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{"created":"2022-01-31T16:58:32.565928+00:00","id":"lit38636","links":{},"metadata":{"alternative":"Ver\u00f6ffentlichung der Reichsstelle f\u00fcr den Unterrichtsfilm","contributors":[{"name":"Skramlik, Emil von","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"Berlin: Reichsstelle f\u00fcr den Unterrichtsfilm","fulltext":[{"file":"p0001.txt","language":"de","ocr_de":"VER\u00d6FFENTLICHUNG DER REICHSSTELLE F\u00dcR DEN UNTERRICHTSFILM ZU DEM HOCHSCHULFILM Nr. C 267\nVorg\u00e4nge im Kreislaufsystem von \u00c0mphioxus lanceolatus Y.\n(Aus der Physiologischen Anstalt der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t zu Jena)\nvon Prof. Dr. EMIL VON SKRAMLIK","page":1},{"file":"p0003.txt","language":"de","ocr_de":"Vorg\u00e4nge im Kreislaufsystem von \u00c0mphioxus lanceolatus Y.\n(Aus der Physiologischen Anstalt der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t zu Jena)\nvon Prof. Dr. EMIL VON SKRAMLIK\nAmphioxus lanceolatus Y. nimmt innerhalb der Tierreihe eine sehr eigenartige Stellung ein. Es geh\u00f6rt zu den niedersten Chordaten. Unter ihm stehen die Manteltiere, anschlie\u00dfend daran dann die Weichtiere, \u00fcber ihm die Rundm\u00e4uler. Die Manteltiere schlie\u00dfen nach unten zu die Chordatenreihe ab. Es setzen dann die Echordaten ein, deren h\u00f6chste Ordnung durch die Weichtiere dargestellt wird.\nUeber den Blutumlauf bei Amphioxus ist seit der Ver\u00f6ffentlichung von Johannes M\u00fcller1) im Jahre 1844 nichts mehr bekannt geworden. Es wurde von ihm damals im Anschlu\u00df an andere anatomische und physiologische Befunde bei diesem Tiere festgestellt, da\u00df das Kreisen des Blutes im K\u00f6rper durch eine Anzahl von gr\u00f6\u00dferen Gef\u00e4\u00dfen bewirkt wird. Diesen t\u00e4tigen Gef\u00e4\u00dfen sind andere unt\u00e4tige gegen\u00fcberzustellen, die vielfach nicht etwa einen kleineren Durchmesser aufweisen, die sich aber offenbar nicht zusammenziehen k\u00f6nnen.\nDiese ersten Befunde von Johannes M\u00fcller \u00fcber die Kreislauft\u00e4tigkeit bei Amphioxus haben nat\u00fcrlich in der verschieden-\n*) M\u00fcller, J.: Ueber den Bau und die Lebenserscheinungen des Branchio-stoma lubricum Costa, Amphioxus lanceolatus Yarrell. Abhandlg. Akad. Wiss. Berlin 1842, S. 79 ff. Berlin 1844.","page":3},{"file":"p0004.txt","language":"de","ocr_de":"4\nsten Richtung nach einem Ausbau herausgefordert. Dies ist im Herbst 1937 durch mich* 2 3)-4) geschehen.\nBevor wir uns den physiologischen Ergebnissen zuwenden, ist es aber notwendig, diejenigen Gef\u00e4\u00dfe n\u00e4her zu bezeichnen, die im Tierk\u00f6rper t\u00e4tig sind. Es sind dies vor allem \u2014 siehe Abb. 1 \u2014 der schleifenf\u00f6rmig gestaltete Sinus veno-\nHerz Lebervene\nAbb. 1. Schematische Darstellung eines L\u00e4ngsschnittes durch Amphioxus lanceolatus Y. (in etwa 7,5facher Vergr\u00f6\u00dferung). Es sind die Kreislaufanteile eingetragen und bezeichnet, an denen man periodisch Zusammenziehungen beobachten kann. Diese sind dann auch im Film zu sehen.\nsus oder das Herz. In diesen m\u00fcndet vom Leberblindsack her die Vena hepatica ein. Aus dem Sinus venosus geht die Endostylarterie hervor, die unterhalb des Kiemen-korbeS verl\u00e4uft. Innerhalb dieser Endostylarterie befinden sich, je nach dem Alter des Tieres, zwischen 25 und 50 eigenartige Bildungen, die als kleine \u201eKammern\u201c anzusprechen sind und als Bulbilli bezeichnet werden. Diesen Bulbillis f\u00e4llt die Aufgabe zu, das Blut durch die engen Kiemengef\u00e4\u00dfe hindurchzutreiben. Vena hepatica, ab- und aufsteigender Teil des Sinus venosus, Endostylarterie und Bulbilli stellen einen zusammengeh\u00f6rigen Anteil des Kreislaufsystems bei Amphioxus dar. Er geh\u00f6rt aber nicht nur anatomisch zusammen, sondern auch physiologisch, denn die einzelnen Teile arbeiten und sind koordiniert t\u00e4tig, stehen also untereinander in einem gewissen Funktionszusammenhang.\n*) von Skramlik, E.: lieber den Kreislauf bei den niedersten Chordaten.\nErgehn. Biol. Bd. 15, 166, 1938.\n3)\tvon Skramlik, E.: Das Tier mit der Herzfrequenz = 1. Kongre\u00dfbericht II des XVI. Internat. Physiol. Kongr., Z\u00fcrich 1938.\n4)\tvon Skramlik, E.: lieber den Blutumlauf bei Amphioxus. Public, staz.\nzool. Napoli 17, 130.\t1938.","page":4},{"file":"p0005.txt","language":"de","ocr_de":"5\nIm Mundteile des Tieres befindet sich auf der einen Seite, und zwar rechts, ein eigenartiges Geflecht, das Glomus, das ebenfalls einer Zusammenziehung f\u00e4hig ist. Unter dem Darm verl\u00e4uft in seiner gesamten L\u00e4nge die Vena subintestinal i s. Auch diese ist ein Gef\u00e4\u00df, das sich zusammenziehen kann. Glomus und Vena subintestinalis arbeiten unabh\u00e4ngig voneinander und auch unabh\u00e4ngig von dem Sinus v e n o s u s mit den hier angeschlossenen Kreislaufanteilen.\nDie physiologische Untersuchung der t\u00e4tigen sechs Kreislaufanteile hat nun gelehrt, da\u00df sich deren einzelne Zusammenziehungen in unregelm\u00e4\u00dfigen Zeitabst\u00e4nden folgen. Dazu kommt weiter, da\u00df nach einigen Schl\u00e4gen mit kleineren Intervallen solche kommen, die untereinander durch gr\u00f6\u00dfere Zeitabschnitte getrennt sind. Vor allem f\u00e4llt aber auf, da\u00df die einzelnen T\u00e4tigkeiten der Gef\u00e4\u00dfe sehr selten erfolgen. So zieht sich der Sinus venosus etwa einmal in einer Minute zusammen, nicht selten sogar einmal in vier Minuten. Ebenso selten erfolgt die T\u00e4tigkeit aller derjenigen Gef\u00e4\u00dfe, die mit dem Sinus venosus in anatomischem Zusammenhang stehen. Glomus und Vena subintestinalis arbeiten demgegen\u00fcber h\u00e4ufiger, aber auch nicht \u00f6fter als etwa zwei-bis dreimal in einer Minute.\nAuch die einzelne T\u00e4tigkeit eines Gef\u00e4\u00dfes geht sehr tr\u00e4ge vor sich. Sie setzt sich, wie bei den Herzen anderer Tiere, aus Systole, Diastole und Ruhepause zusammen. Doch liegen die Dinge insofern anders, als sich Systole und Diastole nicht etwa in unmittelbarem zeitlichen Anschlu\u00df folgen, sondern durch eine Zwischenzeit voneinander getrennt sind, w\u00e4hrend welcher das betreffende Gef\u00e4\u00df anhaltend zusammengezogen bleibt. In Wirklichkeit kann man also nicht von drei, sondern von mehr Phasen \u2014 insgesamt f\u00fcnf \u2014 im T\u00e4tigkeitsvorgang bei den verschiedenen Kreislaufanteilen von Amphioxus sprechen. Es handelt sich um den Vorgang der Systole, den Zustand anhaltender Zusammenziehung, den Vorgang der Erschlaffung (D i a s t o 1 e), weiter um eine mehr oder minder lange Ruhepause, die zuletzt von einer passiven Ausdehnung gefolgt ist.","page":5},{"file":"p0006.txt","language":"de","ocr_de":"6\nW\u00e4hrend der Zusammenziehung bietet jedes Gef\u00e4\u00df einen eigenartigen Anblick dar. Zuerst beginnt sich das Gef\u00e4\u00df als Ganzes zusammenzuziehen. Dann l\u00f6st sich sozusagen in seinem Innern ein feiner Saum ab, der ein Flechtwerk umgrenzt. Dieses zieht sich weiterhin zusammen und bleibt l\u00e4ngere Zeit zusaim mengezogen. Der \u00fcbrige Anteil der Gef\u00e4\u00dfwand, von der die Abl\u00f6sung des Netzwerkes stattgefunden hat, verbleibt unver\u00e4ndert an der zuletzt eingenommenen Stelle.\nIn der gleichen Weise wie die Zusammenziehung, erfolgt auch die Erschlaffung des Gef\u00e4\u00dfes. Man erkennt wieder zuerst das feine Flechtwerk, das sich mehr und mehr ausbreitet und sich der Gef\u00e4\u00dfwand n\u00e4hert, die an Ort und Stelle verblieben war. Zuletzt wird auch diese erreicht, und das ganze Gef\u00e4\u00df befindet sich nunmehr im Zustande der Ruhepause. Kurz vor Beginn der neuen Zusammenziehung kommt es zu einer starken passiven Ausdehnung des betreffenden Gef\u00e4\u00dfanteils, die dadurch bedingt ist, da\u00df hierher durch die Kontraktion eines vorgeschalteten die Blutfl\u00fcssigkeit in h\u00f6herem Ma\u00dfe einstr\u00f6mt.\nDie Kontraktionswelle breitet sich \u00fcber ein Gef\u00e4\u00df au\u00dferordentlich langsam aus. Nach meiner Messung betr\u00e4gt die Geschwindigkeit dieser Welle etwa 0,03 cm/sec.\nDie Voranbef\u00f6rderung des Blutes erfolgt in der Regel von dem mittleren Teil der Lebervene \u00fcber den auf- und absteigenden Teil des Sinus venosus nach der Endostylarterie und den Bulbilli. Im Glomus kann man von einer normalen Str\u00f6mungsrichtung nicht recht reden, da hier die Ausgangsstelle f\u00fcr die peristaltische Welle sehr stark wechselt. Wohl aber wird das Blut vom Glomus stets gegen die Aortenwurzeln getrieben. In der Vena subintestinalis erfolgt die normale Str\u00f6mung des Blutes vom Schwanzende des Tieres gegen den Leberblindsack.\nEs gibt aber nicht nur eine Peristaltik, sondern auch eine Antiperistaltik der Gef\u00e4\u00dfe. Bei dieser wird in den langen Gef\u00e4\u00dfen das Blut gerade in der entgegengesetzten Richtung getrieben als es eben beschrieben wurde. Das Blut gelangt dann z. B. aus der Endostylarterie in den Sinus venosus, innerhalb der Subintestinalvene von der","page":6},{"file":"p0007.txt","language":"de","ocr_de":"7\nLeberblindsack- nach der Aftergegend. Die Antiperistaltik kommt bei Amphioxus lanceolatus Y. sehr viel seltener vor als die Peristaltik. Immerhin stellt sie nicht nur eine blo\u00dfe Ausnahme dar. Diese Antiperistaltik dient auch richtig der Voranbef\u00f6rderung. von Blut, denn es sind ja an keiner Stelle des Kreislaufsystems von Amphioxus Klappen eingeschaltet, die die Str\u00f6mungsrichtung regeln.\nDie Anregung zur T\u00e4tigkeit der Gef\u00e4\u00dfe erfolgt auf Grund des Prinzips der Dehnung. Ohne passive Dehnung arbeitet die Lebervene nicht, arbeitet auch der Sinus venosus nicht, ebenso wenig wie die anderen Anteile des Kreislaufsystems. Wie der Antrieb zur T\u00e4tigkeit, so ist auch das koordinierte Arbeiten der Kreislaufanteile an das Prinzip der Dehnung gekn\u00fcpft. Der t\u00e4tige Teil f\u00fchrt, wenn er Blut bef\u00f6rdert, eine Dehnung des benachbarten vorgeschalteten herbei, der auf diese Weise die Anregung zur T\u00e4tigkeit empf\u00e4ngt. Sehr bemerkenswert ist die Tatsache, da\u00df ein so au\u00dferordentlich bewegliches und flinkes Tier wie Amphioxus ein so tr\u00e4ge arbeitendes Kreislaufsystem besitzt. Diese Tr\u00e4gheit geht ja nicht allein aus der Tatsache hervor, da\u00df die einzelnen Anteile des Kreislaufsystems sehr selten arbeiten. Es \u00e4u\u00dfert sich in erster Linie darin, da\u00df auch die T\u00e4tigkeit eines Gef\u00e4\u00dfes sehr langsam vor sich geht. Auch schreitet ja die Kontraktionswelle \u00fcber die Gef\u00e4\u00dfe mit einer sehr geringen Geschwindigkeit voran.\nBemerkenswert ist auf Grund dieser Untersuchungen die Stellung des Kreislaufsystems von Amphioxus lanceolatus Y. innerhalb der Tierreihe. Mit den Manteltieren5) hat sein Kreislaufsystem gemeinsam, da\u00df seine Gef\u00e4\u00dfe sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung t\u00e4tig sein und Blut bef\u00f6rdern k\u00f6nnen. Mit den Rundm\u00e4ulern hat das Kreislaufsystem von Amphioxus gemeinsam, da\u00df es bereits geschlossen ist, und da\u00df die normale Peristaltik die Antiperistaltik bei weitem \u00fcberwiegt. Die automatische T\u00e4tigkeitsweise genau so wie die Fortpflanzung der Erregung erfolgt im Kreislaufsystem von\n5) vgl. von Skramlik, E.: Schlagumkehr des Herzens bei Manteltieren.\nHochschulfilm Nr. C 277.","page":7},{"file":"p0008.txt","language":"de","ocr_de":"\u2014 8\nAmphioxus auf Grund des Prinzips der Dehnung, das f\u00fcr die T\u00e4tigkeitsweise des Herzens und der Gef\u00e4\u00dfe vor allem der Weichtiere* 6)7) g\u00fcltig ist.\nAlle physiologischen Erscheinungen im Kreislaufsystem von Amphioxus lanceolatus Y., die eben beschrieben wurden, gelangen in dem vorliegenden Film zur Darstellung. Er erspart dem Zuschauer die eigene schwierige und langwierige Beobachtung unter dem Mikroskop. Den Film herzustellen war nicht einfach. Unter vielen Tieren eignen sich n\u00e4mlich f\u00fcr die photographische Aufnahme nur wenige. Zwei Bedingungen m\u00fcssen erf\u00fcllt sein: Die Tiere m\u00fcssen eine gen\u00fcgende Durchsichtigkeit aufweisen und d\u00fcrfen nicht zu lebhaft sein. Schon eine von diesen Bedingungen ist selten gegeben. Da\u00df aber beide gleichzeitig erf\u00fcllt sind, ist eine gro\u00dfe Ausnahme. Gegen\u00fcber den Lichtmengen, die f\u00fcr die Aufnahme erforderlich sind, erweisen sich alle Tiere ausnahmslos sehr empfindlich. Sie suchen sich der Belichtung m\u00f6glichst zu entziehen.\nDie Filmaufnahmen wurden bei einem 0,9 cm langen Tier gewonnen, das sich gl\u00fccklicherweise w\u00e4hrend der Zeit der Aufnahmen recht ruhig verhielt8). Jedenfalls konnte es leicht in diejenige Seitenlage gebracht werden, in der es Verwendung finden sollte. Die meisten Aufnahmen sind bei st\u00e4rkerer mikroskopischer Vergr\u00f6\u00dferung hergestellt. Zumeist mu\u00dfte Zeitraffung angewandt werden, weil sonst bei der langsamen T\u00e4tigkeit der Gef \u00e4\u00dfe.zu viel Material verbraucht worden w\u00e4re. Nur in wenigen Teilen des Films (so z. B. bei der Vena subintestinalis) wurden 9\u2014-10 oder mehr Bilder pro Sekunde gedreht, in den meisten \u00fcbrigen 4\u20145. Die T\u00e4tigkeiten der einzelnen Kreislaufanteile folgen sich dann sehr viel rascher als in Wirklichkeit, ebenso pflanzt sich die Kontraktionswelle sehr viel schneller fort als in der Norm.\n\u201c) von Skramlik, E.: Ueber den Kreislauf bei den Weichtieren. Pfl\u00fcgers\nArch. ges. Physiol. 221, 503.\t1929.\n7)\tvon Skramlik, E.: Untersuchungen \u00fcber das Kreislaufsystem bei den Weichtieren I. Zeitschrift vergl. Physiol. 10, 1. 1929.\n8)\tEs entstammte einer Sendung der Staatlichen Biologischen Anstalt in Helgoland. Den Herren sei auch an dieser Stelle f\u00fcr die Bem\u00fchungen um die Beschaffung und den Versand der Tiere herzlichst gedankt.","page":8},{"file":"p0009.txt","language":"de","ocr_de":"9\nBildfolge:9)\n1.\tSzene: Lebender Amphioxus lanceolatus Y. (Uebersichts-\nbild). (Titel im Film). (20 Aufnahmen je sec).\nDas Tier befindet sich in linker Seitenlage und erscheint\na)\thell auf dunklem,\nb)\tdunkel auf hellem Grunde. In dieser Szene kommt es zuletzt zum Anziehen des Flossensaumes.\nBei allen Aufnahmen befindet sich der Kopf des Tieres stets rechts, der Schwanz links im Bilde. Es wechselt nur die Seitenlage des Tieres. In den folgenden Szenen 2 bis 4 einschlie\u00dflich wurden 4 bis 5 Aufnahmen je sec gedreht (Zeitraffung).\n2.\tSzene: T\u00e4tigkeit des Sinus venosus. (Titel im\nFilm).\nDas Tier befindet sich in linker Seitenlage. Es treten als Trick ins Bild: die Bezeichnungen Lebervene, Sinus venosus, Endo stylarterie, sowie strich- bzw. punktf\u00f6rmig die Umgrenzung dieser Gebilde.\nEs setzt dann sofort die T\u00e4tigkeit des Sinus venosus ein, und zwar von der Umbiegungsstelle aus. Zwischen zweiter und dritter Kontraktion des Sinus venosus zieht das Tier den Flossensaum ein. Man sieht im Bilde auch die Fl\u00fcssigkeitsstr\u00f6mung aus dem Kiemendarm in den Magen.\nBildwechsel:\nMan sieht nur den Sinus venosus. Dreimal Zusammenziehung des Sinus venosus, zwischendurch auch Bet\u00e4tigung des Flossensaumes.\nBlende:\nMan sieht im Bilde den Sinus-venosus mit der Endostylarterie.\nEs treten als Trick ins Bild: die Bezeichnung Endostylarterie, sowie strichf\u00f6rmig deren Umgrenzung, dann die Be-\n9) Man lasse sich durch die Zwischentitel des Filmes leiten Ausdr\u00fccklich wird darauf aufmerksam gemacht, da\u00df die Richtungsbezeichnungen oben und unten, sowie rechts und links stets vom Beobachter des Filmes bei der Projektion zu verstehen sind.","page":9},{"file":"p0010.txt","language":"de","ocr_de":"\u2014 10 \u2014\nZeichnung Bulbilli, die mittels Kreisen markiert sind, auf welche Pfeile hindeuten.\nMan sieht die T\u00e4tigkeitsweise des Sinus venosus, sowie der Endostylarterie, und zwar in der Reihenfolge: Antiperistaltik, zweimal normale Peristaltik, dann zweimal Antiperistaltik.\nBildwechsel:\nDas Tier befindet sich jetzt in r e c h t e r Seitenlage. Dreimal normale Peristaltik, von der Lebervene angefangen \u00fcber den Sinus venosus nach der Endostylarterie. Man sieht zwischendurch sehr gut die Fl\u00fcssigkeitsstr\u00f6mung aus dem Kiemendarm gegen den Magen zu.\n3.\tSzene : T\u00e4tigkeit der Endostylarterie. (Titel\nim Film.)\nDas Tier befindet sich wieder in linker Seitenlage. Die T\u00e4tigkeit der Endostylarterie vollzieht sich in der Reihenfolge: dreimal Antiperistaltik, zweimal Peristaltik, dreimal Antiperistaltik, \u00f6rtlich begrenzte Wellen, Peristaltik, Antiperistaltik. Bei einzelnen Kontraktionen sind sehr gut die Bulbilli zu sehen.\n4.\tSzene: T\u00e4tigkeit des Glomus. (Titel im Film.) Das Tier befindet sich in linker Seitenlage. Ins Bild springt als Trick die Umgrenzung des Glomus und seine Bezeichnung.\nNeunmal T\u00e4tigkeit des Glomus, und zwar aller Anteile, die von mir mit a, b und c bezeichnet wurden, s. Abb. 2.\nAbb. 2. L\u00e4ngsschnitt durch den Kopf von Amphioxus lanceolatus Y. zur Kennzeichnung der Lage des Glomus, in etwa 43facher Vergr\u00f6\u00dferung. Mit a, b, c sind die Stellen angedeutet, von denen peristaltische Wellen abwechselnd ihren Ausgang nehmen.","page":10},{"file":"p0011.txt","language":"de","ocr_de":"\u2014 11 \u2014\n5.\tSzene: T\u00e4tigkeit der Vena subintestin\u00e4lis.\n(Titel im Film.)\nIn den ersten Szenen wurden 10 bis 12 Bilder je sec gedreht. Das Tier befindet sich in 1 i n k e r Seitenlage. Zweimal Peristaltik der Vena subintestin\u00e4lis. Man sieht sehr gut die Pendelbewegungen des Dar\u00e7ies.\nBildwechsel:\nSt\u00e4rkere Vergr\u00f6\u00dferung. Das Tier befindet sich jetzt in rech-t e r Seitenlage. Einmal Peristaltik, einmal \u00f6rtlich umgrenzte Welle, dreimal Peristaltik der Vena subintestin\u00e4lis. Man sieht, wie sich im Inneren des Gef\u00e4\u00dfes ein Saum abl\u00f6st, der sich verdickt, eine Zeitlang verdickt bleibt und dann wieder auseinandergeht.\nIn den folgenden Szenen wurden wieder 4 bis 5 Bilder je sec gedreht (Zeitraffung).\nDas Tier befindet sich in rechter Seitenlage. Dreimal Peristaltik der Vena subintestin\u00e4lis.\nBildwechs.el:\nSt\u00e4rkere Vergr\u00f6\u00dferung. Zehnmal Peristaltik der Vena sub-intestinalis. Man sieht fortlaufend die Pendelbewegungen des Darmes und die Umdrehung des Nahrungsmittelbreies, die nat\u00fcrlich infolge der Zeitraffung gegen\u00fcber den nat\u00fcrlichen Verh\u00e4ltnissen erheblich beschleunigt erfolgen.\n6.\tSzene: Beweglichkeit und Eingraben der\nTiere. (Titel im Film).\nIn dieser Szene wurden etwa 20 Bilder je sec gedreht. Man sieht zuerst einen Amphioxus ins Bild kommen, der schl\u00e4ngelnde Bewegungen ausf\u00fchrt. Er gelangt bis auf den Sandgrund, kann sich aber nicht eingraben. Dann sieht man zwei Amphioxus die sich sofort eingraben, und wieder von neuem Tiere, die sich schl\u00e4ngelnd fortbewegen und eingraben.\nDer Film zeigt also sehr deutlich alle Eigenarten von Amphioxus lanceolatus Y., die des Tieres, wie die seines Kreislaufsystems.","page":11}],"identifier":"lit38636","issued":"[1938]","language":"de","pages":"11","startpages":"11","title":"Vorg\u00e4nge im Kreislaufsystem von Amphioxus lanceolatus Y. [Begleitheft zum Hochschulfilm Nr. C 267]","type":"Book"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:58:32.565933+00:00"}
