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{"created":"2022-01-31T15:50:07.237653+00:00","id":"lit9638","links":{},"metadata":{"alternative":"Neubauten f\u00fcr Zwecke des naturwissenschaftlichen, medizinischen, technischen und landwirtschaftlichen Unterrichtes an den Hochschulen in Wien 1894 - 1913","contributors":[{"name":"Anonymous","role":"author"}],"detailsRefDisplay":"In: Neubauten f\u00fcr Zwecke des naturwissenschaftlichen, medizinischen, technischen und landwirtschaftlichen Unterrichtes an den Hochschulen in Wien 1894 - 1913, 16-20. Wien: K. K. Hof- und Staatsdruckerei","fulltext":[{"file":"p0016.txt","language":"de","ocr_de":"PHYSIOLOGISCHES INSTITUT.\nGrundri\u00df des Hochparterres.\n19\tKorridore\n20\tAborte\n21\tDienstzimmer\n22\tSch\u00fcler\u00fcbungen\n23\tRigorosensaal\n24\tDemonstrationsgalerie\n25\tVorbereitungsraum\n7\t8\t5\t10 Mir.\n26\tGro\u00dfer H\u00f6rsaal\n27\tVortragssammlung\n28\tSchreibzimmer\n29\tPrivatlaboratorium\n30\tArbeitsr\u00e4ume\n31\tMyographie\n32\tArbeitsraum\n33\tFeine Pr\u00e4parate","page":16},{"file":"p0017.txt","language":"de","ocr_de":"Mangel an isolierten, f\u00fcr subtile Sonderuntersuchungen geeigneten und durchaus ben\u00f6tigten Einzelzimmern als ein groger \u00dcbelstand zu bezeichnen, der erst mit der vorerw\u00e4hnten Erweiterung des Institutes sich wird beseitigen lassen.\nPHYSIOLOGISCHES INSTITUT.\n(IX., W\u00c4HRINGERSTRASZE 13.)\nDer Horizontalschnitt durch das Geb\u00e4ude zeigt, dag das Institut hufeisenf\u00f6rmig, mit dem H\u00f6rsaal als Ausbau in der Mitte, unter Einhaltung einer gewissen Symmetrie zu dem Anatomiegeb\u00e4ude, so auf die Area gestellt ist, dag den Bed\u00fcrfnissen entsprechend, nach den verschiedensten Himmelsrichtungen Fenster\u00f6ffnungen angebracht werden konnten. Die Seitenfl\u00fcgel sind gegen die Seitenfl\u00fcgel der Anatofnie gerichtet,\nso dag zwischen ihnen ein verh\u00e4ltnism\u00e4gig groger Licht- und Luftraum \u00fcbrig bleibt, \u00bbzumal der H\u00f6rsaal des physiologischen Instituts niedriger gehalten ist. Dadurch wurde weder der Anatomie vom physiologischen Institut, noch dem physiologischen Institut von der Anatomie in nennenswertem Mage Licht genommen. Auch steht das physiologische Institut m\u00f6glichst weit entfernt von den beiden Stragenz\u00fcgen (W\u00e4hringer- und Schwarzspanierstrage), in welchen beiden elektrische Bahnen laufen. Dem Institut steht \u00fcberdies ein G\u00e4rtchen zur Verf\u00fcgung, das mit dem anstogenden G\u00e4rtchen des pharmakologischen Institutes Licht und Luft spendet und die Unterbringung der Tiere in zweckm\u00e4giger Weise erm\u00f6glicht.\nDas Geb\u00e4ude ist, entsprechend seiner doppelten Aufgabe als Lehr- und Forschungsanstalt, im wesentlichen, wenigstens in Bezug auf die zwei unteren Stockwerke' aus zwei an der Hauptstiege sich treffenden Abteilungen zusammengesetzt. Von diesen dient die s\u00fcdliche mit Einschlug des H\u00f6rsaales dem Unterricht und den \u00dcbungen der Studierenden. Auch sind daselbst die Assistenten- und Dienerwohnungen sowie die mechanische Werkst\u00e4tte untergebracht. Die n\u00f6rdliche Abteilung dient Forschungszwecken; sie ist der Unruhe, welche durch den t\u00e4glichen Verkehr von Hunderten von Studenten, durch die Diener-\n17\n3","page":17},{"file":"p0018.txt","language":"de","ocr_de":"Wohnungen usw. unvermeidlich bedingt ist, m\u00f6glichst entzogen, indem deren Front in den Garten und in den ruhigeren Anteil des Hofes geht. Die Arbeitsr\u00e4ume dieser Abteilung sind ziemlich klein, aber zahlreich, damit jeder Forscher einen Raum f\u00fcr sich haben kann.\nEine eingehendere Erw\u00e4hnung verdient der HORSAAL. Er hat eine besondere Treppe, so da\u00df bei den Vorlesungen die Studenten das eigentliche Arbeitsgeb\u00e4ude nicht betreten, eine Garderobe im Parterre und zwei kleine Garderoben in der H\u00f6he der Galerie. F\u00fcr die demonstrativen Lehrf\u00e4cher ist bei einer gro\u00dfen H\u00f6rerzahl das wichtigste Erfordernis, da\u00df die H\u00f6rer so nahe als m\u00f6glich an den Katheder herangebracht werden, so da\u00df sie alle gut h\u00f6ren und gut sehen. Es ist dies dadurch erreicht, da\u00df die Bankreihen\nPhysiologisches Institut.\ngleichsam in zwei Stockwerken angeordnet sind. Von den 308 numerierten Sitzpl\u00e4tzen sind 198 im unteren Abteile, 110 auf der Galerie. In einer Sitzreihe unten und oben sind je 22 Pl\u00e4tze und ist der fernste H\u00f6rer nur 11 *2 m vom Vortragenden entfernt. Die ansteigenden Sitzreihen sind in solchen Kurven angeordnet, da\u00df jeder \u00fcber den Kopf seines Vordermannes hinwegsieht. Die schief ansteigende Galerie sowie der schief ansteigende Plafond und die Vermeidung von Hohlkehlen im Saale bewirken, da\u00df sich die Reflexionen des Schalles wenig geltend machen, die Akustik desselben also eine sehr gute ist. In der Tat versteht man jedes gefl\u00fcsterte Wort vom fernsten Platze. Die Beleuchtung durch vier Fenster, von denen die zwei vorderen die Dimensionen 5-4 : 2-1 m, die hinteren 3-6 : 2T m haben, und von denen die ersteren sozusagen \u00fcber die schiefe Decke hinausragen, indem sie in L\u00fcnetten enden, gibt reichlich Licht auch an tr\u00fcben Tagen. Die Verfinsterung geschieht durch Rouleaux von lichtdichten Stoffen, welche in Falzen laufen, und ist bei Verwendung eines Dieners in einer Minute vollendet. Au\u00dfer diesen lichtdichten Rouleaux sind Rollbalken da, um die zu starke Abk\u00fchlung des Saales im Winter und zu starke Erw\u00e4rmung desselben im Sommer\n18","page":18},{"file":"p0019.txt","language":"de","ocr_de":"w\u00e4hrend der vorlesungsfreien Stunden zu verhindern. Da, wo das direkte Sonnenlicht st\u00f6rend durch das Fenster fallen kann, sind Zugvorh\u00e4nge angebracht, Der Katheder besteht aus mehreren im Falze verbundenen Tischen, die, mit Ausnahme eines kleinen fixen Teiles, auf Kugelrollen nach Bed\u00fcrfnis zusammengestellt werden k\u00f6nnen; so ist es leicht, aus dem Vorbereitungsraum eine fertig hergestellte Versuchsanordnung ersch\u00fctterungslos in den H\u00f6rsaal zu f\u00fchren. Der fixe kleine Tisch enth\u00e4lt die Leitung f\u00fcr Gas, Wasser und f\u00fcr die elektrischen Anschl\u00fcsse. Zwei kleine Kathedertische haben Platten aus Glas, von denen die eine schwarz, die andere wei\u00df unterlegt ist, da es sich herausgestellt hat, dag manche Versuche aus der Ferne besser auf dunklem, manche besser auf hellem Grunde beobachtet werden k\u00f6nnen. Es findet sich\n\u00dcbungsraum im Physiologischen Institut.\nferner neben dem Katheder ein Auslagrohr f\u00fcr Druckluft, bestimmt f\u00fcr k\u00fcnstliche Respiration. Rechts und links von den schwarzen Zeichentafeln befindet sich je eine T\u00fcr; die erste ist die Eingangst\u00fcr f\u00fcr den Vortragenden, durch die zweite kann die Versuchsanordnung in den H\u00f6rsaal gebracht werden. Ihre Verschalung dient aber auch zum Aufstellen des Galvanometers sowie zur F\u00fchrung zweier Glastafeln, von denen die eine zum Zeichnen mit unterlegten Schablonen, die andere, weig gestrichene, als Projektionsschirm verwendet werden kann. Augerdem dienen noch andere mit Gips gestrichene Schirme der Projektion. Beide T\u00fcren f\u00fchren in den Vorbereitungsraum. Derselbe besitzt seitliche Beleuchtung und Oberlicht. Es kann vom Vorbereitungsraum aus auf die matte Glastafel projiziert werden, doch sind die Einrichtungen so getroffen, dag der Projektionsapparat auch zwischen den B\u00e4nken des Podiums oder hinter denselben aufgestellt werden kann.\nIm ERSTEN STOCKWERKE befinden sich ein kleiner H\u00f6rsaal und zwei groge \u00dcbungsr\u00e4ume. In jedem derselben sind zehn Tische aufgestellt, so dag, wenn die Studenten in Gruppen von je f\u00fcnf an einem\n19","page":19},{"file":"p0020.txt","language":"de","ocr_de":"Tische arbeiten, gleichzeitig hundert unterwiesen werden k\u00f6nnen. Die den wissenschaftlichen Arbeiten der Vorgeschrittenen gewidmeten R\u00e4umlichkeiten sind in Abteilungen geteilt: eine physiologisch-chemische, eine mikroskopische, eine sinnesphysiologische und eine vivisektorische. Drei R\u00e4ume des OBERSTEN STOCKWERKES sind der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zur Beherbergung ihres PHONO-GRAMMARCHIVS \u00fcberlassen.\nDas Institut, nach Angaben des Vorstandes, Hofrates Professors Dr. Siegmund Exner, mit einem Aufwand von 540.000 K (einschlie\u00dflich der Kosten f\u00fcr die innere Einrichtung) vom Staate erbaut, wurde im Jahre 1904 er\u00f6ffnet.\nDIE NEUEN .SEZIERS\u00c4LE AN DEN ANATOMISCHEN LEHRKANZELN.\n(IX., W\u00c4HRINGERSTRASZE 13.)\n\u00dcber den an jeder der beiden anatomischen Lehrkanzeln bestehenden zwei Seziers\u00e4len wurde mit R\u00fccksicht auf die gesteigerte Frequenz zur Behebung des Platzmangels im Studienjahr 1912/1913 je ein neuer dritter Seziersaal errichtet. Dieselben sind ebenso dimensioniert wie die bisherigen Seziers\u00e4le, und\nSeziersaal im Anatomischen Institut.\nzwar 16'50 m lang, 9 m breit. Die aus Betoneisen konstruierten L\u00e4ngsw\u00e4nde enthalten je drei gro\u00dfe, bis an die Decke reichende Fenster. Zwischen den inneren und \u00e4u\u00dferen Fenstern sind die Heizk\u00f6rper untergebracht. S\u00e4mtliche W\u00e4nde sind bis in die H\u00f6he von 2 m verkachelt. Der Boden ist mit Terrazzo gedeckt, die Tische, welche insgesamt beweglich sind, stehen in f\u00fcnf Reihen. Zwei Reihen von Tischen befinden sich an den Fenstern. Hier werden Leichenteile, Extremit\u00e4ten und K\u00f6pfe zergliedert, w\u00e4hrend die drei mittleren Reihen der Sektion ganzer Leichen dienen. Da in jeder Reihe f\u00fcnf Tische stehen, ist es m\u00f6glich,\n20","page":20}],"identifier":"lit9638","issued":"1913","language":"de","pages":"16-20","startpages":"16","title":"Physiologisches Institut","type":"Book Section"},"revision":0,"updated":"2022-01-31T15:50:07.237659+00:00"}
