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{"created":"2022-01-31T16:59:10.235407+00:00","id":"lit38634","links":{},"metadata":{"alternative":"Ver\u00f6ffentlichung der Reichsstelle f\u00fcr den Unterrichtsfilm","contributors":[{"name":"Trendelenburg, Wilhelm","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Berlin: Reichsstelle f\u00fcr den Unterrichtsfilm","fulltext":[{"file":"p0001.txt","language":"de","ocr_de":"VER\u00d6FFENTLICHUNG DER REI CHS STELLE F\u00dcR DEN UNTERRICHTSFILM ZU DEM HOCHSCHULFILM Nr. C 251\nStatische Funktionen des Ohrlabyrinfhs\nVon Prof. Dr. WILHELM TRENDELENBURG (Physiologisches Instituf der Universit\u00e4t Berlin)\n1. Vorbemerkungen.\nDas h\u00e4utige Labyrinth, das Sinnesorgan des achten Hirnnerven (N. stato-acusticus) kann nach Retzius in die pars inferior (Schnecke, bei niederen Wirbeltieren bis zu den V\u00f6geln Lagena) und die pars superior (Sacculus, Utriculus, drei Ampullen mit den Bogeng\u00e4ngen) eingeteilt werden. Die h\u00e4utigen Teile der pars superior werden vom kn\u00f6chernen Vestibulum umschlossen, ihr Nerv ist der N. vestibularis, mit seinen vom Sacculus, Utriculus und den Ampullen kommenden Aesten.\nIn unserem Film werden die Folgen von reinen Ausschaltungen und reinen Reizungen des Vestibularapparates (wie die Gesamtheit der pars superior genannt werden kann) gezeigt. Die Darstellung ist vergleichend-physiologisch aufgebaut. Sie geht vom Frosch \u00fcber den Vogel zum S\u00e4ugetier. Die Erscheinungen am Menschen wurden nicht mit aufgenommen, schon wegen der gebotenen Begrenzung der L\u00e4nge des Films. Trotzdem wird der Film auch dem Unterricht \u00fcber die Verrichtungen des menschlichen Vestibularapparates sehr dienlich sein. Kann man doch im Tierversuch manche Funktion deutlich hervorheben, die am Menschen mehr verdeckt ist. Es gibt kein Gleichgewichtsorgan an sich. Es gibt nur eine Gleich-gewichtsfunktion. An ihr sind viele Einrichtungen beteiligt, so auch die nicht labyrinth\u00e4r ausgel\u00f6sten Muskel-Eigenreflexe.\nBei der Durchf\u00fchrung der Ausschaltungen des Vestibularapparates wurden die besten Verfahren und technischen Hilfsmittel verwendet. Die Labyrinthentfernungen am Frosch nahm ich","page":1},{"file":"p0002.txt","language":"de","ocr_de":"nach der von K u f f 1 e r *) beschriebenen Schrade r\u2019schen Methode von der Mundh\u00f6hle aus vor, unter Verwendung des von mir1) angegebenen Froschhalters. Bei richtigem Vorgehen schlie\u00dft dieses Verfahren Nebenverletzungen aus. Hiervon \u00fcberzeugten wir uns in fr\u00fcheren Untersuchungen an der Eidechse durch Hirnschnitte mit Marchif\u00e4rbung2). Durch Betrachtung der Nervenl\u00f6cher stellt man die Vollst\u00e4ndigkeit der Entfernung des ganzen Sinnesorganes fest. Bei der Herausnahme des Ohrlabyrinths der Taube verwendete ich die von mir verbesserte E w a 1 d\u2019sche3) Labyrinthexstirpation. Auch hier wies ich das Fehlen jeder Nebenverletzung durch Serienschnitte der Medulla obl. und des Kleinhirns nach4), die nach Marchi behandelt waren. Die Labyrinthexstirpation bei der Katze nahm der damalige Assistent am Institut, Herr Dr. Bertha, von der bulla ossea aus in sehr sorgf\u00e4ltiger Weise vor.4) Ich m\u00f6chte ihm besonders f\u00fcr diese wertvolle Hilfe danken.\nBei den Reizungen von Teilen des Vestibularapparates, insbesondere den mechanischen Reizungen der Ampullarorgane vom Bogengang aus, wurde so vorsichtig verfahren, da\u00df keine sch\u00e4digenden Nebenwirkungen auftraten. Nach jeder Druckreizung mit einer feinen Borste war das Verhalten wieder v\u00f6llig normal, die Reizungen konnten beliebig oft wiederholt werden, Nachwirkungen blieben aus.\nSomit ist also alles was unter der Ueberschrift \u201eAusschaltung\u201c gezeigt wird, nicht durch unbeabsichtigte Reizwirkungen, und alles was als Reizfolge bezeichnet ist, nicht durch unbeabsichtigte Ausschaltungen getr\u00fcbt.\n2. Ausschaltung und Reizung des Labyrinths\nbeim Frosch.\nDas Ohrlabyrinth beeinflu\u00dft den Tonus der Muskulatur. Dieser Einflu\u00df erfolgt teils unmittelbar, teils mittelbar. Einseitige Ausschaltung bewirkt Neigung des K\u00f6rpers zur Opera-\n\u00bb) M. E. G. Schr\u00e4der: Pfl\u00fcgers Arch. 41, 1887. 88. \u2014 O. Kuffler: Pfl\u00fcgers Arch. 83. 1901. 212. \u2014 W. Trendelenburg: Z. f. biol. Techn. u. Method. 1. 1909. 363. \u2014\ns) W. Trendelenburg u. A. K\u00fchn: Arch. Anat. u. Physiol. 1908. 160.\n3) J. R. Ewald: Physiologische Untersuchungen \u00fcber das Endorgan des Nervus octavus. Wiesbaden 1892. \u2014 W. Trendelenburg: Zbl. f. Physiol. 21. Nr. 20. \u2014 22. Nr. 8. \u2014\n\u2022) J. R. Ewalda. a. O. - A. de Kleijn: Pfl\u00fcgers Arch. 145. 1912. 519.","page":2},{"file":"p0003.txt","language":"de","ocr_de":"tionsseite.5) Nach doppelseitiger Ausschaltung liegt das Tier vorn flach am Boden. W\u00e4hrend normaler Weise das Umdrehen aus R\u00fcckenlage schnell und sicher erfolgt, ist nach einseitigem Labyrinthverlust eine geringe Verz\u00f6gerung des Umdrehens bemerkbar und besonders ein eigent\u00fcmliches Hochschlagen der normalen Seite und ihres Vorderbeines nach vollzogener Umdrehung. Nach doppelseitigem Labyrinthverlust fehlt der Umdrehreflex ganz, oder es kommt nur zu meist erfolglosen Bem\u00fchungen durch ausfahrende Gliedma\u00dfenbewegungen. Sie werden durch die sensiblen Nerven der R\u00fcckenhaut ausgel\u00f6st und k\u00f6nnen auch durch Pfotenreizung ausgel\u00f6st werden. Springt ein einseitig labyrinthloser Frosch, so macht er oft eine Spiraldrehung zur operierten Seite hin und f\u00e4llt auf den R\u00fccken. Besonders anschaulich sind die Bewegungsst\u00f6rungen beim Schwimmen. Der einseitig-labyrinthlose Frosch f\u00fchrt schraubende Drehungen nach der Operationsseite hin aus. Der v\u00f6llig labyrinthlose Frosch schwimmt oft auf dem R\u00fccken, oft \u00fcberschl\u00e4gt er sich in Drehbewegungen, die um eine etwa durch das Becken laufende quere Achse erfolgen. In Ruhe kann auch der labyrinthlose Frosch eine normale Lage im Wasser einnehmen. Dies ist nach Bethe\") rein physikalisch durch die Lage der luftgef\u00fcllten Lungen bedingt. Ein narkotisierter oder toter Frosch nimmt die gleiche Lage ein. Der normale Frosch kann unter erschwerten Umst\u00e4nden, so beim spontanen Schwimmen, nur dadurch die Normallage mit dem R\u00fccken nach oben einnehmen, da\u00df vom Labyrinth aus steuernde Reflexe auf die Gliedma\u00dfenmuskulatur ausgehen. Noch deutlicher ist das beim Fisch, der nicht so wie der Frosch in Ruhe rein physikalisch stabilisiert ist, sondern infolge seitlicher Lage der Schwimmblase auf der Seite schwimmt; wenn die steuernden Labyrinthreflexe fortfallen.\nDie Reizung des Ohrlabyrinths kann durch passive Drehung hervorgerufen werden. Beim normalen Frosch wendet sich auf der Drehscheibe der Kopf entgegen der Drehrichtung, also nach dem rechten Vorderbein hin, wenn nach links gedreht wird. Beim labyrinthlosen Frosch fehlt diese Gegen-\n\u00ae) J. E. Ewald a. a. O. \u2014 A. d e K 1 e i j n: Pfl\u00fcgers Arch. 159. 1914. 218. *) A. Bethe: Biol. Zbl. 14. 1894. 95. 563.","page":3},{"file":"p0004.txt","language":"de","ocr_de":"bewegung. Um optisch ausgel\u00f6ste Reflexe auszuschlie\u00dfen, wurde das Tier in einen wei\u00dfen Papierzylinder gesetzt, der sich mitdreht, und von oben aufgenommen.\n3. Ausschaltung und Reizung des Labyrinths bei der Taube.\nNach einseitigem Labyrinthverlust wird in der ersten Zeit nach dem Eingriff der Kopf etwas zur Operationsseite geneigt. Das entspricht dem Senken des Froschk\u00f6rpers nach der Operationsseite. Im Verlauf von etwa 14 Tagen bilden sich eigent\u00fcmliche Halsverdrehungen aus, die als Folge einer Steigerung des zur Kopfneigung f\u00fchrenden Unterschiedes des Tonus der Halsmuskeln aufzufassen ist.7) Die Verdrehung tritt anfallsweise ein, wenn das Tier beunruhigt wird, oder wenn es Spontanbewegungen ausf\u00fchrt. Das Umdrehen aus R\u00fcckenlage tritt nach einseitigem Labyrinthverlust fast in normaler Weise auf. Nach doppelseitigem Verlust ist die Umdrehung erschwert und nach erfolgtem Umdrehen ist das Tier sehr unsicher auf den Beinen und der Kopf pendelt locker hin und her. Dies liegt daran, da\u00df die normalen durch Kopfbewegungen ausgel\u00f6sten Reflexe fehlen, welche den Hals und Kopf gegen den Rumpf feststellen. Auch beim Herumblicken des ruhig stehenden Tieres zeigt sich das Ausfahrende der Bewegungen. Es fehlt die reflektorische vom Ohrlabyrinth ausgehende D\u00e4mpfung des Bewegungsausma\u00dfes. Das zeigt sich auch beim Versuch der Tonuspr\u00fcfung: wird das in der Hand gehaltene Tier geschlenkert, so ist das Ausma\u00df der Schleuderbewegungen des Kopfes beim normalen Tier wesentlich geringer, als beim labyrinthlosen. Die genannten Reflexe bewirken einen, wenn auch nicht vollst\u00e4ndigen, Ausgleich der Passivbewegungen (kompensatorische Reflexe).\nBesonders deutlich sind die vom Labyrinth ausgehenden kompensatorischen Reflexe, wenn man langsame Passivbewegungen mit der normalen Taube ausf\u00fchrt. Dreht man sie\n7) Die Halsverdrehung wurde n\u00e4her untersucht und gedeutet von F. G r o e b-b e 1 s: Pfl\u00fcgers Arch. 221. 1929. 41.","page":4},{"file":"p0005.txt","language":"de","ocr_de":"um die L\u00e4ngsachse des K\u00f6rpers, so geht der Kopf nicht mit, die Schnabelachse bleibt senkrecht stehen, so wie sie in der Normallage des K\u00f6rpers steht. Die Halsmuskeln drehen also durch Labyrinthreflex den Kopf um den Betrag der K\u00f6rperdrehung zur\u00fcck. Dadurch wird ein Wandern der Bilder der \u00e4u\u00dferen Gegenst\u00e4nde auf der Netzhaut vermieden. Dreht man das Tier um eine K\u00f6rperquerachse, so macht der Kopf wiederum die Drehung nicht mit, die Schnabelachse bleibt in gleicher Richtung zum \u00e4u\u00dferen Raum, also etwa im Winkel von 45 Grad zur senkrechten Richtung stehen. Diese Reflexe werden biologisch eine gro\u00dfe Bedeutung haben, wenn der Vogel bei b\u00f6igem Wetter fliegt. Macht man nun die gleichen Versuche mit einer beiderseits labyrinthlosen Taube, so geht der Kopf mit dem K\u00f6rper mit, die ausgleichenden Reflexe sind verschwunden. Auch hierbei sitzen Kopf und Hals \u201enur locker auf den Schultern\u201c, der Kopf kann durch seine Schwere hint\u00fcber sinken, wenn die Taube senkrecht gehalten wird.\nDie Reizungen der Ampullen werden derart vorgenommen, da\u00df man die von Mach und Breuer8) angenommenen Endolymphst\u00f6\u00dfe dadurch nachahmt, da\u00df man durch ein in den kn\u00f6chernen Bogengang gebohrtes Loch eine feine Borste schiebt, welche den unverletzten h\u00e4utigen Bogengang leicht zusammendr\u00fcckt. Macht man diesen Versuch am \u00e4u\u00dferen, horizontalen Bogengang, so treten Nystagmusbewegungen des Kopfes in der horizontalen Ebene auf. Bei Reizung an einem anderen Bogengang ist die Bewegungsebene entsprechend verschieden. Der Versuch wird an einem leicht narkotisierten Tier, am besten mit Lupenanwendung gemacht. Nach Ewald kann man an der Taube das kn\u00f6cherne Bogengangsystem leicht herauspr\u00e4parieren. Ich stellte ein solches Pr\u00e4parat her und nahm es in den Film auf. Durch Drehung des Pr\u00e4parats bei der Aufnahme erscheint es unmittelbar plastisch. Die drei ungef\u00e4hr senkrecht zu einander stehenden Bogeng\u00e4nge sind im oberen Teil des Bildes gut erkennbar.\n8) E. Mach: Sitzungsber. d. Wien. Akad. d. Wiss. 68. (3) 1873. 124. \u2014 J. Breuer: Anz. d. K. K. Ges. d. Aerzte 1873, Nr. 7. \u2014 Sitzungsber. d. Wien. Akad. d. Wiss. M.-N. CI. 112 (3). 1903. 315.","page":5},{"file":"p0006.txt","language":"de","ocr_de":"4.\tReizung des Ohrlabyrinths am Kaninchen,\nDrehscheibenversuch.\nAm Frosch wurden die Reflexe w\u00e4hrend der Drehung auf der Drehscheibe gezeigt. Wenn man einige Zeit sehr schnell dreht, so zeigen sich unmittelbar nach Aufh\u00f6ren der Drehung Reflexe, die auf einer Nacherregung des Ampullenorgans beruhen. Das Filmst\u00fcck zeigt, wie ein Kaninchen in einem auf der Drehscheibe befestigten Kasten schnell gedreht wird. Nach Anhalten wird es schnell herausgenommen und auf den Boden gesetzt. Es finden dem Uhrzeigerlauf \u00e4hnliche Bewegungen des Tieres mit Kopfnystagmus statt. Die Uhrzeigerbewegungen klingen schneller ab, als der Nystagmus. Die subjektive Begleiterscheinung dieser durch die Nacherregung im Labyrinth bewirkten Bewegungen ist beim Menschen das Schwindelgef\u00fchl. Aehnliche nystagmische Bewegungen werden vom Auge ausgef\u00fchrt, sowohl w\u00e4hrend der Drehung, als auch nach st\u00e4rkerer Drehung. Den Augennystagmus kann man an sich selber sehr leicht nachweisen, wenn man sich auf einem Drehschemel mit Hilfe der an den Schemelbeinen angest\u00fctzten F\u00fc\u00dfen hin und her dreht, oder den Schemel zu langsamer Drehung anst\u00f6\u00dft und sich dabei Zeige- und Mittelfinger auf die geschlossenen Lider neben die Gegend der Hornhaut legt. Man f\u00fchlt dann, wie die vordere Augenkuppe gegen die Finger rhythmisch anschl\u00e4gt.\n5.\tAusschaltung des Labyrinths bei der Katze. Nach einseitiger Labyrinthentfernung ist der Kopf der Katze zur Operationsseite geneigt. Das entspricht ganz der K\u00f6rperneigung des Frosches und der Kopfneigung der Taube nach dem gleichen Eingriff. Zur Halsverdrehung kommt es bei der Katze nicht, wohl deshalb, weil der Hals k\u00fcrzer ist, als bei der Taube. Beim Laufen sinkt die Katze auf der Operalionsseite ein, der Tonus der Vorderbeinmuskulatur ist hier vermindert. Nach doppelseitiger Labyrinthentfernung zeigt die Katze ganz die gleiche Unruhe der Kopfhaltung, wie die Taube. Es treten besonders in der Horizontalrichtung schlenkernde Bewegungen auf, wenn das Tier umherblickt. Es fehlen wieder die d\u00e4mpfenden vom Ohrlabyrinth ausgel\u00f6sten Gegenbewegungen. Die Verminderung des Tonus und der toni-","page":6},{"file":"p0007.txt","language":"de","ocr_de":"sehen Reflexe der Beine f\u00fchrt dazu, dass die Katze beim Herabspringen von einem Tisch sich nicht gen\u00fcgend mit den Beinen auff\u00e4ngt. Das Gehen ist sehr unsicher, der Kopf schleudert derart unruhig hin und her, da\u00df die mit gew\u00f6hnlicher Bildh\u00e4ufigkeit gemachte Aufnahme nicht mehr ganz scharf sein kann. (Eine Zeitlupenaufnahme w\u00fcrde einen falschen Eindruck von dem tats\u00e4chlichen Verhalten geben.) L\u00e4ngere Zeit nach der Operation mildern sich die St\u00f6rungen, wie das allerletzte Bild der herabspringenden Katze zeigt. Das beruht nicht auf Abklingen von Reizerscheinungen, sondern auf Ersatz d\u00e9r ausfallenden Labyrinthfunktion durch andere Leistungen. Gerade beim Menschen ist diese Ersatzm\u00f6glichkeit sehr gro\u00df, besonders wenn das Labyrinth in fr\u00fchem Alter verloren geht, und wenn sich der Verlust nicht so pl\u00f6tzlich vollzieht, wie es bei den experimentellen Labyrinthausschaltungen der Fall ist.\nZum Schlu\u00df sei erw\u00e4hnt, da\u00df es weder m\u00f6glich noch beabsichtigt war, ein auch nur einigerma\u00dfen vollst\u00e4ndiges Bild der Labyrinthfunktion bei Kaltbl\u00fctern, V\u00f6geln und S\u00e4ugetieren zu geben. Bei Reptilien, Fischen, an Zephalopoden, an Krebsen \u2014 um nur Tierformen bis zu den V\u00f6geln zu nennen \u2014 ist so viel Wichtiges \u00fcber die Funktion der Organe ermittelt worden, welche durch Lage\u00e4nderungen des Kopfes oder K\u00f6rpers erregt werden, da\u00df man auch bei knapper Fassung mehrere Filme von der L\u00e4nge des vorliegenden Filmes damit f\u00fcllen k\u00f6nnte. Das gle\u00efche gilt in vermehrtem Ma\u00dfe von den Ergebnissen der Labyrinthforschung an S\u00e4ugetieren.9) Besonders wertvoll w\u00e4re es, die statischen Funktionen des h\u00e4utigen Labyrinths am Menschen in einem Film aufzunehmen.\nAber es darf wohl hervorgehoben werden, da\u00df die filmische Veranschaulichung von nur einem Teil der von den Ohrlabyrinthen ausgehenden statischen Reflexe eine wesentliche Erleichterung f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis darstellt. Man kann sich danach viele Einzelheiten nach blo\u00dfer Beschreibung in der Vorlesung lebendiger vorstellen, als es ganz ohne die Filmdarstellung einiger wesentlicher Erscheinungen m\u00f6glich w\u00e4re.\n*) Vgl. Die Arbeiten von R. Magnus und Mitarbeitern (\u201eK\u00f6rperstellung\u201c, Berlin, J. Springer, 1924). \u2014 Ferner: Hdb. d. norm. u. path. Physiol 15 (1). 1930. 55.","page":7}],"identifier":"lit38634","issued":"[1937]","language":"de","pages":"7","startpages":"7","title":"Statische Funktionen des Ohrlayrinths [Begleitheft zum Hochschulfilm Nr. C 251]","type":"Book"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:59:10.235413+00:00"}
