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Gestaltwechsel des Herzens während seiner Tätigkeit [Begleitheft zum Hochschulfilm Nr. C 177]

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{"created":"2022-01-31T15:19:41.255387+00:00","id":"lit38632","links":{},"metadata":{"alternative":"Ver\u00f6ffentlichung der Reichsstelle f\u00fcr den Unterrichtsfilm","contributors":[{"name":"Benninghof","role":"author"},{"name":"Nitzschke","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Berlin: Reichsstelle f\u00fcr den Unterrichtsfilm","fulltext":[{"file":"p0001.txt","language":"de","ocr_de":"VER\u00d6FFENTLICHUNG DER REICHSSTELLE F\u00dcR DEN UNTERRICHTSFILM ZU DEM HOCHSCHULFILM Nr. C 177\nGestaltwechsel des Herzens w\u00e4hrend seiner T\u00e4tigkeit.\nVon Prof. Dr. BENNINGHOFF und Dr. NITZSCHKE\n(Anatomisches Institut der Universit\u00e4t Kiel.)\nW\u00e4hrend seiner T\u00e4tigkeit zeigt das Herz einen Formwandel, der f\u00fcr seine Arbeitsweise wichtig ist. Man kann die Herzbewegungen an durchsichtigen Tieren in Aethernarkose studieren und sieht dann die Form\u00e4nderung der Au\u00dfenw\u00e4nde und der Innenr\u00e4ume zugleich. Bei verschiedenen Tieren ist der Gestaltwechsel und damit auch die Arbeitsweise verschieden, was an 3 Beispielen gezeigt werden soll.\n1. Bei Fischen besteht nach Br\u00fcnings ein relativ starrer Herzbeutel, der das Herz zwingt, so viel Blut einzusaugen, wie ausgetrieben wird. Es w\u00fcrde nach dieser Auffassung das Fischherz wie eine Druck- und S\u00e4ugpumpe arbeiten, indem die Kammer nicht nur das Blut austreibt, sondern durch ihre Verkleine-\nOentriKel\n\u25a0Truncus\nAtrium\nHerz des Glasaals.\nrung den Vorhof zur Erweiterung zwingt. An den beiden Aufnahmen vom Glasaal erkennt man den Vorhof, die Kammer und den glattmuskeligen Truncus arteriosus (Abb.) Man sieht,","page":1},{"file":"p0002.txt","language":"de","ocr_de":"da\u00df die systolische Kammer den Raum freigibt, in den der sich f\u00fcllende Vorhof Vordringen mu\u00df. Dabei umgreift, wie die zweite Aufnahme von vorn seitlich zeigt, der Vorhof die Kammer.\n2.\tAuf eine andere Weise ist das Amphibienherz eine Druck-und S\u00e4ugpumpe. Hier zieht die systolische Kammer den Vorhofboden gegen die Herzspitze zu, wodurch Blut in den Vorhof gesogen werden kann. Diese Auffassung der Herzarbeit geht auf Purkinje zur\u00fcck und ist als Theorie zuerst von Henke aus den anatomischen Verh\u00e4ltnissen heraus eingehend dargestellt worden. (Neueste Zusammenfassung bei B\u00f6hme).\nBei der 1. und 2. Szene sieht man feststehende Pigmentzellen der \u00e4u\u00dferen Haut der Tritonlarven, gegen die sich die Vorhofkammergrenze verschiebt. Die Herzspitze bleibt fast stehen, die diastolische Kammer st\u00fclpt sich wie ein offener Sack \u00fcber das Blut des Vorhofs, das als Wolke sichtbar wird. Die Sinusgegend zeigt nur andeutungsweise eine Bewegung des Blutes (genauere Beschreibung bei Benninghoff). Bei der 3. und 4. Szene ist der Vorhof nicht sichtbar, da er zu weit dorsal liegt. Man erkennt die Verschiebung der Kammerbasis gegen die Pigmentzellen der Haut. Auch eine systolische Streckung des gekr\u00fcmmten Bulbus ist deutlich, man beachte die Bulbuskontraktion, die zeitlich nach Beginn der Kammcrsystole einsetzt.\n3.\tSchlie\u00dflich gibt es eine dritte Art der Herzbewegung, die bei Wirbeltieren nur in der Embryonalzeit vorkommt, es ist eine Art peristaltischer Bewegung, die zuerst von F a n o eingehender geschildert wurde. Sie wurde bei H\u00fchnchen untersucht, deren Embryonen mit intaktem Gef\u00e4\u00dfhof vom Dotter abgehoben und durchleuchtet wurden.\nBei dem H\u00fchnchen, das 3(5 Stunden bebr\u00fctet wurde, sieht man von ventral auf den Embryo. Man erkennt die Hirnbl\u00e4schen, die Urwirbel, die Doltervenen und den schwach gekr\u00fcmmten Herzschlauch, der peristaltikartige Kontraktionen ausf\u00fchrt, die am Venenende beginnen. Der Herzschlauch besitzt unter dem Endocard ein hohes Fl\u00fcssigkeitskissen, soda\u00df sein Lumen relativ eng ist und die Kontraktionen nur wenig einzuschneiden brauchen, um das Lumen zu verschlie\u00dfen.","page":2},{"file":"p0003.txt","language":"de","ocr_de":"Der Uebergang der peristaltischen Bewegung zu der zeitlich aufeinander folgenden Kontraktion der Herzabteilungen kann erst einsetzen, wenn die Herzabteilungen sich ausweiten. Der jeweils auslrcibendc Herzabschnitt mu\u00df bei seiner rhythmischen Arbeit einen vorgeschalteten Sammelraum besitzen, von dem er in der folgenden Diastole gen\u00fcgend Blut in der Zeiteinheit aufnehmen kann. F,inen solchen Uebergang von einer Peristaltik zur rhythmisch abgesetzten Bewegungsform zeigt ein H\u00fchnchen, das 64 Stunden bebr\u00fctet wurde. Das Lumen des Herzens wird deutlich gemacht durch Tusche, die von einer Dottervene aus w\u00e4hrend der Aufnahme einflie\u00dft. Auf diese Weise werden die gro\u00dfen Gef\u00e4\u00dfe des Embryonalk\u00f6rpers sichtbar: 2 Aortenb\u00f6gen und die Aorta. Bei der Vorhofskontraktion f\u00fcllte sich r\u00fcckl\u00e4ufig der Anfang der K\u00f6rpervenen.\nLiteratur:\n\u00dfenninghoff, Anatomische Grundlagen der Beziehungen von Atmung und Kreislauf. XI. Fortbildungslehrgang, Rad Nauheim, Th. Steinkopf 1935.\nR\u00fchme, lieber den aktiven Anteil des Herzens an der F\u00f6rderung des Vcncnhlutcs. Ergebnisse der Physiologie, Rd. 38, 1930.\nBr\u00fcning s, Zur Physiologie des Kreislaufs der Fische. Pfliigcr's Archiv Bd. 75.\t1899.\nFa no, Cruorc embrionale del polio. Arch, per le scicnzc mcdichc Vol. 1-1. 1890.\nHenke, Beitr\u00e4ge zur Anatomie des Menschen mit Beziehung auf Bewegung. Leipzig und Heidelberg. 1872.","page":3}],"identifier":"lit38632","issued":"[1936]","language":"de","pages":"3","startpages":"3","title":"Gestaltwechsel des Herzens w\u00e4hrend seiner T\u00e4tigkeit [Begleitheft zum Hochschulfilm Nr. 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