organe sichtbar. So sehen wir das Schlagen des Herzens, das H\u00f6her- und Tieferr\u00fccken der Zwerchfelle bei der Atmung, die Funktion von Speiser\u00f6hre, Magen und Darm bei der Nahrungsaufnahme und Verdauung, Gelenkbewegungen usw.\nAuch die T\u00e4tigkeit des Kehlkopfes und der bei der Bildung der Sprache beteiligten Organe kann man erfassen. Hierbei konnte man sich aber zum exakten Studium mit der gew\u00f6hnlichen R\u00f6ntgenkinoaufnahme allein nicht begn\u00fcgen. Es erwies sich als notwendig, v\u00f6llig gleichzeitig auch das gesprochene Wort im Ton mit festzuhalten.\nDen \u00e4u\u00dferen Anla\u00df zur L\u00f6sung dieses Problems gab 1932 ein Preisausschreiben der Z e i 11 e r \u2019 sehen Studienhausstiftung in Berlin. Das Thema lautete:\n\u201eEntwicklung einer Apparatur f\u00fcr die kinematographische Bild-und Tonaufnahme von Vorg\u00e4ngen im K\u00f6rperinnern.\u201c\nDer mir schon damals gelungene Ausbau der R\u00f6ntgenkinematographie und der Vorschlag einer synchronen Koppelung dieser Methode mit einem der bekannten Tonverfahren (Schallplatte oder Lichtton) wurde als L\u00f6sung anerkannt.\nIn der folgenden Zeit wurden dann gemeinsam mit W. Schmitz unter Verwendung von Schallplattenaufzeichnungen die ersten Ton-R\u00f6ntgenkinostreifen praktisch hergestellt.\nAuf die Dauer konnte dieses Verfahren aber nicht befriedigen und so wurden sp\u00e4ter von mir auf erweiterter, verbesserter\n3","page":3},{"file":"p0004.txt","language":"de","ocr_de":"Basis unter Verwendung des Licht tonverfahrens diese Versuche weitergef\u00fchrt.\nDen dritten, derartig gewonnenen R\u00f6ntgen-Lichttonfilm1) stellt der mit Unterst\u00fctzung der Reichsstelle f\u00fcr den Unterrichtsfilm geschaffene Hochschulfilm Nr. C 150 dar.\nDie Herstellung eines derartigen R\u00f6ntgentonfilms weist verschiedene Schwierigkeiten auf: so darf die Haut des Menschen nur f\u00fcr verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurze Zeit mit den f\u00fcr die Erzielung guter Bilder notwendigen Intensit\u00e4ten belastet werden. Im Film kommt dies dadurch zum Ausdruck, da\u00df jeweils nach einem kurzen oder nach der H\u00e4lfte eines l\u00e4ngeren Satzes ein neuer Sprecher in Erscheinung tritt. Damit war diese Schwierigkeit umgangen.\nFerner mu\u00dfte zur exakten wissenschaftlichen Auswertung f\u00fcr eine einwandfreie, v\u00f6llig objektive Synchronisierung gesorgt werden.\nDies wurde zun\u00e4chst dadurch erreicht, da\u00df unmittelbar vor der R\u00f6ntgenaufnahme und auf demselben Filmstreifen die \u00fcbliche, beim Tonfilm verwendete Klappe aufgenommen wurde. Ihr Zusammenschlagen gab den Ton, und damit war die Synchronisierung gesichert. Es erwies sich sp\u00e4ter als g\u00fcnstiger, statt der gew\u00f6hnlichen Tonklappe einen kleinen Apparat zu verwenden, der vor der eigentlichen R\u00f6ntgenkinoaufnahme zwei sich einander n\u00e4hernde Kontakte auf den Leuchtschirm projiziert. Im Augenblick der Ber\u00fchrung ert\u00f6nt ein Boschhorn. Damit ist die Stelle des Kontaktschlusses auch auf dem Tonstreifen gekennzeichnet. Und dieser l\u00e4\u00dft sich nun wiederum ganz sicher und einwandfrei mit der entsprechenden Aufnahme auf dem R\u00f6ntgenkinostreifen in Einklang bringen.\nIn fr\u00fcheren Jahren konnte man h\u00f6chstenfalls 12 Bilder pro Sek. erreichen. Es mu\u00dfte deshalb zun\u00e4chst der Streifen mittels eines besonderen Kopierapparates, der jedes einzelne Negativbildchen zwei mal als Positiv kopierte, auf die doppelte L\u00e4nge gestreckt werden.\n*) Auch an dieser Stelle m\u00f6chte ich all denen, die sich liebensw\u00fcrdigerweise als \u201eFilmstar\u201c zur Verf\u00fcgung stellten, danken.\n4","page":4},{"file":"p0005.txt","language":"de","ocr_de":"In dem Augenblick, in dem es gelang, wie beim gew\u00f6hnlichen Tonfilm, mit 24 Bildern pro Sek. aufzunehmen, war die Arbeit nat\u00fcrlich vereinfacht und das Ergebnis verbessert. Das Wesentliche der R\u00f6ntgentonfilmmethode in technischer Hinsicht ist hiermit beschrieben.\nF\u00fcr die wissenschaftliche Auswertung allerdings war es doch zweckm\u00e4\u00dfig, sich nicht damit zu begn\u00fcgen, sondern durch eine erh\u00f6hte Aufnahmezahl das Studium der Bewegungen beim Sprechen noch weiter zu f\u00f6rdern.\nBis jetzt gelang es bereits, eine Zeitdehnung auf das Doppelte (48 Bilder pro Sek.) zu erreichen; eine solche von etwa 96 pro Sek. ist lediglich eine finanzielle Angelegenheit.\nAuf den Ton wurde dabei verzichtet, weil sich die Vorf\u00fchrung auf die normale Geschwindigkeit beschr\u00e4nkt.\nDer Hochschulfilm Nr. C 150 enth\u00e4lt im ersten Teil bei normaler Bildfrequenz folgenden Text: \u201eDer R\u00f6ntgentonfilm nimmt gleichzeitig Ton- und BewegungsVorg\u00e4nge im K\u00f6rperinnern auf. Besonderes Interesse verdient vor allem die Wiedergabe der Sprache. Man erkennt dabei Form- und Lagever\u00e4nderungen des Zungenr\u00fcckens, des Zungengrundes, des weichen Gaumens, des Kehldeckels und Kehlkopfes. Auch T\u00f6ne und Bewegungen des gesunden und kranken Herzens sind f\u00fcr die Aufnahme geeignet. Da in fr\u00fcheren Filmen nur 12 Bilder pro Sek. m\u00f6glich waren, mu\u00dften diese damals durch Doppelkopieren auf 24 gestreckt werden. Heute k\u00f6nnen jedoch 24 Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Damit sind die wissenschaftlichen Auswertungsm\u00f6glichkeiten wesentlich verbessert.\u201c\nEinmal hat sich der Sprecher versprochen. An dieser Stelle wird die Genauigkeit der wirklich synchronen Aufnahme besonders eindrucksvoll.\nIm Film l\u00e4\u00dft sich (s. Abb. 1) genau verfolgen, wie der weiche Gaumen (G) sich bewegt, wie Zungenr\u00fccken (Zr) und Zungengrund (Zg) sich umformen und wie der Kehldeckel (K) sich hebt und senkt.\nAuch ein H\u00f6her- und Tieferr\u00fccken des Kehlkopfes (Ke) ist deutlich wahrnehmbar. Es ist ganz erstaunlich, wie gro\u00df und wie\n5","page":5},{"file":"p0006.txt","language":"de","ocr_de":"Abb. 1. (Nach einer Tafel des Anatom. Instituts der Univ. Bonn).\nM = Mundh\u00f6hle, G = weicher Gaumen, Zr = Zungenr\u00fccken, Zg = Zungengrund, K == Kehldeckel, Sch = Schlund, Sp = Speiser\u00f6hre, Ke = Kehlkopf, \u201e\tR = Ringknorpel, L \u25a0= Luftr\u00f6hre.","page":6},{"file":"p0007.txt","language":"de","ocr_de":"vielf\u00e4ltig das Ma\u00df der Bewegungen hei der Arbeit des Sprechens eigentlich ist.\nHier konnte nur auf die gr\u00f6bsten Bewegungen hingewiesen werden. Der Phonetiker wird nat\u00fcrlich aus dem Film viel mehr f\u00fcr das Studium von Einzelheiten der Mundstellung, der Koordination der einzelnen Bewegungen usw. ableiten k\u00f6nnen.\nHierf\u00fcr noch mehr geeignet d\u00fcrfte der zweite mit 48 Bildern pro Sekunde aufgenommene Abschnitt des Filmes sein. Dabei ist allerdings zu beachten, da\u00df die Laute bzw. die Worte nicht synchron gesprochen sind, sondern etwa in der Art der auch beigegebenen Titel nur von einer zweiten Person zur Erleichterung des Verst\u00e4ndnisses dazwischen gerufen werden. Gew\u00e4hlt wurden hierf\u00fcr die Vokale:\na e i o u\nund die Konsonanten:\nlmnrstvwbph\nferner die Zahlen:\n1 bis 10.\nEs mag sich bei der Vorf\u00fchrung des Films empfehlen, vielleicht im zweiten, zeitlupen\u00e4hnlichen Teil lieber den Ton abzustellen, damit nicht etwa f\u00e4lschlicherweise der Eindruck eines etwa schlecht synchronisierten Tonfilms entsteht.\nF\u00fcr eine genauere Auswertung der Ergebnisse der R\u00f6ntgentonfilmmethode sind mit einer Reihe deutscher Phonetiker bereits Arbeitsbindungen entstanden, deren wissenschaftliche Ergebnisse in den einschl\u00e4gigen Zeitschriften niedergelegt werden sollen.","page":7}],"identifier":"lit38629","issued":"[1937]","language":"de","pages":"7","startpages":"7","title":"R\u00f6ntgentonfilm der Sprache [Begleitheft zum Hochschulfilm Nr. C 150]","type":"Book"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:46:06.848098+00:00"}

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