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{"created":"2022-01-31T16:58:10.410413+00:00","id":"lit38799","links":{},"metadata":{"alternative":"Beitr\u00e4ge zur experimentellen Psychologie, Heft 4","contributors":[{"name":"M\u00fcnsterberg, Hugo","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"In: Beitr\u00e4ge zur experimentellen Psychologie, Heft 4, edited by M\u00fcnsterberg, Hugo, 178-191. Freiburg i.B.: Mohr","fulltext":[{"file":"p0178.txt","language":"de","ocr_de":"Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung.\nH\u00e4ufig schon ist darauf hingewiesen, dass unsere Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung, sobald sie durch den Gesichtssinn vermittelt wird, jederzeit ein Produkt zahlreicher Faktoren darstellt. Der Gesichtswinkel, also die Gr\u00f6sse des Netzhautbildes ist durchaus nicht all\u00e8in entscheidend; es tritt vielmehr jedesmal das Bewusstsein des Abstandes vom Auge hinzu, psychologisch durch die Empfindung der Accomodation und der Augenkonvergenz, sowie durch Wahrnehmung zwischenliegender Gegenst\u00e4nde und fr\u00fchere Erfahrungen repr\u00e4sentiert, abgesehen von sekund\u00e4ren Momenten wie Farbennuance, Schatten, Wahrnehmbarkeit der Details u. s. w. W\u00e4hrend bei den \u00fcblichen Augen-massversuchen die Entfernung vom Auge konstant bleibt, die Ver\u00e4nderung des Gesichtswinkels also allein in Frage kommt, hat Martius1) neuerdings, nach dem Vorg\u00e4nge Fechners, Augenmassvergleichungen bei wechselnder Distanz ausgef\u00fchrt, indem er objektiv wenig verschiedene oder gleiche St\u00e4be in zwei verschiedenen Entfernungen zur Vergleichung darbot und nach der Methode der minimalen Aenderungen den subjektiven Gleichheitspunkt bestimmte. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Vergleichsgr\u00f6sse, welche einer gegebenen Gr\u00f6sse bei verschiedenen Entfernungen gleich erscheint, mit der Entfernung stetig, aber sehr langsam wachse. W\u00e4hrend die Netzhaut-\nMartius, Die scheinbare Gr\u00f6sse der Gegenst\u00e4nde. Phil. Stud. Bd. 5. S. 601.","page":178},{"file":"p0179.txt","language":"de","ocr_de":"179\nbildgr\u00f6sse proportional der Entfernung sich vermindert, vermindert sich die scheinbare Gr\u00f6sse eines Stabes bei f\u00fcnffacher Entfernung so wenige dass die Differenz f\u00fcr die verschiedenen Stabgr\u00f6ssen 1lio bis ^20, in Einzelf\u00e4llen noch weniger betrug, die entferntere Gr\u00f6sse also nicht */5 , sondern ^10 bis 19/2o der n\u00e4heren Gr\u00f6sse zu betragen schien. Auch v. Kries hat neuerdings in einer kleinen Studie 1) sich mit der Thatsache besch\u00e4ftigt, dass wir nur \u00e4usserst schwer bei der Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung Sehwinkel und Entfernung voneinander trennen; auch er best\u00e4tigt, dass, wie schon Martius ausgef\u00fchrt hat, im Gegensatz zu der relativ guten Sch\u00e4tzung absoluter Gr\u00f6ssen, wir f\u00fcr Sehwinkel eine in h\u00f6chstem Grade mangelhafte Sch\u00e4tzung besitzen.\nEs schien mir nun von einigem Interesse, experimentell zu pr\u00fcfen, ob dieselben Verh\u00e4ltnisse auch f\u00fcr den Tastsinn zutreffen, ob also auch unser Armmass bei der Durchmessung von Raumgr\u00f6ssen des betasteten Gegenstandes die Entfernung von dem Ansatzpunkt des Hebelsystems, von der Schulter, in R\u00fccksicht nimmt. Wenn diejenigen Empfindungen, welche von der Bewegungsgr\u00f6sse herstammen, und diejenigen, welche das Bewusstsein der Entfernung vermitteln, zu einer einheitlichen Vorstellung sich verbinden, so muss auch hier Gr\u00f6ssenvergleichung bei wechselnder Entfernung m\u00f6glich sein ; wir m\u00fcssten dann z. B*. mit geschlossenen Augen imstande sein, auf einer frontal gestellten Wand eine Vertikallinie stets gleich lang zu ziehen, gleichviel ob wir von der Wand eine ganze, eine halbe oder nur eine viertel Arml\u00e4nge entfernt stehen. Wenn dagegen unser Armmass keine absolute Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung vermittelt, so m\u00fcsste mit abnehmender Entfernung die Linie sich stetig ver\u00e4ndern und tastende Gr\u00f6ssenvergleichung w\u00e4re dann nur bei konstanter Entfernung m\u00f6glich.\n*) v. Kries, Beitr\u00e4ge zur Lehre vom Augenmass. In Beitr. z. Ps. u. Phys. d. Sinnesorg. (zu Helmholtz\u2019 70. Geb.).","page":179},{"file":"p0180.txt","language":"de","ocr_de":"180\nEs h\u00e4tte am n\u00e4chsten gelegen, zu diesem Zweck zwei Armbewegungen bei verschiedener Entfernung zwischen Schulter und Finger miteinander zu vergleichen; dagegen sprach folgendes. Erstens scheint es mir Grundbedingung solchen Versuches, dass wir uns m\u00f6glichst naiv dem Gr\u00f6ssenurteil hingeben und gar nicht versuchen, es in seine psychophysiologischen Komponenten zu zerlegen ; das ist aber kaum m\u00f6glich, wenn wir w\u00e4hrend des einzelnen Versuches beim Uebergang von der entfernteren zur n\u00e4heren Gr\u00f6sse die Armkr\u00fcmmung entsprechend ver\u00e4ndern und dadurch die Aufmerksamkeit auf diesen ver\u00e4nderten Faktor hinlenken. Es ist dadurch sofort ein Anhaltspunkt \u2018f\u00fcr unbeabsichtigte Reflexion gegeben, und die unmittelbare Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung aufgehoben. Zweitens aber ist bekanntlich eine wesentliche St\u00fctze der Tastgr\u00f6ssenvergleichung in der Vergleichung der zum Durchmessen n\u00f6tigen Zeit gegeben; die Versuche mussten nat\u00fcrlich so eingerichtet werden, dass dieses Hilfsmittel wegfiel. Beiden Anforderungen wird gen\u00fcgt, wenn wir nicht zwei Taststrecken miteinander vergleichen, sondern in wechselnder Entfernung eine Taststrecke einer in konstanter Entfernung gegebenen Linie im Gesichtsfeld gleich machen. Wenn beispielsweise in der Entfernung der ganzen Arml\u00e4nge vertikale Punktdistanzen dem Auge geboten werden und die Aufgabe gestellt wird, bei ganzer, halber oder viertel Arml\u00e4nge Entfernung die entsprechenden Distanzen dann bei geschlossenen Augen mit der Fingerspitze abzutasten, so muss sich klar ergeben, ob diese Vergleichsgr\u00f6ssen unabh\u00e4ngig von der Entfernung konstant bleiben. In sekund\u00e4rer Weise wird dabei auch zugleich die Frage mit beantwortet, wie wir Raumgr\u00f6ssen aus dem Gesichtsraum in den Tastraum \u00fcbertragen.\nSolche Versuchsanordnung legt aber den Gedanken nahe, auf gleiche Weise noch einmal die Frage nach der absoluten Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung mittels des Augenmasses aufzunehmen. In der That gilt auch von der Vergleichung zweier verschieden entfernter Gesichtsgr\u00f6ssen, dass der Uebergang vom entfernten","page":180},{"file":"p0181.txt","language":"de","ocr_de":"[\n\u2014 181 \u2014\nzum nahen Objekt durch die Ver\u00e4nderung der Accomodation und Konvergenz die Aufmerksamkeit auf den einen Faktor der Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung hinlenkt und somit unwillk\u00fcrlich Reflexionsprodukte an Stelle naiver Gr\u00f6ssenvorstellungen ausl\u00f6st. Auch hier w\u00fcrde der Fehler wesentlich gemindert, wenn wir Gesichts- und Tastgr\u00f6ssen miteinander vergleichen, derart, dass jetzt die Entfernung des tastenden Fingers konstant bleibt, die Distanz der Augenmassgr\u00f6sse aber wechselt, vielleicht verdoppelt oder vervierfacht wird. Dadurch dass bei dieser Versuchsordnung die Vergleichsgr\u00f6sse aktive Armbewegung ist, bietet sich die Methode der mittleren Fehler als die nat\u00fcrlichste dar; sie hat in diesem Falle noch den besonderen Vorzug, dass sie sehr viel geringerer Reflexion bedarf als die von Martius benutzte Methode der minimalen Aenderungen oder der r. u. f. F\u00e4lle. Die Gr\u00f6ssenvorstellung setzt sich unmittelbar in den Bewegungsimpuls um, und l\u00e4sst somit eine die Resultate st\u00f6rend beeinflussende Reflexion in sehr viel geringerem Grade auftreten als wenn ein Urteil gef\u00e4llt werden soll, ob eine der wahrgenommenen Gr\u00f6ssen gleich, gr\u00f6sser oder kleiner als die andere ist. Da Martius schon bei seinen zwei Versuchspersonen zum Teil abweichende Resultate erhielt, so war unerl\u00e4sslich, eine gr\u00f6ssere Zahl von Versuchspersonen heranzuziehen. Es haben sich an der Arbeit, die wir im Sommer-Semester 1891 ausf\u00fchrten, 10 Versuchspersonen beteiligt; da aber nur 7 Personen s\u00e4mtliche Versuchsreihen durchgef\u00fchrt haben, so wird im folgenden nur von den Ergebnissen dieser sieben (Cl. G. H. Le. Li. Sch. Z.) die Rede sein.\nZur Herstellung der Augenmass- und Armmassgr\u00f6ssen benutzten wir zwei neue Apparate, bei deren Beschreibung auch einige im folgenden nicht zur Verwendung kommende Teile kurz mit erw\u00e4hnt werden m\u00f6gen. Der Augenmassapparat, welcher alle Bed\u00fcrfnisse der Punktdistanzuntersuchung in sehr viel exakterer Weise befriedigt als die fr\u00fcher beschriebenen Apparate, hat als Hauptst\u00fcck ein dickes Brett von 80 cm im","page":181},{"file":"p0182.txt","language":"de","ocr_de":"182\nQuadrat, das auf Metallf\u00fcssen vertikal auf dem Tisch steht. Die Vorderseite des Brettes ist mit schwarzem Wollstoff \u00fcberzogen und bietet so eine vollkommen gleichm\u00e4ssige, matte Ebene dar. Aehnlich wie Reissn\u00e4gel k\u00f6nnen weisse Elfenbeinpl\u00e4ttchen von 2 mm im Quadrat, beliebig in dieser Stoffdecke befestigt werden. Ein solches weisses Pl\u00e4ttchen ist nun auch an einem vertikal \u00fcber die Fl\u00e4che gespannten feinen, schwarzen Faden angebracht, der f\u00fcr das Auge bei Schattenstellung des Apparates vollkommen unsichtbar ist. Die weiteren Vorrichtungen erm\u00f6glichen es nun, dass dieser Faden von der Hinterseite des Brettes aus genau messbar, sowohl in der horizontalen wie in der vertikalen Richtung bewegt. werden kann und somit das an ihm befestigte Pl\u00e4ttchen in jeder beliebigen Richtung auf Bruchteile eines Millimeters genau verschoben werden kann, ohne dass die Versuchsperson an der vorderen Brettseite etwas anderes als die Bewegungen des P\u00fcnktchens auf der schwarzen Fl\u00e4che wahrnimmt. Ist beispielsweise oben und unten ein festes weisses Pl\u00e4ttchen angebracht, so kann nun von der Hinterseite der Faden mit dem beweglichen Pl\u00e4ttchen so lange aufgerollt werden, bis der bewegliche Punkt die gesamte Punktdistanz zu halbieren scheint; ein Schieber zeigt dann auf der Hinterseite an einer Millimeterskala, auf welchem Punkt das Pl\u00e4ttchen vorne steht. Zu diesem Zweck l\u00e4uft der Faden ohne Ende \u00fcber Rollen oben und unten um das ganze Brett, hinten aber \u00fcber eine Schraube, deren Drehung den Faden in Bewegung setzt; ein schwarzer Schieber l\u00e4uft dabei auf einer vertikalen Millimeterskala. Selbstverst\u00e4ndlich muss der Schieber hinten so viel nach oben r\u00fccken als vorne das Pl\u00e4ttchen nach unten geht. Dieses ganze System von Rollen, Schraube, Schieber und Skala ist nun nicht an dem Brette selbst angebracht, sondern an einer vertikalen Metallstange von der L\u00e4nge des Brettes, die ihrerseits an einer horizontalen Schraubenspindel befestigt ist. Wird diese Spindel durch ein Rad gedreht, so l\u00e4uft jene Stange mit dem Faden in horizontaler Richtung weiter, wobei ebenfalls ein Zeiger\n\\","page":182},{"file":"p0183.txt","language":"de","ocr_de":"183\nauf einer horizontalen Millimeterskala die Gr\u00f6sse des zur\u00fcckgelegten Weges angibt. Durch Kombination von Schrauben-und Raddrehung l\u00e4sst sich so der bewegliche Punkt auf der Vorderseite in jedem Sinne innerhalb der durch das Brett gegebenen Ebene genau messbar bewegen. Der Apparat hat sich f\u00fcr die verschiedenartigsten Augenmassuntersuchungen vorz\u00fcglich bew\u00e4hrt; sein eventueller Nachteil liegt darin, dass er nicht, wie der in Heft 2 dieser Studien beschriebene, der Versuchsperson selbst die Bedienung des Apparates gestattet. F\u00fcr unsere Untersuchung war nur ein fester und ein beweglicher Punkt in der Vertikalen n\u00f6tig. Der eine Punkt wurde einen Decimeter \u00fcber dem unteren Brettrand befestigt, der bewegliche Punkt konnte bis zum oberen Brettrand, also in einem Spielraum von 70 cm leicht auf- und abgeschoben werden.\nDen zweiten Apparat hatte ich f\u00fcr die Untersuchung von Bewegungsempfindungen anfertigen lassen. Prof. Delabarre1) hat ihn ausf\u00fchrlich beschrieben und abgebildet, sowie mannigfache Versuche an demselben mitgeteilt. Ein metallener Wagen l\u00e4uft leicht auf fast meterlangen Schienen, die auf schwerem, ausschiebbarem Stativ in jeder Lage von der horizontalen bis zur vertikalen befestigt werden k\u00f6nnen. Der Wagen tr\u00e4gt einen kleinen Cylinder, der das Endglied des Zeigefingers aufnimmt. Das Gewicht des Wagens kann bei jeder nichthorizontalen Lage durch Gegenbelastung in Wagschalen aufgehoben werden; damit er auch bei Vertikalstellung den Schienen fest anliegt, greift ein kleines f\u00fcnftes Rad unter eine h\u00f6her gelegene Mittelschiene. Auf dieser Mittelschiene lassen sich Klammern verschieben und befestigen, durch welche der Wagen an jeder beliebigen Stelle festgehalten werden kann; ein Zeiger am Wagen gleitet \u00fcber eine Halbcentimeter-skala an der \u00e4usseren Schiene. Werden zwei solche Appa-\n0 Delabarre, Ueber Bewegungsempfindungen. Inaug.-Diss. Frei b\u00fcrg 1891.","page":183},{"file":"p0184.txt","language":"de","ocr_de":"184\nrate f\u00fcr rechte und linke Hand benutzt, so l\u00e4sst sich durch die M\u00f6glichkeit der verschiedensten Lagen, H\u00f6hen, Belastungen, Begrenzungen u. s. \u2022 w. eine \u00fcberaus grosse Mannigfaltigkeit der Versuche \u00fcber Bewegungsempfindungen erzielen. Auch die oben dargestellte Arbeit \u00fcber das Ged\u00e4chtnis f\u00fcr Bewegungsempfindungen ist an diesem Apparate ausgef\u00fchrt. F\u00fcr die vorliegende Untersuchung kam nur der Apparat f\u00fcr die rechte Hand zur Verwendung und zwar stets bei Vertikalstellung der Schienen, derart dass die sitzende Versuchsperson den Apparat in wechselnder Entfernung vor ihrer rechten Schulter stehen hatte. Das Gewicht des Wagens war vollst\u00e4ndig kompensiert, so dass der Wagen mit \u00fcberaus geringem Widerstand auf- und abgef\u00fchrt werden konnte. Die untere Klammer gab dem Wagen einen konstanten Buhepunkt; von hier aus konnte er dann bequem eine beliebige Strecke vertikal in die- H\u00f6he gef\u00fchrt werden mit nicht gr\u00f6sserem Widerstande, als wenn die Hand frei hinaufgef\u00fchrt wird. Der Protokollant musste dann am Stand des Zeigers ablesen, welche Strecke der Wagen durchlaufen hatte.\nAls Normalgr\u00f6ssen benutzten wir die Strecken 5, 10, 15, 20, 25, 30, 35, 40 cm; in einer Serie von etwa vierzig Versuchen wurden diese acht Gr\u00f6ssen in verschiedenster Reihenfolge als Punktdistanzen auf dem Augenmassapparat eingestellt, von der Versuchsperson f\u00fcnf Sekunden betrachtet und dann mit geschlossenen Augen sofort auf dem Bewegungsapparat reproduziert, in dessen Cylinder schon vorher die Spitze des Zeigefingers gesteckt war. Um ein Wiedererkennen der einzelnen Strecken m\u00f6glichst zu vermeiden, wurden h\u00e4ufig andere Normalgr\u00f6ssen zwischengeschoben; die entsprechenden Bewegungsgr\u00f6ssen wurden im Protokoll weggelassen, so dass nur diejenigen Bewegungen zur Berechnung kommen, welche jenen acht Normalgr\u00f6ssen korrespondieren. Zahlenvorstellungen wurden m\u00f6glichst unterdr\u00fcckt, so dass wirklich eine unmittelbare Uebertragung aus gewonnenen optischen Gr\u00f6ssenvorstellungen in Arm- und Fingerbewegung stattfand.","page":184},{"file":"p0185.txt","language":"de","ocr_de":"185\nAls Ausgangspunkt musste nat\u00fcrlich f\u00fcr Auge und Finger die gleiche Entfernung gew\u00e4hlt werden. Wir betrachteten als solche Einheit die Entfernung von der Schulter bis zur Zeigefingerspitze bei ausgestrecktem Arm; dieselbe betrug bei der kleinsten Versuchsperson 63 cm, bei der gr\u00f6ssten 76 cm. Bei den Ausgangsversuchen stand also der Augenmassapparat vom Auge, der Armmassapparat von der Schulter um diese Strecke entfernt. Es galt nun einerseits den Einfluss der Entfernung auf das Armmass zu pr\u00fcfen: zu diesem Zweck blieb bei einer zweiten Versuchsserie der Augenmassapparat stehen, der Armmassapparat aber wurde in die halbe Entfernung gebracht und bei einer dritten Versuchsserie in ein viertel der urspr\u00fcnglichen Entfernung. Andererseits galt es, den Einfluss der Entfernung auf das Augenmass zu pr\u00fcfen: es wurde deshalb in der vierten Versuchsserie der Armmassapparat in der Ausgangsstellung gelassen, der Augenmassapparat aber in die doppelte, in der f\u00fcnften Versuchsserie in die vierfache Entfernung geschoben. Bei einer sechsten Versuchsserie schliesslich war der optische Apparat auf die doppelte, der Bewegungsapparat auf die halbe Entfernung gebracht. Bezeichnen wir jene Ausgangsentfernung, die nat\u00fcrlich f\u00fcr jede Versuchsperson je nach der Arml\u00e4nge eine andere ist, mit 1, so verglichen wir also erstens Auge 1, Arm 1, zweitens Auge 1, Arm ^2, drittens Auge 1, Arm */4, viertens Auge 2, Arm 1, f\u00fcnftens Auge 4, Arm 1, sechstens Auge 2, Arm V2. Uebungseinfl\u00fcsse wurden m\u00f6glichst durch Wiederholungen ausgeglichen.\nDie gewonnenen Durchschnittszahlen sind bei wechselnder Entfernung des Bewegungsapparates und konstanter Entfernung des Augenmassapparates folgende:\nDistanz 5 Arml\u00e4nge\t\t10\t15\t20 CI.\t25\t30\t35\t40\nganze\t7,6\t12,1\t17,2\t20,5\t26,8\t30,8\t35,8\t40,8\nhalbe\t8,5\t11,9\t16,9\t21,1\t25,4\t30,1\t36,1\t41,0\nviertel\t9,7\t14,7\t19,3\t25,9\t29,7\t34,6\t40,9\t44,5","page":185},{"file":"p0186.txt","language":"de","ocr_de":"\u2014 186 \u2014\nDistanz\t5\t10\t15\t20\t25\t30\t35\t40\nArml\u00e4nge ganze 7,0\t\t12,2\t17,7\tGr. 21,9\t27,6\t32,4\t36,7\t41,3\nhalbe\t5,5\t11,2 '\t15,5\t18,8\t22,4\t26,7\t33,8\t36,5\nviertel\t7,6\t14,5\t18,1\t22,6\t28,3\t33,8\t36,2\t38,5\nganze\t6,4\t13,1\t19,8\tH. 23,0\t29,1\t34,1\t39,0\t44,3\nhalbe\t5,0\t10,2\t14,7\t21,9\t26,2\t32,2\t38,3\t43,3\nviertel\t5,7\t11,0\t15,3\t19,3\t24,9\t30,7\t35,1\t38,3\nganze*\t7,0\t12,9\t16,7\tLe. 21,4\t27,1\t31,4\t37,2\t41,5\nhalbe\t8,0\t13,0 10,5\t18,5\t22,0\t30,7\t33,3\t38,0\t43,2\nviertel\t6,2\t\t15,5\t21,1\t28,6\t34,2\t38,3\t43,3\nganze\t8,8\t14,2\t18,4\tLi. 22,7\t27,2\t31,3\t35,5\t41,2\nhalbe\t7,1\t14,2\t19,8\t23,4\t27,5\t33,8\t38,7\t42,5\nviertel\t8,2\t13,1\t16,7\t22,6\t26,4\t32,1\t36,2\t40,6\nganze\t8,8\t16,3\t22,4\tSch. 27,9\t33,6\t37,8\t42,4\t47,3\nhalbe\t9,3\t17,0\t25,1\t29,5\t35,7\t40,0\t43,8\t48,1\nviertel\t8,9\t16,6\t20,3\t26,4\t30,4\t35,3\t39,8\t44,0\nganze\t9,2\t14,0\t18,6\tZ. 22,7\t26,3\t31,8\t37,0\t42,1\nhalbe\t7,9\t11,9\t15,9\t19,5\t24,3\t28,8\t33,6\t38,1\nviertel\t5,1\t9,2\t14,1\t18,2\t22,5\t27,7\t32,3\t37,8\nDie vorliegenden Zahlen, welche zweifellos bei wesentlich umfangreicheren Versuchsreihen eine noch gr\u00f6ssere Regelm\u00e4ssigkeit innerhalb der einzelnen Skala aufweisen w\u00fcrden, d\u00fcrften auch so schon gen\u00fcgen, um die Frage, die wir ins Auge gefasst hatten, einer Antwort n\u00e4her zu f\u00fchren. Am auffallendsten ist zun\u00e4chst, dass bei ganzer Arml\u00e4nge, also bei gleicher Entfernung der Tast- und Gresichtsgr\u00f6sse, die erstere bei s\u00e4mtlichen Personen f\u00fcr s\u00e4mtliche Strecken zu gross gemacht wird. Hieraus irgendwelche allgemeinen Schl\u00fcsse \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Gesicht- und Tastraum zu ziehen, geht nicht an, da hier der optische Reiz stets Normal-","page":186},{"file":"p0187.txt","language":"de","ocr_de":"187\ngrosse, der taktile Reiz stets Vergleichsgr\u00f6sse war, eine auf dieses Verh\u00e4ltnis gerichtete Untersuchung aber offenbar auch die entgegengesetzte Anordnung ber\u00fccksichtigen m\u00fcsste. F\u00fcr uns kommt das bei ganzer Arml\u00e4nge gewonnene Ergebnis mithin nur als Ausgangspunkt f\u00fcr die Vergleichung der anderen Reihen in Betracht. Berechnen wir f\u00fcr jede Versuchsperson, um wieviele Centimeter durchschnittlich sich jede der acht Gr\u00f6ssen bei halber, resp. viertel Arml\u00e4nge vermehrt oder vermindert hat und nehmen wir aus den so gefundenen acht Zahlen den Durchschnitt, so ergibt sich folgendes buntscheckige Bild. Die Ver\u00e4nderung gegen\u00fcber ganzer Arml\u00e4nge betr\u00e4gt f\u00fcr CI. bei halber Arml\u00e4nge durchschnittlich -(-0,1 cm, bei viertel Arml\u00e4nge + 3,5, f\u00fcr G. \u2014 3,3 und + 0,4, f\u00fcr H. \u2014 2,1, und \u2014 3,4, f\u00fcr Le. + 1,4 und 4- 0,3, f\u00fcr Li + 1,0 und \u2014 0,4, f\u00fcr Sch. +-1,5 und \u2014 1,8, f\u00fcr Z. \u2014 2,7 und \u2014 4,4. Das Ergebnis ist also f\u00fcr zwei Personen (H. und Z.) in beiden F\u00e4llen eine Verkleinerung, f\u00fcr zwei (CI. und Le.) in beiden F\u00e4llen Vergr\u00f6sserung, f\u00fcr zwei (Li. und Sch.) Vergr\u00f6sserung bei halber, Verkleinerung bei viertel Arml\u00e4nge, und bei einer (G.) das umgekehrte Verh\u00e4ltnis.\nDie Winkelver\u00e4nderungen sind beim Armmass offenbar wesentlich komplizierter als beim Augenmass, da einerseits die Beugungen und Streckungen in Schulter-, Ellbogen-, Hand-und Fingergelenk sich summieren, andererseits bei verkleinerter Entfernung der Hebel sich nicht verk\u00fcrzt, sondern seitlich ausbiegt. Trotzdem m\u00fcsste die Tastgr\u00f6sse sich bei wachsender Entfernung stetig zu verkleinern scheinen, die gegebene Gr\u00f6sse bei halber oder viertel Arml\u00e4nge also zu klein reproduziert werden, wenn sich das aus Muskel-, Haut- und Gelenkempfindungen zusammengesetzte Entfernungsbewusstsein nicht fest mit der Bewegungsempfindung verbinden w\u00fcrde. Thats\u00e4ch-lich zeigen die Versuche, dass von gesetzm\u00e4ssigem Eintreten solcher stetigen Verkleinerung durchaus nicht die Rede sein kann, da nur zwei von den sieben Versuchspersonen ein entsprechendes Ergebnis aufweisen, w\u00e4hrend bei f\u00fcnf Personen","page":187},{"file":"p0188.txt","language":"de","ocr_de":"188\nbeidemal oder wenigstens einmal Vergr\u00f6sserung erfolgte. Es scheint mir somit sichergestellt, dass a\u00fcch beim Arm-mass die Gr\u00f6ssen'sch\u00e4tzung stets die Resultierende aus Bewegungsempfindung und Entfernungsempfin-dung ist, die in den Zahlen ausgesprochenen Ver\u00e4nderungen der Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung bei ver\u00e4nderter Entfernung also nicht aus einer Vernachl\u00e4ssigung der Entfernungsempfindung erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Um diese individuell so verschiedenen Ver\u00e4nderungen dennoch zu erkl\u00e4ren, bedarf es vielleicht nur einer Voraussetzung, die sich eng an die uns bez\u00fcglich der Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung bekannten Thatsachen anlehnen w\u00fcrde. Wir sehen \u00fcberall, dass eine Raumgr\u00f6sse \u00fcbersch\u00e4tzt wird, wenn ihre Durchmessung m\u00fchsamer, anstrengender und unbequemer als gew\u00f6hnlich ist. Es ist nun wahrscheinlich, dass das Minimum der Anstrengung f\u00fcr das Armmass bei verschiedenen Personen in verschiedener Entfernung vom K\u00f6rper liegt. Energische kr\u00e4ftige Personen sind gewohnt, den Arm viel in nahezu gestreckter Stellung zu benutzen, bei schlaffen, schwachen Personen \u00fcberwiegt die Beugestellung; \u00fcberdies sind die entsprechenden Gewohnheiten in hohem Masse durch Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit, Berufsth\u00e4tigkeit u. a. beeinflusst. Derjenige also, der gewohnheitsm\u00e4ssig mit gestrecktem Arme tastet, wird die Bewegung mit halber oder viertel Arml\u00e4nge als Unbequemlichkeit empfinden, die Gr\u00f6ssen deshalb \u00fcbersch\u00e4tzen und somit zu klein machen. Derjenige dagegen, der nach der Art des stark Kurzsichtigen den Arm auf viertel L\u00e4nge zu kr\u00fcmmen gew\u00f6hnt ist, wird die Zunahme der Streckung als Anstrengung empfinden, die Strecken mit gestrecktem Arm somit \u00fcbersch\u00e4tzen und kleiner machen. Liegt solches Optimum in der Mitte, so m\u00fcsste das Anstrengungsgef\u00fchl sowohl f\u00fcr v\u00f6llige Streckung wie v\u00f6llige Beugung zunehmen. Die Wahrscheinlichkeit solcher Deutung tritt noch mehr hervor, wenn die Durchschnittszahlen nicht f\u00fcr s\u00e4mtliche Gr\u00f6ssen zusammen, sondern f\u00fcr kleinere und gr\u00f6ssere Strecken gesondert berechnet werden.","page":188},{"file":"p0189.txt","language":"de","ocr_de":"189\nBei der zweiten Versuchsgruppe, welche den Einfluss der Entfernung auf die Augenmasssch\u00e4tzung pr\u00fcfen sollte, blieb, wie geschildert, der Armmassapparat konstant in der Ausgangsstellung, also in der Entfernung der ganzen Arml\u00e4nge, w\u00e4hrend der Augenmassapparat auf die doppelte und vierfache Arml\u00e4nge entfernt wurde. Die gewonnenen Durchschnittszahlen sind folgende:\nDistanz\t5\t10\t15\t20\t25\t30\t35\t40\nEntfernung einfache\t7,6\t\t12,1\t17,2\tCI. 20,5\t26,8\t30,8\t35,8\t40,8\ndoppelte\t9,5\t12,3\t17,7\t21,9\t27,6\t33,8\t38,5\t41,9\nvierfache\t10,0\t14,7\t19,2\t24,7\t28,6\t36,4\t42,0\t46,9\neinfache\t7,0\t12,2\t17,7\tGr. 21,9\t27,6\t32,4\t36,7\t41,3\ndoppelte\t7,3\t12,3\t18,1\t23,8\t27,8\t32,7\t36,4\t41,5\nvierfache\t9,6\t14,4\t21,9\t26,3\t30,8\t36,2\t39,8\t42,6\neinfache\t6,4\t13,1\t19,8\tH. 23,0\t29,1\t34,1\t39,0\t44,3\ndoppelte\t6,8\t9,9\t14,7\t19,3\t25,2\t30,6\t33,7\t.38,3\nvierfache\t6,1\t13,2\t16,0\t21,2\t26,4\t30,6\t34,6\t39,8\neinfache\t7,0\t12,9\t16,7\tLe. 21,4\t27,1\t31,4\t37,2\t41,5\ndoppelte\t6,5\t12,6\t16,9\t22,0\t27,1\t32,3\t37,7\t43,9\nvierfache\t6,9\t13,1\t19,4\t23,8\t28,2\t. 35,8\t40,0\t47,8\neinfache\t8,3\t14,2\t18,4\tLi. 22,7\t27,2\t31,3\t35,5\t41,2\ndoppelte\t8,0\t13,7\t17,4\t22,8\t27,1\t30,9\t33,5\t40,2\nvierfache\t9,4\t14,2\t17,0\t22,5\t24,3\t27,9\t30,0\t33,0\neinfache\t8,8\t16,3\t22,4\tSch. 27,9\t33,6\t37,8\t42,4\t47,3\ndoppelte\t7,2\t15,3\t22,2\t26,4\t31,0\t35,5\t40,2\t46,1\nvierfache\t7,5\t16,7\t21,4\t24,6\t27,6\t31,8\t36,2\t42,0\neinfache\t9,2'\t14,0\t18,6\tZ. 22,7\t26,4\t31,8\t37,0\t42,1\ndoppelte\t9,6\t16,9\t20,0\t24,4\t28,7\t33,3\t38,4\t42,5\nvierfache\t12,6\t16,7\t20,8\t24,1\t29,7\t33,8\t39,1\t44,2","page":189},{"file":"p0190.txt","language":"de","ocr_de":"190\nAuf den ersten Blick ist hier ersichtlich, dass die eingestellten Armmassgr\u00f6ssen mit der doppelten, resp. vierfachen Distanz der Augenmassgr\u00f6sse bei den Versuchspersonen B., Li. und Sch. stetig abnehmen, bei CI., Gr., Le. und Z. aber anwachsen, und zwar zum Teil sehr erheblich anwachsen. Bei keiner der sieben Versuchspersonen ist die Ver\u00e4nderung unstetig; wo die Gr\u00f6ssen bei doppelter Entfernung verkleinert aufgefasst werden, ist die Verkleinerung bei vierfacher Entfernung noch st\u00e4rker, und dasselbe gilt von der Vergr\u00f6sserung. W\u00fcrde, wie Martius annimmt, die Augenmassgr\u00f6sse mit wachsender Entfernung langsam kleiner werden, so m\u00fcsste bei s\u00e4mtlichen Versuchspersonen die Gr\u00f6sse der Armmass-strecken abnehmen; der Umstand, dass bei mehr als der H\u00e4lfte der Versuchspersonen aufs deutlichste das gegenteilige Verhalten eintritt, die Strecken hei wachsender Entfernung immer,gr\u00f6sser gemacht werden, beweist zwingend, dass die unmittelbare Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung im Gesichtsfeld durch die Entfernung des Objektes vom Auge nicht beeinflusst wird, vorausgesetzt, dass wir diese Entfernung ungef\u00e4hr richtig erkennen. W\u00e4re ein solcher direkter Einfluss vorhanden, so m\u00fcsste seine Einwirkung sich bei allen Versuchspersonen jedenfalls in derselben Richtung bemerkbar machen ; das thats\u00e4chliche Verhalten beweist, dass die Ver\u00e4nderung vielmehr Produkt sekund\u00e4rer Umst\u00e4nde ist, welche grossen individuellen Verschiedenheiten unterliegen, und welche bei einigen zur Verkleinerung, hei der Mehrzahl zur Vergr\u00f6sserung f\u00fchren. Vielleicht wird die ungewohnte gr\u00f6ssere Entfernung durch Kontrast von einigen \u00fcbersch\u00e4tzt, vielleicht nimmt mit der Distanz die Deutlichkeit der Grenzpunkte ab, so dass die Linie unbestimmt begrenzt und dadurch vergr\u00f6ssert erscheint: auf diese sekund\u00e4ren Momente, die sich doch nur vermutungsweise erschliessen lassen, kommt es ja wenig an. Wichtig ist nur die negative Thatsache, dass eine durch die wachsende Entfernung bedingte Verkleinerung nicht stattfindet; denn selbst diejenigen F\u00e4lle, bei denen Verkleinerung","page":190},{"file":"p0191.txt","language":"de","ocr_de":"191\neintrat, d\u00fcrfen wir offenbar nicht unmittelbar auf die Distanzver\u00e4nderung beziehen, da ihnen ja h\u00e4ufigere F\u00e4lle entgegengesetzter Art gegen\u00fcberstehen. Auch die Verkleinerung beruht auf sekund\u00e4ren Momenten, welche die naive unmittelbare Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung st\u00f6ren, in erster Linie wohl auf unwillk\u00fcrlicher Reflexion. Eine solche d\u00fcrfte denn auch, wie schon ber\u00fchrt, bei den M a r t i u s sehen Versuchen mitgespielt haben, denen dadurch in keiner Weise das Verdienst eingeschr\u00e4nkt wird, die wichtige Frage zuerst systematisch experimentell gepr\u00fcft zu haben.","page":191}],"identifier":"lit38799","issued":"1892","language":"de","pages":"178-191","startpages":"178","title":"Gr\u00f6ssensch\u00e4tzung","type":"Book Section"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T16:58:10.410418+00:00"}

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